Value Investing - Angänger durch die Zahlen führen

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Ich habe mir in den letzten Monaten die theoretischen Grundlagen des Value Investing im Netz angeschaut und verstehe das Anliegen dahinter. Die Börse war ja in letzter Zeit recht ordentlich zurechtgerückt worden, was zumindest theoretisch die Chancen auf Einstiegspreise erhöht.

 

Ich wollte Fragen, ob jemand hier im Forum bereit wäre, öffentlich mit mir zusammen mal ne Value Analyse für einen Deutschen Titel zu machen.

 

Da EON gerade auf einem historischen Tiefstand steht, würde mich z.B. diese Aktie als Untersuchungsgegenstand interessieren. Ziel der Untersuchung soll sein, den "inneren Wert" der Aktie zu ermitteln. (Und wenn es der Liquidationserlöß ist...)

 

Als Grundlage kopiere ich mal die aktuellen Daten von http://www.finanzen....bilanz_guv/E.ON hierher. (geht leider nur als Bild)

Falls diese Zahlen unbrauchbar sind für eine Analyse wäre das z.B. auch schon eine Erkenntnis. Und die erste Frage wäre dann, welche nimmt man sonst und woher?

 

 

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Hallo KFlash,

 

hole dir den Daten aus dem Geschäftsbericht. Den findest du hier:

 

http://www.eon.com/de/ueber-uns/publikationen/geschaeftsbericht.html

 

Die Daten auf kostenlosen Seiten wie Finanzen.net reichen sicherlich für einen ersten Überblick, deine Bewertung sollte sich aber auf belastbares Datenmaterial stützen. Die beste Quelle dafür ist das Unternehmen selbst. Viel Erfolg.

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Danke für die hilfreichen Links. Dann hab ich ja einiges zu lesen. Mal schauen, vielleicht nutze ich den Thread als Art "Blog" um das gelernte zu dokumentieren und Fragen zu stellen.

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E.ON würde ich nicht kaufen.

 

Der Return on Assets ROA ist im Median der letzten 7 Jahre bei 1,58%. Das ist zu wenig.

Ich setze auf Unternehmen mit mindestens 5%. Das ist ein Qualitätsmerkmal.

 

KBV unter 0,8

ROA (7J-Median) über 5%

 

Ersteres ist der Preis, letzteres die Qualität.

 

So würde ich entscheiden.

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Da EON gerade auf einem historischen Tiefstand steht, würde mich z.B. diese Aktie als Untersuchungsgegenstand interessieren. Ziel der Untersuchung soll sein, den "inneren Wert" der Aktie zu ermitteln. (Und wenn es der Liquidationserlöß ist...)

Die gute Nachricht:

Die Aktie wird auch während einer Liquidation niemals unter Null fallen...

 

Generell bezweifele ich, ob ein Konzern, dessen Aussichten ganz wesentlich von den in der Zukunft zu zahlenden Kosten (Höhe: wer weiß das schon?) der Atomenergie-Ära bestimmt werden, ein geeignetes Fallbeispiel darstellt.

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Wir sollten mal einen "Strommarkt in DE/EU" und einen "planbare und nicht-planbare Kosten bei Rückbau und Stillegung kerntechnischer Anlagen" machen, damit wir hier nicht an allen Ecken und Ende diskutieren müssen.

 

Meiner Meinung nach ist es ein rießen Missverständnis, dass das Problem, insbesondere von EON, die hohen Kosten des Atomausstiegs sind. Rückbau kostet Geld, das stimmt. Die Kosten für die Endlagerung oder ewige Lagerung an Standortzwischenlagern sind nicht auf den Cent zu beziffern. Bei einem funktionierenden Geschäftsmodell wäre das aber alles kein Problem.

 

Wenn die EVUs zuversichtlich wären, dass sie ein funktionierendes Geschäftsmodell haben, würde jeder EVU-Manager beschließen die Kraftwerke in den "sicheren EInschluss" zu bringen und in 20-30 Jahren mal zu sehen, ob es mittlerweile ein Endlager gibt, ob sich Mess- und Zerlegetechnik weiterentwickelt haben usw. Die EVUs machen aber gerade das Gegenteil und treiben den Rückbau mit vollem Einsatz voran. Damit setzen sie der Bundesregierung die Pistole auf die Brust und können behaupten "kuckt was für Kosten, die noch dazu kaum kalkulierbar sind, hier auf uns zukommen, rettet uns!". Die Kosten des Rückbaus und der Lagerung der hochradioaktiven Abfälle sind ein Multiplikator aber nicht die Ursache des Problems.

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Danke auch für eure Kommentare.

 

Ich hab jetzt die ersten Lektionen durchgearbeitet und finde das zwar ganz nett, nur kann ich das gelernte schlecht auf Value Investing übertragen.

Welche KPIs sind denn da zu beachten? Welche Trends sind Indikatoren und welche Schwellwerte sind für euch Green Lights und Red Flags?

 

ZEN Investor hat da ja schon etwas interessantes geschrieben.

 

Der KBV liegt aktuell bei

Kurswert = 8,59€ * 1.939.000.000 = 16.656.010.000

Buchwert = Eigenkapital = 28.766.000.000

KBV = 0,579

 

Der Eigenkapitaltrend ist allerdings nicht besonders gut. Auch wenn dieses Jahr wieder etwas angesammelt werden konnte. Wo sind eigentlich die 10Mrd Sachanlagen verschwunden?

 

Wäre der aktuelle Kurs nicht eigentlich Anreiz für die Firma Aktien zurück zu kaufen?

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Danke auch für eure Kommentare.

 

Ich hab jetzt die ersten Lektionen durchgearbeitet und finde das zwar ganz nett, nur kann ich das gelernte schlecht auf Value Investing übertragen.

Welche KPIs sind denn da zu beachten? Welche Trends sind Indikatoren und welche Schwellwerte sind für euch Green Lights und Red Flags?

 

ZEN Investor hat da ja schon etwas interessantes geschrieben.

 

Der KBV liegt aktuell bei

Kurswert = 8,59€ * 1.939.000.000 = 16.656.010.000

Buchwert = Eigenkapital = 28.766.000.000

KBV = 0,579

 

Der Eigenkapitaltrend ist allerdings nicht besonders gut. Auch wenn dieses Jahr wieder etwas angesammelt werden konnte. Wo sind eigentlich die 10Mrd Sachanlagen verschwunden?

 

Wäre der aktuelle Kurs nicht eigentlich Anreiz für die Firma Aktien zurück zu kaufen?

 

Als Value-Investor würde ich nicht nach Trends (im Kurs) schauen.

 

Fundamental-Kennzahlen gibt's hier:

http://www.morningstar.com/stocks/XSTU/EOAN/quote.html

 

 

 

 

Allerdings ist es nicht nötig, dutzende Kennzahlen zu analysieren.

 

 

 

 

Schauen wir mal bei E.ON einige der Kennzahlen 2010-2014 (5 Jahre) an, die letzte Zahl ist 2015:

 

Buchwert pro Aktie: 20 20 19 18 16 13.55

 

Gewinn pro Aktie (EPS): 3.07 -1.16 1.16 1.12 -1.64 -1.46

 

Return on Assets (Gesamtkapitalrendite): -3.83 -1.45 1.51 1.58 -2.46 -2.28

 

Alle Angaben pro Aktie und in EURO. Ausnahme: Return on Assets in Prozent.

 

 

 

 

Folgendes fällt mir auf:

 

1. Der Buchwert ist um 30% niedriger als vor 5 Jahren.

 

2. In 3 von 6 Jahren gab es Verluste.

 

3. Die Gesamtkapitalrendite lag zwischen -3.83% und +1.58%.

 

Ich persönlich würde nicht auf den Gewinn eines Jahres schauen. Wohl aber auf den Gewinn von 5 oder mehr Jahren.

 

Als Qualitäts-Kennziffer hat sich für mich die Return on Assets heraus kristalliesiert. Hier nehme ich persönlich den Mittelwert von 7 Jahren (Median, nicht Durchschnitt, damit Extrem-Werte keine Verzerrung liefern).

 

Ich würde E.ON nie kaufen mit diesen Zahlen. Einfach weil mir die Zahlen verraten, dass keine stabilen Gewinne eingefahren werden. Der Buchwert ist schon 30% gesunken innert 5 Jahren. Das ist ein Alarmzeichen.

 

 

 

 

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Posted · Edited by Toni

Ich persönlich würde nicht auf den Gewinn eines Jahres schauen. Wohl aber auf den Gewinn von 5 oder mehr Jahren.

 

Als Qualitäts-Kennziffer hat sich für mich die Return on Assets heraus kristalliesiert. Hier nehme ich persönlich den Mittelwert von 7 Jahren (Median, nicht Durchschnitt, damit Extrem-Werte keine Verzerrung liefern).

Das sehe ich auch so. Historische Daten sind sehr wichtig.

Ich empfehle dazu das Buch Buffettology von Mary Buffett,

was man bei Ebay oder Amazon für wenig Geld (u.U. gebraucht)

kaufen kann. Man sollte das UNBEDINGT gelesen haben!

Das Buch war ein Schlüsselerlebnis für mich, es hat unter

allen Büchern einen Sonderplatz in meinem Regal, hier ein Foto <_< :

 

post-834-0-27103700-1442346737_thumb.jpg

 

Anstatt Return on Assets benutze ich die Eigenkapitalrendite

(Return on Equity), da hat eben jeder so seine Vorlieben....

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