Unerwarteter Geldsegen - Kredit tilgen oder investieren?

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Das Problem ist in meinen Augen die Kopplung des Kreditzinses an den Euribor. Damit ist die Bank abgesichert (vermutlich auch daher die extrem lange Laufzeit und die kostenfreie Sondertilgungsmöglichkeit). Ansonsten hätte man bei sehr niedrigem Zinssatz mit Festgeld schon etwas Arbitrage einstreichen können. Momentan bekommt man noch Festgelder für über 2% angelegt. In dieser Konstellation ist es aber eine Wette auf anhaltend niedrige Zinsen. Im Falle steigender Zinsen hat man mit Festgeld meist das Problem, dass man keine oder nur geringere Zinsen bei vorzeitiger Kündigung erhält.

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kostenlose sondertilgungen sind in österreich gesetzlich fixiert, wenn man einen, hier ja üblichen, variablen zinssatz hat. und dieser ist meistens an einen euribor (nicht immer der 3m) gekoppelt

 

die lange laufzeit von 40 jahren wird hier aber auch nur von einer einzigen bank gemacht

 

 

dennoch weiß ich nicht, warum hier alle von "spekulieren auf pump" schreiben

 

was WÄRE, wenn wir nur die hälfte geerbt hätten, dann wäre auch noch ein kredit da, den man dann locker finanziert bekommt. dieser kredit ist ja eigentlich inflationsbereinigt ein gewinn!

 

in zeiten wo sich banken damit finanzieren, dass sie geld aufnehmen UND dafür noch zinsen AUSbezahlt bekommen, denke ich, dass man da auch aus anlegersicht etwas anders an manche sachen heran gehen sollte

 

 

 

und wie gesagt, ich kaufe mir in 2 jahren lieber ein auto cash, als dass ich 4-6% zinsen für ein leasing bezahle

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und wie gesagt, ich kaufe mir in 2 jahren lieber ein auto cash, als dass ich 4-6% zinsen für ein leasing bezahle

 

Leasing als Privatperson wäre auch nicht sonderlich klug ... ;)

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dennoch weiß ich nicht, warum hier alle von "spekulieren auf pump" schreiben

Hat es eventuell etwas damit zu tun, dass du genau das [spekulation auf Kreditbasis] vorhast?

 

was WÄRE, wenn wir nur die hälfte geerbt hätten, dann wäre auch noch ein kredit da, den man dann locker finanziert bekommt. dieser kredit ist ja eigentlich inflationsbereinigt ein gewinn!

Selbst ein zinsloses Darlehen wäre ein schlechtes Geschäft, wenn das Geld mit Verlust angelegt wird.

 

in zeiten wo sich banken damit finanzieren, dass sie geld aufnehmen UND dafür noch zinsen AUSbezahlt bekommen, denke ich, dass man da auch aus anlegersicht etwas anders an manche sachen heran gehen sollte

In Deutschland gibt es die Merkregel: Gier frißt Hirn.

In Österreich mag vieles völlig anders laufen, aber das scheint auch dort zu gelten...

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Ansonsten hätte man bei sehr niedrigem Zinssatz mit Festgeld schon etwas Arbitrage einstreichen können. Momentan bekommt man noch Festgelder für über 2% angelegt. In dieser Konstellation ist es aber eine Wette auf anhaltend niedrige Zinsen. Im Falle steigender Zinsen hat man mit Festgeld meist das Problem, dass man keine oder nur geringere Zinsen bei vorzeitiger Kündigung erhält.

 

Ich weiß jetzt nicht, ob du auf meinen Beitrag (Thema Festgeld) reagiert hast: daher nur zur Klarstellung: ich würde NICHT raten, Festgeld statt Tilgung. Sondern: Festgeld + ETFs nachdem getilgt ist.

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Leasing als Privatperson wäre auch nicht sonderlich klug ... ;)

 

 

 

ist aber in österreich (fast) schon gängige praxis, und soweit ich weiß werden auch in deutschland nicht alle privat angeschafften autos UN-finanziert gekauft

was aber sein kann, dass das wort "leasing" in österreich ein pauschalbegriff für die "finanzierung" eines autos ist ;-)

 

 

 

in österreich ist das festgeld angebot ja nicht SO rosig, da bekommt man oft fürs tagesgeld mehr bzw. gleich viel

 

aber wir schauen uns das an, und werden dann zwei tranchen verschieden lang binden, wenn nach dem tilgen noch was bleibt...

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was ich mir nur überlegt habe: wann wenn nicht jetzt ca. 50k für die zukunft (rente) vorsorgen, bzw. 20-30k für ein zukünftiges auto auf die seite legen

wir werden es wohl so machen, dass wir den kredit bis auf 50 oder max. 75k tilgen und diese 50-75k in max. 10 jahren zurück zu zahlen, bei dieser kurzen laufzeit besteht auch ein geringes risiko eine mögliche trendwende des euribors oder gar eine hochzinsphase "mitzunehmen"

 

Du unterliegst hier einem Denkfehler/"optischer Täuschung".

Altersvorsorge ist soweit absolut sinnvoll, das vorweg - nur vergleiche mal die beiden fiktiven Szenarien: Schuldenfrei und 20k auf der Bank oder aber 50k Schulden und 70k auf der Bank. Für dich ändert sich nichts, außer das du bei erster Variante ein optisch niedrigeres Guthaben hast, durch die gesparten Kreditzinsen aber einen steuer- und risikofreien Gewinn einstreichst. Man täuscht sich vor eine höhere Altersvorsorge bei höherem Kontostand zu haben, dabei siehst du nur Geld das der Bank gehört und musst es irgendwann zurückzahlen.

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In Deutschland gibt es die Merkregel: Gier frißt Hirn.

 

 

Das dachte ich mir beim Lesen auch so, ob der Ferrari schon bestellt ist? :rolleyes:

 

Du hast die Möglichkeit einer unbegrenzten Sondertilgung, also ich würde diese nutzen. Anschließend kannst du dich mit den Themen Altersvorsorge, Berufsunfähigkeit, Liquidität, Rücklagen für Reparaturen am Haus und der Gesundheitsvorsorge wie auch immer widmen. Falls du noch jung bist, fängst du nicht bei Null an, denn das Haus ist bezahlt. Beste Voraussetzung.

 

Oder du machst es anders und hoffst das 30 oder 40 Jahre alles ruhig und still bleibt, deine Gesundheit mitspielt und das monatliche Einkommen immer regelmäßig rein kommt.

 

Du bist am Weichenhebel, wünsche viel Glück!

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hallo an alle,

 

und danke dass ich alle so wehement bei eurer meinung bleibt ;-)

 

ich stimme ja auch völlig mit euch überein, ABER wenn ich hier von 2% festgeld lese, dann ist das doch mehr (auch nach steuer) als die kreditzinsen von momentan 1,375% oder etwa nicht?

 

oder etwa eine LV die ja, zumindest bei uns steuerfrei ist.

 

und wie es ausschaut, wird der zinssatz näcshtes quartal auf 1,250% sinken

 

 

ich will hier nicht, und so kommt es rüber wenn man manche antworten von euch ließt, den kredit mit 200k stehen lassen, und mit diesen 200k an die börse gehen und das große geld machen

 

ich denke mir nur, dass es ein "ruhigerer" schlaf ist, wenn ich zwar zB 50k schulden habe, ABER zB 70k mehr oder weniger cash zur verfügung (für reparaturen, auto oder sonstige unerwartete ausgaben) habe

 

und dass das unterm strich vielleicht 2-5k euro "kostet" ist dann nicht so wichtig, weil man ja weiß, dass es einen finanziellen polster gibt

 

sollten die zinsen, in den näcshten paar jahren, widererwarten in die höhe springen, kann man das tagesgeldkonto mit den ca. 8-10 fachen monatseinkommen auf die ja öfters empfohlenen 5-6 fachen monatseinkommen "runter schrauben" und somit nicht in die zu hohen kreditzinsen rein zu laufen

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ich stimme ja auch völlig mit euch überein, ABER wenn ich hier von 2% festgeld lese, dann ist das doch mehr (auch nach steuer) als die kreditzinsen von momentan 1,375% oder etwa nicht?

Die 2% bekommst du in Deutschland noch bis 19.Mai z.B. bei der PBB Direkt, aber du musst dann 10 Jahre festlegen. Was ist, wenn die Zinsen wieder anziehen sollten und du für deinen Kredit mehr bezahlen musst? Ansonsten sieht es mit Angeboten von 2% und mehr mager aus, wenn du nicht zu irgendwelchen Banken in Bulgarien oder Malta gehen willst.

 

ich denke mir nur, dass es ein "ruhigerer" schlaf ist, wenn ich zwar zB 50k schulden habe, ABER zB 70k mehr oder weniger cash zur verfügung (für reparaturen, auto oder sonstige unerwartete ausgaben) habe

In welcher Höhe hast du schon mal Verluste an der Börse gehabt?

 

und dass das unterm strich vielleicht 2-5k euro "kostet" ist dann nicht so wichtig, weil man ja weiß, dass es einen finanziellen polster gibt

Es könnte auch 25.000 Euro kosten, wenn deine 50.000 in Aktien auf 50% herunterschmelzen.

 

Letztlich ist es aber ja euer Geld.... vielleicht geht es ja auch auf.

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danke nochmals für eure antworten

 

ihr habt mich FAST überzeugt, mit dem fast meine ich, dass wir schauen, dass wir soweit alles tilgen können, wenn zuvor mind. 10k euro für eine zukunftsvorsorge ala LV oder sonstigem (steuerbefreit) + die rücklage für ein auto, dass somit günstiger finanziert werden kann, drinnen ist ;-)

 

 

also zB kann es dann sein, dass unterm strich folgendes raus kommt:

 

Haus + 10k + 20k fürs auto - erbe = -7k

 

DANN würde ich diese 7k aber bitte als schuld stehen lassen, und mit dem kleinen finger meiner linken hand abbezahlen

 

denn wenn ich die 7k gleich tilge bleiben zB nur 3k für die LV und bis ich die 7k wieder angespart habe, wird die LV (man wird ja nicht jünger) auch nicht billiger oder???

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ihr habt mich FAST überzeugt, mit dem fast meine ich, dass wir schauen, dass wir soweit alles tilgen können, wenn zuvor mind. 10k euro für eine zukunftsvorsorge ala LV oder sonstigem (steuerbefreit) + die rücklage für ein auto, dass somit günstiger finanziert werden kann, drinnen ist ;-)

Wer hat dir eingeredet, dass ausgerechnet eine Kapital-Lebensversicherung eine sinnvolle Investition ("Zukunftsvorsorge") wäre?

Als Immobilienbesitzer brauchst du Rücklagen, die im Ernstfall ohne Probleme oder Kosten zur Verfügung stehen, also z.B. auf einem Tagesgeldkonto bereit liegen.

Teure und unflexible Produkte sind dafür denkbar ungeeignet.

 

Für Steuersparwütige habe ich einen ganz heißen Tipp:

Die Kredittilgung ist absolut steuerfrei!

 

denn wenn ich die 7k gleich tilge bleiben zB nur 3k für die LV und bis ich die 7k wieder angespart habe, wird die LV (man wird ja nicht jünger) auch nicht billiger oder???

Ein persönlicher Ratschlag: Vergiß das mit der Lebensversicherung ganz schnell.

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Du musst dich jetzt wegen 10 oder 20 k verrückt machen. 300 k Schulden oder 20k Schulden ist ein Himmelweiter Unterschied. Deine Planungen werden besser.

 

Kauf dir einen schicken zuverlässigen Wagen, den wirst du ja beruflich sicherlich brauchen, leg dir von mir aus ein Häppchen zur Seite, wenn dich das ruhiger schlafen lässt. Stecke den Rest in die Sondertilgung und wie du schon schreibst ist die restliche Schuld auch schnell beglichen. Dann bist du bald schuldenfrei, bezahlst keine Miete und Kreditzinsen mehr. Man könnte fast schon sagen, "Altersvorsorge abgeschlossen", denn das erreicht manch einer erst mit über 60.

 

Damit bist du , ich denke mal so um die 30 rum, gut aufgestellt und kannst dir mit Ruhe und viel Zeit Gedanken über dein weiteres Vorgehen machen. Da läuft dir nichts weg und gut vorbereitet ist besser als den Stein den Berg hoch zu rollen, der dir jedes mal wieder runter rollt.

 

Lese ein paar gute Bücher, schau mal hier in die Bücher Ecke wie z.B. dem oft erwähnten Gerd Kommer, bilde dich finanziell weiter. Irgendwann erkennst du dann auch das du auf dem richtigem weg bist. Viel Erfolg, bleibe gesund.

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man könnte schon investieren, aber es gibt einen großen Punkt der dagegen spricht: du hast keine Erfahrung.

 

Hier haben einige Leute mit viel Erfahrung geantwortet (ich nehme mich selbst da ausdrücklich aus). Niemand hat geraten zu investieren statt zu tilgen. Gibt dir das zu denken?

Was Du schreibst hat absolut nichts zu bedeuten und Kurskiller hat recht.

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Hier haben einige Leute mit viel Erfahrung geantwortet (ich nehme mich selbst da ausdrücklich aus). Niemand hat geraten zu investieren statt zu tilgen. Gibt dir das zu denken?

Was Du schreibst hat absolut nichts zu bedeuten und Kurskiller hat recht.

 

Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben. :rolleyes:

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Posted · Edited by John Silver

 

Was Du schreibst hat absolut nichts zu bedeuten und Kurskiller hat recht.

 

Ach was solls.

 

EDIT: Beitrag gelöscht.

@Mod: Dieser Rest kann meinetwegen auch gelöscht werden.

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Du musst dich jetzt wegen 10 oder 20 k verrückt machen. 300 k Schulden oder 20k Schulden ist ein Himmelweiter Unterschied. Deine Planungen werden besser.

 

Kauf dir einen schicken zuverlässigen Wagen, den wirst du ja beruflich sicherlich brauchen, leg dir von mir aus ein Häppchen zur Seite, wenn dich das ruhiger schlafen lässt. Stecke den Rest in die Sondertilgung und wie du schon schreibst ist die restliche Schuld auch schnell beglichen. Dann bist du bald schuldenfrei, bezahlst keine Miete und Kreditzinsen mehr. Man könnte fast schon sagen, "Altersvorsorge abgeschlossen", denn das erreicht manch einer erst mit über 60.

 

Damit bist du , ich denke mal so um die 30 rum, gut aufgestellt und kannst dir mit Ruhe und viel Zeit Gedanken über dein weiteres Vorgehen machen. Da läuft dir nichts weg und gut vorbereitet ist besser als den Stein den Berg hoch zu rollen, der dir jedes mal wieder runter rollt.

 

Lese ein paar gute Bücher, schau mal hier in die Bücher Ecke wie z.B. dem oft erwähnten Gerd Kommer, bilde dich finanziell weiter. Irgendwann erkennst du dann auch das du auf dem richtigem weg bist. Viel Erfolg, bleibe gesund.

 

danke für die antwort!

 

ich habe ja eben auch nie gesagt, dass ich ALLES in irgend welche sachen investieren/anlegen will, und die kreditschuld so hoch belassen will

 

ich dachte eben nur, dass man ruhig 50-100k lassen kann, denn die kann man locker und vor allem schnell abbezahlen, und dass es eben wichtiger ist, sich eine entsprechende cash-rücklage zu bilden, als unter allen umständen sondertilgungen zu machen

 

 

danke nochmals an alle für eure tipps

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Posted · Edited by odensee

Was Du schreibst hat absolut nichts zu bedeuten und Kurskiller hat recht.

 

Falsch zitiert :rolleyes: aber zu einigem von dem, was du vorher geschrieben (und jetzt gelöscht) hattest, könnte ich durchaus zustimmen. Bekommst eine PN zu meinen Beweggründen.

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Mir erschließt sich die Diskussion nicht. 100% der Antworten hier sind zurecht: Tilgen

 

Einfache Gegenfrage: Würdest du einen Kredit für 1,35 % (oder was auch immer du für deine Hypothek zahlst) aufnehmen um damit an der Börse zu spekulieren oder dir Festgeld für bis zu 2% über 10 Jahre zu sichern?

Ich würd´s nie tun!

 

Die meisten wissen heute nicht wohin mit ihrem Geld, aber du willst es unbedingt behalten statt damit eine Immobilie zu tilgen?

In der Immobilie ist dein Geld sicher und auch deine Rendite (=1,35%) ist sicher. Jede Geldanlage, die dir heute über 1% beschert ist ansich schon nicht 100% sicher.

 

Auch die Idee der Teil-Tilgung verstehe ich nicht. Entweder du findest Tilgen ist die bessere Option (dann tilgst du ganz) oder du erhoffst dir das blaue vom Kapitalmarkt und legst alles in Bluechips an.... whistling.gif

 

Ich würde alles tilgen und aus den bisherigen Zins- und Tilgungsraten 1. ein Polster für Notfälle bilden und 2. dann monatlich in einen Wertpapiersparvertrag investieren. Dann brauchst du auch nicht Angst zu haben, dass du heute für 50.000 € Aktien kaufst und sie morgen um 50% fallen w00t.gif

Wenn ihr so viel Einkommen habt, dass ihr einen so hohen Kredit bedienen könnt, dann habt ihr doch auch reichlich um für`s Alter zu sparen.

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Posted · Edited by John Silver

Mir erschließt sich die Diskussion nicht. 100% der Antworten hier sind zurecht: Tilgen

...

Es geht bei der Fragestellung um mögliche Opportunitätskosten.

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Hallo,

ich nehme diesen Faden einmal wieder auf, da ich vor einem ähnlichen Problem stehe.

 

Ich habe eine Haus gekauft und überlege nun, wie ich es bezahle.

 

Variante 1)

Aktiendepot verkaufen und Haus 100% bezahlen.

 

Variante 2)

Aktiendepot teilweise verkaufen, 40% des Hauses per Kredit finanzieren. Konditionen 1,1% p.a. fest, Laufzeit 15 Jahre. Sondertilgung 15% pro Jahr möglich.

 

Mit meinem Aktiendepot (hauptsächlich Dividendentitel) erziele ich im Moment eine Rendite von mehr als 3% p.a.. Persönlicher Steuersatz ca. 30%.

 

Sicher werden jetzt viele sagen, man spekuliert nicht auf Kredit (denn nichts anderes ist das ja). Aber auf 15 Jahre gesehen sollte das Depot eigentlich im Plus sein, auch wenn es mal einen Crash oder Rücksetzer gibt.

 

Gruß, Lindoro

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@Lindoro

 

Bei solchen Betrachtungen ist nicht Schulden vs. Vermögen wichtig, sondern bei Finanzierung eines Hauses ist immer der Cashflow wichtig. Die von der Bank geliehene Summe ist ja mit dem Haus selbst besichert, sonst würde man den Kredit nicht bekommen. Daher interessiert sich die Bank vor allem darum, dass du die Raten begleichst. Was in der Zeit irgendein Depot macht, hat die Bank nicht zu interessieren und tut es auch nicht. Außer wenn das Depot selbst eine Sicherheit für einen Kredit ist (Stichwort Lombardkredit), aber davon rate ich strikt ab. D.h. die Frage ob schuldenfrei oder nicht, hängt vor allem auch davon ab, ob die Schulden von mtl. Einkünften problemlos getragen werden können. Wenn nicht, dann mach eine parallele Investitionsanlage keinen Sinn, sondern nur die Tilung, um nicht in eine Schuldenspirale zu fallen (mangels Einkünfte wird ein Kredit mit einem neuen Kredit bedient).

 

Nun zu deinen Varianten:

 

Variante 1)

Du bist schuldenfrei, das ist ein super Gefühl. Du wohnst aber in deinem Vermögen, wenn du einen höheren Betrag benötigst, dann musst du das Haus gleich wieder beleihen. Du kannst keinen Zinseszins auf deinen Vermögen aktiv nutzen/hebeln, sondern du musst auf Wertsteigerung des Grundstücks (und damit deines Hauses) in deiner Region hoffen. Für mich ist diese Variante keine Option, mir ist ein um 50% gefallenes Depot als Finanzpolster immer noch lieber als nur Beton.

 

Variante 2)

Das ist meiner Ansicht nach interessanter. Interessant wäre hier jedoch auch zu wissen, wie viel % dein Aktiendepot vom Hauskaufpreis ausmacht. Der Einfachheit gehe ich mal davon aus, dass "teilweise" Verkauf beim Aktiendepot 50% bedeuetet, was 40% vom Hauspreis bedeutet. Nehmen wir als Beispiel 100k Aktiendepot, so ist der Hauspreis 125k. D.h. du zahlst mit 1,1% p.a. ~ 550€, während das Depot Netto ~2150€ pro Jahr bringt (die Zahlen sind nur fiktiv, aber das Verhältnis bleibt aufgrund deiner Prozentangaben gleich!). Damit würdest du 4x so viel Dividende bekommen als das Haus dich Zinsen kostet. Solltest du hingegen die Schulden tilgen, würde das Depot die Hälfte bringen, d.h. 1125€ und damit hättest du im Jahr weniger "Zinseinnahmen" als mit der Finanzierung des Hauses. Das ist auch offensichtlich, da die Dividende fast 3x größer als die Zinskosten ist. Eine Wiederanlage der Dividende steigert dann nicht nur den Depotwert, sondern auch zukünftige Dividenden. Risiko ist natürlich eine Dividendenkürzung im Krisenfall, hier hängt es also auch von der Auswahl der Titel ab (z.B. Dividendenaristrokaten vs. Banken).

 

Wie nicht schwer zu erkennen ist, rate ich daher eher zu Variante 2 als 1, aber NUR wenn du die Tilgungsrate mtl. auch problemlos unabhängig vom Depot begleichen kannst. Am Ende aber ist es auch eine persönliche Angelgenheit. Z.B. ist meine Frau sehr sicherheitsorientiert und Schulden (egal welcher Höhe) bereiten ihr gleich Sorgen. Bei Konsumschulden teile ich diese Ansicht, aber Immobiliendarlehen sind diese ja besichert. Viele Unternehmen würden ohne Kredite scheitern, daher sind Schulden nicht per se schlecht, es müssen nur die Zusammenhänge passen. Bei uns ist es so, dass wir nun ein Eigenheim zu 80% finanzieren und unsere ETW vermieten, die noch zu 50% finanziert ist. Demgegenüber stehen aber Aktiendepot + Barmittel, die die Schulden des Hauses vollständig tilgen würden. Meine Frau hat desöfteren Sorgen wegen der Schulden während ich ruhig schlafen kann.

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Jlagreen hat das wichtigste schon geschrieben.

Da du aber geschrieben hast, das du das Aktiendepot komplett verkaufen kannst und das Haus zu 100% bezahlen könntest, würde eine risikoreiche Variante so aussehen .

Ist aber nur ein Denkanstoß, da ich das niemanden mit gutem Gewissen empfehlen kann. Vor allem nicht, wenn man diese Person nicht persönlich kennt und alle Eventualitäten mit einbezieht.

Angenommen für das Haus braucht man 125000 Euro Kredit.

Das Aktiendepot hat einen Wert von 125000 Euro in Dividendentiteln mit Rendite von über 3%.

Immobilienkredit kostet bei 1,1% Zins und 1,5% Tilgung im ersten Jahr ca. 3250 Euro.

Aktiendepot bei 3% Rendite 3750 Euro Dividende. Abzüglich (wenn ihr zu Zweit seid) 1602 Euro Sparerfreibetrag sind noch 2148 Euro. Davon (ohne Kirchensteuer)

ca. 575 Euro Steuern uns Soli abziehen, bleiben 3175 Euro Dividendenrendite. Wären schon fast die Kosten des Kredits mit 1,5% Tilgung im 1 Jahr (ca. 3250 Euro).

Und man hat immer noch die Chance auf Kurssteigerungen und Dividendenerhöhungen, die ich nicht habe, wenn ich alle Aktien verkaufe und das Haus bezahle.

 

Ist aber die risikoreichste Variante und es sollte gesichert sein, das ich meine Kreditraten bezahlen kann ,wenn mal keine Dividenden kommen sollten, ich vielleicht arbeitslos oder krank werde und nur noch Krankengeld bekomme.

 

Die sicherste und entspanntere Variante ist, Aktien verkaufen und Haus bezahlen. Die gesparte Kreditrate kann man wieder in Aktien anlegen.

 

 

 

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Vielen Dank für Eure Antworten.

 

Um das mal konkret vorzurechnen:

 

Haus kostet beispielsweise 400 TE, Aktiendepot ist im Moment (BASF ist ja schwach) auch 400 TE.

 

Angebot der Bank, 150 TE zu 1,1 % auf 15 Jahre zu finanzieren. Kosten über die Laufzeit ca. 14 TE (Zinsen, Grundschuld, etc.). Jährliche Tilgung + Zinsen (negativer Cash-Flow) ca. 11 TE.

 

Die 150 TE Aktien bringen nach heutigem Stand ca. 3 TE nach Steuern. Wenn ich die Tilgung korrekterweise aus dem Aktiendepot bezahle, wird dies jedes Jahr weniger. Wenn ich das rechne, bleibt mir trotzdem nach den 15 Jahren ein Überschuss von 15 TE. Die Gefahr, das das Depot nach 15 Jahren 15% weniger wert ist, ist natürlich gegeben. Kann aber auch 20% mehr wert sein.

 

Jetzt könnte man sich noch überlegen, ob 15 Jahre ohne Schulden schlafen nicht doch besser ist als 15 TE ...

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Am 28.8.2019 um 13:37 von Lindoro:

Hallo,

ich nehme diesen Faden einmal wieder auf, da ich vor einem ähnlichen Problem stehe.

 

Ich habe eine Haus gekauft und überlege nun, wie ich es bezahle....

Interessante Reihenfolge. Ich hätte es anders herum gemacht.

 

Wenn du es also schon gekauft hast, dann hast du ja auch bereits die entsprechenden Kredite aufgenommen, oder wie hast du den Verkäufer bezahlt? In dem Fall müsstest du auch betrachten, was es dich kostet, das Depot zu versilbern und den Kredit nun damit wieder abzulösen? Wenn in den 150k€ Depotwert 60k€ Kursgewinne stecken, dann zahlst du (in Deutschland) etwa 15k€ Steuern. Zuzüglich ewaiger Gebühren an die Bank wegen vorfälliger Rückzahlung des Kredits kommt da schon einiges zusammen.

 

 

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