sleeve

140k€ Langzeitdepot - Orientierungshilfe für Anleihen?

77 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von sleeve

Finanzaufstellung:

Gesamtvermögen: 140.000€

Liquiditätsreserve: 15.000€ Tagesgeld

70/30 - Portfolio: 87.500€ Aktien-ETFs, 37.500€ Anleihen

 

Anlagedetails:

10-15 Jahre Anlagehorizont der Einmalanlage (& teilweise Altersvorsorge durch ETF-Sparplan laufend zur Rente); keine größeren Investitionen in der Zukunft geplant; „buy and hold“ – hohes Risikobewusstsein + Toleranz vorhanden

--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------

Hallo Zusammen,

 

ich befinde mich gerade bei der Umsetzung eines Wertpapier-Portfolios für meine Kapitalreserve.

Ich bin ein absoluter Börsenneuling und allein bis zu dem 70%-AKtien-ETF-Anteil war es ein steiniger Weg mit intensiver Recherche. Dieser ist aber endlich durch & auch abgesegnet, entstanden ist ein 30/30/30/10-Standard.*

 

Jetzt fehlt mir nur noch der 30%-Anleihenteil und es wäre großartig, wenn ihr mir eine grobe Orientierungshilfe geben könnt, wonach ich denn überhaupt suche.

Es bringt mir ja kaum was, wenn ich mich bspw. stundenlang mit dem Verständnis von Einzel-Unternehmensanleihen beschäftige, nur um dann festzustellen dass Staatsanleihen wesentlich sinnvoller sind.

Anleihen stellen für mich als Börsenneuling generell wieder absolutes Neuland dar. Die ersten Threads hier von Ramstein, odensee, Leonhard_E & co und weitere habe ich hinter mich gebracht und die Masse an Informationen ist mal wieder gewaltig. Das Problem bei den meisten verlinkten Anleihe-Threads ist, dass diese größtenteils mehrere Jahre alt und im aktuellen Niedrigzins nicht mehr wirklich gültig sind.

 

 

Ich suche also nach einer Anlagemöglichkeit für den 30%-Wertpapier-Anteil im Hinblick auf folgende persönliche Rahmenbedingungen:

  1. Ziel-Rendite von 3-4% (daher fällt Festgeldleiter auch leider flach)
  2. ETFs wären mir eigentlich am liebsten. buy&hold. Vielleicht alle paar Jahre mal das Depot überprüfen, sonst kein weiterer Aufwand außer Rebalancing.
    ---ABER: Wenn mir jetzt klargemacht wird, dass ich nur mit Einzel-Unternehmensanleihen zu meinem Ziel komme, dann bin ich eventuell bereit dieses Themenfeld anzugreifen. Tatsächlich aber eigentlich eher ungern.
  3. Kursschwankungen bin ich ähnlich wie bei den Aktien-ETFs gerne gewillt langfristig auszusitzen.
    ---Idealerweise stellen die Anleihen aber einen kleinen Ruhepol dar, der auch in schwierigen Zeiten Geld abwirft

 

Es wäre großartig, wenn Ihr mir eine grobe Richtung weisen könnt, in die meine Reise in die Welt der Anleihen im aktuellen Marktgeschehen hinführt.

Staats- oder Unternehmensanleihen? Einzelpositionen oder ETFs? High Yield oder Investment Grade? Eine Mischung aus allem? Etwas völlig anderes?

 

.. worauf liegt mein Recherche-Fokus?

 

 

Grüße

sleeve

 

*Diesen habe ich bereits im WPF durchgekaut und stelle deshalb nicht nochmal die Positionen einzeln hier vor, um den Fokus der Diskussion nicht zu verlagern.

**IRGENDWO wird auch noch ein kleiner Rohstoff-Teil in das Depot beigemischt, aber das kommt erst zum absoluten Schluss; Diskussionsfokus.

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Geschrieben · bearbeitet von xfklu

Ziel-Rendite von 3-4%

 

.. worauf liegt mein Recherche-Fokus?

Einfach mal gucken, was es da so gibt: Link

 

Portugal, Zypern, Schalke und Katjes zum Beispiel.

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Geschrieben

 

 

Ziel-Rendite von 3-4%

Mit soliden Anleihen ist das nicht zu machen. Und einen "Ruhepol" hat man dann gewiss nicht.

Wo 3-4% Rendite draufsteht, ist ein erhebliches Risiko enthalten. In Frage kämen Bankentiere und Industriehybride mit langer Laufzeit. Dazu gibt das Forum eigentlich genug her.

 

Ist Dir der Mechanismus "steigende Zinsen - sinkende Anleihekurse und umgekehrt" bekannt?

 

Für mich hört sich das so an, als möchtest Du 3-4% mit einer sicheren Anlage. Das ist illusorisch.

 

 

 

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Geschrieben

Ich denke, dass Banken- und Industrienachränge wahrscheinlich geeignet sein könnten.

 

Fonds und ETFs sind m.E. derzeit schwierig aufgrund des Zinsänderungsrisikos.

 

Ob Staats- oder Unternehmensanleihen ist Geschmackssache. Grundsätzlich können Länder nicht einfach verschwinden, Unternehmen schon. Auch hier ist ggf. eine Mischung nicht schlecht.

 

Wenn man halbwegs akzeptabler Bonität möchte, kommen eigentlich nur Langläufer in USD in Frage. Auch hier wieder Zinsänderungsrisiko.

 

Am besten du schaust dir die Transaktionen und anderen Anleihe-Depots im Anleihe Faden an. Hier gibt es häufig Ideen für Chancen, die sich immer wieder auftuen. Hier kann man auch nach und nach mal ein Schnäppchen machen, man muss ja nicht alles auf einmal investieren.

 

Eindringlich warnen kann ich dich nur vor sog. Mittelstandsanleihen M(üll)-Bonds mit Spaß-Ratings.

 

 

 

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Geschrieben

Es wäre großartig, wenn Ihr mir eine grobe Richtung weisen könnt, in die meine Reise in die Welt der Anleihen im aktuellen Marktgeschehen hinführt.

Staats- oder Unternehmensanleihen? Einzelpositionen oder ETFs? High Yield oder Investment Grade? Eine Mischung aus allem? Etwas völlig anderes?

 

.. worauf liegt mein Recherche-Fokus?

Grobe Richtung:

 

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Geschrieben · bearbeitet von Peter23

Ziel-Rendite von 3-4%

 

 

Bei der Rendite musst Du aufpassen, dass Du Dich nicht blind nur auf die Rendite der ausgewählten Bonds schaust und Risiko nur als Schwankung verstehst. Du musst nämlich bei der Rendite auch den erwarteten Verlust (EL) miteinbeziehen. Auch breite Diversifikation hilft Dir dagegen nicht, sondern führt sogar eher dazu, dass der EL sicherer (wegen niedrigerer Schwankung) eintreten wird.

 

Dazu ein Beispiel:

Wenn Du in die folgende Anleihe investierst:

Russische Foederation A1HQXZ Laufzeit: 16.09.2023 Rendite: 3,90% Rating: BB+

musst Du berücksichtigen, dass die Ausfallwahrscheinlichkeit (gemäß S&P Default Study) für BB+ über 6,5 Jahre ca. 3% ist. Sagen wir mal pro Jahr ca. 0,5%. Wenn man mal vereinfacht mit einer Verlustquote von 100% im Falle des Ausfalls rechnet, wärest Du dann nur bei einer Rendite von 3,4% (grob überschlagen) und auch die würde hohen Schwankungen unterliegen (insb. wenn die Diversifikation Deines Anleihenportfolios nur klein ist).

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Geschrieben

...

Ob Staats- oder Unternehmensanleihen ist Geschmackssache. Grundsätzlich können Länder nicht einfach verschwinden...

Es reicht auch schon, wenn sie einfach nicht zahlen. Und verschwinden können sie auch!

 

 

 

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Geschrieben · bearbeitet von Peter23

 

Könnte man in der Einführung dazu sagen, dass es sich bei den dort dargestellten Ausfallraten, um einen Auszug aus der Corporate Default Study handelt? Für Financial Institutions und Sovereigns gibt es nämlich separate Default Studies mit meist ganz anderen Ausfallraten. Somit ist es auch leider so, dass ein A-Sovereign nicht mit einem A-Corporate gleichgesetzt werden kann - zumindest nicht bzgl. der Ausfallwahrscheinlichkeit.

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Geschrieben · bearbeitet von Fondsinvestor

An langen kalten Winterabenden spricht nichts gegen Fortbildung, aber übertreiben würde ichs nicht. Einfach sich der Zeitbedarf nicht rentiert. Geht ja nur um ein paar hundert Euro pro Jahr, und in 12 Monaten sieht die Zinswelt vielleicht schon wieder ganz anders aus.

 

Ich würde dir empfehlen, den größten Teil oder alles am Festgeldmarkt anzulegen. Bei 1-3 Jahren Laufzeit kriegst du etwa 1%. Kann sein, dass du damit Geld verlierst (im Dezember lag die deutsche Inflation bei 1,4 %), aber mit Tagesgeld verlierst du ja auch Geld.

 

Höchstens mit einem kleineren Teil würde ich spielen. Zu niedrigen Kursen kaufen und zu höheren wieder verkaufen. Mit Buy&Hold wird nicht viel gehen, fürchte ich. Euro-Anleihen bringen entweder kaum was oder das Emittentenrisiko ist hoch.

 

Hab mal bei dem angegebenen Link der Börse Stuttgart nachgeguckt: Eine portugiesische Anleihe, die noch dreieinhalb Jahre läuft, bringt derzeit 1,4 %, ähnliche Laufzeiten der deutschen Telekom höchstens 0,3 Prozent. Und Anleihen in US-Dollar sind m.E. eher eine Währungsspekulation als eine Zinsanlage.

 

Nur meine 2 Cent, so ein Checker wie manche hier bin ich nicht ...

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Geschrieben · bearbeitet von Peter23

Ich würde dir empfehlen, den größten Teil oder alles am Festgeldmarkt anzulegen. Bei 1-3 Jahren Laufzeit kriegst du etwa 1%. Kann sein, dass du damit Geld verlierst (im Dezember lag die deutsche Inflation bei 1,4 %), aber mit Tagesgeld verlierst du ja auch Geld.

 

Dem stimme ich auch zu. Es lohnt sich mE nicht für eine erwartete Rendite von 3,4% in russische Staatsanleihen mit einer 6,5jährigen Laufzeit zu investieren und Du wirst einfach nichts finden, was das in einem sinnvolleren Risiko/Rendite-Verhältnis steht und Dir die 3-4% bringt, die Du anstrebst.

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Geschrieben

 

Könnte man in der Einführung dazu sagen, dass es sich bei den dort dargestellten Ausfallraten, um einen Auszug aus der Corporate Default Study handelt? Für Financial Institutions und Sovereigns gibt es nämlich separate Default Studies mit meist ganz anderen Ausfallraten. Somit ist es auch leider so, dass ein A-Sovereign nicht mit einem A-Corporate gleichgesetzt werden kann - zumindest nicht bzgl. der Ausfallwahrscheinlichkeit.

Danke für den Hinweis. Habe meine Beiträge entsprechend ergänzt.

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Geschrieben

Ich habe mich, alle hier im Forum zur Genüge diskutierten Nachteile in Kauf nehmend, für zwei aktive Fonds entschieden:

 

 

Jupiter Dynamic Bond

 

Pimco Income Fund

 

 

Beide Produkte sind absolut flexibel in ihrer Anlagepolitik, EUR-hedged und haben (bisher) eine in der Peer-Group

sehr niedrige Vola.

 

Gerne hätte ich an ihrer Stelle einen ETF genommen, aber die raren verfügbaren Aggregate-ETFs entsprechen nicht

meinen Vorstellungen.

 

Bisher entspricht der Verlauf der beiden Produkte meinen Vorstellungen. Manager-Risiko und Kosten nehme ich in Kauf.

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Geschrieben

Ich würde dir empfehlen, den größten Teil oder alles am Festgeldmarkt anzulegen. Bei 1-3 Jahren Laufzeit kriegst du etwa 1%. Kann sein, dass du damit Geld verlierst (im Dezember lag die deutsche Inflation bei 1,4 %), aber mit Tagesgeld verlierst du ja auch Geld

 

thumbsup.gif

 

Um mal hier für das offenbar nötige Salz in der Suppe zu sorgen :

Warum soll denn der Anleihenaneil ( großartig ) für die Rendite im Depot ( hier mit 3 - 4 % ) sorgen ?

Mir scheint da ein Mistverständnis vorzulegen, wer in einem Depot für die Rendite zuständig ist und wer für die Risikobegerenzung.

Ich behaupte einfach mal , dass man bei der Rediteerwartung derzeit mit einem annähernd aktienähnlichen Risiko unterwegs ist.

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Geschrieben

Mistverständnis ist es nach meinem Verständnis, auf zinsbringende Anleihen zu verzichten.

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Geschrieben · bearbeitet von troi65

Mistverständnis ist es nach meinem Verständnis, auf zinsbringende Anleihen zu verzichten.

Das ist eine Frage der Risikosteuerung , ob ich mir mit höher verzinslichen Anleihen ( und das sind zur Zeit auch 3 - 4 % ) ein annähernd aktienähnliches Risiko einhandle, welches eben gerade nicht der Risikosteuerung des Gesamtdepots dient.

Wenn der TO sich im klaren ist , dass er mit seiner erwarteten Rendite die ausgleichende Funktion seines Anleiheanteils für sein Gesamtdepot versaut , dann kann er das Risiko eingehen.

Bis dato hat er sich jedoch dazu noch nicht geäußert.

Und solange halte ich an meinem Posting fest.

 

Edith schreibt : Immerhin gibt der TO in #1 an , dass die Anleihen "idealerweise" ( ? ) den Ruhepol darstellen sollen.

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Geschrieben · bearbeitet von odensee

Edith schreibt : Immerhin gibt der TO in #1 an , dass die Anleihen "dealerweise" ( ? ) den Ruhepol darstellen sollen.

Nö. tongue.gif edit: ansonsten thumbsup.gif

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Geschrieben · bearbeitet von troi65

Nö. tongue.gif edit: ansonsten thumbsup.gif

Du kennst offenbar den Vornamen meiner besseren Hälfte nicht.biggrin.gif

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Geschrieben

Bedanke mich soweit für eure Antworten.

 

Ist tatsächlich so, dass ich mich da etwas hab blenden lassen von den Vergangenheitswerten bzw. teilweise sehr alten Forenthreads.

 

Tatsächlich ist der 30% Anleihenteil vornehmlich (aber nicht hauptsächlich) als risikominimierende Ausgleichsfunktion zu den 70% Aktien-ETFs gedacht.

Dass ich mit diesem Hintergrund keine 3-4% (mehr) erwarten darf, ist mir jetzt auch bewusst geworden.

Gleichwohl möchte ich wie Ramstein sagt nicht vollständig auf zinsbringende Anleihen verzichten.

 

Nachdem ich jetzt die beiden Threads von Leonhard_E und andere grob durchflogen habe, würde ich am liebsten den 30%-Anteil ähnlich wie die 70%-AktienETFs in sich aufteilen, um diese ebenfalls zu diversifizieren.

Bspw. sollen die 30% irgendwie dann in Gold, Festgeld, Staatsanleihen UND einzelne Unternehmensanleihen verteilt werden.

 

Es sei denn irgendjemand spricht jetzt sofort dagegen.

Ich bin noch am Anfang. ;-)

Jetzt weiß ich aber zumindest, dass ich mit dieser Überlegung mich zu quasi _allen_ Anleiheformen informieren muss.

 

 

 

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Geschrieben

...

Es sei denn irgendjemand spricht jetzt sofort dagegen

....

 

Hier!

 

Wenn die 140k wirklich dein gesamtes Vermögen sind, dann würde ich das Ganze einfacher gestalten.

 

FG und Staatsanleihen entfallen damit sofort, es sei den spekulative Staatsanleihen, quasi RK3 Staatsanleihen.

 

Auch würde ich die Quote Riskant / Weniger Riskant noch einmal überdenken.

Mir kommt 70% Riskant zu 30% Weniger Riskant nicht unbedingt für einen relativ unbedarften geeignet vor.

 

Vielleicht muss man erstmal 5-stellige Summen in Rot sehen, um einen Eindruck zu bekommen, was das wirklich heisst. Da hilft auch kein "aber das wird wieder besser", wenn man unsicher ist oder tatsächlich vor der Abschreibung steht.

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Geschrieben · bearbeitet von sleeve

Leonhard, freut mich tatsächlich dass du dich kritisch zu Wort meldest.

Deine beiden Anleihen-Threads "Forenstandard für Anleihen" und "Anleihen im Weltportfolio" haben grob wiedergespiegelt, in welchem Zustand ich mich gerade befinde - wobei du dort Informationstechnisch schon weiter vorne warst. Grundproblem aber ähnlich

 

Du würdest das ganze einfacher gestalten - kannst du das genauer erklären?

Wieso entfallen FG & Staatsanleihen sofort - Gründe der genannten Einfachheit oder Rendite/Risiko-Erwartung?

Bin nicht 100%ig schlau geworden aus deinem Post, aber bin ehrlich dankbar für weitere Ausführungen!

 

Definitiv Kontra geben kann ich bei der Risikoquote:

ich habe 0,0 emotionalen Bezug zu dem Geld. Ich habe das Langzeitziel in 10-15 Jahren vor mir. Mir ist bewusst, dass die Kurse zwischenzeitlich fallen können (und werden). Ich bin mir _absolut_ sicher, dass ich bei hohen roten Zahlen keine kalten Füße bekommen werde.

Möchte diesen Aspekt auch nicht weiter zur Diskussion stellen, auch wenns gut gemeint ist. Möchte den Fokus lieber wieder auf die Ursprungsthematik setzen. smile.gif

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Geschrieben

In der Vergangenheit hat die Kombination aus Top-Staatsanleihen und Aktien höhere Renditen gebracht als ein reines Aktienportfolio. Das lag am Rebalancing nach Krisen, hier fiel das Kombiportfolio nicht so stark und konnte daher nach dem Rebalancing auf höherem Nachkrisenlevel durchstarten, während das Aktienportfolio erst aufholen muss.

 

Bei einem Anlagezeitraum von nur 10-15 Jahren würde ich keine reine Aktienstrategie fahren. Ob du nun mit Anleihen, inflationsgebundenen Anleihen, Pfandbriefen oder Bankprodukten (Festgeld) oder einer Mischung aus den Komponenten arbeitest, ist schlussendlich deiner Präferenz geschuldet und hängt von deiner Einstellung zu Staatsverschuldung, dem Euro, der Stabilität der Banken, dem Wert der Einlagensicherung, ... ab.

 

Gold ist wieder ein anderes Thema, gehört aber aus meiner Sicht. auch in jedes größere Depot. Ob nun als Münzen daheim, in Form von Xetra-Gold oder (m.E. irre) als Goldminen-Aktie, das hängt wiederum von deiner Einstellung zu Banken, dem Staat, der angedachten Funktion des Goldes, ... ab.

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Geschrieben

Mir ist nicht klar, was du mit den Anleihen errreichen willst. Sollen die den "risikoarmen" Teil deines Depots abbilden oder willst du auch da ein höheres Risiko eingehen?

 

Falls ersteres: da gibt es nichts in dem von dir gewünschten Zinsbereich. Deutsche Staatsanleihen: Negativ- bis Nullrendite, Tagesgeld/Festgeld bei soliden Banken: immerhin positive Rendite (vor Inflation) (von Sonderangeboten wie "2,5% bei Depotwechsel" mal abgesehen), FG bei ausländischen Banken könnte sogar noch zu einer positiven Nettorendite führen. Aber die Inflation scheint anzuziehen während die Zinsen noch sinken.

 

Fallls zweiteres: (also auch im Anleihenbereich ein höheres Risiko eingehen): Lesetipps: Anleihen für Dummies, die beiden von Leonhard_E hast du ja schon gelesen und http://www.wertpapier-forum.de/topic/34931-anleihentransaktionen-kaufe-und-verkaufe/ nicht erschrecken, du brauchst nicht die 162 Seiten zu lesen. Die Einträge der letzten 2 oder 3 Monate zeigen dir, was hier im WPF gerne gekauft wird. Und regelmäßig dort und im Nachbarthread (bei den Diskussionen dieser Käufe/Verkäufe) mitlesen.

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Geschrieben · bearbeitet von Leonhard_E

Leonhard, freut mich tatsächlich dass du dich kritisch zu Wort meldest.

Deine beiden Anleihen-Threads "Forenstandard für Anleihen" und "Anleihen im Weltportfolio" haben grob wiedergespiegelt, in welchem Zustand ich mich gerade befinde - wobei du dort Informationstechnisch schon weiter vorne warst. Grundproblem aber ähnlich

 

Du würdest das ganze einfacher gestalten - kannst du das genauer erklären?

Wieso entfallen FG & Staatsanleihen sofort - Gründe der genannten Einfachheit oder Rendite/Risiko-Erwartung?

Bin nicht 100%ig schlau geworden aus deinem Post, aber bin ehrlich dankbar für weitere Ausführungen!

 

Definitiv Kontra geben kann ich bei der Risikoquote:

ich habe 0,0 emotionalen Bezug zu dem Geld. Ich habe das Langzeitziel in 10-15 Jahren vor mir. Mir ist bewusst, dass die Kurse zwischenzeitlich fallen können (und werden). Ich bin mir _absolut_ sicher, dass ich bei hohen roten Zahlen keine kalten Füße bekommen werde.

Möchte diesen Aspekt auch nicht weiter zur Diskussion stellen, auch wenns gut gemeint ist. Möchte den Fokus lieber wieder auf die Ursprungsthematik setzen. smile.gif

 

Das Fazit aus diesen und weiteren Threads, weitere Beschäftigung mit der Materie, und diversen Berechmungen ist aus meiner Sicht (mir kommt es vor als hätte ich das gerade erst an anderer Stelle geschrieben ;-)

 

- High Rating Anleihen bringen kaum oder sogar negative Rendite und haben Zinsänderungsrisiko (i.S.v. die Zinsen werden nicht mehr stark fallen, jedoch "bald" wieder steigen) => Bringen nichts

- High Yield Einzel-Anleihen bringen Rendite und sind eine vorstellbare Diversifikation => Bei genügend großer Gesamtanlage eine Möglichkeit

- High Yield Anleihen Fonds / ETFs können unter Umständen eine Diversifikation bringen, jedoch bekommt man mit Einzelanleihen bessere Rendite bei gleichzeitig niedrigerem Risiko hin, wenn man Chancen nutzt

 

Odensee hat hier alles wesentliche bereits gesagt, insbesondere zu den "sicheren" Staatsanleihen. Festgeld bringt hier aus meiner Sicht eine zu geringe Mehrrendite bei gleichzeitig eingeschränkter Verfügbarkeit.

 

 

In der Vergangenheit hat die Kombination aus Top-Staatsanleihen und Aktien höhere Renditen gebracht als ein reines Aktienportfolio. Das lag am Rebalancing nach Krisen, hier fiel das Kombiportfolio nicht so stark und konnte daher nach dem Rebalancing auf höherem Nachkrisenlevel durchstarten, während das Aktienportfolio erst aufholen muss.

 

Bei einem Anlagezeitraum von nur 10-15 Jahren würde ich keine reine Aktienstrategie fahren. Ob du nun mit Anleihen, inflationsgebundenen Anleihen, Pfandbriefen oder Bankprodukten (Festgeld) oder einer Mischung aus den Komponenten arbeitest, ist schlussendlich deiner Präferenz geschuldet und hängt von deiner Einstellung zu Staatsverschuldung, dem Euro, der Stabilität der Banken, dem Wert der Einlagensicherung, ... ab.

 

Gold ist wieder ein anderes Thema, gehört aber aus meiner Sicht. auch in jedes größere Depot. Ob nun als Münzen daheim, in Form von Xetra-Gold oder (m.E. irre) als Goldminen-Aktie, das hängt wiederum von deiner Einstellung zu Banken, dem Staat, der angedachten Funktion des Goldes, ... ab.

 

Die Situation ist aufgrund der Zentralbank-Aktionen inzwischen eine andere.

Unternehmen emitieren Anleihen mit negativer Rendite, welche dann nur noch von der Zentralbank gekauft werden. Staatsanleihen sind bei Kursen, welche kaum mehr erklärbar erscheinen (wenn man die Maßnahmen der Zentralbank ausklammert). Dies gilt aktuell für alle risikoarmen Anlageklassen. Bei Tagesgeld kann man immer noch das Werbebudget der Banken instrumentalisieren.

 

Gold ist eine Frage für sich und hier nicht das Thema.

 

Zu den Goldminen habe ich eine sehr einfache Rechnung:

Wenn man mit 5% des Kapitals eine Rendite von 50% schafft, hat man eine Gesamtrendite von 2,5%. Das war im Jahr 2016 z.B. mit einem Goldminen-ETF (ETF091) sehr leicht möglich. Das und nichts anderes steckt hinter allen meinen Spekulationen, über die ich hier gewöhnlich nicht viel schreibe. Jedoch habe ich immer wieder kleine Positionen, die eine Rendite von >500% (p.a. laugh.gif) aufweisen.

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Geschrieben

Die Situation ist aufgrund der Zentralbank-Aktionen inzwischen eine andere.

Unternehmen emitieren Anleihen mit negativer Rendite, welche dann nur noch von der Zentralbank gekauft werden. Staatsanleihen sind bei Kursen, welche kaum mehr erklärbar erscheinen (wenn man die Maßnahmen der Zentralbank ausklammert). Dies gilt aktuell für alle risikoarmen Anlageklassen. Bei Tagesgeld kann man immer noch das Werbebudget der Banken instrumentalisieren.

 

Drei Szenarien, in denen TG/FG aktuell nicht die ideale Lösung ist:

1. Es gibt Ausfälle beim einlagengesicherten Tagesgeld/Festgeld durch Bankenpleiten, nicht aber bei den Top-Staatsanleihen. Dabei sind sicherlich die Banken, die aktuell hohe Zinsen bieten ganz vorne mit dabei.

2. Ein Aktiencrash mit steigenden Anleihenkursen (flight to quality) kommt vor der Zinserhöhung, die laut so manchem "Experten" ja schon 2014 hätte stattfinden sollen. Aktuell ist sie wieder einmal verschoben.

3. Die Inflation kommt so richtig. Dann wären inflationsindexierte Anleihen die bessere Wahl gewesen.

vs.

4. Alles bleibt so wie es ist und es gibt in <1 Jahr eine/zwei Zinserhöhungen.

 

Aktive Marktteilnehmer schätzen nun Wahrscheinlichkeiten ein und entwickeln ihre Strategie basierend auf diesen Schätzungen. Dazu scheinst du dich zu zählen, wenn du alles auf Szenario 4 setzt. Völlig legitim, aber aus meiner Sicht holst du dir Risiko ins Haus, wo du es nicht vermutest. Das Zinsänderungsrisiko ist offensichtlich und kann berechnet werden, politische Risiken sind es nicht.

 

Als passiver Investor schwebt mir dagegen auch hier eine Diversifikation vor. Also für den sicheren Teil etwas in Staatsanleihen und etwas in Bankanlagen, dazu noch etwas schwankendes Gold. Eben so wie ich es in Zeiten, in denen deutsche Pfandbriefe 5% geben, auch machen würde.

 

 

Zudem: In Portfolios mit negativ oder wenig korrelierten Assets wird es immer eine oder mehrere Klassen geben, die man gerade gerne nicht hätte, über die man aber schlussendlich doch wieder froh ist. Oder schichtest du auch deinen Aktienanteil in sichere Papiere um, wenn du eine Krise erwartest?

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Geschrieben · bearbeitet von Leonhard_E

Die Situation ist aufgrund der Zentralbank-Aktionen inzwischen eine andere.

Unternehmen emitieren Anleihen mit negativer Rendite, welche dann nur noch von der Zentralbank gekauft werden. Staatsanleihen sind bei Kursen, welche kaum mehr erklärbar erscheinen (wenn man die Maßnahmen der Zentralbank ausklammert). Dies gilt aktuell für alle risikoarmen Anlageklassen. Bei Tagesgeld kann man immer noch das Werbebudget der Banken instrumentalisieren.

 

Drei Szenarien, in denen TG/FG aktuell nicht die ideale Lösung ist:

1. Es gibt Ausfälle beim einlagengesicherten Tagesgeld/Festgeld durch Bankenpleiten, nicht aber bei den Top-Staatsanleihen. Dabei sind sicherlich die Banken, die aktuell hohe Zinsen bieten ganz vorne mit dabei.

2. Ein Aktiencrash mit steigenden Anleihenkursen (flight to quality) kommt vor der Zinserhöhung, die laut so manchem "Experten" ja schon 2014 hätte stattfinden sollen. Aktuell ist sie wieder einmal verschoben.

3. Die Inflation kommt so richtig. Dann wären inflationsindexierte Anleihen die bessere Wahl gewesen.

vs.

4. Alles bleibt so wie es ist und es gibt in <1 Jahr eine/zwei Zinserhöhungen.

 

Aktive Marktteilnehmer schätzen nun Wahrscheinlichkeiten ein und entwickeln ihre Strategie basierend auf diesen Schätzungen. Dazu scheinst du dich zu zählen, wenn du alles auf Szenario 4 setzt. Völlig legitim, aber aus meiner Sicht holst du dir Risiko ins Haus, wo du es nicht vermutest. Das Zinsänderungsrisiko ist offensichtlich und kann berechnet werden, politische Risiken sind es nicht.

 

Als passiver Investor schwebt mir dagegen auch hier eine Diversifikation vor. Also für den sicheren Teil etwas in Staatsanleihen und etwas in Bankanlagen, dazu noch etwas schwankendes Gold. Eben so wie ich es in Zeiten, in denen deutsche Pfandbriefe 5% geben, auch machen würde.

 

 

Zudem: In Portfolios mit negativ oder wenig korrelierten Assets wird es immer eine oder mehrere Klassen geben, die man gerade gerne nicht hätte, über die man aber schlussendlich doch wieder froh ist. Oder schichtest du auch deinen Aktienanteil in sichere Papiere um, wenn du eine Krise erwartest?

 

Hier gibt es mehrere Misinterpretationen. Ich gehe darauf kurz in Reihenfolge des Auftretens ein.

 

1. Ausfälle auf Einlagengesicherten TG / FG? Wie genau soll das passieren? Konkrete Beispiele?

 

2. Eine Zinserhöhung wäre auch 2014 schon angemessen gewesen. Aber da war etwas, das als Grund zur Verschiebung herhalten musste.

 

3. Wie gewährleistet man, dass man immer die "richtigen" Anleihen im Portfolio hat? Speziell der passive Ansatz würde mich interessieren, am besten mit Beispielen.

 

4. Nichts bleibt wie es ist. Es geht bei einer High-Rating vermeidenden Strategie lediglich darum, die allerwahrscheinlichsten Verluste (z.B. negative Renditen, Zinsänderung) zu vermeiden und stattdessen auf verzinsliche Alternativen zu setzen. Das Gesamtrisiko ist hier vergleichsweise niedrig, solange man im Bereich der Einlagensicherung bleibt, was aber mit einer kleinen Anzahl Konten für die wenigsten ein Problem darstellen dürfte. Mit Konten bei 5 Kreditinstituten kommt schon vergleichsweise weit, wenn man davon ausgeht, dass dies nur einen gewissen Teil der Anlage darstellt.

 

5. Nirgends habe ich behauptet, ein komplett passiver Investor zu sein. Ich decke lediglich den Aktienanteil (inzwischen) passiv ab. Mir ist bewusst, dass quasi alle Leitfäden und Papers irgendwo die Aussage enthalten, dass ein Teil in Anleihen angelegt werden soll. Aber keines davon geht zugleich auf die spezielle Situation in Deutschland ein. Wir haben hier Einlagensicherung, wir haben negativ rentierende Staatsanleihen, wir haben recht gute Tagesgeldkonten. Es ist einfach eine Frage der Überlegung, welches Instrument man für RK1 wählt. Es gab hier allerdings schon Threads genug zu diesem Thema.

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