Absicherung/Stoppkurse? Wie vorgehen?

Geschrieben

Hho,

 

ich investiere seit Ende 2011 in Aktien/Anleihen (Schwerpunktmäßig Deutschland, USA und in engen grenzen auch GB) und bin damit bislang auch ziemlich gut gefahren .

Was absolut kein Kunststück ist, wenn man sich die Charts von Dax und Konsorten über diesen Zeitraum ansieht.

 

In all dieser Zeit habe ich quasi nie etwas verkauft (außer er brannte lichterloh - so haben sich über mehrere Depots (#Gebühren-Minimierung) verteilt ca. 120 Einzelpositionen angesammelt) und auch so gut wie keine Absicherung betrieben .

Mittlerweile sagt mein Bauchgefühl aber, dass die Luft dünner wird und dass der Aufwärtstrend seit 2011 nicht für immer so weitergehen kann.

 

Ich habe mich also entschieden zumindest mal Stoppkurse zu setzen.

 

Naive Frage: Wie sollte ich hier vorgehen?

 

Gibt es irgendwo eine Datenbank mit Durchschnittlichen/Konsens-Stoppkursen von Analysten?

Oder schau ich mir einfach alle Charts an und setze Stoppkurse nach meinem Laien-Charttechnik verständnis?

Oder einfach pauschal -15% o.Ä.?

 

Liebe Grüße & Danke im Voraus

 

-junghansmega

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Geschrieben · bearbeitet von Wasserfall

Wie sieht deine Anlagestrategie denn aus? Grundsätzlich bedeutet ein Kursrückgang von 15% erst mal, dass die Aktie nun 15% günstiger ist. Wozu also verkaufen und nicht sogar nachkaufen, würde sich ein Fundamentali vielleicht fragen. Als Charttechniker suchst du nach bedeutenden Unterstützungen, ein paar Cent drunter setzt du deinen Stop. Bei 120 Einzelpositionen kann das natürlich dauern. Als Trendfolger könntest du deinen Stop auch direkt unter die 200-Tage-Linie verlegen. Willst du einfach sichergehen, dass du nicht zu viel verlierst, kannst du natürlich von den heutigen Kursen 15% abziehen und dort deine Stops setzen. Oder 5% über dem Einstiegskurs. Eine Pauschallösung gibt es sicher nicht. Nur die Analysten würde ich in jedem Fall ignorieren.

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Geschrieben

Wenn du ein ungutes Gefühl hast und nicht mehr schlafen kannst, warum verkaufst du nicht einfach die Positionen, bei denen du denkst, dass die Luft raus ist? Desweiteren könntest du die Positionen verkaufen, die dir mittlerweile - bezogen auf die Kennzahlen - zu teuer sind.

Sollte der Markt 20% fallen, dürften wahrscheinlich sehr viele deiner Positionen verkauft werden, die du mit einem Stop Loss von -10% zum jetzigen Kurs vergeben hast. Für Klug halte ich das nicht:

 

Erstens werden dadurch Unternehmen verkauft, die vielleicht von einem folgendem Wirtschaftsabschwung nicht betroffen sind.

Zweitens entgehen dir Dividenden.

Drittens kostet dich das Transaktionskosten (Verkauf und anschließender Neukauf).

Viertens wirst du höchstwahrscheinlich verpassen vor der nachfolgenden Aufwärtsbewegung wieder einzusteigen.

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Geschrieben

Im Fall einer V-förmigen Kursentwicklung hast Du dann die Aktie unnötig mit Verlust verkauft und dazu noch unnötig Gebühren gezahlt. Streue Dein Risiko doch lieber über mehrere Unternehmen, dann kannst Du das reduzierte Risiko bei jedem einzelnen Unt. selbst tragen.

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Geschrieben

Ich verzichte auf Stopp-Kurse komplett. Man muss sich nur vergegenwärtigen, was bei erreichen des Stopp-Kurses passiert, die Stopp-Order wird in eine andere Order umgewandelt. Gebe ich als Stopp-Kurs zB 100 EUR ein und diese Schwelle wird erreicht, wird die Aktie verkauft. Ist ein Käufer zu diesem Zeitpunkt aber nur bereit 95 EUR zu bezahlen, wird die Order zu 95 EUR ausgeführt und nicht zu 100 EUR. Gerade wenn es (kurz) kracht (Brexit oder Trump) werden die Aktien nur unnötig verkauft, insbesondere bei der Kombination von kleiner Börse und wenig gehandelter Titel.

 

 

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Ich persönlich würde so vorgehen:

 

Identifiziere die Aktien von denen du annimmst, dass sie mittlerweile überbewertet sind.

 

Überlege, wie viel % Kursverluste dir die Möglichkeit auf fortlaufende Gewinne wert sind. Ich würde vielleicht 10% wählen.

 

Gebe eine Stopp-Order mit Limit auf (sonst blüht dir das von ava2 beschriebene Szenario). Das Limit nur knapp unter Stopp-Kurs setzen. Und ich würde so eine Order über eine Börse laufen lassen, nicht über Direkthandel. Sonst wirst du evtl aufgrund von vor- oder nachbörslichen Kursen ausgestoppt.

 

Für mich(!) wäre das die beste Mischung aus ruhig schlafen können und Gewinnen laufen lassen.

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Geschrieben

So wie ich den TO verstehe, ist er kein Positionstrader. Somit empfehle ich eine ruhige Hand, indem man sich nicht an Tageskursen, sondern an Wochenkursen orientiert. Zusätzlich würde ich keine Stop-Loss Marken in einer Order platzieren, sondern diskretionär entscheiden und handeln.

 

Ob man jetzt charttechnische Unterstützungen, Trendkanäle, Bollinger Bänder oder sonstige Hilfsmittel (gerne auch in Kombination) nimmt, bleibt jedem selbst überlassen. Will man sich von der Aktie sowieso trennen (evt. fundamentale Überbewertung), kann man die Kriterien etwas enger gestalten. Besonders aufpassen muss man allerdings, wenn ein Wert - gegen den Markt - mit erhöhter Volatilität sich nach unten orientiert. Da kann man auch schon mal auf Tagesbasis aktiv werden. Zusätzlich müssen die Nachrichten zu diesem Wert beobachtet werden. Es ist ein Unterschied, ob ein Hammer (E.ON, RWE mit der Energiewende) niedersaust, oder ob es sich "nur" um enttäuschte Gewinnerwartungen handelt.

 

Ansonsten allgemein lieber etwas unaufgeregter an die Sache herangehen.

 

Gruß

€-man

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Geschrieben

Puts - aber für Dich nicht geeignet.

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