Coty

  • Kosmetikkonzern

Geschrieben

Liebes Forum,

 

anbei findet ihr unsere Investitionsidee zu Coty.

 

Coty 04.2017_000001.jpgCoty 04.2017_000002.jpgCoty 04.2017_000003.jpgCoty 04.2017_000004.jpgCoty 04.2017_000005.jpgCoty 04.2017_000006.jpg

 

Coty 04.2017.pdf

 

Viele Grüße

 

SoE & Co. Investments

 

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Danke für die Analyse. Coty finde ich auch einen interessanten Wert. Habt Ihr eine Quelle zur zukünftigen Dividende? Ihr schreibt, dass das Management die Dividende von 0,50 US$ wenigstens stabil halten möchte. Gibt es dazu eine verlässliche Aussage? Und inwieweit ist mit Dividendenerhöhungen zu rechnen? Letztes Jahr wurde die Dividende der alten Coty um 10% erhöht. Jetzt bei der neuen Coty ist die Ausschüttung deutlich höher...

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Geschrieben · bearbeitet von Marfir

Hallo und danke für euren investment pitch.

 

Ich kenne mich zwar nicht in dieser Branche aus, aber sehe bei dem Unternehmen einige ernsthafte Probleme. Erstens sind die Margen sehr klein und erfüllen nicht meine Anforderungen an ein profitables Geschäft. Da macht der Merger mit der P&G Sparte, die noch kleinere Margen haben, die Sache nicht besser. Nun könnte man Kosteneinsparungen durch ein gemeinsames Vertriebsnetz, Verwaltung und eine höhere Einkaufsmacht vermuten. Dabei bleibt aber das Problem von goodwill-Abschreibungen und wie Ihr selbst geschrieben habt post-merger-Probleme. Irgend welche EBITDA oder bereinigte Gewinne auszuweisen ist Augenwischerei. Entweder ein Unternehmen verdient trotz Übernahmen Geld oder eben nicht. Für 2012 und 2014 hat man einen Verlust ausgewiesen. Zwei Verlustjahre in nur 5 Jahren ist für ein nicht-konjunktur-abhängiges Unternehmen eine Bankrotterklärung.

 

Wenig einleuchtend ist für mich die Annahme, dass hier eine Steigerung des shareholder-value vor liegen soll. Wenn dem so wäre, wieso ist dann ein Erbsenzähler der CEO? Wie soll eine Firma innovativ bleiben und in Schwellenländern wachsen können, wenn nur die Kosten im Blickfeld des Managements stehen? Die sinkenden Umsätze und der Verlust von gutem Personal spricht gegen den CEO. Zu befürchten ist, dass das Unternehmen kaputt gespart wird. Große Hedgefonds können so Ihre Investments kurzzeitig aufhübchen, bevor sie diese wieder veräußern. Wenn ein großer Investor für seine Sparmaßnahmen bekannt ist, dann schrillen bei mir die Alarmglocken.

Dazu kommt die merkwürdige Investitionspolitik. In 2016 hat man für 750 Mio. USD Aktien zurück gekauft und 1,5 Mrd. neue Schulden aufgenommen. Wohl wissend dass man für 1 Mrd. Hypermarcas übernehmen will und nun sich auch noch 2,9 Mrd. Schulden von P&G auflädt. Entweder man investiert oder man schüttet überflüssiges cash an die Aktionäre aus. Beides zusammen in dieser Größenordnung ist nicht nachhaltig. Bei einer dünnen EK-Decke von nur noch 440 Mio. stehen nun rund 7 Mrd. Schulden gegenüber. Nun schreibt Ihr dass Coty einen FCF von rund 350 Mio. p.a. hat. Ich kenne den FCF der P&G Sparte nicht, aber nehmen wir der Einfachheit halber den gleichen Wert an. Dann bräuchte es 10 Jahre FCF um die Schulden komplett zu tilgen. Da man sich aber auf eine Dividende von mind. 50 Ct festgelegt hat, wäre das schon der ganze FCF von Coty. Bleibt also die andere Hälfte des FCF der P&G Sparte für Schuldentilgung übrig (macht 20 Jahre). Ob die Synergieeffekte wirklich gehoben werden können, ist nicht gesichert. Solange Coty so hohe Schulden vor sich her schiebt, sind weitere Übernahmen und Aktienrückkäufe nicht mehr möglich. Auch wird so lange das rating bei non-investment-grade bleiben (Ba1 lt. Moody's sowie "Speculative Liquidity Rating of SGL 2"), was in Zeiten steigender Zinsen auch höhere Zinskosten bedeutet.

 

 

Angesichts der Risiken ist ein Bewertungsabschlag durch aus gerechtfertigt. Die Pläne der Großaktionäre sind mir nicht bekannt (noch mehr Erbsenzähler anheuern und gute Leute gehen lassen? noch mehr FK-Hebel? rechtzeitiger Exit?), haben aber doch einen signifikanten Einfluss auf die zukünftige Entwicklung. Ein faires KGV von 18 sehe ich hier derzeit nicht. Wenn alles so eintritt wie erhofft, wäre es möglich. Das sind aber zu viele Spekulationen und das Unternehmen sieht mir derzeit zu unflexibel aus, um auf eventuellen Streß angemessen reagieren zu können.

 

Die Frage ist daher, wozu mit Coty Aktien spekulieren, solange es bessere Alternativen gibt? Wegen nur 2% Dividendenrendite gibt es auch Firmen mit weniger Risiko.

 

Literatur:

Moody's assigns definitive Ba1 ratings to Coty Inc. facilities after close of transaction; outlook stable

 

coty inc 5 years financials

 

Coty buying P&G beauty business for $12.5 billion

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Geschrieben

Am ‎14‎.‎04‎.‎2017 um 10:31 schrieb Divantis:

Danke für die Analyse. Coty finde ich auch einen interessanten Wert. Habt Ihr eine Quelle zur zukünftigen Dividende? Ihr schreibt, dass das Management die Dividende von 0,50 US$ wenigstens stabil halten möchte. Gibt es dazu eine verlässliche Aussage? Und inwieweit ist mit Dividendenerhöhungen zu rechnen? Letztes Jahr wurde die Dividende der alten Coty um 10% erhöht. Jetzt bei der neuen Coty ist die Ausschüttung deutlich höher...

 

Hi,

 

sorry für die späte Antwort. Wir hatten am WE Partnerschaftstreffen :)

 

Bei den 0,5$ handelt es sich um den Dividendenbetrag, der im Dezember durch den AR genehmigt wurde:

Zitat

On December 9, 2016, Coty announced that its Board of Directors approved a transition to a quarterly dividend payout schedule, and approved Coty’s first quarterly dividend of $0.125 per share of common stock. Today, February 9, 2017, Coty announced that its Board of Directors have approved its second quarterly dividend of $0.125 per share of common stock. The dividend represents an expected total dividend of $0.50 per share of common stock per annum, which is an 82% increase in Coty’s per annum dividend.

 

Die Nachhaltigkeit der Dividende bzw. von Dividendenerhöhungen hängt maßgeblich von der fundamentalen Geschäftsentwicklung von Coty ab. Sollte das Management seine ambitionierten Ziele umsetzen, wären höhere Dividenden wahrscheinlich.

 

 

VG

Ulkbär

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Geschrieben

Hallo Mafir,

 

danke für deine Antwort.

Ich denke zu ein paar Punkten liegen Missverständnisse vor. Darum versuche ich diese Themen zu klären, um eine vernünftige Diskussion zu ermöglichen:

 

1. Profitabilität und Zyklik des Geschäftsmodells

- Branchenübliche EBIT-Margen im Bereich von 10%-17% sind für Retail keineswegs sehr klein und durchaus auskömmlich.

- Die vorgenommenen Bereinigungen bei der Pro Forma EBITDA- und EBIT-Berechnung haben wir uns natürlich sehr detailliert angesehen und nicht alle akzeptiert, da bspw. Personalaufwand in Form von Aktienoptionen definitiv einen GuV-Aufwand darstellt. Aufgrund der neuen Größenordnung des Konzerns sollten durch einen effizienteren Herstellungs- und Vertriebsprozess sowie durch die stärke Verhandlungsmacht im Ein- und Verkauf vergleichbare Margen möglich sein.

- Die Jahresfehlbeträge in 2012 und 2014 beruhen ausschließlich auf den Goodwill-Abschreibungen. Der Gedankensprung zwischen Jahresfehlbeträgen aufgrund von Goodwill-Abschreibungen und der Konjunkturabhängigkeit des Unternehmens, erschließt sich mir nicht. Wir haben in den Risiken auf die hohen Kaufpreise in der Branche und des damit einhergehenden Goodwills hingewiesen. In 2011 hat Coty zwei schlechte Akquisitionen getätigt und diese tlw. vollständig abgeschrieben. U.E. besteht das Kerngeschäft von Coty jedoch nicht ausschließlich aus Akquisitionen, sodass man daraus keine Konjunkturabhängigkeit ableiten kann

 

2. Management und Eigentümerstruktur

- Der neue CEO ist eben nicht der "Erbsenzähler", wie du schreibst. Der kostensensitive CEO Becht war der alte CEO und wurde im Oktober 2016 durch Camillo Pane abgelöst.

- Zwischen einem großen Hedgefonds und dem Family Office von Reimann besteht schon ein deutlicher Unterschied. Dies verdeutlicht jedoch, dass du dich leider nicht vertieft damit auseinandergesetzt hast. Coty ist seit 1992 im Besitz von JAB. Das typische Hedgefonds-Geschäftsgebahren ist das nicht...

 

3. Finanzsituation nach Closing

- Woher stammt die Angabe, dass das EK nur $440 Mio. ist? Lt. des letzten Quartalsberichts (der erste nach dem finalen Closing der P&G Sparte) beläuft sich das EK auf $9.793 Mio. (EK-Quote 45%). Eine dünne EK-Quote erkenne ich hier nicht.

- Bei der P&G-Übernahme hat man $1,9 Mrd. Verschuldung übernommen und nicht $2,9 Mrd.

-Unbestritten ist, dass das Unternehmen in den letzten Jahren sehr viel investiert hat. Dies ist natürlich auf Dauer nicht nachhaltig. Aus unserer Sicht wird sich Coty in Zukunft zunächst auf die Integration der Übernahmen und den Ausbau des Omni-Channel Ansatzes konzentrieren. Freie Cash Flows werden neben der Dividendenausschüttung vsl. zur Schuldentilgung genutzt. Aufgrund der weitgehenden Covenants und der geringen Pflichttilgung von $110 Mio. p.a. ist Coty jedoch weiterhin sehr flexibel hinsichtlich ihrer Finanzsituation.

- Die Ratingeinstufung ein Notch unter Investment Grade-Niveau verdeutlicht sogar die Stärke des Geschäftsmodells. Wäre diese nicht vorhanden, wäre Coty mit der aktuellen Verschuldungsstruktur deutlich schlechter gerated.

 

4. Bewertung

- Für eine FCF-Rendite (respektive Dividendenrendite) von 2% allein würden wir nicht in Coty zum aktuellen Zeitpunkt investieren. Unsere Bewertung fußt jedoch auf den frei verfügbaren Cash Flows nach Steuern, Zins und Capex nach einer erfolgreichen Integration. Diese werden u.E. deutlich über 2% des aktuellen Bewertungsniveaus liegen.

 

5. Quellen

Aktueller Quartalsbericht http://investors.coty.com/phoenix.zhtml?c=251569&p=irol-presentations

 

Viele Grüße

Ulkbär

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Geschrieben · bearbeitet von Schildkröte

Danke für die Vorstellung! Innerhalb eines Jahres hat die Aktie charttechnisch 40 % an Wert verloren, so dann man oberflächlich von einer Turnaroundwette sprechen könnte. Folgt man Marfir, ist der Verdacht nicht abwegig. Was mir ins Auge sticht, ist die mit 5,07 % erschreckend niedrige Eigenkapitalquote. Auch vor der P&G-Übernahme war diese recht niedrig (11,10 % in 2010 und 23,09 % in 2013). Was wird hier mittelfristig für eine Eigenkapitalquote angestrebt? Zum Vergleich, die von L'Oréal liegt bei 68,77 % und die von Estee Lauder bei 38,73 %. 

 

Nachtrag: 

Die o. g. Angaben sind von finanzen.net. Laut morningstar passt das mit der von Ulkbaer genannten Eigenkapitalquote über 45 %. Des Weiteren stand die Eigenkapitalquote 2010 unter dem Regime einer Heuschrecke (Börsengang 2013). Ich halte Coty allerdings trotzdem für kein Schnäppchen: Bis 2018/2019 (Juni) sollten die Synergien größtenteils gehoben sein, und dann kostet die Aktie immer noch ein KGV von 21Wenn man zudem berücksichtigt, dass Coty gerade durch eine Übernahme derjenigen Sparte wächst, die P&G als Loser aussortiert hat, dann muss man sich fragen, wieso man nicht lieber gleich P&G kauft.

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Geschrieben

Ich habe mal flüchtig in die Zahlen des letzten Quartalsberichtes gelinst. Den Quartalsbericht deshalb, weil das offenbar die ersten verfügbaren Zahlen nach der Übernahme sind. Was mir aufgefallen ist:

 

- Goodwill ist mit 7 Mrd im Verhältnis zu knapp 10 Mrd Eigenkapital reichlich hoch. Zusammen mit den über 8 Mrd Intangibles (Markenwerte?) ist das Ding eine Wundertüte. Die Minderheitsanteile sind dafür wenigstens relativ gering.

- Ein großer Teil des Eigenkapitals besteht aus Kapitalerhöhungen, was für eine starke Verwässerung der ursprünglichen Anteilseigner spricht. Da würde ich mir den Verlauf der letzten 10 Jahre genau ansehen.

- Das Unternehmen hat eine sehr ansehnliche Bruttomarge, allerdings gehen davon sehr hohe Vertriebs- und Verwaltungskosten ab. Macht das Unternehmen sehr aggressiv Werbung oder fließt das Geld eher in die Verwaltung? Letzteres gäbe mir zu denken, bei Ersterem ist die Frage, wie gut mit dem investierten Geld gehaushaltet wird (RoI des Marketings sozusagen).

- Das letzte Quartal ist nur positiv wegen der Anrechnung latenter Steuern. Das EBIT ist nur positiv, wenn man die Restrukturierungs und Übernahmekosten rausrechnet. Da sollte man die genaue Zusammenstellung der Kosten darauf überprüfen, ob diese wirklich einmalig waren. Ohne diese "Sondereffekte" wären es ungefähr 100 Mio EBIT gewesen, wovon heftige 57 Mio für FK-Zinsen draufgehen. Durch die hohen Zinszahlungen wird das Unternehmen sehr sensibel auf Zinserhöhungen reagieren. Im aktuellen Umfeld nicht gerade zu empfehlen.

- Wozu werden die Treasuries gehalten und nicht vernichtet? Typischerweise passiert sowas entweder zur Vergütung von Angestellten oder um die Aktien irgendwann wieder auszugeben und damit die Eigenkapitaleigner zu verwässern.

- Im Comprehensive Income schlagen Währungseffekte sehr stark zu Buche. Das ist nicht ungewöhnlich, aber sie fressen letztlich den gesamten Gewinn wieder auf. Sollte man sich die Ursachen auch mal ansehen.

- Der operative Cashflow liegt vor Änderungen am Working-Capital bei rund 200 Mio. Das ist ungefähr der Wert des CAPEX und damit war der FCF null im letzten Quartal.

- Es wurden 200 Mio in dem Quartal für Dividendenzahlungen ausgegeben. Je nach zahlweise (Quartal, Halbjahr, Jahr) erscheint mir der Wert deutlich zu hoch aufgrund der oben genannten Zahlen. Das Unternehmen wäre deutlich besser damit beraten Schulden zu tilgen.

 

Der hohe Goodwill reflektiert natürlich die großen Übernahmen. Generell mag ich Unternehmen, die überwiegend durch Akquisitionen wachsen, nicht sonderlich. Es macht ihre Bilanz intransparenter und meist bezahlen diese Unternehmen zuviel für die Anteile. Ausnahmen sehe ich dann, wenn es wirklich Sinn ergibt hinsichtlich einer vertikalen Integration oder aus strategischen Aspekten. Auch Synergien können gute Gründe dafür sein, allerdings werden sie meist überbewertet. Übernahmen von Geschäftsteilen sind statistisch gesehen aber besser als Übernahmen vollständiger Unternehmen, insofern ist die Übernahme des Geschäfts von P&G vielleicht positiver zu sehen.

 

Ich sehe Licht und Schatten. Mir gefällt grundsätzlich das Markenportfolio und das Rationalisierungspotenzial des Unternehmens. Die Verschuldung erscheint mir allerdings deutlich zu hoch um auch noch eine Dividende zu zahlen. Das Risiko stark negativer Einflüsse von Zinserhöhungen auf die Gewinne ist sehr hoch. Aufgrund der offensichtlich hohen Verwässerung der Eigenkapitaleigner bin ich mir über die Anlegerfreundlichkeit des Unternehmens nicht so sicher. 

 

Meiner Ansicht nach solltet Ihr Eure Annahmen in eine DCF gießen und die Bewertung daran messen statt an wagen KGV Bewertungen. Ihr könnt ja einen Best- und einen Worst-Case durchrechnen, bei der die Synergien voll zum tragen kommen und bei dem noch zusätzliche Kosten und keine weiteren Synergien entstehen. 

 

Ah: Danke für die schöne Präsentation des Unternehmens!

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Geschrieben

Danke für die Analyse und die Beiträge.

 

Ich habe mich schon mehr als einmal in den letzten Monaten mit Coty befasst. Folgendes ist mir dabei aufgefallen bzw. habe ich als Anmerkung zu der Analyse oben:

  • hohe Nettoverschuldung
  • statt Schulden abzubauen nach der Fusion mit der PG-Sparte wird/wurde weiter teuer zugekauft
  • Aktienpreis ist zur Zeit trotz Kurssturz meiner Meinung nach fair bis hoch bewertet, für mich daher kein Kauf
  • auf den bereinigten Gewinn von 2020 zu schielen und hohe Synergieeffekte etc. einzupreisen halte ich für sehr spekulativ
  • nicht so richtig klar, warum Coty schlechter da steht als die Konkurrenz hinsichtlich Margen 
  • Eigenkapital kann eine Nullnummer sein, da auf der Aktivseite deutlich höhere immaterielle Vermögenswerte stehen (wobei gesagt werden muss, dass die Marken auch sehr bekannt sind).

An sich ein interessantes Unternehmen, allerdings finde ich die Zahlen der Vergangenheit etwas unübersichtlich und nicht ganz nachvollziehbar, das Bedarf mehr Zeit, damit ich mir ein fundiertes Urteil bilden kann. Auf Cash-Flows und Fälligkeiten der Schulden würde ich ein Augenmerk legen. Zahlen und Belegen fehlen mir etwas in der Analyse. 

 

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Geschrieben · bearbeitet von Marfir

Hallo Ulkbär,

 

danke für deine Anmerkungen und ebenfalls sorry für die späte Antwort.

 

Das ist korrekt. Ich habe Coty nicht im Detail analysiert. Bevor ich so viel Zeit aufwende will ich sicher stellen, dass keine offenbaren Hindernisse dagegen sprechen. Sollten im laufe der Diskussion meine Vorbehalte ausgeräumt werden könnten, sieht das natürlich anders aus. Ich bitte um Verständnis, dass ich auf Grund meines Vollzeitjobs nicht jedes Unternehmen im Detail analysieren kann.

 

zu 1.

Das Aktienoptionen mit zu den Personalkosten zählen, sehe ich auch so. Ich finde eure Idee auch nachvollziehbar, auf ein Unternehmen mit bekannten Marken und möglichen Synergieeffekten zu setzen.

 

Bei den beiden Verlustjahren habe ich mich offenbar missverständlich ausgedrückt. Übernahmen sollten nicht dazu führen, dass Geld verloren geht. Beide Übernahmen wurden sicher nicht nur vom damaligen CEO beführwortet, sondern müssten auch vom Board abgesegnet wurden sein. Wenn man zwei mal einen Fehler macht, warum sollte sich dann etwas mit einem neuen CEO ändern? Warum waren die Zukäufe aus heutiger Sicht schlecht und damals sah noch alles gut aus? Hatte man Probleme diese zu integrieren oder was waren die Ursachen? Oder gab es höhere Boni wenn die Umsätze (durch schnelle Zukäufe) gesteigert werden konnten?

 

zu 2.

Danke für den Hinweis. Hat Camillo Pane irgend etwas verkündet, was er vor hat oder anders machen will?

 

Auf Grund eurer Formulierung nahm ich an, dass Coty nach dem Vorbild von 3G Capital umgekrempelt werden soll. Vielleicht habe ich das auch falsch verstanden:

Zitat

Zwischen der JAB Holding, dem Hauptaktionär von Coty, und der Investmentgesellschaft 3G Capital bestehen
enge Kontakte.
Beide Investorengruppen arbeiten bspw. in dem Konsumgüter- und Kaffeeunternehmen Jacobs
Douwe Egberts oder Krispy Kreme zusammen. 3G ist als radikaler Kostensparer bekannt und hat dies bereits
bei Großunternehmen, wie AB Inbev, Kraft Heinz oder Restaurant Brands, eindrucksvoll unter Beweis ge-
stellt. Wir erwarten auch bei Coty vergleichbare Einsparmöglichkeiten, was in den nächsten Jahren zu sub-
stanziellen Margensteigerungen führen sollte. Das Coty-Management plant allein durch die Übernahme der
P&G Kosmetiksparte Kostensynergien von $750 Mio. p.a., die erstmals in 2020 vollständig gehoben werden
sollen.

 

zu 3.

Den Link zu den Zahlen auf simfin hatte ich gepostet. Die 440 Mio. von dort kann ich auch nicht nachvollziehen. Vor der Übernahme, Sticktag 30.6., hatte man nur 360 Mio. EK. Also so gut wie nichts. Stichtag 31.12. sind es dann 9,8 Mrd.

Bei über 6 Mrd. Schulden ist es jetzt nicht mehr ganz so schlimm. Die 770 Mio. Leasing-Verbindlichkeiten sind auch nicht zu hoch. Wenn es ein Geschäftsmodell her gibt, kann es auch mit negativem EK funktionieren. Das sehe ich hier aber nicht gegeben.

Die 2,9 Mrd. hatte ich aus dem Presseartikel. Im GB stehen tatsächlich 1,9...

 

 

Das rating ist nur noch so gut, wie nicht noch mehr goodwill abgeschrieben wird. Bei über 7 Mrd. goodwill und 8,8 Mrd. immaterielles Vermögen könnte das EK leicht dahin schmelzen.

 

zu 4.

Für eine realistische Bewertung müsste die Frage erlaubt sein, wie viel Investitionen für das Gemeinschaftsunternehmen notwendig ist, um die aktuelle Marktstellung zu behalten. Ihr schreibt die Kundentreue ist nicht sonderlich ausgeprägt. Die enorm hohen Verwaltungskosten wurden bereits angesprochen. Offenbar wird viel Geld für Werbung, Marketing, Kundenrabatte und Bonusprogramme ausgegeben.

Im Oktober und September wurden noch mal kräftig Aktien ausgegeben. Das Unternehmen ist doppelt so groß und hat nun doppelt so viele Aktien ausstehend (pi ma daumen). Wäre denn die aktuelle Bewertung aus eurer Sicht auch noch attraktiv, selbst wenn sich keine Synergieffekte einstellen sollten?

 

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Geschrieben

Guten morgen,

 

ich habe vollstes Verständnis, dass du dich in nicht sofort in eine neue Investitionsidee vertiefst. Mir waren in deinem ersten Post nur manche negative Aussagen zu pauschal bzw. aufgrund fehlerhafter Angaben mancher Finanzseiten einfach falsch. 

Mittlerweile denke ich, dass wir eine gute Basis haben, um ausgiebig über die Chancen und Risiken von Coty zu diskutieren.

 

Auch für eure Beiträge (bounce , Dandy, divantis und Schildkröte) bin ich dankbar. Nachdem ich auch einen Vollzeitjob habe, werde ich wahrscheinlich erst am WE auf eure Anmerkungen antworten können.

 

 

VG

Ulkbaer

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Geschrieben

Das ist mein Ansatz. Erst mal alles negative zusammen sammeln bzw. die Idee kritisch hinterfragen. Wenn eine Idee richtig gut ist, dann bleiben keine großen Risiken übrig.

Nur keine Eile. Coty läuft nicht weg.

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Geschrieben

Hi Ebdem, 

 

ja geht noch weiter. Am Wochenende werde ich zu den Quartalszahlen Stellung nehmen. 

 

 

VG

Ulkbaer

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Geschrieben

Hallo zusammen, 

 

nachfolgend eine kurze Zusammenfassung der Q3-Zahlen und einige Anmerkungen zu den aufgeworfenen Fragen und kritischen Anmerkungen: 

 

  • Das Geschäftsjahr 2017 muss gem. CEO Pane als Übergangsjahr verstanden werden. Vor allem der Turnaround im Segment Consumer Beauty erfolgt nicht geradlinig, sondern wird einige Hochs und Tiefs durchlaufen. Dementsprechend wird sich die Umsatzentwicklung Q4 2016/17 ggü. Q3 vss. wieder verschlechtern.
  • Die strategischen Aufgabenfelder liegen in (1) der Zusammenfassung der Produktions-, Verwaltungs- und Vertriebseinheiten zunächst in Nordamerika und anschließend in Q1 und Q2 2018/19 in Europa und Asien inkl. Neubesetzung einzelner Schlüsselpositionen, (2) der Bereinigung der Wholesale Inventories (Sell-in), um eine Repositionierung und Revitalisierung der Marken (neue Werbeagenturen, neuer Markenauftritt und -präsentation) insb. im Segment Consumer Beauty voranzutreiben, (3) der geographischen Expansion über verschiedene Vertriebskanäle, wie Einzelhandel, Direkt- oder Online-Vertrieb und (4) der Reduzierung der Innovationszeiten, die aktuell bei 12-18 Monate liegen.
  • Bereingt um Akquisitionen und auf vergleichbarer Basis reduzierte sich der Umsatz um 2% ggü. des Vorjahres. Die Geschäftssegemente Luxury und Professional Beauty haben sich umsatzseitig stabilisiert; das Consumer Beauty-Segment ist mit -6% weiterhin rückläufig und profitiert dabei von einem positiven Beitrag von der brasilianischen Hypermarcas-Sparte von +3%; demensprechend ist in diesem Geschäftsbereich weiterhin noch keine Stabilsierung in Sicht.
  • Bezogen auf GuV konnte Coty die Bruttomarge von 61,8% auf 63,3% steigern. Hintergrund sind der Beitrag des hochmargigen Beauty-Segments von P&G und von der Direktvertriebseinheit Younique. Die insb. um Akquisitions- und Restrukturierungskosten bereinigte EBIT-Marge ist im Quartalsvergleich ledigilich um 50bps tiefer, da sich die Ausgaben für Werbung und Promotionen normalisiert haben. Die Restrukturierungskosten werden sich nach $156 Mio. in Q3 auf $220 Mio. in Q4 erhöhen. Die daraus resultierenden Synergien belaufen sich aktuell auf $100 Mio. von insgesamt $350 Mio. bis 12/2017.
  • Die Nettoverschuldung steht bei $6.400 Mio.; dies entspricht einem Pro Forma Net Leverage von etwa 4x. Der Leverage ist beachtlich, eine zügige Entschuldung sollte jedoch angesichts robuster Cash Flows möglich sein. 
  • Der Aktienmarkt hat die Zahlen mit einer deutlichen Kurssteigerung quitiert. Dies ist zwar zufriedenstellend, dennoch erwarte ich auch hier aufgrund der Mammutintegration  weiterhin eine hohe Volatilität.  

Fazit: Coty zeigt hohes Integrationsvermögen und schafft es bereits zwei von drei Segmenten zu stabilsieren. Consumer Beauty bleibt weiterhin schwach, vss. auch für die kommenden Quartale. Die GuV ist durch die P&G Beauty Akquisition verzerrt, hier verlangt es einiges an Vorstellungsvermögen und Vertrauen in die Management- und Integrationsfähigkeiten. Die Verschuldung ist akqusiitionsbedingt hoch, sollte jedoch durch die robusten Cash Flows tragbar sein. Mich überzeugt weiterhin die strategische Ausrichtung mit dem Omni-Channel Vertriebsansatz, die geographische Expansion und das hohe Synergiepotenzial durch die substanziell veränderte Plattform/Größe.

 

Viele Grüße

Ulkbaer

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Geschrieben

Danke für das Update. Hier übrigens der Link zu den Zahlen: http://investors.coty.com/phoenix.zhtml?c=251569&p=irol-newsArticle&ID=2271738

und auch noch zu einer anderen Debatte: http://www.cornerofberkshireandfairfax.ca/forum/investment-ideas/coty-coty-inc/

 

Zu der Kritik am hohen Goodwill: Es ist wohl üblich, dass Wachstum in der Branche durch Zukäufe stattfindet. Die Dickschiffe übernehmen die kleinen, neuen Marken.

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Geschrieben

Hallo SoE et al,

 

schade das keiner von Euch wie geplant am Foren-Treffen teilnehmen konnte, ich hätte mich gerne über Eure SoE-Ideen/-Vorschläge ausgetauscht.

Vielleicht klappt es ja das nächste Mal!

 

Zu Coty:

Was mir in Eurer Analyse einwenig fehlt ist der Ausblick auf eine geplante Rendite nach X Jahren oder einen Kurs nach X Jahren oder ähnliches.

Ich weiß das das immer schwierig ist und keiner hat Lust sich dafür dann später ans Kreuz nageln zu lassen wenn man sich irrt, aber mir fehlt der Glaube, dass Ihr

ein Investment eingeht und dann sagt, "schaun mer mal was dabei rumkommt".

 

Meine - ich gebe zu erschreckend einfachen - Überlegungen:

Wie Laser schon mal richtig mal angemerkt hat, müssen Investments über den üblichen 10% liegen, um "Gräten" auszugleichen.

D.h. für mich es müssen daher mindestens 15% - 20% Rendite p.a. bei Coty nach 5 bis 10 Jahren "rumkommen". Ansonsten kann ich auch in (vermeintlich) bessere Aktien oder Anleihen investieren.

Von daher gehe ich davon aus, dass Ihr bei einer konstanten Dividende von 50 Cent, der Wert soll ja wachsen, von einem Kursziel von ca. 31 Euro in 5 Jahren und oder einem Kursziel von ca. 80 Euro in 10 Jahren ausgeht.

Oder welche Überlegungen habt Ihr in dieser Richtung? Wie ist Eure Exit-Strategie nach wieviel Jahren?

 

Viele Grüße

John

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