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M_M_M

BaFin verbietet Finanzprodukte mit Hebelwirkung

  • BaFin
  • CFD
  • Nachschusspflicht
32 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von Sthenelos

konkret geht es allerdings (nur) um CFDs mit Nachschusspflicht, normale Hebelprodukte sind davon nicht betroffen.

Das Verbot ist bedingt sinnvoll. CFDs sind für Privatanleger und Zocker konzipiert, nicht für Profis / institutionelle Investoren.
Es gibt eine ganz klare Zielgruppe für dieses Produkt und eine bewährtes und lukratives Geschäftsmodell.

Dieses Geschäftsmodell bleibt auch ohne Nachschusspflicht lukrativ genug, den Anbietern wird hierdurch kein Schaden
zugefügt der ihre Existenz bedroht. CFDs laufen auf Indikationen von Indizes oder Einzelaktien, ein Anbieter dieser Produkte
hat z.B. keine eigene Nachschusspflicht gegenüber Drittanbietern, weil er keine Indizes oder Einzelaktien für den Kunden erwirbt, sondern ihm nur die
Möglichkeit gibt auf den eigenen Indikationen des Anbieters die Charts hoch und runter zu handeln. Durch den Wegfall der Nachschusspflicht
werden den Anbietern ein paar Einnahmen entgehen - bei gleichzeitig höhren Ausgaben (es wetten nicht alle in die gleiche Richtung, bei extremen Dips / Bewegungen
müssen die Anbieter auch die Gewinne auszahlen, an die Kunden die richtig gewettet hatten), alles in allem sollte aber wie gesagt die Existenz
und Arbeitsplätze der Anbieter nicht nennenswert beeinträchtig werden durch dieses Verbot.

Unvorsichtige Trader / Spieler wurden aber tatsächlich schon durch die Nachschusspflicht in ihrer Existenz bedroht,
weil sie davon nichts wussten oder es leichtfertig ignoriert haben, der Totalverlust eine Position wird zwar als Risiko
teilweise akzeptiert, die Nachschusspflicht hatten viele nicht auf dem Schirm. Ein Verbot ist ein gravierender Eingriff,
allerdings hat sich die Branche auch aus Gewinnmaximierung das Problem selbst geschaffen, man muss nicht alles machen, erfinden
und anbieten was legal halbwegs machbar war, die Erfahrung hat die Deutsche Bank und viele weitere auch bereits
machen müssen.

 

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Geschrieben

Juhu, ein weiterer Schritt auf dem Pfad der Vollkasko-Mentalität. "Mama, deckst du mich bitte zu?!"

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Geschrieben

Die Anbieter wollen nun verstärkt CFDs ohne Nachschusspflicht auflegen. 

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Find' ich gut. Ein guter Schritt in die richtige Richtung.

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Am 9.5.2017 um 21:31 schrieb Holgerli:

Find' ich gut. Ein guter Schritt in die richtige Richtung.

Zumindest in sich "schlüssig" ... paßt zur Linie im "Finanzaufsichtsrechtergänzungsgesetz". Im Rahmen der makroprudentiellen Steuerung wurde nun auf Vorrat ein Gesetz beschlossen, um Immobilienblasen bekämpfen zu können. Erst manipulieren die Notenbanken die Zinsen runter, dann steigen nahezu denknotwendig gewisse Asset-Preise (wie Immobilien); sodann erfolgt der nächste Eingriff um die gefährlichen Folgen des ersten Eingriffs zu bekämpfen. Wie in der Planwirtschaft ...:lol:

 

Das dürfte so einigen (Geld)Sozialisten hier bestimmt gefallen. Nur: Wo haben Sozialismus und Planwirtschaft je funktioniert ? Dabei ist noch immer der zu verteilende Kuchen kleiner geworden, mit fatalen Folgen gerade für jene, die auf Stücke aus dem Umverteilungskuchen angewiesen sind.

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Geschrieben

 

Am 12.5.2017 um 16:04 schrieb tom1956:

(Geld)Sozialisten

Deswegen sind die entsprechenden Produkte im Mutterland des Sozialismus, den USA, auch verboten (bzw. zumindestens nicht erhältlich, siehe letzter Satz der Einleitung von https://en.wikipedia.org/wiki/Contract_for_difference )

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Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb chaosmuc:

 

Deswegen sind die entsprechenden Produkte im Mutterland des Sozialismus, den USA, auch verboten (bzw. zumindestens nicht erhältlich, siehe letzter Satz der Einleitung von https://en.wikipedia.org/wiki/Contract_for_difference )

Gerade die USA scheinen mir in dem Kontext ein seltsames Beispiel. Da war etwa der private Goldbesitz über 40 Jahre lang verboten (von 1933-1974 wenn ich mich richtig erinnere) - um nur ein Beispiel zu nennen. Das Gold von Privaten wurde konfisziert, auf den Besitz standen hohe Geld- und Haftstrafen. Oder die Notenbank-Politik: Alan Greenspan mit seiner Zins-Planwirtschaft könnte man als klassischen Zauberlehrling bezeichnen, dem ein nicht unerheblicher Anteil an der Immobilienblase (und damit der Finanzkrise) zuzurechnen ist. Natürlich hat es dort generell noch einen Hauch mehr Marktwirtschaft - im Vergleich mit den Zuständen hierzulande ist das aber auch kein Kunststück ...

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Geschrieben · bearbeitet von odensee

vor 8 Stunden schrieb tom1956:

Gerade die USA scheinen mir in dem Kontext ein seltsames Beispiel.

Es ging um deine Behauptung, dass das Verbot von CFDs mit Nachschusspflicht was mit Sozialismus zu tun hat. Alan Greenspan wurde übrigens von Ronald Reagan eingesetzt, der ja bekanntlich ein lupenreiner Kommunist war.;)

Wo herrscht denn deiner Meinung nach noch echte Marktwirtschaft? UK? Hatten auch schon ein Goldverbot....

 

Kann mir mal jemand erklären, wozu man als Privatanleger CFDs mit Nachschusspflicht braucht  (edit: anders gefragt: sinnvoll einsetzen kann)? (Ich weiß es wirklich nicht..., ich weiß nur, dass mir meine Bank immer wieder mal 500 Euro geboten hat, wenn ich ein CFD-Konto eröffne. Bestimmt ganz selbstlos....)

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Geschrieben

vor 2 Stunden schrieb odensee:

Es ging um deine Behauptung, dass das Verbot von CFDs mit Nachschusspflicht was mit Sozialismus zu tun hat.

Du nimmst doch Alles immer so genau, dann lies doch auch bitte genau: ... "paßt zur Linie im Finanzaufsichtsrechtergänzungsgesetz" habe ich geschrieben. Nicht mehr und nicht weniger. Und diese Linie ist planwirtschaftlich. Dazu stehe ich, weil es stimmt. Gilt erst recht für die "makroprudentiellen Instrumente". Eine Behörde und Parlament sollen dann z. B. feststellen, ab wann exakt eine Blase vorliegt. Perfekte Hybris ! Übrigens: Die größte Blase aller Zeiten kann man sofort und leicht identifizieren. Das sind Staatsanleihen :lol: Seltsam, daß die Staaten ausgerechnet diese Mutter aller Blasen gar nicht thematisieren ...

 

Bei der "EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie" wird der Bürger in entmündigender Art und Weise quasi zu Tode geschützt. Das Ganze war so bizarr, daß man es nun sogar im Bundesrat schon wieder umfassend nachbessern mußte. Die Abgeordneten sahen sich einer Beschwerdeflut in ihren Wahlkreisbüros ausgesetzt. Einfach mal mit dem Thema beschäftigen (instruktiv dazu u. a. die Bundesrat-Seite). Mußte erst selbst die Gesetzestexte lesen, um es überhaupt zu glauben ... Noch drastischer die Eingriffe im Rahmen der "makroprudentiellen Instrumente". Auch dazu stehe ich, weil es evident ist: Das ist geldpolitische Planwirtschaft.

vor 2 Stunden schrieb odensee:

Wo herrscht denn deiner Meinung nach noch echte Marktwirtschaft? UK? Hatten auch schon ein Goldverbot....

Ein halbwegs ausgewogenes Verhältnis Staat/Bürger würde mir schon reichen. Deshalb schaue ich mir derzeit die Schweiz näher an.

 

Was mich alter Mann immer mehr stört: Solange wir keine Edelmetall- oder anderweitige Warenwährung haben, die dem staatlichen Zugriff vollständig entzogen ist, wird Geld immer ein staatliches und damit politisches Produkt sein. Seine Entstehung und Verbreitung ist mit der Staatsverfassung und den staatlichen Finanzen untrennbar verbunden. Wer Kreditgeld schafft, schafft damit auch Staatskredit. Der Versuch, beides zu trennen, ist künstlich und wird scheitern. So wird die EZB - die in Ausübung ihrer Unabhängigkeit monetäre Staatsfinanzierung betreibt - zum Staat im Staate. Und deshalb glauben übrigens auch diverse (mediterrane) Länder nicht ganz zu Unrecht, daß zum Wesen ihrer Staatlichkeit auch der mehr oder weniger ungehinderte Zugriff auf Notenbankkredite gehört ...

 

Mit staatlichen (!) Eingriffen zu bekämpfende Blasen (Staatsanleihen, Immobilien, Aktien usw.) sind einem solchen System immanent.

 

Übrigens und nochmals: Ohne die Zins-Planwirtschaft eines Alan Greenspan hätte es die US-Immobilienblase und die weltweite Finanzkrise (Kontaminierung via Verbriefung) gar nicht gegeben.

 

 

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Geschrieben

vor 15 Stunden schrieb odensee:

 

Kann mir mal jemand erklären, wozu man als Privatanleger CFDs mit Nachschusspflicht braucht  (edit: anders gefragt: sinnvoll einsetzen kann)? (Ich weiß es wirklich nicht..., ich weiß nur, dass mir meine Bank immer wieder mal 500 Euro geboten hat, wenn ich ein CFD-Konto eröffne. Bestimmt ganz selbstlos....)

 

Anfixen nennt man das in der Drogenszene. Der erste Joint (Schuss Heroin, Extasy Tablette)  ist immer umsonst.

Ansonsten :thumbsup:, so was braucht kein Mensch. Wer will, soll ins nächste Spielcasino gehen, hat mehr Stil.  

 

 

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Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb pillendreher:

 

Anfixen nennt man das in der Drogenszene. Der erste Joint (Schuss Heroin, Extasy Tablette)  ist immer umsonst.

Ansonsten :thumbsup:, so was braucht kein Mensch. Wer will, soll ins nächste Spielcasino gehen, hat mehr Stil.  

 

 

Bei manchen Banken muss man für den CFD-Handel noch etliche Erklärungen unterschreiben, um für den CFD-Handel freigeschaltet zu werden. Das ist schon befremdlich.

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Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb pillendreher:

Wer will, soll ins nächste Spielcasino gehen, hat mehr Stil. 

Das ist unsicher, denn über Stil läßt sich immer trefflich streiten. Sicher bringt es aber dem Staat mehr Geld: Spielbanksteuer beim Betreiber auf generierte Spielerlöse (je nach Bundesland) bis zu 80% :lol:

 

Wenn ich mich richtig erinnere, sind aber Spielgewinne beim Spieler (wie bei der Lotterie, beim Quiz usw.) komplett steuerfrei. Das wäre doch mal was für Martins Gerechtigkeitswahlkampf ...

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vor 5 Stunden schrieb M_M_M:

Bei manchen Banken muss man für den CFD-Handel noch etliche Erklärungen unterschreiben, um für den CFD-Handel freigeschaltet zu werden. Das ist schon befremdlich.

Ist das wirklich so, d.h. muss man da noch eine extra Erklärung neben der üblichen für Hebelprodukte unterschreiben? Soweit ich weiß deckt die nämlich schon alle "riskanten" Produkte, selbst die mit Nachschusspflicht ab. Sinnvoller statt einem generellen Verbot wäre m.E. gewesen, man hätte einfach die Hürde für den Handel von Produkten mit Nachschusspflicht deutlich nach oben geschraubt, bspw. durch eine gesonderte Erklärung mit ein paar "Quizfragen" zum Nachweis des Wissens um die Gefahren.

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Geschrieben · bearbeitet von odensee

vor 13 Stunden schrieb M_M_M:

Bei manchen Banken muss man für den CFD-Handel noch etliche Erklärungen unterschreiben, um für den CFD-Handel freigeschaltet zu werden. Das ist schon befremdlich.

Ich hingegen finde es richtig, dass Banken sich absichern. Hier im WPF wurde der Fall eines Zockers geschildert, der glaubte, besonders schlau zu sein und irgendwelche Währungsspekulationen auf den Schweizer Franken machte und dabei den Gegenwert eines EFH verspielt hat (wenn ich mich recht erinnere: über 200.000 Euro). Wieso soll die Bank dafür aufkommen? (Beratungsfehler mal aussen vor). Und (zugegeben ab hier hypothetisch): mal angenommen, der Zocker hat sich gerade das Bad neu einrichten lassen. Dann geht er in Privatinsolvenz und der Installateur bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Und das alles nur wegen Zockerei.

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Geschrieben

vor 10 Stunden schrieb Maciej:

Ist das wirklich so, d.h. muss man da noch eine extra Erklärung neben der üblichen für Hebelprodukte unterschreiben? Soweit ich weiß deckt die nämlich schon alle "riskanten" Produkte, selbst die mit Nachschusspflicht ab. Sinnvoller statt einem generellen Verbot wäre m.E. gewesen, man hätte einfach die Hürde für den Handel von Produkten mit Nachschusspflicht deutlich nach oben geschraubt, bspw. durch eine gesonderte Erklärung mit ein paar "Quizfragen" zum Nachweis des Wissens um die Gefahren.

 

vor 2 Stunden schrieb odensee:

Ich hingegen finde es richtig, dass Banken sich absichern. Hier im WPF wurde der Fall eines Zockers geschildert, der glaubte, besonders schlau zu sein und irgendwelche Währungsspekulationen auf den Schweizer Franken machte und dabei den Gegenwert eines EFH verspielt hat (wenn ich mich recht erinnere: über 200.000 Euro). Wieso soll die Bank dafür aufkommen? (Beratungsfehler mal aussen vor). Und (zugegeben ab hier hypothetisch): mal angenommen, der Zocker hat sich gerade das Bad neu einrichten lassen. Dann geht er in Privatinsolvenz und der Installateur bleibt auf seiner Rechnung sitzen. Und das alles nur wegen Zockerei.


Quizfragen bringen nichts.
Eine Regulierung war schon angebracht, siehe Beitrag oben. Es gibt eine Zielgruppe und ein Geschäftsmodell, auch wenn CFDs ursprünglich sicherlich nicht für Zocker und Glücksritter konzipiert wurden,
hat diese Gruppe vermutlich den überwiegenden Anteil am CFD Handel. Nirgendwo sonst kann man mit so kleinen Geldbeträgen so große Mengen virtuell bewegen, so viel gewinnen (und verlieren) und hat
derart günstige Ordergebühren. Ideal für Studenten, Glücksritter, Trader mit kleinem Geldbeutel.

Im Casino gibt es bei div. Glücksspielen auch keine Nachschusspflicht. Der Einsatz ist bei Verlust eben weg. Nun kann man Glücksspiel nicht ganz mit Finanzprodukten wie CFDs vergleichen, in der Mentalität
eines Glücksspielers und eines Börsenzockers gibt es aber durchaus teilweise ähnliche Verhaltensmuster.

Dass sich Banken absichern: nochmal, ein CFD wird auf einer eigene Indikation von einem Index wie z.B. Dax nachgebildet in Realtime. Man handelt auf dieser Indikation, man handelt nicht
den Dax direkt. Eine Bank oder CFD Anbieter muss, wenn ein Kunde long oder short geht, keine eigene Position bei einem Drittanbieter kaufen/verkaufen, sondern wickelt alles über die
eigene interne Indikation ab - Gewinne werden ausgezahlt, Verluste werden abgezogen.

Die Nachschusspflicht darf man nicht übergewichten, dass etwas Derartiges vorkommt ist äußert selten, wie damals beim CHF oder beim Flashcrash, also bestenfalls
alle paar Jahre. Die CFD Anbieter haben div. Sicherheitsmechanismen, z.B. ab einem gewissen Kontostand werden alle Positionen mit sofortiger Wirkung zwangsliquidiert um
Verluste zu minimieren. Dieser Mechanismus reicht für alle starken Kursbewegungen als Sicherheit für Bank/Anbieter und Kunden aus - für Ereignisse die nur alle x Jahre
statistisch eintreffen u.U. aber nicht - und hierfür ist der Wegfall der Nachschusspflicht gut zum Anlegerschutz.

 

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Geschrieben

vor 10 Minuten schrieb Sthenelos:

Die Nachschusspflicht darf man nicht übergewichten, dass etwas Derartiges vorkommt ist äußert selten, wie damals beim CHF oder beim Flashcrash, also bestenfalls

alle paar Jahre. Die CFD Anbieter haben div. Sicherheitsmechanismen, z.B. ab einem gewissen Kontostand werden alle Positionen mit sofortiger Wirkung zwangsliquidiert um
Verluste zu minimieren. Dieser Mechanismus reicht für alle starken Kursbewegungen als Sicherheit für Bank/Anbieter und Kunden aus - für Ereignisse die nur alle x Jahre
statistisch eintreffen u.U. aber nicht - und hierfür ist der Wegfall der Nachschusspflicht gut zum Anlegerschutz.

Danke für die Erläuterungen. Für einen CFD-Noob sieht es so aus, als sei mit dem Verbot von CFDs mit Nachschußpflicht der Sozialismus nicht so wirklich drohend näher gekommen.

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Geschrieben

vor 20 Stunden schrieb odensee:

Danke für die Erläuterungen. Für einen CFD-Noob sieht es so aus, als sei mit dem Verbot von CFDs mit Nachschußpflicht der Sozialismus nicht so wirklich drohend näher gekommen.

Für meinen Teil brauche ich keinen (Staat), der mich vor meinen eigenen (!) finanziellen Transaktionen und deren Folgen schützt. Mir wird aber (umgekehrt) die Frage immer wichtiger: Wie kann ich mich vor den finanziellen Transaktionen dieses Staates und deren Folgen schützen ? Von der fehlkonstruierten Währung angefangen über Rechtsbrüche und Rechtsbeugungen der EU-Verträge bis hin zu Haftungsübernahmen (Target-Salden) und den Kollateralschäden der EZB-Rettungspolitik (von Null- und Negativzins bis Vermögenspreisblasen).

 

Wenn es dem Staat schon um Finanzstabilität geht (angefangen vom Verbot gewisser Finanzprodukte über die Wohnimmobilienkreditrichtlinie bis hin zur makroprudentiellen Aufsicht) bleibt festzuhalten: Finanzstabilität kann niemals durch das Opfern der Rechtsstabilität erreicht werden. Genau dies versucht man aber seit Jahren ... ich wünsche viel Glück dabei !

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Geschrieben · bearbeitet von Sthenelos

Nun, CFDs sind eine Sache, die "finanziellen Transaktionen des Staates" eine ganz andere. ein kleines bisschen komplizierter

Du brauchst vielleicht keinen Staat der dich schützt vor Transaktions- / Börsenspiel Fehlern. Andere brauchen keinen Staat, der verbietet als Autofahrer Alkohol zu trinken.
Und dennoch gibt es diese Verbote, Regeln, Vorschriften, Gesetze - zu welchen man als Bürger, Verbraucher, Unternehmer verpflichtet wird / oder geschützt wird.
Ein Verbot, Regel, Vorschrift ist dort sinnvoll, wo eben die Gefahr besteht, dass es unverhältnismäßige Nachteile gibt, es ist u.U. eine Einschränkung, gleichzeitig aber
ein Schutz. Das Verbot der Nachschusspflicht ist aus Sicht des Verbrauchers ein Rundumgewinn, wie auch das Verbot z.B. in Lokalen zu Rauchen. Nur weil etwas üblich war,
heißt das noch lange nicht, dass es gut war. Und wie gesagt, CFDs sind ein Produkt für eine Zielgruppe, wie Spielautomaten auch eine Zielgruppe haben. Die Anbieter
der CFD Produkte dürften auch weiterhin sich ein goldenes Näschen verdienen, zumindest wenn man unbestätigten Gerüchten Glauben schenkt, dass einige der Firmengründer von CFD Produkten
Privatvermögen über mehrere hundert Millionen Euro angehäuft haben.

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Geschrieben · bearbeitet von DrFaustus

vor einer Stunde schrieb Sthenelos:



Du brauchst vielleicht keinen Staat der dich schützt vor Transaktions- / Börsenspiel Fehlern. Andere brauchen keinen Staat, der verbietet als Autofahrer Alkohol zu trinken.
Und dennoch gibt es diese Verbote, Regeln, Vorschriften, Gesetze - zu welchen man als Bürger, Verbraucher, Unternehmer verpflichtet wird / oder geschützt wird.
Ein Verbot, Regel, Vorschrift ist dort sinnvoll, wo eben die Gefahr besteht, dass es unverhältnismäßige Nachteile gibt, es ist u.U. eine Einschränkung, gleichzeitig aber
ein Schutz. Das Verbot der Nachschusspflicht ist aus Sicht des Verbrauchers ein Rundumgewinn, wie auch das Verbot z.B. in Lokalen zu Rauchen. Nur weil etwas üblich war,
heißt das noch lange nicht, dass es gut war. Und wie gesagt, CFDs sind ein Produkt für eine Zielgruppe, wie Spielautomaten auch eine Zielgruppe haben. Die Anbieter
der CFD Produkte dürften auch weiterhin sich ein goldenes Näschen verdienen, zumindest wenn man unbestätigten Gerüchten Glauben schenkt, dass einige der Firmengründer von CFD Produkten
Privatvermögen über mehrere hundert Millionen Euro angehäuft haben.

Die Beispiele sind höchst unpassend gewählt. Denn Alkohlverbot, Rauchverbot etc. schützen ja gerade Unbeteiligte. Während ein CFD Verbot in der Form niemanden "schützt" außer denjenigen, der diese Produkte kaufen will.

Dann machen wir doch mal weiter:

- Verbot von Autorennen

- Verbot von Radrennen

- Verbot von Basejumping

- Verbot von Freistil Klettern

...

wir setzen die Liste beliebig fort und kommen an bei:

- Verbot von Zucker, fettigen Lebensmitteln, Alkohol, Aufenthalten in der Sonne ohne Eincremen...:wacko:

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Geschrieben · bearbeitet von odensee

vor einer Stunde schrieb DrFaustus:

Während ein CFD Verbot in der Form niemanden "schützt" außer denjenigen, der diese Produkte kaufen will.

... und im Falle einer Privatinsolvenz die Gläubiger des Zockers... ;)

 

Der "Staat" bevormundet uns an vielen Stellen. Warum muss ich mich krankenversichern? Warum gibt es eine Schulpflicht? (Ja, jeder Vergleich hinkt...) Das kann man unterschiedlich bewerten.

 

Im übrigen geht es nicht um ein "CFD Verbot", sondern um CFDs mit Nachschusspflicht
Hier die Meinung des CFD-Verbandes:

Zitat

Der CFD-Verband begrüßte das Verkaufsverbot, warnte aber davor, alle Käufer über einen Kamm zu scheren. "Man sollte erfahrenen Anlegern die Möglichkeiten lassen", sagte Verbandsgeschäftsführer Rafael Neustadt. "Wenn ein Investor jahrzehntelang mit diesen Produkten gehandelt hat und sich auskennt, dann ist Bevormundung nicht der richtige Ansatz."

http://www.boerse-online.de/nachrichten/cfd/BaFin-verbietet-CFDs-Branche-sieht-Bevormundung-1001994213

 

Interessant übrigens, dass "mündige Anleger" sich im Falles des Falles dann doch hilfesuchend an Verbraucherschützer wenden:

Zitat

Der Euro brach daraufhin gegenüber dem Franken ein - und auf viele CFD-Investoren kamen hohe Nachschusspflichten zu. Bei Verbraucherschützern gingen in der Folge zahlreiche Beschwerden ein.

(aus gleicher Quelle)

 

... oder (wie in dem bundesweit bekannt gewordenen Fall) sogar den Rechtsweg zu gehen.

Zitat

Müller überlegt nun, juristisch gegen den Anbieter vorgehen. "Sonst bleibt mir nur die Privatinsolvenz", sagt er.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/franken-kurs-ingenieur-setzt-2800-und-verliert-280-000-euro-a-1023799.html (weiß eigentlich jemand, wie das ausgegangen ist?)

 

An der Stelle passen deine Vergleiche dann doch nicht.

 

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Geschrieben · bearbeitet von DrFaustus

vor 10 Minuten schrieb odensee:

Der "Staat" bevormundet uns an vielen Stellen. Warum muss ich mich krankenversichern?

Auch hier wären Fremde betroffen, denn bei Nichtversicherten werden auch gewisse Notfallbehandlungen übernommen.

Die Sozialversicherung ist aber auch ein solches Thema. Aber wie heftig eine Pflicht-Sozialversicherung dikustiert werden kann, sieht man ja in den USA. Auch hierzulange wünschte ich mir eine heftigere Diskussion zum Beispiel wenn die Rente ab 63 wieder eingeführt wird und gleichzeitig die Rentenbeiträge perspektivisch steigen.

 

Zitat

 

Warum gibt es eine Schulpflicht? (Ja, jeder Vergleich hinkt...) Das kann man unterschiedlich bewerten.

Weil Minderjährige hier noch nicht selbst entscheiden können und man die Minderjährigen wiederum vor ihren Eltern schützen will. Also auch wieder Fremdschutz. Ebenso wie die Kosten des Sozialstaates wenn die Schulabbrecher 80 Jahre durchgefüttert werden müssen.

 

Zitat

 

Im übrigen geht es nicht um ein "CFD Verbot", sondern um CFDs mit Nachschusspflicht
Hier die Meinung des CFD-Verbandes:

http://www.boerse-online.de/nachrichten/cfd/BaFin-verbietet-CFDs-Branche-sieht-Bevormundung-1001994213

 

Interessant übrigens, dass "mündige Anleger" sich im Falles des Falles dann doch hilfesuchend an Verbraucherschützer wenden:

(aus gleicher Quelle)

 

... oder (wie in dem bundesweit bekannt gewordenen Fall) sogar den Rechtsweg zu gehen.

http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/franken-kurs-ingenieur-setzt-2800-und-verliert-280-000-euro-a-1023799.html (weiß eigentlich jemand, wie das ausgegangen ist?)

 

An der Stelle passen deine Vergleiche dann doch nicht.

 

 

Ja, der tolle Ingenieur ist über 18, oder? Also sollte er entweder

a) die Finger von Dingen lassen, die er nicht versteht oder

b) Verträge zu Rechtsgeschäften durchlesen bevor er sie eingeht.

 

Ich lade mir auch nicht aus dem Internet eine Bastelanleitung für einen Fallschirm, baue das Ding und springe aus dem nächsten Flugzeug.

Wenn er die Risiken trotz müriarden von Warnhinweisen nicht ernst nimmt, nicht versteht oder schlicht ignoriert ist er SELBST SCHULD.

 

Wann sollten dann deiner Meinung nach Lombardkredite verboten werden?

Wann sollte es verboten werden mit Geld aus einem Kredit in die Spielbank zu rennen?

 

Genau das Gleiche in grün...

 

 

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Geschrieben

in der Tat sind die Beispiele unpassend, dennoch dient es dem Schutz / Selbstschutz, wie andere Verbote auch, sowie es natürlich Verbote zum Schutz der Allgemeinheit gibt. Wenn es durch ein Produkt technisch ermöglicht wird,  mit Tausend oder Zweitausend (oder mehr) Euro sich finanziell zu ruinieren, das 10,20, 50 Fache davon an Schaden/Schulden anzurichten (Nachschusspflicht / und nochmal, auch wenn die Wahrscheinlichkeit für so einen Fall minimal ist), dann ist ein derartiges Produkt (bzw. nicht das Produkt selbst sondern der Zusatz der Nachschusspflicht) gefährlich und sollte in dieser Art nicht vertrieben werden dürfen. Die Bafin tut sich (verständlicherweise) noch immer schwer, auch in anderen Bereichen, Betrug, Täuschung, überteuerte Produkte, falsche Beschreibungen sind noch immer weit verbreitet auf dem Kapitalmarkt und es muss Regeln geben, wilder Westen, Eldorado, Goldgräber, es gibt mehr als genug unseriöse Angebote. Dort wo ein maßvoller Eingriff aber sinnvoll ist wenn ein konstruiertes Produkt / System entweder auf Betrug / Täuschung - oder auf starke Benachteiligung mit kaum absehbaren Folgen (Nachschusspflicht) ausgelegt ist, dort sollte dann auch eingegriffen werden.
 

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Ich kann mit einem alten 1er Golf, der nichtmal 1000 EUR kostet auch Millionen EUR von Schaden anrichten. Werden dann auch Autos verboten?

 

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vor 3 Minuten schrieb DrFaustus:

Ich kann mit einem alten 1er Golf, der nichtmal 1000 EUR kostet auch Millionen EUR von Schaden anrichten. Werden dann auch Autos verboten?

 

diesen Schaden kannst du mit jedem Auto anrichten, auch mit einem Bobbycar. Dafür gibt es eine Versicherung und falls du grob fahrlässig den Unfall verschuldet hast (Alkohol, Drogen, keine Betriebserlaubnis, kein Führerschein, Selbstmordversuch usf), dann
wirst du in der Tat auch u.U. mit deinem Privatvermögen "eine Nachschusspflicht" haben und die Versicherung wird von dir Geld einklagen.

 

Warum ein konstruiertes Produkt, ein CFD, eine "Wette" aber eine Nachschusspflicht haben soll (die auf einer eigenen Indikation des Anbieters läuft), erschliesst sich mir nicht.
Ob hier ein Anleger grob fahrlässig handelt, wenn er es entweder nicht weiß, nicht gelesen hat oder das Risk falsch einschätzt, waage ich zu bezweifeln, auch wenn ein hohes Maß an Dummheit dann unterstellt werden kann.

Natürlich kann man so ein Produkt konstruieren und anbieten, wie man auch allerlei dubiose Beteiligungen, geschlossene Fonds, andere Betrügereien usf. im Finanzbereich anbieten kann. Die Aufgabe der Bafin ist es den Wildwuchs am Ideenreichtung der Finanzbranche einzudämmen (bisher leider immer noch mit zu wenig Erfolg) denn da wächst auch verdammt viel Unkraut das herausgeschnitten werden muss. Betrügerische, täuschende und sehr unfaire Produkte haben nichts zu suchen und sollten keine Zulassung zum Handel bekommen, sofern möglich. Ein Katz- und Mausspiel, jeher.





 

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