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BaFin verbietet Finanzprodukte mit Hebelwirkung

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  • Nachschusspflicht
32 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben

vor 1 Minute schrieb Sthenelos:

Warum ein konstruiertes Produkt, ein CFD, eine "Wette" aber eine Nachschusspflicht haben soll (die auf einer eigenen Indikation des Anbieters läuft), erschliesst sich mir nicht.

Mal ein ganz einfacher Grund: Weil die Gegenpartei auch eine unbegrenzte Nachschusspflicht hat?

 

vor 1 Minute schrieb Sthenelos:

Natürlich kann man so ein Produkt konstruieren und anbieten, wie man auch allerlei dubiose Beteiligungen, geschlossene Fonds, andere Betrügereien usf. im Finanzbereich anbieten kann. Die Aufgabe der Bafin ist es den Wildwuchs am Ideenreichtung der Finanzbranche einzudämmen (bisher leider immer noch mit zu wenig Erfolg) denn da wächst auch verdammt viel Unkraut das herausgeschnitten werden muss. Betrügerische, täuschende und sehr unfaire Produkte haben nichts zu suchen und sollten keine Zulassung zum Handel bekommen, sofern möglich. Ein Katz- und Mausspiel, jeher.
 

Sehe ich auch so. Aber ein CFD mit Nachschusspflicht und klaren Regeln ist weder Ersteres, noch Zweites und auch nicht Drittes.

vor 3 Minuten schrieb Sthenelos:

diesen Schaden kannst du mit jedem Auto anrichten, auch mit einem Bobbycar. Dafür gibt es eine Versicherung und falls du grob fahrlässig den Unfall verschuldet hast (Alkohol, Drogen, keine Betriebserlaubnis, kein Führerschein, Selbstmordversuch usf), dann
wirst du in der Tat auch u.U. mit deinem Privatvermögen "eine Nachschusspflicht" haben und die Versicherung wird von dir Geld einklagen.

 

Genau! Also verbieten wir Autos auch?

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vor 1 Stunde schrieb Sthenelos:

in der Tat sind die Beispiele unpassend, dennoch dient es dem Schutz / Selbstschutz, wie andere Verbote auch, sowie es natürlich Verbote zum Schutz der Allgemeinheit gibt....

Also ich weiß nicht so recht, Sthenelos. Du schreibst es zwar nicht ausdrücklich, aber ich kann ein Verbot nicht damit begründen, dass es bereits andere Verbote gibt.

Grundsätzlich gibt es zunächst einmal Freiheitsrechte, in die man gefälligst nicht eingreift, wenn es nicht zwingend erforderlich ist.

 

Zitat

Die Bafin tut sich (verständlicherweise) noch immer schwer, auch in anderen Bereichen, Betrug, Täuschung, überteuerte Produkte, falsche Beschreibungen sind noch immer weit verbreitet auf dem Kapitalmarkt und es muss Regeln geben...

Würdest Du mir zustimmen, wenn ich behaupte, dass es diese Regeln bereits gibt? Betrug ist nämlich verboten. Die BaFin muss Betrug jetzt nicht nochmals verbieten, nach dem Motto "doppeltes Verbot" wirkt besser.

Täuschung und falsche Beschreibung sind nichts anderes als Betrug.

Und Du möchtest nicht ernsthaft überteuerte Produkte verbieten. Oder soll ich mir kein Markenwaschmittel mehr kaufen dürfen?

 

Zitat

Warum ein konstruiertes Produkt, ein CFD, eine "Wette" aber eine Nachschusspflicht haben soll (die auf einer eigenen Indikation des Anbieters läuft), erschliesst sich mir nicht....

Mir erschließt sich auch nicht, warum ein Motorrad einen 200 PS Motor haben muss. Sonst erschließt sich mir der Sinn vieler Produkte auch nicht. Kein Grund es zu verbieten.

 

Zitat

Ob hier ein Anleger grob fahrlässig handelt, wenn er es entweder nicht weiß, nicht gelesen hat oder das Risk falsch einschätzt, waage ich zu bezweifeln...

Ich bezweifle das nicht. Täte man das, könnte man wohl jedes Aktien- oder Anleihegeschäft rückabwickeln mit dem Hinweis, dass der Anleger ein Prospekt nicht richtig gelesen oder verstanden hat.

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danke für eure Beiträge. Bin generell auch kein Freund der Verbote und habe über eure Beiträge nachgedacht, bin aber nach wie vor der Auffassung,
dass dieses Verbot sinnvoll ist bei dieser Produktklasse, auch wenn damit ein paar Freiheitsrechte eingeschränkt werden, wobei ganz so ist es ja nicht, siehe unten.

Wer es ganz ganau wissen will, kann bei der Bafin eine sehr gute (und sehr lange / ausführliche) Erklärung zum Verbot finden
mit zahlreichen Details, lesenswert. Link: https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Aufsichtsrecht/Verfuegung/vf_170508_allgvfg_cfd_wa.html;jsessionid=FB78CEF4149456FF4EDCDD1CA8B2D3B6.2_cid290?nn=7846960
 

u.A. steht dort drin:
- man kann auch als Privatanleger weiterhin unlimitierte CFDs kaufen, wenn man Wissen und Vermögen nachweist / sich als prof. Anleger deklarieren lässt
- in den USA sind CFDs generell verboten / nicht handelbar wie in Europa für Privatanleger, in anderen Ländern teilweise auch nur beschränkt
- CFDs werden fast zu 100 % von Privatanlegern und speziell Kleinanlegern genutzt
- die durschnittliche Verweildauer ist sehr kurz
- optische Gestaltung die zum Spieltrieb einlädt
- die durchschnittlichen Verluste pro Anleger liegen bei 6-10.000 Euro je nach Studie
- 70-90 % der Anleger sind je nach Studie nicht erfolgreich

und on Top auf das alles kommt dann die Nachschusspflicht als "völlig unkalkulierbares" Risiko, wo eh schon fast jeder sein Geld verliert
(wie im Casino / Spielomat)

Das Ergebnis der Bafin würde ich so intepretieren, dass CFDs ein Produkt für Spieler sind, wie Spielomaten. Der Automat oder in diesem
Fall der Broker gewinnt immer / durchschnittlich immer. Um den blöden Privatdussel, der im Schnitt sowieso verliert bei diesem Produkt (Bafin ist Anlegerschutz),
noch katastrophalere Folgen durch die (trotzdem unwahrscheinliche /sehr selten eintretende) Nachschusspflicht zu ersparen, wird zumindest
dieser Teil der Bombe entschärft. Gut so!

Wer trotzdem meint an den Finanzmärkten Harakiriaktionen machen zu wollen, kann das auch weiterhin,
er muss eben dann etwas mehr EK investieren um eine größere Margin zu hinterlegen.


 

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Geschrieben

 

 

vor 35 Minuten schrieb Sthenelos:

...
Wer trotzdem meint an den Finanzmärkten Harakiriaktionen machen zu wollen, kann das auch weiterhin,
er muss eben dann etwas mehr EK investieren um eine größere Margin zu hinterlegen.


 

 

...was von der BaFin allerdings als ein Ausnahmephänomen betrachtet wird, wovor man geschützt werden muss, wie die BaFin hier schreibt:

 

Zitat

Daraus wird ersichtlich, dass der Gesetz- und Verordnungsgeber die kreditfinanzierte Spekulation von Privatkunden als ein Ausnahmephänomen betrachtet, welches die Schaffung von besonderen Vorkehrungen zum Schutz von Privatanlegern erforderlich macht.

 

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Geschrieben · bearbeitet von chaosmuc
Formulierung letzter Satz verbessert

vor 6 Stunden schrieb DrFaustus:

Dann machen wir doch mal weiter:

- Verbot von Autorennen

Meines Wissens sind Autorennen auf öffentlichen Straßen verboten.

Wenn man doch Autorennen fahren will: Entweder illegal (Presse berichtet regelmäßig darüber, insbesondere wenn unbeteiligte zu Schaden kommen) oder an einer entsprechenden Veranstaltung außerhalb vom öffentlichen Straßenverkehr teilnehemen.

 

Zu den CFDs: Link gelesen?

Dort steht

Zitat

 


Die deutsche Finanzaufsicht Bafin verbietet den Verkauf besonders riskanter Finanzprodukte an private Anleger. Sogenannte Differenzgeschäfte (CFDs) mit einer Nachschusspflicht dürften ihnen künftig nicht mehr angeboten werden, teilte die Behörde mit.
 

 

Lösung analog zu oben: Nicht als Privatanleger auftreten.

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vor 12 Stunden schrieb chaosmuc:

Meines Wissens sind Autorennen auf öffentlichen Straßen verboten.

Wenn man doch Autorennen fahren will: Entweder illegal (Presse berichtet regelmäßig darüber, insbesondere wenn unbeteiligte zu Schaden kommen) oder an einer entsprechenden Veranstaltung außerhalb vom öffentlichen Straßenverkehr teilnehemen.

Klar, auf öffentlichen Straßen. ICh meinte natürlich legale Autorennen auf Rennstrecken. Ist viel zu gefährlich und gehört daher verboten! Man muss die Rennfahrer schützen!

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vor 14 Stunden schrieb Sthenelos:

u.A. steht dort drin:
- man kann auch als Privatanleger weiterhin unlimitierte CFDs kaufen, wenn man Wissen und Vermögen nachweist / sich als prof. Anleger deklarieren lässt
- in den USA sind CFDs generell verboten / nicht handelbar wie in Europa für Privatanleger, in anderen Ländern teilweise auch nur beschränkt

Weil die Amis etwas machen, müssen wir nachziehen? In den USA sind auch diverse Zuckerersatzstoffe verboten, die nachweislich völlig harmlos sind und bei uns erlaubt.

vor 14 Stunden schrieb Sthenelos:


- CFDs werden fast zu 100 % von Privatanlegern und speziell Kleinanlegern genutzt

Nicht relevant. CFDs werden zu 100% von volljährigen, mündigen Bürgern genutzt, die Verträge jeglicher Art abschließen dürfen.

vor 14 Stunden schrieb Sthenelos:


- die durschnittliche Verweildauer ist sehr kurz

Wäre die Verweildauer lang, würdest du ein Verbot ablehnen? Was hat die Verweildauer damit zu tun?

 

vor 14 Stunden schrieb Sthenelos:


- optische Gestaltung die zum Spieltrieb einlädt

Spieltrieb bei volljährigen Menschen, die einen Großteil ihres Vermögens verzocken wollen. Naja...

vor 14 Stunden schrieb Sthenelos:


- die durchschnittlichen Verluste pro Anleger liegen bei 6-10.000 Euro je nach Studie

Irrelevant. Mit dem Verlustargument könnte man auch Neuwagenkäufe verbieten. Fahre mit einem neuen A6 vom Hof und du hast einen höheren Verlust.

 

vor 14 Stunden schrieb Sthenelos:


- 70-90 % der Anleger sind je nach Studie nicht erfolgreich
 

Tja. Könnten sie die Märkte besser einschätzen, wären sie vielleicht erfolgreichen. Also was sagt uns diese Zahl? Nichts...

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