DrFaustus

Einzel- oder Gemeinschaftsdepot?

Geschrieben

Ich überlege gerade ein neues Depot zu eröffnen.

Bislang hatten meine Frau und ich immer Gemeinschaftsdepots. Da ich aber im Grunde alles alleine entscheide und ach handle, bin ich am überlegen ob  ich mir den ganzen Aufwand spare (MifiD II!) und ein Einzeldepot auf mich mache.

Das ich nur den halben FSA nutzen kann ist mit klar, stört mich aber nicht, weil ich die Erträge sowieso über die Steuererklärung  angeben kann/muss/will.

 

Meine Frage nun: Gibt es andere signifikante Nachteile oder gar Vorteile für ein Einzeldepot?

Ich denke da zum Beispiel ans Sozialrecht. Unterstützung pflegebedürftiger Angehöriger. Habe ich Nachteile, wenn das Vermögen formell nur auf mich alleine läuft? Wie sieht das mit möglichen Verschonungsgrenzen bei z.B. Hartz IV aus?

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Geschrieben · bearbeitet von kleinerfisch

Schenkungs/Erbschaftsteuer!

Wenn Du Geld/Wertpapiere vom Gemeinschaftskonto/depot auf ein Einzelkonto/depot überträgst gilt das zu 50% als Schenkung Deiner Frau an Dich. Wenn später Geld von Ihrem Konto auf Dein Einzelkonto fließt sogar zu 100%. Das kann sich schnell über den Freibetrag läppern und wenn Deine Frau vor Dir sterben sollte wird das Erbe mit diesen Schenkungen addiert.

 

Allerdings sind schon Eure Einzahlungen auf das Gemeinschaftsdepot wohl jeweils Schenkungen zu 50% an den Partner. Und gegenseitiges Aufrechnen rechnen geht nicht (bei diesem Absatz bin ich nicht ganz sicher).

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Geschrieben · bearbeitet von DrFaustus

vor 15 Minuten schrieb kleinerfisch:

Schenkungs/Erbschaftsteuer!

Wenn Du Geld/Wertpapiere vom Gemeinschaftskonto/depot auf ein Einzelkonto/depot überträgst gilt das zu 50% als Schenkung Deiner Frau an Dich. Wenn später Geld von Ihrem Konto auf Dein Einzelkonto fließt sogar zu 100%. Das kann sich schnell über den Freibetrag läppern und wenn Deine Frau vor Dir sterben sollte wird das Erbe mit diesen Schenkungen addiert.

 

Allerdings sind schon Eure Einzahlungen auf das Gemeinschaftsdepot wohl jeweils Schenkungen zu 50% an den Partner. Und gegenseitiges Aufrechnen rechnen geht nicht (bei diesem Absatz bin ich nicht ganz sicher).

 

Ui, das ist ja krass. Das wusste ich nicht.

Also angenommen man hat ein recht großes Gemeinschaftsdepot. Löst dieses auf --> Geld fließt aufs Gemeinsschaftskonto. Dann eröffnet man ein neues Depot und investiert über das Gemeinschaftskonto neu.

Dann fällt bei jedem Schritt Schenkungssteuer an? Nach deiner Beschreibung wäre das dann auch bei einem normalen Depotübertrag Gemeinschaftsdepot-Gemeinschaftsdepot der Fall.

 

Aber ist das dann nicht egal in Summe? Ob ich zu 50% schenke, wenn ich auf ein Gemeinschaftsdepot investiere oder 50% auf ein Einzeldepot? Genauso der umgekehrte Weg: Wenn ich von einem Einzeldepot auf Gemeinschaftskonto einzahle sind es 50% Schenkung. Vom Gemeinschaftsdepot ebenso.

 

Eigentlich ist ein Gemeinschaftskonto für etwas vermögendere Leute tödlich. Jede Zahlung darauf ist eine Schenkung. Im Grunde sollte man dann alles trennen, oder?

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Geschrieben

vor 3 Minuten schrieb DrFaustus:

Aber ist das dann nicht egal in Summe? Ob ich zu 50% schenke, wenn ich auf ein Gemeinschaftsdepot investiere oder 50% auf ein Einzeldepot? Genauso der umgekehrte Weg: Wenn ich von einem Einzeldepot auf Gemeinschaftskonto einzahle sind es 50% Schenkung. Vom Gemeinschaftsdepot ebenso.

 

Kommt drauf an was da in 10 Jahren zusammen kommt, ab 500k fällt Schenkungssteuer an.

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Geschrieben

vor 23 Minuten schrieb kleinerfisch:

Allerdings sind schon Eure Einzahlungen auf das Gemeinschaftsdepot wohl jeweils Schenkungen zu 50% an den Partner. Und gegenseitiges Aufrechnen rechnen geht nicht (bei diesem Absatz bin ich nicht ganz sicher).

Interessante Fragestellung! Was ist wenn

 

- Wertefluss von Gemeinschaftskonto auf Gemeinschaftsdepot (oder umgekehrt) - unkritisch?

- Wertefluss von Gemeinschaftskonto anteilig 50/50 auf Einzeldepots/Einzelkonten

- Wertefluss von Einzelkonten im gleichen Verhältnis auf Gemeinschaftskonto

 

Zumindest der letzte Fall dürfte im Fall Einnahmenseite getrennt (Gehalt), Ausgabeseite gemeinsam (Miete etc.) gar nicht so unüblich sein (auch wenn man da nicht unbedingt den Freibetrag sprengt, aber schon bei der Anrechnung im Erbfall würde es eine Rolle spielen).

 

vor 9 Minuten schrieb DrFaustus:

bei einem normalen Depotübertrag Gemeinschaftsdepot-Gemeinschaftsdepot

Hier liegt dann kein Gläubigerwechsel vor, der Fall scheint mir hingegen unkritisch zu sein.

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Geschrieben · bearbeitet von Fondsanleger1966

vor 2 Stunden schrieb DrFaustus:

Ich überlege gerade ein neues Depot zu eröffnen.

Bislang hatten meine Frau und ich immer Gemeinschaftsdepots. Da ich aber im Grunde alles alleine entscheide und ach handle, bin ich am überlegen ob  ich mir den ganzen Aufwand spare (MifiD II!) und ein Einzeldepot auf mich mache.

Das ich nur den halben FSA nutzen kann ist mit klar, stört mich aber nicht, weil ich die Erträge sowieso über die Steuererklärung  angeben kann/muss/will.

Sofern FSA Freistellungsauftrag heißen soll: Du kannst auch den gesamten Freistellungsbetrag in Anspruch nehmen, sofern Deine Frau keine eigenen FSA hat und Dich dazu bevollmächtigt. Oder wenn Sie z.B. nur 100 Euro braucht, kannst Du die gesamte Differenz nutzen (hier also 1.502 Euro). Voraussetzung dafür ist natürlich die gemeinsame Veranlagung.

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Geschrieben

Die Frage ist doch eher, ob nicht bereits die ganzen Einzahlungen (die nicht für den Lebensunterhalt waren) jeweils zu 50% Schenkungen waren?

 

Bei einer Auflösung des Kontos und der Erstellung zweier neuer Depots sollte dann aber aus meiner Sicht kein zweites Mal Schenkungssteuer anfallen.

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Geschrieben · bearbeitet von DrFaustus

Ja,  alleine durch Gehaltszahlungen käme man oft über den Freibetrag. Seltsam unklare Lage. Ist tatsächlich jetzt die Frage ob man nicht besser alles trennt und nur noch Einzelkonten/-depots macht.

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Geschrieben

vor 2 Stunden schrieb DrFaustus:

Also angenommen man hat ein recht großes Gemeinschaftsdepot. Löst dieses auf --> Geld fließt aufs Gemeinsschaftskonto. Dann eröffnet man ein neues Depot und investiert über das Gemeinschaftskonto neu.

Dann fällt bei jedem Schritt Schenkungssteuer an? Nach deiner Beschreibung wäre das dann auch bei einem normalen Depotübertrag Gemeinschaftsdepot-Gemeinschaftsdepot der Fall.

Nein, das nicht.

Man muss einfach 3 Vermögenssphären gedanklich trennen: Eine Gemeinschafts- und 2 Einzelsphären. Dann gibt es auch bei Ehepaaren folgende Fälle:

E1<->E2 Schenkung zu 100%

E1->G Schenkung zu 50% an 2

E2->G Schenkung zu 50% an 1

G komplett -> E1 Schenkung zu 50% an 1

G komplett -> E2 Schenkung zu 50% an 2

 

Beispiel: E1 zahlt 100k auf ein Gemeinschaftskonto ein -> Schenkung von 50k an E2 (da E2 dadurch 50k zuwachsen)

Später wird das Gemeinschaftskonto aufgelöst und das Geld wieder auf ein Einzelkonto von E1 übertragen -> Schenkung von 50k an E1 (da 50k ja E2 gehörten)

Wird stattdessen auf ein Einzelkonto von E2 übertragen -> Schenkung von 50k an E2 (da E1 ja auch 50k gehörten)

Aufrechnen ist nicht (habe ich inzwischen nachgeschaut).

 

Bei Auflösung und paritätischer Auszahlung sollte eigentlich keine Schenkung vorliegen (nicht ganz sicher).

G->G ist dagegen genauso unbeachtlich wie E1->E1 oder E2->E2. Die Gemeinschaft kann sich selbst genausowenig was schenken wie eine Einzelperson.

 

vor 2 Stunden schrieb kleinerfisch:

Allerdings sind schon Eure Einzahlungen auf das Gemeinschaftsdepot wohl jeweils Schenkungen zu 50% an den Partner.

Damit meinte ich von einem Einzelkonto auf ein Gemeinschaftskonto.

 

vor 1 Stunde schrieb Sucher:

Die Frage ist doch eher, ob nicht bereits die ganzen Einzahlungen (die nicht für den Lebensunterhalt waren) jeweils zu 50% Schenkungen waren?

Waren sie auf jeden Fall, wenn nur einer eingezahlt hat. Sonst s.u.

 

vor 2 Stunden schrieb vanity:

- Wertefluss von Einzelkonten im gleichen Verhältnis auf Gemeinschaftskonto

 

Zumindest der letzte Fall dürfte im Fall Einnahmenseite getrennt (Gehalt), Ausgabeseite gemeinsam (Miete etc.) gar nicht so unüblich sein (auch wenn man da nicht unbedingt den Freibetrag sprengt, aber schon bei der Anrechnung im Erbfall würde es eine Rolle spielen).

Das weiß ich nicht. In den Beispielen, die ich kenne (s.a. der Link zu Rödl), ist immer nur die Rede von einem Verdiener, der dann auf ein Gemeinschaftskonto spart oder darüber die Haushaltsausgaben finanziert.

Von der Logik her würde ich denken, dass bei genau paritätischen Einlagen und Entnahmen keine Schenkungen entstehen. Aber wer hält das schon über Jahre durch?

 

vor 1 Stunde schrieb DrFaustus:

Ja,  alleine durch Gehaltszahlungen käme man oft über den Freibetrag. Seltsam unklare Lage. Ist tatsächlich jetzt die Frage ob man nicht besser alles trennt und nur noch Einzelkonten/-depots macht.

Das wird üblicherweise empfohlen. In der Presse ist das dann aber immer das Ehepaar S aus T (*Name von der Redaktion geändert). Ob diese Regelung praktisch gelebt wird, weiß ich nicht. Allerdings werden ja sowohl untentgeltliche Depotüberträge als auch Immobilientransaktionen dem Finanzamt gemeldet. Bei Trennung des Gemeinschaftsdepots würde ich daher erst verkaufen und dann in Cash trennen.

 

Unproblematisch ist übrigens eine Vollmacht für den Partner. So kann man dann auch in Einzelverdienerehen beiden faktisch die Verfügungsmacht über das gesamte Einkommen übertragen.

 

Das ganze ist reichlich idiotisch. Denn in einer Einzelverdienerehe "schenkt" ja der verdienende Partner dem anderen zwangsläufig alle Unterhaltsausgaben, teils zur Hälfte (Miete etc.) teils in Gänze (Zweitwagen, Kleidung...). Ein Problem wird das aber erst, wenn es um Angespartes geht und natürlich, wenn die Freibeträge überschritte werden.

Da Schenkungen natürlich auch steuerlich nicht auf Geldbeträge beschränkt sind, ist dieser Unterschied nicht einleuchtend.

 

 

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Geschrieben · bearbeitet von DrFaustus

Am ‎12‎.‎01‎.‎2018 um 18:38 schrieb kleinerfisch:

Das ganze ist reichlich idiotisch. Denn in einer Einzelverdienerehe "schenkt" ja der verdienende Partner dem anderen zwangsläufig alle Unterhaltsausgaben, teils zur Hälfte (Miete etc.) teils in Gänze (Zweitwagen, Kleidung...). Ein Problem wird das aber erst, wenn es um Angespartes geht und natürlich, wenn die Freibeträge überschritte werden.

Da Schenkungen natürlich auch steuerlich nicht auf Geldbeträge beschränkt sind, ist dieser Unterschied nicht einleuchtend.

 

 

Vielen Dank! Das trifft es auf den Punkt!

Muss ich mir mal tiefere Gedanken machen, wie wir das angehen. Im Endeffekt denke ich nicht, dass bei reinen Geldflüssen, das FA irgendwie Wind davon bekommt. Aber Steuern hinterziehen will ich natürlich auch nicht. Obwohl das ganze Thema sowas von dumm und unlogisch ist, dass mein Steuergewissen sich hier kaum zu Wort melden dürfte.

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