Vodafone

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189 posts in this topic

Posted · Edited by adenin

Was verbirgt sich eigentlich hinter den impairment-losses? Verstehe den Zusammenhang nicht, wie ein schwaches Spanien- bzw. Italien-Geschäft zu Abschreibungen in der Höhe von ca. 6 Mrd. führt. Warum geht nicht einfach nur der Umsatz bzw Gewinn zurück?

 

aus dem Halbjahresbericht vom 30.Sept.2012 zum Punkt Impairment loss:

 

...The impairment loss for the six months ended 30 September 2012 was driven by a combination of lower projected

cash flows within business plans, resulting from our reassessment of expected future business performance in light

of current trading and economic conditions, and also adverse movements in discount rates driven by the credit rating

and yields on 10 year government bonds...

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Ich denke, dass gewisse Teile des AV auf Basis künftiger Cashflows bewertet werden. Wenn sich aber die Wirtschaft schlechter entwickelt als erwartet, ist Vodafone gezwungen, diese Investitionen auf den Fair Value abzuschreiben.

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Was verbirgt sich eigentlich hinter den impairment-losses? Verstehe den Zusammenhang nicht, wie ein schwaches Spanien- bzw. Italien-Geschäft zu Abschreibungen in der Höhe von ca. 6 Mrd. führt. Warum geht nicht einfach nur der Umsatz bzw Gewinn zurück?

 

Hallo,

 

die "impairment-losses" entstehen durch die Abschreibungen auf den Bilanzposten Firmenwert (englisch: Goodwill). Firmenwert entsteht wie folgt:

 

Es gibt eine Firma A, die 1000 EUR Eigenkapital hat. Weil A aber so hohe Gewinne macht, kauft Firma B die Firma A für 1500 EUR. Die 500 EUR Differenz müssen in der Bilanz von Firma B natürlich irgendwo auftauchen und das ist der Posten "Firmenwert".

 

Früher mußte man den Firmenwert über einen festgelegten Zeitraum abschreiben, aber die Regeln haben sich vor ein paar Jahren geändert und heute wird die Werthaltigkeit der übernommenen Firma jährlich geprüft. Wie oben erwähnt hat Firma B mehr als das Eigenkapital bezahlt, weil Firma A so hohe Gewinne macht. Wenn Firma A nach der Übernahme weniger verdient, ist natürlich auch der über dem Eigenkapital liegende Kaufpreis nicht mehr rechtfertigt (=Bilanzposten Firmenwert) und muß abgeschrieben werden.

 

Wie Ulkbaer richtig geschrieben hat, werden zur Bewertung des Firmenwertes die künftigen Barmittelzuflüsse bewertet. Das Problem ist daran, daß die Firmenleitung den Firmenwert in starken Maßen und völlig legal manipulieren kann. Viele spektakuläre Milliardenverluste entstehen, weil massiv Firmenwerte abgeschrieben werden, nachdem der Vorstandschef gewechselt hat. So kann der neue nämlich einfach durch Änderung von ein paar Annahmen die Altlasten seinem Vorgänger in die Schuhe schieben, ohne daß sich real viel geändert hat.

 

Gruß

Sladdi

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Das klingt sehr verständlich und plausibel Sladdi und Ulkbaer, danke schön!

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die "impairment-losses" entstehen durch die Abschreibungen auf den Bilanzposten Firmenwert (englisch: Goodwill). Firmenwert entsteht wie folgt:

 

Der Impairment-Test muss nicht nur auf den Goodwill angewendet werden, sondern auch auf Sonstige immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen. Worauf die Impairment-losses von Vodafone beruhen, weiß ich aber nicht.

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Was verbirgt sich eigentlich hinter den impairment-losses? Verstehe den Zusammenhang nicht, wie ein schwaches Spanien- bzw. Italien-Geschäft zu Abschreibungen in der Höhe von ca. 6 Mrd. führt. Warum geht nicht einfach nur der Umsatz bzw Gewinn zurück?

 

Hallo,

 

die "impairment-losses" entstehen durch die Abschreibungen auf den Bilanzposten Firmenwert (englisch: Goodwill). Firmenwert entsteht wie folgt:

 

Es gibt eine Firma A, die 1000 EUR Eigenkapital hat. Weil A aber so hohe Gewinne macht, kauft Firma B die Firma A für 1500 EUR. Die 500 EUR Differenz müssen in der Bilanz von Firma B natürlich irgendwo auftauchen und das ist der Posten "Firmenwert".

 

Früher mußte man den Firmenwert über einen festgelegten Zeitraum abschreiben, aber die Regeln haben sich vor ein paar Jahren geändert und heute wird die Werthaltigkeit der übernommenen Firma jährlich geprüft. Wie oben erwähnt hat Firma B mehr als das Eigenkapital bezahlt, weil Firma A so hohe Gewinne macht. Wenn Firma A nach der Übernahme weniger verdient, ist natürlich auch der über dem Eigenkapital liegende Kaufpreis nicht mehr rechtfertigt (=Bilanzposten Firmenwert) und muß abgeschrieben werden.

 

Wie Ulkbaer richtig geschrieben hat, werden zur Bewertung des Firmenwertes die künftigen Barmittelzuflüsse bewertet. Das Problem ist daran, daß die Firmenleitung den Firmenwert in starken Maßen und völlig legal manipulieren kann. Viele spektakuläre Milliardenverluste entstehen, weil massiv Firmenwerte abgeschrieben werden, nachdem der Vorstandschef gewechselt hat. So kann der neue nämlich einfach durch Änderung von ein paar Annahmen die Altlasten seinem Vorgänger in die Schuhe schieben, ohne daß sich real viel geändert hat.

 

Gruß

Sladdi

 

Vielen Dank für die Frage und natürlich auch die Antwort.

Nur eine kurze Frage zu den Abschreibungen sei noch gestattet, weil hier soll es ja um Vodafone gehen und nicht um Bilanzierungsregeln.

Wenn es in Spanien/Italien wieder besser laufen sollte. Kann dann der Firmenwert wieder raufgeschrieben werden?

Wäre ja nur konsequent. Und kommt das in der Praxis auch vor?

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Vielen Dank für die Frage und natürlich auch die Antwort.

Nur eine kurze Frage zu den Abschreibungen sei noch gestattet, weil hier soll es ja um Vodafone gehen und nicht um Bilanzierungsregeln.

Wenn es in Spanien/Italien wieder besser laufen sollte. Kann dann der Firmenwert wieder raufgeschrieben werden?

Wäre ja nur konsequent. Und kommt das in der Praxis auch vor?

 

Meines Wissens greift da dann das Aktivierungsverbot für 'selbstgeschaffenen' Firmenwert. Also keine Heraufschreibung.

 

Allerdings beeinflusst eine solche Verbesserung natürlich den Aktienkurs - und kann ggf. über spätere Verkäufe der Tochter-Unternehmen

sich dann auch als ausserordentliche Erträge niederschlagen.

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Vodafone plant offenbar die Übernahme von Kabel Deutschland :

Manager Magazin

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Wäre ein logischer Schritt .

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Na, was ist denn mit Vodafone los? Einstigsmöglichkeit, oder strukturelle Schwäche?

 

 

???

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Na, was ist denn mit Vodafone los? Einstigsmöglichkeit, oder strukturelle Schwäche?

 

 

???

 

Die Zahlen in der Branche enttäuschen doch derzeit ein wenig (z.B. KPN, France Telekom, etc). Weiterhin große Konkurrenz, Margendruck, Regulierung und hoher Investionsbedarf in Netze bei relativ hoher Verschuldung der Telekomunternehmen. Gegensteuerung: Sparprogramme und Dividendenkürzungen ...

Das beflügelt nicht gerade die Phantasie der Anleger auf Kursgewinne ...ohmy.gif

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5% :w00t:

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5% :w00t:

 

Verizon will eine Lösung für das JV mit Vodafone in den USA noch in diesem Jahr! Bin gespannt wie die Auflösung der Partnerschaft aussehen wird

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Etwas mehr dazu hier

 

Stellt sich die Frage ob das sich gut oder schlecht auf den Kurs auswirkt - als am vergangenen Freitag frisch eingestiegenen Anleger erfreut mich das gerade :P

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das ganze wäre nur ziemlich teuer für Verizon

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Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vodafone sein US-Geschäft komplett hergeben will - dafür ist die Marktposition von Verizon Wireless zu gut und der Anteil am Unternehmensgewinn, der aus dieser Richtung kommt, zu groß. So viele Schulden muss auch Vodafone nicht abbauen, denke ich.

 

Umgekehrt dürfte eine Übernahme von Vodafone für Verizon nicht attraktiv sein, wie der Artikel ja auch erläutert.

 

Vodafone war in den vergangenen Monaten ausgesprochen schlecht gelaufen; ich hatte schon einen Tausch meiner TeliaSonera in Vodafone erwogen. Das aktuelle Gerücht hat diese Überlegungen beendet.

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Posted · Edited by Flughafen

Habe die Erholung genutzt, und mich von Vodafone verabschiedet. Wahrscheinlich zu früh angesichts der aktuellen Gerüchteküche, aber Telcos sind in den jetzigen Zeiten nicht mein Ding. Der Konkurrenzdruck in der Branche ist mir zu groß, Telefonica und andere Telcos brauchen dringend Geld und verscherbeln neue Dienste zu Kleinstpreisen, um irgendwie an Cash ranzukommen. Unter diesen Umständen ist es schwierig, Geld zu verdienen.

Es gibt für meinen Geschmack wohl zu viele Telcos. :)

 

PS: Und die Bilanzen von Vodafone sind auch ziemlich anstrengend.

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Habe die Erholung genutzt, und mich von Vodafone verabschiedet. Wahrscheinlich zu früh angesichts der aktuellen Gerüchteküche, aber Telcos sind in den jetzigen Zeiten nicht mein Ding. Der Konkurrenzdruck in der Branche ist mir zu groß, Telefonica und andere Telcos brauchen dringend Geld und verscherbeln neue Dienste zu Kleinstpreisen, um irgendwie an Cash ranzukommen. Unter diesen Umständen ist es schwierig, Geld zu verdienen.

Es gibt für meinen Geschmack wohl zu viele Telcos. :)

 

PS: Und die Bilanzen von Vodafone sind auch ziemlich anstrengend.

Hallo Flughafen,

 

kann ich sehr gut verstehen....eventuell sind die Telcos aber gerade deswegen interessant, weil Sie im Moment niemand haben will :unsure:

 

 

 

Anja

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Posted · Edited by stocks+bonds

kann ich sehr gut verstehen....eventuell sind die Telcos aber gerade deswegen interessant, weil Sie im Moment niemand haben will :unsure:

 

 

Genau das denke ich und deswegen investiere ich in Telcos.

 

Telekommunikation ist ein Grundbedürfnis. Wer kommt noch ohne Telefonie, bzw. mobiles Internet aus? Ich zähle die Telcos deshalb als Infrastrukturbetreiber zu den Versorgern.

 

Aktuell sind die meisten Telcos am Boden, weil sie viel zu lange großzügige Dividenden ausgeschüttet haben und aktuell zwei Dinge passieren: 1. Massive Investitionen in die Netze fallen an. 2. OTTs die Marge "oben abschöpfen" (Skype, Whatsapp, etc.) da sich die Telcos zu lange auf den CashCows ausgeruht haben. Langfristig sehe ich die Lage für Infrastrukturbetreiber aber positiv und kaufe deshalb Telcos mit starker Vormachtstellung (Swisscom@CH, NTTDoCoMo@JP) und solche mit Wachstum in den Emerging Markets (Vodafone@UK, ChinaMobile@CN).

 

Das Datenvolumen in den Netzen verdoppelt sich alle 10 Monate. Irgendjemand wird diese Daten transportieren und sowohl die Datenproduzenten als auch die Datenkonsumenten werden dafür zahlen. Mit welcher Software/Hardware diese Daten konsumiert werden erscheint mir volatiler als die Datenpipelines.

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Posted · Edited by Schildkröte

Man sollte Telekommunikations-Unternehmen auch mal als Infrastruktur-Unternehmen betrachten.

Das klassische Festnetz stirbt aus, im Leitungsbereich muss viel investiert werden und bei Internet-/Handy-Tarifen besteht ein harter Wettbewerb.

Andererseits verwischen die Grenzen zwischen Internet und Fernsehen zunehmend. Die Dt. Telekom bietet hier z. B. Entertain an und kooperiert auch mit sky. Als Aktionär kann es einem auch egal sein, was sich die Zuschauer künftig über Smart-TV anschauen, hauptsache sie tun es über die Verbindung des eigenen Unternehmens. Aber vielleicht fällt den Regulierern von der EU dann wieder was tolles ein.

Darüber hinaus bestehen für Telcos Potenziale mit Cloud-Diensten sowie Strom- und HealthCare-Infrastruktur.

 

Unabhängig davon kauft Vodafone weiter fleißig eigene Aktien auf: http://www.foxbusine...+News+-+Text%29

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