Schlumich

Fiktiver Verkauf von REIT Aktien zum Jahreswechsel 2018

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Ich habe gerade mit Verwunderung festgestellt, dass in meinem Depot bei der DIBA meine vier Positionen an REIT-Aktien zum 31.12.2017 fiktiv verkauft wurden.

Es handelt sich um:

 

  • US6819361006 / Omega Healthcare Inc
  • US8754651060 / Tanger Outlet Fact.
  • US92936U1097 / W.P. Carey
  • US8621211007 / Store Cap.

 

Bislang war ich der Meinung, dass das Gesetz nur für Fonds Anwendung finden wird.

Werden REITs- AKtien nach deutschem Recht als "Fonds" gewertet oder ist das eine Interpretation der DIBA?

Habt ihr das bei euren Brokern auch festgestellt?

Wie geht ihr hier vor?

 

Ich versuche nächste Wochen mal eine Aussage der DIBA zu erhalten....

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Schon merkwürdig, denn auch WM sagt:

 

Bildschirmfoto 2018-02-11 um 13.32.18.png

 

und auch das Gesetz sagt in §1

 

Zitat

(3) Keine Investmentfonds im Sinne dieses Gesetzes sind

 

5. REIT-Aktiengesellschaften nach § 1 Absatz 1 des REIT-Gesetzes und andere REIT-Körperschaften, -Personenvereinigungen oder -Vermögensmassen nach § 19 Absatz 5 des REIT-Gesetzes.

 

-> nachfragen

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vor 2 Stunden schrieb Schlumich:

Werden REITs- AKtien nach deutschem Recht als "Fonds" gewertet oder ist das eine Interpretation der DIBA?

REITs können als "Investmentvermögen" im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuchs eingestuft werden. Die BaFin hat dazu ein Auslegungsschreiben auf ihrer Website, legt darin für REITs aber genau genommen gar nichts aus, sondern erklärt die Frage zu einer Einzelfallentscheidung (siehe dort die ersten beiden Fragen im Fragenkatalog). Die DiBa hat W.P. Carey (die habe ich auch dort im Depot) auch schon vor der Reform als "ausländischen Immobilienfonds" eingestuft, so stand es als Hinweis auf den Ertragsabrechnungen. Die Einschätzung der BaFin dürfte allerdings eher für Regulierungsfragen relevant sein, für die Besteuerung ist eher die Einschätzung des Finanzministeriums relevant. Dort ist mir kein Auslegungsschreiben bekannt, der Wortlaut des von Ramstein bereits zitierten Gesetzes ist meiner Ansicht nach aber eindeutig. Mir ist der fiktive Verkauf bisher gar nicht aufgefallen, ich werde ebenfalls nachfragen.

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Ich habe eine Antwort von der ING-DiBa erhalten, die allerdings nur erklärt, die Aktie sei steuerlich "wie ein Fonds aufgelegt" und werde deshalb wie ein Fonds oder ETF abgerechnet. Das basiert laut DiBa auf Daten von WM (öffentlich einsehbar ist dort dann wohl nur die Art des Wertpapiers, aber nicht die steuerliche Einordnung):

Zitat

Die Festlegung dazu treffen wir nicht selbst. Wir erhalten diese Daten von der Lagerstelle Ihrer Wertpapiere und Wertpapier-Mitteilungen, einem Unternehmen welches die steuerrelevanten Festlegungen in Abstimmung mit dem Gesetzgeber trifft und an alle Institute als Empfehlung herausgibt.

 

Auf die zitierte Ausnahme von REITs aus dem Anwendungsbereich des InvStG geht die Antwort leider nicht ein. Ich sehe aber keinen Nachteil, der sich für mich aus dem fiktiven Verkauf ergibt, eine Vorabpauschale droht bei REITs aufgrund der hohen Ausschüttungen sowieso nicht, insofern werde ich das jetzt so hinnehmen. Die Comdirect hat übrigens (bei einem anderen REIT) ebenfalls eine fiktive Veräußerung zum 31.12. vorgenommen, dort habe ich bisher nicht nachgefragt. Ich vermute ohnehin, ich würde eine ähliche Antwort bekommen.

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Posted · Edited by Heidelbärger

vor 2 Stunden schrieb Yerg:

Ich sehe aber keinen Nachteil, der sich für mich aus dem fiktiven Verkauf ergibt, eine Vorabpauschale droht bei REITs aufgrund der hohen Ausschüttungen sowieso nicht, insofern werde ich das jetzt so hinnehmen

Bin mir nicht sicher, aber die Zuordnung der Reits in die Kategorie Fonds könnte zukünftig mit Nachteilen verbunden sein. Da es sich um einen Fonds handelt kann keine Quellensteuer gegen die Auschüttungen abgerechnet werden. Die 30% Teilfreistellung (auf Ausschüttungen und Gewinnrealisierung), die als Kompensation des Verlusts des Qust. Abzugs gedacht ist, greift hier aber auch nicht, weil Reits keine Aktien sind. :huh:

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Die Teilfreistellung dient ja als Ausgleich dafür, dass Fonds auf Fondsebene mit Quellensteuern belastet werden. Die REITs zahlen auf REIT-Ebene soweit ich weiß keine Quellensteuern, insofern gibt es da auch nichts auszugleichen. Die US-REITs unterliegen auf REIT-Ebene ohenhin US-Steuerrecht - auf die Besteuerung auf REIT-Ebene dürfte die deutsche Reform also keine Auswirkungen haben.

 

Teilfreistellung bei Immobilienfonds wäre außerdem 60 bzw. 80% B-), wurde aber von der ING DiBa natürlich nicht angewendet.

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Ich habe zwischenzeitlich die gleiche Antwort wie @Yerg erhalten....

 

Zwischenzeitlich haben OHI und Tanger Dividenden gezahlt. Bei beiden steht auf der Abrechnung "ausländischer Immo-Fonds". Bei beiden Abrechnungen wurde 15% Quellensteuer angerechnet. In beiden Fällen wurde KEINE Teilfreistellung vorgenommen. Die Abrechnung sieht also auf den ersten Blick aus, wie eine "normale" Dividendenbescheinigung einer Aktie.

 

Ich entsinne mich aber dunkel, dass ich bei OHI zur Mitte des Jahres ein paar Stornierungen und Neuberechnungen der Ertragsabrechnungen erhalten habe. Retrospektiv betrachtet könnte das mit dem dubiosen Status "ausländischer Immo-Fonds" zusammenhängen. Ich werde mir mal die Unterlagen von 2017 aus dem Keller holen und mir das Ganze mal anschauen in einer ruhigen Minute.

 

 

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vor 16 Stunden schrieb Schlumich:

 

Zwischenzeitlich haben OHI und Tanger Dividenden gezahlt. Bei beiden steht auf der Abrechnung "ausländischer Immo-Fonds". Bei beiden Abrechnungen wurde 15% Quellensteuer angerechnet. In beiden Fällen wurde KEINE Teilfreistellung vorgenommen. Die Abrechnung sieht also auf den ersten Blick aus, wie eine "normale" Dividendenbescheinigung einer Aktie.

 

 

Ich habe OHI bei der Consorsbank im Depot. Dort gab es keine fiktive Veräußerung zum 31.12.2017. Die Dividendenausschüttung und Steuerberechnung sind im Ergebnis völlig normal. Allerdings wird die Ausschüttung tatsächlich als "Ertragsgutschrift" mit "Ertragsausschüttung je Anteil" ausgewiesen. Das war letztes Jahr aber auch schon so.

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vor 23 Stunden schrieb Schlumich:

Ich habe zwischenzeitlich die gleiche Antwort wie @Yerg erhalten....

 

Zwischenzeitlich haben OHI und Tanger Dividenden gezahlt. Bei beiden steht auf der Abrechnung "ausländischer Immo-Fonds". Bei beiden Abrechnungen wurde 15% Quellensteuer angerechnet. In beiden Fällen wurde KEINE Teilfreistellung vorgenommen. Die Abrechnung sieht also auf den ersten Blick aus, wie eine "normale" Dividendenbescheinigung einer Aktie.

 

Ich entsinne mich aber dunkel, dass ich bei OHI zur Mitte des Jahres ein paar Stornierungen und Neuberechnungen der Ertragsabrechnungen erhalten habe. Retrospektiv betrachtet könnte das mit dem dubiosen Status "ausländischer Immo-Fonds" zusammenhängen. Ich werde mir mal die Unterlagen von 2017 aus dem Keller holen und mir das Ganze mal anschauen in einer ruhigen Minute.

 

 

Die von dir gemeinten Stornierungen aus 2017 haben glaube ich noch einen anderen Hintergrund. Die Ausschüttungen von REITs bestehen zum Teil aus "return of capital" (ich glaube das ist eine Art Kapitalherabsetzung) und aus der klassischen Dividende. Da die Banken die genaue Zusammensetzung der Ausschüttung erst nach Abschluss des Jahres erhalten, werden die Ausschüttungen des Vorjahres immer storniert und dann erneut korrekt besteuert, also die Abgeltungssteuer auf die Dividende und eine andere Steuer auf den "return of capital"

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