Konservatives Portfolio als Ersatz für vermietetes EFH

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  • Portfolio
  • Vergleich
  • Rendite
  • Konservativ

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Guten Tag zusammen,

 

da ich mich mit dem Thema Finanzen etwas auskenne, wurde ich aus dem engeren Familienkreis zur Entscheidung pro/contra vermietetes EFH gefragt.

 

Ausgangssituation:

Aufgrund von viel Arbeit und Stress beim Vermieten hat die betroffene Person keine gesteigerte Lust mehr, weiterhin als Vermieter zu agieren. Die Spekulationsfrist der betreffenden Immobilie läuft demnächst ab, sodass ein Verkauf dann sinnvoll möglich wäre. In dem (schuldenfreien) Objekt sind derzeit ca. 75% des Gesamtkapitals gebunden, der Rest ist und bleibt Barreserve (nicht Gegenstand der nachfolgenden Betrachtungen).

 

Fußend auf länderspezifischen Sektordaten zu Wohnimmobilien haben wir zunächst mal eine Intuition über Drawdowns und Renditen von Wohnimmobilien generell erlangt. Übertragen auf einen Einzelklumpen sieht das natürlich noch deutlich schlechter aus, ich kann aber nicht quantifizieren wie viel schlechter, da ich lediglich die erwartete Rendite der Einzel-Immobilie berechnen, aber nicht das Risiko abschätzen kann.

 

Grundsätzlich unterstütze ich daher die Idee, das EFH zu verkaufen und den Betrag anderweitig zu investieren.

 

Die Benchmark für ein zu bildendes Portfolio ist daher in etwa (konservativ):

Risiko: Sektorrisiko Wohnimmobilien (Drawdown 30%, 90% Konfidenz)

Rendite (nominal) rund 3% im Base-Case

 

Da die Person risikoavers ist und auch ich ein gutes Gefühl bei der Empfehlung haben möchte, tendiere ich dazu, bei gegebener Rendite das Risiko zu senken.

Hinsichtlich einer konkreten Asset Allocation bin ich aber unsicher, was sicher auch daran liegt, dass es eben kein "echtes" richtig gibt. Meine Idee geht in folgende Richtung:

 

25-30% Weltweite Aktien ETF (bspw. Vanguard All World oder ähnliches; aufgrund des USD-tilts bei Anleihen vielleicht auch ein weniger US-lastiger weltweiter Value ETF...)

10% USD EM Government Bond ETF

10-15% USD T-Bills ETF (Zinsniveau bereits deutlich höher als bei uns; Weitere Zinserhöhung vermutlich bereits stärker eingepreist, da die FED eine klarere Marschrichtung als die EZB hat)

40% Cash - Tagesgeldhopping (bis Staatsanleihen-Zinsen (ab AA-Rating) im Euroraum ein höheres Niveau als Tagesgeld erreichen.)

5% REIT

5% Gold, physisch

 

Aus Spreadgründen würde Gold als Barren gekauft, daher wohl nur 2-3 Tranchen. Der Rest würde über rund 3 Jahre langsam in den Markt fließen.

 

Sind hier grobe Denkfehler drin? Habe ich zentrale Aspekte vergessen? Herzlichen Dank vorab.

 

 

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vor 8 Minuten schrieb Bollerkopf:

Die Benchmark für ein zu bildendes Portfolio ist daher in etwa (konservativ):

Risiko: Sektorrisiko Wohnimmobilien (Drawdown 30%, 90% Konfidenz)

Rendite (nominal) rund 3% im Base-Case

 

Da die Person risikoavers ist und auch ich ein gutes Gefühl bei der Empfehlung haben möchte, tendiere ich dazu, bei gegebener Rendite das Risiko zu senken.

Hinsichtlich einer konkreten Asset Allocation bin ich aber unsicher, was sicher auch daran liegt, dass es eben kein "echtes" richtig gibt.

 

Warum willst du mit einem nicht durch fundiertes Wissen unterlegtem Ratschlag ins Risiko gehen?

 

Ich würde vorschlagen, mit der Value-at-Risk-/Renditeerwartungskombo die diversen Roboadvisoranbieter zu prüfen, z.B. Scalabel Capital, Deutsche Bank Robin, quirion, etc.

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Geschrieben

Ich habe es immer gemieden innerhalb von Familie und Freunden andere Leute Finanzen zu beraten oder gar Empfehlungen auszusprechen.

 

Wenn besagte Person  mit der Vermietung eines Objektes überfordert ist, dann wird sie sicherlich auch nicht tief in den ETF Markt einsteigen wollen. Sie investiert blind auf deine Empfehlung. Typischerweise ist das besagte Mutter/Großmutter über 60, die aus eigenem Antrieb niemals in Aktien, Fremdwährungsanleihen usw. investieren würde. Das ist die Person, die bei 20% Drawdown am Markt panisch alles verkauft.

 

Vor allem aber kommst du aus der Nummer nicht raus. Du wirst beim Tagesgeldhopping helfen müsse, Rebalancing für die Person machen und bei allen Dingen beraten und trösten. Dann wirklich lieber zu Arero oder Scalable Capital. Die managen Vermögen, bieten auch konservative Strategien und besagte Person kann alles selber machen.

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Arero + TG/Gold nach Bedarf und fertig.

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Naja...

 

Am 8.6.2018 um 09:17 schrieb Andreas900:

Ich habe es immer gemieden innerhalb von Familie und Freunden andere Leute Finanzen zu beraten oder gar Empfehlungen auszusprechen.

Das macht man nur mit richtiger Finance Ausbildung und entsprechendem Studiengang. Alles andere ist Einbildung.

 

Am 8.6.2018 um 09:17 schrieb Andreas900:

Aktien, Fremdwährungsanleihen usw. investieren würde.

Das sind 10 verschiedene paar Schuhe. Nicht vergleichbar. Bitte Basics nacharbeiten. 

 

Am 8.6.2018 um 09:17 schrieb Andreas900:

Vor allem aber kommst du aus der Nummer nicht raus.

Es gibt klare Regeln, so wie überall. Es ändert nicht wirklich etwas daran, ob man jetzt seinen Partner oder einen unbekannten berät. Die Regeln sind für jedermann. Wenn der Partner oder eine sonstige Person aus dem Familienkreis nicht mit den deutlichen Spielregeln umgehen kann, ist genau das der Grund auf eine Beratung zu verzichten kein anderer. Als fachkundiger hast du eine entsprechende Aura und das Wissen korrekt zu beraten, da spricht nicht wirklich viel dagegen, solange man alles ernst nimmt. 

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Zunächst einmal vielen Dank für die bisherigen Rückmeldungen.

 

Ich gehe die wesentlichen Punkte mal chronologisch durch.

 

Ramstein: "Warum willst du mit einem nicht durch fundiertes Wissen unterlegtem Ratschlag ins Risiko gehen?"

 

Das habe ich bereits erläutert. Die Benchmark ist definiert und bietet Optimierungspotenziale. Optimierung ginge in Richtung der Pole "Beibehaltung des Risikos, Steigerung der erw. Rendite" oder "Beibehaltung Renditeerwartung, Senkung des Risikos". Letzteres ist die Marschrichtung aus den genannten Gründen.

 

Portfolio-VaR-Simulationen auf Monte-Carlo-Basis habe ich natürlich durchlaufen lassen. Letztlich muss man sich aber auch hier der mit den Annahmen verbundenen Unzulänglichkeiten bewusst sein. Leider habe ich bei den Robos nicht die zu den jeweiligen VaR-Leveln gehörige Asset-Allocation, sondern lediglich Rendite-Korridore gefunden. Hättest du dazu vielleicht einen Link?

 

Andreas900:

 

Der Problematik von Empfehlungen bin ich mir bewusst. Durch einen vorherigen "Privat-Crashkurs" und mehrfache, überdeutliche Sensibilisierung für Risiken und zugrunde liegende Annahmen ist das Thema allerdings soweit wie möglich abgehakt. Das ich aus der Nummer nicht mehr rauskomme ist kein Problem. Erstens macht es mir nur minimal Arbeit, zweitens wird der ganze Spaß so simpel aufgebaut, dass die betroffene Person genau weiß und versteht was da passiert, sodass sie jederzeit auch alles selber machen könnte. Abschließend muss man sich die Risiko-Rendite-Benchmark mal auf der Zunge zergehen lassen. Auch simpelstes Buy and Hold ohne Rebalancing und sonstige Späße sollte mit einer deutlich besseren Sharpe Ratio einhergehen.

 

Andreas900, Sucher & Ramstein:

 

Robos kommen nicht in Betracht. Der Arero bildet mir das Marktportfolio zu wenig ab, da zu geringer (globaler) Anleihenanteil. Sowohl Robos als auch der Arero gehen in hochbonitäre europäische Staatsanleihen. Technisch sind diese natürlich sicherer als deutsches Tages- und Festgeld, auf Retail-Ebene überzeugt mich das aber im U100k-Bereich nicht.

 

Handmeyer:

 

Abhängig von der Definition von "richtiger Finance Ausbildung" passt das schon soweit :) Dennoch: Austausch ist immer sinnvoll. Sei es um Denkfehler aufzudecken (vor denen niemand gefeit ist) oder lediglich um nochmal eine andere Perspektive zu sehen.

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vor einer Stunde schrieb Handmeyer:

Als fachkundiger hast du eine entsprechende Aura und das Wissen korrekt zu beraten, 

 

Wenn man irgendeine Aura und Wissen hat kann man korrekt beraten?

 

Zudem gehören zu einer funktionierenden Beratung mindestens zwei: jemand, der sich beraten lässt und dann gewillt ist, die Ratschläge umzusetzen und dafür Einsatz zu bringen.

 

Ich würde es ebenfalls bleiben lassen, als Laie einen anderen Laien in Finanzdingen mit riskanten Geldanlagen zu beraten. Noch um so mehr, wenn man die Beratung selber nicht leisten kann, sondern dazu dieses Forum befragen muss.

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

vor 6 Minuten schrieb Bollerkopf:

:

 

Robos kommen nicht in Betracht. Der Arero bildet mir das Marktportfolio zu wenig ab, da zu geringer (globaler) Anleihenanteil. Sowohl Robos als auch der Arero gehen in hochbonitäre europäische Staatsanleihen. Technisch sind diese natürlich sicherer als deutsches Tages- und Festgeld, auf Retail-Ebene überzeugt mich das aber im U100k-Bereich nicht.

 

 

 

Falscher Fokus. Es geht nicht darum, dass das Portfolio irgendwie beliebig perfekt ist, sondern es geht darum, dass es aufwandsarm für den Anleger ist und trotzdem ein wissenschaftlich fundiert begründetes und kaum angreifbares Anlagekonzept kostengünstig wirklich umgesetzt wird.

 

Dass die Portfoliostruktur zur Risikotoleranz und Risikotragfähigkeit des Anlegers passt ist m. E. wesentlich wichtiger als deine Perfektionsansprüche an den risikoarmen Portfolioanteil, wo du eher noch die Rolle dieses Anteils nicht verstanden hast.

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