Keine Inline Optionsscheine mehr für Privatkunden?

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Geschrieben · bearbeitet von ZfT

gerade in der Postbox von Flatex gefunden:

 

Zitat

Betreff: Kaufbeschränkung bei Inline-Optionsscheinen                                                               Frankfurt, 29.06.2018

Sehr geehrter Herr ZfT,

aufgrund eines Beschlusses der europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde ESMA ist derKauf von so genannten

Inline-, StayHigh- und StayLow-Optionsscheinen für Privatanleger ab dem 2. Juli 2018 nicht mehr möglich. Hiervon sind

Produkte der Emittenten (bspw. Commerzbank, Deutsche Bank, Unicredit und Société Generale) betroffen.

Falls Sie bereits Stücke in den genannten Produktkategorien in Ihrem Depot halten, können Sie diese weiterhin wie gewohnt

verkaufen.

Mit freundlichen Grüßen

Ihr flatex-Team

 

 

Und die Société Générale informiert auf Ihrer Produktübersichtsseite wie folgt:

 

Zitat

Gemäß einer neuen europaweiten Regulierungsmaßnahme der Europäischen Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA), die am 2. Juli 2018 in Kraft tritt, sind diese Produkte nicht mehr für Privatkunden geeignet und dürfen nicht an diese vertrieben werden. Diese Produkte dürfen nur von Anlegern erworben werden, die als professionelle Kunden oder geeignete Gegenparteien im Sinne von MIFID2 eingestuft sind.

Bitte kontaktieren Sie Ihre Bank oder Ihren Online-Broker, um sich Ihre Eignung bzw. Nicht-Eignung für dieses Produktangebot bestätigen zu lassen.

 

 

Abgesehen davon, daß die Ankündigung sehr kurzfristig kommt:

Kennt jemand den Hintergrund dieser "Regulierungsmaßnahme"? Gilt das dauerhaft und hat man als "Privatanleger" künftig somit definitiv keine Möglichkeit mehr, Inliner zu handeln?

Klar sind Inline-Optionsscheine nur was für risikofreudige Anleger, aber wo ist hier der Unterschied zu "normalen" Optionsscheinen bzw. Knock-Out Zertifikaten?

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Geschrieben

Es geht um die seit 1.Januar in Kraft getretene PRIIPs Verordnung. https://de.wikipedia.org/wiki/Verordnung_(EU)_Nr._1286/2014

Einige Banken kommen erst jetzt auf den Trichter, dass sie das noch nicht für alle Produkte umgesetzt haben. 

 

Da es selbst vom DDV bereitgestellte KIDs gibt, gehe ich mal nicht davon aus, dass die Banken aus diesem Grund die Produkte einstellen.

Evtl. wollen sie die Produktkategorie auch gar nicht mehr anbieten (aus welchem Grund auch immer).

https://www.derivateverband.de/DEU/Transparenz/Produktinformationsblaetter

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Danke für Deine links.

Die Umsetzung durch die einzelnen Emitentten scheint unterschiedlich zu sein:

Eine kurze Stichprobe vorhin ergab, dass (via Flatex) Inliner der UniCredit und der Commerzbank wohl noch zu kaufen sind, für entsprechende Produkte der Deutschen Bank und der Société Générale werden jedoch keine Brief Kurse mehr gestellt.

 

Am 30.6.2018 um 14:09 schrieb passiv_Investor:

Evtl. wollen sie die Produktkategorie auch gar nicht mehr anbieten (aus welchem Grund auch immer).

 

Naja, sie wurden ja nie gezwungen, solche Produkte anzubieten... Und warum nun gerade Inline Optionsscheine nicht mehr gehandelt werden dürfen, andere knock-out Produkten aber schon, geht aus der Verordung nicht wirklich hervor.

 

 

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vor 25 Minuten schrieb ZfT:

Danke für Deine links.

Die Umsetzung durch die einzelnen Emitentten scheint unterschiedlich zu sein:

Eine kurze Stichprobe vorhin ergab, dass (via Flatex) Inliner der UniCredit und der Commerzbank wohl noch zu kaufen sind, für entsprechende Produkte der Deutschen Bank und der Société Générale werden jedoch keine Brief Kurse mehr gestellt.

 

 

Naja, sie wurden ja nie gezwungen, solche Produkte anzubieten... Und warum nun gerade Inline Optionsscheine nicht mehr gehandelt werden dürfen, andere knock-out Produkten aber schon, geht aus der Verordung nicht wirklich hervor.

 

 

Die interessante Frage ist ja, was passiert, wenn man solche Produkte jetzt noch - sofern machbar - kauft? Ich befürchte, dass der Kauf dann möglicherweise irgendwann rückabgewickelt werden könnte (mit Hinweis auf die Gesetzeslage) - insofern halte ich da erst einmal die Füße still.

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laut Brief von flatex kann man sie wie gewohnt verkaufen, du kannst sie nur ab 2. Juli nicht mehr kaufen (lt Flatex Brief), also ab heute...

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vor 3 Minuten schrieb 3mg4:

laut Brief von flatex kann man sie wie gewohnt verkaufen, du kannst sie nur ab 2. Juli nicht mehr kaufen (lt Flatex Brief), also ab heute...

 

Ich habe jetzt nicht probiert, tatsächlich auf "kaufen" zu drücken, aber es wird mir wie gesagt für Produkte der Commerzbank und der UniCredit( Stand heute morgen) ein Preis angeboten, scheint also noch zu gehen. Die anderen Emitentten stellen seit heute keine Brief-Kurse mehr.

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Habe hier noch einen Artikel gefunden, es geht wohl darum, dass Inline Optionsscheine als verbriefte Derivate von sog. binären Optionen angesehen werden, welche für Privatanleger verboten wurden:

 

Zitat

Gerade mit Blick auf den Anlegerschutz, den die ESMA durch ihre Maßnahme stärken möchte, erstaunt jedoch, dass sie sich nicht auch auf verbriefte Hebelprodukte wie Knock-Out-Zertifikate erstreckt. Die ESMA beabsichtigt jedoch, genau zu beobachten, ob sich aus diesen Produkten europaweit ähnlich nachteilige Folgen für Kleinanleger ergeben, und wird bei Bedarf tätig werden. Mit Blick auf das Verbot Binärer Optionen bezieht sie sich bereits jetzt ausdrücklich auch auf verbriefte Varianten, die an einer Börse gehandelt werden können. Dies dürfte vermutlich das Ende von Produkten wie StayHigh-, StayLow- und Inline-Optionsscheinen bedeuten.

 

 

Es mag ja sinnvoll sein, den unregulierten und somit manipulationsänfälligen Handel mit binären Optinen zu verbieten, dies aber auch gleich auf börslich gehandelte Produkte auszuweiten, finde ich überzogen.

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Geschrieben · bearbeitet von ZfT

Die Société Générale hat jetzt ein "Ersatzprodukt" geschaffen, sog. Seitwärts-Stable-Optionsscheine. Und denen auch gleich eine eigene Internet Seite gewidmet: https://www.seitwärts-optionsscheine.de/

 

Kurz gesagt: Es gibt es nun zusätzlich zu den üblichen KO Schwellen, zwei zusätzliche Schwellen im Produkt, die obere und untere Maximalbetragsschwelle. Werden diese während der Laufzeit niemals verletzt, gibt es wie gehabt 10 Euro zurück, liegt der Kurs am Ende zwischen einer Maximalbetragsschwelle und KO Schwelle, gibt es noch anteilig was zurück. Wurde die KO Schwelle gerissen, tritt wie gehabt der Totalverlust (0,001 Euro Rückzahlung) ein.

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Am 3.7.2018 um 15:56 schrieb ZfT:

Habe hier noch einen Artikel gefunden, es geht wohl darum, dass Inline Optionsscheine als verbriefte Derivate von sog. binären Optionen angesehen werden, welche für Privatanleger verboten wurden:

 

 

 

Es mag ja sinnvoll sein, den unregulierten und somit manipulationsänfälligen Handel mit binären Optinen zu verbieten, dies aber auch gleich auf börslich gehandelte Produkte auszuweiten, finde ich überzogen.

 

"börslich gehandelt" ist zwar nett formuliert aber es sind immernoch Emittentenprodutke, die vom Emittenten gepreist werden. Und zwar auch an der Börse. Da wird kein Makler oder Privatanleger kommen und massiv bessere Preise bieten an der Börse. Insofern muss man hier klar unterscheiden zwischen "börslichen Produkten" und schlichter "Börsenhandelbarkeit". Diese bringt einem bei Emittentenprodukten meist keinerlei Mehrwert was die Preistransparenz angeht, da der Emittent im außerbörslichen Direkthandel, wie auch an der Börse die selben Kurse stellt.

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Am 6.8.2018 um 11:04 schrieb ZfT:

Die Société Générale hat jetzt ein "Ersatzprodukt" geschaffen, sog. Seitwärts-Stable-Optionsscheine. Und denen auch gleich eine eigene Internet Seite gewidmet: https://www.seitwärts-optionsscheine.de/

 

Kurz gesagt: Es gibt es nun zusätzlich zu den üblichen KO Schwellen, zwei zusätzliche Schwellen im Produkt, die obere und untere Maximalbetragsschwelle. Werden diese während der Laufzeit niemals verletzt, gibt es wie gehabt 10 Euro zurück, liegt der Kurs am Ende zwischen einer Maximalbetragsschwelle und KO Schwelle, gibt es noch anteilig was zurück. Wurde die KO Schwelle gerissen, tritt wie gehabt der Totalverlust (0,001 Euro Rückzahlung) ein.

 

Danke für die Info. Kann jemand erklären, warum man das Produkt

- derart verkompliziert hat und

- was jetzt substantiell anders sein soll als bei den bisherigen Inline-Optionsscheinen?

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vor 32 Minuten schrieb egbert02:

 

Danke für die Info. Kann jemand erklären, warum man das Produkt

- derart verkompliziert hat und

- was jetzt substantiell anders sein soll als bei den bisherigen Inline-Optionsscheinen?

Man hat das gemacht um den Mifid II Richtlinien und den Anforderungen der ESMA und BaFin gerecht zu werden. Die alten Inlineoptionsscheine hatten keine entsprechenden Termsheets bzw. KIDs und wurden eben über die Abbildung eines Baskets gepreist.

Das ist immer komplex, wenn man Down and Out oder Up and Out Produkte kreiert.

 

Mit dem neuen Produkt wird man all den Anforderungen gerecht, auch wenn man das ganze einfach nur komplizierter verpackt, um am Ende das selbe Produkt zu erhalten.

Hauptsache es entspricht jetzt allen Anforderungen, dann sind alle zufrieden. Den Kunden interessiert das sowieso reichlich wenig.

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