Investieren in jungen Jahren

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44 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von dev

vor 13 Minuten schrieb Schwachzocker:

Warren Buffet kann das offenbar nicht. Sonst würde er jetzt wohl keine Aktien kaufen.

Buffett investiert nicht in die Wirtschaft, sondern in einzelne Unternehmen, deshalb interessiert ihn der Konjunkturzyklus wenig.

 

Edit: Und auch der Altmeister Kostolany sieht das ähnlich:

Zitat

Dabei unterstreicht Kostolany, dass er sich ausschließlich für den Chart einer einzelnen Aktie, höchstens einer Branche interessiert: genau wie sich ein Arzt die Fieberkurve eines jeden Patienten einzeln und nicht die Durchschnittskurve der ganzen Klinik anschaut , um Kostolanys Worte zu benutzen.

 

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Geschrieben

Hallo Laravel,

hier ist schon viel Sinnvolles geschrieben worden, fachlich will ich da gar nichts hinzufügen. Du solltest Dir eine eigene Meinung bilden, die für Dich und mit Deinen Argumenten begründen und danach handeln. DANACH solltest Du aber Deine Meinung regelmäßig auf Richtigkeit und Aktualität prüfen. Um das machen zu können, empfehle ich Dir, Deine Gedanken „zu Papier“ zu bringen, und regelmäßig zu überprüfen, ggf. zu korrigieren.

 

Wenn ich jetzt Deine Ausgangsgedanken aufgreife (Börse fällt bald) und anfangen müsste zu sparen, und keinen Anfangsgeldbestand habe, würde ich 70% des Sparbetrages in den Aktienfondsbereich stecken und 30% auf das Verrechnungskonto legen.

 

Der Kurzfristplan würde lauten:  

a) Sollten die Kurse steigen, dann lasse ich es weiter so laufen, würde aber per 12/18 so viel Geld aus dem Aktienbereich abziehen, dass etwa nur noch 50% des Gesamtvermögens in den Aktien verbleiben, und die restlichen 50% auf dem Verrechnungskonto liegen. ggf. könnte man dann über einen Stopkurs nachdenken.

b) Sollten sich die Kurse seitwärts bewegen oder gar leicht fallen, würde ich gar nichts ändern, sondern die niedrigeren Kurse als Einstiegskurse nutzen.

c) Sollten die Kurse stark fallen, würde ich ab etwa -25% die gesamte Sparrate in den Aktienfondsbereich stecken. Und bei höheren Verlusten, ab ca. -40% den Gesamtgeldbestand in den Aktienbereich umlegen.

 

Mittelfristig

d) Irgendwann wird die Börse fallen. Bis dahin würde ich jährlich mind. 1 Mal da Verhältnis Aktienfonds (Zielgröße 50%) zu Verrechnungskonto (ebenso 50%) prüfen und anpassen. Sollten die Kurse fallen, auch mittelfristig nach Punkt c vorgehen.

e) Wenn sich die Kurse vom Tiefpunkt aus, egal wo der gelegen hat, um 100% erholt haben, würde ich anfangen, den Aktienfondsbereich zu reduzieren.

Je nachdem, wieviel Geld da ist, wäre für mich auch dann der Zeitpunkt, über machbare Alternativen nachzudenken. (physisches Gold, Immobilie, Einmalanlage in fondsgebundene Police) 

 

Ich würde mich bei allen weiteren Betrachtungen NICHT PRIMÄR nach dem Markt richten, sondern nach meinen Depotstand. Den Markt kann man nicht ausblenden oder außer Acht lassen, klar, für mich wäre aber das Ergebnis meines Depots an erster Stelle. Das Obige ist EINE Möglichkeit, wie man vorgehen KÖNNTE. 

 

Dir wünsche ich viel Erfolg

Framal

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vor 46 Minuten schrieb Framal:

Du solltest Dir eine eigene Meinung bilden

Das ist ein wichtiger Satz, denn eine eigene Meinung kann er sich erst dann bilden, wenn er andere Meinungen kennt, versteht und wie @Sparkommissar schon betonte, selbst reflektiert. Ein wichtiger Schritt im Lernprozess.

 

Ich lese hier von TO zu viel "ich denke, ich könnte, ich sollte, ich weiß, das,.....". Eine Baisse wird kommen, wann das weiß niemand. Es ist auch nicht wichtig zu wissen wann sie kommt, wichtiger ist es zu wissen was zu tun ist und wie ich das Risiko eingrenze. Stichwort Asset Allocation.

 

Auch wenn der TO schreibt, das sich weitere 100 Stunden des Lesens nicht lohnen würden, da er dann immer noch so schlau wäre wie heute kann ich mich nicht vorstellen. Daher mein Rat: lesen, lesen, lesen. Stickeys und Themen gibt es hier allein schon reichlich, da ist man schon mal ein halbes Jahr beschäftigt, von anderer Lektüre mal ganz abgesehen.

 

Und nicht irgendwelche Crashs prophezeien. Das ist verschenkte Zeit und sind schon andere populäre Propheten daran gescheitert.

 

Das Scheitern der Börsencrash-Propheten

 

Erst wenn ich mir fundamentales Wissen angesammelt bin ich bereit für das Investieren in Immobilien, Aktien, Fonds, Gold, Oldtimer, Whisky, was auch immer. Und ich erkenne was für mich Sinn macht und was nicht.  Da ist die Palette breit und es gibt Finanzinstrumente zu genüge.

So wusste ich schon mit Anfang 20 durch meine Familie, das Immobilien für mich nie eine Option sein wird; sie machen Arbeit, kosten Zeit und Nerven so meine ganz pers. Einschätzung und Erkenntnis. Andere sagen es gäbe nichts besseres und gehen darin auf. Da ich mehr der Freizeitmensch bin und Ruhe suche lasse ich da lieber mein Geld arbeiten. Und da gehört unter anderem seit gut fünf Jahren auch der 70/30 Baustein neben anderen Anlageformen. Ob das gut geht oder nicht, weiß ich in 12 bis 15 Jahren, aber ich bin da sehr optimistisch.

 

Erst mal musst du wissen, wo die Reise hingehen soll. Soll es einfach sein und das Börsengeschehen interessiert dich wenig sind Fonds/ETFs eine Alternative, ohne viel Aufwand kommt da in Jahrzehnten eine nette Summe zusammen. Nebeneffekt, du musst nicht ganz so viel lesen. :D  Interessierst du dich für die Börse, Zock, Trades, willst hautnah am Geschehen dabei sein, Aktien, Anleihen, Optionsscheine etc. Kommt immer darauf an, wie tief man in die Materie eintauchen möchte. Das ist wie bei allem so und jeder hat da andere Ambitionen. 

Oder ich kaufe jetzt für 100k Tesla, von Pleite bis mehrfachen Millionär ist da alles drin. :-*

 

 

 

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vor 2 Stunden schrieb dev:

Buffett investiert nicht in die Wirtschaft, sondern in einzelne Unternehmen, deshalb interessiert ihn der Konjunkturzyklus wenig.

 

Edit: Und auch der Altmeister Kostolany sieht das ähnlich:

 

Du schreibst wieder am Thema vorbei.

Beide wären natürlich nicht so blöd und würden kurz vor einer Rezession investieren, wenn sie die prognostizieren könnten. Beide können bzw. konnten es aber nicht.

 

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vor 52 Minuten schrieb Schwachzocker:

Du schreibst wieder am Thema vorbei.

Beide wären natürlich nicht so blöd und würden kurz vor einer Rezession investieren, wenn sie die prognostizieren könnten. Beide können bzw. konnten es aber nicht.

Entschuldige.

 

Auf jeden Fall waren sie schlauer als so manche theoretische Labertasche hier ;-)

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vor 21 Minuten schrieb dev:

Entschuldige.

 

Auf jeden Fall waren sie schlauer als so manche theoretische Labertasche hier ;-)

:thumbsup:

Genau so ist es!

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vor 6 Stunden schrieb Schwachzocker:

Bist Du sicher, dass Du beurteilen kannst, wann Konjunkturzyklen beginnen und enden? Warren Buffet kann das offenbar nicht. Sonst würde er jetzt wohl keine Aktien kaufen. Die Bundesregierung kann es auch nicht.

Wenn Du es kannst, hast Du den meisten Markteilnehmern etwas voraus. In dem Fall benötigst Du uns gar nicht.

 

Im Grunde genommen bist Du so gut wie Millionär, wenn sich Deine Einschätzungen als zutreffend erweisen.

 

Dann mal sehen, wie es bis 2020 aussieht ;)

Ich sage es ja nicht voraus, sondern gehe von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit aus und diese ist mir wiederum zu groß um jetzt noch einzusteigen :) 

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Geschrieben · bearbeitet von pillendreher

vor 9 Minuten schrieb Laravel:

 

Dann mal sehen, wie es bis 2020 aussieht ;)

Ich sage es ja nicht voraus, sondern gehe von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit aus und diese ist mir wiederum zu groß um jetzt noch einzusteigen :) 

 

Sehr gute Entscheidung :thumbsup: - wenn du denn richtig liegst mit deiner Vermutung.

PS

Nur mit Wahrscheinlichkeitsrechnung hat das nix zu tun :wacko:

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vor 42 Minuten schrieb Laravel:

Ich sage es ja nicht voraus, sondern gehe von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit aus und diese ist mir wiederum zu groß um jetzt noch einzusteigen

Das hörte man 2011, 2012, 2013, 2014,......... bis heute.... Also wirds wohl nichts mit dem Anlegen. Und wenn irgendwann die Krise doch kommt, dann könnte es noch weiter runter gehen also dann auch nochmal abwarten. Abwarten und abwarten. Die einen warten und die anderen verzinsen ihr Kapital. Wo willst du dazu gehören?

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vor 54 Minuten schrieb JosefSpa:

Das hörte man 2011, 2012, 2013, 2014,......... bis heute.... Also wirds wohl nichts mit dem Anlegen.

Man könnte ja auch einfach shorten. Machen solche Leute aber nicht. Ich weiß zwar nicht, was daran so faszinierend ist, aber man will wohl einfach der Eine sein, der hinterher allen erzählt, dass er es ja gesagt hat. Dirk Müller führt mit dieser Strategie einen ganzen Youtube Kanal.

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vor 10 Stunden schrieb Laravel:

Da unser Geldsystem auf einem Schuldensystem basiert und wir neben der Inflation auch noch Geld mit Zinsen "erzeugen", welches gar nicht existiert. Ergo ist das System im Ungleichgewicht.

Darüber gab es schon einen Thread. Solche Aussagen sind in der Regel Missverständnisse.

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Geschrieben

vor 3 Stunden schrieb Laravel:

Dann mal sehen, wie es bis 2020 aussieht ;)

Mein Prognose: Du wartest immer noch auf den richtigen Einstiegszeitpunkt, weil selbst wenn es bis dahin einen größeren oder kleineren Rücksetzer gegeben haben sollte, kannst Du dir nie sicher sein, dass die Kurse nicht noch weiter fallen.

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Geschrieben · bearbeitet von Layer Cake

vor 31 Minuten schrieb Sparkommissar:

Mein Prognose: Du wartest immer noch auf den richtigen Einstiegszeitpunkt, weil selbst wenn es bis dahin einen größeren oder kleineren Rücksetzer gegeben haben sollte, kannst Du dir nie sicher sein, dass die Kurse nicht noch weiter fallen.

Ich denke, das trifft den Nagel auf den Kopf! Ich habe selbst lange eine gleiche Einstellung gehabt. Selbst, wenn es mal bergab geht, weiß nämlich niemand wie tief, wie lange, mit wie vielen Zwischenstopps. Derartige Rücksetzer gab es auch in den letzten Jahren. Wann wäre man wieder eingestiegen? In den letzten Jahren waren die Rücksetzer nur kurz und man hätte sie verpasst, wenn man nicht innerhalb relativ kurzer Zeit nachgekauft hätte. Bei einem größeren Einbruch kann genau das (zumindest kurz- und mittelfristig) zu der Annahme führen, man war zu früh dran. Genau daher ist es ja nicht so einfach. Vielleicht ist einfach das Ziel falsch, immer den bestmöglichen Einstiegszeitpunkt zu suchen. Auf lange Sicht (>15 Jahre) war kein Einstiegszeitpunkt so schlecht. Und auch das gilt nur, wenn man ausreichend diversifiziert hat.

 

Und da kommt noch etwas dazu, was sehr wichtig ist, im Eröffnungspost genannt wurde, aber wohl etwas unterging: "In jungen Jahren". Das bedeutet, dass hoffentlich noch eine lange Zeit an Einnahmen und Humankapital zur Verfügung steht, um weiter zu investieren. Fast keiner hat mit 20 alles Kapital investiert und hört dann auf. Wenn man das einmal bedenkt, erübrigt sich die restliche Denkweise schon fast. Investiere einfach brav immer weiter und du hast gute Chancen auf Erfolg.

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Geschrieben

vor 9 Stunden schrieb Laravel:

 

Dann mal sehen, wie es bis 2020 aussieht ;)

Ich sage es ja nicht voraus, sondern gehe von einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit aus und diese ist mir wiederum zu groß um jetzt noch einzusteigen :) 

Das ist ja schön und gut. So wie es aussieht handelt es sich aber nicht um eine Einschätzung, die auf bestimmte Fakten basiert oder gar um eine gewisse Wahrscheinlichkeit, sondern nur um ein Gefühl. Und auch die Entscheidung, nichts zu machen, ist eine Entscheidung, die sich nachteilig auswirken kann.

Woran machst Du die Wahrscheinlichkeit fest?

Wo hast Du gelesen, dass ein Wirtschaftsboom an Altersschwäche stirbt?

Anfang 2016 ist der MSCI World um ca. 20% gefallen. Wir standen kurz vor einer Deflation. Wieso kann das nicht die Korrektur gewesen sein, die Du noch erwartest?

Die immer wieder zu lesende Aussage, dass die Börsen seit 2009 nur nach oben gelaufen sind, ist falsch. Ein Blick auf den MSCI World reicht, um das zu erkennen.

 

Welche Bedingungen müssen erfüllt sein, damit Du investierst?  

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Geschrieben · bearbeitet von eidgenoss61

Am 3.7.2018 um 17:53 schrieb Laravel:

Bitte korrigiert mich wenn ich falsch liege und schreibt mir eure Meinungen hierzu. Sehe ich was falsch, übersehe ich etwas usw und so fort. Natürlich muss ich mir erstmal über die Frage eins im klaren sein, bevor ich mich dann in Frage zwei für die Art der Investition entscheide. Aber dafür bin ich ja hier, um mit euch darüber zu diskutieren.

 

 

Einiges wurde schon angesprochen.

 

 

Wenn ich nochmal 21 wäre, würde ich für die folgenden 20 Jahre 100% Aktien (im Sinne von ETFs) fahren. In diesem Alter kann man sich diesem Risiko aussetzen.

Und für Notfälle (plus Anschaffungen, Rücklagen für Studium, etc) natürlich entsprechende Barreserven einplanen.

 

 

 

 

 

vor 18 Stunden schrieb Walter White:

Ich lese hier von TO zu viel "ich denke, ich könnte, ich sollte, ich weiß, das,.....". Eine Baisse wird kommen, wann das weiß niemand. Es ist auch nicht wichtig zu wissen wann sie kommt, wichtiger ist es zu wissen was zu tun ist und wie ich das Risiko eingrenze. Stichwort Asset Allocation.

 

Sehr schön.

Wird hier leider in der Diskussion, welcher ETF jetzt welche TD hat, oft vernachlässigt.

 

 

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vor 18 Stunden schrieb Schwachzocker:
vor 20 Stunden schrieb dev:

Buffett investiert nicht in die Wirtschaft, sondern in einzelne Unternehmen, deshalb interessiert ihn der Konjunkturzyklus wenig.

 

Edit: Und auch der Altmeister Kostolany sieht das ähnlich:

 

Du schreibst wieder am Thema vorbei.

Beide wären natürlich nicht so blöd und würden kurz vor einer Rezession investieren, wenn sie die prognostizieren könnten. Beide können bzw. konnten es aber nicht.

 

 

Er scheint da einen Trieb zu haben, immer wieder mit dem gleichen Thema durch die Threads ziehen zu müssen. Spannend zu beobachten.

 

 

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Geschrieben

Passt, wie ich finde, sehr gut hier rein: 

 

"Insgesamt können wir resümieren: Wer an der Seitenlinie des Aktienmarktes steht, wie die meisten Deutschen das tun, den wird diese Passivität auf lange Sicht teuer zu stehen kommen und zwar durch entgangenen Vermögenszuwachs in möglicherweise saftigen Größenordnungen. Effektive Altersvorsorge von der Seitenlinie aus ist unmöglich.

Wem die Aktienmärkte (oder die Asset-Klasse Immobilien oder irgendeine andere Asset-Klasse) zu risikoreich erscheinen, der muss seine Asset-Allokation konservativer ausrichten statt über kurz- und mittelfristige Marktbewegungen zu spekulieren.

Aus unserer Sicht am klügsten ist es, die Geldmittel, die einem im Laufe eines Lebens zufließen, immer sofort gemäß der haushaltsspezifischen Asset-Allokation zu investieren, wenn die Mittel auf dem eigenen Girokonto eingehen; ganz und gar unabhängig von den angeblichen oder tatsächlichen Marktbedingungen in diesem Moment und dem Mediengetöse drum herum. Das gilt für kleine Beträge, die man jeden Monat vom Gehalt abzwacken kann, mittlere Beträge wie einen Gehaltsbonus oder hohe Beträge wie eine große Erbschaft oder einen Lotteriegewinn. Risikomanagement sollte man nicht über langfristig in den meisten Fällen renditeschädliches Market Timing machen, sondern über eine den eigenen Verhältnissen angemessene Asset-Allokation. Dazu gehört bei Aktien eine systematische globale Diversifikation, die einen beträchtlichen Teil des Wertschwankungsrisikos von Einzelwerten in diesen Asset-Klassen eliminiert.

Die folgende, an der Anlegerpsychologie orientierte, “Einstiegsstrategie” mag demjenigen weiterhelfen, der einen größeren Einmalbetrag erstmalig in den Aktienmarkt investieren möchte: Die Aufstellung eines “Investmentphasenplans mit Selbstverpflichtung”. Dieser Phasenplan könnte beispielsweise wie folgt, aussehen: (a) Man investiert ein Viertel heute und in jedem der drei folgenden Quartale ein weiteres Viertel (Gesamtdauer 9 Monate). (b) Man investiert ein Sechstel des Anlagebetrages sofort und dann alle sechs Monate ein weiteres Sechstel (Gesamtdauer 30 Monate). In jedem Fall muss man den ursprünglich geplanten Plan konsequent und rein mechanisch umsetzen, egal in welche Richtung sich die Märkte kurzfristig bewegen. Mit einem solchen Plan kann ein Anleger gefühlsmäßig eigentlich nur gewinnen: Steigt der Markt nach dem Anfangsinvestment, freut sich der Anleger über den Wertzuwachs seines Portfolios und über seine Klugheit, das Investment nicht aufgeschoben zu haben. Fällt der Markt, hat er nun die Gelegenheit, zu günstigeren Preisen zu kaufen und wird sich in der Entscheidung bestätigt fühlen, nicht alles auf einmal investiert zu haben. 

Zu berücksichtigen ist allerdings, dass dieser rein psychologisch risikosenkend motivierte Einstiegsfahrplan im Rückblick immer nur die zweitbeste Lösung darstellt. Sind die Kurse in der “gestreckten” Investitionsphase per saldo gestiegen, dann wäre es besser gewesen, alles sofort zu investieren; sind sie gefallen, wäre es besser gewesen, alles erst am Ende zu investieren. Mit diesem Ansatz liegt der Investor im Nachhinein somit nie ganz falsch, aber auch nie ganz richtig.

Alles in allem sollten wir das nie endende Trommelfeuer der Medien über den bevorstehenden Untergang der Welt, des Abendlandes oder des Aktienmarktes ganz einfach ignorieren und stoisch, stur und langfristig über Jahrzehnte hinweg einen auf die persönlichen Verhältnisse abgestimmten, festen Teil unseres Vermögens in die Weltwirtschaft investieren. Das geht am besten und recht einfach mit einem global diversifizierten Indexfonds."

 

Quelle

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auch ich habe mich vor kurzem mit diesen Gedanken befasst. Was hat mir geholfen: Ich habe mir große Indizes angeschaut und bin dann einmal davon ausgegangen, genau zu dem Zeitpunkt zu kaufen, wo wenige Tage danach die Abwärtsphase begonnen hat und somit der "Crash", dann habe ich geschaut wielange es dauern würde bis ich dieses Level wieder erreicht hätte. Das waren so 7-10 Jahre. Wäre ich also 21 und würde meine Kohle investieren wäre ich (unter der Betrachtung der letzten Male) mit spätestens Mitte 30 wieder auf dem Level wie ich es vor dem "Crash" auch war. Sind die Rücksetzer kleiner geht es schneller. Das hat mir gereicht um zu sagen ich gehe gemäß meiner Asset Allocation im Risiko Bereich All in, denn es kann jetzt runter gehen, dann sitze ich das aus, es kann aber auch erstmal noch 2 Jahre hoch gehen und dann runter gehen, dann sind die Verluste allerdings erstmal geringer, weil ich ja früher und damit niedriger eingestiegen bin.

 

Wie so oft kommt es immer auf den Blickwinkel und die eigene persönliche Einstellung an. Du musst das dann aber auch mental aushalten können wenn es 50% nach unten geht. Wie immer im Leben geht es nach einem tief immer auch wieder nach oben. Das beste dafür wäre einfach nicht den Kurs deiner Aktien und Fonds anzuschauen bis du das Geld irgendwann brauchst, aber wer kann das schon?

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