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Finanzielle Unabhängigkeit

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radler2
Am 16.2.2026 um 11:24 von Holgerli:

Ich habe jetzt gerade selber eine Stunde gerechnet: Aber ehrlich gesagt steige ich durch die Berechnung von Finanzfluss nicht ganz durch.

Von daher ziehe ich meinen Ausgangspost komplett zurück und sage: Sorry für die Verwirrung. Ich bin selber gerade noch mehr verwirrt wie Finanzfluss auf die Zahlen kommt.

 

Wenn ich mir die Daten auf Seite 39 nehme und die Prozentzahlen addiere und schaue, in welcher Zeile ich lande:

Insgesamt: 10+13,7+13,5+16,9 = 54,1  ->  Zeile davor--> 900 - 1200

Männer: 9,5+7,2+7,8+10,9+17,8 = 53,2 -->  Zeile davor -> 1200 - 1500

Frauen: 10,4+18,9+17,9 = 47,2    -> 900 - 1200

 

So wurde das m.E. errechnet.

 

 

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Lazaros
· bearbeitet von Lazaros
vor 13 Minuten von LongtermInvestor:

Absolut, sobald der Grenznutzen des Einkommens gering ist, kann man zumindest Übergangslösungen anstreben anstatt Vermögensmaximierung. Aus meiner Sich als Daumengröße - wenn das Vermögen die Lebensziele mit Sicherheitsmarge abdeckt und ein weiteres Arbeitsjahr nur noch 1-2% Vermögenswachstum bedeutet ist es an der Zeit konkrete Exit-Ziele festzulegen.

Finanziell reicht aber das von mir fett markierte - ohne Einschränkung

 

vor 33 Minuten von Peter23:

Natürlich ein Luxusproblem, aber treibt noch jemanden das Thema um, dass das Vermögen längst ausreichend wäre, aber auf der anderen Seite das Einkommen so hoch ist, dass es schwer fällt das nicht doch noch mitzunehmen. Wann ist in so einem Fall ein Ausstieg sinnvoll?

Rein aus finanzieller Sicht: "Wenn das Vermögen die Lebensziele mit Sicherheitsmarge abdeckt."

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PKW

Ist das 

vor einer Stunde von Peter23:

Einkommen

Schmerzensgeld oder macht die Arbeit Spaß? 
Es scheint ja nicht mehr darum zu gehen, wie man mit/ohne Arbeit angemessen überlebt ... 

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edan
· bearbeitet von edan
vor 1 Stunde von Peter23:

Natürlich ein Luxusproblem, aber treibt noch jemanden das Thema um, dass das Vermögen längst ausreichend wäre, aber auf der anderen Seite das Einkommen so hoch ist, dass es schwer fällt das nicht doch noch mitzunehmen. Wann ist in so einem Fall ein Ausstieg sinnvoll?

Ich denke ab

 

Nettoarbeitskommen

+ Wert zuwätzliche Rentenpunkte

+ Ersparnis Krankenkasse oder andere Vergünstigungen

 

< 1% vom Vermögen wird es interessant, die Arbeit aufzugeben.

 

Ab < 0,5% geht man nur noch zum Spass arbeiten.

 

Macht das Sinn?

 

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vanity

Nein! Die Relation von Einkommen zu Vermögen passt nicht. Bei Grenzwerten von 1:100 oder gar 1:200 wird man eher nicht in Verlegenheit kommen das Arbeitseinkommen aufzugeben.

 

Da bedarf es schon einer größeren Erbschaft (oder eines Lottogewinns), aus dem Arbeitseinkommen allein wird sich das Vermögen kaum aufbauen lassen.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

Schätzen wir das ab... Was sollen wir für "Nettoarbeitskommen + Wert zusätzliche Rentenpunkte + Ersparnis Krankenkasse oder andere Vergünstigungen" annehmen? 50.000 €? Kommt das für hin für einen durchschnittlichen Foristen, der zurzeit noch arbeitet?

 

< 1% würden 5 Mio. € Vermögen bedeuten.

 

< 0,5% würden 10 Mio. € Vermögen bedeuten.

 

Bei diesen Schwellen kommen sehr hohe Vermögenswerte heraus...

 

PS: @vanity war einen Mausklick schneller! :thumbsup:

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966
vor 1 Stunde von Peter23:

dass das Vermögen längst ausreichend wäre, aber auf der anderen Seite das Einkommen so hoch ist, dass es schwer fällt das nicht doch noch mitzunehmen. Wann ist in so einem Fall ein Ausstieg sinnvoll?

Du bist doch noch recht jung, oder?

 

Es geht nicht nur darum, dass das Vermögen aus aktueller Sicht ausreicht, sondern auch unter den Umständen, die in 20 oder 40 Jahren herrschen EDIT: könnten.

 

Du rechnest doch gerne. Lass die heiße Luft aus dem Aktienportfolio heraus und kalkuliere z.B. nur mit dem Wert der Aktien zum tiefsten historischen KBV. Für US-Aktien liegt das bei etwa einem Drittel des aktuellen Wertes. Oder geh in einem noch härteren Szenario gleich direkt auf den Buchwert herunter. ;-)

 

Bei den (vermutlich) deutschen (Wohn-?)Immos ähnlich vorgehen und niedrigere Werte ansetzen bei Mieteinnahmen und Immowert. Wir haben seit 6 Jahren in Deutschland Nullwachstum. Industrie plant Abwanderung. Potentialwachstum bis 2070 nur noch 0,7% p.a. , siehe https://www.wertpapier-forum.de/topic/18649-altersvorsorge-rente-nachrichten-analysen-und-kommentare/?do=findComment&comment=1834091 . 2025 erstes Jahr mit sinkender Bevölkerungszahl seit langem nach 15 Jahren mit 3 großen Einwanderungswellen (Summe > 3 Mio). Prognose Bevölkerungsrückgang bis 2070 gerade verzehnfacht worden auf -10%, siehe https://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/ifo-analyse-bevoelkerung-in-deutschland-schrumpft-staerker-als-gedacht-a-7fd7f111-0a43-4506-9f0a-ff1d0005c257

 

Letztendlich ist es eine persönliche, individuelle Abwägung zwischen zwei Nutzenfunktionen: eine Zeit lang weiter arbeiten und dadurch ausreichend hohe Reserven aufbauen, die auch in ungünstigen Zeiten ausreichen, vs. früher in den Vorruhestand gehen und mehr vom Leben haben.

 

Auf Mittelwege und Kompromisslösungen achten! Und auf den eigenen Leidensdruck beim Arbeiten.

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Peter23
vor 1 Stunde von stagflation:

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Entnahmedepot funktionieren wird? Es also keine Probleme mit Inflation oder einem Aktiencrash geben wird?

Bei meinem aktuellen Vermögen wäre mein Bedarf ca. mit einer Entnahme von 1% gedeckt. Ich weiß echt nicht so recht, wie das schief gehen soll, aber sicherer geht natürlich immer und ich hab auch nichts dagegen meinen beiden Kindern was zu hinterlassen.

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Peter23
vor 19 Minuten von vanity:

Nein! Die Relation von Einkommen zu Vermögen passt nicht. Bei Grenzwerten von 1:100 oder gar 1:200 wird man eher nicht in Verlegenheit kommen das Arbeitseinkommen aufzugeben.

Was meinst Du mit diesen Relationen? (also was ist 1 und was 100)

vor 25 Minuten von Fondsanleger1966:

Letztendlich ist es eine persönliche, individuelle Abwägung zwischen zwei Nutzenfunktionen: eine Zeit lang weiter arbeiten und dadurch ausreichend hohe Reserven aufbauen, die auch in ungünstigen Zeiten ausreichen, vs. früher in den Vorruhestand gehen und mehr vom Leben haben.

Wie würdest Du diese ausreichenden Reserven bestimmen?

 

vor 25 Minuten von Fondsanleger1966:

Du bist doch noch recht jung, oder?

Die einen sagen so die anderen so - 42

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Peter23
· bearbeitet von Peter23
vor 1 Stunde von Lazaros:

Rein aus finanzieller Sicht: "Wenn das Vermögen die Lebensziele mit Sicherheitsmarge abdeckt."

ja - eigentlich schon, aber das finde ich einfacher gesagt als getan. Ich denke dann immer, dass ich (brutto) nun ca. 10mal so viel verdiene, wie direkt nach dem Studium. Unabhängig davon, dass ich es nicht brauche, fällt es schwer das liegen zu lassen.

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Schwachzocker
vor 51 Minuten von Peter23:

Bei meinem aktuellen Vermögen wäre mein Bedarf ca. mit einer Entnahme von 1% gedeckt. Ich weiß echt nicht so recht, wie das schief gehen soll,...

Ich auch nicht! Das Restrisiko dürfte unter "allgemeines Lebensrisiko" zu subsumieren sein.

Die Frage ist wohl eher: Hast Du Bock auf Deine Arbeit oder nicht?

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radler2
vor 52 Minuten von Peter23:

Bei meinem aktuellen Vermögen wäre mein Bedarf ca. mit einer Entnahme von 1% gedeckt. 

Wenn du in der Situation einen US Retirement Advisor mit Zweifeln kommst, lacht der dich aus.

 

Ich sehe das ganz andere Risiken: daß du es mit Anfang 40 als Privatier nicht aushältst und auf dumme Gedanken kommst. "Müßiggang ist aller Laster Anfang" - so ganz unwahr ist das nicht, weil es irgendwo in unserer DNA steckt, eine Aufgabe zu haben.

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Peter23
vor 2 Minuten von Schwachzocker:

Die Frage ist wohl eher: Hast Du Bock auf Deine Arbeit oder nicht?

mal so mal so, aber selbst wenn es gerade mal nicht so cool ist, bin ich schnell wieder motiviert, weil das "Schmerzensgeld" stimmt.

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Schwachzocker
vor 1 Minute von Peter23:

mal so mal so, aber selbst wenn es gerade mal nicht so cool ist, bin ich schnell wieder motiviert, weil das "Schmerzensgeld" stimmt.

Wenn ich den Jackpot knacken würde, dann  würde das wohl niemand merken. Ich will weiterhin meine Behörde und den täglichen Wahnsinn.

Aber jeder Beck ist anders.

Bei Dir wird es aber nicht darauf ankommen, ob es reicht. Es kommt darauf an, was Du wirklich willst.

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Peter23
vor 14 Minuten von Schwachzocker:

Es kommt darauf an, was Du wirklich willst.

Ein Königreich dafür! Kann das jemand von Euch sicher beantworten?

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966
vor einer Stunde von Peter23:

Wie würdest Du diese ausreichenden Reserven bestimmen?

Das hängt von den individuellen Lebensumständen ab. 

 

Bei einem Alter von 42 Jahren sollte das Vermögen für mindestens 50 Jahre, besser noch für 60 Jahre reichen (medizinischer Fortschritt!).

 

Szenario: Morgen wird Deine Partnerin durch einen Unfall zum Pflegefall oder stirbt. Was brauchst Du, um mit den beiden kleinen Kindern und evtl. der pflegebedürftigen Partnerin, die ihr Einkommen verliert, zurechtzukommen? Auch inkl. evtl. Pflegeperson/evtl. Kosten für Internat usw.

 

Höhere Abgaben wg. Demografie einrechnen sowie eine Regulierung des (teil-)möblierten Vermietens und die Schließung von Steuerschlupflöchern.

 

Und dann zusätzlich noch die Anpassung der Vermögenswerte wie oben in #4982 skizziert, denn ich denke nicht, dass die krasse Vermögenspreisinflation der vergangenen rund 15 Jahre noch 40-60 Jahre so weitergehen kann.

 

Das ist natürlich schon ein ziemlicher Bad Case. Ich finde aber die 30k netto p.a., die Du sowohl 2016 als auch unverändert in 2023 angesetzt hast, überraschend niedrig. Die Familie des Freiheitsmaschinisten kam z.B. von 2017 auf 2025 auf eine Steigerung von +90%: 

Am 18.2.2026 um 16:52 von Fondsanleger1966:

Recht inspirierend fand ich auch das (erneute) Selbst-Interview des Freiheitsmaschinisten, der vor kurzem durch die gewaltigen industriellen Umbrüche in Deutschland früher als geplant in den vorgezogenen Ruhestand gerutscht ist: https://freiheitsmaschine.com/der-maschinist-im-millionaer-interview-8-jahre-spaeter/ 

-> besonders die in seiner Familie dann doch einsetzende Life-Style-Inflation in vergangenen 8 Jahren (= seit dem vorangegangenen Selbst-Interview): +90% bei den Jahresausgaben!

Am besten mal das Interview in Ruhe lesen und schauen, was davon für Euch relevant sein könnte (z.B. das viele gemeinsame Reisen, um die Zeit als Familie noch ausgiebig zu nutzen).

 

Es geht ja nicht nur um ein Überleben, sondern um ein Leben, wie man es sich wünscht.

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Peter23
· bearbeitet von Peter23
vor 18 Minuten von Fondsanleger1966:

Ich finde aber die 30k netto p.a., die Du sowohl 2016 als auch unverändert in 2023 angesetzt hast, überraschend niedrig. Die Familie des Freiheitsmaschinisten kam z.B. von 2017 auf 2025 auf eine Steigerung von +90%: 

Das wundert mich nicht, wenn ich so sehe für was Leute alles so Geld zum Fenster rauswerfen. Meines Erachtens ist der Lebensunterhalt nicht viel teurer geworden, weil auch viele Dinge deutlich günstiger sind - zB alles rund um Technik dank zB Aliexpress. Zusätzlich fällt es mir heutzutage deutlich leichter etwas gebraucht zu kaufen, weil meine Ansprüche wohl nicht im gleichen Maße wie der technische Fortschritt gestiegen sind. Auch hier ein Beispiel: Kühlgefrierkombination habe ich zuletzt gekauft und zwar gebraucht für 120 Euro. Für das gleiche Geld hätte ich 2016 nichts bekommen, was meine Ansprüche gedeckt hätte (und die sind diesbezüglich nicht gefallen). Ein weiterer Faktor sind die Kinder. Jetzt könnte man natürlich denken, dass die erstmal viel kosten, aber ich find das gar nicht und es kommt dazu, dass ich durch die Kinder weniger Bedürfnis nach Designer-Möbeln oder einem neuen Fahrzeug habe, weil ich weiß, wie die nach einem Jahr bei uns aussehen werden. Das würde dann meist eher zu einem negativen Nutzen führen. Dabei ist aber auch zu bedenken, dass ich viel davon mal ausprobiert habe und gemerkt habe, dass es mir auch nicht so viel gibt - zB: ein teures neues Auto / wir haben auch mal in einer Villa für 2 Jahre gewohnt direkt an der Frankfurter Stadtgrenze. Der große Rosengarten hat unfassbar genervt. In diesem Zusammenhang musste ich oft an "Fight Club" denken: "The things you own end up owning you."

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Peter23
· bearbeitet von Peter23
vor einer Stunde von Fondsanleger1966:

Morgen wird Deine Partnerin durch einen Unfall zum Pflegefall

Pflegeversicherung und BU müssten das doch weitestgehend decken, oder? Außerdem würde mein Nettogehalt durch Ehegattensplitting stark steigen, oder? Meine Partnerin hat im Übrigen ein eigenes Vermögen in ausreichender Größe

vor einer Stunde von Fondsanleger1966:

oder stirbt. Was brauchst Du, um mit den beiden kleinen Kindern

Aupair müsste reichen, oder? Die beiden Kinder sind auch gar nicht so klein - Grundschule + bald weiterführende Schule.

 

vor einer Stunde von Fondsanleger1966:

Höhere Abgaben wg. Demografie einrechnen sowie eine Regulierung des (teil-)möblierten Vermietens und die Schließung von Steuerschlupflöchern.

 

Und dann zusätzlich noch die Anpassung der Vermögenswerte wie oben skizziert, denn ich denke nicht, dass die krasse Vermögenspreisinflation der vergangenen rund 15 Jahre noch 40-60 Jahre so weitergehen kann.

Diese Szenarien wären unschön aber eigentlich nicht entscheidend, wenn 1% Entnahme ausreichend ist.

 

vor einer Stunde von Fondsanleger1966:

Und dann zusätzlich noch die Anpassung der Vermögenswerte wie oben skizziert, denn ich denke nicht, dass die krasse Vermögenspreisinflation der vergangenen rund 15 Jahre noch 40-60 Jahre so weitergehen kann.

Das mag ja sein, aber wir reden ja hier auch häufig von Simulationen die zwei Weltkriege beinhalten.

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Peter23
vor einer Stunde von Fondsanleger1966:

Am besten mal das Interview in Ruhe lesen und schauen, was davon für Euch relevant sein könnte (z.B. das viele gemeinsame Reisen, um die Zeit als Familie noch ausgiebig zu nutzen).

 

Es geht ja nicht nur um ein Überleben, sondern um ein Leben, wie man es sich wünscht.

Schau ich mir gerne mal an - vielen Dank!

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 3 Stunden von Peter23:

Bei meinem aktuellen Vermögen wäre mein Bedarf ca. mit einer Entnahme von 1% gedeckt. Ich weiß echt nicht so recht, wie das schief gehen soll, aber sicherer geht natürlich immer und ich hab auch nichts dagegen meinen beiden Kindern was zu hinterlassen.

 

Aus Sicht der Wahrscheinlichkeitsrechnung mit lognormalverteilten Renditen: wenn man anfänglich 1% pro Jahr entnehmen will und eine Steigerung von 2% für den Inflationsausgleich einplant, ist die Wahrscheinlichkeit, dass das Entnahmedepot bei zum Tod reichen wird, recht hoch. Das haben wir ja schon öfters hier besprochen. Es bringt dann tatsächlich nicht viel, das Volumen des Entnahmedepots noch weiter zu erhöhen (bei gleich bleibendem absoluten Entnahmeplan), weil die Erfolgswahrscheinlichkeit nur noch wenig steigen wird. Also z.B. von 90% auf 92%.

 

Anders wäre es, wenn man eine höhere anfängliche Entnahmerate planen würde. Wenn die Erfolgswahrscheinlichkeit nur 50% betragen würde, könnte man sie durch Weiterarbeiten noch deutlich erhöhen. Z.B. auf 70%, 80% oder 90%.

 

Aus Sicht von schwarzen Schwänen (Katastrophen wie Krieg oder sehr hoher Inflation): auch unter diesem Aspekt wird eine Erhöhung des Entnahmedepots nicht viel bringen. Wenn ein Entnahmedepot jetzt nicht reicht (weil ein Brot irgendwann mehrere Millionen Euro kostet), wird ein 50% höheres Entnahmedepot auch nicht reichen.

 

Man könnte allerdings überlegen, sich noch breiter aufzustellen - und noch mehr in inflations- und crashfeste Anlagen zu investieren (z.B. GRV oder Immobilien). Die Lehre von bisherigen Crashs ist: unterschiedliche Vermögensarten erwischt es unterschiedlich stark. Wenn man breit aufgestellt ist, kann man damit rechnen, dass zumindest eine Vermögensart durchkommen wird. Also vielleicht doch noch ein paar Jahre arbeiten - und das Geld über freiwillige Einzahlungen in die GRV investieren, bis Du 35 oder 40 Punkte hast?

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Peter23
· bearbeitet von Peter23
vor 18 Minuten von stagflation:

Also z.B. von 90% auf 92%.

Bitte was? Bei 3% ist man schon ca. bei 95%

vor 19 Minuten von stagflation:

Man könnte allerdings überlegen, sich noch breiter aufzustellen - und noch mehr in inflations- und crashfeste Anlagen zu investieren (z.B. GRV oder Immobilien).

Die habe ich natürlich

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Peter23
vor einer Stunde von Fondsanleger1966:

Am besten mal das Interview in Ruhe lesen und schauen, was davon für Euch relevant sein könnte (z.B. das viele gemeinsame Reisen, um die Zeit als Familie noch ausgiebig zu nutzen).

 

Es geht ja nicht nur um ein Überleben, sondern um ein Leben, wie man es sich wünscht.

Schau ich mir gerne mal an - vielen Dank!

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Fondsanleger1966
· bearbeitet von Fondsanleger1966
Am 6.1.2023 um 00:17 von Peter23:

ich bin ja nicht mal verheiratet

 

vor 4 Stunden von Peter23:

Außerdem würde mein Nettogehalt durch Ehegattensplitting stark steigen, oder?

Hast Du zwischenzeitlich geheiratet? Herzlichen Glückwunsch!

 

vor 4 Stunden von Peter23:

Pflegeversicherung und BU müssten das doch weitestgehend decken, oder? 

[...]

Aupair müsste reichen, oder? Die beiden Kinder sind auch gar nicht so klein - Grundschule + bald weiterführende Schule.

Das sind Fragen, die können nur Du + Deine Frau beantworten. Und sie sollten eigentlich auch schon längst geklärt sein. Deshalb wäre das aus meiner Sicht die erste Aufgabe, die anzugehen wäre. Außerdem, ob wechselseitige RLVs benötigt werden.

 

vor 5 Stunden von Fondsanleger1966:

Höhere Abgaben wg. Demografie einrechnen sowie eine Regulierung des (teil-)möblierten Vermietens und die Schließung von Steuerschlupflöchern.

 

Und dann zusätzlich noch die Anpassung der Vermögenswerte wie oben in #4982 skizziert, denn ich denke nicht, dass die krasse Vermögenspreisinflation der vergangenen rund 15 Jahre noch 40-60 Jahre so weitergehen kann.

 

vor 4 Stunden von Peter23:

Diese Szenarien wären unschön aber eigentlich nicht entscheidend, wenn 1% Entnahme ausreichend ist.

Die Frage war: "Was kann kann bei 1% Entnahmerate eigentlich schiefgehen?"

 

Hier ein paar grundsätzliche Möglichkeiten. Ob die bei Dir zutreffen, kann ich nicht sagen. Ich kann nur Anregungen zum Nachdenken/Nachforschen geben.

 

1) In den 1% Entnahmehöhe ist vermutlich kaum noch Einsparpotenzial vorhanden. Andere Vorruheständler rechnen z.B. mit 50k p.a. und haben dadurch in schlechten Zeiten noch Kürzungsmöglichkeiten von 20k = 40%. Das würde hier vermutlich nicht funktionieren. Es würde damit kaum einen Puffer bei den Ausgaben geben, der ansonsten oft vorhanden ist.

 

2) Es können überdurchschnittliche Kostentreiber auftreten (z.B. PKV-Beitragserhöhungen, Pflegeversicherung, altersbezogene Hilfen später im Alter, demografische Kosten über höhere Steuern usw.), die den Finanzbedarf über die Jahre erhöhen, so dass die Entnahmerate steigt.

 

3) Der Vermögenswert könnte deutlich sinken z.B. durch Regulierung der möbelierten Miete, Korrekturen an den Aktienmärkten, langsameres Wachstum der Unternehmensgewinne, evtl. Restrukturierungen und Zahlungsausfälle usw. (wie in #4982 schon skizziert). Dadurch erhöht sich automatisch die Entnahmerate - und das selbst bei unveränderten Ausgaben.

 

Aus einer anfänglichen Entnahmerate von 1,0% könnten durch diese Entwicklungen z.B. 1,5%, 2% oder xy% werden.

 

vor 4 Stunden von Peter23:

Das mag ja sein, aber wir reden ja hier auch häufig von Simulationen die zwei Weltkriege beinhalten.

Eigentlich nicht. Oder es werden nur die USA betrachtet, die am Aktienmarkt von den Geschehnissen in dieser Zeit insgesamt eher profitiert haben.

 

Die meisten statistischen Auswertungen, die die WK-Zeit nicht ausschließen, sind ziemlich ernüchternd, z.B. diese Cederburg-Studie mit einer Maximalen Entnahmerate von unter 1% bei einer Pleitewahrscheinlichkeit von 1% im Developed Sample (für ein Ehepaar mit Rentenbeginn ab 65 Jahre, also viel später als bei Dir angedacht):

 

oder der Anhang A2 der Estrada-Studie (S.10-14), in dem man ebenfalls die Maximale Entnahmerate bei einer Pleitewahrscheinlichkeit von 1% (P1) ablesen kann (für einzelne Länder, Datengrundlage DMS): https://blog.iese.edu/jestrada/files/2018/03/MaxWR.pdf

 

Deutschland, Italien, Belgien, Frankreich, Spanien, Portugal und Finnland liegen dort grob um die 1% maximale Entnahmerate über 30 Jahre. Der Unterschied zwischen 1% Entnahmerate oder 2% würde also über den Erfolg des Auszahlungsplans entscheiden. Österreich und Japan schneiden noch deutlich schlechter ab, viele andere Länder (die meistens deutlich weiter entfernt vom Hauptkriegsgeschehen lagen) erheblich besser. 

 

Die einzelnen Länder zu betrachten macht in diesem Fall aus 2 Gründen Sinn:

1.) war eine internationale Diversifikation damals z.T. gar nicht möglich (zeitweilig Devisenbesitzverbot, Abgabepflicht für ausländische Aktien usw.)

2.) haben wir keine Datenreihen, die lang genug sind, um statistisch aussagekräftige Erkenntnisse zu gewinnen. Deshalb das Ausnutzen der Datenbreite (Betrachtung vieler einzelner Länder parallel). 

 

Welche Pleitewahrscheinlichkeit man bei seiner Ruhestandsfinanzierung akzeptiert, ist ein sehr konträres Thema, weil da jeder seine individuellen Grundsätze hat. Manche würden auch 5% oder vielleicht sogar 10% akzeptieren. Allerdings gelten die in den beiden Studien genannten Werte für 30 Jahre bzw. ab einem Alter von 65 Jahren. Davon bist Du noch sehr weit entfernt. Deshalb wirst Du bei den in den Studien genannten Maximalen Entnahmeraten jeweils deutliche Abschläge vornehmen müssen.

 

Zusammenfassend lässt sich also sagen, dass in schlimmen Zeiten unter Umständen auch eine Entnahmerate von 1% zu hoch war.

 

vor 5 Stunden von Schwachzocker:

Es kommt darauf an, was Du wirklich willst.

 

vor 5 Stunden von Peter23:

Ein Königreich dafür! Kann das jemand von Euch sicher beantworten?

Ich kann verstehen, dass man mit 42 Jahren und einer Ursprungsfamilie aus eher bescheidenen Verhältnissen vielleicht noch etwas Zeit braucht, um eine solche Frage ehrlich und authentisch beantworten zu können, weil man sich möglicherweise ziemlich früh v.a. darauf konzentriert hat, eine gute finanzielle Basis aufzubauen. Ich finde aber schon, dass es hilfreich sein kann zu wissen, was man wirklich will, bevor man aus seinem Job aussteigt. Und dass es sinnvoll sein kann, sich die Zeit zu nehmen, das herauszufinden.

 

vor 3 Stunden von stagflation:

Aus Sicht von schwarzen Schwänen (Katastrophen wie Krieg oder sehr hoher Inflation): auch unter diesem Aspekt wird eine Erhöhung des Entnahmedepots nicht viel bringen. Wenn ein Entnahmedepot jetzt nicht reicht (weil ein Brot irgendwann mehrere Millionen Euro kostet), wird ein 50% höheres Entnahmedepot auch nicht reichen.

Diesen Punkt sehe ich ein wenig anders. In dem in #4991 verlinkten Selbst-Interview mit dem Freiheitsmaschinisten berichtet dieser, dass er das Gesamtvermögen in den 8 Jahren vor seiner Job-Abfindung noch einmal verdreifachen konnte (inflationsbereinigt 2,35x). Das kann schon einen entscheidenden Unterschied machen, wie die beiden Studien oben zeigen.

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Der Heini

@Peter23 Mit den 1 % sollte es auf alle Fälle reichen, lass dich nicht verrückt machen, man kann immer irgendeine Studie, ein mögliches Szenario finden, dass es nicht reicht. @Fondsanleger1966 hat ja einige aufgezeigt.

Aber die Wahrscheinlichkeit eines Herzinfarktes morgen ist höher.

 

vor 10 Stunden von Peter23:

Die beiden Kinder sind auch gar nicht so klein - Grundschule + bald weiterführende Schule.

Doch, das ist klein. Das wäre für mich der Hauptgrund eben nicht aufzuhören. Beachte, daß ein Studium jeweils schnell >150.000€ kosten kann. Einer der Gründe, warum ich noch berufstätig bin.

Zudem wächst ein großes Depot (wie @Sapineschon mal angemerkt hat) gerade am Ende überproportional an. Du darfst natürlich kein Pessimist sein und musst auch im Crashfalle auf eine positive Zukunft hoffen. Erwartest du den 3. Weltkrieg und Untergang der USA und Europas, sieht das anders aus. Dann haben wir aber andere Probleme. Zeiten wie die Weltkriege oder Weltwirtschaftskrise wird es so schnell nicht mehr geben, das haben die Notenbanken 2008 gezeigt. Auch der Mensch, so dumm er ist, lernt dazu.

Die Welt ist eine andere als damals dank Internet und Verzweigung, kein Land kann sich eine komplette Isolation mehr leisten.

Ich bin in ähnlicher Situation, für mich reicht es locker, aber es gibt eben mehr als nur mich, wenn Familie da ist. Wenn deine Kinder einen gut dotierten Beruf ausüben solltest du deinen Pflegefall im Alter mitberücksichtigen.

 

Ob jetzt 1% realistisch sind, musst du selber entscheiden, auf Kante nähen ist aber nicht so meins. PKV, Pflege etc., können das schnell erhöhen. Bisschen Luxus im Alter darf auch sein (Putzfrau, gute Waschmaschine usw.).

Ich rechne immer mit 3%, dann landet man bei >95% Sicherheit, früher Tod ist da wahrscheinlicher. Und 30T€ sind schon sehr knapp kalkuliert wegen PKV, Miete (oder Hausreparaturen).

 

Wie bei allen hier: :myop:

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Peter23
vor 11 Minuten von Der Heini:

Beachte, daß ein Studium jeweils schnell >150.000€ kosten kann.

Warum so viel? Und warum sollten denn 300k weniger so viel ändern?

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