Ist der Start in passives Investieren mit 52 Jahren noch sinnvoll?

38 Beiträge in diesem Thema

Geschrieben · bearbeitet von 9000Taler

Hallo

 

Ich bin jetzt 52 Jahre alt und Neuling auf dem Gebiet der Geldanlage. Ich beschäftige mich mit dem Thema jetzt seit ein paar Wochen. Und aufgrund meiner Persönlichkeit usw. gefällt mir das so genannte passive Investieren (breit gestreutes ETF Depot) sehr gut.

 

Ich stelle mir aber auch die Frage, ob dieses passive Investieren in meinem Alter überhaupt noch sinnvoll ist. Könnt Ihr mir da vielleicht helfen und mit Rat unter die Arme greifen sozusagen?

 

Hier ein paar Infos über mich, die vielleicht wichtig sind:
* Ich lebe recht sparsam und habe einen bescheidenen Lebensstandard. Und das auch schon seit vielen Jahren. Ich habe auch zukünftig kein Interesse, den Lebensstandard großartig zu steigern.

* Ich bin selbstständig und mein Einkommen ist größer als meine Ausgaben (mindestens das doppelte).

* Ich bin Kerngesund (sagt jedenfalls immer mein Hausarzt).

* Ich kann meine selbstständige Tätigkeit so lange ausführen, wie ich geistig fit und noch in der Gegend herumlaufen kann.

* Ich hab ca. 130.000,- € gespart.

* Ich habe ca. für 180.000,- € Ware in meiner selbstständigen Tätigkeit (netto), die man theoretisch sicher zügig für 150.000,- € verkaufen könnte.

* Ich habe eine fondsgebundene Lebensversicherung mit einem aktuellen Fondsguthaben von ca. 50.000,- €, die noch bis zu meinem 75sten Lebensjahr (2040) läuft und die ich zur Zeit monatlich 300,- € einzahle.

* Ich werde vermutlich innerhalb der nächsten 10 -15 Jahre einen Betrag von ca. 100.000,- € erben und ein Haus auf Norderney. das Hau soll dann verkauft werden und wird ca. 100.000,- € einbringen (ganz vorsichtig geschätzt).

 

Beim passiv Investieren ist meiner bisherigen Kenntnis nach ja ein möglichst langer Zeitraum immer gut und sinnvoll. Einmal um eben eine gute Rendite zu haben und zum zweiten um auch z.B. Abschwächungen/Crashs an den Börsen aussitzen zu können. Ich hoffe, das ist so einigermaßen richtig von mir überlegt?

 

Was ratet Ihr mir? Ist das passive Investieren für mich mit meinen 52 Jahren überhaupt noch sinnvoll?

 

Gruß

Ingo

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Geschrieben

vor 1 Minute schrieb 9000Taler:

Ist das passive Investieren für mich mit meinen 52 Jahren überhaupt noch sinnvoll?

Was wären denn die Alternativen? Alles auf Tagesgeld oder aktives Investieren?

 

Ich bin einige Jahre älter und haben meinen Aktienanteil ganz simpel "auf Dauer" in ETFs angelegt.

 

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Geschrieben

Verstehe das mit der Ware nicht. Selbständig, 180k auf Halde? Und wenn das dann verkauft wird für 150k bist Du "arbeitslos"? 

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Geschrieben

vor 10 Minuten schrieb 9000Taler:

...

Ich stelle mir aber auch die Frage, ob dieses passive Investieren in meinem Alter überhaupt noch sinnvoll ist....

Ob etwas sinnvoll ist, kann man erst dann beurteilen, wenn man das Ziel kennt.

 

vor 11 Minuten schrieb 9000Taler:

...

Beim passiv Investieren ist meiner bisherigen Kenntnis nach ja ein möglichst langer Zeitraum immer gut und sinnvoll. Einmal um eben eine gute Rendite zu haben und zum zweiten um auch z.B. Abschwächungen/Crashs an den Börsen aussitzen zu können. Ich hoffe, das ist so einigermaßen richtig von mir überlegt?

Entweder hast Du nicht richtig überlegt oder Dich falsch ausgedrückt.

Um einen Crash auszusitzen zu können, ist das passive Investieren ganz und gar nicht sinnvoll. Einen Chrash kann man besser aussitzen, wenn man überhaupt nicht investiert ist.

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Geschrieben · bearbeitet von Kezboard
Rendite-Dreieck für die monatliche Geldanlage

Hallo 9000Taler,

 

um mit dem Investieren anzufangen, ist es nie zu spät :thumbsup:

 

Du hast ja bestimmt noch 20-30 Jahre vor dir (mehr sei dir von Herzen gegönnt) und in dieser Zeit solltest du eigentlich eine ordentliche Rendite erhalten (suche dazu mal nach dem Rendite-Dreieck des DAI: Rendite-Dreieck).

 

Bisher scheinst du ja alles richtig gemacht zu haben - dein Hintergrund scheint finanziell sehr solide zu sein. In die Betrachtung deines Vermögens würde ich deine Selbstständigkeit bzw. die vorhandenen Waren gar nicht mit einbeziehen. Du gehst hier sicherlich von einer Auflösung des Geschäftsbetriebs aus. Das sollte aber nur das worst case-Szenario sein. Geh davon aus, dass du auch weiterhin Einkünfte aus deiner selbstständigen Tätigkeit erzielst und diese anlegen kannst (das war ja auch deine Eingangsfrage).

 

Handelt es sich um das Haus auf Norderney um ein sehr kleines Haus? Ansonsten sind deine 100.000 € recht konservativ geschätzt: Immobilienpreise auf Norderney gehen durch die Decke

Ich würde an deiner Stelle dann ggf. überlegen, ob du das Haus wirklich sofort verkaufen willst oder es nicht ggf. als vermeintlich krisensicheren Anteil am Gesamtvermögen behalten möchtest. Verkaufen kannst du es nur einmal ;)

 

Es geht also primär darum, wie dein "Haushaltsüberschuss" sinnvoll investiert werden kann bzw. was du mit den angesparten 130.000 € machst. Hierzu gab es in der Vergangenheit diverse Fragestellungen (Einmalinvestition vs. gestrecke Investition über einen längeren Zeitraum). Ich kann dir nur raten, dich ggf. weiter hier im Forum einzulesen und dir dann eine eigene Meinung zu bilden. Du findest hier und hier genügend Material zum lesen. Viel Erfolg!

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Geschrieben · bearbeitet von OceanCloud

Hallo 9000Taler,

 

hast du in die Rentenversciherung eingezahlt, so dass du nach deiner Tätigkeit daraus Ansprüche hast, oder müssen dann deine kompletten Ausgaben vom Ersparten erbracht werden?

 

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Geschrieben

vor 3 Stunden schrieb OceanCloud:

Hallo 9000Taler,

 

hast du in die Rentenversciherung eingezahlt, so dass du nach deiner Tätigkeit daraus Ansprüche hast, oder müssen dann deine kompletten Ausgaben vom Ersparten erbracht werden?

Ich möchte die Frage ergänzen:

Zahlst du zur Zeit als Selbständiger Freiwillige Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung ein?

Falls nein: warum nicht?

 

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Geschrieben · bearbeitet von 9000Taler

vor 9 Stunden schrieb odensee:

Was wären denn die Alternativen? Alles auf Tagesgeld oder aktives Investieren?

Eine sehr gute Frage :-)

Ich sag mal so. Bisher war ich immer der Ansicht, Geld anzulegen ist "nur" dann vonnöten, wenn man auf die Vermehrung des Geldes "angewiesen" ist. Anders ausgedrückt: wenn ich jetzt 2 Millionen Euro hätte oder wenn ich diese z.B. durch eine Erbschaft zu erwarten hätte, würde ich das Geld nicht anlegen, sondern einfach bis zu meinem Lebensende ausgeben. 

 

 

vor 9 Stunden schrieb Dork:

Verstehe das mit der Ware nicht. Selbständig, 180k auf Halde? Und wenn das dann verkauft wird für 150k bist Du "arbeitslos"? 

Ja stimmt, das habe ich nicht gescheit erläutert.

 

Wenn der Warenbestand bzw. der zu erzielende Erlös bzw. eben mein komplettes Vermögen inkl. dieses Erlöses so hoch wäre, dass ich das Geld bis zum Lebensende einfach nur noch ausgeben brauche, wäre das ja eine schöne entspannte und komfortable Situation. Und dann bräuchte ich mir über Geldanlagen keinerlei Gedanken mehr zu machen.

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Geschrieben

vor 9 Stunden schrieb Schwachzocker:

Ob etwas sinnvoll ist, kann man erst dann beurteilen, wenn man das Ziel kennt.

Entweder hast Du nicht richtig überlegt oder Dich falsch ausgedrückt.

Um einen Crash auszusitzen zu können, ist das passive Investieren ganz und gar nicht sinnvoll. Einen Chrash kann man besser aussitzen, wenn man überhaupt nicht investiert ist.

Ja stimmt. die berühmte Glaskugel hat natürlich keiner. Mit dem Aussitzen hatte ich das so gemeint:

 

Angenommen ich bin 25 Jahre alt und investiere in ETFs. Und angenommen nach 10 Jahren kommt ein Börsencrash. Der dauert dann z.B. 5 Jahre, bis die Kurze wieder dort sind, wo sie vor dem Crash waren. Und angenommen, dann geht es weiter Aufwärts mit den Kursen, wie vor dem Crash. Und dann halte ich meine ETFs noch weitere 10 Jahre. Dann habe ich den Chrash doch quasi ausgesessen.

 

Und nun angenommen, ich investiere mit 70 und nach 5 Jahren kommt ein Crash, der dann 5 Jahre dauert. Dann habe ich doch bis zu meinem Lebensende nur noch wenige Chancen, dass mein Investment kein Minus macht.

 

Oder sehe ich das falsch?

 

 

 

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Geschrieben · bearbeitet von 9000Taler

vor 6 Stunden schrieb OceanCloud:

hast du in die Rentenversciherung eingezahlt, so dass du nach deiner Tätigkeit daraus Ansprüche hast, oder müssen dann deine kompletten Ausgaben vom Ersparten erbracht werden?

Vor meiner Selbstständigkeit war ich eine Zeit lange Arbeitnehmer. Der jährliche Brief der Rentenversicherung sagt mir eine Rente von ca. 300,- € voraus. Seit der Selbstständigkeit habe ich nicht in die Rente eingezahlt.

 

 

 

vor 3 Stunden schrieb bondholder:

Ich möchte die Frage ergänzen:

Zahlst du zur Zeit als Selbständiger Freiwillige Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung ein?

Falls nein: warum nicht?

Nein. Habe mich da nie drum gekümmert.

 

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

vor 33 Minuten schrieb 9000Taler:
vor 7 Stunden schrieb OceanCloud:

hast du in die Rentenversciherung eingezahlt, so dass du nach deiner Tätigkeit daraus Ansprüche hast, oder müssen dann deine kompletten Ausgaben vom Ersparten erbracht werden?

Vor meiner Selbstständigkeit war ich eine Zeit lange Arbeitnehmer. Der jährliche Brief der Rentenversicherung sagt mir eine Rente von ca. 300,- € voraus. Seit der Selbstständigkeit habe ich nicht in die Rente eingezahlt.

 

Rechnen wir mal schnell zusammen:

130k Ersparnisse
150k Unternehmenswert
50k Fondspolicenwert

= 330k Vermögen

 

300 EUR Monatsrente brutto, erwartete Nettorente nach Steuern, KV/PV: angenommen 250 Euro

 

Nehmen wir mal konservativ an, du verzehrst von dem Vermögensstamm 3% pro Jahr, dann würde das theoretisch für 33 Jahre Rentenbezug reichen, bei Renteneintritt mit 65 wäre bei Endalter 98 Jahre Schicht im Schacht.

 

0.03 * 330k / 12 Monate = 825 Euro pro Monat Vermögensverzehr + angenommen 250 Euro GRV-Nettorente: zusammen 1075 Rente. Das macht ein Jahres-Nettoeinkommen eines Single (?) von 12.900 Euro. Damit gilt man Deutschland als "armutsgefährdet"https://de.wikipedia.org/wiki/Äquivalenzeinkommen#Deutschland

 

Das erwartete Erbe habe ich bewusst nicht eingerechnet, da es eben noch nicht geerbt ist. Die Rechnung ist zudem einfach gehalten und vernachlässigt eine Inflation in der Rentenphase und bis zum Renteneintritt sowie zukünftige Wertentwicklungen.

 

Von dem Einkommen wären sämtliche Ausgaben zu bezahlen: Wohnkosten (Miete oder Hausgeld, Instandhaltungsrücklage usw.), Kranken/Pflegeversicherung usw.

 

 

Ich würde angesichts der Zahlen auch bei sparsamem Lebensstil bis zum Renteneintritt gehörig Gas geben und Vermögen aufbauen, so dass du im Alter gut leben kannst und du im hohen Alter nicht die billigsten Pflegeleistungen nehmen musst.

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Geschrieben

vor 33 Minuten schrieb 9000Taler:

Angenommen ich bin 25 Jahre alt und investiere in ETFs. Und angenommen nach 10 Jahren kommt ein Börsencrash. Der dauert dann z.B. 5 Jahre, bis die Kurze wieder dort sind, wo sie vor dem Crash waren. Und angenommen, dann geht es weiter Aufwärts mit den Kursen, wie vor dem Crash. Und dann halte ich meine ETFs noch weitere 10 Jahre. Dann habe ich den Chrash doch quasi ausgesessen.

 

Und nun angenommen, ich investiere mit 70 und nach 5 Jahren kommt ein Crash, der dann 5 Jahre dauert. Dann habe ich doch bis zu meinem Lebensende nur noch wenige Chancen, dass mein Investment kein Minus macht.

 

Oder sehe ich das falsch?

Suche mal nach dem Renditedreieck, das erweitert deinen Horizont. In jungen Jahren kann man mehr Risiko, also schon mehr Geld in Aktienfonds investieren, wenn man es denn über hat und lange Zeit nicht benötigt. In zunehmendem Alter, oder wenn man es denn sonst möchte, nimmt man Risiko heraus indem man den Aktienanteil reduziert um Betrag X und angelaufene Gewinne mit nimmt.

Wenn ich anfange mir im Alter einen Auszahlplan zu gestalten, mache ich das auch nicht am Tag des Renteneintritts, sondern kümmere mich schon ca. 5 Jahre vorher um die Weichenstellung. Und da gibt es auch die verschiedensten Meinungen hier zur Risikobewertung, da ist von 100% TG bis 100% Aktienquote sicherlich alles drin, um es jetzt mal übertrieben darzustellen.

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Geschrieben · bearbeitet von 9000Taler

vor 47 Minuten schrieb tyr:

Ich würde angesichts der Zahlen auch bei sparsamem Lebensstil bis zum Renteneintritt gehörig Gas geben und Vermögen aufbauen, so dass du im Alter gut leben kannst und du im hohen Alter nicht die billigsten Pflegeleistungen nehmen musst.

Ich mache auch mal eine ganz einfache Rechnung auf:

 

Ich bin jetzt 52 Jahre alt.

Ich möchte ab 62 nicht mehr arbeiten.

Ich werde 90 Jahre alt.

Ich lebe also noch 28 Jahre als "Rentner".

 

130.000,- € Erspartes

150.000,- € Warenwert 

55.000,- € Lebensversicherung

200.000,- € Erbe (Geld und Haus)

120.000,- € Ich kann im Monat 1000,- € weglegen durch meine Selbständigkeit (10 Jahre lang)

69.000 € Rente (250,- monatliche Rente für 23 Jahre)

 

Das macht in der Summe 724.000,- €.

Wenn ich das nun durch die 28 Jahre Rentlerleben teile, komme ich auch ca. 2150,- € pro Monat.

 

 

 

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Geschrieben

vor einer Stunde schrieb 9000Taler:

(…)

Oder sehe ich das falsch?

 

 

Nein siehst Du, meiner Meinung nach, nicht falsch

dow_jones_industrial_100_year_chart.jpg

nikkei_long_term_chart_2016.jpg

 

solche Charts sollte ma immer im Hinterkopf behalten

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Geschrieben

vor 2 Stunden schrieb 9000Taler:

Vor meiner Selbstständigkeit war ich eine Zeit lange Arbeitnehmer. Der jährliche Brief der Rentenversicherung sagt mir eine Rente von ca. 300,- € voraus. Seit der Selbstständigkeit habe ich nicht in die Rente eingezahlt.

 

[Freiwillige Beiträge in die Gesetzliche Rentenversicherung]

Nein. Habe mich da nie drum gekümmert.

Dann wäre jetzt die Gelegenheit, das zu ändern und sich zu überlegen, ob dieser Baustein für dich paßt. Für das Jahr 2018 sind insgesamt bis zu 14.508 Euro Einzahlung möglich.

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Geschrieben

vor 20 Stunden schrieb tyr:

 

Ich würde angesichts der Zahlen auch bei sparsamem Lebensstil bis zum Renteneintritt gehörig Gas geben und Vermögen aufbauen, ...

Wie sollte er das tun? Hast du konkrete Tipps?

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

vor 36 Minuten schrieb freakoid:

Wie sollte er das tun? Hast du konkrete Tipps?

 

Stabil viel verdienen, sparen, mit einem wissenschaftlich fundierten zum individuellen Bedarf (Risikotragfähigkeit, Risikotoleranz) angepasstem Anlagekonzept anlegen und dann in der Rentenphase ebenso nach einem fundierten Plan wieder verzehren.

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Geschrieben

Am 28.8.2018 um 09:12 schrieb 9000Taler:

Beim passiv Investieren ist meiner bisherigen Kenntnis nach ja ein möglichst langer Zeitraum immer gut und sinnvoll. Einmal um eben eine gute Rendite zu haben und zum zweiten um auch z.B. Abschwächungen/Crashs an den Börsen aussitzen zu können. Ich hoffe, das ist so einigermaßen richtig von mir überlegt?

Der erste Teil der Begründung trifft nicht zu. Eine gute Rendite kannst Du auch schon nach einem Jahr haben (z.B. +84% beim DAX im Jahr 1985). Nur wird dies nicht in allen zukünftigen Zeiträumen der Fall sein.

 

Ein langer Zeitraum ist erforderlich, um in der Ex-Ante-Betrachtung eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine akzeptable Mindestrendite zu haben. Historisch betrachtet gab es auch in Deutschland schon Zeiträume (außerhalb von Kriegszeiten!), in denen bei einer Einmalanlage selbst nach gut 20 Jahren nur eine schwarze Null *vor* Kosten, Steuern und Inflation herauskam. Berücksichtigt man Inflation, Steuern und Anlagekosten, brachten diese gut 20 Jahre ein tiefrotes Ergebnis.

 

Der angesprochene Zeitraum begann übrigens Ende 1960 - also kurz bevor Volkswagen groß als Volksaktie vermarktet wurde. Das ist auch der Grund, warum die meisten in der Generation unserer Eltern von Aktien nichts wissen wollten. Im aktuellen DAI-Renditedreieck ist dieser Zeitraum nicht mehr enthalten.

 

Am 28.8.2018 um 09:12 schrieb 9000Taler:

Ist das passive Investieren für mich mit meinen 52 Jahren überhaupt noch sinnvoll?

Viele Lebenszyklus-Anlagen beginnen mit den Umschichtungen schon 20 Jahre oder etwas länger vor dem Zieldatum. Siehe z.B. https://www.fairr.de/produkte/fairriester/portfolio/ und https://betriebliche-vorsorge.fidelity.de/investment-und-pensionsloesungen/kapitalanlage?gclid=EAIaIQobChMI-J6c49q_3QIVCuh3Ch3zsgNuEAAYASAAEgKBaPD_BwE

 

Mit zehn Jahren bis zum Zieldatum ist man auf jedem Fall im Risiko. Deshalb sollte man sich mit diesem auseinandergesetzt und den eigenen Umgang mit diesem gefunden haben, bevor man größere Beträge investiert. Das gilt besonders für Einmalanlagen.

 

 

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Geschrieben

Am 28.8.2018 um 20:10 schrieb 9000Taler:

Ich mache auch mal eine ganz einfache Rechnung auf:

 

Ich bin jetzt 52 Jahre alt.

Ich möchte ab 62 nicht mehr arbeiten.

Ich werde 90 Jahre alt.

Ich lebe also noch 28 Jahre als "Rentner".

 

130.000,- € Erspartes

150.000,- € Warenwert 

55.000,- € Lebensversicherung

200.000,- € Erbe (Geld und Haus)

120.000,- € Ich kann im Monat 1000,- € weglegen durch meine Selbständigkeit (10 Jahre lang)

69.000 € Rente (250,- monatliche Rente für 23 Jahre)

 

Das macht in der Summe 724.000,- €.

Wenn ich das nun durch die 28 Jahre Rentlerleben teile, komme ich auch ca. 2150,- € pro Monat.

 

 

 

Hallo 9000 Taler,

 

Ich finde deinen Thread interessant, weil ich mir in einem anderen Thread ähnliche Gedanken zum Thema wie viel Geld ich mein Leben lang brauche und ob ich dafür mein Leben lang Vollzeit arbeiten muss.

 

Eigentlich bist du für eine Geldanlage prädestiniert, weil du wenig Rente im Alter bekommen wirst und irgendwoher eine "Zusatzrente" brauchst. Es wäre mehr als schade, Geld auf dem Girokonto zu parken um in 10 oder 20 Jahren festzustellen, wie die Inflation es weggefressen hat. Dir muss klar sein, dass 2,5% Inflation dich von deinem 130.000 € erspartem 3.250 € im Jahr kosten und du nach 10 Jahren 30.000 € Realwert verloren haben wirst.

 

Es gibt die Grundregel die du sicher kennst: Aktienanteil = 100 - Lebensalter

Danach sollte man sich nicht blind richten, aber ich sehe es als vernünftig an wenn du 48% der 130.000 € breit diversifiziert in passive Aktienfonds anlegst. Solltest du ganz großes Pech haben und genau zu deinem Rentenantritt kommt ein Crash, hast du noch 52% zzgl. der von dir aufgezählten Positionen. Damit kannst du jede Börsenflaute über X Jahre aussitzen.

 

Ich würde nicht die Frage stellen, ob, sondern wie viel du in "Risiko" stecken willst.

Wie Fondsanleger1966 sagt, ist dabei die Anlagedauer eine gewisse Absicherung (je länger desto sicherer eine positive Rendite), aber keine Garantie auf eine HOHE Rendite. Du kannst auch heute investieren und falls die Märkte 5 Jahre lang super laufen, wieder raus oder den risikobehafteten Anteil senken. Keiner zwingt dich bis 60+ zu warten. 

 

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Geschrieben

vor 7 Minuten schrieb Andreas900:

Hallo 9000 Taler,

 

Ich finde deinen Thread interessant, weil ich mir in einem anderen Thread ähnliche Gedanken zum Thema wie viel Geld ich mein Leben lang brauche und ob ich dafür mein Leben lang Vollzeit arbeiten muss.

 

Eigentlich bist du für eine Geldanlage prädestiniert, weil du wenig Rente im Alter bekommen wirst und irgendwoher eine "Zusatzrente" brauchst. Es wäre mehr als schade, Geld auf dem Girokonto zu parken um in 10 oder 20 Jahren festzustellen, wie die Inflation es weggefressen hat. Dir muss klar sein, dass 2,5% Inflation dich von deinem 130.000 € erspartem 3.250 € im Jahr kosten und du nach 10 Jahren 30.000 € Realwert verloren haben wirst.

 

Es gibt die Grundregel die du sicher kennst: Aktienanteil = 100 - Lebensalter

Danach sollte man sich nicht blind richten, aber ich sehe es als vernünftig an wenn du 48% der 130.000 € breit diversifiziert in passive Aktienfonds anlegst. Solltest du ganz großes Pech haben und genau zu deinem Rentenantritt kommt ein Crash, hast du noch 52% zzgl. der von dir aufgezählten Positionen. Damit kannst du jede Börsenflaute über X Jahre aussitzen.

 

Ich würde nicht die Frage stellen, ob, sondern wie viel du in "Risiko" stecken willst.

Wie Fondsanleger1966 sagt, ist dabei die Anlagedauer eine gewisse Absicherung (je länger desto sicherer eine positive Rendite), aber keine Garantie auf eine HOHE Rendite. Du kannst auch heute investieren und falls die Märkte 5 Jahre lang super laufen, wieder raus oder den risikobehafteten Anteil senken. Keiner zwingt dich bis 60+ zu warten. 

 

OK vielen lieben Dank für Dein Posting. Ich habe inzwischen angefangen, einen (noch kleinen) Teil zu investieren. Ich werde das demnächst aber deutlich erhöhen.

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Geschrieben · bearbeitet von tyr

vor 2 Stunden schrieb Andreas900:

Du kannst auch heute investieren und falls die Märkte 5 Jahre lang super laufen, wieder raus oder den risikobehafteten Anteil senken. Keiner zwingt dich bis 60+ zu warten. 

 

Wieder der altbekannte Versuch von Market Timing. Das funktioniert nicht mal bei Profis zuverlässig, die das können müssen sollten, um davon zu leben. Dazu gibt es genügend Untersuchungen aus der Finanzwissenschaft, schon seit den 1980er Jahren: https://scholar.google.de/scholar?hl=de&q=market+timing+investment+strategy

 

Warum sollte man das als Laie zuverlässig erwartbar hinbekommen als die Profis?

 

Ich würde lieber eine Asset Allocation dauerhaft bis Lebensende planen und dann jährlich auf das Zielverhältnis rebalancen, egal ob es aufwärts oder abwärts geht an den Märkten. Ohne Versuche von Market Timing.

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Geschrieben

vor einer Stunde schrieb tyr:

 

Wieder der altbekannte Versuch von Market Timing. Das funktioniert nicht mal bei Profis zuverlässig, die das können müssen sollten, um davon zu leben. Dazu gibt es genügend Untersuchungen aus der Finanzwissenschaft, schon seit den 1980er Jahren: https://scholar.google.de/scholar?hl=de&q=market+timing+investment+strategy

 

Warum sollte man das als Laie zuverlässig erwartbar hinbekommen als die Profis?

 

Ich würde lieber eine Asset Allocation dauerhaft bis Lebensende planen und dann jährlich auf das Zielverhältnis rebalancen, egal ob es aufwärts oder abwärts geht an den Märkten. Ohne Versuche von Market Timing.

 

Ich glaube auch nicht, dass Market Timing funktioniert. Nach dem Motto: Ich verkaufe, weil bald kommt der Crash.

 

Eine Asset Allocation aber stur ungeachtet der Marktlage durchziehen? Kann im Extremfall heißen, dass du Aktienfonds kurz nach einem Crash verkaufst. Jetzt mal unter uns: Wenn du sagst mit 70 Jahren soll meine Aktienanteil 0% erreichen, verkaufst du dann deinen gesamten Rest an Aktien, selbst wenn du im Verlauf des Jahres 50% Verlust hattest?

 

Vermutlich wirst du überlegen: Brauche ich das Geld wirklich? Und wenn nicht wartest du doch lieber noch 1-2 Jahre die Erholung der Märkte ab.

 

Genauso würde ich umgekehrt Geld aus risikobehafteten Anlagen immer etwas früher entnehmen als ich es wirklich brauche. Nach dem Motto: Ich brauch es mit 60, entnehme es mit 57 und sollte genau mit 57 ein Crash eintreten, habe ich noch 3 Jahre Zeit.

 

Ich drücke mich laienhaft aus, du hast mehr Ahnung als ich ;) Ich meine nur man sollte immer so planen, dass man nie unmittelbar nach einem Crash das Geld braucht.

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