neu Auflage "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" für Besitzer von Vorauflagen?

  • ETF
  • Vorauflagen
  • Anlage

Geschrieben · bearbeitet von Tamasch

Hallo liebe Community, erstmal der Pflichtteil:


1. Erfahrungen mit Geldanlagen
Kurzfassung: Ich hab schon so fast alles gemacht, bin dann Gott sei Dank, beim passiven Investieren gelandet

 

2. Darstellung von bereits vorhandenen Fondspositionen (ISIN angeben)
Mein Welt-Depot besteht aus den folgenden 3 ETFs 
iShares Core MSCI World UCITS (IE00B4L5Y983)
iShares Core MSCI EM IMI UCITS (IE00BKM4GZ66)
iShares MSCI World Small Cap UCITS (IE00BF4RFH31)

 

3. Zeitliche Aufwandsbereitschaft für eure Fondsanlage
Eigentlich ziemlich gering da ich meine persönliche Strategie bereits gefunden und umgesetzt habe, der Rest der Zeit ist Rebalancing, Hobby und evtl. Satellitenbildung  


4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten
Ich sehe das pragmatisch, ganz nach Kostolany "Kaufen und schlafen legen" persönliche Risikoeinteilung 90/10 

 

Optionale Angaben:
1. Alter
29

 

2. Berufliche Situation
Beamter auf Lebenszeit

 

3. Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft?
Teilweise

 

Über meine Fondsanlage
1. Anlagehorizont
+/- 30 Jahre

 

2. Zweck der Anlage
Altersvorsorge

 

3. Einmalanlage und/oder Sparplan?
Sparplan

 

4. Anlagekapital
Aktuell werden 350 Euro (monatlich) in die Sparpläne gesteckt

 

 


Nun zu meinem Anliegen. Bisher war ich stiller interessierter Mitleser und habe alles was ich gebraucht oder wissen wollte auch gefunden und mir meinen Sparplan erarbeitet.

 

Nun allerdings bin ich etwas hilflos. Ich habe nur durch Zufall gesehen das es auf justetf.de das neue Kommer Strategie 2018 Musterdepot zu sehen gibt. Dieses teilt sich auf in MSCI EM IMI und 4 Faktor ETFs auf Basis des MSCI World. (nur mal die Aktienseite betrachtet).

Ich habe einen älteren Kommer bei mir daheim rum liegen, in dem das Thema Faktoren noch keine Rolle spielt (Ich glaub Ausgabe 2015). Gibt es irgendwie die Möglichkeit als Besitzer einer älteren Ausgabe von "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" sich kostenlose,

eventuelle neue Kapitel der aktuellen Auflage zu besorgen? Oder interpretiere ich in das Musterdepot zu viel hinein. 

 

Mich würden gerne die Erläuterungen von Herrn Kommer  interessieren wieso Rohstoffe und Immobilien komplett aus seinem Musterdepot verschwunden sind und nun aus einer Mischung zwischen EM und Faktor ETFs (bzw. 1 Multi-Faktor) bestehen. 

Ich bin leider nicht gewillt, mir jedes Jahr einen neuen Kommer kaufen zu müssen und jedesmal den kompletten Kaufpreis zu bezahlen. 

 

 

mit besten Grüßen Tamasch

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von nikolov

Aber andere Nutzer sollen gewillt sein, sich den neuen Kommer zu kaufen...

<_<

 

Und, ja, du interpretierst zu viel in das neue Musterdepot hinein. Im Buch stehen noch mehr Beispiele für eine RK3-Aufteilung, die ohne die Faktorenwette auskommen. Empfehlenswert, wenn man nicht mit jeder neuen Auflage die nächste Sau durchs Dorf treiben möchte.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Mir ging es nur darum, ob eventuell jemand weiß ob Herr Kommer vielleicht diese Neuerungen irgendwo für Kunden zur Verfügung stellt. Da ich zu dieser Frage selber nichts finden konnte. Nicht mehr und nicht weniger. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Wenn du dazu nichts findest, gibt es einfach nichts. Es gibt viele Bücher, die jedes Jahr neu rauskommen, weil sich Gesetze oä ändern und auch hier muss man regelmäßig Geld ausgeben, um auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Gerade bei Büchern über Gesetze haben sich Austauschseiten + Abo bewährt, aber Herr Kommer verkauft seine Bücher lt. Webseite ausschließlich bei Amazon. Der Tipp mit der Bibliothek ist sogar ganz passend, da du ja nicht gewillt bist, nach 3 Jahren einen neuen Kommer zu kaufen. So kommst du am günstigsten weg.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Ja das habe ich nun auch gelernt ;-) Ja das mit der Bibliothek werde ich dann mal versuchen. Danke

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 4 Stunden schrieb Tamasch:

Mir ging es nur darum, ob eventuell jemand weiß ob Herr Kommer vielleicht diese Neuerungen irgendwo für Kunden zur Verfügung stellt. Da ich zu dieser Frage selber nichts finden konnte. Nicht mehr und nicht weniger. 

Herr Kommer will mit diesen "Neuerungen" nun mal nochmal abkassieren. Menschen wie du werden darauf aufmerksam und entscheiden sich zum Teil für einen erneuten Kauf des Buches. Die ETF Welt verändert sich nicht derartig schnell, dass jedes Jahr irgendeine Anpassung notwendig wäre. Geld will der Herr aber trotzdem verdienen. Du hast dir doch bereits deine 3 ETFs zusammengesucht. Warum jetzt also deinen damaligen Gedankengang verwerfen?

 

vor 6 Stunden schrieb Tamasch:

interessieren wieso Rohstoffe und Immobilien komplett aus seinem Musterdepot verschwunden sind

Diese Antwort ist einfach: 1. Rohstoffe haben in den letzten Dekaden vergleichsweise grottenschlecht performt. Die Technologie wird besser, der Abbau einfacher und günstiger. Daher die Konkurrenz stärker. 

2. Er wird sagen es finden sich keine rentablen Objekte mehr. Die Preise sind zu hoch. Ausnahmen gibt es immer....

 

Kommer ist auch kein allwissender Prophet und gibt auch nur die ewig wiedergekauten Thesen wieder, vor allem im Immobilienbereich...

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von UserPS

Hierfür empfehle ich dir den Thread Factor Investing mit ETFs komplett durchzulesen.
Im gestrigen Topic hab ich in Kurzform zusammengefasst weshalb die Produktauswahl nicht die beste ist. Mehr Details findest du im Factor Thread.

 

Zur Stellung von Herrn Kommer wegen den Rohstoff-ETFs hat er in der aktuellen Ausgabe folgendes geschrieben.

Zitat

Der Commodity-Boom von 2002-2008 in Verbindung mit der starken Verbreitung und Popularisierung von Commodity-ETFs und aktiv gemanagten Rohstoff-Future-Fonds trieb das Volumen auf der Käuferseite in den kleinen Rohstoffterminmarkt sehr stark nach oben. Da der Rohstoff-Futures-Markt an die Größenbegrenzung des zugrunde liegenden Rohstoff-Spot-Markets gekoppelt ist, mithin das Volumen auf der Kontraktverkäuferseite (z.B. den "Bauern") kaum ausdehnen kann, führt das, so die These, zur chronischen Verschlechterung der Rollrenditen, eine der 3 Rendite-Komponenten von Rohstoff-Futures. Die Rollrendite ist tendenziell umso niedriger, je mehr Marktmacht bei den Kontraktverkäufern und je weniger bei den Kontraktkäufern liegt. Der Commodity-ETF-Boom verschob also - dem Finanzialisation-Argument zufolge, Marktmacht von den Anbietern einer Preis-Hedge (den ETF-Investoren) zu den Nachfragen einer Preis-Hedge (Absicherung). Ob das eine strukturelle, permanente Verschiebung ist, lässt sich bis heute kaum endgültig beurteilen, aber die Zweifel sind meines Erachtens ernst zu nehmen. (siehe Cheng/Xiong 2013; Bhardwaj 2015; Erb/Harvey 2016)

 

Fazit: Rohstoffe sind eine weniger eindeutige Investmentstory als die anderen in diesem Buch (Kommer 2018) dargestellten Asset-Klassen. Letzlich ist sich die Wissenschaft hier uneinig. Wen die Logik von Rohstoff-Futures-Investments nicht überzeugt, der sollte auf diese Portfoliokomponente verzichten. Ich persönlich finde mich seit 2016 eher im Lager der Skeptiker, wo ich fast immer bin wenn es keinen starken Konsens in der Wissenschaft gibt, und würde daher dafür votieren auf Commodities & Commodity-Futures in der Zukunft zu verzichten.

 

Und zu den REIT-ETFs hat sich Gerd Kommer in der aktuellen Ausgabe so geäußert:

Zitat

Sollten internation diversifizierte Immobilienaktien ein eigenständiger Bestandteil eines WPF sein?

In den 27 Jahren (1990-2016) erzielte der S&P Global REIT Index eine höhere Rendite als der Weltaktienmarkt (MSCI ACWI), die Korrelation war mit +0,66 erfreulich niedrig, wenngleich sie in den letzten 10 Jahren mit +0,88 über dem Wert der Gesamtperiode lag. Alles in allem erscheint eine Beimischung erwägenswert.

Ein Teil der höheren Rendite des erwähnten REIT-Indexes (S&P Global REIT Index) resultiert allerdings aus dem Small-Size-Effekt (siehe Abschnitt 5.11), nicht aus einem genuinen "Immobilien-Effekt". Börsennotierte Immobilienunternehmen sind tendenziell mittlere bis kleinere Unternehmen.

Das trifft so auch auf die in Dtl. erhätlichen REIT-ETFs zu, die globale REIT-Indizes abbilden und eine durschnittliche Marktkapitalisierung von 8-10 Mrd. USD haben.

Ähnlich sieht es auch Larry Swedroe (den Herr Kommer häufig im Buch zitiert), hier ein paar lesenswerte Artikel:

https://www.etf.com/sections/index-investor-corner/swedroe-reits-arent-special?nopaging=1

https://www.etf.com/sections/index-investor-corner/swedroe-real-estate-isnt-special

 

Neben dem Size-Tilt stellen die im Artikel zitierte Studie von Peter Mladina auch andere Tilts fest u.a. einen Value Tilt:

Zitat

These results suggest that REITs are no different from any other industry sector, with the notable exception of their hybrid (stock-bond-like) nature and rich factor mix.” Finally, Mladina also concluded that if one were taking a factor-based approach to asset allocation, then “real estate would not be considered a separate source of return.”

 

Daraufhin zeigt Swedroe einen Vgl. zwischen Reits und einem Portfolio mit 2/3 Small Cap Value Stocks und 1/3 long-term corporate bonds (Zeitraum von Januar 1978 - September 2016).

In allen Punkten schneidet das Portfolio besser ab (höhere Rendite, höherers Sharpe Ratio, geringere Volatilität, geringerer Drawdown). Aber im Grunde möchte Swedroe damit bestätigen, dass sich der Renditevorsprung (den auch Kommer zitiert) durch vorhandene Factor Tilts bei REITs erklären lässt und nicht durch eine Besonderheit des Immobiliensektors. Näheres dazu steht in den verlinkten Artikeln.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 1 Stunde schrieb UserPS:

Darin zeigt Swedroe einen Vgl. zwischen Reits und einem Portfolio mit 2/3 Small Cap Value Stocks und 1/3 long-term corporate bonds (Zeitraum von Januar 1978 - September 2016).

In allen Punkten schneidet das Portfolio besser ab (höhere Rendite, höherers Sharpe Ratio, geringere Volatilität, geringerer Drawdown).

... Und immer wieder stellt sich die Frage, ob sich das in der Zukunft wiederholt. 

 

Bezüglich Kommer und den Multi Faktoren würde ich mir keine Gedanken machen. Sind eben auch Möglichkeiten sein Portfolio zu gestalten. Ob es wirklich funktioniert, zeigt sich dann. 

 

Einfach von allem ein bisschen, denn wer breit streut (Weltportfolio) der rutscht nicht aus. ;) Ausserdem hast du da ja auch alle Faktoren drin. 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor 56 Minuten schrieb GenerationY:

Ausserdem hast du da ja auch alle Faktoren drin. 

 

Nein, das ist schlicht falsch.

 

Als Risk Faktor hast du lediglich Market Beta, sonst nichts.

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von UserPS

vor einer Stunde schrieb GenerationY:

... Und immer wieder stellt sich die Frage, ob sich das in der Zukunft wiederholt. 

 

Bezüglich Kommer und den Multi Faktoren würde ich mir keine Gedanken machen. Sind eben auch Möglichkeiten sein Portfolio zu gestalten. Ob es wirklich funktioniert, zeigt sich dann.

Das weiß niemand ob sich das wiederholen wird und der Renditevorsprung von REITs sich auch in Zukunft wieder so ergeben wird. Ebenfalls bleibt fraglich ob die Korrelation noch weiter zunimmt oder wieder abnehmen wird im Vgl. zum Aktienmarkt.

Allerdings finde ich sehr hilfreich, dass insbesondere Swedroe mithilfe der zitierten Studien und Untersuchungen womöglich einen Grund für die Überrendite (in der Vergangenheit ! ) bei REITs feststellen konnte. Dieser war aber ebenso durch einen Small Cap Value ETF erzielbar aufgrund der Factor Exposures, die bei REITs erkennbar waren im zurückliegenden Zeitraum. Deswegen begründen Swedroe und Kommer, dass es bei REITs keinen besonderen branchenspezifischen "Immmobilieneffekt" gibt für die Überrendite.

Das ist zumindest die Meinung & Überzeugung der Autoren. ^_^

Leider gibt es in Deutschland noch keine Small Cap Value ETFs sondern höchstens nur Small Cap Value "Proxys" in Form der Wisdomtree Small Cap Dividend ETFs und der SPDR Small Cap Value Weighted ETFs.

 

Allgemein muss jeder für sich überlegen ob er an die Faktoren glaubt und überzeugt ist, dass jene auch in Zukunft outperformen können und auch lange Zeiträume der Underperformance aushalten kann.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

vor einer Stunde schrieb eidgenoss61:

 

Nein, das ist schlicht falsch.

 

Als Risk Faktor hast du lediglich Market Beta, sonst nichts.

 

 

Das war so gemeint: Welt-Index= alle Aktien; Faktor-Index = Ein Teil der Aktien des Welt-Indexes. Ergo sind im Welt-Index natürlich die Aktien enthalten, die auch im jeweiligen Faktor-Index enthalten sind. Eben nicht nach Faktor sondern bspw. nach Marktkapitalisierung gewichtet. Die BIP-Gewichtung eines Weltportfolios soll ja bspw. zu einem Value (Faktor)-Tilt führen. Laut meinem Verständnis sind in einem Weltindex nach Marktkapitalisierung alle Aktien mit ihren Faktoren enthalten, in einer Gewichtung, sodass sie das Markt Beta ergeben. (sie gleichen sich also teilweise aus, da gegenläufig) Somit sind alle "Faktoren" enthalten. Habe ich das falsch verstanden?

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von eidgenoss61

vor 1 Stunde schrieb GenerationY:

Habe ich das falsch verstanden?

 

Ja, absolut.

Das was du beschreibst hat nichts mit Risk Factors zu tun.

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von etherial

 

vor 5 Stunden schrieb GenerationY:

Das war so gemeint: Welt-Index= alle Aktien; Faktor-Index = Ein Teil der Aktien des Welt-Indexes. Ergo sind im Welt-Index natürlich die Aktien enthalten, die auch im jeweiligen Faktor-Index enthalten sind. Eben nicht nach Faktor sondern bspw. nach Marktkapitalisierung gewichtet.

Mathematisch stimmt das. Aber entscheidend ist, dass bei der Gewichtung nach Marktkapitalisierung genau ein Faktor berücksichtigt wurde, bei einer nach Faktoren mehrere. Es kann sein, dass sich die Gewichtungen dadurch verschieben und das manche Aktien dadurch sogar herausfallen.

 

Zitat

Die BIP-Gewichtung eines Weltportfolios soll ja bspw. zu einem Value (Faktor)-Tilt führen. Laut meinem Verständnis sind in einem Weltindex nach Marktkapitalisierung alle Aktien mit ihren Faktoren enthalten, in einer Gewichtung, sodass sie das Markt Beta ergeben. (sie gleichen sich also teilweise aus, da gegenläufig) Somit sind alle "Faktoren" enthalten. Habe ich das falsch verstanden?

Die Sichtweise ist problematisch. Die Idee nach Faktoren zu gewichten dient dazu das Risiko (im Vergleich zur Rendite) klein zu halten. Wenn die Theorie stimmt bedeutet eine Fehlgewichtung also höheres Risiko oder geringere Rendite. Geringere Rendite für gleiches Risiko passt nicht zu "gleichen sich aus, da gegenläufig".

 

Die Idee der Risikofaktoren ist, dass sich die Rendite aus folgende Bestandteilen besteht:

- eine Linearkombination von Risikofaktoren

- ein Faktor für das unsystematische Risiko (was durch Diversifikation komplett eliminiert wird)

- ein Störfaktor (unvorhersehbare Ereignisse, Zufall)


Demnach hast du in jeder Aktie jeden Faktor. Beim Faktorinvesting geht es aber nicht um Faktoren besitzen, sondern um Portfoliooptimierung nach Faktoren, das ist im Marktkapitalisierungsportfolio so nicht gegeben.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von eidgenoss61

Es scheint etwas Verwirrung zu herrschen, was diese "Faktoren" überhaupt darstellen sollen.

Dazu etwas Historie:

 

I) Capital Asset Pricing Modell

Das CAPM wurde in den 1960er von John Lintner, William Sharpe und Jack Treynor basierend auf der Arbeit Harry Markowitz entwickelt.
Es definiert zum ersten Mal den Begriff "Risiko" und erklärt, wie Rendite entsteht.
Es hilft dabei zu erkennen, ob ein aktiver Manager "Alpha" generiert, oder die Rendite durch andere Faktoren zustande kommt.

Das Modell ist ein "Ein-Faktor"-Modell, da es die Rendite eines Portfolios lediglich als Bezug zum Markt-Beta erklärt.


A) Market Beta

Market Beta beschreibt, wie sich eine Anlage gegenüber dem breiten Markt verhält (Korrelation zwischen der Rendite dieser Anlage gegenüber der Rendite des Marktes).
Ein Vanguard Total Stock Market Fund hat also ein Beta von 1.
Ein Beta >1 bedeutet, die Anlage hat ein grösseres Risiko als der Markt, ein Beta <1 ein geringeres Risiko als der Markt.

Berechnet man Risiko-Prämien, werden gemeinhin Staatsanleihen (one-month US Treasry bills = risikoloses Investment) genommen.

Von 1927 bis 2015 betrug die US market beta Prämie 8.3%.
Wer also nicht an "Faktor-Prämien" glaubt, sollte also per se nicht in Aktien investieren.


II) Fama-French Drei-Faktor-Modell

In den 30 Jahren, in welchen das CAPM verwendet wurde zeigte sich, dass sich damit nur etwa zwei Drittel der Rendite eines diversifizierte Portfolios erklären liessen.
Beispiel: wenn Portfolio A eine Rendite von 10% und Portfolio B eine Rendite von 13% aufwiesen, wären nur 2% der Differenz durch Market Beta erklärbar, während das restliche 1% der Differenz andere Ursachen hätte, z. B. Glück oder Fähigkeit (bei der Aktienauswahl oder beim Market-Timing).

Diese Beobachtung führte zu weiteren Untersuchungen:

"The Relationship between Return and Market Value of Common Stocks", Rolf Banz, 1981
"The Relationship between Earnings' Yield, Market Value and Return for NYSE Common Stocks: Further Evidence", Sanjoy Basu, 1983
"Persuasive Evidence of Market Inefficiency", Barr Rosenberg, Kenneth Reid, Ronald Lanstein, 19895

 

Diese Erkenntnisse wurden dann im bekannten Paper zum Drei-Faktor-Modell zusammengefasst:

"The Cross-Section of Expected Stock Returns", Eugene Fama, Kenneth French, 1992


Quintessenz ist, dass sich die Differenz der Rendite von diversifizierten Portfolios nicht nur durch Market Beta, sondern auch durch die Faktoren Size und Value erklären lässt, und zwar bis zu 90% dieser Differenz. Beispiel: wenn Portfolio A eine Rendite von 10% und Portfolio B eine Rendite von 13% aufwiesen, wären 2.7% der Differenz durch Market Beta erklärbar, während das restliche 0.3% der Differenz andere Ursachen hätte, z. B. Glück oder Fähigkeit (bei der Aktienauswahl oder beim Market-Timing).
 

B) Size Faktor

Der Size Faktor wird berechnet, in dem man den jährlichen Rendite-Durchschnitt der Large-Cap-AKtien von der jährlichen Durchschnitssrendite des Small-Cap-Aktien abzieht.
Daher kommt der Name SMB, Small minus Big.
Small-Cap-Aktien liegen in den Dezilen 6-10 des CRSP-Index, Large-Cap-Aktien liegen in den Dezilen 1-5.

Die U.S.-Size-Prämie lag zwischen 1927 und 2015 bei 3.3%.


C) Value Faktor

Value: relativ günstig bewerteten Aktien, im Vergleich zu solchen mit höherer Bewertung tendieren dazu, eine bessere Performance gegenüber letztgenannten aufzuweisen.
Die U.S.-Value-Prämie lag zwischen 1927 und 2015 bei 4.8%


D) weitere Faktoren 
- Momentum
- Profitabilty & Quality

Mit weiteren Faktoren kann die Rendite noch genauer erklärt werden, was aber nicht die bekannten Faktoren ungültig werden lässt.

 

Ich empfehle das Buch "Your Complete Guide To Factor-Based Investing" von Berkin/Swedroe, welches einen hervorragenden, umfassenden Überblick gibt, sowie die Umsetzbarkeit in der Praxis demonstriert.

 

 

Dies nur zur Übersicht.

Mehr wurde schon im Faktor-Thread diskutiert und erklärt.

 

 

 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Weitere Bemerkungen:

 

Faktoren werden als Long-Short-Portfolios dargestellt.

 

Für Value geht man z. B. long Aktien mit günstiger Bewertung und short Aktien mit teurer Bewertung.

Man hat also in einem Total Market Index selbstverständlich auch Value-Aktien, aber der Value-Effekt wird durch die ebenfalls vorhandenen Growth-Aktien negiert.

 

Weiters erklärt dies auch, warum man niemals die volle Faktor-Prämie einstreichen kann.

Da die meisten Faktor-ETFs (ausser AQR und neuere Vanguard) nur long sind, muss man auf die Prämie aus den Shorts verzichten.

Zudem hat man natürlich einiges an Beta mit dabei.

 

Trotzdem ist auch mit long-only-ETFs eine gewisse Difersifikation über Risiko-Faktoren möglich,

 

 

vor 13 Stunden schrieb GenerationY:

Die BIP-Gewichtung eines Weltportfolios soll ja bspw. zu einem Value (Faktor)-Tilt führen.

 

Das ist eine Erklärung von Prof. Weber und bezieht sich auf das Gesamt-Portfolio und ist zudem rein zufällig (d. h. nicht der erklärte Sinn der BIP-Gewichtung).

Hat aber nichts mit Faktor-Investing im eigentlichen Sinne zu tun.

 

Mit einer BIP-.Gewichtung hast du durch die Übergewichtung von EM gegenüber der Marktkapitalisierung sowieso schon ein höheres Risiko (im Sinne von Volatilität).

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben · bearbeitet von odensee

Am 7.9.2018 um 11:53 schrieb Tamasch:

Ich bin leider nicht gewillt, mir jedes Jahr einen neuen Kommer kaufen zu müssen und jedesmal den kompletten Kaufpreis zu bezahlen.

Du hast das Geschäftsmodell von Herrn Kommer verstanden.

edit: es fehlte ein ;)

und: allen wissenschaftlichen Theoreien zum Trotz kan niemand die Zukunft vorhersagen, was deinen Erfolg an der Börse angeht. Ich finde: dein Depot ist gut aufgestellt, so wie es ist. Ohne Rohstoffe, ohne Immobilien.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Geschrieben

Am 7.9.2018 um 11:53 schrieb Tamasch:

Nun allerdings bin ich etwas hilflos. Ich habe nur durch Zufall gesehen das es auf justetf.de das neue Kommer Strategie 2018 Musterdepot zu sehen gibt. Dieses teilt sich auf in MSCI EM IMI und 4 Faktor ETFs auf Basis des MSCI World. (nur mal die Aktienseite betrachtet).

Ich habe einen älteren Kommer bei mir daheim rum liegen, in dem das Thema Faktoren noch keine Rolle spielt (Ich glaub Ausgabe 2015). Gibt es irgendwie die Möglichkeit als Besitzer einer älteren Ausgabe von "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" sich kostenlose,

eventuelle neue Kapitel der aktuellen Auflage zu besorgen? Oder interpretiere ich in das Musterdepot zu viel hinein. 

 

Mich würden gerne die Erläuterungen von Herrn Kommer  interessieren wieso Rohstoffe und Immobilien komplett aus seinem Musterdepot verschwunden sind und nun aus einer Mischung zwischen EM und Faktor ETFs (bzw. 1 Multi-Faktor) bestehen. 

Ich bin leider nicht gewillt, mir jedes Jahr einen neuen Kommer kaufen zu müssen und jedesmal den kompletten Kaufpreis zu bezahlen. 

 

Inzwischen habe ich eine Zusammenfassung der neuen Auflage des Buches gefunden, die im Prinzip auf alle Änderungen eingeht: 

 

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen

Erstelle ein Benutzerkonto oder melde dich an, um zu kommentieren

Du musst ein Benutzerkonto haben, um einen Kommentar verfassen zu können

Benutzerkonto erstellen

Neues Benutzerkonto für unsere Community erstellen. Es ist einfach!


Neues Benutzerkonto erstellen

Anmelden

Du hast bereits ein Benutzerkonto? Melde dich hier an.


Jetzt anmelden