Kosten bei Optionsscheinen

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Guten Tag,

 

ich beschäftige mich schon seit längerem mit dem Thema Optionsscheine und habe dazu ein paar Fragen, die ich bisherig nicht klären konnte.

 

(1) Aufgeld

Als Beispiel hier der Knock-Out mit der WKN UX49FN. Möchte ich diesen über die Ing Diba kaufen, werden mir die Kosten dazu in dem beigefügten Screenshot angezeigt. Die Kauf- und Verkaufskosten sind klar. Wie habe ich jedoch die laufenden Kosten zu verstehen? Beziehen die sich auf den Kaufpreis, oder den aktuellen Wert und wann werden die fällig? Im unteren Beispiel wollte ich für ca. 200 € Optionen kaufen. Würde dies laut dem Screenshot bedeuten, dass ich automatisch schon mal 200,00 + 27,18 + 166,22 + 5,53 = 398,93 € los bin?

 

(2) Den richtigen Schein finden

Komische Frage, aber wie finde ich den richtigen Schein? Hier gibt es eine relativ gute Suchmaske: https://www.boerse-online.de/optionsscheine/os-finder Nach welchen Kennwerten sollte ich jedoch ausschau halten? Der Hebel und das Omega können ja nicht alles sein. Ich denke, dass hierbei auch meine Frage zum Aufgeld eine Rolle spielt

 

(3) Existenzielle Risiken

Es gab mal so einen Fall, bei dem ein Anleger mit CFDs ca. 3000 Euro investiert hatte und am Ende in der Privatinsolvenz gelandet ist. Können bei Optionsscheinen neben dem Totalverlust des Einsatzes noch weitere Kosten auf einen zukommen, die deutlich darüber hinaus gehen?

 

Im Voraus vielen Dank an alle!

 

Viele Grüße...

 

Optionsschein.jpeg

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Posted · Edited by passiv_Investor

vor 1 Stunde schrieb Unimatrix:

(1) Aufgeld

Als Beispiel hier der Knock-Out mit der WKN UX49FN. Möchte ich diesen über die Ing Diba kaufen, werden mir die Kosten dazu in dem beigefügten Screenshot angezeigt. Die Kauf- und Verkaufskosten sind klar. Wie habe ich jedoch die laufenden Kosten zu verstehen? Beziehen die sich auf den Kaufpreis, oder den aktuellen Wert und wann werden die fällig? Im unteren Beispiel wollte ich für ca. 200 € Optionen kaufen. Würde dies laut dem Screenshot bedeuten, dass ich automatisch schon mal 200,00 + 27,18 + 166,22 + 5,53 = 398,93 € los bin?

 

KOs sind keine Optionsscheine (und schon gar keine Optionen!) auch wenn mit den neuen Emittentenbezeichnungen hier wieder alles übern Haufen geworfen wird und das noch verwirrender für die Kunden macht.

Die laufenden Kosten werden täglich in den Produktpreis (=Zertifikatspreis) mit einberechnet. Sie fallen also nicht einmalig an sondern über die Haltedauer des Zertifikats. Dies geschieht in der Regel über eine Anpassung des Basispreises.

 

vor 1 Stunde schrieb Unimatrix:

(2) Den richtigen Schein finden

Komische Frage, aber wie finde ich den richtigen Schein? Hier gibt es eine relativ gute Suchmaske: https://www.boerse-online.de/optionsscheine/os-finder Nach welchen Kennwerten sollte ich jedoch ausschau halten? Der Hebel und das Omega können ja nicht alles sein. Ich denke, dass hierbei auch meine Frage zum Aufgeld eine Rolle spielt

 

Es gibt nicht "den einen Weg" das richtige Produkt zu finden. Das hängt eben ganz von deiner Kurserwartung und deinem Zeithorizont ab.

 

vor 1 Stunde schrieb Unimatrix:

(3) Existenzielle Risiken

Es gab mal so einen Fall, bei dem ein Anleger mit CFDs ca. 3000 Euro investiert hatte und am Ende in der Privatinsolvenz gelandet ist. Können bei Optionsscheinen neben dem Totalverlust des Einsatzes noch weitere Kosten auf einen zukommen, die deutlich darüber hinaus gehen?

Bei Zertifikaten kann der Anleger nicht mehr verlieren als seinen Einsatz (Zertifikatspreis + Ordergebühren). Dein genanntes Beispiel ist genau der Grund, warum die BaFin seit August 2017 die Nachschusspflicht bei CFDs, die über das Kontokapital hinausgeht, verboten hat.

 

vor 1 Stunde schrieb Unimatrix:

 

An dem Screenshot sieht man mal wieder sehr gut was die neuen Verordnungen für ein riesengroßer Humbug sind. Anstatt mehr Transparenz zu schaffen, gibt es lediglich mehr Verwirrung für den Kunden und einen Mehrwert bieten sie nicht wirklich.

Außer, dass man sieht was man wirklich verliert, wenn man solche Produkte langfristig hält uns sich keine entsprechende Kursbewegung in die erhoffte Richtung ergibt...

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Posted · Edited by Unimatrix

@passiv_Investor

Vielen Dank für deine Ausführungen. Das mit den Optionsscheinen ist mir nun um einiges klarer geworden. Meine Bemühungen autodidaktisch an das Thema ran zu gehen, waren dann doch an die Grenzen gestoßen.

 

Alle "echten" Kosten, die ich bezahlen muss, sind also nur die Kaufs- und Verkaufskosten. Um es handgreiflicher zu machen, kann man sich das Aufgeld (=laufende Kosten) also als einen inhärenten Wertverlust vorstellen, dem der Schein unterliegt. Steigt die Aktie zwar, aber nicht überproportional, frisst das Aufgeld die Gewinne wieder auf.

 

Noch eine Anschlussfrage. Mal angenommen, ich gehe davon aus, dass eine Aktie innerhalb eines Jahres um beispielsweise 50% steigen wird. Auf was sollte ich dann beim Optionsschein achten, um den größtmöglichen Gewinn zu erzielen? Ein möglichst großes Omega?

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Bei Produkten mit Laufzeitende wird das Aufgeld bis Laufzeitende abgebaut und dafür der Basispreis nicht angepasst.

Bei Endlosprodukten werden die Gebühren über eine Veränderung des Basispreises impliziert. Das Aufgeld bleibt relativ konstant.

 

Es gibt keinen "besten Weg". Das hängt auch davon ab, wie viel du riskieren willst, wenn dein Szenario nicht eintritt. Wie groß der Zeitwertverfall ist und wie hoch die implizierte Volatilität und deren Änderung.

Bei Optionsscheinen gibt es viele preisbeeinflussende Faktoren.

 

Am besten beschäftigst Du dich erst mal noch etwas mit der Basislektüre.

 

Broschüre "Optionsscheine" der Commerzbank

 

Broschüre "Knock-Out Produkte" der Commerzbank

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Am 8.9.2018 um 13:29 schrieb Unimatrix:

Noch eine Anschlussfrage. Mal angenommen, ich gehe davon aus, dass eine Aktie innerhalb eines Jahres um beispielsweise 50% steigen wird. Auf was sollte ich dann beim Optionsschein achten, um den größtmöglichen Gewinn zu erzielen?

Wenn du schon zocken willst, würde ich von Optionsscheinen zum Start abraten. Die Kursbewegungen dort sind völlig unvorhersehbar. Meiner Erfahrung nach wird der Wert dort auf kurze Sicht wesentlich stärker durch die Volatilität des Basiswertes getrieben als durch den eigentlichen Kursverlauf. Das kann dann zu nicht nachvollziehbaren Kursen beim Optionsschein führen. KO-Scheine sind hier sehr viel einfacher aufgebaut und die Kursbewegungen leichter nachvollziehbar.

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Vielen Dank euch! Werde mich nochmal ein wenig tiefer einlesen. 

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Mich interessiert das Thema auch, selbst wenn ich noch zu unwissend und weit davon entfernt sowas zu kaufen.

 

Wenn ich mich durch die verschiedenen Produkte klicke und sie beim Broker eingebe, trifft mich bezüglich der horrenden Produkt Kosten fast der Schlag.

Selbst bei Knock outs scheint es fast günstiger, den gewünschten Basis Wert über einen Konsumkredit als Aktie "gehebelt" zu kaufen^^

 

Sind diese Finanz Produkte ob der großen Kosten nur für die emittierende Bank profitabel? 

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Posted · Edited by passiv_Investor

vor einer Stunde von berti123:

Sind diese Finanz Produkte ob der großen Kosten nur für die emittierende Bank profitabel? 

Du sagst es.

Die meisten Privatanleger verlieren mit den Produkten. Zum einen, weil sie keine Ahnung von der Funktionsweise haben und zum anderen, weil sie die Kostenquote nicht kennen.

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Danke für deine Antwort!

Umgekehrt scheint das aber dann wieder profitabel zu sein (Stillhalter sein und Optionen raus geben), wenn man manchen Bloggern glauben darf.

Ich frage mich, woher da die Edge kommt?

Wieso wird man da nicht gnadenlos von Banken vom Markt vertrieben/unterboten?

 

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Naja, ganz so simpel ist es dann auch nicht. Es gibt natürlich keine Gewinngarantie.

Aber es ist wie mit Versicherungen auch. Hier verdient die Versicherung trotz aller Schadensfälle Geld, wenn sie die Prämien richtig kalkuliert hat und keine enormen Schäden auftreten.

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