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70K€ in ETFs investieren, einige Fragen zu Währungen, Freibeträgen, Strategie

Geschrieben · bearbeitet von WalleWalle

Hallo,

 

ich möchte ca. 70K€ aus meinen beendeten Sparverträgen (unter 2% Rendite) in ETFs anlegen, wahrscheinlich langfristig, möglichst ohne viel Folgearbeit zu haben. Ein Depot habe ich bei Comdirect jetzt eröffnet. Nach ein paar Wochen der Recherche habe ich doch noch einige Fragen übrig.

 

Ein paar Voraussetzung: mind. 80% replizierend, besser 100%. Möglichst gestreut, vor allem Industrieländer, eventuell auch Schwellenländer als Beigabe. Anleihen erst mal nicht, denn die Renditen sind langfristig im Keller?

 

Ich hatte bisher bei justetf gesucht und diese globalen ETFs gefunden als Ausgangspunkt (alle haben ein Volumen über 500M):

  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Dollar / 0,25% TER / Auschüttung)
  • iShares MSCI World EUR Hedged UCITS ETF (Acc) (Euro / 0,55% TER / thesaurierend)
  • iShares MSCI World UCITS ETF (Dist) (Dollar / 0,50% TER / Auschüttung)

 

1. ) Welche praktische Bedeutung hat die Dollar / Euro Nominierung? Ich habe viel theoretische Beiträge gelesen aber praktische Antworten sind widersprüchlich. Wird man zum Währungsspekulanten, wenn man Dollar-ETFs wählt? Wenn der Dollar 20% steigt oder fällt rel. zum Euro, dann schlägt sich dies durch auf Renditen und Kurs? Wird die Steuererklärung 2018 durch Dollar-ETFs komplizierter? Eine Steuererklärung mache ich bisher immer, aber bei Sparvertragen war dies sehr einfach - nur ein paar Zahlen übernehmen vom Formblatt der Bank. Bekomme ich so ein Formblatt auch bei ETF-Depots oder muss ich mit Excel Berechnungen anstellen oder bei ausländischen FA Anträge stellen in 2018?

 

2.) Gibt es einen erkennbaren Grund warum sich die TER hier zw. 0,25% und 0,55% unterscheidet?

 

3.) Jetzt lese ich öfter (und widersprüchlich), dass ausschüttende ETFs besser sind, falls der Freibetrag von 800€ noch nicht ausgeschöpft wurde (die ETFS sind meine einzige Anlage). Globale ETFs in Euro ausschüttend habe ich nicht gefunden, ansatzweise diesen Proxy mit den 50 größten börsennotierten Unternehmen weltweit.

  • iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) (Euro / 0,51% TER / Auschüttung)

Soll man sich so einen ausschüttenden ETF dazu holen, um den Freibetrag auszuschöpfen? Nach meiner Rechnung müsste 20K€ Anlage bei 4% Dividende dann 800€ im Jahr bringen? Oder doch was mit Schwellenländer beimischen?

 

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Geschrieben

vor 11 Minuten schrieb WalleWalle:

Anleihen erst mal nicht, denn die Renditen sind langfristig im Keller?

Könnte man so sehen, jedenfalls bei sicheren Anleihen.

 

vor 13 Minuten schrieb WalleWalle:

1. ) Welche praktische Bedeutung hat die Dollar / Euro Nominierung?...

Meiner Ansicht nach hat sie keine Bedeutung. In irgendeiner Währung muss ein Fonds notieren. Es ist nur eine Umrechnung.

 

vor 14 Minuten schrieb WalleWalle:

...Wird man zum Währungsspekulanten, wenn man Dollar-ETFs wählt? 

Nein! Man wird aber (auch) zum Währungsspekulanten, wenn man in Aktien investiert, die in fremder Währung notieren, und das ist bei weltweit anlegenden Fonds wie die , die Du herausgesucht hast, der Fall. Das Währungsrisiko geht von den enthaltenen Firmen aus, nicht von der Fondsnotierung.

Hier haben wir auch das Thema:

Bei dem Euro-Hedged-Ding ist das natürlich anders. Aber Währungsabsicherung kostet. Ich würde das bei einer langfristigen Geldanlage nicht empfehlen.

 

vor 19 Minuten schrieb WalleWalle:

...Wird die Steuererklärung 2018 durch Dollar-ETFs komplizierter? 

Nein! Nur wegen den ETFs wird im Normalfall keine Steuerklärung erforderlich sein.

 

vor 19 Minuten schrieb WalleWalle:

...Bekomme ich so ein Formblatt auch bei ETF-Depots...

Ja, so etwas bekomme ich. Keine Ahnung, ob das bei anderen Brokern auch so ist.

Bei einem deutschen Broker werden die Steuern automatisch abgeführt. Du müsstest darauf achten, dass Du Deinen Freibetrag entsprechend einrichtest.

 

vor 23 Minuten schrieb WalleWalle:

2.) Gibt es einen erkennbaren Grund warum sich die TER hier zw. 0,25% und 0,55% unterscheidet?

Nein! Die TER allein ist wenig aussagekräftig. Sie enthält nicht alle Kosten, die dann tatsächlich anfallen und auch nicht unbedingt vorhersehbar sind. Außerdem gibt es auch Einnahmen, die gegengerechnet werden können (z.B. Einnahmen aus Wertpapierverleih oder Steuervorteile durch kluge Wahl des Domizils). Mehr Aussagekraft hat wohl die Trackingdifferenz (der Unterschied zwischen Entwicklung des Index und Entwicklung des ETF):

 

 

vor 31 Minuten schrieb WalleWalle:

...

3.) Jetzt lese ich öfter (und widersprüchlich), dass ausschüttende ETFs besser sind, falls der Freibetrag von 800€ noch nicht ausgeschöpft wurde (die ETFS sind meine einzige Anlage). Globale ETFs in Euro ausschüttend habe ich nicht gefunden, ansatzweise diesen Proxy mit den 50 größten börsennotierten Unternehmen weltweit.

  • iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (DE) (Euro / 0,51% TER / Auschüttung)

Soll man sich so einen ausschüttenden ETF dazu holen, um den Freibetrag auszuschöpfen? Nach meiner Rechnung müsste 20K€ Anlage bei 4% Dividende dann 800€ im Jahr bringen? Oder doch was mit Schwellenländer beimischen?

 

Zu dem würde ich nicht raten. Der ist teuer und mit 50 Titeln schlecht diversifiziert. Wenn Du tatsächlich 70k in einen der von Dir genannten Ausschütter investierst, sollte der Freibetrag bei einer angenommenen Ausschüttungsrendite von 1,7 -1,9% ausgeschöpft werden.

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Okay, danke für die Antworten.

 

Wird mein Depot bei Dollar-ETFs dann in Dollar angezeigt und sind meine Unterlagen für das FA in Dollar angegeben oder in Euro, denn zumindest die Ausschüttung muss ja in Euro getätigt werden?

 

Ich neige jetzt dazu, nur einen globalen ETF zu kaufen, der dann ausschüttend ist, bevorzugt in Euro.

 

Die Kombination ist selten, aber einen habe ich gefunden von Amundi. Nebenvorteil ist die sehr niedrige TER. Allerdings hat der ETF nur 30 Mio. Fondgröße, wahrscheinlich weil er relativ neu ist? Ich lese auch (umstritten), dass der Sitz in Luxemburg Probleme bei der Steuer machen kann. Es geht mir nicht um kleinste Summen im Jahr, aber undurchsichtigen Papierkram mit dem FA möchte ich vermeiden.

  • Amundi Index MSCI World UCITS ETF - EUR (D) (Euro/ 0,18% TER / Auschüttung 1x Jahr)

Eine Alternative wäre der bereits genannte ETF, dann eben doch in Dollar.

  • Vanguard FTSE All-World UCITS ETF (Dollar / 0,25% TER / Auschüttung 4x Jahr)

Was würdet ihr empfehlen?

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Geschrieben

Die Währung in der ein Fonds aufgelegt ist, ist (fast: Ausschüttungen werden umgerechnet und die Bank "zwackt" sich hier was ab ganz grob gesagt) egal.

https://www.justetf.com/de/news/etf/der-einfluss-von-waehrungsrisiken-auf-etfs.html

 

Die Steuerproblematik existiert seit der Reform zum 01.01.2018 nicht mehr.

 

Dir stehen also sehr viele Fonds zur Auswahl : )

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Geschrieben

vor einer Stunde schrieb WalleWalle:

Wird mein Depot bei Dollar-ETFs dann in Dollar angezeigt und sind meine Unterlagen für das FA in Dollar angegeben oder in Euro, denn zumindest die Ausschüttung muss ja in Euro getätigt werden?

Bei mir wird alles in Euro angezeigt. Ich kann mir das bei einem deutschen Broker auch nicht anders vorstellen, denn die Währung in diesem Land ist ja nun einmal Euro.

Ich bekomme bei den Ausschüttungen eine Abrechnung, aus der auch hervorgeht, wie US-Dollar in Euro umgerechnet wurden.

 

vor einer Stunde schrieb WalleWalle:

Amundi Index MSCI World UCITS ETF - EUR (D) (Euro/ 0,18% TER / Auschüttung 1x Jahr)

Auch damit entgehst Du den Währungsschwankungen nicht. 

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