Schildkröte

Wirtschaftsstandort Georgien

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Geschrieben · bearbeitet von Schildkröte

Hallo allerseits,

 

dieser FAZ-Artikel, welcher einen kurzen und aufschlussreichen Abriss über die georgische Börse beinhaltet, war für mich Anlass zur Erstellung dieses Threads.

 

Zitat

Georgien (georgisch საქართველო, Sakartwelo, IPA: [sɑkʰɑrtʰvɛlɔ] anhören?/i), nach der russischen Bezeichnung Грузия (Grusija) früher gelegentlich auch Grusien oder Grusinien genannt, ist ein eurasischer Staat an der Grenze zwischen Europa und Asien in Transkaukasien, östlich des Schwarzen Meeres und südlich des Großen Kaukasus gelegen. Im Norden wird er von Russland, im Süden von der Türkei und Armenien, im Osten von Aserbaidschan begrenzt. Die Landesteile Abchasien und Südossetien sind abtrünnig und werden nur von Russland und einigen weiteren Staaten als souverän anerkannt.

Mit rund 3,7 Millionen Einwohnern (2015) auf einer Fläche von 57.215 km² (ohne die abtrünnigen Landesteile) ist Georgien eher dünn besiedelt. Mehr als ein Viertel der Bevölkerung lebt in der Hauptstadtregion um Tiflis, weitere große Städte sind Kutaissi, Batumi und Rustawi.

...

Nach der samtenen Revolution 2003 waren positive Entwicklungen in der georgischen Wirtschaft erkennbar. Insbesondere die Bürokratie wurde abgebaut und Georgien liegt seit Jahren auf dem Doing-Business-Index der Weltbank auf vorderen Rängen, beispielsweise 2015 vor der Schweiz oder Frankreich. Georgiens wirtschaftspolitische Reformen wurden auch im Beobachtungszeitraum 2007/08 im Bericht „Doing Business 2008“ der Weltbank ausdrücklich gelobt. Das Land konnte sich von Rang 112 auf Rang 18 verbessern und liegt damit zwischen der Schweiz (16.) und Deutschland (20.).[50] Die Höhe der Direktinvestitionen in Georgien stieg 2005 auf 447,8 Millionen US-Dollar und 2006 auf mehr als 1 Milliarde USD. Das Kreditportfolio der georgischen Banken belief sich 2007 auf mehr als 1,5 Milliarden US-Dollar. Allerdings erbrachten die Privatisierungen bei weitem nicht die erhofften Erlöse. 2014 lebten 70 Prozent der Georgier kaufkraftbereinigt von weniger als fünf Dollar pro Tag. Obschon die Korruption im Alltag mit Polizei, am Zoll oder bei Richtern kaum mehr auftrete, waren 70 Prozent der Landwirtschaftsflächen nicht registriert, was das Bündeln der kleinteiligen landwirtschaftlichen Produktion verhindert und bedeutet, dass ein Landwirt im Schnitt nur einen halben Hektar bewirtschaftet;[51] die vorherrschende Wirtschaftsform ist die Subsistenzwirtschaft.[52] Die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei knapp 15 %, inoffizielle Schätzungen belaufen sich auf 30–50 %. Die industrielle Produktion ist verhältnismäßig gering ausgeprägt und entwickelt.

Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline

 

Georgiens größter Außenhandelspartner ist die Türkei, gefolgt von Russland, Aserbaidschan und Deutschland (Stand 2002). Nach den USA ist Deutschland Georgiens zweitwichtigster Partner bei der Entwicklungszusammenarbeit. Anfang 2006 betrugen Georgiens Auslandsschulden 1,75 Milliarden US-Dollar. Ein Großteil des Geldes stammte von der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung. Weitere Kreditoren sind die Staaten der GUS, vor allem Turkmenistan und Russland. Die Staatsverschuldung insgesamt betrug Ende 2011 10,1 Mrd. US-Dollar.[53]

 

Wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung ist ein internationaler Transport-Korridor durch die Schwarzmeerhäfen Poti und Batumi, eine große Ölpipeline vom aserbaidschanischen Baku über Tiflis nach Ceyhan in der Türkei, die Baku-Tiflis-Ceyhan-Pipeline (BTC) und eine parallel dazu verlaufende Gaspipeline, die Südkaukasus-Pipeline. Diese Pipelines machen Georgien für die Europäische Union und die USA geostrategisch bedeutsam, da sie das Öl und das Gas aus den Feldern am Kaspischen Meer an Russland vorbei in den Westen transportieren und so die europäische Abhängigkeit von russischen Exporten verringern.

 

Nach der Rezession von 2009 und einem erneuten Einbruch 2012/13 konnte sich die Wirtschaft Georgiens wieder erholen, u. a. durch die Marktöffnung Russlands. Um das Jahr 2014 reisten wieder jährlich 300.000 russische Touristen nach Georgien.[29] Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Georgiens betrug im Jahr 2015 ca. 17 Mrd. US-Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug im selben Jahr 3.918 USD.[54]

 

Im Global Competitiveness Index, der die Wettbewerbsfähigkeit eines Landes misst, belegt Georgien Platz 67 von 137 Ländern (Stand 2017–2018).[55] Im Index für wirtschaftliche Freiheit belegte Georgien 2017 Platz 13 von 180 Ländern.

Quelle: Wikipedia

 

Status: Entwicklungsland

Nationale Währung: Georgischer Lari (GEL)

Nationale Börse: Georgian Stock Exchange (GSE)

Nationaler Aktienindex: GSX  (bisher noch kein entspr. ETF verfügbar - Übersicht zu ETFs mit Georgien-Anteil)

Kreditrating: BB- (Fitch, S&P - Übersicht über den georgischen Anleihenmarkt)

 

Inflation: 6,03 % (2017 - sonst jedoch niedriger)

Arbeitslosenquote: 11,6 % (2017- kontinuierlich rückläufig)

Bruttoinlandsrodukt (BIP): 15,14 Mrd. $ (2017 - schwankungsbereinigt recht konstant)

Staatsverschuldung: 43,9 % (vom BIP - 2016)

 

Über Hinweise würde ich mich sehr freuen. Ggf. einfach eine PN an mich schicken, ich ergänze den Eingangspost dann dementspr.

 

Gepanzerte Grüße

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Geschrieben

Spontaner Gedanke:

  • Von der Bevölkerungszahl wie Rheinland-Pfalz oder Sachsen,
  • vom BIP deutlich unter Bremen oder Saarland.

Würde ich in ETFs auf diese Bundesländer investieren?

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Geschrieben

An der GSE geht ja grad richtig die Post ab :rolleyes:

 

gse.jpeg

 

Nein mal ehrlich - dein Engagement für die Eröffnung dieses Fadens in allen Ehren - aber wie soll man sinnvoll in Georgien investieren? Einzeltitel scheiden ja wohl aus - und die im Artikel genannten Fonds sprechen mich auch nicht an.

 

Ansonsten erscheint es mir nur sinnvoll, wenn man Land und Leute kennt und öfter vor Ort ist und sich vielleicht in ein (kleines, mittelständisches?) Unternehmen einkauft. Das dürfte aber für die meisten hier außer Frage stehen.

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Geschrieben · bearbeitet von Schildkröte

Danke für Euer Feedback! Im Wesentlichen ist Georgien aus börsentechnischer Sicht in dem o. g. FAZ-Artikel bereits gut zusammengefasst. Ein Voll-Zitat ist aber so eine Sache und ein einfacher Link wäre für einen Eröffnungsbeitrag ein wenig mager.

 

In dem Artikel wird ja drauf hingewiesen, dass die georgische Börse selbst ein etwas schwieriges Terrain für Ausländer ist. Immerhin werden drei georgische Unternehmen an der Londoner Börse gehandelt:

 

- Bank of Georgia

- TBC Bank Group

- Georgia Healthcare Group

 

Schwellen- und Entwicklungsländer zeichnen sich ja häufig durch zahlreiche Banken und Rohstoffkonzerne mit Abschlägen beim KGV aus. Insofern sind die beiden erstgenannten Aktien keine Überraschung, der wachstumsstarke Gesundheitsdienstleister hingegen shon eher.

 

Wie auch bei anderen kleinen Märkten bzw. Indizes mit (sehr) wenig enthaltenen Titeln bieten sich ggf. direkte Investments eher an als entspr. ETFs (sofern es denn überhaupt welche gibt für den jew. Index).

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Geschrieben

Zu viel Schwarzgeld, zu viel Schattenwirtschaft gerade auch im Gesundheitswesen -- und das, obwohl sich die Georgier zumindest Mühe geben mit der Transparenz.

Tbilisi ist eine tolle Stadt und eine Reise wert, wenn man es abseits ausgetreter Pfade aushält. Aber das lukrativste Investment ist vermutlich, einen Gebrauchtwagen dort hin zu fahren.

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Geschrieben

http://georgien.ahk.de/

 

- Die deutsche Außenhandelskammer hat eine recht informative Seite zu Georgien; leicht surreal, aber für den interessierten Investor vielleicht einen Blick wert. Mein eigener Eindruck ist allerdings der von @dehy - ein "Frontier Market", so wie (NSFW) Deadwood (NSFW) im 19. Jahrhundert einer war. 

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Geschrieben · bearbeitet von Coucy

http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/kinderbraeute-in-georgien-zu-jung-um-erwachsen-zu-sein-a-1215140.html

 

Quote

Eigentlich träumte Tamuna davon, Tänzerin zu werden. Doch als sie 15 Jahre alt war, wurde sie mit einem fremden Mann verheiratet - und schwanger. Nach einem Monat fing ihr Mann an, sie zu schlagen. Auch die anderen Familienmitglieder ließen ihren Ärger an der jungen Frau aus, wenn diese nicht schnell genug ihren Pflichten nachkam. Drei Jahre nach ihrer Eheschließung flüchtete sie mit ihrem Sohn zu ihren Eltern.

Tamunas Schicksal ist kein Einzelfall in Georgien: Nicht selten werden minderjährige Frauen mit älteren Männern vermählt, die sie vorher nicht oder kaum kannten. Die Fotografin Myriam Meloni hat gemeinsam mit der Journalistin Elena Ledda zehn dieser Kinderbräute getroffen.

Kontakt zu den Jugendlichen bekamen sie über Nichtregierungsorganisationen, Sozialarbeiter und Erzieher. Um mit den jungen Frauen sprechen zu dürfen, mussten Ledda und Meloni allerdings zuerst das Einverständnis der Schwiegereltern, des Ehemannes und der Kandidatinnen selbst einholen.

"Die Mädchen waren ziemlich schüchtern, während ihre Angehörigen mit im Raum waren", sagt Meloni. Sie und Ledda mussten daher Strategien entwickeln, wie sie mit den jungen Frauen allein sein konnten, ohne die anderen Familienmitglieder zu beleidigen. "Nur so konnten wir ein ehrliches Gespräch führen."

Bei den Fotos legte Meloni den Fokus auf die jungen Frauen selbst, zeigt sie meist in ihrem Zuhause, mit ihren Kindern im Arm oder mit anderen Angehörigen. Manche der Mädchen bleiben allerdings unsichtbar: Anstelle der 16-jährigen Naila durfte Meloni nur Kürbisse fotografieren - ihr Ehemann verbot es, Fotos von ihr zu machen.

 

Gesetzlich liegt das Mindestalter für eine Heirat in Georgien zwar bei 18 Jahren - doch die Familien umgehen dies: Viele Paare heiraten heimlich und lassen die Ehe erst Jahre später offiziell eintragen.

Doch warum lassen sich so viele Mädchen darauf ein, obwohl sie nicht unbedingt in die Ehen gezwungen werden? Für viele von ihnen ist es normal, dass ihre Eltern für sie einen Ehemann aussuchen, denn so war es schon bei ihrer Mutter, Oma und Urgroßmutter.

"Es ist eine jahrhundertealte Tradition, die sich nicht auf eine Region oder Religion beschränkt, sondern kulturell bestimmt ist", sagt Meloni. "Armut, Arbeitslosigkeit, fehlende Bildung und religiöse Praktiken sowie verwurzelte patriarchalische Werte gehören aber auch zu den Hauptmotiven", sagt Meloni.

Nach der Heirat hören viele dieser Mädchen auf zur Schule zu gehen, Bildung brauchen sie laut den Familien nicht mehr: Sie ziehen in das Haus der Schwiegereltern und sollen sich ganz den familiären und häuslichen Tätigkeiten widmen. Damit verlieren sie die Möglichkeit zur wirtschaftlichen und sozialen Unabhängigkeit.

"Um diese Ehen zu verhindern, müssen nicht nur Gesetze geändert werden, sondern auch kulturell und sozial Veränderungen stattfinden", fordert Meloni. Doch bis dahin sei es noch ein langer Weg.

 

Quote

Lalala, wie entferne ich dieses Fenster hier? - Die Zitier-Funktion des WPF ist sooo schrecklich!

Anstatt weiterer Flüche, hier ein Bild von einem süßen Seehund: 
https://img-9gag-fun.9cache.com/photo/aGZV9n6_700bwp.webp

 

 

 

 

 

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Geschrieben

- Kein aussagekräftiger Artikel zur wirtschaftlichen Lage des Landes, aber mit Sicherheit ein Ausblick auf das Maß der gesellschaftlichen Rückständigkeit des Landes. Kein Terrain, in dem ich persönlich mich allzusehr bewegen möchte. 

 

...Preisfrage in diesem Zusammenhang: Sind Direktflüge nach Georgien eigentlich wieder aus Deutschland möglich? - Geht ja z. B. auf der Krim noch nicht, und die letzten kriegerischen Vorkommnisse in Georgien gab es ja zuletzt erst 2015.

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Geschrieben

Ich bin ins Nachbarland verheiratet und schätze unterm Strich übrigens die aus westlicher Sicht "Rückständigkeit" sehr -- aber das ist hier Offtopic.

 

Direktflüge gibt es nach Tblisi keine, Umsteigen in Kiev, Moskau oder auch Istanbul. TurkishAirlines war vor meiner Heirat mit jetzt deutsch-armenischem Doppelnamen meine bevorzugte Airlines in die Region und Umsteigen in Istanbul ist sehenswert, Menschen aus aller Herren Länder.

War mal zufällig an einem Länderspieltag gegen Irland in Tiflis. Die meisten irischen Fans waren mit Türkisch Airlines da.

 

Das Goethe Institut macht in Tiflis übrigens tolle Arbeit. Via Facebook kann man einen Eindruck bekommen: Mein Steuergeld finde ich dort gut verwendet.

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Geschrieben

Danke für die Info. Möchte betonen, mir ging's hier nicht um allgemeinen Kultursnobbismus, sondern um die in dem SPON-Artikel beklagten möglichen Menschenrechtsverletzungen. - Kannst Du vielleicht auch etwas zu den rechtlichen Umständen, bzw. eventuell zur Besitzverwaltung aus dem Ausland sagen? Wie leicht ist es, Papierkram zu erledigen? - Bin selbst Spanier, und schon Schriftverkehr innerhalb der EU ist schonmal, äh, kein Spaß. Bei kleineren Ländern außerhalb der EU will ich mir das gar nicht vorstellen.

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