Asset Allocation - "Hebeln"?

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Geschrieben · bearbeitet von Assassin

Hallo,

 

ich lese schon länger hier mit, wollte jetzt aber auch mal mitmischen und hab mich daher angemeldet.:)

 

Kurz zu mir: Ich bin wie die meisten(?) über den "Kommer" auf das Thema Börse, AA, ETFs usw. aufmerksam geworden (letzes Jahr, danach hab ich noch den Bogle gelesen, fand ich auch nett, er ist halt sehr USA-lastig) und dann irgendwie hier gelandet. Das gesammelte Wissen und die Analysen sowie die Verlinkungen von Fachbeiträgen/-aufsätzen halte ich im Übrigen echt für beeindruckend!

Die Zukunft kann man nicht vorhersehen, aber die Vergangenheit - mit allen ihren Krisen usw. - ist hier echt extrem detailliert aufbereitet!

 

Ergänzend zu meinen Finanzen:

Am 11.5.2014 um 09:01 schrieb Ramstein:

Im Thread ETF-Depot aufbauen (auch sehr gelungen!) bin ich irgendwann auch auf den Thread von Schinzilord aufmerksam geworden bzw. dann auch auf diesen hier.

 

Ich denke ich habe meine AA soweit gefunden, mit der ich mich wohl fühle - das sind tatsächlich ca. 85% Risikoanlagen (i.W. Aktien-ETFs ("Weltdepot") & bissl REITs & bissl Rohstoffe), was sehr hoch ist, aber ich würde mein Humankapital auch als relativ bis äußerst sicher (Beamter a. L., DU-Vers.) und als äußerst unkorreliert mit dem Depot betrachten.

Ich habe mir zumindest eingeredet, Verluste bis zu 60% des Portfoliogesamtwerts "zur Kenntnis nehmen" und "ertragen" zu können - natürlich ohne das je erlebt zu haben. Aber ich bin auf absehbare Zeit jetzt auch nicht auf das Geld angewiesen (was in unabsehbarer Zeit ist, kann ich noch nicht absehen ;-)). Ich plane werde die Risikoanlagen mit steigendem Alter leicht zu senken.

Ins Depot schau ich eigentlich nie, außer für Käufe außerhalb des Sparplans - manchmal schau ich in mein aufwändig erstelltes Excel-Spreadsheet und trage Käufe o.Ä. ein, da zeigt es mir halt dann die aktuellen Zahlen an (Kurse usw. werden dort über Morningstar aktualisiert, IZF dargestellt usw.). Aber es ist mittlerweile schon so, dass mich das eher langweilt.

Tatsächlich lese ich hier inzwischen viel öfter mit, als mich mit meinen eigenen Finanzen zu beschäftigten, da ich finde, dass ich mir dazu ausführlich und lange Gedanken gemacht habe. Einige Sachen sind halt irgendwo Philosophie/"Zukunftsraten", das finde ich ganz nett, aber ich plane hinterher nicht sagen zu wollen, dass irgendwas vorherzusehen gewesen wäre.

Kurzum: Relativ überzeugter Passivist, geringe Kosten, breit streuen, würde ich mal sagen.

 

Endlich zur Sache:

Also - selbst wenn ihr da anderer Auffassung sein mögt, könnt und werdet ihr natürlich was dazu sagen - angenommen, die AA passt so und soll so bleiben.

 

Jetzt ist es halt so, dass sie nicht ganz erreicht wird, da ein nach heutigen Maßstäben hoch verzinster alter BSV (>3%) noch läuft. Aufgrund der Einlagensicherung halte ich ihn für äußerst risikoarm.

Den will ich nach Risiko/Renditegesichtspunkten nicht kündigen. Um die AA zu erreichen will ich hier auch eher nicht hebeln. D.h. ich nehme in Kauf, dass ich meine Ziel-AA nicht erreiche.

 

So, jetzt habe ich hier noch ca. 6k€ gefunden (:P), die ich eigentlich gemäß meiner AA investieren will, aber nicht werde, sondern in eine ebenfalls relativ sichere Anlage investieren werde.

Nachdem das Depot derzeit auch nicht riesig ist, verschiebt das natürlich die AA schon ganz schön weit weg vom "Ziel".

Ja man wird die Frage stellen, warum macht er das.

Es handelt sich um eine Vorauszahlung zur PKV, die eine Rendite von ca. 1.200-1.400 € abwerfen dürfte, und das üblicherweise schon nach ein paar Monaten.

Der IZF liegt lt. Excel vss. bei 23 - 27 % p.a.

Falls Bedarf besteht, kann ich das gerne näher erläutern - kurz gesagt, die Rendite ist die Steuermehrerstattung (abzgl. etwaiger -mindererstattungen) im Anlagezeitraum. Ganz genau kann man das erst sagen, wenn es soweit ist, da ein kleinere Unwägbarkeiten bestehen (genauer Steuersatz usw.). Im Internet findet man vieles dazu.

 

Noch dazu ist die Anlage vergleichsweise "sicher", das einzige wirkliche Risiko sollte im Ausfallrisiko der Anleihe (oder in einer Änderung des Steuerrechts, wobei es hier hauptsächlich auf das Jahr 2018 ankommt...) bestehen.

Ich habe mir den Geschäftsbericht 2017 meiner PKV (Debeka) durchgelesen; danach teile ich die Auffassung der Debeka, dass für die Debeka Krankenversicherung nicht mit einer Inanspruchnahme aus den Eventualverbindlichkeiten zu rechnen ist. "Der Eintritt eines Sicherungsfalls für die Medicator AG ist gegenwärtig nicht absehbar."

Für den Fall der Fälle gäbe es dann ja auch noch die Medicator AG als Auffangbecken. Außerdem werden die Beiträge ja monatlich verrechnet, d.h. die Anleihe wird monatlich getilgt und ist nicht endfällig.

--> Also sichere, "riesig" verzinste "Anleihe" - ich wäre dumm, würde ich es nicht machen. Eher kann ich noch den BSV kündigen.

 

Was würdet ihr machen?

#1 Tatsächlich die 6k€ (oder gleich alles) zu 2-3% (?) hebeln, um die AA bedingungslos zu erreichen? Immerhin liegt hier ein relativ sicheres Zinsdifferenzgeschäft vor... Aber hebel ich so z.B. die Aktien-ETFs ja nicht auch? indirekt?

#2 Einfach hinnehmen, dass die Ziel-AA nicht erreicht wird? Macht man das dann vielleicht irgendwann beim regulären Rebalancing auch ("ne, jetzt keine Lust...") ? Wo zieht man die Grenze?

#3 Ziel-AA ändern? Weshalb sollte man die einzelnen Anlagen berücksichtigen, wenn es um die AA geht? Ist das mit Schinzilords Ausführungen ("Top-down") zu vereinbaren?

#4 Wilde Trennungen im Kopf vornehmen und die Anlage einfach ausklammern? Auch hier ist die Frage, wo enden solche Spielchen, wenn man doch eigentlich die Aufassung vertritt, dass es auf Gesamtrisiko/-rendite des Portfolios ankommt?

#5 ?????

 

Ich persönlich neige zu #2, aber das ist bisher nur ein Bauchgefühl... Begründen kann ich's irgendwie nicht wirklich. Vielleicht habt ihr ja eine klarere Meinung dazu?

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Geschrieben · bearbeitet von etherial

Theorie ist aus meiner Sicht eine wichtige Sache, aber ich glaube du nimmst die Theorie etwas zu ernst.

 

1. So wie es sich anhört lässt sich deine Entscheidung von der geplanten Asset Allocation abzuweichen gut begründen

2. Ich sehe nicht wirklich welchen Gewinn du dir erhoffst, wenn du mit 6000€ die geplante Allocation erreichst? Nur weil du mehr Risiko verträgst musst du noch lange nicht mehr Risiko eingehen.

 

Und lass dir nicht einreden, dass es irrational ist wenig Risiko einzugehen (bzw. andere Risiken einzugehen).

 

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