Schonmal erfolgreich Bilanzanalyse betrieben?

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Habt ihr schonmal Bilanzanalyse betrieben (Fundamentaldaten analysiert),

etwas gefunden, was im Markt nicht oder falsch eingepreist war,

habt euch entsprechend positioniert

und am Ende tatsächlich Erfolg damit gehabt, sprich: einen Profit gemacht?

 

Erzählt hier von eurem erfolgreichen Coup.

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mehrmals bei Sixt Vz nachgekauft:

 

Mai 2000 16,47 

Sep.2000 13,08

Nov.2000 11,13

Okt.2001 6,02

Im Schnitt von 7,6 auf aktuell 60 +12,73 NettoDiv

 

Eine Aktie von damals entspricht heute 2 (Gratisaktien), den letzten Kauf habe ich leider schon verkauft, der Rest ist heute mein Klumpenrisiko.

 

Nov.2001 Hugo Boss 18,69 auf aktuell 62 +35,87 NettoDiv

 

Apr.2010 Innotec TSS - leider 2013 ( verkauft wegen Verlustvortrag der zu verfallen drohte - hätte man weiter halten können ) +124% nach Steuer +0,91 NettoDiv

Sep.15 VW - 12.2017 verkauft +56% nach Steuer

 

Aber ich habe auch diverse male daneben gelegen!

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Am 10.11.2018 um 11:19 schrieb 100:

Habt ihr schonmal Bilanzanalyse betrieben (Fundamentaldaten analysiert),

Das ist wohl das was jeder Stockpicker macht.

 

Zwei meiner letzten Picks, die kurzfristig unerwartet gut verliefen waren Reality Income im Februar für rund 40 € gekauft nun für 55 € verkauft. Der faire Wert lag meiner Meinung nach bei 50 €, weshalb ich mich nun bei 55 € trennte und Dialog Semiconductor um die 15 € gekauft und kurz darauf für 22 € veräußert. 22 € waren der reine summierte Bargeldbestand.

Dann habe noch etliche langfristige Positionen wie Apple damals um die 83 € erworben und sie steht heute bei mehr als dem Doppelten. Fundamental war man damals massiv unterbewertet. Entsprechend baute ich eine optimistische Position auf. Ebenso zuversichtlich bin ich für Mutares, welches stark unter dem NAV gehandelt wird und Western Digital wo der Cashflow im Gegensatz zur Market Cap lächerlich hoch ist. Und noch einige weitere Werte, will aber keine Werbung machen.

 

Was nicht gut gelaufen ist, war At&S. Hatte bei 12 € gekauft weil der Buchwert deutlich höher war und meine subjektive Einschätzung eigentlich auch gut. Doch machten Gerüchte der Überschuldung und negativen Expansionsverläufen die Runde und dann ging auch noch der CFO. Bekam vermutlich Angst und verkaufte für 9 €. Die Aktie steht heute bei über 20 €.... Das war ein emotionaler Fehler der nicht hätte passieren dürfen. 

 

Keine Empfehlungen etc...

 

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Am 10.11.2018 um 11:19 schrieb 100:

Habt ihr schonmal Bilanzanalyse betrieben (Fundamentaldaten analysiert),

etwas gefunden, was im Markt nicht oder falsch eingepreist war,

Die Person die kauft denkt stets, dass der Markt die Aktie falsch einschätzt und sieht in der Aktie mehr Potential. Die Person die die Aktie verkauft, denkt ebenso, dass der Markt die Aktie falsch einschätzt und sieht in der Aktie weniger Potential (ausgenommen Verkäufe weil man Cash braucht).

 

Wer von beiden hat nun recht?

Wer am Ende einen Profit macht, hängt auch sehr massiv vom Zufall ab. Dies hat in vielen Fällen nicht unbedingt etwas mit dem eigenen Können was zu tun, dass man diese tolle Aktie gefunden hat, die der Markt völlig falsch einschätzt. Im Gegenteil, viele der tollen Geschichten haben mit Glück zu tun: Einmal Glück in diversen Faktoren für das Unternehmen und einmal Glück dass ich zufällig diese Aktie gekauft habe und nicht eine der 10 anderen (sehr ähnlichen) Aktien, die sich aber weniger gut entwickelt haben.

 

Der Mensch ist aber sehr gut im Verdrängen des Glücks und Erfolge werden nur selten dem Glück zugeschrieben, sondern der überlegenden Fähigkeit Unternehmen mit hohem Potential zu erkennen.

Als Buch-Tipp kann ich hier "The Black Swan - The Impact of the Highly Improbable" empfehlen um mehr über den Faktor Glück und unsere Psychologie wie wir mit Zufall und unvorhersehbaren Ereignissen umgehen.

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Posted · Edited by dev

vor 28 Minuten schrieb Yoko:

Die Person die kauft denkt stets, dass der Markt die Aktie falsch einschätzt und sieht in der Aktie mehr Potential. Die Person die die Aktie verkauft, denkt ebenso, dass der Markt die Aktie falsch einschätzt und sieht in der Aktie weniger Potential (ausgenommen Verkäufe weil man Cash braucht).

Das sehe ich viel bunter. Nicht jeder der eine Aktie verkauft macht dies weil er die Firmenzukunft schlecht einschätzen, mancher braucht nur Geld, andere sehen Kurs-Trends gebrochen ( hat nicht den Fundamentaldaten zu tun ), ...

 

vor 28 Minuten schrieb Yoko:

Wer am Ende einen Profit macht, hängt auch sehr massiv vom Zufall ab. Dies hat in vielen Fällen nicht unbedingt etwas mit dem eigenen Können was zu tun, dass man diese tolle Aktie gefunden hat, die der Markt völlig falsch einschätzt. Im Gegenteil, viele der tollen Geschichten haben mit Glück zu tun: Einmal Glück in diversen Faktoren für das Unternehmen und einmal Glück dass ich zufällig diese Aktie gekauft habe und nicht eine der 10 anderen (sehr ähnlichen) Aktien, die sich aber weniger gut entwickelt haben.

 

Der Mensch ist aber sehr gut im Verdrängen des Glücks und Erfolge werden nur selten dem Glück zugeschrieben, sondern der überlegenden Fähigkeit Unternehmen mit hohem Potential zu erkennen.

Nicht alles ist Zufall! Es kommt ja nicht nur auf die Auswahl an, sondern das man dieser Firma auch Zeit gibt.

Die meisten Anleger halten Aktien weniger als 3 Jahre, aber die Gewinne macht man in längeren Phasen.

 

Kostolany meinte: „Für den Erfolg an der Börse braucht es die vier G: Geld, Gedanken, Geduld und Glück“ und nach 20 Jahren Börsenerfahrung, stimme ich dem zu.

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Innerhalb 2,5 - 5 Jahren 5 Aktien min. verdoppelt. Bei über 40 Aktien würde ich aber sagen, ist normal.

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Ich habe zwar paar mal Bilanzen augewertet, aber das war nur zeitaufwändig und brachte keine Schätze ans Tageslicht. Zumal ich bei Bilanzen eh nicht drauf vertraue. Eine gewisse Gestaltungsfreiheit gibt es ja durchaus, und genug Möglichkeiten zum verändern der wichtigen Zahlen(Anlagevermögen zB. ) .

 

 

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Posted · Edited by Schwachzocker

Ich habe mal Fußballtoto gespielt. Dabei habe ich die Mannschaften analysiert und in drei Fällen das Ergebnis richtig getippt.

Ok, es waren insgesamt 13 Spiele zu tippen...aber die drei Spiele, bei denen ich richtig lag, sind eindeutig auf mein Können zurückzuführen. Wie ich das gemacht habe, wollt Ihr wissen?! Ich habe ein Buch über Fußball gelesen. So einfach ist das. Man muss sich nur ein wenig damit beschäftigen.:thumbsup:

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Posted · Edited by hund555

vor 17 Minuten schrieb Schwachzocker:

Ich habe mal Fußballtoto gespielt. Dabei habe ich die Mannschaften analysiert und in drei Fällen das Ergebnis richtig getippt.

Ok, es waren insgesamt 13 Spiele zu tippen...aber die drei Spiele, in denen ich richtig lag, sind eindeutig auf mein Können zurürckzuführen. Wie ich das gemacht habe, wollt Ihr wissen?! Ich habe ein Buch über Fußball gelesen. So einfach ist das. Man muss sich nur ein wenig damit beschäftigen.:thumbsup:

 

Früher habe ich Sportwetten gemacht, auf 100 eingesetzte Euro kamen durchschnittlich 106 Euro raus. Also: auch mit Sportwissen kann man Geld verdienen wenn man besser als der Durchschnitt ist.

(Heute ist es aber für deutschen Bürger eindeutig schwerer, da man schon durch Einsatz 5% an den Staat abdrücken muss!)

 

 

 

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vor 2 Stunden schrieb dev:

Das sehe ich viel bunter. Nicht jeder der eine Aktie verkauft macht dies weil er die Firmenzukunft schlecht einschätzen, mancher braucht nur Geld, andere sehen Kurs-Trends gebrochen ( hat nicht den Fundamentaldaten zu tun ), ...

Klar gibt es noch weitere Situation, die zu einem Verkauf führen, z.B. regulatorische Auflagen die einen Verkauf erforderlich machen, ggf. Anpassung der eigenen Risiko-Tragfähigkeit oder Umschichten in ein (vermeintlich) besseres Investment.



Nicht alles ist Zufall! Es kommt ja nicht nur auf die Auswahl an, sondern das man dieser Firma auch Zeit gibt.

Die meisten Anleger halten Aktien weniger als 3 Jahre, aber die Gewinne macht man in längeren Phasen.


Auf längere Zeiträume würde ich den Faktor Zufall sogar noch höher einstufen, da sich in der Zeit massiv die Gesellschaft, die Politik und die Technik verändert.  RWE/E.On etc. galt bis Anfang der 2000er Jahren als super Unternehmen, sichere Gewinne / Dividenden in einem zukunftssicheren Markt (Strom werden wir noch lange brauchen).

Das ein Tsunami in Japan zu einem Nuklearunglück führt und die deutsche Politik darauf hin einen schnellen Atomausstieg beschließt der die Gewinne von RWE/E.On zerstört, konnte damals keiner absehen.

Selbst die erfolgreichsten Stock-Picker schreiben oft, dass ein großer Anteil Glück mit dabei ist. Peter Lynch (jährliche Rendite von 29,2% mit dem Magellan Fonds) schreibt z.B. in seinen Bücher, dass er viele Schrott-Aktien hatte als auch viele Aktie, wo es wirklich nur Glück war, dass die im Wert so gestiegen sind. Sein erstes Investment war z.B. in Flying Tiger Airlines, da er dachte das kommerzielle Luftfracht deutlich zunehmen wird.  Die Aktie hat auch massiv an Wert zugelegt, allerdings hauptsächlich aufgrund von einem Faktor: Dem Vietnam Krieg und dass Flying Tiger Airlines für das US-Militär entsprechend Fracht transportieren musste. Absehbar war dies zu seinem Kaufzeitpunkt nicht.

Ähnliches Phänomen mit Nvidia heute: 2012 gab es einen nicht absehbaren Durchbruch in der Forschung zu Künstliche Intelligenz. Die Technik des Durchbruchs erfordert extremst schnelle Grafikkarten, die zuvor im Bereich der KI nicht notwendig oder sinnvoll waren. Durch den KI-boom ist der Absatz von High-End-Grafikkarten massiv gestiegen, da jedes größere Rechenzentrum nun recht viele und teure (ca. 5000 Euro pro Karte) Grafikkarten benötigt. Selbst wir an der Uni geben jetzt jährlich hundertausende Euros für neue (bessere) Grafikkarten aus. Vor 2012 war man mit ein paar Standard-CPUs von Intel oder AMD noch sehr zufrieden.

Ohne diesen Forschungsdurchbruch (der mit Nvidia nichts zu tun hatte) hätte sich die Nvidia-Aktie in den letzten 6 erheblich schlechter entwickelt. Sprich, sämtliche Investoren vor 2012 hatten viel Glück, wenn sie in Nvidia investiert hatten.

 


Den Faktor Zufall sollte man nicht unterschätzen und trägt meiner Einschätzung nach auch sehr erheblich zur Performance des eigenen Portfolios bei. Ob man durch eine gute Analyse sein Glück erhöhen kann, darüber kann man streiten. Erfolgreiche Stockpicker sagen ja, Anhänger der Markteffizienzhypothese sowie viel empirische Forschung sagt eher nein. Dies ist aber ein anderes Thema, das hier im Forum ausreichend diskutiert wurde.

 

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Eine Bilanz ist immer so wie man sie macht. Für die zukünftige Gewinnentwicklung taugt die seriöseste und ausführlichste Bilanzanalyse leider nur bedingt...

 

Falls Langeweile aufkommt, würde ich hier im WPF-Archiv mal nach Gerry Weber, Delticom, AS Creation, Geox, etc..., suchen. Hier wurden durchaus fundierte Analysen und stichhaltige Argumente ausgetauscht, die Cash-Flows abgezinst, teilweise sogar eine Moat für's Geschäftsmodell entdeckt, die niedrige Schuldenquote besonders hervorgehoben, usw..

 

Und jetzt schaut bitte auf den 5 Jahres-Chart obiger Aktien.

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vor 5 Minuten schrieb Yoko:

Auf längere Zeiträume würde ich den Faktor Zufall sogar noch höher einstufen, da sich in der Zeit massiv die Gesellschaft, die Politik und die Technik verändert.  RWE/E.On etc. galt bis Anfang der 2000er Jahren als super Unternehmen, sichere Gewinne / Dividenden in einem zukunftssicheren Markt (Strom werden wir noch lange brauchen).

Das ist aber kein Zufall, sondern das sich die Geschäftsmodelle ändern/weiterentwickeln gehört zu unserem Wirtschaftssystem und wer sich nicht anpassen will wird Probleme bekommen.

 

Pferdekutschen => Auto

Analogfotografie => Digitale => Smartphone

Kohle => Atom => Erneuerbare Energie

 

vor 8 Minuten schrieb Yoko:

Das ein Tsunami in Japan zu einem Nuklearunglück führt und die deutsche Politik darauf hin einen schnellen Atomausstieg beschließt der die Gewinne von RWE/E.On zerstört, konnte damals keiner absehen.

Rot/Grün hatte weit vor dem Tsunami  beschlossen die Atomkraftwerke abzuschalten - die Nachfolgeregierung hat dann erst wieder verlängert und der Zufall hat sie dann wieder davon abgebracht.

 

vor 11 Minuten schrieb Yoko:

Den Faktor Zufall sollte man nicht unterschätzen und trägt meiner Einschätzung nach auch sehr erheblich zur Performance des eigenen Portfolios bei. Ob man durch eine gute Analyse sein Glück erhöhen kann, darüber kann man streiten. Erfolgreiche Stockpicker sagen ja, Anhänger der Markteffizienzhypothese sowie viel empirische Forschung sagt eher nein. Dies ist aber ein anderes Thema, das hier im Forum ausreichend diskutiert wurde.

Ja, für alle bei denen sich das Depot unterdurchschnittlich entwickelt, meinen das es bei allen überdurchschnittlichen Anlegern nur Zufall ist.

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vor 3 Minuten schrieb armerTor:

Eine Bilanz ist immer so wie man sie macht. Für die zukünftige Gewinnentwicklung taugt die seriöseste und ausführlichste Bilanzanalyse leider nur bedingt...

 

Falls Langeweile aufkommt, würde ich hier im WPF-Archiv mal nach Gerry Weber, Delticom, AS Creation, Geox, etc..., suchen. Hier wurden durchaus fundierte Analysen und stichhaltige Argumente ausgetauscht, die Cash-Flows abgezinst, teilweise sogar eine Moat für's Geschäftsmodell entdeckt, die niedrige Schuldenquote besonders hervorgehoben, usw..

 

Und jetzt schaut bitte auf den 5 Jahres-Chart obiger Aktien.

Keine Firma macht dauerhaft alles richtig und es sagt auch niemand das eine einmalige Analyse den Erfolg bringt.

Wenn es so einfach wäre, dann würde es jeder so machen und somit würde es wieder nicht funktionieren.

 

Also nicht eine Bilanz, sondern die letzten und jede weitere sind entscheidend, manchmal ist auch schon vorher ersichtlich das sich ein Geschäftsmodell auf ein Abstellgleis zubewegt.

 

Pferdekutschen => Auto

Analogfotografie => Digitale => Smartphone

Kohle => Atom => Erneuerbare Energie

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Posted · Edited by Schwachzocker

vor 5 Stunden schrieb dev:

...

Ja, für alle bei denen sich das Depot unterdurchschnittlich entwickelt, meinen das es bei allen überdurchschnittlichen Anlegern nur Zufall ist.

Nein, sie meinen, dass es bei allen (Privat-)Anlegern Zufall war.

 

Es geht hier um das Erkennen von Ineffizienzen. Welche hast Du da bei Deinem letzten Kauf, ProSiebenSat1, erkannt? Was hast Du dort gesehen, was der Markt noch nicht eingepreist hat, und wie kommst Du darauf? Das müsstest Du bitte heute erklären und nicht erst in 20 Jahren.

 

Du hast kürzlich selbst dankenswerterweise den nachfolgenden Vortrag eingestellt:

 

 

Darin wird dargelegt, dass sich die Erfolgswahrscheinlichkeit von Analystenprognosen in keiner Weise von irgendwelchen naiven Schätzungen unterscheiden. Was schließt Du daraus?

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