Vermögen außerhalb der EU retten?

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Posted · Edited by November

Hallo miteinander,

 

ich bin zufällig auf ein sehr interessantes Video von Dr. Markus Krall gestoßen. Ich finde, er hebt sich deutlich von den typischen Crash-Propheten ab und macht einen sehr intelligenten und glaubwürdigen Eindruck. Im Grunde sagt er, dass EU spätestens 2020 kollabieren wird. Es geht mir, aber eher um das Vorsorgen als um einen Zeitpunkt.

 

Hier ist eins der Videos, worauf ich mich beziehe: https://youtu.be/joJffgKN0jM

Und hier findet man seine Empfehlungen etwas ausführlicher: https://www.tichyseinblick.de/wirtschaft/target-3-wie-bringt-man-sein-geld-vor-dem-draghi-crash-in-sicherheit/

 

Ich warte eigentlich schon lange auf die große Krise, aber das mögliche Ausmaß, was er beschreibt macht mir Sorgen. 

 

Dass bei einem großen Crash der Staat nicht das Geld für die versprochene Einlagensicherung hat und die Ersparnisse somit weg wären, ist nachvollziehbar. Dass aber auch die Aktien und ETFs im Depot ebenso nicht sicher vorm Staat sind, obwohl sie als gesetzlich geschütztes Sondervermögen gelten und bei einem Zentralverwahrer liegen, finde ich besorgniserregend. Bis jetzt habe ich gedacht, dass im Falle eines Crashes und einer Depotbank- bzw. Online-Broker-Insolvenz, die Wertpapiere zwar an Wert verlieren, aber unantastbar und vielleicht mit Verzögerung, aber sicher auf andere Institute übertragbar wären. 

 

Dr. Krall empfehlt sein Vermögen außerhalb des Euroraums auszulagern, da Enteignungen in verschiedener Form wie Sondersteuern oder Zwangshypotheken auf Immobilien und andere Zwangsabgaben drohen. Ich verstehe seine Aussagen so, dass er sowohl andere Währungen wie Schweizer Franken, US-, Kanada-, Singapur-Dollar, GBP, als auch Banken bzw. Depots außerhalb der EU empfehlt.

 

Wenn der Staat Besitz von Aktien, Immobilien, Gold usw. in irgendeiner Art stark - nennen wir es - "besteuert", dann wird er nach meiner Logik auch die entsprechenden Gesetzte für Auslandsvermögen von deutschen Bürgern verabschieden. Wenn man also legal im nicht EU Ausland sein Vermögen auslagert, aber in Deutschland sein Wohnsitz hat, wird man so oder so zur Kasse gebeten (wird man teilweise auch heutzutage, aber ich rede von extrem viel größeren Dimensionen bei einem Crash). Dann würde es dem kleinen Privatanleger wahrscheinlich nicht so viel bringen die Flucht außerhalb der EU zu suchen, es sei denn nicht nur das Vermögen, sondern auch man selbst verlässt Deutschland bzw. die EU.

 

Wie seht ihr das?

 

Würdet ihr nach sorgfältiger Beschäftigung mit dem obigen Video und Artikel z. B. Wertpapiere und Edelmetalle sowie entsprechende Fremdwährungen in soliden nicht EU-Banken aufbewahren? 

 

PS: Dr. Krall hat auch ein Buch zum Thema, was ich nicht gelesen habe. Im Netz gibt es auch andere interessante Videos/Interviews von ihm.

 

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Ich hole mal Cola und Chips, das könnte lustig werden.

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"Ich erzähle eben von einer Anekdote, von der ich nicht weiß, ich sie wahr ist oder ob sie erfunden ist" ... "im 16. Jahrhundert ist man zu der Erkenntnis gekommen, dass die Erde keine Scheibe ist".

 

Danke, reicht :D

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Ich höre Markus Krall eigentlich auch gerne zu, und glaube auch, dass er im Prinzip keinen Blödsinn erzählt und schon alles soweit korrekt ist. Die Frage ist halt ob die Misstände nicht einfach ewig so weiterlaufen können wie jetzt und es einmal Konsequenzen geben wird.

 

Er geht auch von der fixen Annahme aus, dass die Banken immer weniger und weniger verdienen und damit in ~1,5 Jahren in den roten Zahlen landen. Ob das stimmt weiß man erst dann :-)

 

Dass die 0-Zinspolitik der EZB ein Problem darstellt sollte auch klar sein - die Auswirkungen (sofern sie jemals kommen) => keine Ahnung. Bin allerdings trotzdem gespannt was passiert, wenn die EZB die Zinsen bei uns jemals anheben sollte.

 

Für mich persönlich

 

1) Es ist sicher nicht verkehrt ein wenig aus Europa rauszugehen, gerade weil die USA einfach noch immer weitaus besser läuft. Mit einem MSCI World ETF tust du aber ohnehin genau das.

2) Ein wenig Edelmetall schadet auch nicht. Gibt da natürlich auch andere Auffassungen aber ich persönlich fühle mich "sicher", wenn ich 5-10% meines Vermögens in Gold rumliegen habe, einfach weil ich weiß, dass es auch in 30 Jahren noch immer einen Wert haben wird wenn uns der Euro um die Ohren fliegen sollte :-)

3) Die allgemeine Empfehlung: In Sachwerte anlegen

 

Sollte der Staat mir meine Immobilien und Aktien wegnehmen => OK, dann ist es halt so, da kann ich jetzt auch nix dran ändern oder mich irgendwie vorbereiten. Und so groß, dass ich alles in Gold anlege und im Garten vergrabe, ist mein Aluhut noch nicht :D

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Aus dem Artikel:

Zitat

Und weil ganz viele Menschen im Süden Europas das tun, ist dieser Megakredit, der in Form eines zinslosen Überziehungskredites im Rahmen des Target-2 Systems ausgereicht wird, auf mittlerweile sagenhafte fast 1.000 Milliarden Euro angeschwollen. Dass Deutschland die im wahrscheinlichen Falle eines Euro-Crashs abschreiben muss, ist schon zur Genüge erläutert worden, aber es stellt sich die Frage, wie soll eigentlich der deutsche Normalverbraucher und Sparer, nennen wir ihn Michel, seinerseits seine Schäfchen ins Trockene bringen.

Zunächst einmal ist Target-2 kein Kredit, solange der Euro also existiert, muss da nichts ausgeglichen oder abgeschrieben werden. Wir reden hier also von einem Crash, bei dem der Euro aufhört zu existieren. Wir Deutschen werden unser Vermögen in diesem Fall höchstwahrscheinlich wieder in eine Art DM umtauschen können, die dann sehr wahrscheinlich massiv aufwerten wird. Kann also in diesem Fall auch gut sein, dass man sein Vermögen einfach in Deutschland lassen sollte, um die Aufwertung des Vermögens mitmachen zu dürfen. Wenn eine Vermögenssteuer eingeführt wird, wird man die so oder so auch aufs Auslandsvermögen zahlen müssen.

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Was haltet ihr von Währungen, die an die DM gekoppelt sind? Wenn es soweit ist, dass der Euro in DM umgetauscht wird, wird er seinen Wert drastisch verloren haben. Währungen mit einer DM-Bindung dürften dagegen stabil bleiben, oder? 

 

Der bulgarische Lew ist zum Kurs 1:1 an die DM gekoppelt (https://de.wikipedia.org/wiki/Lew_(Währung)). Großes Vertrauen in Bulgarien habe ich aber nicht. Andere Länder finde ich offiziell auf die Schnelle nicht. Angeblich weitere Länder auf dem Balkan oder im Osten sowie in Afrika (https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Mark#cite_note-Spiegel-39/1999-49)...

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Posted · Edited by bondholder

vor 5 Stunden schrieb November:

Währungen mit einer DM-Bindung dürften dagegen stabil bleiben, oder?

Dein Wort in Gottes Ohr.

Hast du schonmal 'was vom CFA-Franc gehört?

An diesem Fallbeispiel kannst du studieren, was eine feste Wechselkursbindung im Ernstfall wert ist.

 

 

 

[Spoiler: nicht viel]

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vor 11 Minuten schrieb November:

Großes Vertrauen in Bulgarien habe ich aber nicht.

Ich auch nicht. Aber die bekommen auch bald den Euro.... https://www.handelsblatt.com/politik/international/neues-mitglied-bulgarien-draengt-in-die-euro-zone-und-stoesst-auf-widerstand/22786834.html?ticket=ST-12431340-ib2rLZ1e2IXccbDBVLoc-ap3

 

vor 11 Minuten schrieb November:

Angeblich weitere Länder auf dem Balkan oder im Osten sowie in Afrika

Wenn du meinst, auf dem Balkan oder in Afrika dein Vermögen retten zu können.... viel Erfolg.

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vor 10 Minuten schrieb odensee:

Wenn du meinst, auf dem Balkan oder in Afrika dein Vermögen retten zu können.... viel Erfolg.

 

Nein, natürlich nicht. Daher interessieren mich Alternativen und Strategien.

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Crashpropheten gibt es immer, weil es immer Leute gibt, die daran glauben.

 

Wer sagt, dass die USA stabil bleiben? Gibt doch auch dafpr genug Propheten.

 

Warum soll die Schweiz stabil bleiben? Die Wirtschaft ist EU-abhängig; wegen massiver Kapitalflucht gibt es massive Kapitalrestriktionen oder Negativzinsen.

 

In Pfund anlegen? Lächerlich; ein harter Brexit ist realistisch, der Untergang des Euro/EU höchst unwahrscheinlich.

 

Mein Tipp: Glaub nicht alles was irgendwelche Vögel erzählen. Ansonsten mach was er sagt.

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vor 6 Stunden schrieb November:

Was haltet ihr von Währungen, die an die DM gekoppelt sind? Wenn es soweit ist, dass der Euro in DM umgetauscht wird, wird er seinen Wert drastisch verloren haben. Währungen mit einer DM-Bindung dürften dagegen stabil bleiben, oder?

Dir ist offenbar nicht klar, dass die DM fest an den Euro gekoppelt ist, oder?

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Posted · Edited by bondholder

vor 7 Stunden schrieb November:

Der bulgarische Lew ist zum Kurs 1:1 an die DM gekoppelt (https://de.wikipedia.org/wiki/Lew_(Währung)).

Das war früher 'mal so. Aktuell ist der Lew an den Euro gekoppelt:

Es gilt somit stets die gesetzliche Umrechnung 1 Lew = 0,51129 € und 1 € = 1,95583 Lewa.

 

Currency Boards zum Euro

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