Welche Daten für Portfolio-Balancing nach BIP ?

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Hallo Liebes Forum,

 

Ich bin Finanz-Neuling und ich bin gerade dabei zu versuchen ein Portfolio der BIP-Aufteilung der Länder zu matchen. Wenn ich mir die Factsheets der ETF's ansehen, dann stehen ich vor 2 Problemen:

- erstens finde ich die Länder unter "Sonstige" nirgends komplett aufgeschlüsselt. Z.B. selbst auf der Seite von MSCI nicht

- gibt es die Daten irgendwo als CSV? Wie macht ihr das normalerweise? Tripps ihr die Daten per Hand aus den PDF's nach Excel ab?

 

Desweiteren versuche ich gerade herauszubekommen, wie sich das BIP pro land auf large-, mid- und small caps verteilt. Kennt jemand eine gute Seite auf der es diese Daten gibt?

 

Viele Grüße

 

Velo

 

 

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Geschrieben

vor 4 Minuten schrieb velocity911:

Desweiteren versuche ich gerade herauszubekommen, wie sich das BIP pro land auf large-, mid- und small caps verteilt. Kennt jemand eine gute Seite auf der es diese Daten gibt

 

Das BIP teilt sich gar nicht auf, Aktien aus einem Land haben mit dem BIP wenig zu tun. Das BIP dient nur als Hilfsgröße um die Bedeutung von Ländern abzuschätzen. Ich empfehle ehrlich erst die Basics zu durchschauen bevor Du Dir Gedanken über Nachkommastellen machst. Als kleines Gedankenexperiment, versuch mal Österreich nach BIP zu gewichten und dann schau Dir die (Spoiler: es ist nur eine Handvoll) Werte an die Du massiv raufgewichten würdest. Und wo deren Märkte sind.

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Hi velocity,

das Ziel des BIP Ansatzes ist es, sein Geld möglichst breit über die Welt zu streuen und dabei nicht nur nach Marktkapitalisierung zu gehen, sondern vor allem nach "wirtschaftlicher Relevanz" aufzuteilen.

Dem liegt die Feststellung zu Grunde, dass die Marktkapitalisierung der Unternehmen in den USA größer ist als die der Länder in Europa/Asien. Das liegt daran, dass in den USA das Kreditwesen nicht so sehr auf Banken, sondern am Kapitalmarkt ausgerichtet ist: Was in Europa der Mittelstand ist, der Kredite von der Bank  bekommt und in der Hand einer Person/Familie ist, ist in den USA eine Aktiengesellschaft die Kredit über Anleihen am Kapitalmarkt aufnimmt - mal ganz grob ausgedrückt. Daraus folgt, dass die Marktkapitalisierung der Unternehmen in den USA größer sein muss als im Rest der Welt, was auch ein Grund für die hohe Gewichtung von US-basierten Unternehmen im Weltindex ist.

Das ganze relativiert sich etwas, wenn man schaut, wo die Weltindex Unternehmen aus den USA ihr Umsätze erwirtschaften, das ist schließlich nicht zu 100% in den USA. Es zeigt aber, wieso die USA wenn man nach Marktkapitalisierung gewichtet (möglicherweise) übergewichtet sind und warum es Sinn macht, über Gewichtung nach BIP nachzudenken.

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Ich wollte noch eine praktische Ergänzung hinzufügen: Bei Wikipedia kannst du dir zB eine Schätzung des BIP nach Ländern anschauen. Die Frage ist, was das bringt: Du wirst wohl kaum 0,2% deines Portfolios mit einem FTSE Vietnam ETF besetzen (und selbst Deutschland lohnt nicht sofern du nicht sehr vermögend bist). Es ist letztlich dann eine Regionenfrage, siehe hierzu einfach das 3- oder 4-Regionen-Weltportfolio, wie es hier im Forum diskutiert wird.

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Geschrieben · bearbeitet von velocity911

Hallo @ CobbDouglas ,@Niklasschnick,

 

ich finde eure Antworten passen nicht wirklich zu den Fragen die ich gestellt habe. Ich versteh auch nicht den Punkt warum Ihr mir etwas erklären wollt?

 

Edit: Damit ich vielleich die Verknüpfung zu meinen ursprünglichen Fragen hinbekomme:

 

Hier gibt es eine Statistik die GDP-Beitrag zu company size in Beziehung setzt.

https://www150.statcan.gc.ca/n1/pub/11f0027m/2011070/t001-eng.htm

 

Problem ist, dass es nur Daten für 2 Länder sind und ich nicht wirklich weiß, wie vertrauenswürdig die Quelle ist. Gibt es Standard-Quellen aus denen man sowas am besten bezieht?

 

Aus den Daten könnte man eine Richtlinie für die Gewichtung der cap-sizes innerhalb des Nordamerika-Segments vornehmen.

 

 

 

 

 

 

 

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vor 12 Minuten schrieb velocity911:

Hallo @ CobbDouglas ,@Niklasschnick,

 

ich finde eure Antworten passen nicht wirklich zu den Fragen die ich gestellt habe. Ich versteh auch nicht den Punkt warum Ihr mir etwas erklären wollt?

 

 

 

 

Versuchs einfach über eine Addition der Unternehmen nach Land statt nach der Länderliste zu suchen. Z.B.: https://www.ishares.com/us/products/239696/ishares-msci-world-etf

Unter "Holdings" dann "All" wählen. Sollte es auch als xlsx-Datei geben, sonst müsste es sehr unelegant mit markieren und einfügen in Excel gehen.

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Geschrieben · bearbeitet von Niklasschnick

Die ersten Worte in deinem Post heißen "Ich bin Finanz-Neuling und ich bin gerade dabei zu versuchen...". Deshalb dachte ich Erklärungen können nicht schaden.

 

GDP - absolut in USD? Kaufkraftbereinigt? Der IWF hat Daten dazu, zB in USD2010-Äquivalenten. Einfach googlen, dann kriegst du Daten für mindestens 150 Länder.

 

Die Frage bleibt: Was würde dir welches Ergebnis auch immer geben? Mit Erwähnung der 3-/4-Regionen Portfolios habe ich versucht dich darauf aufmerksam zu machen, wie BIP-Gewichtung in der Praxis für den Privatanleger funktionieren kann. Aber vielleicht denke ich zu praktisch. Haben deine Überlegungen einen akademischen Hintergrund?

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Geschrieben

vor 48 Minuten schrieb Mentalmarkt:

Versuchs einfach über eine Addition der Unternehmen nach Land statt nach der Länderliste zu suchen. Z.B.: https://www.ishares.com/us/products/239696/ishares-msci-world-etf

Unter "Holdings" dann "All" wählen. Sollte es auch als xlsx-Datei geben, sonst müsste es sehr unelegant mit markieren und einfügen in Excel gehen.

 

Danke, das hilft schonmal. Verrückt, dass die Anbieter der ETF's bessere Rohdaten liefern als der Indexanbieter selber.

 

vor 43 Minuten schrieb Niklasschnick:

Die ersten Worte in deinem Post heißen "Ich bin Finanz-Neuling und ich bin gerade dabei zu versuchen...". Deshalb dachte ich Erklärungen können nicht schaden.

 

GDP - absolut in USD? Kaufkraftbereinigt? Der IWF hat Daten dazu, zB in USD2010-Äquivalenten. Einfach googlen, dann kriegst du Daten für mindestens 150 Länder, wie ich sie in meiner Masterarbeit zum Thema Wechselkursregime auch verwendet habe.

 

Die Frage bleibt: Was würde dir welches Ergebnis auch immer geben? Mit Erwähnung der 3-/4-Regionen Portfolios habe ich versucht dich darauf aufmerksam zu machen, wie BIP-Gewichtung in der Praxis für den Privatanleger funktionieren kann. Aber vielleicht denke ich zu praktisch. Haben deine Überlegungen einen akademischen Hintergrund?

 

Danke, ich habe deinen Text auch wohlwollend gelesen. Ich bin jemand der nicht gerne belehrt wird (wenn er nicht danach gefragt wird; natürlich ist mir bewusst dass ich noch an mir arbeiten kann, denn es gibt ja immer was zu lernen).

 

Wie dem auch sei. Wenn Du dich jetzt, aus welchem Kennzahlen-Ansatz heraus auch immer, dafür entschieden hast 20% Nord-Amerika in dein Portfolio zu nehmen. Bleibt da nicht die Frage, bzw. angenommen sie würde bleiben, weil es aus meiner Sicht der nächst feinere Schritt nach der Länder-Allokation ist (werde gerne eines besseren belehrt, Faktor-ETF's ausgeschlossen), wie muss ich meine 20% nach company size splitten?

 

Aus dem Datensatz den ich Dir oben verlinkt habe geht vervor, dass small- und mid cap Unternehmen ca. genausoviel zum GDP beisteuern wie large caps (Achtung: falscher Schluss möglich) in NA. Das wird aber bei der Gewichtung bei kaum einem Index so repräsentiert.

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Geschrieben · bearbeitet von Niklasschnick

Ich verstehe alle deine Aussagen, velocity, nur nicht, worauf sie hinauslaufen.

 

Wichtig zu beachten ist, dass man zwar den Anteil der US-basierten Unternehmen hat, aber der Anteil der Wertschöpfung für diese Unternehmen ist natürlich nicht nur in den USA. Ich hatte mal irgendwo eine Aufteilung des Weltindex nach Absatzmärkten gefunden, wo zB der USA-Anteil im Weltindex dann deutlich unter 50% fiel.

Wie soll das, was du oben beschreibst, abgebildet werden, ohne dass du einzelne kleinere/mittelgroße Unternehmen übermäßig gewichtest (es wird kaum möglich sein, sie alle gemäß ihrer Marktkapitalisierung zu kaufen - dafür müsstest du Milliardär sein).

 

Deshalb nochmal die Frage, was ist das Ziel deiner Überlegungen?

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Mein Ziel ist es einen Ansatz zu finden, der sich nachrechnen lässt ohne zu akademisch zu werden, wie man nach Unternehmensgröße diversifiziert wenn man sich für einen Markt (Land in unserem Fall) entschieden hat.

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Geschrieben

Was bringt nachrechnen, wenn man den Referenzwert nicht verstehen will und sich gegen das verstehen aktiv wehrst? Ich schließe mich dem Vorredner an, worauf willst Du hinaus? 

 

Um konkret zu werden und extrem zu vereinfachen, ein Beispiel: Je kleiner das Unternehmen, desto unwahrscheinlicher kannst Du in dieses investieren. Wenn Du über die Unternehmensgröße diversifizieren willst (über das handelbare hinaus), kannst nur das was kaufbar ist übergewichten um das nicht-kaufbare auszugleichen. Was erwartest Du Dir konkret davon?

 

Ich verstehe auch die Grundidee dahinter, aber Du suchst Daten zu Werten die es nicht zu erwerben gibt als Legitimation um - stur nach Größe - ähnliche Werte überzugewichten. Kann man machen, nur willst Du das wirklich machen?

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Geschrieben

vor 30 Minuten schrieb CobbDouglas:

Was bringt nachrechnen, wenn man den Referenzwert nicht verstehen will und sich gegen das verstehen aktiv wehrst? Ich schließe mich dem Vorredner an, worauf willst Du hinaus? 

 

Um konkret zu werden und extrem zu vereinfachen, ein Beispiel: Je kleiner das Unternehmen, desto unwahrscheinlicher kannst Du in dieses investieren. Wenn Du über die Unternehmensgröße diversifizieren willst (über das handelbare hinaus), kannst nur das was kaufbar ist übergewichten um das nicht-kaufbare auszugleichen. Was erwartest Du Dir konkret davon?

 

Ich verstehe auch die Grundidee dahinter, aber Du suchst Daten zu Werten die es nicht zu erwerben gibt als Legitimation um - stur nach Größe - ähnliche Werte überzugewichten. Kann man machen, nur willst Du das wirklich machen?

 

Ich gebe euch in allen Punkten recht. Aus meiner Sicht widerspricht das alles aber nicht der Sinnhaftigkeit meines Vorhabens, sich eine sinnvolle Gewichtung der company-Sizes herzuleiten?

 

Vielleicht sehe ich meinen Denkfehler ja wirklich nicht. Ich meine das der Erwerb von  Werten in jeder Sub-Gruppe nach belieben nicht möglich ist mit ETF's leuchtet mir ein. In den Schwarzmarkt kann ich ja auch nicht investieren.

 

Dennoch, nehmen wir mal ein Musterportfolio aus dem Web:

 

Industrie- und Schwellenländer mit Small Caps (3 ETFs)

55% Industrieländer: Xtrackers MSCI World (ausschüttend oder thesaurierend)

10% Industrieländer Small Caps: SPDR MSCI World Small Cap

35% Schwellenländer inkl. Small Caps: iShares Core MSCI Emerging Markets IMI

 

Das Portfolio ist angeblich BIP orientiert. Nach welchem Ansatz werden die 10% MSCI Small Cap hergeleitet? Man könnte über das BIP nach company sizes doch wohl über den Daumen eine Gewichtung gegenrechnen?

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Geschrieben

das Portfolio oben ist sehr interessant, kann man auch machen bei durchschnittlicher Risikomeinung - das als erster Kommentar bevor ich inhaltlich einsteige.

 

Woher hast du die Aufteilung? - Kann man sicher so machen, ich frage nur wieso gerade so? - Jetzt hinterfrag dich selbst: "Das hat das Web so gesagt", "habe ich so gelesen"? Ganz im Ernst, wenn du vernünftig nachdenkst, würdest du in deinen Überlegungen zu dieser 55%/10%/35%-Aufteilung kommen? Wenn nein, wieso nicht? Wie würdest du aufteilen?

 

Deine Vorstellung sieht vor, dass du jedes Unternehmen nach Marktkapitalisierung gewichtest, und zwar auch die Small Caps. Du musst dir klar machen, das diese Small Caps in der Marktkapitalisierung insgesamt einen unglaublich kleinen Anteil ausmachen, und dass das in einem Portfolio einer Privatperson eigentlich gar nicht abzubilden ist.

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vor 59 Minuten schrieb velocity911:

Das Portfolio ist angeblich BIP orientiert. Nach welchem Ansatz werden die 10% MSCI Small Cap hergeleitet?

Der Ansatz ist die MSCI-Definition:

- 0 bis 70% Large Cap

- 70 bis 85% Mid Cap

- 85 bis 99% Small Cap

- 99 bis 100% Micro Cap

 

Vernachlässigt man nun das eine Prozent, das die Micro Caps in der Marktkapitalisierung ausmachen, hat man rund 15% Small Caps. Bei der von dir genannten 55/10/35-Aufteilung hat man also 65% Industrieländer und 35% Schwellenländer. 15% von 65 sind 9,75, also gerundet 10. Da hast du den Ansatz. 

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Geschrieben

Halt stop, du hast diese Aufteilung von 55/10/35 genannt, ich habe sie nur zitiert.

 

Was bedeutet das für deine Anlagestrategie?

 

btw: Ich mache 70% Schwellenländer, 30% Industrieländer: Ein guter Zock!

 

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vor 10 Stunden schrieb Niklasschnick:

das Ziel des BIP Ansatzes ist es, sein Geld möglichst breit über die Welt zu streuen und dabei nicht nur nach Marktkapitalisierung zu gehen, sondern vor allem nach "wirtschaftlicher Relevanz" aufzuteilen.

Dem liegt die Feststellung zu Grunde, dass die Marktkapitalisierung der Unternehmen in den USA größer ist als die der Länder in Europa/Asien. Das liegt daran, dass in den USA das Kreditwesen nicht so sehr auf Banken, sondern am Kapitalmarkt ausgerichtet ist: Was in Europa der Mittelstand ist, der Kredite von der Bank  bekommt und in der Hand einer Person/Familie ist, ist in den USA eine Aktiengesellschaft die Kredit über Anleihen am Kapitalmarkt aufnimmt - mal ganz grob ausgedrückt. Daraus folgt, dass die Marktkapitalisierung der Unternehmen in den USA größer sein muss als im Rest der Welt, was auch ein Grund für die hohe Gewichtung von US-basierten Unternehmen im Weltindex ist.

Das ganze relativiert sich etwas, wenn man schaut, wo die Weltindex Unternehmen aus den USA ihr Umsätze erwirtschaften, das ist schließlich nicht zu 100% in den USA. Es zeigt aber, wieso die USA wenn man nach Marktkapitalisierung gewichtet (möglicherweise) übergewichtet sind und warum es Sinn macht, über Gewichtung nach BIP nachzudenken.

Auch wenn der Threadstarter deine Erklärung nicht schätzt, ich tue es. Der Aspekt mit der Kreditvergabe war mir so neu, dachte bisher es ist eine kulturelle Sache das die Kapitalmärkte so stark sind.

 

vor 9 Stunden schrieb velocity911:

Danke, das hilft schonmal. Verrückt, dass die Anbieter der ETF's bessere Rohdaten liefern als der Indexanbieter selber.

Ich vermute weil der Indexanbieter sein Produkt an ETF-Anbieter verkauft, die werden sicher auf Nachfrage genauere Daten bekommen um zu entscheiden ob sie MSCI, FTSE oder Barclays kaufen wollen. Die ETF-Anbieter wiederum wollen dich als Kunden, aber keine spezifischen Nachfragen (dafür braucht man ein Support-Team), deswegen wird dort etwas mehr Info gegeben. Könnte mir auch vorstellen das der Indexanbieter die Weitergabe von zuviel rohen Informationen untersagt.

 

vor 6 Stunden schrieb Niklasschnick:

Ich mache 70% Schwellenländer, 30% Industrieländer: Ein guter Zock!

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Warum jemand mit ETF zocken will geht im Augenblick über meine Vorstellungskraft, aber du scheinst dich damit wohlzufühlen, das wird wohl einiges ausblenden. Meine das nicht negativ, aber rational geht IMHO anders.

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Geschrieben · bearbeitet von Assassin

Warum sollte 30/70 weniger rational als 70/30 sein?

Keines der beiden arbeitet mit Micro- oder Nachkommastellenpositionen im Portfolio (gut (?)), beide streuen weit(gut), beide stellen sich gegen Marketcap (vielleicht gut, vielleicht auch nicht), 30/70 war halt historisch risikoreicher, würde ich annehmen.

Aber wenn man nicht 100% in Risikoanlagen geht und/oder das Risiko tatsächlich (v)ertragen kann... Warum nicht?

 

M.E. rationaler als irgendwelche Einzelaktien "beizumischen", insbesondere wenn man diese dann nicht als Zock betrachtet.

 

/Sorry fürs off topic

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Geschrieben

vor 11 Stunden schrieb Niklasschnick:

Dem liegt die Feststellung zu Grunde, dass die Marktkapitalisierung der Unternehmen in den USA größer ist als die der Länder in Europa/Asien. Das liegt daran, dass in den USA das Kreditwesen nicht so sehr auf Banken, sondern am Kapitalmarkt ausgerichtet ist: Was in Europa der Mittelstand ist, der Kredite von der Bank  bekommt und in der Hand einer Person/Familie ist, ist in den USA eine Aktiengesellschaft die Kredit über Anleihen am Kapitalmarkt aufnimmt - mal ganz grob ausgedrückt. Daraus folgt, dass die Marktkapitalisierung der Unternehmen in den USA größer sein muss als im Rest der Welt, was auch ein Grund für die hohe Gewichtung von US-basierten Unternehmen im Weltindex ist.

 

Hallo Niklasschnick,

 

ich will Dir gar nicht widersprechen. Du beschreibst einen wichtigen Grund dafür, daß amerikanische Firmen einen so hohen Anteil im MSCI-World haben.

Aber es ist nur ein Grund. Ein weiterer Grund besteht darin, daß die Anleger den US-Firmen durchschnittlich ein höheres KGV zugestehen als den Firmen, die in anderen Ländern angesiedelt sind. Ob diese höhere Bewertung gerechtfertigt ist oder nicht, möchte ich hier jetzt gar nicht diskutieren. Es geht mir im Moment erstmal darum, diesen Gesichtspunkt einzubeziehen. 

Ein Index, der nach Marktkapitalisierung gewichtet, gibt natürlich den Aktien, die besonders gesucht werden, automatisch einen höheren Anteil, denn durch die Nachfrage steigt der Preis, damit steigt die Marktkapitalisierung und damit der Anteil im MSCI-World und damit steigt die Nachfrage .......  usw.

 

Daraus mag man schließen was man möchte.

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Geschrieben · bearbeitet von mark89

vor 8 Stunden schrieb Niklasschnick:

Halt stop, du hast diese Aufteilung von 55/10/35 genannt, ich habe sie nur zitiert.

Verlesen? Ich bin weder verlocity noch gehe ich auf deinen Post ein, sondern auf seinen ;)

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vor 2 Stunden schrieb mark89:

Verlesen? Ich bin weder verlocity noch gehe ich auf deinen Post ein, sondern auf seinen ;)

Ah sorry, habe mich verlesen.

 

vor 3 Stunden schrieb Nachdenklich:

 

Hallo Niklasschnick,

 

ich will Dir gar nicht widersprechen. Du beschreibst einen wichtigen Grund dafür, daß amerikanische Firmen einen so hohen Anteil im MSCI-World haben.

Aber es ist nur ein Grund. Ein weiterer Grund besteht darin, daß die Anleger den US-Firmen durchschnittlich ein höheres KGV zugestehen als den Firmen, die in anderen Ländern angesiedelt sind. Ob diese höhere Bewertung gerechtfertigt ist oder nicht, möchte ich hier jetzt gar nicht diskutieren. Es geht mir im Moment erstmal darum, diesen Gesichtspunkt einzubeziehen. 

Ein Index, der nach Marktkapitalisierung gewichtet, gibt natürlich den Aktien, die besonders gesucht werden, automatisch einen höheren Anteil, denn durch die Nachfrage steigt der Preis, damit steigt die Marktkapitalisierung und damit der Anteil im MSCI-World und damit steigt die Nachfrage .......  usw.

 

Daraus mag man schließen was man möchte.

Das ist ein Aspekt, den ich bisher ausgeblendet habe, aber das ist wahrscheinlich sogar der Hauptgrund.

 

Den letzten Satz, das damit die Nachfrage steigt und quasi "induktiv" der Preis würde ich widersprechen. Ich gehe davon aus, dass ETFs langfristig keinen Einfluss auf den Preis von Aktien/Indizes haben.

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vor 6 Stunden schrieb Assassin:

Warum sollte 30/70 weniger rational als 70/30 sein?

Weil es näher an 100W/0EM nach MarketCap ist, was dann wirklich rational ist. Alles andere ist nicht den Markt abbilden, sondern eine Wette für die Zukunft eingehen (Region, Land, Branche übergewichten) in der Hoffnung den Markt zu schlagen. Die derzeitige MarketCap stellt die genaueste Bewertung heute dar, sie wurde durch die meisten Votes "ermittelt". Es ist davon auszugehen das die meisten Votes auch in der Zukunft den Markt "machen". Bedeutet, wenn ich auf MarketCap setze bilde ich den Markt auch in Zukunft ab wie er ist, im guten wie im schlechten.

 

Ein FTSE All-World oder ein MSCI ACWI IMI. Rationaler wird es nicht.

 

Gut, es sei denn wenn jemand Informationen besitzt die der Markt nicht hat. In dem Fall wäre 100/0 nicht rational, man müsste mit 100% und Leverage in die Markteffizienz einsteigen und sie nutzen, das wäre rational. Eine Beimischung von Einzelwerten basiert auch auf der Annahme Infos zu haben die der Markt nicht hat/kennt. Wobei ich nicht verstehe warum man dann nicht 100% und mit fetten Lombards auf die Einzelwerte geht, denn das wäre rational.

 

Bei mir: 55DW/25EM/20EU, bin also nicht so rational wie ich predige. ;) Erschwerend kommt noch hinzu das ich nicht mehr, sondern vermutlich sogar weniger als der Durchschnittsmarktteilnehmer weis. :-* Aber ich glaube das kann man noch als milden BIP-Bias bewerten, 30/70 sollte man aber IMHO schon unter Zock einsortieren. So rede ich es mir jedenfalls ein.

 

Ja, Offtopic ists geworden. Das muss so ein Thread aber aushalten, solange es nett bleibt.

 

 

vor 6 Stunden schrieb Nachdenklich:

Ein Index, der nach Marktkapitalisierung gewichtet, gibt natürlich den Aktien, die besonders gesucht werden, automatisch einen höheren Anteil, denn durch die Nachfrage steigt der Preis, damit steigt die Marktkapitalisierung und damit der Anteil im MSCI-World und damit steigt die Nachfrage .......  usw.

Habe gerade gelesen das ETF zwar 25% des Fondsmarktes darstellen, aber nur 2% des Aktienmarktes. Keine Ahnung ab wann der von dir genannte Effekt tatsächlich eintritt, wenn überhaupt. Kann man sowas abschätzen? Gibt es dafür belastbare Hinweise oder Publikationen?

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vor 16 Minuten schrieb Einstiegskurs:

Keine Ahnung ab wann der von dir genannte Effekt tatsächlich eintritt, wenn überhaupt.

 

Der Effekt tritt nicht durch die ETF alleine ein. Auch andere Marktteilnehmer agieren ähnlich. Auch Investoren zeigen Herdenverhalten. Und wenn eine Herde mal in einer Richtung läuft, dann geht es auch mal über ein sinnvolles Ziel hinaus.

 

vor 20 Minuten schrieb Einstiegskurs:

Gut, es sei denn wenn jemand Informationen besitzt die der Markt nicht hat.

Einer der weit verbreiteten Fehlschlüsse. Es geht überhaupt nicht um das "besitzen" von Information. Es geht um das beurteilen von Informationen.

 

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vor 33 Minuten schrieb Einstiegskurs:

Die derzeitige MarketCap stellt die genaueste Bewertung heute dar, sie wurde durch die meisten Votes "ermittelt".

 

Wenn man dieser Logik folgt und berücksichtigt, daß die meisten Menschen ihr Geld gar nicht an die Börse bringen, sondern auf dem Giro-/Tagesgeld-/Festgeldkonto renditelos herumliegen lassen oder es einem Geldverwalter anvertrauen, der es gegen hohe Gebühren verwaltet, dann solltest Du doch diese Votes auch berücksichtigen und dieser "genauen Bewertung" folgen. Derzeit legen auch unter den Menschen, die Geld in Aktien stecken, noch mehr Menschen ihr Geld in aktiven als in passiven Fonds an.

vor 38 Minuten schrieb Einstiegskurs:

Habe gerade gelesen das ETF zwar 25% des Fondsmarktes darstellen, ....

Warum hältst Du es dann für rational, nicht genau das gleiche zu tun? Warum steckst Du dann mehr als 25% Deines Geldes in ETFs?

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vor 58 Minuten schrieb Nachdenklich:

Der Effekt tritt nicht durch die ETF alleine ein. Auch andere Marktteilnehmer agieren ähnlich. Auch Investoren zeigen Herdenverhalten. Und wenn eine Herde mal in einer Richtung läuft, dann geht es auch mal über ein sinnvolles Ziel hinaus.

Wir reden aber alleine von der Wirkung von passiven ETF. Was alle anderen, also die anderen aktiven 98% der Aktienmarktteilnehmer (aka Investoren) machen ist der Aktienmarkt, ob rational, irrational, Individualisten oder Herdentiere, die ETF bilden das Verhalten einfach nur nach. Die Behauptung 2% passive ETF verstärken am Aktienmarkt etwas hat keine faktische Grundlage.

 

 

vor einer Stunde schrieb Nachdenklich:

Einer der weit verbreiteten Fehlschlüsse. Es geht überhaupt nicht um das "besitzen" von Information. Es geht um das beurteilen von Informationen.

Stimmt.:thumbsup: Oder man macht nur passiv mit, dann muss man auch das nicht können und verdient über lange Zeiträume vermutlich doch mehr.

 

 

vor 49 Minuten schrieb Nachdenklich:

Wenn man dieser Logik folgt und berücksichtigt, daß die meisten Menschen ihr Geld gar nicht an die Börse bringen, sondern auf dem Giro-/Tagesgeld-/Festgeldkonto renditelos herumliegen lassen oder es einem Geldverwalter anvertrauen, der es gegen hohe Gebühren verwaltet, dann solltest Du doch diese Votes auch berücksichtigen und dieser "genauen Bewertung" folgen.

Das sind andere Anlageklassen. Wir reden von der Rationalität des Bewertungskriteriums MarketCap bei Aktien. Warum sollten wir jetzt über Giro-Konten reden?

 

 

vor 51 Minuten schrieb Nachdenklich:

Derzeit legen auch unter den Menschen, die Geld in Aktien stecken, noch mehr Menschen ihr Geld in aktiven als in passiven Fonds an.

Den Satz verstehe ich nicht. Aktien, aktive Fonds und passive Fonds sind ... sind doch alles Aktien.:ermm: Und ja, die Leute legen 3/4 in aktiven und 1/4 in passiven Fonds an. Die in der 75% Fraktion weil sie glauben ihr aktiver Fond ist besser als der Markt oder mit geringeren Risiken. Die in der 25% Fraktion glauben das sie es nicht sind und geben sich mit dem Durchschnitt des restlichen Aktienmarkts zufrieden.

 

MarketCap bildet genau diesen Durchschnitt ab. Da sind alle Looser und Winner drin. Es ist rational anzunehmen das ich den Aktienmarktdurchschnitt nicht erreiche, denn ich habe nicht die Information von allen Unternehmen am Markt, oder wenn ich sie hätte, könnte ich sie nicht beurteilen. Daher ist es rational es nicht zu versuchen, nur um am Ende mit einer Performance unter dem Durchschnitt dazustehen, denn es gibt ETF, die exakt den Durchschnitt abbilden. Ich hoffe ich konnte es jetzt richtig darstellen und du hast das Licht der Rationalität gesehen. Du kannst mir später Danken, wenn du Lachsbrötchenessend eine Kruezfahrt machst. ;)

 

 

vor 56 Minuten schrieb Nachdenklich:

Warum hältst Du es dann für rational, nicht genau das gleiche zu tun? Warum steckst Du dann mehr als 25% Deines Geldes in ETFs?

Das verstehe ich wieder nicht. Ich lege meine Sparquote (40%) zu 80% in ETF an. Warum sollte ich da jetzt 25% draus machen, nur weil ETF 25% des Fondmarktes ausmachen? Ich kann da keine Verbindung sehen.

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