Fireball84

im 10. Jahr zuteilungsreifen Bausparvertrag kündigen oder abwarten?

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Hallo werte WPF'ler,

 

zuerst einmal wünsche ich allen ein frohes neues Jahr - viel Erfolg, immer eine Portion Glück und reichlich Gesundheit!

 

Einer der vier Bausparverträge meiner Freundin (BHW, mit Bonuszins) ist seit Herbst 2009 zuteilungsreif. Diesen Herbst wird das dann 10 Jahre her sein, ich rechne folglich - sofern wir nichts unternehmen - mit einer Kündigung seitens der Bausparkasse in diesem Jahr. Bisher haben wir jedoch noch nichts von der BHW gehört. Der aufsummierte Regelsparbeitrag für 2019 wird demnächst nochmals in einer Summe überwiesen. Mir stellt sich die Frage, welche Optionen wir nun haben?

a) Abwarten, schauen was passiert und im ungünstigsten Fall die Bausparkasse kündigen lassen.

b) Den Bausparvertrag mit Datum der Zuteilungsreife+10 Jahre kündigen und um eine Auszahlung inklusive des Bonuszinses bitten.

 

Gehen wir im Fall a) jedoch die Gefahr ein, dass die Bausparkasse kündigt, uns aber den Bonuszins nicht gewährt? Wie sind da die Vorgehensweisen? Kennt jemand von euch solche Fälle?

 

Besten Dank im Voraus!

 

LG

Fireball

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Hallo Fireball,

 

ich hatte auch zu diesem Thema recherchiert, da ich ebenfalls einen Vertrag bei der BHW mit Bonusverzinsung habe. Ich habe nicht herausgefunden, wie genau die BHW hier in der Regel vorgeht, aber ja es gibt Fälle, in denen die Bausparkasse den Vertrag kündigt und den Bonuszins dann nicht mehr gewähren will. Sie argumentiert wohl damit, dass die Bonuszinsen laut Vertragsbedingungen meistens bei Annahme der Zuteilung und gleichzeitigem Verzicht auf das Darlehen gewährt werden. Der Kunde hätte im Fall der Kündigung durch die Bausparkasse ja die Zuteilung nicht angekommen und könnte deshalb auch nicht mehr freiwillig auf das Darlehen verzichten.

Ich habe mir vorgenommen meinen Vertrag kurz vor Ablauf der 10 Jahre anzunehmen, um etwaige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden. Selbst wenn ich dabei gute Chancen hätte, wäre mir das den Aufwand und das Risiko nicht wert.

 

VG

Izuu

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Posted · Edited by Cai Shen

Ok, ich bin nicht allein.

Meine Strategie zu diesem Thema lautet eindeutig b): vor Erreichen der Bausparsumme oder 10 Jahren selbst kündigen.
In den Bedingungen 2002 steht wortwörtlich in §3 (2) "Verzichtet der Bausparer nach einer Vertragslaufzeit von mindestens 7 Jahren bei Annahme der Zuteilung des Vertrags auf das Bauspardarlehen, erhöht dich die Gesamtverzinsung des Bausparguthabens rückwirkend ab Vertragsbeginn auf 4,25% jährlich"

 

Mit allem anderen - z.B. Kündigung der BHW - macht man sich meiner Meinung nach nur angreifbar, weil gar nicht mehr eindeutig zugeteilt wird.

Die 10 Jahresfrist nach Zuteilungsreife ergibt sich aus Urteilen, die durchaus schon einmal zugunsten der Bausparkassen ausgegangen sind.

Ebenso ist eine Übersparung des Bausparers ein durchprozessierter Kündigungsgrund seitens der Anbieter.

 

PS: Bei Annahme der Zuteilung gleich noch um die Erstattung der Abschlussbebühren nach §1 (3) bitten, sofern anwendbar :P

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@Izuu & @Cai Shen: Danke euch beiden erst einmal! Das bestätigt mich in meiner Sichtweise. Dann nehmen wir doch lieber die 5 % Gesamtverzinsung und - danke für die Erinnerung - die erstattete Abschlussgebühr, als das wir uns am Ende herum streiten müssen. Es handelt sich übrigens um den Tarif BHW Dispo plus. So können wir gleich mal üben für unseren größeren und noch nicht zuteilungsreifen BHW Dispo maXX, den wir auch noch haben.

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Hallo,

 

ich habe auch den BHW Dispo Plus mit 2% + 3% (Bonus) Verzinsung. Dieser ist seit o1.12.2oo9 zuteilungsreif.

Der volle Bonus von 3% steht einem aber nicht ab dem Tag der Zuteilungsreife zu, sondern erst 7 Jahre später (und wenn eine Mindestsumme angespart wurde).

Das Urteil zu der legitimen Kündigung nach 1o Jahren wird diesem Aspekt gerecht. Die 1o Jahre beginnen nämlich erst ab dem Zeitpunkt zu laufen, an dem einem auch der Bonus zustand.

 

https://www.test.de/Bausparen-Kuendigung-von-Bonus-Vertraegen-kann-rechtswidrig-sein-5162255-0/

 

Für meinen Fall heißt das:

 

o1.12.2oo9 zuteilungsreif

seit o1.12.2o16 voller Bonus

Kündigung meinerseits im Laufe des Jahres 2o26

 

Es gilt nur aufzupassen, dass in der Zeit nicht die Bausparsumme durch die jährlichen Basiszinszahlungen erreicht wird.

 

Gruß, Ingo

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vor 12 Stunden schrieb Ingo_I:

Hallo,

 

ich habe auch den BHW Dispo Plus mit 2% + 3% (Bonus) Verzinsung. Dieser ist seit o1.12.2oo9 zuteilungsreif.

Der volle Bonus von 3% steht einem aber nicht ab dem Tag der Zuteilungsreife zu, sondern erst 7 Jahre später (und wenn eine Mindestsumme angespart wurde).

Das Urteil zu der legitimen Kündigung nach 1o Jahren wird diesem Aspekt gerecht. Die 1o Jahre beginnen nämlich erst ab dem Zeitpunkt zu laufen, an dem einem auch der Bonus zustand.

 

https://www.test.de/Bausparen-Kuendigung-von-Bonus-Vertraegen-kann-rechtswidrig-sein-5162255-0/

 

Für meinen Fall heißt das:

 

o1.12.2oo9 zuteilungsreif

seit o1.12.2o16 voller Bonus

Kündigung meinerseits im Laufe des Jahres 2o26

 

Es gilt nur aufzupassen, dass in der Zeit nicht die Bausparsumme durch die jährlichen Basiszinszahlungen erreicht wird.

 

Gruß, Ingo

Das ist natürlich korrekt. In meinem Fall ergibt sich jedoch aus der Rechnung: Zeitpunkt der Zuteilung + 10 Jahre die längere Laufzeit, da der Vertragsabschluss bereits 1998 war.

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Posted · Edited by Schildkröte

Am 4.1.2019 um 10:02 schrieb Cai Shen:

Meine Strategie zu diesem Thema lautet eindeutig b): vor Erreichen der Bausparsumme oder 10 Jahren selbst kündigen.
In den Bedingungen 2002 steht wortwörtlich in §3 (2) "Verzichtet der Bausparer nach einer Vertragslaufzeit von mindestens 7 Jahren bei Annahme der Zuteilung des Vertrags auf das Bauspardarlehen, erhöht dich die Gesamtverzinsung des Bausparguthabens rückwirkend ab Vertragsbeginn auf...

 

Interessantes Thema. Mein Bausparer aus besseren Zinszeiten bei der Debeka ist seit 5 Jahren zuteilungsreif. Da ich mittlerweile rund 80% der Bausparsumme erreicht habe, habe ich ihn jetzt beitragsfrei gestellt und will bloß noch die Zinsen bis zur o. g. Zehnjahresgrenze kassieren. Auf den Bonuszins hatte ich meinen Debeka-Vertreter mal angesprochen. Er meinte, der Bonuszins wird auf das Bausparvermögen angerechnet. Das Bausparvermögen wird dann ausgezahlt, sobald die Bausparsumme inklusive des Bonuszinses erreicht ist. Das wäre ja noch schöner, wenn es den Bonuszins stattdessen zusätzlich als Schnaps oben drauf gibt (und ich dann noch etwas länger hohe laufende Zinsen kassiere). Die Bausparkassen scheinen hier (bei der Interpration der AGBs) jeweils anders vorzugehen (um sich der teuren Altlasten (vorzeitig) zu entledigen).

 

PS:

Im konkreten Fall ging die Debeka anscheinend anders vor als von meinem Vertreter geschildert:

 

Zitat

Die Debeka verweigert die Auszahlung des Bonuszinses von 1,5 % mit der Begründung, dass der Bausparvertrag voll angespart wurde.

Vertragsbeginn 2005

Abschlussgebühr 500,- €

Auszahlung der voll angesparten Summe inklusive 3% Zinsen April 2017

Laut Vertrag hatte ich die Möglichkeit mich bis zuletzt für den Bonuszins zu entscheiden und gegen ein Darlehen

Der Bonuszins würde gezahlt, wenn man auf ein Bauspardarlehen verzichtet hatte und den Vertrag auflöste

Das Wesen des Bausparvertrages bestand darin, dass man zunächst - bis zur Zuteilung - zu einem geringeren Zins sparte, um dadurch in den Genuss eines günstigen Darlehens zu gelangen.

Wenn man auf das Darlehen verzichtet hatte, erhielt man den Bonuszins bei Auszahlung des Guthabens rückwirkend ab Vertragsbeginn.
Dadurch hatte man wieder den üblichen Zins für langfristige Sparverträge erreicht, die damals (2005) üblich waren.

Jetzt schreibt die Debeka: In früheren Bausparverträgen hätte man mir bei voll angesparten Bausparverträgen den Bonuszins aus Kulanzgründen gezahlt...

Schlimmer gehts nimmer!

Meine Frage: Ist die Nichtauszahlung des Bonuszinses Betrug oder nicht?

Viele Grüße
Babette

 

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vor 1 Stunde schrieb Schildkröte:

 

Interessantes Thema. Mein Bausparer aus besseren Zinszeiten bei der Debeka ist seit 5 Jahren zuteilungsreif. Da ich mittlerweile rund 80% der Bausparsumme erreicht habe, habe ich ihn jetzt beitragsfrei gestellt und will bloß noch die Zinsen bis zur o. g. Zehnjahresgrenze kassieren. Auf den Bonuszins hatte ich meinen Debeka-Vertreter mal angesprochen. Er meinte, der Bonuszins wird auf das Bausparvermögen angerechnet. Das Bausparvermögen wird dann ausgezahlt, sobald die Bausparsumme inklusive des Bonuszinses erreicht ist. Das wäre ja noch schöner, wenn es den Bonuszins stattdessen zusätzlich als Schnaps oben drauf gibt (und ich dann noch etwas länger hohe laufende Zinsen kassiere). Die Bausparkassen scheinen hier (bei der Interpratition der AGBs) jeweils anders vorzugehen (um sich der teuren Altlasten (vorzeitig) zu entledigen).

 

PS:

Im konkreten Fall ging die Debeka anscheinend anders vor als von meinem Vertreter geschildert:

 

 

 

3.5 Kündigungsgrund 5: Bausparkasse addiert Bonus zum Guthaben, um früher kündigen zu können
Die Bausparkasse leitet ihr Kündigungsrecht, wie in Kündigungsgrund 1 beschrieben aus dem Darlehensrecht des BGB ab. Allerdings addiert sie zum Guthaben den Bonus. In der dadurch hervorgerufenen Konsequenz ist der Bausparvertrag früher überspart, und die Bausparkasse meint den Vertrag früher kündigen zu können.
Unsere Einschätzung: Die Erfolgsaussichten für Verbraucher können derzeit als gut angesehen werden. Das OLG Celle argumentierte wie folgt (Urteile vom 14.09.2016, Az 3 U 207/15, 3 U 230/15, 3 U 37/16, 3 U 38/16, 3 U 86/16, 3 U 136/16, 3 U 154/16, 3 U 166/16): „In diesen Fällen hatte die Bausparkasse unter Berufung auf § 488 Abs. 3 BGB die Kündigung erklärt, weil die Bausparsumme unter Einberechnung von Bonuszinsen nach ihrer Ansicht erreicht sei. Dieser Auffassung ist der Senat nicht gefolgt. Entscheidend für das Entstehen der Bonuszinsen sei eine Erklärung des Bausparers (Verzicht oder Kündigung). Seine Erklärung könne nicht durch die Bausparkasse ersetzt werden.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/sites/default/files/2018-09/20180824_Verbraucherinformation Bausparkassen_0.pdf

 

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Posted · Edited by Schildkröte

vor 30 Minuten schrieb Fireball84:

3.5 Kündigungsgrund 5: Bausparkasse addiert Bonus zum Guthaben, um früher kündigen zu können
Die Bausparkasse leitet ihr Kündigungsrecht, wie in Kündigungsgrund 1 beschrieben aus dem Darlehensrecht des BGB ab. Allerdings addiert sie zum Guthaben den Bonus. In der dadurch hervorgerufenen Konsequenz ist der Bausparvertrag früher überspart, und die Bausparkasse meint den Vertrag früher kündigen zu können.
Unsere Einschätzung: Die Erfolgsaussichten für Verbraucher können derzeit als gut angesehen werden. Das OLG Celle argumentierte wie folgt (Urteile vom 14.09.2016, Az 3 U 207/15, 3 U 230/15, 3 U 37/16, 3 U 38/16, 3 U 86/16, 3 U 136/16, 3 U 154/16, 3 U 166/16): „In diesen Fällen hatte die Bausparkasse unter Berufung auf § 488 Abs. 3 BGB die Kündigung erklärt, weil die Bausparsumme unter Einberechnung von Bonuszinsen nach ihrer Ansicht erreicht sei. Dieser Auffassung ist der Senat nicht gefolgt. Entscheidend für das Entstehen der Bonuszinsen sei eine Erklärung des Bausparers (Verzicht oder Kündigung). Seine Erklärung könne nicht durch die Bausparkasse ersetzt werden.

Quelle: https://www.verbraucherzentrale-bawue.de/sites/default/files/2018-09/20180824_Verbraucherinformation Bausparkassen_0.pdf

 

Hm, um nochmal auf @Cai Shen zurückzukommen:

 

Zitat

Meine Strategie zu diesem Thema lautet eindeutig b): vor Erreichen der Bausparsumme oder 10 Jahren selbst kündigen.
In den Bedingungen 2002 steht wortwörtlich in §3 (2) "Verzichtet der Bausparer nach einer Vertragslaufzeit von mindestens 7 Jahren bei Annahme der Zuteilung des Vertrags auf das Bauspardarlehen, erhöht dich die Gesamtverzinsung des Bausparguthabens rückwirkend ab Vertragsbeginn auf 4,25% jährlich"

 

Mit allem anderen - z.B. Kündigung der BHW - macht man sich meiner Meinung nach nur angreifbar, weil gar nicht mehr eindeutig zugeteilt wird.

Die 10 Jahresfrist nach Zuteilungsreife ergibt sich aus Urteilen, die durchaus schon einmal zugunsten der Bausparkassen ausgegangen sind.

Ebenso ist eine Übersparung des Bausparers ein durchprozessierter Kündigungsgrund seitens der Anbieter.

 

Wäre dann nicht statt einer (vorzeitigen) Kündigung des Bausparers (der mit einem Verlust von Zinsen verbunden ist, sofern die Bausparsumme noch nicht ganz erreicht ist) ein schriftlicher Verzicht auf das Bauspardarlehen die bessere Lösung?

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Jaha, Formulierungsfehler :-*

 

Die Zuteilung unter Verzicht auf das Bauspardarlehen annehmen. 

Das 2012 von der BHW zugeschickte Formular ist ordnungsgemäß im Bankordner abgeheftet! 

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So ungefähr?

 

Zitat

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

hiermit möchte ich gemäß § x Abs. y der Bausparbedingungen die Zuteilung meines Bausparvertrages XYZ unter gleichzeitigem Verzicht auf das Bauspardarlehen annehmen.

 

Darüber hinaus bitte ich Sie um Erstattung der Abschlussgebühr in Höhe von xyz € gemäß § x Abs. y der Bausparbedingungen.

 

Bitte überweisen Sie mir mein vorhandenes Bausparguthaben, unter Berücksichtigung der rückwirkenden Gesamtverzinsung (inkl. Zinseszins) in Höhe von x %, sowie die zurückerstattete Abschlussgebühr auf meine folgende Bankverbindung:

IBAN:

Kontoinhaber: X Y

BIC:

Institut:

 

Ich bitte Sie um Übermittlung eines abschließenden Kontoauszuges.

 

Mit freundlichen Grüßen

X Y

 

Das dürfte doch zweifelsfrei sein, sofern man die richtigen Fundstellen in den Bedingungen findet.

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