Diversifikation erhöhen mit Anleihen-ETF und Festgeld in Fremdwährung

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Hallo zusammen,

 

da ich nicht wusste in welche Rubrik meine Fragen gehören, habe ich einfach hier gepostet. Falls das thematisch nicht passt, bitte verschieben.


Ich plane mein bestehendes Portfolio aus Aktien-ETFs nach BIP-Gewichtung (RK3) und einer Festgeldleiter sowie Tagesgeld als Liquiditätsreserve (RK1) um einen Anleihen-ETF auf HY-Staatsanleihen in USD zu erweitern.
Die Zielgröße der Position beträgt etwa 10 - 20% und das Depot dient der allgemeinen Vermögensvermehrung.

 

Ich möchte damit folgendes erreichen:

1. Erzielung einer Rendite deutlich oberhalb von Festgeld
2. Diversifikation meiner Investitionen in Unternehmen (Aktien) gegen "Investitionen" in Staaten
3. Diversifikation meiner Anlagen in EUR gegen Anlagen in USD
4. Reduktion des Risikos gegenüber dem Aktienmarkt (Auch wenn HY-Bonds relativ stark mit Aktien korrelieren gehe ich davon aus, dass diese in einer Krise weniger stark sinken als Aktien, was sich insbesondere in den letzten 3-4 Monaten ja auch recht deutlich gezeigt hat)

 

Folgenden ETF habe ich dafür vorgesehen:

  iShares J.P. Morgan $ EM Bond UCITS ETF - IE00B2NPKV68

 

Dazu nun folgdende Fragen:

- Sind meine Annahmen korrekt/nachvollziehbar?
- Sind ETFs auf HY-Bonds ähnlich wie bei Aktien erste Wahl, oder sollte man in diesem Umfeld eher auf aktive Fonds setzen?
  (Siehe https://www.nzz.ch/finanzen/fonds/high-yield-etf-sind-ein-murks-ld.1335422 und ähnliche Artikel)
- Hat jemand von euch einen ähnlichen Gedankengang? Mit welchem ETF/Fonds habt ihr diesen umgesetzt?
- Hat sich jemand von euch mit dem genannten ETF beschäftigt? Warum habt ihr euch dafür oder dagegen entschieden?

 

Als aktive Variante habe ich folgenden Fonds im Auge:

  Templeton Global Total Return Fund - LU0234926953

 

Auch wenn dieser natürlich nicht direkt mit dem ETF vergleichbar ist (Nicht nur USD, nicht nur Staatsanleihen), so geht er doch in eine ähnliche Richtung.


Hat sich jemand von euch ganz bewusst gegen diesen Fonds entschieden? Wenn ja, warum?
Auf welchen Fonds setzt ihr, um renditestarke Anleihen in eurem Depot abzudecken?

 


Außerdem möchte ich auch bei meinen Festgeldanlagen die einseitige Ausrichtung auf den Euro etwas reduzieren und in USD diversifizieren.


Dazu ist mir folgendes Angebot aufgefallen: https://www.weltsparen.de/angebote/#?term=12&invest=50000&overnight_term=360&local_currency=false&foreign_currency&early_termination=false&active_tab_element=foreign

Hier gibt es etwa 3% für 1 Jahr Festgeld in USD. Einmal bei einer Bank in Großbritannien und einmal bei einer Bank in DE. Bei dem Angebot aus DE kommen aber noch 2x 0,2% Kosten für die Währungsumrechnung dazu.

 

- Würdet ihr trotzdem die Bank aus DE nehmen, gerade vor dem Hintergrund des Brexit?
- Gibt es bis auf das Währungsrisiko irgendeinen Pferdefuß, den ich bei dem Angebot übersehen habe?

 

Lauern in diesem Abschnitt irgendwelche versteckten Kosten/Risiken:

Bitte beachten Sie:  Der üblicherweise täglich veröffentlichte Wechselkurs im Devisenhandel (elektronischer Handel in fremder Währung) ist der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegte Mittelkurs. Der Mittelkurs ist ein institutioneller Wert, der in der Regel genau zwischen dem Geldkurs (Kauf von Fremdwährung) und dem Briefkurs (Verkauf von Fremdwährung) liegt und als Referenz für Währungsgeschäfte dient. Für die Veröffentlichung der täglichen Devisenmittelkurse siehe https://www.ecb.europa.eu/stats/exchange/eurofxref/html/index.en.html. Jede Bank stellt für Fremdwährungstransaktionen von Kunden auf der Basis der Mittelkurse eigene Abrechnungskurse, die abhängig von der Marktsituation mehr oder weniger deutlich von den amtlichen Mittelkursen abweichen.

 

Falls noch Infos für eine qualifizierte Antwort fehlen, so liefere ich diese gerne nach und freue mich ansonsten über jeden Beitrag und einen Gedankenaustausch!

 

Viele Grüße

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Punkte 2 und 3 kann ich nachvollziehen, insbesondere bei den Punkten 1 und 4 sehe ich deutliche Schwächen. Du hast selbst schon angedeutet, dass die Korrelation zwischen Aktienmarkt und Unternehmensanleihen nicht so niedrig ist, wie man sich das für eine ordentliche Diversifikation wünschen würde. Zudem ist die Rendite bei HY-Anleihen natürlich nur höher, wenn die Zinsen stabil bleiben und die Unternehmen nicht in die Krise geraten. Beide Annahmen halte ich mit Blick auf Jahre oder Jahrzehnte für sehr optimistisch. Ich habe gestern erst irgendwo eine Grafik zur Verschuldung von Unternehmen in Relation zum BIP gesehen, die heute höher als je zuvor ist. Bei der nächsten großen Krise wäre hier mit deutlichen Abschlägen durch Insolvenzen zu rechnen (außer die Notenbanken gehen vollends auf Inflationskurs).

 

Bei den Banken ist im Ernstfall die Frage, ob oder wie man an die Gelder unter der Einlagensicherung wieder herankommt. Bei einer deutschen Bank stelle ich mir den juristischen Ablauf wesentlich einfacher vor, wenn man zumindest die Prozesssprache beherrscht und einen Wohnsitz im selben Land hat. Wie läuft dieser Prozess ab, wenn die Bank bspw. in Bulgarien ist? Bekommen die Anleger hier automatisch (englische) Nachrichten zugestellt? Gibt es eine Art Sammelklage, der man sich unkompliziert anschließen kann? usw.

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Posted · Edited by OceanCloud

Ich habe den ETF auch und zähle ihn einfach zu meinem EM-Aktien-ETF Anteil in RK3 dazu (Zielwert 30% bei 4 Aktien-ETF), da er ja auch nicht weniger riskant ist.

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vor 21 Stunden schrieb colonel:

Folgenden ETF habe ich dafür vorgesehen:

  iShares J.P. Morgan $ EM Bond UCITS ETF - IE00B2NPKV68

 

Der schuettet monatlich (!) aus. Es gibt aber noch einen, zudem deutlich kostenguenstigeren, ETF von UBS (LU1324516050) mit noch hoeherer Diversifikation.

 

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Ich habe mir bei der Aufstellung meines Portfolios genau dieselbe Frage gestellt.

 

Habe mich dann dazu entschlossen, 5% in HY-Anleihen zu investieren, aus genau den Punkten 1) und 4). Weniger stark sehe ich 3), da über die Aktien genug Währungsdiversifizierung dabei ist, und ich ja auch in EUR lebe und konsumiere. 2) ist mir ehrlich gesagt relativ egal, zudem stecken hinter Festgeld und Tagesgeld ja auch in letzter Instanz Staaten.

 

Inzwischen ärgere ich mich ein klein wenig über die 5%, und habe diese auf 2,5% Zielanteil reduziert. Hintergrund ist, dass gerade Punkt 4) weniger stark ins Gewicht fällt, als ich vermutet habe. Sondern es ist halt doch auch einfach RK3. Ich sehe daher das Risiko ähnlich zu Aktien, bei geringerer erwarteter Rendite. Im Nachhinein würde ich tatsächlich einfach eine höhere Aktienquote wählen. Aber ehrlich gesagt: Eindeutig ist die Entscheidung immer noch nicht und ich verkaufe die 3 ETF nun auch nicht.

 

Um es kurz zu machen: Ich glaube mit einer kleinen Beimischung (5%) vergibst du dir irgendwo nichts, gewinnst aber auch nicht viel. Kannst machen.

 

Ich hatte übrigens die 5% aufgeteilt in:

50% IE00B2NPKV68 iShares J.P. Morgan USD Emerging Markets Bond,

25% IE00B66F4759 iShares Euro High Yield Corporate Bond,

25% IE00BYM31M36 iShares Fallen Angels High Yield Corporate Bond

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vor 45 Minuten schrieb Holzmeier:

Der schuettet monatlich (!) aus. Es gibt aber noch einen, zudem deutlich kostenguenstigeren, ETF von UBS (LU1324516050) mit noch hoeherer Diversifikation.

Ich hatte früher den iShares, aber nachdem ich aus steuerlichen Gründen alle Anteile verkauft habe, habe ich mich bei der Neuanlage für Vanguard ETF (IE00BZ163L38) entschieden. Grund dafür war in erster Linie die niedrigere TER (0,25% vs 0,45%) und dass ich die monatliche Ausschüttung mag. Die Ausschüttungen finanzieren die mtl. Raten für einen Sparplan.

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Posted · Edited by mike4001

vor 6 Stunden schrieb ineedadollar:

Vanguard hat in der folgenden Studie das Thema "Beimischung von EM-Anleihen in ein Portfolio" näher beleuchtet. 

 

https://www.de.vanguard/web/cf/professionell/de/articles/analysen-und-kommentare/wissenscenter/fixed-income-equity-like-returns

 

verstehe ich das richtig, dass die Fremdwährungsanleihen lt. dieser Studio sowohl meinen sicheren als auch risikobehafteten Teil der Asset Allocation ersetzen sollen um bei gleichem Risiko höhere Rendite zu erwarten?

 

Also wenn ich vorher zb. 70/30 (unsicher/sicher) habe, müsste ich dann 35/15/50 (sicher/unsicher/Fremdwährungs_Anleihe) wählen?

 

EDIT: Falsch, habe nochmal genau gelesen und es soll der Aktienteil des Portfolios ersetzt werden.

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Posted · Edited by colonel

Hallo zusammen,

 

vielen Dank für eure Beiträge!

 

@Maciej
Danke für deine Anmerkungen! Ich plane eigentlich nicht/nur wenig in Unternehmensanleihen zu investieren, werde aber im Hinterkopf behalten, dass die Korrelation möglicherweise höher ist, als ich bisher dachte und meine Risikoeinschätzung des Produktes möglicherweise zu gering ist.

 

Was die Festgeldanlage betrifft käme eine bulgarische Bank für mich nicht in Frage, bei einer aus UK bestehen aber zumindest keine sprachlichen Hürden. Mir ging es eigentlich explizit um die Situation der Banken in UK vor dem Hintergrund des Brexit. Innerhalb der EU würde diese bei Problemen dann schon genug Druck auf die jeweilige Regierung ausüben, so dass diese für einen reibungslosen Ablauf sorgt. Ich habe halt noch keine finale Meinung wie das nach dem Brexit ablaufen würde...


@OceanCloud
Danke für deine Anmerkungen! Trotz der hohen Korrelation sehe ich den Anleihen-ETF eher nicht als RK3 (dann würde ich auch nicht investieren). Im letzten Jahr hab ich mit dem EM-IMI ungefähr 5% Verlust gemacht, während der Anleihen-ETF im gleichen Zeitraum 2% Plus gemacht hätte. Wie das in Zukunft laufen würde, weiß ich natürlich nicht, ich gehe aber schon davon aus, dass sich die beiden Produkte etwas unterschiedlich entwickeln werden. Auch 2008/2009 sind die Anleihen meiner Erinnerung nach weniger stark abgestürzt.


@Holzmeier
Danke für deinen Tipp! Keine Anhnung warum mir dieser ETF vorher nicht aufgefallen ist. Auf die monatlichen Ausschüttungen beim iShares hatte ich aufgrund des Zusatzaufwands tatsächlich überhaupt keine Lust. Deine Empfehlung löst dieses Problem sehr schön, zumal ich auf jeden Fall einen Ausschütter will.


@Raspotnik
Danke für deine Erfahrungen und die Darstellung deiner Vorgehensweise! 2,5% Zielanteil hätten mir persönlich zu wenig Auswirkungen auf das Gesamtergebnis, ich nehme aber mit, es bei meiner Beimischung auch nicht zu übertreiben. Deine Anmerkung bezüglich, dass hinter Festgeld und Tagesgeld ja auch in letzter Instanz Staaten stehen, kann ich folgen und werde mir das Thema nochmal durch den Kopf gehen lassen.


@Limit
Danke für deinen Vorschlag! Ich möchte aufgrund des ganzen Aufwandes und Papierkrames eher keine monatlichen Ausschüttungen und mich daher wohl für Holzmeiers Vorschlag entscheiden.


@ineedadollar
Danke für deinen Link! Eine schöne Studie, die meine Überlegungen bezüglich Risikoreduktion und Diversifikation ja scheinbar bestätigt.

Zitat:
Wer US- und internationale Aktien durch EM-Anleihen ersetzt, kann höhere risikobereinigte Renditen erzielen


Auch bezüglich der Frage Aktiv/Passiv bietet die Studie interessante Ansätze.

Zitat:
Indexfonds können ebenso wie kosteneffiziente aktive Strategien Vorteile bieten, weshalb sich eine Kombination beider Strategien eignen kann. Ergänzt ein Anleger eine aktive Managementstrategie schrittweise um passive Fonds, nähern sich die Risikomerkmale seines Portfolios immer mehr der Benchmark an, der Tracking Error sinkt, die Diversifikation steigt. Durch eine Aktiv/Passiv-Kombination wahren Anleger die Chance auf Mehrrenditen, können jedoch gleichzeitig ihre Risiken begrenzen.


Auch das Fazit fand ich recht interessant und muss ich mir noch mal durch den Kopf gehen lassen.
Zitat:
Zwar konnten Anleger mit EM-Anleihen bisher sowohl die Rendite als auch die Volatilität eines diversifizierten Portfolios schrittweise erhöhen. Die Vergangenheit dürfte sich jedoch kaum wiederholen. Um überhaupt eine relevante EM-Anleiheposition aufzubauen, müssen Anleger diese im Vergleich zu ihrer Marktkapitalisierung zudem erheblich übergewichten. Eine solche Strategie hat ihre eigenen Risiken.

 


Als Quintessenz aus den bisherigen Beiträgen nehme ich mit, dass die Risiken bei HY-Anleihen nicht unterschätzt werden sollten und dass man diese durchaus über ETF abbilden kann.
Die Artikel, welche das bestreiten sind dann, wie sonst auch, wohl bezahlte Panikmache. Ich werde wahrscheinlich trotzdem einen aktiven Anteil dazu nehmen, so wie es in der Studie empfohlen wird.

 


Hat denn noch jemand eine dedizierte Meinung zum Templeton Global Total Return Fund - LU0234926953 oder eine andere Empfehlung für einen aktiven Fonds?

 

Viele Grüße

 

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Am 15.1.2019 um 20:41 schrieb colonel:

Hat denn noch jemand eine dedizierte Meinung zum Templeton Global Total Return Fund - LU0234926953 oder eine andere Empfehlung für einen aktiven Fonds?

Zum Templeton Fund gibt es hier schon einen eigenen Thread: Templeton Global Total Return

Finde den Fonds von Herrn Hasenstab selbst sehr gut, vielleicht hilft dir der Link bei der Entscheidung weiter.

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