Erbvorauszahlung in ETF Weltportfolio

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Hallo zusammen,

 

bin schon seit einiger Zeit hier stiller Mitleser und habe jetzt mal hier angemeldet, um allg. Feedback zu meiner Vermögensaufteilung und v.a. zum Thema ETF-Portfolio vs. Bruttoentgeldumwandlung einzuholen aber dazu unten mehr.

Habe glücklicherweise ein ganz gutes Einkommen und bekomme von meinen Eltern dankbarerweise einen Vorschuss von meinem Erbe, das ich jetzt schon investieren kann. Z.T. schon erhalten, 60.000 € kommen demnächst noch dazu. Außerdem steht im Sommer Nachwuchs an, bin unverheiratet, Partnerin mit nahezu gleichem Einkommen.

Sorry vorab für den langen Eingangspost!

 

Erstmal die allgemeinen Angaben:

1.Alter: 29

2. Berufliche Situation: unbefristeter Ingenieur

3. Sparer-Pauschbetrag ausgeschöpft? 2018 ca. zu 50%, Tendenz steigend

4. Aktive und/oder passive Fonds gewünscht? Passiv

 

1. Erfahrungen mit Geldanlagen

Habe vor etwas mehr als einem Jahr angefangen mich für das Thema Geldanlage zu begeistern. Nach bald 7 Jahren im Berufs wirds dafür auch Zeit. Habe Kommer (ETF "Bibel" und Mieten vs. Kaufen) sowie den Finanzwesir gelesen. Außerdem schon viele gepinnte Threads und Diskussionen hier im WPF gelesen und viele Infos aus dem Internet gezogen. Denke ich habe mittlerweile ein akzeptables Basiswissen. Von aktuellen Wirtschaftsnachrichten kann ich bedingt durch Neugier/Interesse noch nicht die Finger lassen, auch wenn das für meinen Zweck eigentlich nicht nötig wäre (Stichwort "Investmentpornographie"). Ändert sich wohl bald wegen geänderter Prioritäten. :)

 

2. Darstellung von bereits vorhandener Fondspositionen (Fondsbezeichnung und ISIN angeben):

Folgendes Depot (DKB) habe ich über die letzten 14 Monate aufgebaut (Kombi aus Erbvorschuss, bereits angespartem Kapital und laufenden monatlichen Sparraten):

 

Weltportfolio ca. 60.000 €

70% MSCI World: IE00B4L5Y983

30% MSCI EM (IMI): LU1681045370 (soll nicht weiter bespart werden), IE00BKM4GZ66 (soll zukünftig bespart werden)

Aufteilung und Produktauswahl sollte passen, wurde ja hier ausreichend durchgekaut. Bin nur noch am überlegen, ob ich mit einem Europa ETF auf 50/30/20 gehe, wenn es im Laufe des Jahres 6-stellig wird. Meinungen?

 

Dazu ein Branchen-ETF für 2500 €, den ich nicht mehr kaufen würde.

Dazu zwei Einzelwerte für in Summe 2500 €, die ich heute nicht mehr kaufen würde.

(Lehrgeld aber Schwamm drüber...)

 

Außerdem rabattierte Mitarbeiteraktien, die ich auch zukünftig kaufen möchte wenn sie angeboten werden (aktuell ca. 3000 €)

 

3. Zeitliche Aufwandsbereitschaft für eure Fondsanlage:

Bin wie erwähnt eigentlich sehr interessiert, lese hier häufig mit und habe Spaß an der Thematik. Könnte bedingt durch den anstehenden Nachwuchs aber weniger werden.

Für regelmäßiges Rebalancing ist aber auf jeden Fall Zeit.

 

4. Risikotyp/Risikobereitschaft/Umgang mit Verlusten:

Habe für mich eine Aktienquote von 60% gewählt. Bin mit dem Weltpoftfolio aktuell bei -2%, war auch schon schlimmmer - gehe aber gelassen damit um, da ich mich eingelesen habe und langfristig an die Strategie glaube.

 

Risikoarmer Anteil besteht aus:

 

10.000 € Festgeld (1 Jahr, 1% Zins)

8.000 € Tagesgeld (0,2% Zins)

7.000 € Bausparer (Altbestand von den Eltern übertragen, 1,5% Zins)

19.000 € Prämiensparer (Altbestand von den Eltern übertragen, 1,5% Zins bzw. Prämie)

"Notgroschen" ist on top vorhanden.

 

Außerdem habe ich noch folgende Positionen, von denen ich nicht so recht weiß wie ich sie in meine Asset Allocation betrachten soll, da sie max. illiquide sind (Auszahlung in ca. 40 Jahren):

 

Allianz Riester Klassik, abgeschlossen als ahnungsloser Berufseinsteiger ohne es zu verstehen.

Zahle den Maximalbetrag (2100 € p.a.) ein und bekomme die Grundförderung und demnächst die Kinderförderung

Nach Studium des Riester Stickys hier im Forum bin ich der Meinung, dass ich durch mein hohes Einkommen gut von der Steuerersparnis profitiere.

Will ich nach aktuellem Kenntnisstand fortführen (auch wenns mit Kind für meinen Fall minimal unattraktiver wirds, soweit richtig verstanden).

 

bAV 175 € monatlich (inkl. 30 € Zuzahlung von mir): Wird vom AG in den Fidelity Funds Target 2050 Fond LU1153364366 investiert.

 

Optionale Bruttoentgeltumwandlung aktuell 250 € monatlich, ebenfall in den FF Target 2050 LU1153364366.

Hier bin ich absolut unschlüssig, weshalb ich das jetzt ein Jahr lang parallel zu meinem ETF Thema laufen lies.

Nach etwas Recherche bin ich aber geneigt das zu beenden, da ich über der Beitragsbemessungsgrenze liege und durch die Wandlung keine Sozialabgaben spare. Somit bleibt nur der Vorteil durch die geringere Steuerlast. Immerhin verliere ich durch die Wandlung keinen Rentenanspruch. Hierzu wäre ich für Feedback sehr dankbar! Beenden und in die ETF Strategie stecken?

 

Über meine Fondsanlage

 

1. Anlagehorizont

Langfristig, habe ja noch viel Arbeitszeit vor mir.

 

2. Zweck der Anlage

Altersvorsorge / Erbe vergrößern und weitergeben / evtl. im Alter weniger arbeiten müssen

Immobilie könnte irgendwann ein Thema werden falls die Randbedingungen passen (Angebot, Preis, Zins, aktuelle Depotperformance). Mir ist klar, dass das Thema Immobilie ein Killerkriterium für Aktieninvestments ist. Vertrete aber die Auffassung, dass ich eben keine Immobilie erwerben kann, wenn ich dafür mein Depot mit Verlust auflösen müsste. Die nächsten 3 Jahre ist es definitv kein Thema, da wir aktuell zufrieden sind und die Wohnung auch mit Kind ausreicht.

 

3. Einmalanlage und/oder Sparplan?

Die noch kommende Erbschaftsvorauszahlung würde ich gemäß der 60/40 Aufteilung investieren. Ansonsten regelmäßig nachkaufen. Kaufe bisher "händisch" wenn die Summe groß genug ist.

Sparplan soll dann für den Nachwuchs angelegt werden (denke da 100 €/Monat in den Vanguard ACWI).

 

4. Anlagekapital:

Aktuelle Werte siehe oben, in den nächsten Monaten die großzügige "Spende" i.H.v. 60.000 €.

Summe dann ca. 175.000 € ohne die gebundenen Rentengeschichten.

Monatlich bisher min. 500 €/Monat Sparrate als Dauerauftrag aufs Tagesgeld + das übrige Geld am Monatsende (waren dann bisher meist nochmal 1000 €)

Nächstes Jahr sind 6 Monate Elternzeit und danach vermutlich eine Arbeitszeitreduktion auf 30 h geplant. Partnerin will ebenfalls reduziert weiterarbeiten. Sollte also noch Sparpotential übrig bleiben.

 

Mir geht es nicht darum den letzten Euro oder das letzte Zehntel Performance herauszuholen sondern eher um eine vernüftige Aufteilung und einen verantwortungsvollen Umgang mit meinem Erbe, das ich nach Möglichkeit vergrößert an mein(e) Kind(er) weitergeben möchte. Aufgrund der langen Laufzeit bis zur Rente wäre es fatal, wenn ich nen groben Schnitzer drin hätte und damit Geld verschenke (denke da v.a. wieder an die Entgeltumwandlung). Würde auch gern die Komplexität noch ein wenig verringern aber weiß nicht so recht wo ich ansetzen soll. Bausparer kündigen wäre eine Option (bekomme jährliche einen Bonus bei Kündigung angeboten), Alternative Festgeldleiter?

 

Fazit:

- ETF-Weltportfolio auf 3 ETF ändern?

- Entgeltumwandlung weiterführen?

- Vereinfachung sinnvoll möglich?

- Sonst was übersehen oder falsch verstanden?

 

Danke an alle, die bis hierhier gelesen haben!

Ich freue mich auf eure Antworten und eine interessante Diskussion.

Viele Grüße!

 

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Geschrieben

War wohl zu viel Text für den Einstieg. :D

 

Ich hab die Bruttoentgeltwandlung jetzt ausgesetzt/beendet, die Nachteile überwiegen mMn.

Außerdem schadet es wohl nicht vor den anstehenden Unsicherheiten (Kosten Kind, verringertes Einkommen) ein wenig zusätlichliches verfügbares Kapital anzuhäufen.

 

Würde mich dennoch freuen, wenn sich noch jemand meldet. Das viele tippen hat echt Zeit gekostet! ;)

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Geschrieben

Wenn du wenigstens mal irgendwo "ETF's" geschrieben hättest, dann wäre postwendend eine Reaktion gekommen. Aber so?

 

Hört sich doch eigentlich alles ganz gut an und sieht durchdacht aus.

Am 10.1.2019 um 21:16 schrieb Passenger:

- ETF-Weltportfolio auf 3 ETF ändern?

Nach Belieben, darauf gibt es keine alleinseligmachende Antwort (Tendenz: so lassen wie es ist)

 

Zitat

- Entgeltumwandlung weiterführen?

Hat sich erledigt, scheint mir auch keine falsche Entscheidung zu sein.

 

Zitat

- Vereinfachung sinnvoll möglich?

Sehe ich gerade nicht. Die 1,5%-Zinsanlagen weiterführen (beim Bausparer hängt es vom angebotenen Bonus ab), Riester sollte auch nicht so schlecht sein (Zins? Rentenfaktor?). Wenn du richtig Reinemachen willst, dann weg mit den Lehrgeld-Positionen. Wirklich wichtig ist es aber nicht.

 

Zitat

- Sonst was übersehen oder falsch verstanden?

Künftige Kinderzulage bei dir? Eher bei der Mutter, wenn ihr nicht verheiratet seid.

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Geschrieben · bearbeitet von Nachdenklich

vor einer Stunde schrieb Passenger:

Würde mich dennoch freuen, wenn sich noch jemand meldet.

Hier herrscht manchmal ein raues Klima. Wenn keiner mit Steinen wirft, dann ist das eigentlich ein gutes Zeichen.

Ich hatte mal einen Chef, der führte nach dem Motto: Nicht geschimpft ist Lob genug.

Das ist hier so ähnlich.

 

Am 10.1.2019 um 21:16 schrieb Passenger:

- ETF-Weltportfolio auf 3 ETF ändern?

Warum? Wozu?

Das muß ja nicht falsch sein aber mit welchem Zweck?

Ich bin nicht der Meinung, daß mehr Fonds oder weniger Fonds besser ist.

Wenn ein zusätzlicher Fonds eine Funktion erfüllt, dann gerne einen zusätzlichen Fonds dazufügen.

Ich sehe aber in Deinem Post keine Motivation für einen zusätzlichen Fonds. Ein sechsstelliges Depotvolumen ist kein überzeugender Grund für die Änderung der Depotzusammensetzung. Solltest Du zu der Überzeugung kommen, daß Du (aus welchem Grund auch immer) einer Region, einem Faktor oder einer Branche eine höhere Gewichtung geben willst, dann nimm dazu einen weiteren Fonds dazu. Aber nicht weil das Depot sechsstellig wird.

 

Am 10.1.2019 um 21:16 schrieb Passenger:

- Vereinfachung sinnvoll möglich?

Ich finde, daß das alles doch einfach genug ist.

 

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Geschrieben · bearbeitet von Passenger

Danke euch beiden schon mal!

 

Thema 3. ETF:

Die Idee war halt klassisch die europagewichtung zu erhöhen. Darauf bin ich wohl gekommen, weil man es eben so oft liest.

Smallcaps habe ich aktuell auch nur in den EM drin, da könnte man ebenfalls ansetzen.

Aber ihr habt schon recht - kann besser performen, muss aber nicht. Bin da eigentlich emotionslos, vermutlich lasse ich es so.

 

Garantiezins Riester war beim Abschluss 2011 bei 2,25%

Rentenfaktor müsste wenn ich richtig gerechnet habe 33,5 sein.

Die Mutter riestert nicht. Habe gelesen, dass mir die Kinderzulage beim Steuervorteil immer angerechnet wird. Also gibts keine sinnvolle Alternative als die Zulage zu beantragen oder?

 

"Einfach" ist relativ. Aber hast recht, so schlimm isses nicht und mit Portfolio Performance behält man einen guten Überblick. Top Programm!

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Geschrieben

Am 10.1.2019 um 21:16 schrieb Passenger:

....  die ich heute nicht mehr kaufen würde.

solche Positionen gehören zügig rausgeworfen. Es zählt nicht die Historie, es zählt die Erwartung für die Zukunft!

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Geschrieben

Am 10.1.2019 um 21:16 schrieb Passenger:

- Vereinfachung sinnvoll möglich?

Du schreibst selbst:

Zitat

Dazu ein Branchen-ETF für 2500 €, den ich nicht mehr kaufen würde.

Dazu zwei Einzelwerte für in Summe 2500 €, die ich heute nicht mehr kaufen würde.

Wenn du diese Wertpapiere nicht mehr kaufen würdest, warum willst du sie dann behalten?

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