Beispiele für unerwartet schnelle Zinserhöhungen (1994?)

Geschrieben · bearbeitet von sigmabe

Gehen wir von einem effizienten Anleihenmarkt aus, so ergibt sich das Zinsänderungsrisiko einer Anleihe aus den Zinsänderungen, welche unerwartet auftreten und vom Markt daher noch nicht eingepreist sind. Während mir spontan theoretische und historische Beispiele einfallen, bei denen eine unerwartete Zinssenkung durch Zentralbanken vorgenommen wird, fällt es mir deutlich schwerer Beispiele für unerwartete Zinserhöhungen zu finden.

 

Als praktisches Beispiel für eine unerwartet schnelle Zinserhöhung scheint nach meinen jetzigen Stand aufgrund von google Recherchen der Erhöhungszyklus der FED ab Februar 1994 dienen zu können.

 

Um bewerten zu können, ob dies tatsächlich eine nicht erwartete Zinserhöhung war, habe ich grob (leider spontan kein guter Zugang zu entsprechenden Daten) die Rendite mit einer 10-jährigen US-Anleihe vom 01.10.1993-01.10.2003 mit einer Anlage in fünf aufeinanderfolgenden 2-jährige in diesem Zeitraum verglichen und zu meiner Überraschung festgestellt, dass die Rendite durch die 10-jährige höher war.

 

War die Zinserhöhung also doch eingepreist? Gibt es die Möglichkeit einfach an Daten für einen solchen Vergleich zu kommen und damit entsprechende Beispiele für unerwartet schnelle Zinserhöhung zu finden?

 

Oder ist das ganze Vorgehen Quatsch bzw. ich sollte einfach meinen Rechenfehler finden?

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Geschrieben

Aus der Hüfte geschossen:

Die Wiedervereinigung in Deutschland kam auch etwas überraschend und hat stark zu steigenden Zinsen geführt.

 

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Geschrieben

Gute Überlegung, aber die Modellierung ist noch nicht aussagekräftig.

 

Die Antwort auf die Frage "War die Zinserhöhung doch 'eingepreist'" erhältst du

nicht durch die Untersuchung 

a) ist die Rendite der 10järigen höher als die von 5 aufeinanderfolgenden 2jährigen,

sondern nur durch die Untersuchung

b) ist der unter a) festgestellte Renditeunterschied genauso hoch wie der in anderen 10jahresperioden?

 

Denn ein Renditeunterschied von z.B. 1%p p.a. bestätigt die Einpreisungsvermutung ja gerade nicht, wenn die Differenz sonst immer 2%p war.

 

Ist dann natürlich nochmal viel mehr Arbeit... 

 

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18 minutes ago, Mentalmarkt said:

sondern nur durch die Untersuchung

b) ist der unter a) festgestellte Renditeunterschied genauso hoch wie der in anderen 10jahresperioden?

 

Ok, das ist natürlich richtig. Allerdings hatte ich erwartet, dass zum Auffinden der extremen Beispiele für unerwartete Zinserhöhung mein Vergleich ausreicht, da ich eigentlich nicht davon ausgehe, dass die 10-jährige immer besser abschneidet. (Oder doch?)

 

23 minutes ago, Mentalmarkt said:

Ist dann natürlich nochmal viel mehr Arbeit...

 

Wenn man leichten Zugriff auf Daten hätte, könnte man das dann wohl auch schnell automatisiert für sehr viele Zeiträume berechnen. Ich finde es allerdings auch seltsam, dass es mir bisher nicht gelungen ist einen bereits fertigen Vergleich zu finden, da ich sicher nicht der Erste bin, der das machen will.

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Geschrieben

Schon mal versucht alte Zeitungen zu durchzusehen?

Wenn dir die Zinstermine noch bekannt sind, dann wären die digitalen Zeitungen im Netz oder in Bibliotheken ( damals war noch fast alles Offline ) nachlesen, wie die Zinsschritte einige Tage vorher gesehen worden sind.

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Geschrieben · bearbeitet von sigmabe

22 minutes ago, dev said:

die Zinsschritte einige Tage vorher gesehen worden sind

 

Mir geht es vor allem darum den Begriff "unerwartete Zinserhöhung" geeignet zu formalisieren um dann unerwartete Zinserhöhungen rüblickend aufgrund von Daten objektiv detektieren zu können. Was damals aufgrund von subjektiven Bewertungen über die Zinserhöhungen geschrieben wurde, ist mir egal.

 

Momentan habe ich eben den Zeitpunkt einer unerwartete Zinserserhöhung dadurch definiert, dass in dem anschließenden Zehnjahreszeitraum eine 10jährige Anleihe schlechter abschneidet als 5 aufeinander folgende 2jährige, und war überrascht, dass ich damit den FED Erhöhungszyklus ab 94 nicht getroffen habe. Vermutlich ist also meine Definition ungeeignet, so wie es @Mentalmarkt bereits angedeutet hat.

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Geschrieben · bearbeitet von dev

vor 18 Minuten schrieb sigmabe:

 

Mir geht es vor allem darum den Begriff "unerwartete Zinserhöhung" geeignet zu formalisieren um dann unerwartete Zinserhöhungen rüblickend aufgrund von Daten objektiv detektieren zu können. Was damals aufgrund von subjektiven Bewertungen über die Zinserhöhungen geschrieben wurde, ist mir egal.

 

Momentan habe ich eben den Zeitpunkt einer unerwartete Zinserserhöhung dadurch definiert, dass in dem anschließenden Zehnjahreszeitraum eine 10jährige Anleihe schlechter abschneidet als 5 aufeinander folgende 2jährige, und war überrascht, dass ich damit den FED Erhöhungszyklus ab 94 nicht getroffen habe. Vermutlich ist also meine Definition ungeeignet, so wie es @Mentalmarkt bereits angedeutet hat.

Wenn man sich aber nur die historischen Ergebnisse ohne Information über die reale Erwartungshaltung anschaut, wird man sicher nicht feststellen können was eine unerwartete Zinserhöhung war.

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Geschrieben

5 hours ago, dev said:

ohne Information über die reale Erwartungshaltung anschaut, wird man sicher nicht feststellen können was eine unerwartete Zinserhöhung war.

Und warum sollte die reale Erwartungshaltung in einem effizienten Anleihenmarkt nicht eingepreist sein? Wie definierst du denn die reale Erwartungshaltung, wenn du es nicht über die Zinsstruktur machst?

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Geschrieben

vor 6 Minuten schrieb sigmabe:

Und warum sollte die reale Erwartungshaltung in einem effizienten Anleihenmarkt nicht eingepreist sein? Wie definierst du denn die reale Erwartungshaltung, wenn du es nicht über die Zinsstruktur machst?

In den Finanznachrichten wird oft über die Erwartungen der Markteilnehmer berichtet und nach dem Zinsschritt meist über die Reaktion des Marktes.

Ich glaube weder das der Anleihenmarkt, noch das der Aktienmarkt effizient ist!

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