ComStage-ETFs: Achtung, Schweizer Investoren!

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Hallo zusammen!


ComStage-ETFs sind steuerlich extrem ungünstig für Investoren aus der Schweiz! Mich wird das Problem dieses Jahr mehrere Tausend CHF kosten.


Das Problem ist, dass viele ComStage-ETFs steuerbare Erträge ausweisen, die mehr als doppelt so hoch sind wie bei vergleichbaren ETFs.
Beispiele:

 

ComStage MSCI Pacific (ETF114, LU0392495023):
4.132 CHF/52.74 CHF = 7.8%

 

ComStage MSCI Europe Small Cap (ETF126, LU0392496344):
3.555 CHF/40.33 CHF = 8.8%

 

ComStage STOXX Europe 600 (ETF060, LU0378434582):
8.264 CHF/76.19 CHF = 10.8%

 

ComStage MSCI EM (ETF127, LU0635178014):
3.144 CHF/41.73 CHF = 7.5%

 

Der erste Wert ist der Steuerwert eines ETF-Anteils zum 31.12.2018 (für Vermögenssteuer) und der zweite Wert ist der Ertrag, der mit dem Einkommenssteuersatz versteuert werden muss.

Wenn man also z.B. 100'000 CHF in den ComStage STOXX Europe 600 investiert hat, muss man für 2018 ca. 10'800 CHF Einkommen versteuern. In einem Hochsteuerkanton wie Basel oder Bern sind das je nach Grenzsteuersatz bis zu 4'000 CHF! Die würde man ja gern bezahlen, wenn der ETF tatsächlich 10.8% Rendite gemacht hätte. Hat er aber nicht. Auch die Dividendenrendite des Index (die wohl massgeblich sein sollte) liegt mit ca. 4% deutlich tiefer.
Der iShares STOXX Europe 600 weist zu versteuernde Erträge von knapp 3% aus - das passt!


Auch der Vergleich der Emerging-Markets-ETFs brachte das gleiche erschütternde Ergebnis: bei ComStage muss ich 7.5% versteuern, bei anderen Anbietern ziemlich konsistent unter 2%! Auch 2017 war ein erheblicher Unterschied feststellbar, aber nicht ganz so gravierend (man musste "nur" doppelt so viele Steuern zahlen wie bei anderen ETF-Anbietern, statt dreieinhalb mal so viel wie im Jahr 2018). Siehe angehängte Grafik.
Nachfragen bei ComStage ergeben nur, dass alles korrekt berechnet wurde und man quasi Pech hat.

 

Was zum Teufel macht ComStage?! Von diesen seltsamen Teilausschüttungen (hat was mit deutschen Steuergesetzen zu tun) ganz abgesehen ist das eine riesengrosse Sauerei. Irgendwas haben die überhaupt nicht im Griff. In den USA würde da gewiss eine Sammelklage eingereicht (mir ist klar dass da synthetische ETFs gar nicht erlaubt sind)! Ich fühle mich als Anleger geprellt. Ich investiere in einen Index in der Annahme, dass ich die Dividendenrendite des Index als Ertrag versteuern muss (Kursgewinne sind steuerfrei in der Schweiz). ComStage macht aber undurchsichtige Swap-Geschäfte mit der Konsequenz, dass der Anleger 250% mehr Steuern zahlen muss als erwartet!

 

Ich kann alle in der Schweiz steuerpflichtigen Anleger nur ausdrücklich davor warnen, in ComStage-ETFs zu investieren!

Wer von euch Schweizern hat ebenfalls mit ComStage investiert? Ist euch das Problem auch schon aufgefallen? Habt ihr bei ComStage nachgefragt?

 

Viele Grüsse,

Hans

 

MSCI-EM-ETFs-steuerbare-Ertraege.png

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Geschrieben

Hi Hans,

 

interessant & äusserst ärgerlich. Wo werden die Besteuerungsgrundlagen für Fonds in CH elektronisch veröffentlicht? Hast Du mir da bitte eine Quelle vergleichbar dem eBundesanzeiger? Merci.

 

Grüßle

ff

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Geschrieben

Genau, ICTAX ist meine Quelle. Daher bezieht auch die Steuersoftware ihre Daten. Mir ist gleich aufgefallen, dass die ComStages ausserordentlich hohe Erträge hatten. Da habe ich recherchiert.

 

Heute ist mir noch folgendes aufgefallen:

Es gibt von ComStage zwei ETFs auf den Euro STOXX 50. Einer ist physisch, einer synthetisch. Der synthetische weist dreimal so hohe Erträge aus (entspricht dreimal so viel Steuern):

ComStage1 EURO STOXX 50, DE: 1.098/33.95 = 3.2%
ComStage EURO STOXX 50, LU: 7.416/68.36 = 10.8%

 

ComStage hat hier einen erheblichen finanziellen Schaden angerichtet bei seinen Schweizer ETF-Anlegern. Ich denke wir werden bald über diesen ComStage-Skandal in der Presse lesen. Andere ComStage-Geschädigte sollen sich bitte hier melden, wir überlegen gemeinsame Schritte!

 

Anbei nochmal eine Darstellung für ETFs auf den MSCI Europe.

 

MSCI-Europe-ETFs-steuerbare-Ertraege.png

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Das eigentliche Problem besteht neben der Swapperei an sich wahrscheinlich auch darin, dass die auf die ausländischen Dividenden im jeweiligen Staat der Unternehmen anfallende Quellensteuer bei den physischen ETFs dank DBAs zu einem sehr grossen Teil angerechnet wird - und bei Comstage eben nicht. Was bin ich froh, dass ich da nicht direkt betroffen bin. Die einzigen kleinen Comstagepositionen hab ich in einem 3a-Depot, da fällt die Steuer (1/5 der regulären Einkommensteuer) erst bei der Auszahlung zu Rentenbeginn an.

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Eine nicht rückholbare Quellensteuer macht keine 200% höheren Erträge aus! Das Maximum für die zu versteurnden Erträge wäre die Bruttorendite eines Index, und die ist beim MSCI Europe nicht 11%.

 

Ja, es war im nachhinein gesehen naiv mit einer Bude wie ComStage zu investieren. Es gibt doch iShares, Vanguard oder sogar die gute alte UBS, die wissen bei ETFs was sie tun.

Jetzt habe ich einen Schaden von Tausenden Franken. Einerseits durch die Steuern und andererseits durch die Transaktionskosten (sind bei einem sechsstelligen Betrag auch nicht gering - verkaufen und wieder kaufen...).

Wenn sich genug ComStage-Geschädigte finden, können wir uns vielleicht noch wehren?

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Geschrieben

Mir ist ehrlich nicht ganz klar, wo der Fehler bei Comstage liegt. Bin aber auch kein Steuerprofi.

Was ich jedoch weiß, bei ETF spielt ja auch das Domizil dessen eine Rolle insbesondere was dann aus DBA Abkommen resultiert. Die Schweiz besteuert anders als D. Daher meine Frage: Hätte man das nicht vorher wissen müssen? Bzw. sich informieren über Domizil und schweizersteuer und dann ggf. einen anderen ETF wählen?

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Geschrieben

Ich weiß das Comstage in seinem Verkaufsprospekt darauf hinweist, dass bei Steuerausländern die Besteuerung von zb Dividenden auch auf der Ebene der Institution nicht automatisch erfolgt, sondern dem Anleger überlassen wird mit seinem Finanzamt. Kann das das Problem sein? 

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Geschrieben

Besteht das ComStage Trägerportfolio immer noch aus Blue Chips? Die machen doch ebenfalls in der Regel keine mehr als 10% Rendite... (war das einzige Verrückte was ich mir gerade vorstellen konnte: Versteuerung der Entwicklung des Trägerportfolios und nicht des eigentlichen ETFs.)

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Geschrieben

2 hours ago, Portfolio2055 said:

Hätte man das nicht vorher wissen müssen? Bzw. sich informieren über Domizil und schweizersteuer und dann ggf. einen anderen ETF wählen?

 

2 hours ago, Portfolio2055 said:

Ich weiß das Comstage in seinem Verkaufsprospekt darauf hinweist, dass bei Steuerausländern die Besteuerung von zb Dividenden auch auf der Ebene der Institution nicht automatisch erfolgt, sondern dem Anleger überlassen wird mit seinem Finanzamt. Kann das das Problem sein? 

Die Besteuerung funktioniert so: Du gibst bei deiner Steuererklärung dein gesamtes Portfolio an, mit Wert jeder Position zum 31.12. sowie dem Ertrag im jeweiligen Jahr. Das muss man nicht manuell machen, denn diesen Daten holen sich die Steuerprogramme von der Eidgenössischen Steuerverwaltung (ICTAX). Die Steuerverwaltung wiederum bekommt die Daten von den Fondsgesellschaften. Wie die Fondsgesellschaften die Erträge berechnen ist für den Endkunden nicht ganz klar, aber grundsätzlich gilt in der Schweiz: Dividenden müssen mit dem persönlichen Einkommenssteuersatz versteuert werden, Kursgewinne und -Verluste sind steuerlich irrelevant. Ein ETF-Anbieter darf Dividenden auch nicht durch Swap-Konstrukte eliminieren.

Das heisst, ein Investor erwartet bei einem ETF, dass er Erträge in Höhe der Dividenden zu versteuern hat. Was auch genau das ist, was bei allen ETFs eintritt, ausser bei denen von ComStage.

Ich weiss nicht, wie ich das vorher hätte wissen können. Ich kann nur andere warnen, nicht in die gleiche ComStage-Falle zu tappen.

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vor 3 Stunden schrieb Hans Olo:

[...]Ich kann nur andere warnen, nicht in die gleiche ComStage-Falle zu tappen.

 

Du könntest dich mit deinen Fragen direkt an Comstage wenden, und deren Antwort dann in diesen Faden reinstellen.

 

Damit hilfst du sicherlich einigen, die ein ähnliches Problem haben.

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Könnte es evtl. auch einen Zusammenhang zur neuen Steuersituation für Investmentfonds geben? Soweit ich weiß, ist ComStage der einzige Fonds-Anbieter, der bei seinen Fonds jedes Jahr mindestens die anfallende Vorabpauschale auschütten will.

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Ist echt komisch was die treiben. Thesaurieren, aber schütten auch was aus, generieren interne Gewinne die dem Anleger nichts bringen, die er aber versteuern muss.

 

On 3/15/2019 at 0:23 PM, JFI said:

Du könntest dich mit deinen Fragen direkt an Comstage wenden, und deren Antwort dann in diesen Faden reinstellen.

Gute Idee. Die werden sicher sagen: "ja sorry, so läuft das bei uns. Hätten Sie mal nen anderen Anbieter ausgewählt". Oder "April April, wir haben uns verrechnet". Klaro. Ausser Standarsfloskeln wird es da nichts geben.

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vor 2 Stunden schrieb Hans Olo:

 

Gute Idee. Die werden sicher sagen: "ja sorry, so läuft das bei uns. Hätten Sie mal nen anderen Anbieter ausgewählt". Oder "April April, wir haben uns verrechnet". Klaro. Ausser Standarsfloskeln wird es da nichts geben.

 

Wenn du dir da so sicher bist, wende dich an eine große Redaktion, deren Zielgruppe eben private Anleger sind.

 

Justetf oder das Extra-Magazin bringen öfter auch Info-Beiträge. Deren Anfragen an Comstage werden dann eher nicht durch Standardfloskeln abgeschmettert.

 

Im Übrigen glaube ich, dass du auch selbst eine richtige Antwort von Comstage bekommen würdest, wenn du dich geschickt anstellen würdest.

 

Oder was genau sind deine Pläne zum weiteren Vorgehen? Die Idee war doch, sich an die Presse zu wenden?

 

"Ich denke wir werden bald über diesen ComStage-Skandal in der Presse lesen. Andere ComStage-Geschädigte sollen sich bitte hier melden, wir überlegen gemeinsame Schritte!"

 

 

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