Riester (Allianz) gekündigt: Frage zu Altersvorsorgezulagen etc.

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Guten Tag,

 

ich habe meine Riester-Rente bei der Allianz gekündigt, da ich das Geld dringend für eine wichtige Operation benötige, die von der Krankenkasse nur teilfinanziert wird. Klar ist es im Prinzip nicht sinnvoll, allerdings habe ich für mich da einfach keinen anderen Weg gesehen. Nun zu meiner Frage:

 

Heute kam die Kündigungsbestätigung der Allianz per Post. Ich habe die Versicherung seit 2014, war damals allerdings noch Studentin und habe nur auf 400 € Basis gejobbt. Ich meine, dass ich damals dann nur den geringsten Betrag an staatlicher Förderung bekommen habe. Als ich dann in Elternzeit ging und nicht mehr gearbeitet habe, habe ich mit meinem Versicherer besprochen, dass wir die Riester-Zulagen quasi erstmal auf Eis legen (??) und ich nur den Mindestbetrag für die Private RV bei der Allianz (angefangen bei 25 €, aufgehört bei 32 € monatlich) einbezahle. Danach habe ich aber diesen Betrag nie wieder nach oben hin angepasst, an meinen aktuellen Verdienst. Daher gehe ich davon aus, dass ich eh keine staatliche Förderung mehr erhalten habe.

Im Schreiben der Allianz steht nun:

 

- Leistungen einschließlich Überschussbeteiligung: 2603,68 €

- einbehaltene Altersvorsorgezulagen: 970,00 €

- Auszahlungsbetrag: 1633,68 €

 

Auf dem zweiten Blatt, der Bescheinigung nach § 94 Abs. 1 Satz 4 / § 95 Abs. 1 EStG steht:

 

Altersvorsorgezulagen: 970 €

Steuerermäßigungen: (leer)

Höhe der Erträge bis zur schädlichen Verwendung: -556,46 € (warum ist der Betrag negativ??)

 

Und weiter darunter: "Einwendungen gegen die einbehaltenen und abgeführten Beträge können Sie innerhalb eines Jahres nach Erteilung dieser Bescheinigung durch einen schriftlichen Antrag auf Festsetzung des Rückzahlungsbetrags geltend machen."

 

 

Um Himmels Willen, was hat das alles zu bedeuten??? Mag mich gern einer für doof erklären, aber davon habe ich leider überhaupt keine Ahnung.

 

Ich wäre sehr dankbar, wenn mir hier jemand helfen und sagen könnte, ob, und wenn ja, was ich hier noch veranlassen sollte oder nicht....... 

 

Liebe Grüße

 

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Posted · Edited by chirlu

Na ja, es heißt, daß 1633,68 € auf dem Konto ankommen zur freien Verwendung. Der Rest vom Schreiben ist eigentlich egal. Zu veranlassen ist weiter nichts.

 

 

Zum Vertrag hatte es eine staatliche Förderung von 970 Euro gegeben (wahrscheinlich fünfmal Grundzulage von 154 Euro plus einmal 200 Euro Berufseinsteiger-Bonus); die holt sich der Staat jetzt wieder zurück, weil das Geld nicht für den vorgesehenen/geförderten Zweck (Altersvorsorge) verwendet wird.

 

vor 22 Minuten schrieb MiNi88:

Höhe der Erträge bis zur schädlichen Verwendung: -556,46 € (warum ist der Betrag negativ??)

 

Das ist normal bei einer Rentenversicherung. Das Geld ist beim Versicherer gelandet und vor allem beim Vermittler des Vertrags (Abschluß- und Vertriebskosten).

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Posted · Edited by alex08

Den Vertrag nicht kündigen, sondern PAUSIEREN. Sofern das noch möglich ist in diesem Fall. Dann muss nichts zurückgezahlt werden.

 

edit: ach, sorry, hier geht es um eine Auszahlung. Dann hilft das nicht weiter.

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TO benötigt das Geld, da nützt pausieren nichts.

 

Ergänzung zu Beitrag #2: den Verlust von 556,46 € kann (sollte)  man steuerlich geltend machen.

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vor 1 Stunde schrieb vanity:

TO benötigt das Geld, da nützt pausieren nichts.

Wobei ich mich schon Frage wieso man mit 30 Jahren keine Rücklagen in Höhe von 1700 Euro hat und stattdessen seine Altersvorsorge auflösen muss. Evtl. wäre auch das beitragsfrei stellen und ein Überbrückungskredit sinnvoller gewesen.

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vor 1 Stunde schrieb whister:

Evtl. wäre auch das beitragsfrei stellen und ein Überbrückungskredit sinnvoller gewesen.

Eventuell wäre so ein Überbrückungskredit (zu 14 Prozent Zinsen?) auch der erste Schritt Richtung Privatinsolvenz...

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Posted · Edited by whister

vor 38 Minuten schrieb bondholder:

Eventuell wäre so ein Überbrückungskredit (zu 14 Prozent Zinsen?) auch der erste Schritt Richtung Privatinsolvenz...

Ich meinte eher einen Überbrückungskredit zu marktüblichen Konditionen (e.g. Klick). :rolleyes:

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Vielen Dank für die Antworten!! :)

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vor 14 Stunden schrieb whister:

Wobei ich mich schon Frage wieso man mit 30 Jahren keine Rücklagen in Höhe von 1700 Euro hat und stattdessen seine Altersvorsorge auflösen muss. Evtl. wäre auch das beitragsfrei stellen und ein Überbrückungskredit sinnvoller gewesen.

Ich bin alleinerziehende Mutter von drei Kindern, habe studiert und verdiene nicht schlecht - wir leben ganz normal und gut. Für die OP muss ich selbst noch 5712 € dazuzahlen, 4000 € habe ich die letzten 4 Jahre gespart. Der Rest wird nun aus der Versicherung finanziert. Ich hoffe, das klärt deine Frage. 

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vor 2 Stunden schrieb MiNi88:

Ich bin alleinerziehende Mutter von drei Kindern, habe studiert und verdiene nicht schlecht - wir leben ganz normal und gut. Für die OP muss ich selbst noch 5712 € dazuzahlen, 4000 € habe ich die letzten 4 Jahre gespart. Der Rest wird nun aus der Versicherung finanziert. Ich hoffe, das klärt deine Frage. 

Du musst dich nicht rechtfertgien - trotzdem danke für die Erklärung. :) Nichtsdestotrotz glaube ich dass es dafür eine bessere Lösung gegeben hätte. Nun ist es so wie es ist - Alles Gute für euch.

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Rechtfertigen muss du dich nicht, jedoch werden meine Ohren hellhörig bei der Frage, warum eine medizinisch notwendige OP nicht voll bezahlt wird. Meist handelt es sich dann um kosmetische Dinge oder ,neuartige‘ nicht wissenschaftlich belegte Verfahren. 

 

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vor 4 Minuten schrieb Portfolio2055:

Rechtfertigen muss du dich nicht, jedoch werden meine Ohren hellhörig bei der Frage, warum eine medizinisch notwendige OP nicht voll bezahlt wird. Meist handelt es sich dann um kosmetische Dinge oder ,neuartige‘ nicht wissenschaftlich belegte Verfahren. 

 

Die Krankenkasse bezahlt nur die Behebung meiner Rektusdiastase an der Bauchmuskulatur, nicht aber die Entfernung der überschüssigen Haut (beides schwangerschaftsbedingt). So ist das allerdings auch häufig der Fall, nicht nur bei mir. Ich hoffe, damit konnte ich für genug Aufklärung sorgen. 

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