Wirksamkeit von Trailing-Stop-Loss-Aufträgen bei rasanten Kurseinbrüchen

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Hallo zusammen,

 

als Neuling in diesem Forum, der sich seit einiger Zeit darauf vorbereitet Wertpapiere zu handeln, darf ich das Forum nach Erfahrungswerten fragen, als wie wirksam sich ein Trailing-Stop-Loss-Auftrag erweist, wenn dieser während eines rapiden Kurseinbruchs greifen soll? Hat jemand zum Beispiel Erfahrungswerte aus dem Jahr 2008, wie zeitnah ein Verkauf gewisser Wertpapiere erfolgte, nachdem der Stop-Loss aktiviert wurde? Hintergrund meiner Frage: Wenn "alle" nur noch schnell verkaufen wollen und "niemand" will kaufen, was nützt dann ein automatisierter Verkaufsauftrag - beziehungsweise worauf gilt es in diesem Zusammenhang zu achten? Gruß udohintz

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vor 48 Minuten von udohintz:

beziehungsweise worauf gilt es in diesem Zusammenhang zu achten?

Bei einem stop-loss wird verkauft. Aber nicht unbdeingt zu dem Kurs, den du einegstellt hast, der Kurs kann auch niedriger liegen. Dagegen kannst du dich schützen, in dem du zusätzlich ein Limit setzt. Das hat aber zur Folge, dass trotz Erreichen des stop-loss kein Verkauf stattfindet, weil das Limit unterschritten ist.

 

Ausserdem kann es einen kurzen Kurseinbruch geben, und danach eine Erholung. Dann ärgerst du dich. Ist mir auch schon passiert. Seitdem mache ich kein stop-loss mehr.

 

Hilft das?

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Posted · Edited by Bassinus

Limit setzen ist das Zauberwort. 

 

VW - 100€ Kurs

TSL mit 10% - also bei 90€ sell

Anstieg auf 110€ - also bei 99€ sell

 

Wenn jetzt bekannt werden würde, dass VW den Verkehrsminister geschmiert hat und der Dieselskandal auch auf Benziner auszuweiten ist... Dann wäre die Aktie im freien Fall... Wahrscheinlich... 

 

Dann Sellorder Billigst unter ab 98,99€ zu jedem Kurs. Im schlimmsten Fall findet sich erst bei einer deutlich geringeren Preisvorstellung ein Käufer... Sagen wir bei 70€... Dann wird deine Order eben erst dann ausgeführt zu 70€. Wenn sich zwei Stunden später alle beruhigt haben, geht der Kurs eventuell auf 88€ und der Käufer deiner Aktien freut sich. 

 

Irgendwann ist der Preis so tief, dass irgendjemand kauft. Glaub mir. 

 

Der Idealfall bei so einem krassen Verfall wäre die Aussetzung der Aktie vom Handel... Damit sich alle nochmal darüber Gedanken machen können. Und dann zum Tag X eben wieder genügend Käufer und Verkäufer eine Preisbildung zusammen zu Stande bringen. 

 

So eine automatisierte Setzung ohne Limit finde ich daher unsinnig. Limit ist das A&O bei Kauf oder Verkauf. Und wenn der Kurssturz so krass ist, wird er sich danach auch soweit fangen, dass du in Ruhe überlegen kannst. Das Risiko zu stark zu verlieren ist höher, als wenn du dann eben in Ruhe deine Verluste realisiert zum Zeitpunkt eines "normalen" Marktes. Beim fallen einer Aktie wird ja eben meist nicht die schlechte Nachricht in Sekunden richtig eingeordnet. Es gibt ausserdem genügend Handelssysteme die solche Stops gezielt ausnutzen im Anlegerbereich. Gerade 10% und 15% sind psychologisch wichtige Marken. Daher immer mit Vorsicht genießen und ruhig Blut am Aktienmarkt. 

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Moin odensee und Bassinus,

 

vielen Dank für eure sehr nützlichen Antworten. Wenn ich im Folgenden ein wenig nachlege, dann nicht um den Inhalt eurer Beiträge in Frage zu stellen, sondern weiter nach einer Antwort auf das Problem zu finden, wie man sich vor gravierenden Kurseinbrüchen schützen kann. Idealerweise gilt es doch Wertpapiere zu verkaufen, sobald der Preisverfall derselben offenkundig überdurchschnittlich ausfällt - dies lässt sich mit einem Trailing-Stop-Loss automatisieren. Sobald der Kurs im Keller ist und eine Trendwende zum Besseren wieder zu erkennen ist, wird wieder gekauft. Warum sollte somit ein Trailing-Stop-Loss (selbst wenn dieser einen Preisverfall von 30% nicht verhindern kann; siehe Bassinus Beispiel) je von Nachteil sein, zumal man nicht wissen kann, wann sich der Kurs wieder erholt. Wenn er sich einen Tag später erholt, kann mann den selben Wert ja wieder erwerben. Falls er sich lange Zeit nicht erholt, so wird halt zeitnah ein anderes Wertpapier gekauft. So oder so verhindert der TSL Schlimmeres - stimmt's oder was übersehe ich dabei?

 

Des Weiteren: Hat jemand konkrete Erfahrungswerte, wie sich ein Trailing-Stop-Loss (ohne Limit-Setzung) bei einem Kurs-Absturz im freien Fall tatsächlich "macht"? 

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vor einer Stunde von udohintz:

Warum sollte somit ein Trailing-Stop-Loss (selbst wenn dieser einen Preisverfall von 30% nicht verhindern kann; siehe Bassinus Beispiel) je von Nachteil sein, zumal man nicht wissen kann, wann sich der Kurs wieder erholt. Wenn er sich einen Tag später erholt, kann mann den selben Wert ja wieder erwerben.

 

Ungünstigenfalls hat man eine Aktie im Absturz zu z.B. 70 Euro verkauft. Am nächsten Tag erholt sie sich auf z.B. 90 Euro, und man kauft wieder.

 

Scheint mir kein gutes Geschäft.

 

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Posted · Edited by udohintz

Hallo chirlu,

 

danke für den Einwurf. Wie gesagt, ich befasse mich erst seit Kurzem mit dem Thema Wertpapiere, aber wenn - wie du schreibst - eine Aktie um ca. 30%(!) fällt, dann entspricht das dem Preisverfall gewisser Aktien während des Crashs 2006 - 2009. Welche dieser Aktien mit einem Wertverlust von 30% (und mehr) hat sich am nächsten Tag auf 90% des Wertes von dem Preisverfall erholt? Keine. Es dauerte immer Monate.

 

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vor 6 Stunden von udohintz:

Es dauerte immer Monate.

 

Stichwort: flash crash. :-)

 

Bei einzelnen Werten kommt es auch manchmal vor, daß Gerüchte über z.B. eine Insolvenz den Kurs drücken, die sich dann als haltlos herausstellen.

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vor 9 Stunden von chirlu:

 

Stichwort: flash crash. :-)

 

Bei einzelnen Werten kommt es auch manchmal vor, daß Gerüchte über z.B. eine Insolvenz den Kurs drücken, die sich dann als haltlos herausstellen.

Die sieht er aber nicht, wenn er sich Charts mit Tagesendkursen anschaut ;) deshalb versteht er ja nicht das Problem, welches so ein Stop verursachen kann. 

 

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Posted · Edited by Norica

Am 19.9.2019 um 19:44 von udohintz:

Hallo zusammen,

 

als Neuling in diesem Forum, der sich seit einiger Zeit darauf vorbereitet Wertpapiere zu handeln, darf ich das Forum nach Erfahrungswerten fragen, als wie wirksam sich ein Trailing-Stop-Loss-Auftrag erweist, wenn dieser während eines rapiden Kurseinbruchs greifen soll? Hat jemand zum Beispiel Erfahrungswerte aus dem Jahr 2008, wie zeitnah ein Verkauf gewisser Wertpapiere erfolgte, nachdem der Stop-Loss aktiviert wurde? Hintergrund meiner Frage: Wenn "alle" nur noch schnell verkaufen wollen und "niemand" will kaufen, was nützt dann ein automatisierter Verkaufsauftrag - beziehungsweise worauf gilt es in diesem Zusammenhang zu achten? Gruß udohintz

 

Im beschriebenen Fall nützt der TSL genauso viel oder wenig wie ein normaler SL. Es ist auch nichts anderes, er automatisiert nur das sonst manuelle Nachziehen eines Stopps. Kommen (hohe) Umsätze zum Kursverfall hinzu, stehen die Chancen gut, zu einem akzeptablen Preis heraus zu kommen. Sonst wird eben dort verkauft, wo wieder Händler in den Markt kommen, was u.U. sehr weit unter dem SL sein kann.

Erfahrung damit habe ich keine, weil ich keine SL nutze und auch 2008 nicht genutzt habe. Wenn Du zu einem fixen Preis sicher aus dem Markt willst, also dein Risiko exakt begrenzen möchtest, musst Du andere Instrumente zur Absicherung nutzen. Diese kosten, wie jede Versicherung, Geld, was deine Rendite erstmal veringert. Optionen wären ein Beispiel.

 

 

Am 19.9.2019 um 20:45 von Bassinus:

VW - 100€ Kurs

TSL mit 10% - also bei 90€ sell

Anstieg auf 110€ - also bei 99€ sell

 

Das Hervorgehobene verstehe ich nicht ganz. Wenn die Aktie bei 100 gekauft und der TSL auf 10% gestetzt wurde, passiert bei einem Anstieg auf 110 genau gar nichts. Es wird lediglich der stopp auf 99 hinterhergezogen, von sell kann zu diesem Zeitpunkt keine Rede sein.

Bei prozentualer Angabe vergrößert sich außerdem der absolute Abstand immer weiter.

 

 

 

 

 

 

LG

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vor einer Stunde von Norica:

Das Hervorgehobene verstehe ich nicht ganz. Wenn die Aktie bei 100 gekauft und der TSL auf 10% gestetzt wurde, passiert bei einem Anstieg auf 110 genau gar nichts. Es wird lediglich der stopp auf 99 hinterhergezogen, von sell kann zu diesem Zeitpunkt keine Rede sein.

Bei prozentualer Angabe vergrößert sich außerdem der absolute Abstand immer weiter.

Die erste Zeile verstehst du, aber die zweite nicht? Eventuell genau das, was du hier in 3 Sätzen erklären versuchst? Was passiert wenn du ein Stop bei 99€ setzt und dieser erreicht wird? Eventuell eine billigst sell order? Und die Absolute ist bei mir doch mit 11€ Differenz dann im Beispiel richtig? 

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Am 21.9.2019 um 18:58 von Bassinus:

Die erste Zeile verstehst du, aber die zweite nicht? Eventuell genau das, was du hier in 3 Sätzen erklären versuchst? Was passiert wenn du ein Stop bei 99€ setzt und dieser erreicht wird? Eventuell eine billigst sell order? Und die Absolute ist bei mir doch mit 11€ Differenz dann im Beispiel richtig? 

 

Du hast es schon richtig geschrieben.:)

Ich habe es falsch verstanden, weil ich zuerst gelesen habe 'Kauf bei 100 mit TSL 10%, wenn die Aktie fällt Verkauf (Auslösung TSL) bei 90' und als zweites habe ich gelesen' Kauf bei 100 mit TSL 10%, Anstieg auf 110, TSL wird auf 99 nachgezogen'. Was mir fehlte war die Überlegung, das die Aktie dann wieder fällt, um den TSL bei 99 auszulösen.

Alles gut:thumbsup:

 

 

 

 

 

LG

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