Jump to content
Bärenbulle

Bester ETF für US Small Cap Abbildung

Recommended Posts

Der Heini
Posted · Edited by Der Heini
Am 19.4.2020 um 21:40 von EPHBEH:

Nachdem ich den 31-seitigen Faktor Thread hier im Forum überflogen - zu viele Nebenschauplätze Bogle vs. Sharpe vs. Swedroe vs. Kommer - sowie Studien vom Institut für Vermögensverwaltung sowie weiterer interessanter Beiträge zu diesem Thema (u.a. vom Lazard Asset Management) durchgelesen habe, tendiere ich mittlerweile zu folgender Kombination: Market - Size - Value - Momentum -> Momentum aus dem Grund der guten Negativkorrelation zu Size und Value. Hier wäre Quality noch eine defensivere Alternative.

Lustig, an dem Punkt bin ich auch gerade, wobei ich Market -Momentum - Size - Value favorisiere. (Unter Market verstehst du doch die Ländergewichtung, oder?)

 

Zum Thema USA SmallCap:

Ich werde wohl den MSCI SmallCap nehmen, da ich den S&P600 leider nicht thesaurierend bekomme (oder kennt jemand einen ETF darauf?)

Zwischen dem Russel2000 und MSCI SC hab ich nur geringe Unterschiede ausgemacht:

- Vorteil Russel: geringere TD, da könnte ich mich noch umentscheiden

- Vorteil MSCI-SC: Ich hab den MSCI USA als LC und hätte so die konsistentere Einteilung und würde keine Unternehmen ausklammern, wobei ich mir nicht sicher bin, ob das Einfluss im Verhältnis zur TD hat.

 

Was meint ihr? Eher MSCI-SC oder Russel 2000?

https://de.extraetf.com/etf-comparison?etf=IE00BJZ2DD79,IE00B3VWM098,IE00BJ38QD84

 

https://www.trackingdifferences.com/ETF-Vergleich?ReplicationPref=all&EarningsPref=all&SizePref=0&TerPref=0&TdPref=1&TdvPref=0.75&NumIndexConsituentsPref=0&YieldPref=0&P5YPref=0&P3YPref=0

Share this post


Link to post
DST
Posted · Edited by DST

Niemand kann in die Zunft sehen, aber zumindest in den letzten 10 Jahren haben MSCI US SC und S&P 600 ein gutes Stück besser perfomt als der Russel 2000. Wenn du sowieso schon den MSCI USA hast dann würde der MSCI USA SC perfekt zu deiner Asset-Allokation passen. Der MSCI USA SC hat nur ein paar hundert Positionen weniger, deckt aber dennoch den größeren MK-Bereich ab (siehe meinen entsprechenden Post auf Seite 1).

Share this post


Link to post
Bärenbulle
Posted
Am 19.4.2020 um 21:40 von EPHBEH:

Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Deine ETF Auswahl sollte tatsächlich als Sticky marktiert werden. Kurze Frage dazu allerdings - gerade auch im Bezug zur aktuellen EU LCs Auswahl: Könntest du eventuell nochmal kurz erklären warum du in erster Linie zum Value Faktor im Bereich der LC/MCs tendierst?

Tue ich das? Nicht bewußt jedenfalls. Ich schaue mir zwar immer ausnahmslos die Multiples an, bevor ich investiere, aber Value gewichte ich weder in der SAA noch in der TAA systematisch über. Kommer tat das in seinen älteren Publikationen. In der TAA setze ich nur dann auf Value, wenn Value relativ zur langjährigen Renditeerwartung besser bewertet ist. Ich gehe also sowohl bei SC als auch bei Val von höheren Forward-Looking Renditen als bei Blend aus. Eine Überrendite ist hier normal und daher noch kein Grund diese überzugewichten. Erst wenn in der Forward-Looking-Sicht z.B. statt dem normalen Renditevorsprung von z.B. 3% eines SC gegenüber der LC-Variante ein größerer Renditevorsprung ablesbar ist (z.B. 6%) gewichte in der TAA über. Nur das ist auch sinnvoll. Sonst kauft man mit der Rendite lediglich mehr Risiko. Bei Value ist das teilweise im April und auch jetzt noch so, aber das ist nicht zeitstabil.

 

Am 19.4.2020 um 21:40 von EPHBEH:

Betrachtet man die Gesamtdepotidee favorisierst du somit die Size + Value Kombination, die von vielen Vermögensverwaltungen ebenfalls hoch im Kurs steht. Nachdem ich den 31-seitigen Faktor Thread hier im Forum überflogen - zu viele Nebenschauplätze Bogle vs. Sharpe vs. Swedroe vs. Kommer - sowie Studien vom Institut für Vermögensverwaltung sowie weiterer interessanter Beiträge zu diesem Thema (u.a. vom Lazard Asset Management) durchgelesen habe, tendiere ich mittlerweile zu folgender Kombination: Market - Size - Value - Momentum -> Momentum aus dem Grund der guten Negativkorrelation zu Size und Value. Hier wäre Quality noch eine defensivere Alternative.

Aus der SAA Perspektive gesehen nein. Da würde ich wenn die Sauberheit der Faktormethodik es hergibt dauerhaft in Multifaktor investieren. Bzgl. der Faktoren habe ich in dieser Sicht keine Präferenz. Würde ich rein passivistisch anlegen, wäre das ergo die relevante Sicht.

Relevant für meine konkrete Anlage ist aber vor allem auch die TAA (und die OAA). Bei der TAA achte ich in der Tat stark auf Forward Looking Renditen aber auch auf eine Zins-/Wirtschaftszyklus orientierte Gewichtung. Zum Zeitpunkt der Depotzusammenstellung waren bei SC Val die Bewertungen echt traumhaft.  Das hat sich vom Kauf der SC Val ETF für EU und US bereits nach einem Monat erfreulich bestätigt (beide liegen bereits mit 25% im Plus). 2008 war das genauso. Die SCs haben LCs locker um 100% in kurzer Zeit outperformed. Es war problemlos ablesbar in den Renditen. In den 5 Jahren vor der Krise konnte man sehen, dass SC und LC Forward-Looking-Renditen sich annäherten. Folglich schrumpfte auch die Outperformance bzw. kehrte sich sogar um.

 

Meine OAA Sicht ist vor allem auf Risikosteuerung fokussiert. Das mache ich vor allem mit Zinsstruktur und langlaufenden SMAs/EMAs. Im Backtesting bringt das traumhafte Überperformance (vor allem risikoadjustiert) und hat auch diesmal allen Unkenrufen und unqualifiziertem Getröte zum trotz ziemlich perfekt funktioniert.

 

Am 19.4.2020 um 21:40 von EPHBEH:

Nebenschauplätze Bogle vs. Sharpe vs. Swedroe vs. Kommer - sowie Studien vom Institut für Vermögensverwaltung sowie weiterer interessanter Beiträge zu diesem Thema (u.a. vom Lazard Asset Management) durchgelesen habe, tendiere ich mittlerweile zu folgender Kombination: Market - Size - Value - Momentum -> Momentum aus dem Grund der guten Negativkorrelation zu Size und Value. Hier wäre Quality noch eine defensivere Alternative.

Das ist leider kompliziert zu beantworten. Um einschätzen zu können was hier das richtige für Dich ist, muss Du erläutern wie Du anlegen willst und welchen Aufwand Du dazu treiben willst. Auch wenn ich versuche möglichst diversifiziert zu bleiben, ist mein Anlagestil teilweise sehr weit von der SAA entfernt (vor allem in Krisen). Daher ist es so schwer Dir hier etwas zu raten. Falls Du Passivist bist, ist die SAA Sicht das Entscheidende und Punkt. Da wäre dann eher konzentrierte Multifaktor-ETFs das Mittel der Wahl, wobei die Auswahl des richtigen kostenffizienten Vehicels auch schon durchaus anspruchsvoll ist und ich nicht so sicher bin ob es nach Kosten noch wirklich viel bringt, weil ich auch bei den investierbaren ETFs versteckte Kosten vermute und die Faktor-Effekte sicher schwächer werden. Ein Treiber bei Multifaktor und den Vehicelkonstruktionen ist schon die Korrelation der Faktoren untereinander wie Du ja schon richtig erkannt hast. Falls Du TAA betreiben willst, kann man sich bzgl. Faktoren ohne allzugroßen Aufwand auch an den Research Affiliates Factor-Forward-Renditen orientieren. Das bringt aber nur was für die Faktorsicht. Die Renditerwartungen bei Aktienassets würde ich zusätzlich aus den Multiples herleiten, da dies recht verläßliche Renditeproxys sind. Bei Anleihen ist es einfach, denn es gilt WYSIWIG. Bei Gold, Rohstoffen, EM, HY wird es nochmal komplizierter als bei Aktien. Empfehlen kann ich das alles uneingeschränkt, aber es ist schon aufwendig und lohnt sich erst wenn man ein größeres Depot hat und natürlich viel Spaß an der Sache hat.

Share this post


Link to post
Laser12
Posted

Moin,

 

was sind TAA, SAA, OAA?

Share this post


Link to post
EPHBEH
Posted · Edited by EPHBEH
vor 2 Minuten von Laser12:

Moin,

 

was sind TAA, SAA, OAA?

Taktische und Strategische Asset Allokation, sprich die Bewertung des eigenen Depots anhand eines unterschiedlichen Zeithorizonts.

Share this post


Link to post
Laser12
Posted

danke

Share this post


Link to post
EPHBEH
Posted · Edited by EPHBEH

Vielen Dank @Bärenbulle für die hilfreichen und ausführlichen Antworten. Bei rein passiver Anlagestrategie würde ich in der SAA fast zu einem Multifaktoren Modell tendieren, nur sehe ich auch momentan kein nachvollziehbares Multifaktormodell unterschiedlicher Anbieter um dauerhaft hier investiert zu sein. Unter den Gesichtspunkten der Forward Looking Renditen aber auch des Zins-/Wirtschaftszyklus und der gleitenden Durchschnitte aus der Charttechnik kann man in seiner TAA möglicherweise sogar zwischen den Faktoren switchen - sofern man diesen Aufwand überhaupt betreiben möchte. Bei größeren Depots werden da einige Summe hin und herbewegt und muss natürlich steuerlich durchgerechnet werden. Aber nicht umsonst werden eben offensive und defensive Faktoren wissenschaftlich beschrieben. Daher wäre mir ein reines Multifaktoren Modell beim derzeitigen Angebot zu statisch. Zum Teil definieren die Anbieter ihre Multifaktoren Modell sogar nur anhand einer gleichwertigen Aufteilung der Faktoren.

 

Interessant ist, dass nach langjährig schwacher Performance Value und Size nach dem Bärenmarkt (sofern dieser überhaupt schon beendet ist) wieder stärker performen - liegt aber wohl auch am Fakt, dass sie bis Mitte März auch deutlich mehr nachgegebenen haben. 

 

Momentan besteht unsere Asset Allokation noch eher aus einem Passivinvest über ETFs und ETF Anleihen, allerdings bin ich ebenfalls schon dabei einzelne Aktienassets anhand eben der Multiples zu bewerten und Stock Picking zu betreiben. Das braucht jedoch eben Spaß, Zeit und Erfahrung. Momentan in absteigender Reihenfolge vorhanden.

Share this post


Link to post
DST
Posted · Edited by DST

SAA = Statische grundlegend anvisierte Gewichtung der Assets

 

TAA = Dynamische Anpassung der SAA an aktuelle Marktbegebenheiten

 

OAA = Keine Ahnung

Share this post


Link to post
Peter Grimes
Posted

Originelle Asset Allocation?

Share this post


Link to post
Bärenbulle
Posted
vor 18 Stunden von Laser12:

Moin,

 

was sind TAA, SAA, OAA?

SAA Strategische Asset Allocation = langfristige Sicht >=5 Jahre - legt das Risiko und die (über den zeitlichen Verlauf im Mittel) angestrebten Verteilung auf Assetklassen fest, also Aktienquote etc

TAA Taktische AA = mittelfristige Sicht z.B. 1-4 Jahre

OAA Operational AA = kurzfristige Sicht z.B. <1 Jahr

 

Sorry hätte ich erklären müssen. So gängig sind die Begriffe nicht. Ich glaub in einem Aufsatz von David Swensen wurde das mal genauer erläutert und und einige Pensionsfonds nutzen diese Logik.

Share this post


Link to post
Laser12
Posted

danke schön

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.