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Emerging Markets und Policy Risk Faktor

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Anlässlich einer kürzlichen Mini-Diskussion mit @Der Börsinator, habe ich mich mal etwas mit dem Thema Policy Risk und Emerging Markets befasst. Im Kern soll es dabei um die Frage gehen, ob die gesamten EM selbst einen Faktor darstellen oder ob dies zu oberflächlich ist. Gerd Kommer hat in seinem Buch „Souverän Investieren mit Indexfonds & ETFs“ (5. Auflage, 2018) die EM aufgrund der Policy Risk als eigenen Faktor klassifiziert. Hierbei stören mich nun zwei Punke:

 

  1. In dem Buch von Kommer erfolgte ein Vergleich und damit einhergehende Berechnung der Faktorprämie zwischen EM und Indizes wie dem MSCI World und MSCI Germany (S. 297). Dafür habe ich einmal die Tabelle aus dem Buch hier eingefügt (@Mods: Falls es trotz Quellenangabe kritisch sein sollte, kann dies nachträglich entfernt werden). Für mich ist dieser Vergleich etwas schwierig, da hier gänzlich unterschiedliche Regionen verglichen werden. Bei den bekannten Faktoren wie Value, Momentum, SC o.Ä., kann man als Benchmark stets den Aktienmarkt der jeweiligen Region heranziehen. Bei der Policy Risk hingegen erfolgt dieser Vergleich nun zwischen komplett unterschiedlichen Aktienmärkten. Das halt ich zumindest auf dem ersten Blick für unpassend.

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  2. Kommer benennt im Zusammenhang mit dem Faktor Policy Risk eine Publikation von Pastor und Veronesi (2011). Dieses Paper stellt einerseits eine theoretische Herleitung der Faktorprämie dar und versucht dies andererseits methodisch mit einem General Equilibrium Model zu untermauern. Als Datengrundlage diente hierbei jedoch lediglich der US Aktienmarkt sowie die Political Uncertainty innerhalb der USA.
     

In einer etwas älteren Publikation von Erb et al. (1996) wurden verschiedene Risk Indikatoren herangezogen: Institutional Investors Country Rating, International Country Risk Guides political-, financial-, economic-, und composite-risk Rating. In dieser Arbeit erfolgte ebenso eine Differenzierung zwischen Developed Countries, Emerging Markets und All Countries, jedoch nicht in einer solchen Weise wie es Kommer getätigt hat (EM = Political Risk). Die Political Risk erwies sich dabei als nicht relevanter Indikator:

Zitat

Our analysis suggests that IRCG composite, financial, and economic ratings, in particular, contain considerable information. For example, for portfolios based on changes in the risk ratings, risk-adjusted abnormal returns are in the range of 1,000 basis points a year. Trading on the basis of the political-risk measure alone has no ability to produce abnormal returns.

Boutchkova et al. (2012) haben neben Faktoren wie Autokratieausprägung, Wahlen und Trade Exposure ebenso die Political Risk einbezogen und eine in meinen Augen recht ansprechende Modellierung durchgeführt. Dabei sei jedoch hervorzuheben, dass hierbei die Volatilität und nicht der Return untersucht wurde:

Zitat

We document that more export-oriented industries, industries dependent on contract enforcement, and labor-intensive industries exhibit higher volatility when political risks are higher. Moreover, labor-intensive industries display higher volatility when left governments are in power or when labor laws are stricter. Autocratic regimes, on the other hand, subdue volatility in industries that are more dependent on trade or contract enforcement.

_______

Daneben gibt es einige Publikationen, welche Political Change/Political Untertainty u.a. in den USA untersucht haben. Li & Born (2006) haben beispielsweise mit der Konstruktion einer US presidential election uncertainty den Effekt der US-Wahlen untersucht. Im Kern konnte mit einem ungewissen Wahlausgang für die 3 Monate vor der jeweiligen Wahl eine höhere Rendite festgestellt werden. Das geht auch mit einer internationalen Untersuchung von Wahlen von Pantzalis et al. (2012) einher, wobei hier ein verstärkter Effekt in weniger "freien" Ländern (tendenziell natürlich EM) festgestellt werden konnte. Beides ist jedoch in langfristiger Perspektive wenig von Interesse.

 

Wie zu Beginn geschrieben, geht es mir bei dem Thread zunächst um die Frage, ob EM mit dem Faktor Political Risk gleichzusetzen sind. Und wie man sicher schon rausgelesen hat, halte ich selber diese Form der Gleichsetzung für zu oberflächlich. Auch wenn Kommer für einige sicher eine Art Prophet der Privatanleger darstellt, wird das wohl ein Punkt sein, bei welchem ich mit ihm schwer auf einen Nenner kommen werde. Zudem kommt hinzu, dass der Faktor Policy Risk selbst diskussionswürdig ist. Zumindest konnte ich bei der kurzen Recherche nicht ausreichend einschlägige Publikationen finden, die mich dahingehend zufriedenstellen konnten. Falls hier jemand also eventuell noch andere und bessere Quellen hat, gerne hier schreiben. Nun gut, wäre mal gespannt was andere über dieses Thema denken, auch zum Policy Risk Faktor im Allgemeinen. 

 

Folgend noch die von mir angesprochenen Publikationen:

  • Pástor, Ľ., & Veronesi, P. (2013). Political uncertainty and risk premia. Journal of financial Economics, 110(3), 520-545.
  • Erb, C. B., Harvey, C. R., & Viskanta, T. E. (1996). Political risk, economic risk, and financial risk. Financial Analysts Journal, 52(6), 29-46.
  • Li, J., & Born, J. A. (2006). Presidential election uncertainty and common stock returns in the United States. Journal of Financial Research, 29(4), 609-622.
  • Boutchkova, M., Doshi, H., Durnev, A., & Molchanov, A. (2012). Precarious politics and return volatility. The Review of Financial Studies, 25(4), 1111-1154.
  • Pantzalis, C., Stangeland, D. A., & Turtle, H. J. (2000). Political elections and the resolution of uncertainty: the international evidence. Journal of banking & finance, 24(10), 1575-1604.

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Der Börsinator
· bearbeitet von Der Börsinator

Schön, dass du den Thread nun erstellt hast.

 

Ich bin mit dem Kommer Buch ja seit gestern komplett durch und habe das mit den Faktoren besonders aufmerksam gelesen.

 

Wichtig war für mich erstmal folgende aufgeführte "Basis-Erkenntnis":

 

Die "höchste" Referenz scheint mir tatsächlich der ACWI IMI Index zu sein, welcher rein nach MCAP gewichtet ist und Schwellenländer (ca. 10 %) samt Small Caps (ca. 14%) beeinhaltet mit entsprechender Gewichtung.

 

Entsprechend kann überhaupt nur von Faktor-Investing gesprochen werden, sofern von dieser oben genannten Gewichtung irgendwie abgewichen wird.

Dies wäre dann der Fall, wenn man z.B. Small Caps oder EMs mit mehr als der "Referenz-Gewichtung" nutzt (z.B. 20% EMs oder 20% SCs).

Anders herum betreibt man sozusagen "negatives Faktor-Investing", wenn man nur einen MSCI World oder ACWI Index nutzt, weil man dann aktiv EMs oder SCs weg lässt und dagegen wettet.

 

Das nur mal so zum Verständnis als Basis-Nachtrag.

 

Auf diese These gestützt passt die Tabelle von Kommer oben eigentlich nicht so 100%ig logisch, denn er müsste eigentlich als Basis den ACWI IMI Index nutzen und diesem als Faktor-Gegenstück ein Depot mit erhöhtem EM-Anteil gegenüberstellen samt Rendite-Vergleich.

Dann wäre ersichtlich, was der "Faktor EM" als Risikoprämie gebracht hätte in der Vergangenheit je nach Gewichtung.

Oder sehe ich das falsch?

 

Insgesamt interpretiere ich Faktor-Investing aber einfach so, dass jegliche Aktienwerte oder -kombinationen, welche erhöhtes Risiko aufweisen im Vergleich zur Referenz "MSCI World, ACWI oder eben ACWI IMI Mcap-Index" als Faktor-Investing gesehen werden könnten.

 

Neben Momentum, Value und Co sind das eben EMs und Small Caps, sofern im Depot übergewichtet werden im Vergleich zum MCap-Referenz-Index. Und ja - Political Risk halte ich persönlich schon für einen Faktor, dessen Risikoprämie eben aus dem erhöhten Risiko dieser Länder hervorgeht.

Logischerweise ist dann natürlich auch eine typische BIP-Gewichtung (wie sie z.B. der Arero Fonds macht) eine Art von Faktor-Investing, weil er aktiv darauf wettet, dass sich diese Gewichtung besser entwickelt als MCAP. 40% Schwellenländeranteil sind auch definitiv mehr Risiko als nur 10% wie bei MCAP.

 

Es gibt übrigens z.B. auch einen ACWI Faktor Index:

https://www.msci.com/documents/10199/cf31a389-7def-4fd3-8445-cabe63f5b627

ETFs auf diesen sind mir hier in Deutschland zwar noch nicht bekannt, aber die Referenz zu diesem Index wäre natürlich der ACWI Index.

 

 

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DST
· bearbeitet von DST

In diesem Blog-Artikel wollte Kommer etwas besser vorgehen und hat "Faktor-Indizes gegenüber der jeweiligen marktneutralen Benchmark dargestellt". Leider wird jedoch nicht erwähnt welcher Benchmark konkret bei der Bestimmung der Politcal-Risk-Prämie verwendet wurde. Hier verstehe ich auch nicht wieso Kommer nicht einfach alle Faktoren am ACWI IMI gemessen hat, zumal er im gleichen Artikel erwähnt, dass dies sinnvoll sei:

 

"Durch rein mechanisches, diszipliniertes Übergewichten von Faktorprämien in einem Portfolio ist es möglich, gegenüber dem Gesamtmarkt eine Zusatzrendite nach Kosten und Steuern zu erwirtschaften; daher auch die Bezeichnung “Prämie”. In Bezug auf Small Caps würde “Übergewichten” bedeuten, ihren prozentualen Anteil im eigenen Portfolio über den Anteil hinaus zu erhöhen, den Small Caps in einem marktneutralen “Gesamtmarktportfolio” haben (der Anteil von Small Caps beträgt rund 15% an der gesamten Marktkapitalisierung des Weltaktienmarktes)."

 

In einer Studie kam man übrigens mal zu dem Ergebnis, dass EM historisch betrachtet (über fast 120 Jahre) etwas schlechter als DM abgeschnitten hat. Demnach wäre also das politische Risiko gar nicht mit einer Prämie belohnt worden. Die Renditeprämie von EM liegt daher meines Erachtens eher in der geringeren Korrelation gegenüber DM im Rahmen eines regelmäßig rebalancierten Portfolios und im reversion to mean versteckt.

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Bigwigster
vor 2 Stunden von The Statistician:

Kommer benennt im Zusammenhang mit dem Faktor Policy Risk eine Publikation von Pastor und Veronesi (2011). Dieses Paper stellt einerseits eine theoretische Herleitung der Faktorprämie dar und versucht dies andererseits methodisch mit einem General Equilibrium Model zu untermauern. Als Datengrundlage diente hierbei jedoch lediglich der US Aktienmarkt sowie die Political Uncertainty innerhalb der USA.

Ich finde dieser Punkt untermauert doch eher die Existenz einer solchen Prämie.  Wenn man z.b. den MSCI Emerging Markets als Beweis hernehmen würde, ergibt sich das Problem dass die Überperformance auch durch ganz andere Gründe wie z.b. dem BIP resultieren kann. Wenn sich die Prämie aber in einem einzelnen Land nachweisen lässt ist das für mich zumindest ein sehr gutes Argument für die Prämie.

 

Das schöne an einer Übergewichtung von Schwellenländer ist ja, wenn es mit der Political Risk Prämie nix wird kann man noch auf mehr Rendite durch die BIP Gewichtung hoffen. Und wenn auch das nichts wird hat man zumindest mal eine Aktienanlage die nicht im Gleichschritt mit dem MSCI World läuft :thumbsup:

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DST
· bearbeitet von DST

Die Rendite von EM wird durch politisches Risiko natürlich mehr beeinflusst als die von DM. Die Rendite fällt jedoch umso höher aus, desto niedriger das politische Risiko wird:

 

"Using analyst estimates of political risk, we show that average returns in emerging markets experiencing decreased political risk exceed those of emerging markets experiencing increased political risk by approximately 11 percent a quarter. In contrast, the difference is only 2.5 percent a quarter for developed markets. Furthermore, the difference between the impact off political risk in emerging and developed markets is statistically significant." [Diamonte, Liew & Stevens, 1996]

 

Die Gleichsetzung von EM mit dem Political Risk Factor halte ich auch für übertrieben. Zumal eine EM-Investition auch mit vielen weiteren Risiken einhergeht [Investopedia, 2019], die Kommer gar nicht erwähnt. Hinzukommt, dass es nicht für jedes Risiko auch immer unbedingt eine Belohnung geben muss. Kommer tritt hier daher meines erachtens etwas zu selbstbewusst auf und stellt die EM-Prämie aufgrund der Performance der letzten 40 Jahre als zu sicher erwartbar dar.

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The Statistician
· bearbeitet von The Statistician

 

Zitat

Insgesamt interpretiere ich Faktor-Investing aber einfach so, dass jegliche Aktienwerte oder -kombinationen, welche erhöhtes Risiko aufweisen im Vergleich zur Referenz "MSCI World, ACWI oder eben ACWI IMI Mcap-Index" als Faktor-Investing gesehen werden könnten.

vor einer Stunde von DST:

In diesem Blog-Artikel wollte Kommer etwas besser vorgehen und hat "Faktor-Indizes gegenüber der jeweiligen marktneutralen Benchmark dargestellt". Leider wird jedoch nicht erwähnt welcher Benchmark konkret bei der Bestimmung der Politcal-Risk-Prämie verwendet wurde. Hier verstehe ich auch nicht wieso Kommer nicht einfach alle Faktoren am ACWI IMI gemessen hat, zumal er im gleichen Artikel erwähnt, dass dies sinnvoll sei:

[...]

ACWI IMI als Benchmark würde ich nachvollziehbarer empfinden, auch wenn ich nach wie vor mit dieser Gleichsetzung seitens Kommer nicht konform gehen würde. Wie gesagt, mich verwundert das Benchmarking von Kommer in dieser Hinsicht doch etwas. 
 

Zitat

Die Renditeprämie von EM liegt daher meines Erachtens eher in der geringeren Korrelation gegenüber DM im Rahmen eines regelmäßig rebalancierten Portfolios und im reversion to mean versteckt.

Gerade die geringe Korrelation ist seit geraumer Zeit nicht mehr gegeben. Hierzu habe ich vor kurzem den folgenden Artikel von MSCI gelesen:

Zitat

Today, Emerging Markets correlation with the Developed Markets is, for some people, surprisingly high. For many years, people saw the Emerging Markets as an uncorrelated source of growth in their equity portfolio – completely different from their Developed Markets equity allocation.

Quelle: MSCI: Emerging Markets View
 

vor 38 Minuten von Bigwigster:

Ich finde dieser Punkt untermauert doch eher die Existenz einer solchen Prämie.  Wenn man z.b. den MSCI Emerging Markets als Beweis hernehmen würde, ergibt sich das Problem dass die Überperformance auch durch ganz andere Gründe wie z.b. dem BIP resultieren kann. Wenn sich die Prämie aber in einem einzelnen Land nachweisen lässt ist das für mich zumindest ein sehr gutes Argument für die Prämie.

Es untermauert eine eventuelle Existenz des Faktors, jedoch ergibt sich dadurch für mich eher ein etwas differenzierteres Bild. Kommer setzt EM mit dem Faktor gleich, was ich prinzipiell natürlich etwas nachvollziehen kann, da die Political Risk dort tendenziell höher ausfällt. Aber wie du eben sagst, liegen bei den EM noch andere Faktoren vor, die man mit einer solchen Herangehensweise schlicht unter den Tisch kehrt.

vor 18 Minuten von DST:

Die Rendite von EM wird durch politisches Risiko natürlich mehr beeinflusst als die von DM. Die Rendite fällt jedoch umso höher aus, desto niedriger das politische Risiko wird:

 

"Using analyst estimates of political risk, we show that average returns in emerging markets experiencing decreased political risk exceed those of emerging markets experiencing increased political risk by approximately 11 percent a quarter. In contrast, the difference is only 2.5 percent a quarter for developed markets. Furthermore, the difference between the impact off political risk in emerging and developed markets is statistically significant." [Diamonte, Liew and Stevens, 1996]

Danke, kannte ich noch nicht. Jedoch ist es leider eine bivariate Analyse, wenn ich beim groben Überfliegen nichts elementares übersehen habe. Mit solchen Analysen habe ich immer so meine Probleme, da die Mehrrendite, welche man der Political Risk zuschreibt, nicht zwangsläufig auf die Political Risk zurückzuführen ist. Dabei kann ebenso die Möglichkeit bestehen, dass die Political Risk lediglich einen Mediator darstellt. Wenn man sich die Publikation von Boutchkova et al. (2012) oder Erb et al. (1996) heranzieht, in welcher unterschiedliche Faktoren in der Modellierung einbezogen wurden, ergibt sich nicht mehr ein solch klares Bild. Und auch wenn das Paper in der Conclusion den Schluss zieht, dass die Political Risk eine geringere Bedeutung in den DM zu haben scheint, ist ein Effekt scheinbar dennoch in einer gewissen Form existent.

Zitat

Die Gleichsetzung von EM mit dem Political Risk Factor halte ich auch für übertrieben. Zumal eine EM-Investition auch mit vielen weiteren Risiken einhergeht, die Kommer gar nicht erwähnt. Hinzukommt, dass es nicht für jedes Risiko auch immer unbedingt eine Belohnung geben muss. Kommer tritt hier daher meines erachtens etwas zu selbstbewusst auf und stellt die EM-Prämie aufgrund der Performance der letzten 40 Jahre als zu sicher erwartbar dar.

Sehe ich sehr ähnlich :thumbsup:

 

vor 38 Minuten von Bigwigster:

Das schöne an einer Übergewichtung von Schwellenländer ist ja, wenn es mit der Political Risk Prämie nix wird kann man noch auf mehr Rendite durch die BIP Gewichtung hoffen. Und wenn auch das nichts wird hat man zumindest mal eine Aktienanlage die nicht im Gleichschritt mit dem MSCI World läuft :thumbsup:

Wie wahr. Ich fühl mich auf jeden Fall sehr gut die EM etwas verstärkt im Depot zu haben als manch andere :D

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Saek

(Ohne direkten Bezug zu Political Risk)

17 minutes ago, The Statistician said:

Gerade die geringe Korrelation ist seit geraumer Zeit nicht mehr gegeben.

Meine Vermutung ist, dass die Vorteile, die sich aus der "modernen Portfoliotheorie" ergeben, wegarbitriert werden, wenn sich ein Teil der Anleger entsprechend verhält (Das müsste dann auch für andere Faktoren wie Small Caps etc. gelten).

Sobald es einen signifikanten Teile der Anleger gibt, die z.B. eine 70/30 World/EM Aufteilung machen, und fleißig rebalancen wenn die beiden Indizes auseinanderlaufen, müsste es doch eine Auswirkung geben, die die Korrelation erhöht?

 

Beispiel: World steigt, EM fällt -> Manche Anleger verkaufen World und kaufen EM -> World fällt, EM steigt -> Das passiert immer schneller -> Korrellation nimmt zu?

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DST
· bearbeitet von DST
vor 32 Minuten von The Statistician:

Gerade die geringe Korrelation ist seit geraumer Zeit nicht mehr gegeben. Hierzu habe ich vor kurzem den folgenden Artikel von MSCI gelesen:

Quelle: MSCI: Emerging Markets View

Deswegen sagte ich auch bewusst nur "geringere" Korrelation ;) Zumindest in der Finanzkrise ist die Korrelation mit fast 0,2 doch nach wie vor sehr niedrig ausgefallen. Die meiste Zeit scheint die Korrelation jedoch inzwischen in einem relativ hohen Bereich zu schwanken.

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Bärenbulle
· bearbeitet von Bärenbulle
vor 24 Minuten von DST:

Deswegen sagte ich auch bewusst nur "geringere" Korrelation ;) Zumindest in der Finanzkrise ist die Korrelation mit fast 0,2 doch nach wie vor sehr niedrig ausgefallen. Ingesamt scheint die Korrelation in einem höheren Bereich hin und her schwanken, ähnlich wie REITs.

Der war gut.:w00t: Traue keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast. Die Berechnung wage ich mal zu beweifeln. Sowohl MSCI EM als auch MSCI Word kannten 2008 nur einen schön sauber synchronisierten Weg steil nach unten. Mit 0,2 wären die Assets ja fast unkorreliert. Das ist aber totaler Blödsinn. Keine Ahnung wer das wie gerechnet hat, aber derjenige war sicher bei der Krise nicht dabei oder hat sehr viel Zeit in eine virtuos manipulative Rechenanomalie gesteckt.:teach: Das ist vielleicht höchstens so, wenn der eine Index in der Landeswährung von Equatorial Guinea und der andere in Schweizer Franken bewertet wurde.

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Der Börsinator
vor 33 Minuten von DST:

Die meiste Zeit scheint die Korrelation jedoch inzwischen in einem relativ hohen Bereich zu schwanken.

Korrelation von MSCI World zu MSCI EM:

ca. +0,70

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The Statistician
vor 18 Minuten von Saek:

Meine Vermutung ist, dass die Vorteile, die sich aus der "modernen Portfoliotheorie" ergeben, wegarbitriert werden, wenn sich ein Teil der Anleger entsprechend verhält (Das müsste dann auch für andere Faktoren wie Small Caps etc. gelten).

Dafür müsste zunächst einmal massiv Kapital in entsprechend bekannte Faktoren fließen, ehe die Arbitrage verschwinden könnte. Bisher ist noch keiner der bekannten Faktoren für tot erklärt worden. Zudem muss man auch bedenken, dass bei Faktoren eine Underperformance für mehrere Jahre oder auch mal einem Jahrzehnt durchaus realistisch ist und dies bereits in der Vergangenheit der Fall war. Das ist in meinen Augen auch das Problem, auf das einige Anleger sicher stoßen werden. Denn bei einer mehrjährigen Underperformance fruchten die Zweifel an den getroffenen Entscheidungen immer besonders gut ;) 

vor 5 Minuten von Bärenbulle:

Der war gut.:w00t: Traue keiner Statistik die Du nicht selbst gefälscht hast. Die Berechnung wage ich mal zu beweifeln.<_< Sowohl MSCI EM als auch MSCI Word kannten 2008 nur einen schön sauber synchronisierten Weg steil nach unten. Mit 0,2 wären die Assets  ja fast unkorreliert. Das ist totaler Blödsinn. Keine Ahnung wer das wie gerechnet hat, aber derjenige war sich nicht dabei oder hat sehr viel Zeit in eine virtuos manipulative Rechenanomalie gesteckt.:teach: Das ist vielleicht höchstens so wenn der eine Index in der lokalen Landeswährung von Equatorial Guinea und die andere in Schweizer Franken bewertet wird.

Bei der Darstellung von dem von mir zitierten MSCI-Artikel war die Korrelation 2008 auch besonders hoch ;)

 

Die niedrige Korrelation von an die 0,2 war Anfang/Mitte 2007 für wenige Monate und auch nur für die rollierende 1Y-Correlation. Über den visuellen Daumen gepeilt kann das durchaus hinkommen, da die EM 2006/07 ordentlich gestiegen sind, wohingegen die DM nicht so einen starken Anstieg verzeichnet haben. Ich prüf das jetzt aber nicht selber nach :dumb:

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Der Börsinator
· bearbeitet von Der Börsinator
vor 27 Minuten von The Statistician:

Bisher ist noch keiner der bekannten Faktoren für tot erklärt worden.

Doch - teils schon.

Der Small Cap Faktor ist z.B. so ein Fall - einige (darunter auch Prof. Martin Weber) sehen diesen Faktor als nicht mehr vorhanden an.

Aber vielleicht kommt er gerade durch diese Herren wieder zum Vorschein. Wer weiß?

 

vor 27 Minuten von The Statistician:

Denn bei einer mehrjährigen Underperformance fruchten die Zweifel an den getroffenen Entscheidungen immer besonders gut ;) 

Sehe ich auch so. Das typische Referenzrahmenrisiko.

Ich muss zugeben, dass das bei mir der Hauptgrund ist, warum ich jegliche Faktoren meide.

Ich kenne mich und weiß, dass ich dazu neigen würde, was am Depot zu ändern, wenn ich sehe, dass der "normale" Index (ACWI etc), welcher eben einfach Referenz ist, sehr lange besser läuft als die Faktoren im Depot bei mir.

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slekcin
· bearbeitet von slekcin

Ich habe ehrlich gesagt nie wirklich viel mit Excel zutun gehabt, mich die Tage aber mal etwas damit beschäftigt und versucht rollierende Renditen, Korrelationen etc. zu berechnen. Von der MSCI Seite bekommt man die MSCI EM Daten seit Dezember 2000. Ich habe jedenfalls keine ältere Zeitreihe auf die schnelle gefunden. Verwendet habe ich jeweils die Net Variante der Indizes. Evtl. kann mal jemand mit Erfahrung über meine Datei schauen und evtl. kann der ein oder andere auch etwas für sich oder alle aus den Daten ableiten ^_^ Dachte jedenfalls, dass es zum Threadthema passt. 

 

 

0001.jpg

Indizes.xlsx

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Bärenbulle

Habe mich bisher nicht dafür interessiert. Wie begründet Kommer diesen angesprochenen Policy Risk Faktor denn eigentlich. Im Prinzip kann ja alles ein Faktor sein. Letzlich hat ja jedes Land ein eigenes wenig korreliertes politisches Risiko zu anderen Ländern. Das gilt ja nicht nur für EM. EM mag etwas instabilere Regime haben. Aber letztlich haben Aktien in Deutschland ja auch unterschiedliche Risiken.

 

Man unterscheidet ja bei Unternehmen, Branchen und Ländern ein systematisches und unsystematisches Risiko. Ersteres ist das Aktienbeta. Letzteres ist spezifisch und durch Diversifikation praktisch eleminierbar. Wie paßt da der Policy Risk Faktor rein?

 

Am 20.4.2020 um 19:10 von The Statistician:

Die niedrige Korrelation von an die 0,2 war Anfang/Mitte 2007 für wenige Monate und auch nur für die rollierende 1Y-Correlation. Über den visuellen Daumen gepeilt kann das durchaus hinkommen, da die EM 2006/07 ordentlich gestiegen sind, wohingegen die DM nicht so einen starken Anstieg verzeichnet haben. Ich prüf das jetzt aber nicht selber nach :dumb:

Ja, da gab es mal einen China-Crash. Die Chinesen zocken halt gerne. Vermutlich war das die negative Korrelation. Aber das ist natürlich gar nichts wert. Das beta dürfte man mit EM noch erhöhen. Man sollte jedenfalls nicht mit risikominimierenden Faktoren rechnen.

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The Statistician
vor 56 Minuten von Bärenbulle:

Habe mich bisher nicht dafür interessiert. Wie begründet Kommer diesen angesprochenen Policy Risk Faktor denn eigentlich. Im Prinzip kann ja alles ein Faktor sein. Letzlich hat ja jedes Land ein eigenes wenig korreliertes politisches Risiko zu anderen Ländern. Das gilt ja nicht nur für EM. EM mag etwas instabilere Regime haben. Aber letztlich haben Aktien in Deutschland ja auch unterschiedliche Risiken.

 

Man unterscheidet ja bei Unternehmen, Branchen und Ländern ein systematisches und unsystematisches Risiko. Ersteres ist das Aktienbeta. Letzteres ist spezifisch und durch Diversifikation praktisch eleminierbar. Wie paßt da der Policy Risk Faktor rein?

Dazu schreibt Kommer folgendes:

Zitat

Politisches Risiko ist die in Schwellenländern, relativ zu Industrieländern hoher Bonität, erhöhte Wahrscheinlichkeit, negativer Renditeauswirkungen eines Investments in einem bestimmten Zeitabschnitt aufgrund politisch ausgelöster Entscheidungen. Es geht also um Unsicherheit, die ihren Ursprung in der politischen Sphäre des Landes hat, nicht in rein wirtschaftlich oder rein marktbedingter Sphäre. Politisches Risiko umfasst die Wahrscheinlichkeit der ungerechtfertigten Enteignung von Investoren, diskriminierender Gesetze, Kapitalverkehrskontrollen, Devisenkontrolle, makroökonomischen Krisen, Nachteile aus Korruption, Gewalt, Bürgerkrieg, Infrastruktur und generell die Wahrscheinlichkeit erratischer Veränderungen der politischen Rahmenbedingungen für die Wirtschaften von Unternehmen.

Politisches Risiko würde ich klar als systematisches Risiko einstufen, wobei ich hier behaupte, dass sich dieses politische Risiko auf unterschiedliche Branchen auch unterschiedlich auswirken dürfte/könnte. Ebenso sollte das politische Risiko, je nach Branchenfokus in den unterschiedlichen Ländern, ebenso etwas differenzierter betrachtet werden. Kommer setzt dieses politische Risiko am Ende mit den EM gleich, wobei dies in meinen Augen eher aus pragmatischen Gründen erfolgt. Es ist denke ich auch die Frage wie genau man das politische Risiko definiert, sodass ggf. hierbei auch eine Differenzierung erfolgen kann. Hier kann man sicher auch annehmen, dass sich ein politische Risiko auf unterschiedliche Branchen auch unterschiedlich auswirken dürfte/könnte. Ebenso sollte das politische Risiko, je nach Branchenfokus in den unterschiedlichen Ländern, ebenso etwas differenzierter betrachtet werden. Aber das wäre wieder eine Frage der konkreten Definition.

 

Hierzu mal eine beispielhafte Map für das politische Risiko:

Political Risk Map 2019

 

Und hier noch eine methodische Erläuterung zur Political Risk vom International Country Risk Guide: 

International Country Risk Guide Methodology

 

Wenn man das als Orientierung heranziehen würde, gäbe es auch die ein oder andere Länder in den DM, welche in diese Kategorie fallen dürften. Der Faktor wirkt auf mich aber nach wie vor recht schwammig...

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DST
· bearbeitet von DST
vor 23 Stunden von The Statistician:

Der Faktor wirkt auf mich aber nach wie vor recht schwammig...

Das hat damit zu tun weil sich die Renditeprämie eben erst dann verwirklicht, wenn das politische Risiko abnimmt bzw. sich möglichst wenig realisiert. Du hast die von mir referenzierte Studie zwar kritisiert (ob berechtigt oder nicht kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen), aber meins Erachtens untermauert sie einfach nur gesunden Menschenverstand mit ein paar Zahlen. Würdest du lieber in China investieren, wenn das politische Risiko anhaltend groß oder sogar tendenziell noch größer wird oder lieber wenn du wüsstest, dass das politische Risiko immer weiter abnimmt? Für mich wäre die Entscheidung jedenfalls klar. Anhand deiner Map sieht man auch sehr gut, dass China für ein EM-Land inzwischen gar nicht mehr so riskant ist wie es immer dargestellt wird, und das dürfte u.A. auch ein Grund für die gute Performance der letzten 20 Jahre gewesen sein. Noch 0,9 Punkte mehr und China muss (wie es bei Süd-Korea bereits der Fall ist) grün gefärbt werden.

 

Ein anhaltend hohes politisches Risiko ist hingegen nicht wünschenswert. Das ist z.B. eine der Gründe warum Vanguard [2013] von einer Investition in Frontier Markets eher abrät:


"On the surface, frontier markets’ expected economic growth and historical risk−return relationships are similar to those of emerging markets. However, questions remain about whether frontier markets can grow large enough to warrant a meaningful allocation in a portfolio. In addition, concerns persist about whether these markets’ reduced liquidity and ongoing political risks will continue to overshadow any potential benefits. Although the upside for frontier-market investing may look attractive, the challenges and risks can be significant. For most investors, the downside of frontier-market investing would appear to outweigh the benefits."

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The Statistician
vor 51 Minuten von DST:

Das hat damit zu tun weil sich die Renditeprämie eben erst dann verwirklicht, wenn das politische Risiko abnimmt bzw. sich möglichst wenig realisiert. Du hast die von mir referenzierte Studie zwar kritisiert (ob berechtigt oder nicht kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen), aber meins Erachtens untermauert sie einfach nur gesunden Menschenverstand mit ein paar Zahlen. Würdest du lieber in China investieren, wenn das politische Risiko anhaltend groß oder sogar tendenziell noch größer wird oder lieber wenn du wüsstest, dass das politische Risiko immer weiter abnimmt? 

In einen Markt zu investieren, in welchen u.a. die Eigentumsrechte sicherer erscheinen, wird denke ich jeder präferieren. Nur stelle ich in Frage, dass es sich hierbei um eine solch simple kausale Beziehung handelt wie teils suggeriert. Und bezüglich der von dir genannten Studie bleibt eben offen wie viel Erklärungskraft die Political Risk noch hat, wenn man andere Indikatoren hinzunimmt. Ökonomisches- und finanzielles Risiko stellen Faktoren dar, die ebenso eine Unsicherheit bei potentiellen Investoren verursachen kann. Eine Verringerung beider Risiken würde (intuitiv) zu selbigen von dir genannten Effekt führen. Und mit schwammig meinte ich eher die tendenziell unterschiedlichen Untersuchungsergebnisse, das ist für mich noch kein wirklich klares Bild erkennbar.

vor 51 Minuten von DST:

Anhand deiner Map sieht man auch sehr gut, dass China für ein EM-Land inzwischen gar nicht mehr so riskant ist wie es immer dargestellt wird, und das dürfte u.A. auch ein Grund für die gute Performance der letzten 20 Jahre gewesen sein. Noch 0,9 Punkte mehr und China muss (wie es bei Süd-Korea bereits der Fall ist) grün gefärbt werden.

Ich denke du hast dir die Country Risk angeschaut. Nichts desto trotz erkennt man an der Karte sehr gut die Tendenz, dass man keine solch simple Differenzierung zwischen EM und DM bezüglich der Political Risk durchführen kann/sollte. So gibt es teils Länder in den EM, die ein ebenso "gutes" Niveau haben wie manche Länder aus DM und manche Länder aus den DM haben ein ähnlich schlechtes Niveau wie manche aus den EM. Alleine wegen diesem Aspekt müsste man in meinen Augen etwas differenzierter hingucken, aber das siehst du ja ähnlich.

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DST
· bearbeitet von DST
vor einer Stunde von The Statistician:

manche Länder aus den DM haben ein ähnlich schlechtes Niveau wie manche aus den EM.

Kannst du hier ein Beispiel nennen? Ein paar wenige EM-Länder haben tatsächlich ein niedriges PR (über 70 Punkte), aber DM-Länder mit einem PR auf EM-Niveau (50 - 70 Punkte) habe ich auf Anhieb keine finden können. Süd-Korea mit seinem geringen PR ist für FTSE inzwischen nicht mal mehr ein EM-Land. Folglich wird in meinen Augen eher bestätigt, dass PR für EM eine deutlich größere Rolle spielt als für DM. Und schaut man sich alleine mal Afrika an ist auch auf den ersten Blick ersichtlich, dass PR (sowie die anderen Risiken) für Frontier Marktets eine nochmals größere Rolle spielen.

 

Differenzieren müsste man meines Erachtens vor allem deswegen, weil EM ein großer Teil der Welt ist und inzwischen etwa 10 - 15% nach MK bzw. etwa 40% des weltweiten BIP ausmacht. Die Zeiten in denen EM kaum eine Rolle am weltweiten Kapitalmarkt gespielt haben sind vorbei. Das Wachstum, dass viele EM-Länder in den letzten Jahrzehnten hingelegt haben ist beachtlich und vieles spricht dafür, dass China trotz seines PR die USA irgendwann als ökonomische Weltmacht ablösen könnte.

 

Deswegen halte ich Kommers Reduzierung der EM-Region auf ihr PR zwar für stark simplifiziert, unter anderem auch wegen den anderen Risiken, die mit einer entsprechenden Investition einhergehen [Investopedia, 2019], aber aufgrund des besonderen Stellenwerts von PR innerhalb dieser Region auch nicht für völlig an den Haaren herbei gezogen. Genaugenommen dürfte die Rendite von EM aber nur zum Teil auf PR bzw. die Reduzierung des PR zurückzuführen sein. Ob Alibaba oder Tencent investitionswürdige Unternehmen mit hohem Wachstumspotenzial darstellen ist nicht nur von den Länderrisiken abhängig.

 

Auf der anderen Seite spricht Kommer ja auch nicht generell von der EM-Rendite sondern nur von einer kleinen EM-Prämie gegenüber eines marktbreiten Ansatzes nach MK, sodass ich mir ehrlich gesagt durch aus vorstellen könnte, dass dieses alpha - zumindest in der Vergangenheit - zu einem signifikanten Anteil über eine tendenzielle PR-Reduzierung (und dem damit wachsenden Investitionspotenzial) generiert werden konnte. Ob das jedoch in der evidenzbasierten Finanzwissenschaft so eindeutig belegt ist wie Kommer das suggeriert kann ich ehrlich gesagt nicht beurteilen.

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The Statistician
vor einer Stunde von DST:

Kannst du hier ein Beispiel nennen? Ein paar wenige EM-Länder haben tatsächlich ein niedriges PR (über 70 Punkte), aber DM-Länder mit einem PR auf EM-Niveau (50 - 70 Punkte) habe ich auf Anhieb keine finden können. 

...Israel, aber auch nur knapp :P

 

Aber du hast Recht, ansonsten gibt es keine DM-Länder, die Short-Term sowie Long-Term einen Wert unter 70 haben. Wobei Short-Term sicher auch nicht unwichtig ist. Da war ich wohl etwas zu voreilig.

 

Zum Rest: :thumbsup:

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DST
vor 10 Minuten von The Statistician:

...Israel, aber auch nur knapp :P

Ich will nicht wissen wie lange du danach suchen musstest :D 

 

vor 10 Minuten von The Statistician:

Wobei Short-Term sicher auch nicht unwichtig ist. Da war ich wohl etwas zu voreilig.

Ich finde es ganz interessant, dass bei bei China das kurzfristige PR deutlich niedriger eingestuft wird als das langfristige. Weißt du wie Short- und Longterm hier genau definiert werden?

 

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The Statistician
vor 16 Minuten von DST:

Ich finde es ganz interessant, dass bei bei China das kurzfristige PR deutlich niedriger eingestuft wird als das langfristige. Weißt du wie Short- und Longterm hier genau definiert werden?

Leider nicht, das ist immer das Problem bei solchen Methoden aus privater Hand. Da muss man erst einmal paar Scheine hinblättern, ehe man eventuell einen Einblick in die Methodik bekommt. Von Marsh wird es nur vage angeschnitten.

Zitat

Under Fitch Solutions’ method [...] The short-term political risk index (STPRI), a measure that takes into account a government’s ability to propose and implement policy, social stability, immediate threats to the government’s ability to rule, the risks of a coup, and more.

 

Und beim ICRG, wo man die Methodik kennt, kommt man nicht ohne weiteres an die Daten ran, zumindest nicht auf deren Website. Werde mal am Wochenende oder nachher noch schauen, ob ich die irgendwo her bekomme, dann könnte man sich auch mal etwas die Historie anschauen. 

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DST

@slekcin Da das anscheinend noch niemand getan hat möchte ich Dir etwas verspätet für deine Auswertung danken. Vielleicht hast du ja Lust sie mal auf den neuesten Stand zu bringen, sodass dann die vollen letzten zwei Dekaden abgedeckt werden würden?

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Ramstein

Über Nacht verbietet China der E-Learning-Branche das Geld-Verdienen

E-Learning ist in China ein Milliardenmarkt. Eine Bildungsreform entzieht den Firmen die Geschäftsgrundlage. Für Investoren weltweit wird das Land zum Risiko.

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DST
vor einer Stunde von Ramstein:

Für Investoren weltweit wird das Land zum Risiko.

Das Risiko ist bereits voll da, aber sobald es sich wieder legt dürfte auch wieder die Rendite steigen. Die Frage ist nur wann das der Fall sein wird.

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Nachdenklich
Am 27.7.2021 um 14:49 von Ramstein:

Über Nacht verbietet China der E-Learning-Branche das Geld-Verdienen

E-Learning ist in China ein Milliardenmarkt. Eine Bildungsreform entzieht den Firmen die Geschäftsgrundlage. Für Investoren weltweit wird das Land zum Risiko.

Solche Entscheidungen kommen in China tatsächlich ziemlich plötzlich und für ausländische Investoren oft überraschend.

 

Andererseits sollte man aber auch zur Kenntnis nehmen, daß es "entwickelte Länder" gibt, in denen diskutiert wird, ob man bestimmte Sektoren des Wirtschaftslebens weiterhin dem "Kapitalismus überlassen" sollte. In einem im Vergleich zu China zwar kleinen aber gemessen an seiner Wirtschaftsleistung doch nicht unerheblichen Land der "entwickelten Welt" soll demnächst in der Hauptstadt abgestimmt werden, ob große Wohnungsgesellschaften enteignet werden sollten (obwohl man gerade dort Erfahrungen damit hat, wie sehr eine staatliche Wohnungswirtschaft zum Verfall des Wohnungsbestandes führen kann). Auch über die Frage, ob es vertretbar ist, daß man mit Krankenhäusern oder mit Altenheimen Gewinn erwirtschaftet, wird in manchen politischen Kreisen mit einer eindeutigen antiliberalen Ausrichtung diskutiert.

 

Ich weiß, das sind alles derzeit nur Diskussionen, aber keiner weiß, welche politischen Entscheidungen auch in westlichen Ländern noch auf uns zu kommen können.

Und es gibt sogar Länder, in denen der Staat großen Konzernen Vorgaben dazu macht, wie sich Aufsichtsrat und Vorstand zusammensetzen sollen.

Und wer ein gutes Erinnerungsvermögen hat, der mag auch wissen, daß es auch in westlichen Ländern ganze Branchen gibt, die durch staatliche Entscheidungen in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährdet werden.

 

Einerseits erhoffen sich viele, daß die westlichen Staaten ESG- oder SRI-Kriterien in der Wirtschaft durchsetzen, andererseits wird auf Maßnahmen zur Regulierung der Wirtschaft in China aber panisch reagiert. 

Natürlich ist da ein Risiko! Aber es gibt auch anderswo politische Risiken.

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