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Enzo

Wald, Einnahmen und Ausgaben

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Enzo
Posted

Hallo,

 

vielleicht gibt es den ein oder anderen Waldbesitzer hier im Forum, der mir helfen kann.

Meine Schwiegereltern haben ein Waldgrundstück, aber nie so richtig mit beschäftigt und keine vollständigen Unterlagen. Auf Grund des Alters meiner Eltern soll ich mich mal der Sache annehmen.

Von der Waldbewirtschaftung habe ich so gut wie keine Ahnung.

 

Anbei ein paar Eckdaten:

Sachsen-Anhalt

Altmarkkreis Salzwedel

Grundstücksgröße 0,91 ha

Kiefernwald

Baumumfang in Brusthöhe ca. 70 bis 100 cm

 

Ich habe versucht die Einnahmen und Ausgaben zu ermitteln.

 

Ausgaben / Bewirtschaftung :

Grundsteuern = 2 €/Jahr

Berufsgenossenschaft = 80 €/Jahr

Waldpflegevertrag = 50 €/Jahr

Beitrag Unterhaltungsverband = 25 €/Jahr

Sonstiges?  …unbekannt

Summe Ausgaben = 157,00 €

 

Einnahmen:

Ich habe gelesen, dass der Zuwachs ca. 5-10 Festmeter/Jahr und Hektar beträgt.

Annahme: Holzernte von 6,5 Festmeter/Jahr, es wird nicht mehr Holz geerntet als wieder nachwächst.

 

Holzernte = 6,5 Festmeter/Jahr

Umrechnungsfaktor auf Raummeter Stammholz = 1,55

6,5 Festmeter / Jahr x 1,55 = 10,08 Raummeter Stammholz/Jahr

Verkaufspreis ab Stock (Holzernte durch Holzkäufer) = 20 €/Raummeter Stammholz

 

10,08 Raummeter Stammholz / Jahr x 20 € / Raummeter Stammholz = 201,50 €/Jahr

Summe Einnahmen = 201,50 €/Jahr

 

Einnahmen abzügl. Ausgaben = 44,50 €/Jahr

 

Sind meine Schätzungen für die Einnahmen aus eurer Sicht plausibel?

 

Gruß

Enzo

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Bit
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besteht irgendeine möglichkeit den wald "anders" zu nutzen bzw bebauen zu lassen?

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DerBademeister
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Also wenn ich es richtig verstehe, bezahlen deine Eltern insgesamt 157€ im Jahr, haben jedoch keinerlei Arbeit damit?

 

Das ist doch sehr gut so. Warum etwas daran verändern? 

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stagflation
Posted · Edited by stagflation

Ich habe keine Ahnung von Wald. Aber ich habe etwas im Internet recherchiert und dabei diese Seite gefunden, auf der man Informationen zur Wertermittlung von Waldgrundstücken, zum Holz-Ertrag und zu den Verkaufspreisen von Holz findet. Demnach könnte das Waldgrundstück ungefähr 5.000 € wert sein (Achtung: das ist nur ein ganz grober Schätzwert!). Dann könnten die Einnahmen und Ausgaben von der Größenordnung her hinkommen.

 

Allerdings erscheint mir der Einnahmen-Überschuss von 45 € bei einem Waldgrundstücks-Wert von 5.000 € recht gering - das ist weniger als 1% Rendite. Es kann sein, dass es so ist und das es eine Folge von (zu) kleiner Fläche und Fremdbewirtschaftung ist. Ich würde hier genauer nachforschen und prüfen, ob man die Ausgaben senken oder die Einnahmen erhöhen kann.

 

Nachtrag: ich habe noch etwas recherchiert und diesen Artikel von 2008 gefunden. Eine Rendite <1% kann schon hinkommen...

Zitat

"Erst ab mindestens 75 Hektar zusammenhängender Waldfläche lohnt sich eine forstwirtschaftliche Nutzung“. [...] Allerdings kann er bei einer so kleinen Fläche nicht mit mehr als einem Prozent Rendite pro Jahr rechnen. Bei Forstgebieten mit mehreren 100 Hektar sind je nach Holzqualität und Höhe der Betriebskosten bis zu drei Prozent Rendite pro Jahr drin.

 

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bondholder
Posted · Edited by bondholder
vor 8 Stunden von stagflation:

Allerdings erscheint mir der Einnahmen-Überschuss von 45 € bei einem Waldgrundstücks-Wert von 5.000 € recht gering - das ist weniger als 1% Rendite.

Wer ganz schnell reich werden will, kauft keinen Wald in Deutschland.

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Der Heini
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vor 13 Minuten von bondholder:

Wer ganz schnell reich werden will, kauft keinen Wald in Deutschland.

Er hat ihn doch schon. Problem: Er wird ihn nicht verkaufen können in Sachsen-Anhalt. Die Treuhand hat die Preise dort vernichtet, als nach der Wende der Wald verschleudert wurde.

Da Wald bewirtschaftet werden muß/sollte ist der Verkauf regional  bezogen. In Bayer/BW ist der Wald was wert und du bekommst noch Geld, in NRW wirds schon schwieriger, in den neuen Bundesländern wirds ganz schwierig.

Kann man im Internet googlen bei Kauf/Verkaufsportalen oder den örtlichen Förster anrufen und fragen.

 

Eine verlässliche Verkaufsseite oder Preise gibt es leider nicht, da Wald stark von örtlichen Angebot-Nachfrage-Verhältnissen abhängt, mehr als Immobilien.

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DerBademeister
Posted
vor 2 Stunden von Der Heini:

Er hat ihn doch schon. Problem: Er wird ihn nicht verkaufen können in Sachsen-Anhalt. Die Treuhand hat die Preise dort vernichtet, als nach der Wende der Wald verschleudert wurde.

Da Wald bewirtschaftet werden muß/sollte ist der Verkauf regional  bezogen. In Bayer/BW ist der Wald was wert und du bekommst noch Geld, in NRW wirds schon schwieriger, in den neuen Bundesländern wirds ganz schwierig.

Kann man im Internet googlen bei Kauf/Verkaufsportalen oder den örtlichen Förster anrufen und fragen.

 

Eine verlässliche Verkaufsseite oder Preise gibt es leider nicht, da Wald stark von örtlichen Angebot-Nachfrage-Verhältnissen abhängt, mehr als Immobilien.

Wo hat er denn geschrieben, dass er den Wald überhaupt verkaufen möchte?

 

Ein Wald ist was Schönes und wird auch immer was wert sein (wie viel hängt natürlich von vielen Faktoren ab). Wenn man sich selbst nicht damit beschäftigen möchte oder aus zeitlichen Gründen nicht kann, muss man halt jemanden damit beauftragen und zahlt (wie oben aufgeführt) einen gewissen Betrag im Jahr dafür, im Gegenzug bekommt man aber auch was dafür. 

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DarkBasti
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Der Wert kann von 2000€ bis 8000€ pro ha schwanken. 

5000€ ist schon realistisch. 

 

An BG und Steuern kommt man wohl nicht vorbei. 

 

Waldpflege und Unterhaltung empfinde ich etwas redundant. Gibt es da Verträge? 

Vermutlich ist damit Pflanzung, Fällen und Straßenbau gemeint. 

Das als Pauschalbeträge angesetzt?! 

 

Wenn du es nicht selbst bewirtschaften möchtest bleib einfach dabei. 

Gute Kettensäge 350€

Schnittschutzausrüstung 250€

Anhänger 500€

Kettensägenkurs B ca 80€

Um mal ein paar Kosten aufzulisten die man mindestens braucht wenn du es selber machen möchtest. 

 

Was du eventuell vergessen hast ist die Pacht von der Jagdgenossenschaft. Aber das sind auch nur ein paar Euro pro ha. 

 

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Enzo
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Für mich war es wichtig zu wissen, ob meine Zahlen zu Einnahmen und Ausgaben aus eurer Sicht (eines Waldbesitzers) plausibel sind.

Aufgrund der jährlich anfallenden Kosten und der geringen Einnahmen wird es wohl auf einen Verkauf hinauslaufen.

Mir fehlt die Zeit und ich habe auch kein Bedarf an Holz.

Im Internet habe ich Angebotspreise von 7500 bis 11000 € pro ha für Kiefernwald in Sachsen-Anhalt gefunden. Das sind natürlich Angebotspreise uns keine tatsächlichen Verkaufspreise.

Dann wäre die Rendite deutlich kleiner als 1%  :-)

Ich glaube, so eine kleine Fläche ist nur etwas für Hobby Brennholzmacher für den Eigenbedarf oder Waldliebhaber. Aber m. E. keine gute Kapitalanlage.

 

 

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TaurusX
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Die Zahlen sind schon plausibel - wenn du verkaufen willst,

versuche die Waldnachbarn rauszufinden, viele Waldbesitzer

versuchen größere zusammenhängende Waldflächen durch Zukauf zu generieren

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Finde ich einen sehr guten Vorschlag. Angrenzende Nachbarn sind ggf. vielleicht bereit etwas mehr zu bezahlen. Ansonsten ist Holz ein sehr zyklischer Rohstoff, so dass man für einen Einschlag den richtigen Zeitpunkt abwarten sollte. Unabhängig vom Zyklus sind Art, Alter und Zustand der Bäume entscheidend für den Wert des Baumbestandes. Für den Boden ist 0,50 €/qm ein guter Richtwert.

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stagflation
Posted

Vielleicht hilft auch dieser Artikel: http://www.wald-prinz.de/waldgrundstueck-kaufen-5-schritte-zum-eigenen-wald/2968

 

Dabei geht's zwar um den Kauf von Wald, aber man muss das ja nur umdrehen! Wenn man weiß, wie ein Käufer vorgeht, weiß man auch, wie man als Verkäufer vorgehen sollte.

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