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Pfennigfuchser

Der reichste Mann auf dem Friedhof?

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Pfennigfuchser
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Vom Nachbarstrang zu den Sparquoten inspiriert: Ich gehe, wie viele andere hier auch, davon aus, dass es nicht erstrebenswert ist, "der reichste Mann auf dem Friedhof" zu werden.

 

Aber stimmt das eigentlich?

 

Es könnte doch aus reizvoll sein, den Kindern so viel zu hinterlassen, dass sie daraus in der nächsten Generation ernsthaft etwas aufbauen können? Bisher sieht mein Plan vor, den Gören eine ordentliche Ausbildung zu ermöglichen und vielleicht mal einen Zuschuss zu einer Immobilie oder einem Geschäft zu geben. Mehr dachte ich, wäre aus pädagogischen Gründen auch nicht angeraten. Ich selbst habe noch nichts geerbt, das müsste also alles von mir und meinem Mann erwirtschaftet werden. Sollten wir jedoch tatsächlich bis 67 arbeiten und weiter ähnlich einnehmen/ausgeben wie jetzt, könnte da auch deutlich mehr bei rumkommen. Klar, ein längerer Aufenthalt im Pflegeheim kann das auch ganz schnell wieder schrumpfen lassen, aber vermutlich bleibt doch noch ein erkleckliches Sümmchen übrig.

 

Wie plant Ihr, das zu handhaben? Im Alter in Saus und Braus leben und Alles auf den Kopf hauen? Oder möglichst viel an die Kinder weitergeben, mit dem Risiko, dass die Enkel und Urenkel es dann doch nur für schnelle Autos verprassen, anstatt die erhoffte Dynastie zu gründen?

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joinventure12
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Ich finde es nicht verwerflich oder demotivierend den Kinden 1Mio+ zu vererben. Wenn alles mit normalen Dingen zugeht, wird das Erbe sowieso erst in hohem Alter, 50+ relevant. Bis dahin sind die Erwachsenen Kinder sowieso schon ihren Weg gegangen. Persönlich erwarte ich in den nächsten Jahrzehnten (hoffentlich viele Jahrzehnte) auch ein Erbe in dieser Höhe und lege mich trotzdem nicht auf die Faule Haut. Ganz im Gegenteil - ich kann heute mehr Risiko gehen um später einen noch größeren Hebel zu haben. Nicht elementare Versicherungen oder Minirenten lassen somit ganz vermeiden, die ansonsten die Mittelschicht meiner Meinung nach aussaugen. z.b. bezahle ich dann halt mal Bar einen Anwalt anstatt ne Rechtsschutz abzuschließen.

 

Ich würde es allerdings den u25 Kindern nicht schon unter die Nase halten und trotzdem stets nach eigenen sparsamen Werten erziehen. 

Für mich der erbt, gehört allerdings auch fest dazu, wieder etwas zu vererben - Minimum den Betrag + Inflation.

 

 

 

 

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Aktie
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Ich fände es tatsächlich erstrebenswert, später einmal das Vermögen nicht verzehren zu müssen, sondern wenn überhaupt nur die Kapitalerträge zu entnehmen. Das ist aber etwas, bei dem ich zu gegebener Zeit noch eine gemeinsame Linie mit meiner Partnerin finden muss, die da eine andere Sicht hat. Ich glaube, dass ich auch mit hohem Konto-/Depotstand bis ins hohe Alter glücklich sein kann und die Kohle nicht auf Teufel komm raus vernichten muss. Was ich mir vorstellen könnte ist, dass ich mein Vermögen irgendwann mal binde, zum Beispiel in einen netten Alterswohnsitz. Und wenn es doch verbraucht werden soll, zum Beispiel fürs Pflegeheim mit den attraktivsten Pfleger(inne)n, dann soll es so sein.

 

Dass es pädagogischen Einfluss auf den Nachwuchs hat, sehe ich ehrlich gesagt nicht. Ich hätte durchaus vor, so lange zu leben wie der Nachwuchs beeinflussbar ist. Wir hier mit den hohen Sparquoten werden wohl kaum einen verschwenderischen Lebensstil vorleben. Wenn sie dann mit 40 oder 60 mal eine größere Summe erben, dann weiß ich schon woran ich bin und kann notfalls einen Großteil spenden. Wenn ich sie für vernünftige Menschen halte, würde ich aber durchaus auch mit warmer Hand geben und auch keine Bedingungen an die Verwendung stellen. Wenn ihnen das Geldausgeben mehr Spaß macht als mir, dann hätte ich zwar vielleicht ein Erziehungsziel nicht erreicht, aber dann sei es ihnen trotzdem gegönnt.

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WiR
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Mit 70 bzw. bei einem Alter der Kinder um die 40 kann man vermutlich halbwegs abschätzen, ob eine Chance besteht, dass sie auf den Weg zu einem Familienmögen weitergehen. Bei den Enkeln hilft wohl nur Hoffen und Beten.

Aber das reicht mir, um es mit der Dynastie zu versuchen.

Jedenfalls beabsichtige ich nicht, wegen des inzwischen beträchtlichen Vermögens meinen bislang moderaten Lebensstil aufzugeben und Geld nur deshalb auf den Kopf hauen, weil reichlich davon da ist.

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Nachdenklich
Posted · Edited by Nachdenklich
vor einer Stunde von Pfennigfuchser:

Es könnte doch aus reizvoll sein, den Kindern so viel zu hinterlassen, dass sie daraus in der nächsten Generation ernsthaft etwas aufbauen können?

:thumbsup:

 

vor einer Stunde von Pfennigfuchser:

Wie plant Ihr, das zu handhaben? Im Alter in Saus und Braus leben und Alles auf den Kopf hauen?

Also ich bin schon im Ruhestand und lebe derzeit dennoch nicht bewußt sparsam. Was ich gerne haben möchte gönne ich mir auch. {Auto, Theater, Urlaub etc.}

Meine Ausgaben sind aber dennoch heute weit geringer als in früheren Jahren und meine Sparquote (aus Sicht des Portfolios) jetzt höher als in der Zeit meiner Berufstätigkeit.

Wie kann man das erklären?

In jungen Jahren war das Einkommen noch sehr gering, daher war auch die Sparquote noch überschaubar. Dann kam die Phase der Familiengründung mit Folgen für die Finanzen:

Mit nur einem Einkommen (traditionelles Familienbild) sollte dennoch ein geräumiges eigenes Haus erbaut und bezahlt (aus Sicht des Portfolios einfach eine Ausgabe, man könnte die Tilgung aber natürlich auch als Teil des Vermögensaufbaus und damit Teil der Sparquote werten) werden und die Ausbildungskosten für den Nachwuchs gingen ins Geld.

Da ich oft auswärts war, brauchte die Ehefrau neben ihren sonstigen Ansprüchen auch noch einen zweiten Wagen. Insgesamt blieb zwar etwas übrig aber der Aufbau des Portfolios ging nur langsam voran.

 

Jetzt ist das Haus abbezahlt. Ausbildungskosten haben sich erledigt und meine Frau ist kurz vor meinem Eintritt in den Ruhestand verstorben. Das mindert die Ausgaben erheblich. (Auch weil man manche Dinge ohne Partner nicht so oft macht. Alleine geht man halt nicht ganz so oft ins Restaurant. )

Über den Lebenszyklus hinweg habe ich jetzt die höchste monatliche Sparrate ohne mich dafür bewußt einzuschränken. Die Sparquote ist allerdings immer noch weit geringer als die in dem anderen von Dir erwähnten Faden oft genannten Werte von 30% und mehr.

Das Geld bewußt auf den Kopf zu hauen, nur damit die Erben kein "pädagogisch schädliches Erbe" erhalten, ist in meinen Augen aber auch Unsinn.

 

vor 41 Minuten von joinventure12:

Ich finde es nicht verwerflich oder demotivierend den Kindern 1Mio+ zu vererben.
....

Ganz im Gegenteil - ich kann heute mehr Risiko gehen um später einen noch größeren Hebel zu haben. Nicht elementare Versicherungen oder Minirenten lassen somit ganz vermeiden, die ansonsten die Mittelschicht meiner Meinung nach aussaugen. z.b. bezahle ich dann halt mal bar einen Anwalt anstatt ne Rechtsschutz abzuschließen.

 

Ich würde es allerdings den u25 Kindern nicht schon unter die Nase halten und trotzdem stets nach eigenen sparsamen Werten erziehen. 

Für mich der erbt, gehört allerdings auch fest dazu, wieder etwas zu vererben - Minimum den Betrag + Inflation.

Sehe ich auch so.  Vermögen sehe ich immer als eine Familienangelegenheit. Wenn ich die Million noch erreichen will, dann muß ich allerdings noch mehrere Jahrzehnte leben (und Geld rentierlich anlegen).

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pillendreher
Posted · Edited by pillendreher
vor 21 Minuten von Nachdenklich:

 

Das Geld bewußt auf den Kopf zu hauen, nur damit die Erben kein "pädagogisch schädliches Erbe" erhalten, ist in meinen Augen aber auch Unsinn.

Eine etwas andere Sicht der Dinge hatte Herr Nestroy:

"Der kluge Mann der Gegenwart sagt: Was hat denn die Nachwelt für mich getan? Nichts! Gut, das nämliche tu ich für sie! Und gewissermaßen hat er recht, der ..."

 

vor einer Stunde von Pfennigfuchser:

 

Es könnte doch aus reizvoll sein, den Kindern so viel zu hinterlassen, dass sie daraus in der nächsten Generation ernsthaft etwas aufbauen können?

 

Und wenn du den Gedanken ein wenig weiter spinnst, also nicht an die Kinder, sondern an die Kindes-....- Kinder denkst, dann ergibt das einen ganz netten Roman.

Zitat

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Eine_Billion_Dollar

Der mittellose Pizzabote John Salvatore Fontanelli aus New York wird von einem italienischen Anwalt zu einer Besprechung ins Hotel Waldorf Astoria gebeten. Er kann sich überhaupt nicht erklären, wie er zu der Ehre kommt. Ihm wird von den vier anwesenden Vertretern der altehrwürdigen Florentiner Anwaltskanzlei „Vacchi“ offenbart, dass er über eine Billion US-Dollar geerbt hat, weil er der jüngste männliche Nachfahre eines italienischen Kaufmannes ist, der vor einem halben Jahrtausend ein bescheidenes Vermögen auf einem Konto anlegte und dieses im Laufe der Zeit durch Zins und Zinseszins zu jener gewaltigen Summe angewachsen ist (vgl. Josephspfennig).

John Fontanelli ist mit einem Schlag der mit großem Abstand reichste Mensch der Erde und sein Privatvermögen ist größer als das Bruttoinlandsprodukt der meisten Länder. Doch sein Vorfahr hat ihm den testamentarischen Auftrag in Form einer Prophezeiung erteilt, mit Hilfe des Geldes der Menschheit die „verlorene Zukunft“ wiederzugeben.

 

 

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FranzFerdinand
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Ich habe von meinen Eltern zum 18. ein Startkapital fürs komplette Studium bekommen, zehn Jahre später ein sehr großes Aktiendepot und beim Hauskauf einen (Teil-)Kredit und bei meinem bisher größten Immobilieninvestment (vermietet) nochmal einen guten Schubs. Alles haben alle Geschwister immer in gleicher Weise bekommen (Zeitpunkte zT variierend). Durch diese Anschubfinanzierung sprang mein Vermögen jeweils ganz erheblich. Meinen Lebensstil hat es nie verändert. Den bestimmte immer mein Einkommen. Aber ich habe mich deswegen immer aufs vorankommen, statt das "überleben" konzentrieren können. Wo andere gekellnert haben, war ich im Ausland auf Praktika, die mich später voran brachten.

 

Auch heute bestimmt primär mein Gehalt unseren Lebensstandard, aber ich hätte viel vorsichtiger und langsamer agieren müssen. Dafür bin ich meinen Eltern ewig dankbar. Das ich mit 70+ nochmal erben werde ist nett, aber das geht dann direkt an meine Kinder. So wurde es auch bei mir gemacht.

Alle Geschwister haben studiert, gute Jobs und leben bodenständige obere Mittelklasse-Leben. Wäre ohne das Geld der Eltern vermutlich genauso gelaufen, nur halt in allen Details etwas kleiner, schmaler, regionaler.

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Der Horst
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Bei großen Vermögen zum Vererben: Ich finde die Vorstellung unangenehm, dass der Nachwuchs das vererbte Vermögen verprasst. Eine (Familien-)Stiftung mit Zweckbindung und klaren Regeln fände ich da ganz spannend, kenne aber die Modalitäten bisher nicht gut genug.

 

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pillendreher
Posted · Edited by pillendreher
vor 14 Minuten von Der Horst:

Bei großen Vermögen zum Vererben: Ich finde die Vorstellung unangenehm, dass der Nachwuchs das vererbte Vermögen verprasst. Eine (Familien-)Stiftung mit Zweckbindung und klaren Regeln fände ich da ganz spannend, kenne aber die Modalitäten bisher nicht gut genug.

 

Na wenn es bei dir nur an den Modalitäten hakt, da kann geholfen werden (sogar die Sparkassen bieten Stiftungsbetreuung an).

https://www.sskm.de/de/home/beratung/stiftungsmanagement.html

Bei mir würde es leider schon an der Grundvoraussetzung "großes Vermögen zum Vererben" scheitern.

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Infocollector
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vor einer Stunde von pillendreher:

Bei mir würde es leider schon an der Grundvoraussetzung "großes Vermögen zum Vererben" scheitern.

Das ergibt sich bei mir allein schon durch den Pensionskassenvertrag meines Arbeitgebers. Sollte ich vor der Rente abdanken, sind da neben dem Guthaben an sich mehrere Jahresgehälter als Todesfallkapital zuzüglich zur Waisenrente fällig. Deshalb mache ich meine eigenen Geschwister sicherheitshalber zu Treuhändern für meine Kinder, bis die volljährig sind.

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hattifnatt
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vor 1 Stunde von Der Horst:

Eine (Familien-)Stiftung mit Zweckbindung und klaren Regeln fände ich da ganz spannend, kenne aber die Modalitäten bisher nicht gut genug.

Habe auch schonmal darüber nachgedacht, bin aber skeptisch, dass man da Regeln finden kann, damit kein Neid oder Streit zwischen den Nachkommen aufkommt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das über mehrere Generationen gut geht (in denen eine Familie ja immer weiter wächst und sich die Mitglieder dann auch nicht mehr so nahestehen), schätze ich als sehr gering ein. Dann doch lieber "schwarze Schafe", die ihren Teil verprassen ...

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Ramstein
Posted · Edited by Ramstein

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Hansolol
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Ich habe von meinen Eltern nie viel Geld bekommen und seit meinem 16. Lebensjahr immer nebenbei gearbeitet, auch während des Studiums. Ein Kumpel von mir hat vor seinem Studium 100k vererbt bekommen und konnte so wesentlich entspannter studieren.

 

Er hat heute einen gut bezahlten Job und geht sorgsam mit seinem Einkommen um. Um sein Erbe habe ich ihn natürlich beneidet. Er musste nicht am Wochenende um 6 Uhr aufstehen und war dadurch viel freier als ich es war.

 

Sollte ich die Möglichkeit haben meine Kinder finanziell zu unterstützen, werde ich es tun. Geld bedeutet ein entspanntes Leben. Ob es einen charakterlichen Nutzen bringt alles selbst zu verdienen bezweifle ich. Daher halte ich es nicht für sinnvoll den Kindern Geld vorzuenthalten aus Angst, dass es verprasst wird. Die Eltern können es doch vorleben.

 

Auch wenn viel Geld da ist, versucht man doch trotzdem noch produktiv zu sein und bildet sich weiter. Nur auf der faulen Haut liegen wollen doch die wenigstens. Man hört vielleicht auf als Angestellter zu arbeiten, aber dann gründet man eben seine eigene Firma und sammelt dadurch Erfahrung. 

 

Darüber hinaus schaffen es doch heutzutage nur sehr wenige durch Erwerbsarbeit zu Wohlstand zu kommen. Ein eigenes Haus kann sich doch ohne Unterstützung heute keiner mehr leisten. Da ist dann eben die Familie gefragt. So funktioniert es auch in anderen Kulturen. Die erste eigene Wohnung wird von allen Familienmitgliedern bezahlt. In Deutschland soll irgendwie jeder selber sehen wo er bleibt und sich alles selbst erarbeiten. 

 

 

 

 

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Pfennigfuchser
Posted · Edited by Pfennigfuchser
vor einer Stunde von Hansolol:

Darüber hinaus schaffen es doch heutzutage nur sehr wenige durch Erwerbsarbeit zu Wohlstand zu kommen. Ein eigenes Haus kann sich doch ohne Unterstützung heute keiner mehr leisten. Da ist dann eben die Familie gefragt. 

In Bezug auf die Freiheit im Studium stimme ich Dir zu, Meinem Studium hätte etwas weniger Erwerbsarbeit auch gut getan. Andererseits bin ich letztendlich über meine Nebenjobs zu meiner heutigen Arbeit gekommen, bei meine Mann war es ähnlich. Aber das ist sicherlich fachspezifisch.

 

Wir haben unser Eigentum selbst finanziert. Durch die im Nachbarstrang beschriebenen Sparquoten. Bei kleinem Einkommen erst einmal eine kleinere Immo, später dann etwas größeres. Das geht schon. Man muss nicht unbedingt die Unterstützung der Familie haben. Aber mit Unterstützung kann man vielleicht etwas aufbauen, das sonst nicht (so einfach) möglich wäre. Sich ein besonderes Studium leisten, ein Geschäft aufziehen, eine Immobilie in besserer Lage, usw. 

 

Ab wann beginnt für Dich "Wohlstand"?

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FitBroker
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vor 22 Stunden von FranzFerdinand:

Ich habe von meinen Eltern zum 18. ein Startkapital fürs komplette Studium bekommen, zehn Jahre später ein sehr großes Aktiendepot und beim Hauskauf einen (Teil-)Kredit und bei meinem bisher größten Immobilieninvestment (vermietet) nochmal einen guten Schubs. Alles haben alle Geschwister immer in gleicher Weise bekommen (Zeitpunkte zT variierend). Durch diese Anschubfinanzierung sprang mein Vermögen jeweils ganz erheblich. Meinen Lebensstil hat es nie verändert. Den bestimmte immer mein Einkommen. Aber ich habe mich deswegen immer aufs vorankommen, statt das "überleben" konzentrieren können. Wo andere gekellnert haben, war ich im Ausland auf Praktika, die mich später voran brachten.

 

Auch heute bestimmt primär mein Gehalt unseren Lebensstandard, aber ich hätte viel vorsichtiger und langsamer agieren müssen. Dafür bin ich meinen Eltern ewig dankbar. Das ich mit 70+ nochmal erben werde ist nett, aber das geht dann direkt an meine Kinder. So wurde es auch bei mir gemacht.

Alle Geschwister haben studiert, gute Jobs und leben bodenständige obere Mittelklasse-Leben. Wäre ohne das Geld der Eltern vermutlich genauso gelaufen, nur halt in allen Details etwas kleiner, schmaler, regionaler.

Schön formuliert, kann das aus ähnlicher Perspektive nur bekräftigen:

 

Ich habe zwar zu meinen Studienzeiten Jobs wie Pizzafahrer oder Thekenkraft in einer Disco angenommen - aber nur, weil ich es wollte, nicht, weil ich es musste.

Meine Eltern hatten für meinen 18. Geburtstag ein Sparbuch eingerichtet, danach mein Studium finanziert, ich habe dank ihnen einen festen Job und Aussicht auf ein größeres Erbe.

Alleine dieser Gedanke, keine finanzielle Not zu haben, ist wirklich verdammt beruhigend und gibt einem eine gewisse Grundgelassenheit im Leben. Ich bin meinen Eltern ebenfalls unendlich dankbar, Existenzangst aus finanzieller Not o.Ä. nicht zu kennen.

An meiner Motivation hat es nichts geändert: Ich habe und hatte immer Ziele, habe selbst ein Unternehmen gegründet etc. - und wie du schreibst: Mein Gehalt bestimmt dabei meinen Lifestyle, nicht mein Vermögen.

 

Auf Grund eigener guter Erfahrungen plane ich daher ebenfalls, für meine künftige Familie einen ausreichend großen finanziellen Fallschirm zu schaffen, der die allermeisten Eventualitäten des Lebens auffangen kann und einfach Möglichkeiten schafft:

Ich sterbe mit Anfang 60? Ist ok, es ist genug Geld da. Die Tochter will unbedingt Kunstgeschichte studieren? So what, wenn sie damit wenig oder nicht dauerhaft verdient - sie wird sich weder prostituieren noch Drogen verkaufen müssen, um ihre Miete zu bezahlen.

Idealerweise kommt dieses Geld aus einer ewigen Rente aus Dividendenerträgen, mit ausreichend Geld im Depot als "reichster Mann auf dem Friedhof" zu sterben wäre daher für mich absolut in Ordnung...

 

P.S. Achja, und arbeiten bis 67 ist kein erstrebenswertes Szenario für mich, plane einen früheren Exit - bisschen Egoismus muss auch sein :)

 

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HalloAktie
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Es kann auch umgekehrt laufen, um mal die Perspektive zu ändern. Meine Eltern hatten in meiner Kindheit und frühen Jugend recht viel Geld zur Verfügung, Haus fast abbezahlt, aber nie gelernt, mit Geld sparsam umzugehen. Ab meinem 14. Geburtstag fiel alles zusammen durch diverse Fehler und auch strukturelle Veränderungen (Verlags-Branche).

Der Vorteil für mich war, dass ich erstens "den materiellen Trip" schon hinter mir hatte, schöne Hotels, alle zwei Jahre ein neues Auto [als Mitfahrer], exotisches Spielzeug- in der Rückschau alles nicht so wichtig. Zweitens musste ich mir irgendwie den Umgang mit Geld selbst beibringen, da es keine Vorbilder gab in der Familie- und zwar noch in der Schulzeit.

Dann habe ich das Gelernte und Erschlossene versucht, an meine Eltern zu vermitteln. Bei meiner Mutter letztlich erfolgreich, bei meinem Vater gescheitert. Heute hat meine Mutter tatsächlich Ersparnisse und redet davon, mir irgendwas etwas zu hinterlassen. Mir wäre es zwar lieber, sie würde das meiste für sich selbst ausgeben, aber ihr ist es wohl ein Anliegen. Bis dato war die größte punktuelle finanzielle Hilfe meiner Eltern an mich die Finanzierung des B-Führerscheins (1137 Euro) und längerfristig das Schulgeld für eine Privatschule (abgesehen davon, was ein Kind halt so kostet).

 

Würde ich mir heute ständig Sorgen machen, dass mein Smartphone nicht mehr der neuesten Generation entspricht oder Jeans/Sneaker von der falschen Marke sind, wäre es wohl besser für mich, nichts Größeres zu erben. Vielleicht sollte man es von den Kindern abhängig machen: Haben Sie kapiert, was im Leben wichtig ist...?

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Infocollector
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vor 7 Stunden von FitBroker:

Ich bin meinen Eltern ebenfalls unendlich dankbar, Existenzangst aus finanzieller Not o.Ä. nicht zu kennen.

Vor vielen vielen Jahren ging mir das für ein Zeitfenster von gut zwei Jahren mal anders. Die Erfahrung war echt besch...en, andererseits aber auch sehr hilfreich für den weiteren Lebensweg. Man lernte notgedrungen mit wenig gut auszukommen, und als es dann mit festem Job und wachsendem Einkommen aufwärts ging, war es einfach die Bodenhaftung nicht zu verlieren.

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morini
Posted · Edited by morini

Beantragt ihr denn kein BAföG, um euer Studium zu finanzieren?

Das wäre doch zumindest eine Erleichterung, um während des Studiums weniger arbeiten zu müssen.

 

Zitat:

"Der BAföG-Höchstsatz für Studierende liegt ab Wintersemester 2020/21 bei 861 €, sofern nicht bei den Eltern gewohnt wird und keine Familienversicherung mehr möglich ist. Bei den Eltern wohnend liegt er bei lediglich 592 €." (Quelle: https://www.bafoeg-rechner.de/FAQ/bafoeg-hoechstsatz.php#studenten)

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Cai Shen
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vor 6 Minuten von morini:

Beantragt ihr denn kein BAföG, um euer Studium zu finanzieren?

Hab ich zumindest nicht ... und nebenbei gearbeitet wie blöde ... und bis zum Einzug bei der heute noch Herzallerliebsten weiter bei meiner Mutter gewohnt.

Ein Bafög-Antrag wäre darauf hinaus gelaufen, meinen Vater zu verklagen, er möge seinen Verdienst offenlegen. :'(

(Ein kleiner Fehler im System des elternabhängigen Bafög.)

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morini
Posted · Edited by morini
vor 4 Minuten von Cai Shen:

Hab ich zumindest nicht ... und nebenbei gearbeitet wie blöde ... und weiter zu Huase gewohnt.

Ein Bafög-Antrag wäre darauf hinaus gelaufen, meinen Vater zu verklagen, er möge seinen Verdienst offenlegen. :'(

 

Auf jeden Fall ist es sehr schade, dass dein Vater nicht von sich aus seinen Verdienst offengelegt hat, um dir zu helfen.

 

Verklagt hätte ich meine Eltern allerdings auch nicht....

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Pfennigfuchser
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Ich habe Bafög bekommen, nicht ganz vollen Satz. Da zudem das Wohnen mehr kostete als im Bafög Satz angenommen und meine Eltern das Kindergeld behalten haben, war es sehr, sehr knapp. Der Satz war ja, auch relativ gesehen, viel kleiner als heute. Für Dinge wie einen Computer oder einen Sprachkurs musste man auf jeden Fall arbeiten gehen. Ich will nicht meckern - das war alles immer noch viel mehr als ich zu Hause jemals hatte. 

 

Und ich habe Haushalten gelernt. Aber gerade im späteren Studiums das Bafög schon ausgelaufen war, hätte ich es einfacher haben können, und auch das Auslandsjahr wäre leichter gewesen, wenn ich den Sprachkurs vor und nicht erst nach dem Jahr hätte finanzieren können.... 

 

Für Bildung täte ich meinen Kinder fast beliebig viel dazu. Beim Rest muss man dann mal schauen. 

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Der Heini
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Gibt doch heutzutage auch bei den Zinsen sehr günstige Ausbildungsdarlehen fürs Studium. Zu meiner Zeit war Bafög zurückzuzahlen an den Staat, also auch nur ein Kredit.

 

Aber ich bin auch der Meinung, finanzielle Freiheit ist bei der Karriereplanung oder dem Lebenserfolg schon sehr hilfreich, hatte ich nicht, mußte alles selber erarbeiten. Meinen Kindern kann ich daher nur begrenzt helfen, da ich meine pflegebedürftige Eltern unterstützen mußte, da ist das Geld dann schon draufgegangen. Für die Rente meiner Frau und mich muß ich ja auch vorsorgen, damit die Kinder nicht zahlen müssen.

That's Life, der eine hat es vom Start weg gut, der andere muß ackern, vielleicht haben meine Enkel es irgendwann mal besser.

Beschweren bringt aber nichts, da sich nichts ändert. Der reichste Mann auf dem Friedhof werde ich eh nicht, da haben andere einen besseren Start gehabt.

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Pfennigfuchser
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@Der Heini diese nette Sandwichposition haben wir auch. Verschuldete Eltern, die das Heim nicht zahlen können, kleine Kinder die versorgt werden wollen (700 Kita...), und die eigene Altersvorsorge muss auch noch gestemmt werden. Ja, das Bafög, musst ich auch zurückzahlen, allerdings nur die Hälfte, war aber immer noch 5-stellig. 

 

Wenn ich mir das alles vor Augen führe, kann ich eigentlich ganz froh sein, dass noch soviel übrigbleibt, dass ich mir Gedanken um das Verbrauchen machen kann. Meine Kinder werden auf jeden Fall einen besseren Start haben, schon, weil sie sich um die FInanzen ihrer alten Eltern keine Sorgen machen müssen.

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lacerator1984
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Meine Eltern haben den Umgang mit Geld nie beherrscht. Das musste ich mir immer selbst beibringen. Das Gehalt meines Vaters hatte ich nach 4 Berufsjahren schon überschritten, weil er nie in berufliches Fortkommen investiert hat. Inzwischen ist er in Rente, mein Einkommen hat sich weiter erhöht und ich spare einen 4-stelligen Betrag in einem normalen Monat, bei Sonderzahlungen entsprechend noch mehr. Meine Eltern sind oft der Meinung, ich könnte ja mal für ihre Mühsal mit der Erziehung etwas abgeben. Das mache ich aber nicht, da sie damit sowieso nicht umgehen können und das sehr schnell verpuffen würde.

 

Was ich meinen Eltern (oder besser gesagt dem gesamten Umfeld) aber zu verdanken habe, ist ein unbedingter Leistungswillen sich anzustrengen und voran zu kommen beruflich. Das zahlt sich jetzt nach knapp 10 Jahren im Job sehr stark aus.

 

Ich überlege schon länger, was ich letztlich mit dem ganzen Geld am Ende machen soll. Ich habe meinen Lebensstil seit Berufsbeginn nur leicht gesteigert, Erben habe ich selbst keine außer meinem Neffen und meiner Nichte. Ob die beiden mit Geld umgehen können, muss sich erst noch weisen. Ich glaube es aber nicht nach dem Umfeld, das ich da erlebe. Von daher scheint es mir derzeit die sinnvollste Lösung zu sein, etwas zur Ausbildung beizusteuern, wenn es dafür der richtige Zeitpunkt ist. Solange werde ich das Geld einfach behalten und selbst anlegen.

 

In meinem sonstigen weiteren Umfeld kenne ich eine Menge Leute, die hohe Konsumschulden haben und das nicht mal für eine halbwegs sinnvolle Investition wie Ausbildung oder Auto. Die meisten haben aber auch nicht den Drive, sich abends oder am Wochenende noch mit Skripten zu beschäftigen und Fortbildungen zu machen. Ich sehe inzwischen mein Gehalt zwar als verdient an, aber mir reicht es, obwohl es perspektivisch noch deutlich zunehmen wird.

 

Die entscheidende Frage ist für mich, ob ich mich mit dem derzeitigen Ausgabenniveau wohl fühle. Ich könnte deutlich mehr ausgeben ohne dass ich später im Alter zu wenig hätte, denn dafür würde eine deutlich niedrigere Sparrate ausreichen.

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Pfennigfuchser
Posted · Edited by Pfennigfuchser
vor 27 Minuten von lacerator1984:

außer meinem Neffen und meiner Nichte. Ob die beiden mit Geld umgehen können, muss sich erst noch weisen. Ich glaube es aber nicht nach dem Umfeld, das ich da erlebe. Von daher scheint es mir derzeit die sinnvollste Lösung zu sein, etwas zur Ausbildung beizusteuern, wenn es dafür der richtige Zeitpunkt ist.

Das finde ich eine gute Idee. Etwas zur Ausbildung beizusteuern, in der 11. Klasse mal einen Sprachkurs zu sponsern oder im Studium zu unterstützen hilft auch sinnvolle Impulse von außen zu geben. 

 

Ich selbst habe mal einen Englischkurs im Ausland an einen Jugendlichen verschenkt. Da hat er andere Lebenskonzepte kennengelernt, Selbstvertrauen, Motivation getankt, das hat richtig Spaß gemacht, das zu verschenken. ok, besser Englisch konnte er dann auch noch.

 

Selbst habe ich auch einmal von völlig unerwarteter Seite einen Zuschuss zum genau richtigen Zeitpunkt bekommen, das hat mich damals sehr, sehr gefreut, nicht nur wegen des Betrages, sondern einfach weil es gut war zu wissen, dass sich jemand sorgt.

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