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Kabumm

US-Staatsanleihen handeln

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Kabumm
Posted

Hi,

 

mir fehlt leider völlig der Einblick darin, wie Anleihen eigentlich gehandelt werden.

 

Deshalb einfach mal die Frage: Wie würdet ihr es praktisch angehen, wenn ihr auf bestimmte US-Staatsanleihen (Bills, Notes, Bonds) spekulieren möchtet?

Beispiel 1: Ich möchte eine Art Marktportfolio kaufen und dann einzelne Laufzeiten über- und untergewichten.

Beispiel 2: Realisation eines einfachen Long-Short-Portfolios als zwei unterschiedlichen Laufzeiten.

 

Mich interessiert sowohl die Perspektive des Privatinvestors, der einfach nur einen Teil seines Vermögens (sagen wir mal ~50k) in Staatsanleihen stecken will als auch die Perspektive eines insitutionellen Investors.

Welche Titel kauft man? Über welche Quellen bezieht man die? Wie läuft das mit Fremdwährung?

 

Beste Grüße

ein Student

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DerBademeister
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Guten Morgen Kabumm,

 

hast du wenigstens zehn Minuten Google bemüht, bevor du das hier geschrieben hast?

 

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oktavian
Posted

Mit 50K: Suche dir einen passenden ETF mit den entsprechenden Laufzeiten raus. Bei Staatsanleihen in developed markets lohnen aktive Fonds nicht und 50k sind für selbst duration etc. managen einfach zu wenig.

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Kabumm
Posted
vor 8 Stunden von oktavian:

Mit 50K: Suche dir einen passenden ETF mit den entsprechenden Laufzeiten raus. Bei Staatsanleihen in developed markets lohnen aktive Fonds nicht und 50k sind für selbst duration etc. managen einfach zu wenig.

Danke. In Sachen ETFs hab ich jetzt bspw. den IE00B3VWN179 (iShares $ Treasury Bond 1-3yr) oder den IE00B1FZS798 (7-10yr) gefunden. Interessanter wäre es aber ausdifferenzierter, also in 3M oder 5Y(+-1M) zu investieren. In die Richtung gibt es aber wahrscheinlich keine ETFs oder? Ich habe jetzt in Sachen ETF-Suche justetf gefunden. Da scheinen aber alle Fonds so strukturiert zu sein.

 

Wie würde denn das Selbermanagen der Duration aussehen? Also mal angenommen, man hat nicht 50K Privatvermögen, sondern managed einen aktiven 100 Mio Fond, der rein in US-Staatsanleihen investieren soll.

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oktavian
Posted
vor 11 Stunden von Kabumm:

Wie würde denn das Selbermanagen der Duration aussehen? Also mal angenommen, man hat nicht 50K Privatvermögen, sondern managed einen aktiven 100 Mio Fond, der rein in US-Staatsanleihen investieren soll.

Anleihen sind recht simpel mathematisch, aber man sollte es sich auch nicht zu einfach machen. Da Staatsanleihen normalerweise keine Optionen enthalten ist die Duration auch sehr einfach zu berechnen, also kommst du ohne effective duration aus. Schon welche Postionen in Staatsanleihen man in Bezug auf deren Duration anstrebt, kann von den eigenen Verbindlichkeiten abhängen (z.B. duration matching) oder auch den eigenen Sichtweisen auf den Markt z.B. Zinnstrukturkurve wird steiler, flacher oder was auch immer. Selsbt wenn man dann die gleiche Portfolio duration anstrebt, kann man sich unterscheidlich positionieren bullet, barbell, ladder --> siehe convexity.

 

Lese dich mal über Zinsstruktur, Zinsstrukturkurve, duration, modified duration, effective duration, macaulay duration, convexity, portfolio duration ein. Das sollte helfen.

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Kabumm
Posted
Am 8.4.2021 um 08:03 von oktavian:

Anleihen sind recht simpel mathematisch, aber man sollte es sich auch nicht zu einfach machen. Da Staatsanleihen normalerweise keine Optionen enthalten ist die Duration auch sehr einfach zu berechnen, also kommst du ohne effective duration aus. Schon welche Postionen in Staatsanleihen man in Bezug auf deren Duration anstrebt, kann von den eigenen Verbindlichkeiten abhängen (z.B. duration matching) oder auch den eigenen Sichtweisen auf den Markt z.B. Zinnstrukturkurve wird steiler, flacher oder was auch immer. Selsbt wenn man dann die gleiche Portfolio duration anstrebt, kann man sich unterscheidlich positionieren bullet, barbell, ladder --> siehe convexity.

 

Lese dich mal über Zinsstruktur, Zinsstrukturkurve, duration, modified duration, effective duration, macaulay duration, convexity, portfolio duration ein. Das sollte helfen.

Danke für die Antwort. Die theoretischen Begriffe sind mir durchaus bekannt, ich studiere das ja. Da habe ich meine Frage wohl schlecht formuliert. Ich würde gerne wissen, wie man so ein Staatsanleihen-Portfolio letztlich zusammenkauft. Wie sind Kauf- und Verkaufsprozess strukturiert bzw. wo kauft man überhaupt? Wie sähe ein "normaler" Trade aus hinsichtlich Größe, Transaktionskosten, ...? Kauft man direkt die Anleihen oder eher Derivate? Alles hinsichtlich des Ziels, dass man bestimmte Laufzeiten über-/untergewichten möchte.

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oktavian
Posted
vor 8 Stunden von Kabumm:

Danke für die Antwort. Die theoretischen Begriffe sind mir durchaus bekannt, ich studiere das ja. Da habe ich meine Frage wohl schlecht formuliert. Ich würde gerne wissen, wie man so ein Staatsanleihen-Portfolio letztlich zusammenkauft. Wie sind Kauf- und Verkaufsprozess strukturiert bzw. wo kauft man überhaupt? Wie sähe ein "normaler" Trade aus hinsichtlich Größe, Transaktionskosten, ...? Kauft man direkt die Anleihen oder eher Derivate? Alles hinsichtlich des Ziels, dass man bestimmte Laufzeiten über-/untergewichten möchte.

Das würde vom Gesamtvolumen abhängen. Futures haben schon eine gewisse Größe. Man muss auch auf margin gucken und es also überwachen und auch daher kommt es eher nicht in Frage. Wir sind hier Privatanleger. Keiner wird das so wissenschaftlich betreiben, um da noch 0,25% p.a. mehr rauszuholen wegen der Zeiteinsatz/Nutzenfunktion. Da konzentriert man sich besser auf asset allocation bzw. stärker auf die Aktien allocation, wenn man aktiv gehen will. :myop:

 

Kosten hängen vom gewählten broker ab. Wenn ich mir jetzt einen Trade ausdenke, würde ich eben berechnen, was am billigsten kommt: ETFs nutzen, Staatsanleihen direkt kaufen, Futures oder kombinieren. Wenn man den Trade nicht lange aufrechterhalten möchte, macht z.B. die TER der ETFs wenig aus und die höhere Liquidität führt zu niedrigeren spreads und die höhere Ordergröße bei weniger Einzelpositionen kann die Transaktionskosten senken. Dann muss man auch noch je nach Land die Steuersituation analysieren. Also Quellensteuern im ETF vs direkt vs Futures. In Deutschland kommen dann noch gewisse Verlustverrechnungsbeschränkungen bei Derivaten hinzu neuerdings.

 

Bei ETFs musst du auch das Portfolio nicht selbst managen. Die duration würde ansonsten mit der Zeit fallen und du müsstest futures rollen. Bei Direktanlage müsstest du coupons wieder anlegen, was bei kleinen Beträgen teuer sein kann. Auch müsstest du ausgelaufene Anleihen wieder anlegen bzw. Anleihen verkaufen und mit höherer duration kaufen, wenn du die Portfolio duration halten möchtest. Da ist dem Privatanleger aber meist egal. Auf jeden Fall würde man off the run Anleihen kaufen und möglichst illiquide, um das Liquiditätspremium auszunutzen (bringt aber auch nur was ab gewissen Summen damit es sich absolut lohnt und längerer Haltedauer). Generell sind dem Privatanleger 0.25% mehr oder weniger nicht so wichtig, aber für den institutionellen Anleger kann das schon ein Riesenunterschied sein. Für mich lohnt es einfach nicht, sich damit zu beschäftigen. Ich lese mir nicht einen Haufen Zeug durch für so ein bisschen alpha und man braucht auch gute Software, um die unterschiedlichen Anleihen zu vergleichen. Das investment sowas zu abbonieren (z.B. yieldbook) oder selbst zu programmieren lohnt dann erst ab gewissen Summen. Also habe ich damit auch keine Erfahrung. Für einen aktiven Ansatz spräche aber z.B. das "bums" problem der Anleihenindices. Ich bin schon der Meinung der Index (insbesondere EM) ist leichter zu schlagen als bei Aktien, aber es bringt auch weniger.

 

--> Man muss schon planen und genau wissen, was man möchte. Abhängig von der Summe ist man dann aber evtl. mit ETF einfach besser dran. Ich muss auch sagen, ich handele derzeit keine Anleihen, da ich sie für überbewertet halte und würde nur Anomalien kaufen z.B. bond ETF unter NAV, CEFs unter NAV über Durchschnitt etc.

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