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Schildkröte

SYNLAB

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Anlässlich des geplanten Börsenganges erstelle ich mal einen Thread zu diesem Unternehmen.

 

Zitat

Synlab (Eigenschreibweise: SYNLAB) ist ein Anbieter für human- und veterinärmedizinische Labordienstleistungen sowie für Umweltanalysen[1], der 2015 aus dem Zusammenschluss der beiden Labordienstleister Labco und Synlab hervorging. Die Synlab-Gruppe hat ihren Hauptsitz in München und ist in mehr als 35 Ländern mit über 19.000 Mitarbeitern vertreten. Im Jahr 2018 erzielte die Synlab-Gruppe einen Umsatz von rund 2,0 Milliarden Euro.[2] Im April 2021 gab Synlab bekannt, dass es die Zulassung seiner Aktien im regulierten Marktsegment (Prime Standard) der Frankfurter Wertpapierbörse anstrebt.[3][4]

 

Insgesamt gehören über 400 Labore zum Synlab Hub and Spoke-Labornetzwerk. Das Netzwerk umfasst unter anderem zwei europäische Referenzlabore in der Nähe von Stuttgart und in der Nähe von Barcelona sowie 31 Zentrallabore, die jeweils spezialisiert sind und auch Tests für andere Labore des Netzwerks ausführen. Den Großteil des Netzwerks bilden regionale und Notfalllabore.

Quelle: Wikipedia

 

Ein Viertel des Umsatzes generiert SYNLAB (derzeit) über Corona-Tests. Wie nachhaltig dieses Klumpenrisiko ist, sollte jeder selbst abwägen. Schließlich sollte dieser Driss bald vorbei sein, wenn wir weitgehend durchgeimpft sind.

 

Zitat

Die Erstnotiz ist für das zweite Quartal geplant. Neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung allein sollen 400 Millionen Euro erbringen

...

Neben Cinven sind den Angaben zufolge der kanadische Pensionsfonds Ontario Teachers' Pension Plan und Novo Holdings an Synlab beteiligt – außerdem Mitglieder des Managements, den Usancen von Private Equity entsprechend.

 

Synlab ist nach der üblichen Kalkulation auf Basis der operativen Erträge mehrere Milliarden Euro wert.

...

In diesem Jahr soll das Corona-Geschäft noch zulegen. Die Preise für PCR-Tests fallen ... aber der Absatz steigt.

...

Beim Börsengang sollen Privataktionäre und institutionelle Investoren zum Zuge kommen. Sie können nach den Aussagen vom Mittwoch eine erste Dividendenzahlung im Jahr 2022 erhalten – als Gewinnausschüttung für das laufende Jahr. Die Quote soll 20 bis 30 Prozent des Nettogewinns betragen. Synlab will mit dem Erlös Schulden abtragen. Der Verschuldungsgrad – der Ende 2020 beim 3,3-Fachen des Ebitda und Ende 2019 doppelt so hoch lag – soll mittelfristig unter das Dreifache sinken.

Quelle: FAZ

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oktavian
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-Es ist noch unbekannt wieviel die Altaktionäre verkaufen möchten.

-Generell sehe ich bei Laboren noch viel Bedarf, denn Medizin ist derzeit viel zu viel trial and error. Allerdings ist viel zu viel Handarbeit nötig mit den Proben und ich sehe das Risiko von Automation, was dann Druck auf die Preise ausüben würde. Dann würde vielleicht mehr Gewinnanteil als bisher bei den Anbietern von Automation als bei den Laboren bleiben.

-Gibt es da economies of scale, wenn man viele Labore betreibt?

 

Ich werde mir das definitiv anschauen, da ich es besser verstehe als diverse online-Geschäftsmodelle, welche derzeit an die Börse streben.

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Ich finde das Geschäftsmodell grundsätzlich interessant. Der Konkurrenzkampf und die Margen in der Branche wären sicher interessant zu wissen. Im konkreten Fall ist mir der Fokus auf Corona-Tests jedoch zu hoch und das Timing, am aktuellen Borsen-Trend partizipieren zu wollen, um Kasse zu machen, zu offensichtlich. Wenn konkrete Zahlen vorliegen, schaue ich mir mal die Bewertung und die Rentabilität in den übrigen Segmenten an, um abzuschätzen, ob sich ein Investment auch mit Blick auf die Zeit nach Corona lohnt.

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Big Harry
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Ich meine vor einiger Zeit einen Artikel darüber gelesen zu haben, dessen Aussage war dass es viel Konsolidierungspotential im Labormarkt gäbe. Dabei würde eine Konsolidierung maßgeblich von den üblichen Verdächtigen aus dem PE-Bereich vorangetrieben werden. Eine voranschreitende Automation wäre dabei vermutlich eher vorteilhaft, da es Skalenerträge fördert und den kapitalstarken Playern in die Hand spielt.

Ich werde Synlab auf jeden Fall im Auge behalten, aber insgesamt bin ich bei Schildkröte "Das Timing [...] um Kasse zu machen [ist] zu offensichtlich". Mal schauen wie ambitioniert die Bewertung sein wird.

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adzZzyYy
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Das klingt so ein wenig wie Eurofins Scientific für den Vergleich, es gibt hier auch einen wenig genutzten Faden zu. Die profitieren ebenso von Corona und kaufen ebenfalls regelmäßig Labore zu.

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Schneutzduch
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Grundsätzlich hört sich das mit dem Labormarkt ja interessant an, ich hab mir auch mal vor einiger Zeit Labcorp mal angeschaut. Labcorp ist mir 13Mrd. US Dollar Umsatz zwar etwa 4 mal größer, betreibt aber ein in meinen Augen ähnliches Geschäftsmodell. Mir kommt aber folgendes in den Sinn: Kostolany(?!) hat gesagt dass man beim Goldrausch nicht in die Goldminen, sondern in die Schaufelhersteller investieren soll. Genau der Gedankengang kommt mir bei Synlab auch: die Margen bei Thermo Fisher sind höher als bei Labcorp, das EPS wächst schneller und der Kurs auch, dazu zahlt TMO noch eine Dividende. Solide ist das Geschäftsmodell von Synlab, Labcorp und Eurofins allemal, aber auf den ersten Blick nicht so rentabel.

 

Dagegen steht aber die Tatsache dass man heutzutage dass Gefühl hat, dass alles beprobt werden muss. Früher hat man seinen Bauschutt mal bei der örtlichen Deponie abgeladen, heute muss er beprobt sein. Früher wurde der Aushub von nem Hausbau auf den Acker von Bauer Huber gekippt, heut kommst in Teufelsküche wenn man sich dabei erwischen lässt. Proben und Testen ist nicht erst seit Corona in Mode, aber Corona hat die Labore mal so richtig ausgelastet. Gut, Bauschutt mach Synlab scheinbar (noch) nicht, aber vlt kommt dass noch. Sicher ein wachsender Markt, aber mir würde besseres Einfallen. Fazit: wie meine Vorredner werde ich dass auch mal Verfolgen, aber ich hab auch die Bedenken dass man hier noch versucht die "Cash-Out" Option zu nutzen bevor es allgemein mal wieder ungünstiger wird. Zu dem Thema hab ich vor kurzem auch erst in "Real Money" gelesen, und wenn ich die ganzen Börsengänge auch in Europa langsam so sehe wird mir mulmig...

 

Gruß,

Christian

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte
vor 13 Stunden von Schneutzduch:

wenn ich die ganzen Börsengänge auch in Europa langsam so sehe wird mir mulmig...

Erfahrene Anleger kaufen auch nicht bei Börsengängen. Es sei denn sie spekulieren auf kurzfristige Zeichnungsgewinne. Aber auch das kann nach hinten losgehen. ;)

 

SYNLAB wollte ja bereits im Herbst an die Börse gehen, sagte dies wegen der Marktlage jedoch ab. Da der Markt bereits gut gelaufen ist und eine Korrektur jederzeit möglich ist, würde ich es nicht ausschließen, dass auch der erneute Anlauf im 2. Quartal abgesagt bzw. verschoben wird.

 

Als Patient wurden schon oft beim Arzt Proben für Befunde von mir entnommen. Da ich Privatpatient bin, kriege ich dafür Rechnungen der Labore. Je nach Anlass und Bearbeitungsaufwand schwanken die Rechnungsbeiträge bei mir zwischen 20€ und 50€. Ergo dürften auch die Margen bei den einzelnen Anbietern jeweils sehr unterschiedlich sein, so dass man als Anleger genau hinschauen sollte.

 

Hier eine Branchenanalyse der gewerkschaftsnahen Hans Böckler Stiftung zu Labordiensleistern.

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tomkyle
Posted · Edited by tomkyle

Aus assistenzärtlicher Sicht in der Labormedizin geschrieben:

Ein starker Konkurrenzkampf zwischen privat geführten Laboren und großen Konzernen hat bis vor ca. 5-8 Jahren  in Deutschland stattgefunden. Teilweise haben sich die Labore derart ruinös unterboten, dass viele kleinen Labore aufgeben mussten und aufgekauft werden konnten. Aktuell ist der Markt zu 50% in Hand der "Big 5" und zu 50% noch in privat geführten Laboren. Zu den "Big 5" gehört auch Synlab (neben LaDR, amedes, Sonic und Limbach Gruppe). In Deutschland sind die Preise durch die Eintritt der o.g. Unternehmen stark gesunken, so dass sich dort nicht mehr viel Geld als Laborarzt verdienen lässt wie "früher". In den Nachbarländern scheinen die Margen noch höher zu liegen.

 

siehe auch: https://www.trillium.de/zeitschriften/trillium-diagnostik/archiv/ausgaben-2015/td-32015/titelthema/die-zukunft-der-labordiagnostik.html

Weltweit ist Quest Diagnostics führend gemessen am Umsatz.

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Danke für Deinen Einblick. Wie sieht es denn mit dem Burggraben aus, also etwa hinsichtlich Ausbildung und Ausrüstung? Sind die Markteintrittsbarrieren hoch, so dass die Margen steigen müssten, wenn die Konsolidierung abgeschlossen ist oder ist es relativ leicht in dieses Geschäft einzusteigen?

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tomkyle
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Die technische Ausstattung der einzelnen Großlabore dürfte sich nicht stark unterscheiden und ist in großen Laborstraßen organisiert, wo immer weniger von Menschenhand gemacht werden muss, es scheint sich ein Mangel an MTLAs (medizinisch-technische Laborassistenten) anzubahnen. In großen Laborverbünden werden Schwerpunkte für bestimmte Diagnostik-Parameter (z.B. selten Autoantikörper) deutschlandweit gesetzt und die Proben dann firmenintern dorthin versendet (Konzentration), da es nicht wirtschaftlich ist, alles in jedem Labor anzubieten. Dass die Spezial-Diagnostik durch Fremdversand um einige Tage verzögert wird, ist in der Medizin üblich.

Die Margen können meiner Meinung nach nicht mehr durch Effizienzsteigerungen erhöht werden, da die Parameter gesetzlich festgelegt durch die GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) vergütet werden, und es bereits jetzt schon alles sehr auf Wirtschaftlichkeit getrimmt ist. Die großen Laborverbände können ihre Geräte und - nicht zu vergessen - die Verbrauchsmaterialien (z.B. Pipettenspitzen, Reagenzien) natürlich zu deutlich günstigeren Konditionen einkaufen. Daher ist ein Markteinstieg mit einem eigenen Labor heutzutage schwer vorstellbar.

Bezüglich deines Beispiels mit 20€ bis 50€: Das müsste bei unterschiedlichen Laboren eigentlich gleich viel kosten, da es durch die GOÄ festgelegt ist. Dein behandelnder Arzt legt fest, was untersucht wird, und bestimmt damit am ehesten die Kosten.

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Schildkröte
Posted

Danke für Dein Feedback. Die genannten Geldbeträge waren jeweils unterschiedliche Laboruntersuchungen, auch bei jeweils unterschiedlichen Fachärzten. Besteht bei der GOÄ nicht noch Spielraum, statt des üblichen Faktors von 2,3 den Faktor 3,5 anzusetzen? Das müsste allerdings mit höherem Aufwand begründet werden und könnte zu Nachfragen der privaten Krankenversicherungen führen? Wie wird bei gesetzlich Versicherten abgerechnet? 

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tomkyle
Posted

Bei gesetzlich Versicherten wird nach dem EBM abgerechnet: https://de.wikipedia.org/wiki/Einheitlicher_Bewertungsmaßstab

 

Der höhere Aufwand muss je nach Untersuchung individuell begründet werden, manchmal gibt es aber auch schon extra Abrechnungsnummern, bei denen der höhere Aufwand bereits eingepreist ist (z.B. intravenöse Flüssigkeitsgabe beim Kind vs. beim normalen Erwachsenen) (s. https://www.iww.de/aaa/privatliquidation/goae-mit-hoeherem-faktor-abrechnen-f62980). Da ich noch im Krankenhaus arbeite, bin ich in diesem Thema aber auch noch nicht bewandert genug.

 

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