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1965Löwe

ETF Rentenversicherung vs. ETF Depot

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1965Löwe

Hallo zusammen,

 

ich beschäftige mich aktuell sehr intensiv mit meiner Privaten Altersvorsorge.

 

Aktuell habe ich ein ETF Depot und nutze dies u.a. auch als Altersvorsorge.

 

Natürlich habe ich mich auch über ETF Rentenversicherungen informiert. Man sieht da die kompletten Befürworter, aber auch die komplette Gegner.

 

Für mich wäre der Hauptgrund eine Rentenversicherung abzuschließen der Steuervorteil. Jetzt hier meine Frage: Ist der Steuervorteil im Vertrag festgeschrieben? Könnte da jemand schauen?
 

Der Hintergrund der Frage ist, dass die aktuelle Lage sehr dynamisch ist - ich meine wer hätte vor 5 Jahren gedacht, dass wir aktuell Teilwiese 3% auf das Tagesgeld bekommen. So könnten auch die Politiker den Steuervorteil ändern.

 

Ansonsten sehe ich persönlich das reine ETF Depot, alles selbst gemacht, im Vorteil gegenüber der Rentenversicherung.

Was wären sonst eure Gründe für die Rentenversicherung? (Klar, lebenslange Rente -> Risiko der Langlebigkeit abgesichert, Ablassmanagement zum Ende der Laufzeit, etc.)

 

Vielen Dank im Voraus.

 

MFG

 

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chirlu
· bearbeitet von chirlu
vor 6 Minuten von 1965Löwe:

Ist der Steuervorteil im Vertrag festgeschrieben?

 

Seltsame Frage. Handelst du die Höhe der Lohnsteuer auch mit deinem Arbeitgeber aus?

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satgar

Der Steuervorteil steht nicht im Vertrag oder den Versicherungsbedingungen, sondern in den Gesetzen. 

 

Heißt: genauso wie der Gesetzgeber die 12/62 Regel jederzeit kippen kann, kann er auf Kapitalertrag des Depots auch mal wieder die Einkommenssteuer anstatt die Abgeltungssteuer einsetzen.

 

Sofern verfassungsrechtlich ok, darf der Staat quasi alles. Das kann ein Versicherer durch seine Bedingungen nicht aushebeln. Dort wirst du keine Infos zu diesem "Steuervorteil" finden.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor 41 Minuten von 1965Löwe:

Natürlich habe ich mich auch über ETF Rentenversicherungen informiert. Man sieht da die kompletten Befürworter, aber auch die komplette Gegner.

 

Sowohl ein eigenes ETF-Depot, als auch eine fondsgebundene Rentenversicherung haben ihre Vor- und Nachteile. Man kann nicht sagen, dass das eine oder das andere besser ist. Es kommt auf die individuelle Situation an. Für den einen passt die eine Variante besser, für den anderen die andere Variante.

 

vor 41 Minuten von 1965Löwe:

Für mich wäre der Hauptgrund eine Rentenversicherung abzuschließen der Steuervorteil.

 

Auch das ist viel zu pauschal. Man muss das sehr genau und individuell durchrechnen. Manchmal ergeben sich Steuervorteile - manchmal nicht.

 

Du hast überhaupt nichts zu Dir, zu Deiner Situation und zu Deinen Anlagezielen geschrieben. Deshalb können wir nicht sagen, was besser für Dich passt.

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor 46 Minuten von 1965Löwe:

Ist der Steuervorteil im Vertrag festgeschrieben?

 

Wie die anderen ja schon geschrieben haben: Der Versicherer übernimmt definitiv keine Verantwortung/Haftung dafür, dass die Steuergesetzgebung so bleibt wie sie ist. Wie satgar ja schon angedeutet hat, kann der Gesetzgeber das im Rahmen der verfassungsmäßigkeit seiner Änderungen jeder Zeit anpassen. Das heißt in der Praxis aber auch, dass es für Altbestände bei Gesetzesänderungen regelmäßig in irgendeiner Form Bestandsschutz gibt. So ist es z.B. bei Rentenversicherungen, die vor der letzten großen Anpassung im Jahre 2005 abgeschlossen wurden. Diese haben weiterhin die (vorteilhafteren) steuerlichen Regelungen von vor der Reform.

 

vor 46 Minuten von 1965Löwe:

Was wären sonst eure Gründe für die Rentenversicherung? (Klar, lebenslange Rente -> Risiko der Langlebigkeit abgesichert, Ablassmanagement zum Ende der Laufzeit, etc.)

"Ablassmanagement" macht höchstens die Religion deiner Wahl. :lol: ... aber ja, die von dir genannten (inkl. steuerneutralem Ablaufmanagement) sind im wesentlichen schon die Vorteile.

 

Es spricht denke ich viel dafür, zumindest bis zum erreichen des Sparerpauschbetrages erst einmal ohne Versicherung Vermögen in ETF aufzubauen. Ob nach erreichen dieses Punktes dann eine ETF-Rentenversicherung sinnvoll ist, muss man halt genau rechnen.

 

Da gibt es tatsächlich sowohl Vorteile als auch Nachteile und der Steuervorteil einer derartigen Versicherung ist halt auch nicht so riesengroß, dass man mit der ausschließlichen Verwendung einer der beiden Optionen einen riesengroßen Fehler machen würde. Beide Ansätze parallel zu betreiben ist im Zweifelsfall vielleicht keine schlechte Möglichkeit.

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satgar
vor 53 Minuten von s1lv3r:

Das heißt in der Praxis aber auch, dass es für Altbestände bei Gesetzesänderungen regelmäßig in irgendeiner Form Bestandsschutz gibt. So ist es z.B. bei Rentenversicherungen, die vor der letzten großen Anpassung im Jahre 2005 abgeschlossen wurden. Diese haben weiterhin die (vorteilhafteren) steuerlichen Regelungen von vor der Reform.

Das würden die Rentner von nach §40b pauschal besteuerten Betriebsrenten und deren nachträglich eingeführter Pflicht zur Beitragszahlung von Auszahlungsleistungen mit KV Beiträgen auch gerne sagen ;-). Aber ja, grundsätzlich hast du meistens sicher Recht, für Altverträge ist der Bestandsschutz die Regel. Aber es kann auch passieren, dass der Gesetzgeber auch für Altverträge Anpassungen vornimmt, und das als verfassungskonform gesehen wird. Auf hoher See und vor Gerichten.....ihr kennt den Spruch sicherlich..

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1965Löwe
· bearbeitet von 1965Löwe

Perfekt, vielen Dank für eure Antworten! Dann muss ich echt mal schauen, was für mich persönlich Sinn macht.

 

kurz zu mir: 24 Jahre alt, ausgelernt, eventuell bald noch ein Studium anfangen, aktuell mittlerer 5 stelliger Betrag in ETF und Tagesgeld und mein Anlageziel ist ein gewisses Vermögen aufzubauen und unabhängig von Rente/Einkommen leben zu können, sprich einfach eine Sicherheit zu haben.

 

Habt ihr einen Rechner für den Steuervorteil? Habe letzens einen Termin gehabt bei einem „unabhängigen“ Finanzberater. Der hat natürlich die Rentenversicherung schön geredet und gerechnet. Da es ein Bekannter von mir ist konnte ich auch seine Provision erfragen, wenn ich abschließen würde, fast 900€ - klar rechnet er mir es dann schön

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satgar
vor 14 Minuten von 1965Löwe:

fast 900€ -

Das ist ja noch harmlos. Wahrscheinlich ist mit einem sehr kleinen Sparbetrag gerechnet worden. Denn wenn so eine Police bis 67 berechnet wird, erhält der Vermittler 2,5% der Beitragssumme. Das wären hier also vielleicht 75 EUR mtl. Sparbetrag. Hebt man den Beitrag in der Zukunft an, erhält er erneut eine Provision. Hinzu kommen die jährlichen Bestandsprovisionen, die in den Verwaltungskosten versteckt werden zzgl. Provisionen bei Zuzahlungen.

 

Sowas schließt man bitte niemals ab! Sondern wenn man eine fondsgebundene Versicherung sucht, nur als provisionsfreien Nettotarif!

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Sapine

Fast immer ist ein ETF Sparplan günstiger, solange man den Steuerpauschbetrag noch nicht ausgeschöpft hat.

 

Danach kann die Entscheidung auch anders ausgehen. Entscheidend sind unter anderem: 

- Persönliche Steuersituation im Alter

- Flexibilität bei der Anlage (Sabbatical, Renovierung, Wohnmobil, Weltreise, Anschaffung Immobilie, Auswanderung etc.) 

- Schlechte Performance bei der RV (nicht optimale Fondsauswahl und Kostenbelastung)

- Konditionen der Verrentung problembehaftet (z.B. Anpassung von Rentenfaktor durch Versicherungen etc.)

- Sicherheit bei Langlebigkeit (Vorteil RV)

- Vermögensverlust bei frühem Tod (Vorteil Sparplan)

 

Vorsicht bei Beratung durch Bekannte - nicht selten steckt ein Sturkturvertrieb dahinter mit besonders hohen Kosten im Versicherungsmantel. Welcher Anbieter wurde dir empfohlen? 

 

vor 20 Minuten von 1965Löwe:

kurz zu mir: 24 Jahre alt, ausgelernt, eventuell bald noch ein Studium anfangen, aktuell mittlerer 5 stelliger Betrag in ETF und Tagesgeld und mein Anlageziel ist ein gewisses Vermögen aufzubauen und unabhängig von Rente/Einkommen leben zu können, sprich einfach eine Sicherheit zu haben.

Den Pauschbetrag wirst du vermutlich demnächst ausschöpfen, dennoch würde ich bei deinen Vorgaben dazu tendieren, flexibel zu bleiben. Wenn du noch ein Studium anhängen willst, musst oder willst du vielleicht auf die Rücklagen zugreifen. Das geht bei einer RV nicht. Wie die Steuersituation im Alter aussehen wird, ist angesichts der sehr langen Zeitspanne von über 40 Jahren nicht seriös vorhersagbar. Die Investition in dein Humankapital (Studium) kann mit Blick auf deine Einkommenssituation eine sehr weise Entscheidung sein. Ein gutes Einkommen ist die beste Voraussetzung für den Vermögensaufbau. 

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s1lv3r
vor 14 Minuten von Sapine:

Das geht bei einer RV nicht.

 

Ein Auswahlkriterium für eine gute RV ist definitiv die jederzeitige Möglichkeit und komplette Kostenfreiheit von Ratenanpassungen, (Teil)-Auszahlungen, Einmalzahlungen, Pausierung, etc.

 

Wenn man eine RV von irgendeinem Strukki kauft, ist neben hohen Verwaltungs- & Provisionskosten, aber natürlich auch die Wahrscheinlichkeit höher, dass diese diese Flexibilität nicht bietet, bzw. das dann dafür wieder irgendwelche Abzocker-Gebühren fällig werden. :unsure:

 

Ansonsten aber volle Zustimmung, zu dem was du geschrieben hast. Genauso sehe ich das auch. :thumbsup:

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oktavian
vor 30 Minuten von Sapine:

Den Pauschbetrag wirst du vermutlich demnächst ausschöpfen, dennoch würde ich bei deinen Vorgaben dazu tendieren, flexibel zu bleiben. Wenn du noch ein Studium anhängen willst, musst oder willst du vielleicht auf die Rücklagen zugreifen. Das geht bei einer RV nicht. Wie die Steuersituation im Alter aussehen wird, ist angesichts der sehr langen Zeitspanne von über 40 Jahren nicht seriös vorhersagbar. Die Investition in dein Humankapital (Studium) kann mit Blick auf deine Einkommenssituation eine sehr weise Entscheidung sein. Ein gutes Einkommen ist die beste Voraussetzung für den Vermögensaufbau. 

sehe ich auch exakt genau so.

vor 2 Stunden von satgar:

Heißt: genauso wie der Gesetzgeber die 12/62 Regel jederzeit kippen kann, kann er auf Kapitalertrag des Depots auch mal wieder die Einkommenssteuer anstatt die Abgeltungssteuer einsetzen.

Z.B. bei alten Lebensversicherungen wurde nichts steuerlich adhoc verändert. Es gab Bestandsschutz. Man kann die Beiträge zur alten LV absetzen und der Ertrag ist 100% steuerfrei. Andererseits wurde bei der Betriebsrente mal nachträglich eine Besteuerung eingeführt.

 

Zweitens muss die Einkommenssteuer auch verfassungsgemäß sein. Das würde ich bei Reichensteuer auf bereits versteuerte Dividenden als nicht erfüllt ansehen. Die alte Regelung mit Spekulationsfrist und Halbeinkünfteverfahren, wäre für mich z.B. sehr vorteilhaft gegenüber der Abgeltungssteuer, aber ist natürlich individuell. Also halte die krasse Besteuerung mit Grenzsteuersatz von EK für unrealistisch.

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Sapine
vor 32 Minuten von s1lv3r:

Ein Auswahlkriterium für eine gute RV ist definitiv die jederzeitige Möglichkeit und komplette Kostenfreiheit von Ratenanpassungen, (Teil)-Auszahlungen, Einmalzahlungen, Pausierung, etc.

ok - mein letztes Angebot zu RV liegt lange zurück und vielleicht gibt es ja tatsächlich tolle Neuerungen. Daher die Frage - wie läuft das steuerlich bei einer (Teil-)Auszahlung? Rechnet sich das bzw. kann sich das überhaupt rechnen bei den zusätzlichen Kosten für den Versicherungsmantel? Von wem gibt es derart flexible Angebote zur RV mit Nettotarifen? 

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Schlumich
vor 2 Stunden von 1965Löwe:

Perfekt, vielen Dank für eure Antworten! Dann muss ich echt mal schauen, was für mich persönlich Sinn macht.

 

kurz zu mir: 24 Jahre alt, ausgelernt, eventuell bald noch ein Studium anfangen, aktuell mittlerer 5 stelliger Betrag in ETF und Tagesgeld und mein Anlageziel ist ein gewisses Vermögen aufzubauen und unabhängig von Rente/Einkommen leben zu können, sprich einfach eine Sicherheit zu haben.

 

Habt ihr einen Rechner für den Steuervorteil? Habe letzens einen Termin gehabt bei einem „unabhängigen“ Finanzberater. Der hat natürlich die Rentenversicherung schön geredet und gerechnet. Da es ein Bekannter von mir ist konnte ich auch seine Provision erfragen, wenn ich abschließen würde, fast 900€ - klar rechnet er mir es dann schön

In diesem Alter würde ich (!) nicht in eine Fondsgebundene Rentenversicherung einzahlen. Wenn die gleiche Frage von jemanden gekommen wäre, der Mitte 40 ist, würde ich sagen, ja... kann man machen.

 

Du hast noch knapp 40 Jahre Zeit, bevor diese potentielle RV zur Auszahlung gelangen würde (nach heutigen Gesetzen). Bis dahin wird sich noch EIniges ändern und ich würde wetten, es ändert sich nicht zu Gunsten der Anleger.

 

Ich würde stumpfsinnig für die nächsten JAhre das Geld in einen trögen MSCI World oder ACWI packen und mir dadurch Flexibilität erkaufen. Weißt Du heute schon, wie Deine Situation in 5 Jahren nach dem Studium aussieht? Haus, Frau, Kind, Kredit, Job, .....?

 

Und dann - last but not least - wenn Du doch die fondsgebundene RV abschließen möchtest, schau Dich am Markt um, ob es nicht vielleicht doch etwas kostengünstiger geht, als bei Deinem Freund, der kein "Berater" ist, sondern ein Verkäufer (und das meine ich gar nicht negativ belegt). Das Steuerargument wird hier immer gerne ausgepackt, um solche Produkte dann an die Frau oder den Mann zu bringen.

 

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s1lv3r
· bearbeitet von s1lv3r
vor 2 Stunden von Sapine:

Daher die Frage - wie läuft das steuerlich bei einer (Teil-)Auszahlung? Rechnet sich das bzw. kann sich das überhaupt rechnen bei den zusätzlichen Kosten für den Versicherungsmantel?

 

Wenn man eine (Teil-)Auszahlung vornimmt und die 12/62 Regelung noch nicht erreicht hat, ist der Steuervorteil ggü. einem eigenen Depot natürlich weg.

 

Wenn man einen günstigen Nettotarif ohne Strafgebühren und mit vielleicht ~0,3% Verwaltungskosten p.a. hat, ist der Verlust ggü. einem Depot aber meines Erachtens nach verschmerzbar. Ein bisschen von den "rausgeschmissenen" Verwaltungskosten der Versicherung wird man ggf. ja auch noch gut machen, da man bis zur Auszahlung (ohne Vorabpauschale) thesaurieren konnte & vielleicht auch mal steuerneutral Fonds umgeschichtet hat, was in einem Depot ja nicht möglich ist.

 

Richtig ärgerlich ist es m.M.n. vorallem, wenn man einen teuren Brutto-Tarif von einem Strukki hat. Da schlagen die Zillmerung der Abschlussprovision auf die ersten fünf Jahre Vertragslaufzeit und die allgemein hohen Verwaltungskosten natürlich voll zu. Im schlimmsten Fall hat man dann auch noch Fonds mit Ausgabeaufschlag im Depot und zahlt eine zusätzliche Strafgebühr für die Entnahme an die Versicherung ... da tut eine vorzeitige Entnahme dann natürlich richtig weh.

 

vor 2 Stunden von Sapine:

Von wem gibt es derart flexible Angebote zur RV mit Nettotarifen? 

 

Das sind tatsächlich die üblichen Verdächtigen unter den Nettoversicherern. myLife und Alte Leipziger z.B.

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chirlu
vor 3 Stunden von Sapine:

Daher die Frage - wie läuft das steuerlich bei einer (Teil-)Auszahlung?

 

Gewinne sind natürlich als Kapitalerträge steuerpflichtig (mit 15% pauschaler Teilfreistellung, unabhängig davon, ob es tatsächlich in Aktien- oder Rentenfonds angelegt war). Wenn du also 10000 Euro in die Versicherung eingezahlt hattest, der Wert auf 12000 Euro angestiegen ist und du dann 1200 Euro entnimmst, sind 85% von 200 Euro, also 170 Euro, steuerpflichtig.

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1965Löwe

Nochmal vielen Dank für eure Antworten! Ihr helft mir echt schon mal weiter.

vor 5 Stunden von satgar:

Das ist ja noch harmlos. Wahrscheinlich ist mit einem sehr kleinen Sparbetrag gerechnet worden. Denn wenn so eine Police bis 67 berechnet wird, erhält der Vermittler 2,5% der Beitragssumme. Das wären hier also vielleicht 75 EUR mtl. Sparbetrag. Hebt man den Beitrag in der Zukunft an, erhält er erneut eine Provision. Hinzu kommen die jährlichen Bestandsprovisionen, die in den Verwaltungskosten versteckt werden zzgl. Provisionen bei Zuzahlungen.

 

Sowas schließt man bitte niemals ab! Sondern wenn man eine fondsgebundene Versicherung sucht, nur als provisionsfreien Nettotarif!

Der Typ kommt von Tecis, ein genaues Produkt hat er mir noch nicht genannt. 

 

vor 5 Stunden von Sapine:

Den Pauschbetrag wirst du vermutlich demnächst ausschöpfen, dennoch würde ich bei deinen Vorgaben dazu tendieren, flexibel zu bleiben. Wenn du noch ein Studium anhängen willst, musst oder willst du vielleicht auf die Rücklagen zugreifen. Das geht bei einer RV nicht. Wie die Steuersituation im Alter aussehen wird, ist angesichts der sehr langen Zeitspanne von über 40 Jahren nicht seriös vorhersagbar. Die Investition in dein Humankapital (Studium) kann mit Blick auf deine Einkommenssituation eine sehr weise Entscheidung sein. Ein gutes Einkommen ist die beste Voraussetzung für den Vermögensaufbau. 

Welchen Pauschbetrag meinst du? Den Steuerpauschbetrag i.H.v 1.000€?

 

 

Also um es mal zusammen zu fassen: Eine ETF RV könnte ich schon machen, ein reines Depot macht aber in meinen jungen Jahren mehr Sinn. In ein paar Jahren kann oder sollte ich mich damit nochmal Geschäften - vielleicht gibt es da ja auch bessere Produkte oder eine neue gesetzliche Grundlage.

Gerade das Argument mit der Langlebigkeitsrente, welches da immer kommt, überzeugt mich noch nicht so. Wenn ich mit 67 Jahre hoffentlich einiges in meinem Depot habe, dann kann ich damit auch den Rest des Lebens gut leben - ohne Versicherung.

Und zu guter letzt, nicht bei Tecis, Deutsche Vermögensberatung abschließen, sondern bei einem unabhängigen oder gleich bei der Versicherung.

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bondholder
· bearbeitet von bondholder
vor 6 Stunden von satgar:

Das ist ja noch harmlos. Wahrscheinlich ist mit einem sehr kleinen Sparbetrag gerechnet worden.

Vorsicht Falle: Wenn der Tecis-Strukki erzählt, dass er persönlich 900 Euro von der Beute abbekommt, werden die Gesamtkosten ganz erheblich höher sein! Das ist die Funktionsweise eines Strukturvertriebs.

 

Als potentieller Kunde würde mich dagegen interessieren, wieviel Geld ich insgesamt bezahlen soll.

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stagflation
· bearbeitet von stagflation

@1965Löwe: bei einer solchen Rentenversicherung sind folgende Parteien beteiligt:

  1. Der Verkäufer: er soll möglichst viele Kunden anwerben. Für jeden Vertrag erhält er eine Provision. Oft mehrere tausend Euro. Dein "Freund" bekommt vielleicht etwas weniger - aber dafür bekommen auch seine Chefs Provisionen. Das ist des Wesen eines Strukturvertriebs, dass es eine ganze Pyramide an Personen gibt, die mitverdienen.
  2. Die Versicherung: sie darf jedes Jahr einen gewissen Prozentsatz des Sparguthabens für sich entnehmen
  3. Der Versicherte: er ist derjenige, der zahlen soll. Von seinen Prämien bzw. seinem Sparguthaben werden sowohl die Provision des Verkäufers, als auch die jährlichen Gebühren des Versicherers bezahlt.

Normalerweise würde unter diesen Bedingungen niemand auf die Idee kommen, sein Geld für viele Jahre oder gar Jahrzehnte einer Versicherung zu Aufbewahrung zu geben. Es kostet viel Geld - und man könnte eine höhere Rendite erzielen, wenn man sein Geld selbst anlegt.

 

Die Versicherungen fahren deshalb schwere Geschütze auf, um ihre Versicherungen trotzdem an den man bzw. die Frau zu bringen.

  1. Sie versprechen hohe Gewinne
  2. Sie versprechen Steuerermäßigungen. Das zieht häufig, weil "Steuern sparen" der Deutschen liebstes Hobby ist - koste es, was es wolle! In der Realität gibt es diese "Steuervorteile" dann doch nicht in dem Maße, wie sie versprochen werden.
  3. Sie erzählen nicht die Nachteile - beispielsweise dass viele junge Menschen ihre Rentenversicherungen nach einigen Jahren wieder kündigen. Häufig hat das Verluste zur Folge, weil die Abschlusskosten und die jährlichen Gebühren aus den ersten Versicherungsjahren weg sind.
  4. Sie schicken Verkäufer los, die sich als "Berater" oder gar als "Freunde" tarnen, um über die persönliche Ebene das natürliche Misstrauen der potentiellen Kunden zu überwinden. Diese Methode ist sehr wirkungsvoll. So lassen sich Versicherungen gut verkaufen. Das ist auch der Grund, warum es die Versicherungsverkäufer, die gezielt Freunde und Bekannte ansprechen und ihnen Versicherungen verkaufen wollen, überhaupt gibt. Sie können etwas, was die Versicherungen nicht können: nämlich ein persönliches Vertrauensverhältnis für einen Verkauf nutzen.

Meines Erachtens solltest Du keine Rentenversicherung bei einem Strukturvertrieb abschließen.

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Sapine
vor 5 Stunden von chirlu:

Gewinne sind natürlich als Kapitalerträge steuerpflichtig (mit 15% pauschaler Teilfreistellung, unabhängig davon, ob es tatsächlich in Aktien- oder Rentenfonds angelegt war). Wenn du also 10000 Euro in die Versicherung eingezahlt hattest, der Wert auf 12000 Euro angestiegen ist und du dann 1200 Euro entnimmst, sind 85% von 200 Euro, also 170 Euro, steuerpflichtig.

und dazu die "günstigen" Verwaltungskosten von 0,3 % p.a. und natürlich keine Möglichkeit, die zuletzt gekauften Anteile zu verkaufen. Klingt alles ziemlich renditeschädlich. Mehr eine Lösung für den absoluten Notfall. 

 

Besser man wartet mit so etwas und übrigens kann man auch noch mit 65 eine Sofortrente abschließen, wenn einem die garantierte Zahlung bis ans Lebensende wichtig ist. 

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chirlu
vor 8 Minuten von Sapine:

und dazu die "günstigen" Verwaltungskosten von 0,3 % p.a.

 

0,3% wären nicht günstig.

 

vor 9 Minuten von Sapine:

und natürlich keine Möglichkeit, die zuletzt gekauften Anteile zu verkaufen.

 

Es sind aber auch nicht die zuerst gekauften, sondern es ist immer ein Durchschnitt.

 

vor 10 Minuten von Sapine:

und übrigens kann man auch noch mit 65 eine Sofortrente abschließen, wenn einem die garantierte Zahlung bis ans Lebensende wichtig ist. 

 

Nur hat man dann nicht den Steuervorteil (keinerlei Steuern auf den Wertzuwachs in der Ansparphase). Dass ohne Steuervorteil viel für eine fondsgebundene Rentenversicherung spräche, hat ja nie jemand Vernünftiges behauptet.

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Sapine
vor 1 Stunde von chirlu:

0,3% wären nicht günstig.

 

Es war nicht meine Idee, das als günstig zu bezeichnen. 

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Joe32
vor 15 Stunden von 1965Löwe:

Wenn ich mit 67 Jahre hoffentlich einiges in meinem Depot habe, dann kann ich damit auch den Rest des Lebens gut leben - ohne Versicherung.

So seh ich das auch.

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s1lv3r
vor 13 Stunden von Sapine:

Besser man wartet mit so etwas und übrigens kann man auch noch mit 65 eine Sofortrente abschließen, [...]

 

Das Problem bei der Sofortrente per Einmalzahlung ist dann aber auch das Umschichten: Wenn ich das wollte, müsste ich mein ETF-Depot zum Stichtag auflösen, würde dann also massiv Steuerlast generieren. Bei der Rentenversicherung habe ich neben dem Steuervorteil der 12/62-Regelung auch den Vorteil des steuerfreien Übergangs in die Auszahlungsphase.

 

Also, wenn ich ziemlich sicher verrenten lassen wollte, würde ich schon eher zur Rentenversicherung als zum ETF-Depot greifen. Mit 20 muss man so ein Ding aber nicht abschließen. Kann man auch noch mit Mitte 30 würde ich sagen.

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stagflation
vor 11 Minuten von s1lv3r:

Also, wenn ich ziemlich sicher verrenten lassen wollte, würde ich schon eher zur Rentenversicherung als zum ETF-Depot greifen. Mit 20 muss man so ein Ding aber nicht abschließen. Kann man auch noch mit Mitte 30 würde ich sagen.

 

Meines Erachtens liegt das Optimum für Arbeitnehmer, die in die GRV einzahlen, bei 45 bis 55. Wenn man eine solche Versicherung früher abschließt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass ...

  1. man die Versicherung in der falschen Höhe abschließt. Vor 45 weiß man doch gar nicht, ob es eine Rentenlücke gibt und wie groß diese ist. Wie will man da eine passende Versicherung abschließen?
  2. man die Versicherung abschließt, obwohl man das Geld eigentlich für etwas anderes braucht (beispielsweise: Immobilienwunsch in ein paar Jahren).
  3. man die Versicherung frühzeitig wieder kündigt, weil man das Geld braucht.
  4. es die Versicherung zu Beginn der Rentenphase nicht mehr gibt - und man sich dann mit einer Abwicklungsgesellschaft rumärgern muss.
  5. es die Steuerersparnis am Ende der Ansparphase nicht mehr in der gewünschten Form geben wird
  6. andere unvorhergesehene Ereignisse auftreten, die die Pläne über den Haufen werfen.

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cjdenver
Am 24.4.2023 um 11:56 von chirlu:

Seltsame Frage. Handelst du die Höhe der Lohnsteuer auch mit deinem Arbeitgeber aus?

 

Du etwa nicht? ;)

 

Das ist nur halb zum Spaß gemeint - natürlich verhandle ich mit meinem Arbeitgeber meinen Bruttolohn unter Berücksichtigung des daraus resultierenden Nettolohns, also wenn morgen die LSt um 10% steigt dann wird das natürlich in die nächsten Gehaltsverhandlungen mit einfließen.

 

Und auch bei der Überlegung für/gegen ein Versicherungsprodukt berücksichtige ich natürlich die bei Vertragsschluss geltenden Regelungen. Dass sich diese ändern können ist logisch, wobei es typischerweise auch Bestandsschutzregelungen gibt.

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