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Rotenstein

Rotensteins Depot

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Wishmueller
vor 35 Minuten von Rotenstein:

Und ja, mir ist klar, dass dies lächerlich klingt. Ich komme aber aus kleinen Verhältnissen, wo man jeden Pfennig zweimal umgedreht hat. Es ist schwer, aus dieser Denkweise umzuschalten auf eine Situation, in der man Geld einfach so ausgeben kann, weil es anteilsmässig überhaupt keine Rolle mehr spielt. 

 

Die Frage ist, ob sich diese Situation, also der Umgang mit dem Geld, dann eines Tages verbessert (im Sinne von: lockert), wenn man diese "Highscore Ziele" dann tatsächlich mal erreicht hat? Das Problem bei der Umstellung von "Sparen" auf "Konsumieren" haben ja so einige hier im Forum (mich übrigens eingeschlossen), von daher weiß ich halt nicht, ob sich das später mit 10 Mios dann besser beheben lässt als vielleicht nur mit 1 Mio. (und da sind meine Rentenansprüche schon mit inkludiert :-*) oder vielleicht noch weniger. Keine Ahnung, ich weiß es nicht, aber es macht sicherlich Sinn, sich mit der Frage hin und wieder mal zu beschäftigen.... 

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LongtermInvestor
vor 2 Stunden von Rotenstein:

Auf der anderen Seite möchte ich auch meinen Lebensstandard, der sich die letzten zehn Jahre kaum verändert hat, etwas steigern und mehr in eine schöne Wohnsituation, Kleidung und Reisen investieren, und lästige Aufgaben gegen Entgelt zu delegieren. Meine Schuhe sind zum Beispiel zehn Jahre alt, und nachdem nun Risse im Leder entstanden sind, hilft auch viel Schuhcreme kaum noch. Es fällt mir aber schwer, 200 Franken - ein realistischer Preise für gute neue Schuhe - für mich selbst als Konsum auszugeben. Deswegen wollte ich eigentlich erst einmal eine Einkommenssteigerung abwarten, lässt sich nun aber bei Regenwetter wohl nicht mehr machen, da Feuchtigkeit in die Schuhe eindringt. 

 

Und ja, mir ist klar, dass dies lächerlich klingt. Ich komme aber aus kleinen Verhältnissen, wo man jeden Pfennig zweimal umgedreht hat. Es ist schwer, aus dieser Denkweise umzuschalten auf eine Situation, in der man Geld einfach so ausgeben kann, weil es anteilsmässig überhaupt keine Rolle mehr spielt. 

Ich finde, du beschreibst ein Phänomen, das vielen Menschen, die sich ihren Wohlstand selbst erarbeitet haben, bekannt vorkommen dürfte. Die Sparsamkeit, die dir beim Vermögensaufbau geholfen hat, verschwindet nicht automatisch, nur weil sich die finanzielle Situation irgendwann grundlegend verändert. Man hat über Jahre gelernt, Ausgaben kritisch zu hinterfragen und Sicherheit durch Verzicht zu schaffen. Irgendwann kann es passieren, dass man finanziell längst in einer anderen Situation angekommen ist, sich selbst aber noch immer nach den alten Regeln verhält.

 

Vielleicht hilft es, zwei Dinge voneinander zu trennen, die Frage, ob du dir eine Ausgabe leisten kannst, und die Frage, ob sie dir tatsächlich etwas bringt. Bei einem undichten Paar Schuhe für 200 CHF dürfte beides ziemlich eindeutig sein. Du musst ja nicht von heute auf morgen deine Einstellung zum Geld ändern oder plötzlich zum großzügigen Konsumenten werden. Vielleicht fängst du einfach damit an, dir ein festes Budget für Lebensqualität einzuräumen. Für Reisen, Kleidung, ein schöneres Zuhause oder Dinge, die dir Zeit sparen. Nicht als Belohnung für die nächste Gehaltserhöhung, sondern weil genau dafür finanzielle Unabhängigkeit letztlich auch da ist. Und bei allem Verständnis für den Wunsch, das Depot weiter wachsen zu sehen - eine höhere Zahl im Depot allein macht das Leben nicht besser. Entscheidend ist doch auch, was du mit den finanziellen Möglichkeiten anfangen kannst, die du dir geschaffen hast. Das Leben ist schließlich keine Zahl im Depot.

 

Du hast dir mit deiner Disziplin finanzielle Möglichkeiten geschaffen. Du darfst jetzt auch lernen, sie zu nutzen. Das eine widerspricht dem anderen nicht. Und vielleicht ist der wichtigste Gedanke dabei, Du musst nicht erst reich genug sein, um dir vernünftige Dinge zu gönnen. Du darfst auch jetzt schon anfangen, das Leben etwas angenehmer zu gestalten.

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Jennerwein
vor 2 Stunden von Rotenstein:

Und ja, mir ist klar, dass dies lächerlich klingt. Ich komme aber aus kleinen Verhältnissen, wo man jeden Pfennig zweimal umgedreht hat. Es ist schwer, aus dieser Denkweise umzuschalten auf eine Situation, in der man Geld einfach so ausgeben kann, weil es anteilsmässig überhaupt keine Rolle mehr spielt. 

Ein Freund hat einmal zu mir gesagt:

„Ein Schrank voller Geld nutzt genau so viel wie ein Schrank voller Klopapier, wenn man nie etwas herausnimmt.“

Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr sehe ich den wahren Kern darin. Natürlich ist Vermögen für mich wichtig. Es schafft Einkommen, Sicherheit, Unabhängigkeit und Freiheit. Aber am Ende hat mein Freund recht: Das letzte Hemd hat keine Taschen.

Ich konsumiere allerdings nicht um des Konsums willen. Ein größeres Auto, die fünfte Uhr oder beliebiger Luxus reizen mich nicht besonders. Gleichzeitig spare ich heute nicht mehr an den Dingen, die meine Lebensqualität tatsächlich erhöhen.

Dazu gehören für mich eine angenehme Wohnsituation, qualitativ hochwertige Hobbyausrüstung, tadelloses Werkzeug und allgemein Dinge, die mir den Alltag erleichtern oder Freude bereiten. Lieber kaufe ich etwas einmal richtig, als mich jahrelang über eine schlechte Lösung zu ärgern.

Mein Ziel ist nicht, mit möglichst hohem Kontostand zu sterben. Mein Ziel ist finanzielle Freiheit und die Möglichkeit, das Leben nach meinen eigenen Vorstellungen zu gestalten. Vermögen ist für mich kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug. Und wie bei jedem Werkzeug liegt der Nutzen nicht darin, es zu besitzen, sondern es sinnvoll einzusetzen.

Für meine Erben wird genug übrig bleiben. 

 

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Parkur

Schönes Depot, meine monatliche Sparrate ist identisch.

Interessant die ganzen unterschiedlichen Sichtweisen der Mitforisten zu lesen. Geht ja schon fast ins Philosophische…

 

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