Jump to content
oceanografic

Sorgt Businesscoaching für nachhaltige Veränderungen im Unternehmen, habt ihr dazu Erfahrungen?

Recommended Posts

oceanografic
Posted

Zunächst einmal wünsche ich der ganzen Runde ein Frohes Osterfest und dann würde mich aus gegebenen Gründen interessieren, ob Businesscoaching in Unternehmen aus eurer Sicht tatsächlich etwas nachhaltig verändert. Oder ob es in den meisten Fällen doch eher bei ein paar guten Gesprächen und kurzfristigem Motivationsschub bleibt. Und zwar sowohl ob es euch auch persönlich gutgetan hat, sondern auch, ob sich dadurch im Betrieb selbst wirklich etwas verschiebt.

 

Ich weiß nicht wie es den andern Laien diesbezüglich ergeht aber ich muss sagen, dass ich bei solchen Themen in der Regel zwischen einer Skepsis und gleichzeitig einer gewissen Neugier schwanke. Und das liegt ganz einfach daran, dass einerseits ein externer Blick ja helfen kann. Aber andererseits bringt das beste Coaching meines Erachtens herzlich wenig, wenn danach intern wieder alles in die alten Muster zurückkippt. Habt ihr da positive wie auch ernüchternde Erfahrungen gemacht?  

Share this post


Link to post
Ramstein
Posted

Eine Frage in breitester Allgemeinheit, die so natürlich nicht beantwortet werden kann. 

Wesentliche Fragen:

Unternehmensgröße und Anlass bzw. Ziel des Coachings?

Bist du der Unternehmer, oder ein (potenziell) gecoachter Angestellter?

Share this post


Link to post
Rubberduck
Posted · Edited by Rubberduck
Am 5.4.2026 um 14:41 von oceanografic:

Ich weiß nicht wie es den andern Laien diesbezüglich ergeht aber ich muss sagen, dass ich bei solchen Themen in der Regel zwischen einer Skepsis und gleichzeitig einer gewissen Neugier schwanke.

 

Das ist schon das erste Problem. Mitarbeitende gehen gleich auf Widerstand und torpedieren eventuell die ganze Veranstaltung. Das Einschalten eines Coachs (oder wie auch immer man den externen Berater nennt) manifestiert ja, dass etwas nicht stimmt. Den Mitarbeitenden ist das Problem ja möglicherweise auch bekannt. Und allen war klar, dass es so nicht weiter geht.

Aber jetzt kommt jemand. Und dokumentiert. Und schreibt einen Bericht. Und macht Vorschläge.  Da bricht bei den ersten gleich die helle Panik aus.

 

So erlebt in einer Abteilung (Gottseidank nicht meine), die für ihre rauen Kommunikationsstil berüchtigt war und der einfach nur eine Mediation vorgeschlagen wurde.Die Mitarbeitenden haben die Teilnahme geschlossen verweigert. Am Ende half dann nur, die größten Rabauken einzeln vor die Tür zu setzen.

Share this post


Link to post
Cai Shen
Posted
vor 32 Minuten von Rubberduck:

Am Ende half dann nur, die größten Rabauken einzeln vor die Tür zu setzen.

Und wenn damit strukturelle Probleme gelöst werden konnten, war das Coaching für den verbleibenden Rest der Belegschaft doch ein Erfolg.

 

Manchmal ist der Vorteil einer Beratung auch einfach, dass Externe unbefangen an die Situation herangehen können.

Wenn dann noch Erfahrung und Menschen- bzw. Branchenkenntnis dazu eingekauft werden, ums besser.

 

Ich habe da eher gute Erfahrungen gemacht, als Arbeitgeber, das Team zieht aber auch mit und keiner schießt quer. 

Share this post


Link to post
Rubberduck
Posted
vor einer Stunde von Cai Shen:

Und wenn damit strukturelle Probleme gelöst werden konnten, war das Coaching für den verbleibenden Rest der Belegschaft doch ein Erfolg.

 

Verantwortlich wurde meine besser Hälfte, die die Bande regelmäßig verflucht hat.

Die hat in Absprache den Termin angesetzt. Der musste dann gecancelt werden. Die Beraterin hat also trotzdem ein Honorar erhalten.

Das Rausschmeißen dauerte ein Jahr.

Dann wurde der Betrieb übernommen und meine Frau wäre die Bande ohnehin losgeworden.

Share this post


Link to post
Neverdo
Posted
Am 5.4.2026 um 14:41 von oceanografic:

Zunächst einmal wünsche ich der ganzen Runde ein Frohes Osterfest und dann würde mich aus gegebenen Gründen interessieren, ob Businesscoaching in Unternehmen aus eurer Sicht tatsächlich etwas nachhaltig verändert. Oder ob es in den meisten Fällen doch eher bei ein paar guten Gesprächen und kurzfristigem Motivationsschub bleibt. Und zwar sowohl ob es euch auch persönlich gutgetan hat, sondern auch, ob sich dadurch im Betrieb selbst wirklich etwas verschiebt.

 

Ich weiß nicht wie es den andern Laien diesbezüglich ergeht aber ich muss sagen, dass ich bei solchen Themen in der Regel zwischen einer Skepsis und gleichzeitig einer gewissen Neugier schwanke. Und das liegt ganz einfach daran, dass einerseits ein externer Blick ja helfen kann. Aber andererseits bringt das beste Coaching meines Erachtens herzlich wenig, wenn danach intern wieder alles in die alten Muster zurückkippt. Habt ihr da positive wie auch ernüchternde Erfahrungen gemacht?  

Gestik und Sprechvermögen, Phrasen und Sprechblasen kennzeichnen häufig jemanden, der als Coach unterwegs ist.

Meine Erfahrung lässt nun wirklich nicht zu, dass ich von guten berichten kann.

Was soll eigentlich persönlich gut tun, mir tut immer nur gut, wenn die Arbeit erfolgreich ist,wenn ich endlich mal wieder mit guten Mitarbeitern unterwegs bin und das wird immer seltener, ...da hilft ein Coach aus meiner Sicht wirklich nicht.

Qualität kann er nicht herbeizaubern und wie gesagt, wer Tik Tok Gestik gepaart mit Sprechblasen will, sollte es machen...gedacht ist nicht gesagt und ja...gesagt ist nicht getan...soll ich hier mal einen Coach machen...nein bitte nicht.

Nachhaltig ist ausschließlich die Ansammlung kompetenter engagierter Mitarbeiter mit sozialer und fachlicher Kompetenz, alles andere kann man knicken...

Share this post


Link to post
oktavian
Posted
Am 5.4.2026 um 14:41 von oceanografic:

Habt ihr da positive wie auch ernüchternde Erfahrungen gemacht?

Als Investor kann ich sagen, dass manchmal selbst ein neuer CEO es schwer hat Veränderungen durchzusetzen wegen asymmetrischer Informationen. Oder Fusionen sind schwer umsetzbar bei unterschiedlicher Kultur. CEO hat wesentlich mehr Macht als ein Coach. Daher schwierig die Leute zu erreichen als nur Coach, der bald wieder für immer weg ist. Kultur ist wichtiger.

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted
Am 5.4.2026 um 16:45 von Ramstein:

Eine Frage in breitester Allgemeinheit, die so natürlich nicht beantwortet werden kann. 

Wesentliche Fragen:

Unternehmensgröße und Anlass bzw. Ziel des Coachings?

Bist du der Unternehmer, oder ein (potenziell) gecoachter Angestellter?

Ja, das ist ein fairer Einwand. Ich frag ganz einfach weil ich mich interessieren würd ob im Unternehmen danach wirklich etwas anders läuft und nicht bloß die Stimmung zwei Wochen besser ist. Genauer gesagt interessiert mich weniger das Coaching als solches als die Frage, ob dadurch intern mehr Klarheit entsteht, Dinge sauberer angesprochen werden und am Ende auch bei den relevanten Kennzahlen etwas kippt. Genau zu diesen Punkten kann ich mir am wenigsten etwas vorstellen. Hast du sowas schon wo nach außen nicht viel Tamtam war und intern aber doch etwas hängenblieb erlebt?

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted

@RubberduckOft trennt sich für mich exakt an dem Punkt eine Maßnahme von einer echten Veränderung. Vielleicht irre ich mich ja aber der Widerstand ist ja doch im Grunde schon mitgebucht wenn so etwas im Betrieb nur als „jetzt kommt jemand und schaut, was bei euch schiefläuft“ ankommt. Dann geht es gar nicht mehr um Entwicklung, sondern nur noch um Abwehr. Deshalb werd ich häufig nicht den Eindruck, dass nicht die Gespräche an sich sondern der Rahmen davor scheitern nicht los. Bleiben zu viele Aspekte schwammig, wird so ein externer Termin befüchte schnell zum teuren Feigenblatt. Und meistens wirds vermutlich erst recht unerquicklick wenn die Führung still hofft, dass nur die anderen sich bewegen. Wie war das bei euch damals eigentlich von Anfang an klar, was genau sich in der Abteilung verändern sollte, oder hieß es nur in totaler Allgemeinheit dass es so nicht weitergehen kann?

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted

@NeverdoMit dem Frust über viel heiße Luft kann ich schon was anfangen. Dieses ganze Vokabel-Feuerwerk ersetzt halt weder brauchbare Leute noch saubere Abläufe. Nur glaube ich auch nicht, dass es so simpel wie entweder gute Mitarbeiter oder Coaching ist. Wenn im Unternehmen etwas festhängt, bringt der beste Einzelne irgendwann auch nur noch begrenzt etwas, weil er nun mal  wie alle anderen gegen dieselben Muster anrennt. Da steht für mich weniger die Frage ob so ein Coach persönlich „gut tut“, sondern ob danach im Betrieb irgendwas anders läuft als davor im Raum. Weil sonst bleibt es ja beim Gerede und da bin ich völlig bei dir. Hast du es eher erlebt, dass solche Formate an den Leuten oder daran dass intern eigentlich gar keiner wirklich etwas ändern wollte scheitern?

Am 7.4.2026 um 18:54 von oktavian:

Als Investor kann ich sagen, dass manchmal selbst ein neuer CEO es schwer hat Veränderungen durchzusetzen wegen asymmetrischer Informationen. Oder Fusionen sind schwer umsetzbar bei unterschiedlicher Kultur. CEO hat wesentlich mehr Macht als ein Coach. Daher schwierig die Leute zu erreichen als nur Coach, der bald wieder für immer weg ist. Kultur ist wichtiger.

Genau das ist wohl der Knackpunkt. Denn wie soll nur ein Externer auf Zeit das wenn selbst oben in der Hierarchie eine Veränderung zäh bleibt allein drehen? Weil am Ende hängt doch denk praktisch alles einer etwaigen Zulassung von etwas Neuen in der internen Unternehmenskultur ab. Hast du da als Investor Beispiele erlebt, wo genau das gekippt ist?

Share this post


Link to post
oktavian
Posted
vor 1 Stunde von oceanografic:

Hast du da als Investor Beispiele erlebt, wo genau das gekippt ist?

Gibt unzählige Beispiele, wo Synergien nicht wie erwartet realisiert wurden. Oder Konzerne übernehmen startups für die Technik, aber die Start-up Mitarbeiter hatten keinen Bock lange dabei zu bleiben.

Weiteres Beispiele wäre Digitalisierung in der Verwaltung oder Umstellung auf open source in der öffentlichen Verwaltung. Gibt da immer Blockierer.

Share this post


Link to post
Neverdo
Posted

Weiß nicht ob hier jemand etwas mit dem Strukturbegriff "Vertkal" arbeiten und "Horizontal" arbeiten etwas anfangen kann.Aber bei uns war die Umstellung von vertikal auf horizontal eine Katastrophe.Es solle keine Chefs mehr geben man wollte sich einbringen mit ausreichender Kompetenz, was gehörig schief ging, den Rest erledigt dann die Digitalisierung.

Was ein enormer Vorteil war es doch durch Digitalisierung aber man merkte sofort, es trennte auch die Spreu vom Weizen, wer gut war, konnte damit Zielführend umgehen, wer schlecht war konnte es nicht, war letztlich überfordert, da wurde Fachwissen schnell abgerufen und wer Probleme hatte, fiel auf.

Das alles führte zu Verwerfungen innerhalb der Abteilungen, da konnte letztlich ein Coach auch nicht helfen.

Digitalisierung macht Schwächen der Mitarbeiter sichtbar...

Share this post


Link to post
Nachtwandler
Posted

Also aus meiner Perspektive, kann ich dir sagen, dass gutes Coaching in jedem Fall zu einer Effizienz- und gleichzeitig Motivationssteigerung führen kann.

Man muss halt auch als Führungskraft etwas Mut mitbringen, Verantwortung abgeben können und sich nicht selbst als unfehlbar sehen. Wir haben vor einigen Monaten einen Coach beauftragt, weil wir gemerkt haben, dass wir als Unternehmen einfach nicht mehr effizient funktionieren. Wir sind sehr rasch gewachsen, aber unsere Struktur nicht. Das hat zu einer kompletten Überbelastung der Führungskräfte und einer Demotivation wirklich fähiger Mitarbeiter geführt. Mittels eines Coaches hat sich eine Umstrukturierung ergeben. Wir haben Entscheidungen und Maßnahmen ausgelagert, an diejenigen die auch tatsächlich damit arbeiten. Fähige Mitarbeiter tragen jetzt so viel mehr Verantwortung und wir fahren richtig gut damit.

Also von mir ein klares Ja zum Coaching.

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted · Edited by oceanografic
Am 9.4.2026 um 15:18 von Neverdo:

Weiß nicht ob hier jemand etwas mit dem Strukturbegriff "Vertkal" arbeiten und "Horizontal" arbeiten etwas anfangen kann.Aber bei uns war die Umstellung von vertikal auf horizontal eine Katastrophe.Es solle keine Chefs mehr geben man wollte sich einbringen mit ausreichender Kompetenz, was gehörig schief ging, den Rest erledigt dann die Digitalisierung.

Was ein enormer Vorteil war es doch durch Digitalisierung aber man merkte sofort, es trennte auch die Spreu vom Weizen, wer gut war, konnte damit Zielführend umgehen, wer schlecht war konnte es nicht, war letztlich überfordert, da wurde Fachwissen schnell abgerufen und wer Probleme hatte, fiel auf.

Das alles führte zu Verwerfungen innerhalb der Abteilungen, da konnte letztlich ein Coach auch nicht helfen.

Digitalisierung macht Schwächen der Mitarbeiter sichtbar...

Meines Erachtens zeigt ein solcher Umbau halt gnadenlos, ob hinter dem zweifelsohne schönen Gerede auch tatsächlich tragfähige Strukturen stecken oder ob es nur zu einer sprachlichen Abschaffung der Hierarchie kommt und die Verantwortung damit einher irgendwie im Raum herumliegt. Gleichzeitig denke ich, dass da Digitalisierung fast wie ein Verstärker wirkt. Schneller werden jene die klar arbeiten aber diejenigen die schon vorher geschwommen fallen plötzlich auf und dann knallt es intern. Das kann ein Coach meines Erachtens höchstens begleiten, aber nicht wegmoderieren. Bei euch klingt es eher so, als sei nicht am Verhalten einzelner gescheitert worden, sondern am ganzen Konstrukt. Habt ihr vorher überhaupt sauber geklärt, wer wenns querläuft am Ende entscheidet?

Am 12.4.2026 um 18:39 von Nachtwandler:

Also aus meiner Perspektive, kann ich dir sagen, dass gutes Coaching in jedem Fall zu einer Effizienz- und gleichzeitig Motivationssteigerung führen kann.

Man muss halt auch als Führungskraft etwas Mut mitbringen, Verantwortung abgeben können und sich nicht selbst als unfehlbar sehen. Wir haben vor einigen Monaten einen Coach beauftragt, weil wir gemerkt haben, dass wir als Unternehmen einfach nicht mehr effizient funktionieren. Wir sind sehr rasch gewachsen, aber unsere Struktur nicht. Das hat zu einer kompletten Überbelastung der Führungskräfte und einer Demotivation wirklich fähiger Mitarbeiter geführt. Mittels eines Coaches hat sich eine Umstrukturierung ergeben. Wir haben Entscheidungen und Maßnahmen ausgelagert, an diejenigen die auch tatsächlich damit arbeiten. Fähige Mitarbeiter tragen jetzt so viel mehr Verantwortung und wir fahren richtig gut damit.

Also von mir ein klares Ja zum Coaching.

OK das klingt in meinen Augen nicht nach ein paar weichgespülten Gesprächen, sondern auf jeden Fall nach einem handfesten Strukturproblem, das man offenbar vorher einfach mitgeschleppt. Und ganz offen mich wundern kein bisschen weder die Überlastung noch die Demotivation wenn Verantwortung immer oben hängenbleibt, obwohl unten die eigentliche Arbeit passiert. Korrigiere mich bitte wenn ich mich irren sollte aber dann hat der Externe eher was intern längst schief stand sichtbar gemacht. Sowas kann dann schon was auslösen. Aber imho gelingt das eben nur, wenn die Führung daraus lernt und danach auch wirklich loslässt und nicht beim ersten Fehler wieder alles zurückzieht. Gab es eigentlich bei euch anfangs Reibung im Alltag oder haben alle Herrschaften bei euch die neue Verantwortung eher direkt angenommen?

Share this post


Link to post
Nachtwandler
Posted

Dass es sofort reibungslos funktioniert hätte, wäre gelogen. Aber das Coaching gab fast unmittelbar einen Auftrieb. Als wir begonnen haben, Entscheidungen abzugeben, hat uns das schon etwas Lehrgeld gekostet, nicht alles ist sofort rund gelaufen und läuft auch jetzt nicht immer rund, das gehört aber dazu. Wenn alle Beteiligten merken, dass man es tatsächlich ernst meint und es auch in Ordnung ist, mal Fehler zu machen, hat das motivationstechnisch einen großen Impact. Unser Coaching war von win3 und wir wurden da gut durchbegleitet. Das macht schon auch viel aus.

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted

Also den Punkt, dass Verantwortung abgegeben wird und man nicht beim ersten Holperer sofort wieder alles einsammeln darf, empfinde ich als spannend. Sonst lernen alle nur, dass „mehr Eigenverantwortung“ zwar ein schönes Wort ist, aber im Ernstfall doch wieder oben entschieden wird.


Lehrgeld klingt unangenehm, aber vermutlich ist genau das nötig, damit es nicht nur auf dem Papier anders aussieht. Für mich liest sich das bei euch eher nach echter Veränderung als nach klassischem Motivationsnebel. Vor allem, weil offenbar nicht nur geredet, sondern tatsächlich Arbeit und Entscheidungen anders verteilt wurden. Genau da würde ich den Unterschied sehen. Ein Coaching kann den Anstoß geben, aber nachhaltig wird es wohl erst, wenn die Firma danach auch die kleinen Fehler aushält. War das bei euch nach den ersten Holperern wirklich so, dass man gemeinsam nachjustiert hat, statt wieder alles zurückzudrehen?

Share this post


Link to post
Nachtwandler
Posted

ja, das war definitiv so. Es war für uns aber auch zwingend notwendig, weil viele Prozesse einfach nicht mehr effizient waren. Wir standen da echt an der Abzweigung, wo wir uns entweder hätten weiter verzetteln und aufreiben können oder das Ruder rumreißen.

Ich will nicht sagen, dass jetzt alles 100% rund läuft, aber wir sind auf einem sehr guten Weg und bei uns wird tatsächlich gelebt, was wir auch predigen! :thumbsup: Wenn der Einzelne nicht nur theoretisch, sondern auch faktisch Entscheidungen fällen und umsetzen kann, macht das einen Impact.

 

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted

Oh ja auf dem Papier lässt sich Verantwortung denk ich schnell verteilen, aber er im Alltag fällt dann auf ob jemand wirklich entscheiden darf oder bevor oben ohnehin alles zurückgedreht wird nur schöner gefragt wird. Korrigiere mich bitte falls ich mich irren sollte aber in meinen Augen klingt bei euch eher nach einem Umbau während der Fahrt als nach Coaching als Wohlfühltermin. 

 

Was ich ebenfalls spannend find ist dass ihr offenbar an einem Punkt wo Nichtstun teurer geworden wäre als die Holperer durch Veränderung wart. Das ist vermutlich oft die Schwelle. Woran merkt ihr heute, dass es wirklich besser läuft? Sind es etwa die Stimmung und die Entlastung oder seht ihr das auch an Durchlaufzeiten, weniger Rückfragen, schnelleren Entscheidungen?
 

Share this post


Link to post
Nachtwandler
Posted

ja, da hast du recht! Wir haben gemerkt, das ganze läuft nicht mehr zielführend und wir vergeuden zuviel Zeit und Ressourcen. Uns war aber vor dem Coaching nicht so wirklich bewusst, an welchen Rädern wir am besten drehen sollen, das hat sich tatsächlich erst im Laufe des Coachings ergeben. Das ist aber tatsächlich eine Sache, auf die man sich auch einlassen muss. Für mich ist es oft schwierig, etwas Neues auszuprobieren und ich bin häufig skeptisch. Aber wenn man etwas Mut hat, können sich Dinge ganz neu entwickeln. Bei uns werden nun tatsächlich viele Dinge viel schneller entschieden, weil die Wege auch einfach kürzer sind und die Kompetenzen klarer verteilt sind.

Stehst du noch vor der Entscheidung oder wie ist denn dein Zugang derzeit?

 

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted

Im meinem Umfeld spüren alle oder zumindest viele wie die Zeit und die Energie versickern, aber keiner kann welcher Hebel zuerst angefasst werden müsste sagen. 


Mich würde ein wir reden jetzt über Zusammenarbeit mich weiterhin skeptisch machen. Wird aber dadurch wo Entscheidungen hängen sichtbar und wer faktisch zuständig ist sowie auch wo Wege unnötig lang sind, dann ist das imho schon eine andere Kategorie. Das wäre dann fast eher eine Organisationsarbeit mit einem Coaching-Anteil.

 

Jedenfalls klingen für mich mittlerweile die kürzeren Wege und klarere Kompetenzen greifbarer als allenige Stimmung. Gab es bei euch einen Punkt, an dem auch skeptische Leute gemerkt dass es jetzt nicht nur Theorie ist?
 

Share this post


Link to post
Nachtwandler
Posted

das ist genau der Punkt. Man bemerkt zwar, dass es nicht effizient läuft, aber selbst ist man oft zu betriebsblind um zu erkennen, an welchen Rädern man drehen müsste. Eine externe Person sieht die Dinge oft mit anderen Augen und kann helfen den Blickwinkel zu ändern. Ich würde sagen, dass wir uns hier alle ziemlich einig waren, dass wir – wenn wir wettbewerbsfähig bleiben wollen – umstrukturieren müssen. Skepsis war natürlich schon auch da. Bei dem win3 Coaching ist es so, dass vorm eigentlichen Beginn ein Termin stattfindet, bei dem man den Coach mal kennenlernt und in groben Zügen erklärt wird, wie das Coaching ablaufen wird. Bei dem Termin konnten auch Fragen etc gestellt werden und da haben sich dann auch alle Beteiligten gut abgeholt gefühlt. Skepsis, wie sich alles entwickeln wird, war schon noch da. Aber wir waren uns alle einig, dass wir es versuchen wollen und die Motivation in der Belegschaft ist schnell gestiegen – da haben wir gewusst, dass wir auf dem richtigen Weg sind. :pro:

Share this post


Link to post
oceanografic
Posted

Das mit der Betriebsblindheit trifft für mich ziemlich genau den Kern. Vielleicht irre ich mich ja aber ich vermute mal dass man von innen ja oft nur dass es zieht, hakt und dass alle müde sind merkt. Nur kann dann vermutlich keiner kann sauber sagen, ob jetzt die Zuständigkeit, der Ablauf oder die Entscheidungskette das eigentliche Problem ist.

 

Dass ihr vorab diesen Kennenlerntermin hattet, empfinde ich ehrlich gesagt als alles andere als unwichtig. Wenn jemand extern reinkommt und alle sofort das Gefühl haben, dass jetzt dann über sie gerichtet wird ist die Abwehr ja fast logisch. Wird aber zuerst erklärt, was passieren soll und worum es überhaupt geht, senkt das vermutlich die Temperatur im Raum.

 

Das liest sich in meinen Augen nach erst Vertrauen schaffen, dann sichtbar machen, wo es klemmt, und danach Verantwortung anders verteilen.

Share this post


Link to post

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

×
×
  • Create New...