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AKC

Fragen zum Elternunterhalt und der Rolle des Wertpapierdepots

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JS_01

Hallo AKC,

 

auch wenn du die Frage hier im WPF natürlich mit einem finanziellen Hintergrund gestellt hast, würde ich dir vorschlagen, auch das Szenario durchzudenken, etwas Geld dafür auf die Seite zu legen und es zu akzeptieren, damit dich das Thema nicht auf Jahre belastet.

Besonders die Schilderung der Gesundheit deiner Mutter hört sich nicht nach "wird 95 Jahre und landet am Ende körperlich fit, aber mit Demenz im teuren Pflegeheim" an. Vielleicht findest du über Umwege etwas zu deinem Vater raus?

Gerade das Thema Pflegebedürftigkeit wird auch oft überschätzt und durch anekdotische Einzelfälle verzerrt:

https://www.allgaeuer-zeitung.de/pflege/pflegegrad-5-und-lebenserwartung-wie-lange-leben-betroffene-16-4-26-108275465

Zitat

Zur Verweildauer in einem bestimmten Pflegegrad heißt es im Pflegereport 2024 der Barmer Versicherung, dass von den Pflegebedürftigen, die 2021 in Pflegegrad 5 eingestuft wurden, nach zwei Jahren – also im Jahr 2023 – nur noch 17,6 Prozent pflegebedürftig waren. Ab 2017 waren es 17 Prozent. Das bedeutet laut dem Report, dass 82,4 beziehungsweise 83 Prozent der Pflegeverläufe mit Pflegegrad 5 nicht länger als zwei Jahre andauern. Zudem würden diese „meist durch den Tod beendet“.

Für die Lebenserwartung bei Pflegegrad 5 lassen sich daraus keine konkreten Schlüsse ziehen, aber es kann festgehalten werden, dass Pflegebedürftige ab dem Eintritt in Pflegegrad 5 häufig nicht länger als zwei Jahre leben.

Es ist natürlich nachzuvollziehen, dass du gerade bei deiner Kindheit wenig Anlass siehst, deine Eltern zu unterstützen. Auch gibt niemand gern Geld aus, das er nicht ausgeben muss.

Aber vielleicht kannst du das Thema vorerst noch einige Jahre aussitzen (zum Beispiel dadurch, dass du die Tariferhöhungen evtl. gegen eine prozentual gleiche Arbeitszeitreduzierung eintauscht), und für ggfs. 2,3 Jahre Unterstützung Geld (gedanklich oder sogar in einem separaten Depot) zur Seite legen. 

Sieh es von der positiven Seite:

- du hast eine Familie

- du hast ein sechsstelliges Depot

- ihr lauft mit euren Gehältern auf einen entspannten Ruhestand zu

- du kannst deiner Tochter mit Startkapital aushelfen (für Studium, sabbatical, Wohneigentum, ..)

 

Sind 30, 40 oder 50k für eine vorübergehende Unterstützung es wirklich wert, dass dich das Thema jahrelang stresst? Du mit Anwälten und Steuerberatern, mit Ämtern, Behörden und Pflegeheimen reden musst? Wenn du mit 90 auf dein Leben zurückschaust, denkst du etwas "verlorenes" Geld für deine Eltern macht einen Unterschied auf die 50 Jahre, die danach kamen?

 

Das ist sicherlich eine hier etwas unpopuläre Sichtweise, aber ich rate dir, in einer ruhigen Minute zumindest darüber nachzudenken.

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Nachdenklich
vor 45 Minuten von JS_01:

Das ist sicherlich eine hier etwas unpopuläre Sichtweise, aber ich rate dir, in einer ruhigen Minute zumindest darüber nachzudenken.

Aber eine sehr vernünftige.

Ich rate zu Entspanntheit.

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satgar
· bearbeitet von satgar

gäbe es eigentlich einen Unterschied, wenn das Geld in einer flexiblen Privatrentenversicherung stecken würde? Vorabpauschale wäre dann zumindest schon mal raus.

 

Wird das eventuell auch beim Elternunterhalt im sinne von eigenem Vermögen verschont? Man könnte auch einen Verwertungsausschluss prüfen.

 

In einem Artikel las ich auch noch folgendes:

 

“Wer also über ein erhebliches Sparvermögen

verfügt, mehr als an Altersvorsorgevermögen

„geschont“ ist, sollte angesichts des Urteils

vom 7. August über der Erwerb einer Wohnim-

mobilie nachdenken und diese selbst bezie-

hen. Wer diese Möglichkeit nicht hat oder

schon Wohneigentümer ist, sollte jedenfalls

notwendige Reparaturen durchführen und auf

diese Weise sein Vermögen reduzieren.“

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Neverdo

Das mit dem selbstbewohnten Eigentum ist korrekt und unabhängig vom Fragesteller zudem eine vernünftige Sache.

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AKC

Selbstbewohntes Eigentum ist nicht pauschal eine vernünftige Sache unter Berücksichtigung der Opportunitätskosten und Lebensmodelle.

 

Immobilien kommen für mich nicht in Frage. Wohne in einer Großstadt wo es kein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis gibt.

 

 

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LongtermInvestor

Genau, am besten eine Immobile kaufen um den Elternunterhalt zu vermeiden, hört sich sinnvoll an :-).

 

Zur Sache, ggf. hilf Dir BGB § 1611 Beschränkung oder Wegfall der Verpflichtung, Stichwort grobe Unbilligkeit. Keine Rechtsberatung. 

 

Da muss aber ein Anwalt drauf und Du hast am besten einen Dokumentation und Zeugen zu den Vorfällen in der Kindheit. Die Gerichte sind inzwischen sehr zurückhaltend mit der Annahme eines Härtefalls geworden und schließen Unterhaltsansprüche nur noch in extremen Fällen aus. Bei der Frage nach einer schweren Verfehlung ist insbesondere darauf abzustellen ist, ob die in Rede stehende schwere Verfehlung des Elternteils in einer Zeit begangen wurde, als das Kind noch minderjährig war. 

 

https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2014/2014027.html

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