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hnns_trk

Ich habe ein Portfolio-Tool gebaut, das emotionale Muster bei Anlageentscheidungen erkennt – Feedback gesucht

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hnns_trk

Hallo zusammen,

ich entwickle seit einiger Zeit mindfolio.io, ein web-basiertes Portfolio-Analyse-Tool für Privatanleger. Bevor jemand fragt: ja, ich kenne Portfolio Performance – und nein, ich versuche es nicht zu ersetzen. PP ist für Datentiefe und lokale Kontrolle ungeschlagen.

Was mich persönlich immer interessiert hat, ist eine Frage, die PP (und eigentlich alle anderen Tools) nicht beantwortet: Kaufe ich besser, wenn ich rationalnüchtern bin – oder wenn ich euphorisch bin?

mindfolio.io verknüpft deshalb jede Transaktion mit einer optionalen Stimmungsangabe. Über Zeit entsteht daraus ein persönliches Muster: Welche Emotionen gingen meinen besten Entscheidungen voraus? Welche meinen schlechtesten?

Daneben gibt es die üblichen Funktionen: Portfolio-Tracking mit Live-Kursen (via EODHD), Performance-Analyse, Sektorverteilung, Dividenden-Übersicht.

Die App ist seit kurzem live: mindfolio.io

Ich bin ehrlich gesagt noch im frühen Stadium und suche echtes, kritisches Feedback – besonders von Leuten, die schon mit anderen Tools gearbeitet haben. Was fehlt euch an bestehenden Tools? Und haltet ihr das Emotions-Tracking für sinnvoll oder für Spielerei?

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Theobuy
vor 16 Stunden von hnns_trk:

Kaufe ich besser, wenn ich rationalnüchtern bin – oder wenn ich euphorisch bin?

Und, was ist das Ergebnis oder zumindest die Arbeitshypothese? Mir ist der Mehrwert eines solchen Tools noch nicht ganz klar - vielleicht kannst du das erläutern?

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hnns_trk

Die Hypothese: Wenn ich über Monate jeden Kauf mit einer Stimmungsangabe versehe, sehe ich irgendwann ob meine "euphorischen" Käufe schlechter performen als meine ruhigen. Das Tool wertet aus, bei welcher Emotion die Wahrscheinlichkeit für einen guten oder schlechten Trade historisch am größten war — kein universelles Muster, sondern eine persönliche Auswertung der eigenen Entscheidungshistorie.

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dutchcapitalist
vor 20 Stunden von hnns_trk:

Die Hypothese: Wenn ich über Monate jeden Kauf mit einer Stimmungsangabe versehe, sehe ich irgendwann ob meine "euphorischen" Käufe schlechter performen als meine ruhigen. Das Tool wertet aus, bei welcher Emotion die Wahrscheinlichkeit für einen guten oder schlechten Trade historisch am größten war — kein universelles Muster, sondern eine persönliche Auswertung der eigenen Entscheidungshistorie.

Interessante Idee. Ich erwische mich immer wieder mit nicht rationalen Entscheidungen, z.B. Februar 2026. Dort hätte ich gemäss Plan eigentlich aufstocken sollen, haben mich aber ehrlicherweise nicht getraut, da ich dachte die Märkte würden weiter fallen. Nachträglich bereue ich meine Entscheidung, aber aus damaliger Sicht (mit den Emotionen, Informationen, etc.) war das für mich eine rationale Entscheidung (aus meiner Sicht, auch wenn time in the market besser ist als timing the market), da ich mich damit gut gefühlt habe.

 

Ich glaube dein Tool hätte in der Situation helfen können etwas mehr Rationalität einzubringen. Darf ich fragen was genau im Hintergrund passiert? Über wie viele Käufe/Verkäufe setzt sich die Statistik zusammen oder gruppiert es einfach Stimmungen und zieht daraus eine durchschnittliche Rendite pro Stimmung? Könnte das Tool aber nicht auch zu einem Bias führen? Z.B. wenn meine Rendite bei schlechter Stimmung am höchsten ist, soll ich dann nur dann kaufen wenn meine Stimmung schlecht ist? Also als Experiment sicher interessant, aber den Nutzen sehe ich noch nicht direkt. Vielleicht könntest du zu einem späteren Zeitpunkt and Recommender App bauen, die basierend auf der Stimmung vorschlägt wie viel man investieren soll, damit man eben nicht den gleichen Fehler macht wie ich im Februar. So könntest du Privatanleger dazu bewegen, sich rationaler zu verhalten und Rendite zu maximieren :)

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Theobuy
vor 21 Stunden von dutchcapitalist:

Dort hätte ich gemäss Plan eigentlich aufstocken sollen, haben mich aber ehrlicherweise nicht getraut, da ich dachte die Märkte würden weiter fallen.

Wenn kein Kauf stattgefunden hat, wie soll das Tool das erfassen? Es erfasst, soweit ich sehe, nur Käufe. 

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PapaPecunia
Am 14.6.2026 um 00:26 von hnns_trk:

Ich bin ehrlich gesagt noch im frühen Stadium und suche echtes, kritisches Feedback – besonders von Leuten, die schon mit anderen Tools gearbeitet haben. Was fehlt euch an bestehenden Tools? Und haltet ihr das Emotions-Tracking für sinnvoll oder für Spielerei?

Fände ich zwar spannend, aber ich denke die allerwenigstens User (speziell hier im WPF) werden bereit sein, dafür ein zweites Tool zu nutzen und/oder sich von PP zu verabschieden. 

Es sieht optisch deutlich moderner aus, ich denke das ist eher der Ansatzpunkt um jüngere "Neukunden" zu gewinnen. 

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dutchcapitalist
vor einer Stunde von Theobuy:

Wenn kein Kauf stattgefunden hat, wie soll das Tool das erfassen? Es erfasst, soweit ich sehe, nur Käufe. 

Ja, aber man könnte experimentieren und z.B. ein Musterdepot aufbauen, oder das eigene Depot nachbauen und zu einem beliebigen Zeitpunkt nachkaufen und tracken wie das läuft. Ist natürlich nur eine Simulation, aber ich denke es könnte schon einigen helfen sich rationaler zu verhalten.

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Richie_Rich
On 6/15/2026 at 9:52 PM, dutchcapitalist said:

Nachträglich bereue ich meine Entscheidung, aber aus damaliger Sicht (mit den Emotionen, Informationen, etc.) war das für mich eine rationale Entscheidung (aus meiner Sicht, auch wenn time in the market besser ist als timing the market), da ich mich damit gut gefühlt habe.

Ist das nicht exakt das Verhalten, vor dem man sich mithilfe selbstdefinierter Regeln schützen will? Wozu braucht man Regeln, wenn man ihnen dann nach Gefühl folgt. 

PS: Mir passiert das übrigens auch desöfteren. Meine Ausrede ist, dass ich keine Automatisierung einrichten kann, weil mal mehr, mal weniger Geld zum Investieren vorhanden ist.

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dutchcapitalist
vor 33 Minuten von Richie_Rich:

Ist das nicht exakt das Verhalten, vor dem man sich mithilfe selbstdefinierter Regeln schützen will?

Ja, stimme dir da zu. Aber wenn man alle Entscheidungen alleine trifft und mit niemandem darüber diskutieren muss, dann kann man sehr einfach seine eigenen Regeln brechen ohne sich schlecht zu fühlen.

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GuyInborito

Das Ganze mag eine nette Spielerei werden aber am Ende doch ein Stück weit gefährlich weil sich jemand auf was verlassen könnte was bisher reiner Zufall war. "Heut bin ich wieder traurig, da treffe ich die besten Entscheidungen" Das fördert doch overconfidence bias. Ich verstehe ja dass man irgendwelche Muster oder Regeln oder sonst was suchen und nutzen will aber ich denke jeder der ausreichend reflektiert darüber nachdenkt kommt zu dem Schluss dass es immer nur Ausschnitte sind und für die Zukunft absolut nichtssagend sind.

 

Was wenn ich bisher glücklich verheiratet war und plötzlich ein Bus meine Frau samt Kind tot fährt. Darf ich dann nie mehr traden weil ich zuvor festgestellt hatte dass wenn ich glücklich bin es am besten läuft? Das vernünftigste ist doch die Emotionen so weit wie möglich raus zu halten und eben nicht diese auch noch als Faktor einbringen zu wollen.

 

Ich finde es generell bedenklich dass die Menschen meinen mit ihren aktiven Anlageentscheidungen auf Können oder Wissen rückzuschließen wenn es gut läuft. zB habe ich genau in den Jahren vor der Edelmetallrallye Gold und Silber gekauft. Bin ich jetzt mega schlau und ein super Anleger oder hatte ich einfach Glück? Ganz offensichtlich ist die Antwort letzteres. 

 

Bösartig kann man sagen mach das Selbe aber nicht mit Emotionen sondern wie war das Wetter, oder welche Farbe hatte meine Unterhose. Das wird zum selben, da nutzlosen, Ergebnis führen.

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hnns_trk

Erstmal Danke — ich hab nicht erwartet, dass das hier so eine lebhafte Diskussion wird. Das freut mich wirklich.
 

@dutchcapitalist Dein Februar-Beispiel hat mich erwischt, weil ich sowas selbst kenne. Zur Statistik: Es werden Transaktionen nach Stimmungslage gruppiert und die durchschnittliche realisierte Rendite berechnet. Erst nach ein paar Dutzend Trades wird das aussagekräftig — vorher ist es eher Tagebuch als Statistik.
 

@Theobuy Dein Einwand hat mich am meisten beschäftigt: Nicht-Entscheidungen erfasst das Tool aktuell nicht. Wenn dutchcapitalist im Februar nicht kauft, bleibt das unsichtbar. Das ist eine echte Lücke. Ich hab das direkt auf meiner Feature-Liste.

@GuyInborito Deine Kritik nehme ich mir zu Herzen, auch wenn ich eine Gegenperspektive habe: Das Tool soll kein Trading-Signal sein ("ich bin traurig, also kaufe ich"). Es soll einen Spiegel hinhalten. Ob das nützlich ist oder zu Overconfidence führt — da bin ich ehrlich gesagt selbst noch unschlüssig. Genau deshalb bin ich hier.
 

@PapaPecunia Das stimmt. Ich/man brauch(t) keinen PP-User zu überzeugen, der seit Jahren zufrieden ist.

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Jennerwein
Am 16.6.2026 um 22:30 von Richie_Rich:

Ist das nicht exakt das Verhalten, vor dem man sich mithilfe selbstdefinierter Regeln schützen will? Wozu braucht man Regeln, wenn man ihnen dann nach Gefühl folgt. 

PS: Mir passiert das übrigens auch desöfteren. Meine Ausrede ist, dass ich keine Automatisierung einrichten kann, weil mal mehr, mal weniger Geld zum Investieren vorhanden ist.

Ich arbeite mit einem Liquiditäts‑Korridor, der exakt definiert, wann ich investiere. Ich habe einen unteren Schwellenwert an liquiden Mitteln, der nicht unterschritten werden darf, und einen oberen Schwellenwert, der 25 % darüber liegt.

Liegt meine Liquidität unter dem unteren Wert, investiere ich nicht. Liegt sie dazwischen, kann investiert werden. Wird der obere Wert überschritten, wird immer investiert.

Damit ist mein Vorgehen vollständig regelbasiert, frei von Emotionen und unabhängig von Marktmeinungen. Die Liquidität bleibt stabil, und überschüssiges Kapital fließt automatisch in mein langfristiges, globales Portfolio.

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hnns_trk

@JennerweinDanke für den Einblick in deine Methodik. Der Liquiditätskorridor ist ein cleverer Ansatz, weil er die Entscheidung ein für alle Mal trifft und nicht jedes Mal neu. Nutzt du dafür ein bestimmtes Tool oder trackst du das manuell?
Mich interessiert das Thema sehr: wo hört Emotion auf, wo fängt Struktur an. 

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Jennerwein

Ich nutze PP, aber für den Liquiditätskorridor reicht ein Blick aufs Girokonto. Ab Betrag X kann investiert werden, ab Betrag Y wird definitiv investiert. 

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