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Geld-Klaus

Umfrage: Wertpapierleihe im eigenen Depot - sinnvoll oder zu risikoreich?

Umfrage: Wertpapierleihe im eigenen Depot - sinnvoll oder zu risikoreich?  

3 Stimmen

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Geld-Klaus
· bearbeitet von Geld-Klaus

Hallo,

bei einigen Banken/ Depotanbietern kann die Wertpapierleihe für die eigenen Wertpapiere freigeschaltet werden.
Mich würde interessieren, ob ihr dies eurer Bank/ eurem Broker gestattet habt und damit eine zusätzliche Rendite vereinnahmt.

Die europäische Zentralbank (EZB) hat auf ihrer Webseite die Wertpapierleihe wie folgt definiert:
"Bei einer Wertpapierleihe überlässt der Eigentümer von Aktien oder Anleihen dem Entleiher diese Wertpapiere für einen begrenzten Zeitraum. Im Gegenzug zahlt der Entleiher eine Leihgebühr und überlässt dem Verleiher andere Aktien, Anleihen oder Bargeld als Sicherheit."
Siehe: https://www.ecb.europa.eu/ecb-and-you/explainers/tell-me-more/html/securities_lending.de.html


Übertragen auf das eigene Depot: Bei einer Wertpapierleihe verleiht die Bank die eigenen Wertpapiere an Dritte gegen Gebühr. Die Gebühr wird zwischen der Bank und dem Depotinhaber aufgeteilt.
Wer leiht sich Wertpapiere - wer ist Entleiher? Z. B. Shortseller, die eine Aktie leer verkaufen oder als klassischer Hedge (Absicherung) für ein bestimmtes Geschäft/ Entwicklung.

Die unmittelbare und wichtigste Folge ist, dass die eigenen Wertpapiere NICHT mehr Sondervermögen darstellen und der Insolvenzschutz verloren geht (!!). Man hat also nur noch einen (schuldrechtlichen) Anspruch auf Rückgabe der Wertpapiere und im Ernstfall wird man folgend zu einem gewöhnlichen Gläubiger.
Daher bin ich bisher davon zurückgewichen, da ich das Risiko (Kontrahentenrisiko) nicht einschätzen kann. Im Worst Case Szenario kann ein Totalverlust eintreten.

Auf der anderen Seite Frage ich mich allerdings, wie häufig so ein Schuldnerausfall in der Vergangenheit vorgekommen ist, da die Bank als Verleiher der Wertpapiere Sicherheiten für die Ausleihung einfordert.
Siehe hierzu: https://www.finanzfluss.de/aktien/wertpapierleihe/

Eine wichtige Frage stellt sich hierbei, gegenüber wem besteht überhaupt das Kontrahentenrisiko? Das kommt - so weit ich das überblicke - auf den Einzelfall an, man muss die genauen vertraglichen Details prüfen. Verleiht man gegenüber dem Dritten oder an die Bank selbst?

 

Falls an die Bank, hat man das Insolvenzrisiko der Bank im Worst case an der Backe. Hierzu stellt sich mir auch die Frage, was passiert, wenn die Bank insolvent geht und in diesem Augenblick sind die Wertpapiere nicht verliehen? Denn rein rechtlich wurde der Verleihung zugestimmt und evtl. kann man hier schon konkludent von einer Übereignung des gesamten Depots an die Bank sprechen? Droht also bereits ab der Zustimmung zur Verleihung an die Bank der mögliche Totalverlust des gesamten Depots bei einer Bank-Insolvenz?

Sollte von Euch jemand Wertpapierleihe betreiben, würde mich interessieren, wie ihr die Risiken einschätzt. Und natürlich mit welchen zusätzlichen Renditen man im Durchschnitt rechnen kann, wenn das überhaupt so pauschal bestimmt werden kann.
Gerne insbesondere bei klassischen Blue-Chip-Aktien.

Viele Grüße

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stagflation
· bearbeitet von stagflation
vor einer Stunde von Geld-Klaus:

Und natürlich mit welchen zusätzlichen Renditen man im Durchschnitt rechnen kann, wenn das überhaupt so pauschal bestimmt werden kann. Gerne insbesondere bei klassischen Blue-Chip-Aktien.

 

Du könntest bei Google die KI fragen...

Zitat

Liquide Standardwerte (Large Caps & gängige ETFs):

  • Erwartbare Rendite: Meist nur geringe Zusatzerträge zwischen 0,01 % und 0,5 % pro Jahr.
  • Grund: Große, bekannte Aktien (z. B. aus dem DAX oder S&P 500) sowie weltweite Standard-ETFs (z. B. auf den MSCI World) sind am Markt im Überfluss vorhanden. Die Nachfrage nach Leihen ist im Verhältnis zum Angebot gering.

Stark nachgefragte Spezialtitel ("Specialis"):

  • Erwartbare Rendite: Hier sind deutlich zweistellige jährliche Prozentsätze möglich.
  • Grund: Wenn eine Aktie am Markt stark für Leerverkäufe (Short Selling) gesucht wird, herrscht oft ein Mangel an verfügbaren Stücken. Das treibt die Leihgebühr drastisch in die Höhe. Auch kleinere Nebenwerte (Small Caps) oder stark fokussierte Nischen-ETFs können solche Spitzenrenditen erzielen.

 

Ich poste nicht gerne KI-Antworten - aber das sind die Zahlen, die ich auch kenne: breit diversifizierte Aktien-ETFs betreiben oft Wertpapierleihe, mit niedrigen Zusatz-Renditen. Bei Shortselling-Zocks wie bei GameStop sind hingegen sicherlich deutlich höhere Renditen möglich.

 

Du findest diese Angaben auch hier: klick.

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