Reigning Lorelai

Asset Allocation

91 posts in this topic

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Guten Tag,

 

ich dachte mir ich eröffne hier mal einen Thread um verschiedene Meinungen zum Thema Asset Allocation zu hören. Der Gebrauch dieses Wortes ist ja inflationär und alleine jedes Investment in einem beliebigen Schwellenland gilt ja mittlerweile als Asset Allocation. Es gibt nur wenige Vermögensverwalter die nicht auf dies schwören. Nach einer kurzen Erläuterung die mit dem Thema nicht soviel anfangen können möchte ich doch auch meine eigene Meinung los werden und hoffe auf rege aber bitte sinnvolle Beteiligung. Das vielleicht als Fußnote ohne dass ich jemand persönlich angehen will, aber in manchen Threads lässt das Niveau doch deutlich nach und geht eher in Beleidigungen über...

 

Vielleicht kurz für diejenigen die nicht genau wissen was das ist eine kurze Erläuterung:

Unter Asset Allocation versteht man seine Geldanlage auf verschiedene Anlageklassen (Aktien, Renten, Rohstoffe, Immobilien, Hedgefonds usw.) zu verteilen um von den verschiedenen Korrelationen zu profitieren. Was heißt Korrelation? Der Gleichlauf: Bsp: Steigt der DAX um 1% steigt auch Siemens um 1%.. Die Korrelation ist hier 1 (1:1). Steigt der DAX um 1% und Siemens fällt gleichzeitig um 1% dann ist die Korrelation negativ: -1

Die Idee dahinter ist nun durch breite Streuung das Risiko (Schwankung, Volatilität) in seinem Depot zu senken ohne gleichzeitig bei der Renditekurve Abstriche machen zu müssen. Details usw. könnt ihr auf http://www.stw-boerse.de/techno/portfolio/01.htm nachlesen.

 

 

Meine Meinung:

Ich halte den ganzen Trubel um Asset Allocation für absoluten Humbug und lediglich eine (neue) Modeerscheinung.

 

- Einerseits lautet meine Investmentregel: Kaufe langfristig und zwar das was steigt. Warum soll ich dann etwas kaufen wovon ich nicht überzeugt bin nur weil es negativ mit meinem Depot korreliert ist?

 

- Des Weiteren denke ich, daß das ganze ein Problem hat. Du kannst die Korrelation immer nur auf vergangenen Daten errechnen, so daß auch diese nicht für die Zukunft vorhergesagt werden können. Wie meine ich das? Beispiel Öl: Rohstoffe sind nie mit den Aktienmärkten korreliert. Mittlerweile aber liegt die Korrelation doch deutlich im positiven Bereich. Wo die Gründe sind mag ein anderes Thema sein aber meine Überlegung ist: Wächst die Konjunktur wie zuletzt dann steigt der Bedarf an Rohstoffen. --> Die Börse in Russland wird aufgrund ihrer Rohstofflastigkeit eindeutig profitieren. Für China und Indien gilt das selbe wenn man den Dienstleistungssektor oder die Produktion hernimmt.

 

--> Die Korrelationen der Börsen in den Schwellenländern nähern sich denen der westlichen Börsen. Auch die Rohstoffe entwickeln sich aber aufgrund der Nachfrage in diese Richtung.

 

- durch die überschäumende Liquidität auf der Welt fließt das Geld in verschiedene Richtungen, so daß am Ende eigentlich alles steigt (siehe Performance Daten aus den Jahren 2005 und 2006)

 

- mein voerst letztes Argument ist auch, daß es wie eine Börsenstrategie ist, die sicheren Anlageerfolg verspricht. Wenn es jeder macht funktioniert es einfach nicht mehr.

 

Rückendeckung gibt mir hier auch eine Studie von Richard Bernstein von na klar Merrill Lynch der wohl per Gedankenübertragung von mir auf das Thema aufmerksam geworden ist. Ich erspare euch jetzt die ganze Studie.. nur soviel: Amerikanische Nebenwerte, ausländische Aktien und Hedgefonds haben über die vergangenen 5 Jahre eine Korrelation von 0,94, 0,96 und 0,96 mit dem S&P500 aufgewiesen.

 

Daher bin ich der Meinung ist es völlig egal ob man in Länder und einzelne Assetklassen diversifiziert. Man sollte sich eher im Gegenteil klar eine Meinung zum Markt machen und dann dort einkaufen wo man es langfristig für am richtigen hält..

 

Viele Grüße

 

W.Hynes

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Ich halte davon ebenfalls nichts, ich bin sogar bei der reinen Aktienanlage

für das sog. "konzentrierte Portfolio" (Begriff von Warren Buffett), das bedeutet,

dass man eine übertriebene Diversifizierung vermeidet, indem man max.

10 bis 15 verschiedene Werte im Portfolio hält.

 

Ich selbst halte mich schon immer an dieses Prinzip und habe hervorragende

Ergebnisse damit erzielt.

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sog. "konzentrierte Portfolio" (Begriff von Warren Buffett),

was machst du wenn du ne gute neue findest? ne alte rausschmeißen wo du weniger Potential siehst?

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Das kommt drauf an. Dadurch, dass man ein Unternehmen recht gut kennt

nach einigen Jahren Geschäftsbericht-Studium, und man dadurch grosses

Vertrauen hat, muss der neu entdeckte Wert schon sehr attraktiv sein, um

tauschen. Aber wenn er es ist, warum nicht?

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Posted · Edited by �-man

wayne, das sehe ich ähnlich. Vergangenheitsdaten können gar nicht viel aussagen, denn die Korrelationen sind einem ständigen Wandel unterworfen. Und dieser Wandel vollzieht sich künftig noch schneller als bisher.

Für Otto Normalanleger (und dazu gehören hier wohl die meisten, mehr oder minder) ist im einfachsten Fall eine Diversifikation mit einem globalen Aktienfonds und Renten möglich. Wer ein wenig mehr tun möchte, kann das auf 3 bis 6 Fonds erweitern.

Für ein langfristiges Einzeltitelengagement habe ich in meinem "Seniorendepot" keinen Platz mehr. Würde aber diese erst verkaufen, wenn sich die fundamentalen Daten verschlechtern.

 

Gruß

-man

 

P.S. Asset Allocation ist im übrigen auch ein recht lukratives Geschäft für die Finanzindustrie.

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Posted · Edited by konfuzius

habe im realdepot genau 3 aktien jeweils 1/3 vom volumen

 

denke mal max. 5 aktien könnte ich verkraften, danach wäre ich schon zeitlich völlig überfordert, will schließlich im auge haben, was ich gekauft habe + auch paar sachen dazulernen, was auch zeit braucht

 

wer kapitalmarktfremd seinen lebensunterhalt bestreitet so wie ich, kommt mit 4-5 aktien schon an seine grenzen, zumindest ist das bei mir der fall

 

mit zunehmender routine will ich zukünftig mehr diversifizieren, von jetzt 3 auf 6-7 aktien

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Ein Otto Normalanleger, Vergangenheitsdaten sagen nicht viel aus und der Wandel der Märkte entwickelt

sich immer schneller. Sogenannte EM schließen in den letzten Jahren immer schneller zu den großen Märkten auf.Ich muß entscheiden wohin der Markt geht sowie das Politische Umfeld beobachten und somit zu einer Entscheidung zu kommen! Die Finanzindustie wird immer wider neue Finazinovationen entwickel,Sie muß ja

am Kleinanleger verdienen. ( kann zu einzel Aktien nichts sagen weil ich nur in Fonds Investiere)

 

MfG

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Hi,

mal abgesehen davon, daß einem normalen Privatanleger die finanziellen Mittel und das Know-How fehlen, um in verschiedenen Märkten (Aktien, Renten, Immobilien, Rohstoffe etc.) erfolgreich zu agieren, gibt es wohl auch ein Informationsdefizit.

Die Frage, wie genau die Korrelation zwischen zwei Anlagen in der Vergangenheit aussah, ist nunmal ohne Profi-Programme wohl kaum zu beantworten.

 

Und hier noch eine Frage vom Laien: gibt es nicht eine natürliche Untergrenze, ab der eine negative Korrelation sinnlos ist?

Wenn ich z.B. zwei Aktien mit der Korrelation -1 habe, könnte ich doch nie Gewinn machen, oder habe ich da was falsch verstanden?

 

Gruß

Sladdi

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Wenn ich z.B. zwei Aktien mit der Korrelation -1 habe, könnte ich doch nie Gewinn machen, oder habe ich da was falsch verstanden?

das hast du korrekt erfasst, die gewinne würden vom verlust des anderen assets annulliert, wenn beide gleich gewichtet wären.

daher ist eine korrelation nahe 0 der optimalwert.

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völlig richtig sladdi. die frage ist nur ob diese korrelaton auch in die Zukunft gilt...

 

nahe 0 der optimalwert

sorry da waren wir gleichzeitig dran... zur Erklärung noch: "0" heißt kein Zusammenhang im Kursverlauf

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Posted · Edited by Sladdi

Hi,

ich nehme an, daß mit der Korrelation die erste Gleichung auf dieser Seite

 

http://www.stw-boerse.de/techno/portfolio/04.htm

 

gemeint ist.

 

Jetzt gibt es sicherlich mehrere Möglichkeiten, eine Korrelation von 0 hinzubekommen, aber die einfachste, wäre es doch (laut dieser Formel) einfach, einen Teil des Vermögens stets mit dem Ertrag +- 0 "anzulegen". Dann habe ich nämlich in jeder Multiplikation einmal die 0 stehen.

 

Ich ahne es schon: diese Theorie ist komplizierter, als sie auf den ersten Blick aussieht. Jedenfalls ist sie für mich als Privatanleger nicht brauchbar. Bei den Profis kann es natürlich anders sein, wer weiß. Immerhin hat's dafür ja den Nobelpreis gegeben.

 

Gruß

Sladdi

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Hallo wayne, schöner Beitrag :) ..... schöne "Diskussionsbasis" ;)

 

Beispiel Öl: Rohstoffe sind nie mit den Aktienmärkten korreliert. Mittlerweile aber liegt die Korrelation doch deutlich im positiven Bereich. Wo die Gründe sind mag ein anderes Thema sein aber meine Überlegung ist: Wächst die Konjunktur wie zuletzt dann steigt der Bedarf an Rohstoffen. --> Die Börse in Russland wird aufgrund ihrer Rohstofflastigkeit eindeutig profitieren. Für China und Indien gilt das selbe wenn man den Dienstleistungssektor oder die Produktion hernimmt.

 

Sehe ich -leider- ganz ähnlich. Ich glaube auch nicht mehr an die alte Theorie, dass günstige Rohstoffe künftig steigende Aktienkurse der verarbeitenden Unternehmen bedingen, und umgekehrt. Letztlich wird diese Frage nur die Zukunft beantworten, aber aus meinem "Bauchgefühl" heraus würde ich das so unterschreiben.

 

Daher bin ich der Meinung ist es völlig egal ob man in Länder und einzelne Assetklassen diversifiziert. Man sollte sich eher im Gegenteil klar eine Meinung zum Markt machen und dann dort einkaufen wo man es langfristig für am richtigen hält..

 

"Prinzipiell" könnt ich Dir auch hier Recht geben, nur.... vielleicht solltest Du hier auch noch mal zusätzlich erwähnen, wie intensiv Du Dich mit einem Einzelinvestment beschäftigst, bevor Du es tätigst? ;) Einen ähnlichen Aufwand würde ich hier nur einem Bruchteil des Forums zutrauen, vom "Rest der Welt" ganz zu schweigen....

 

Soll heißen: Diversifikation bedeutet auch immer, nicht nur seinen Wissen zu streuen..... sondern auch sein Nicht-Wissen ;) Für mich gesprochen: ich weiß, dass ich über Index-Aktien-Fonds langfristig ca. 8% Rendite erwirtschaften kann.... das nehme ich als "Fakt" hin, unabhängig von den jährlichen Schwankungen, die darüber oder darunter liegen. Damit könnte ich -bei genügend langem Zeithorizont- also rechnen.

 

Natürlich würde ich auch gerne mehr Rendite machen - dafür müsste ich aber über stockpicking versuchen, den Markt outzuperformen. Da ich mir gar nicht erst anmaße, das ansatzweise auch nur zu können, lasse ich es von vornherein..... :)

 

Was die Beimischung von Renten- oder Immobilienfonds angeht: langfristig kosten sie Rendite, nur: wer von uns hat hier denn einen Horizont von 20-30 Jahren? Mag es geben, meiner ist deutlich kürzer, demnach "dürfte" ich gar nicht in Aktien investieren. Um dort also eine Risikobegrenzung bei kürzerem Zeithorizont zu erreichen, macht so eine Asset-Allokation durchaus Sinn.

 

Soweit mal meine 2 Cents zum Thema.....

 

Wenn ich z.B. zwei Aktien mit der Korrelation -1 habe, könnte ich doch nie Gewinn machen, oder habe ich da was falsch verstanden?

 

Negative Korrelation ist nicht mit negativer Rendite zu verwechseln!

 

Beispiel negative Korrelation: Badehosen-Hersteller und Regenschirm-Hersteller. In heißen Sommern hat der mit den Badehosen die bessere Rendite, in nassen Sommern der mit den Regenschirmen - d.h. beide Artikel haben eine negative Korrelation zueinander. Die Diversifikation mit 50:50 auf beide bewirkt nun, dass das Depot weniger Schwankungen ausgesetzt ist (als wenn man sich 100% für ein Investment entscheidet), wenn nach einer bestimmten Anzahl von Jahren die Anzahl heisser und nasser Sommer identisch ist..... :blink:

 

Simples Beispiel zur "Auswirkung der Diversifizierung auf die Schwankung der jährlichen Renditen eines gemischten Portfolios" von Gerd Kommer, "Souverän investieren", S.57

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ich nehme an, daß mit der Korrelation die erste Gleichung auf dieser Seite

 

http://www.stw-boerse.de/techno/portfolio/04.htm

 

gemeint ist.

die ist besser wobei die Kovarianz darauf vorbereitet. Aber keine Scheu. Ich sage jetzt einfach mal voraus wenn du mathematisch nicht ganz be********* bist (und ich bin alles nur keine Leuchte in diesem Höllenfach) dann kapierst du die komplette Theorie an einem Wochenende...

 

vielleicht solltest Du hier auch noch mal zusätzlich erwähnen, wie intensiv Du Dich mit einem Einzelinvestment beschäftigst, bevor Du es tätigst?

gut bei mir bringt es der Job mit sich, aber das gilt ja auch für meine private Anlagen und ich kann dir sagen dass z.B. aktuell Esprit seit 25.12. im Scanning ist und ich immer noch nicht fertig bin.. Ich schätze bis zu 6 Wochen pro Aktie und dann natürlich regelmäßiges covern...

 

dafür müsste ich aber über stockpicking versuchen, den Markt outzuperformen. Da ich mir gar nicht erst anmaße, das ansatzweise auch nur zu können, lasse ich es von vornherein.....

du glaubst aber nicht wirklich dass die die das beruflcih machen irgendwelche übermenschen sind oder? hab neulich auch den Kaldemorgen im TV gesehen wo der wirklich überzeugend und 1a erklärt hat dass man aus Zucker Ethanol gewinnen kann und damit Fahrzeuge antreiben kann. Das liest du aber mittlerwiele in jedem Heftchen und so überzeugend er rüberkommt so wenig Ahnung hat er davon... Er weiß was die Kennzahlen bedeuten usw. aber alles wissen bringt keine sicheren Gewinne. Aufs Fingerspitzengefühl kommt es an und eben auf bestimmte Tugenden (wie z.B. Gier nach oben und unten abstellen). Das kann imo jeder machen. Toni ist z.B. ein guter Beweis der als branchenfremder auch erfolgreich Einzelaktien covert...

 

wer von uns hat hier denn einen Horizont von 20-30 Jahren?

ich auf jedenfall. und toni könnte ich mir auch vorstellen.. wobei auch 10 jahre durchaus schon langfristig sind...

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gut bei mir bringt es der Job mit sich, aber das gilt ja auch für meine private Anlagen und ich kann dir sagen dass z.B. aktuell Esprit seit 25.12. im Scanning ist und ich immer noch nicht fertig bin.. Ich schätze bis zu 6 Wochen pro Aktie und dann natürlich regelmäßiges covern...

 

du glaubst aber nicht wirklich dass die die das beruflcih machen irgendwelche übermenschen sind oder?

 

Genau DAS meinte ich, wayne. Das hat nix mit "Übermensch" zu tun - das hat einfach damit etwas zu tun, sich wirklich ernsthaft und sorgfältig mit der Materie auseinanderzusetzen; von einer gewissen Erfahrung ganz zu schweigen (die aber nur im Zeitablauf kommt). Ich denke, dass Dein Zeitaufwand, Deine Erfahrung und Dein Fingerspitzengefühl ein stockpicking rechtfertigen.

 

Nur glaube ich halt auch, dass wirklich die wenigsten der Materie so beikommen. Thema war ja, in wie weit Diversifizierung "Sinn" macht. Dass es aus Deiner Sicht wenig Sinn macht, glaube ich Dir aufs Wort. Nur was für (beispielsweise) 5% keinen Sinn ergibt, mag für 95% durchaus sinnvoll sein. Mehr wollte ich damit eigentlich nicht sagen.... :)

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Asset Allocation . Früher hat man gesagt : Lege nie alle Eier in einen Korb oder Geld ist wie Mist man muss es streuen.

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Asset Allocation . Früher hat man gesagt : Lege nie alle Eier in einen Korb oder Geld ist wie Mist man muss es streuen.

Übrigens gibts so was im Fondsbereich A0HGZZ. Leider erst ein Jahr auf dem Markt,so dass man noch keine Rückschlüsse ziehen kann, ob Asset Allocation einen Mehrwert bringt.

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Ich denke Assetallokation über mehrere Anlageklassen ist klar sinnvoll. Allerdings setze ich da eher dann auf Anlagen, die mit Börse dann auch wirklich nicht so viel zu tun haben. Zumindest, wenn es sich um etwas mehr Geld handelt, würde ich niemals alles den Aktienmärkten oder mit ihnen verwandte Produkte anvertrauen. Da aber nur wenige Assets nicht indirekt von der Konjunktur abhängen ist das natürlich nicht so ganz leicht und oft erhält man nur etwas Zeitversetzte Entwicklungen, die aber tendenziell in die gleiche Richtung gehen.

 

Innerhalb der Aktienmärkte ist meiner Meinung nach AssetAllokation unterschiedlich zu bewerten. Wenn ich mich als informierter Anleger fühle der zumindest Grob Regionen und Branchen für sich beurteilen mag, dann brauche ich das nicht so dringend, wie jemand der sich kein eigenes Bild machen kann. Zwar rotieren Branchen und Länder in ihrer Favouritenrolle regelmäßig, aber wenn ich dann nicht diversifiziert bin und auf die falschen Länder/Branchen gesetzt habe, kann es manchmal sehr lange dauern, bis meine Bereiche dran sind. Da macht eine breite Streuung dann mehr Sinn.

Bin ich dagegen aber überzeugt, das es einige Länder oder Branchen während meines Anlagehorizonts zu nichts bringen werden, dann wäre es unsinnig nur der AssetAllokation wegen dort auch nur einen Cent zu investieren.

 

Wie Wayne, bin ich aber auch der Meinung, das es Blödsinn ist "Emerging Markets" allgemein aus Gründen der AssetAllokation im Depot zu haben. Sie nähern sich natürlich den etablierten Börsen an, nur die Ausschläge nach oben und unten sind stärker.

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So wie ich das verstanden habe scheint die 'Asset Allocation' die selbe Motivation wie die 'Portfolio Selection Theory': streuen des Risiko. Die 'Asset Allocation' springt dabei nur eine Ebene höhere: von der reinen Aktienebene auf die Ebene der allgemeinen Investmentmöglichkeiten.

 

Ich habe in einem Buch, dessen Titel "Professionelles Portfoliomanagement" war glaube ich und vor allem für institutionelle Anleger Pflichtlektüre ist (glaube ich), ein wenig rein geschnuppert. Dort war in der Einleitung ein sehr schöner Text zur 'Portfolio Selection Theory', indem NICHT erklärt wird was damit genau gemeint ist, sondern wie Malkowitz darauf GEKOMMEN ist. Es geht also um die Motivation.

 

Das Ziel war es nicht eher eine neue Strategie zu entwickeln, sondern eher zu Beobachten was genau Praktiziert wird. Die Gedankengänge waren ungefähr die folgenden (leider habe ich das Buch nicht hier und es ist auch schon einige Wochen her, seit ich es gelesen habe, daher beschreibe ich es nur sehr grob):

 

- einem Anleger bzw. Investor stehen verschiedene Aktien zur Auswahl bereit. Jede hat eine gewisse Rendite(chance)

 

- ein rationaler Anleger müsste sein ganzes Geld in eine Aktie anlegen, und zwar in die, die ihm die meiste Rendite(chance) bietet

 

- dieses Verhalten ist am Kapitalmarkt aber nicht zu beobachten; im Gegenteil: ein Anleger verteilt sein Geld in der Regel auf verschieden Aktien. Dies scheint aber nicht rational zu sein

 

- ergo: der Anleger scheint sich durch die Verteilung mehr Rendite zu versprechen

 

Es ging in erster Linie also um eine Beobachtung. Malkowitz hat dann versucht die Verteilung auf verschiedene Aktien mathematisch zu modellieren und hat versucht, dann 'diesen anscheinenden Vorteil', der die Anleger dazu bringt ihr Geld zu verteilen, iergendwie in seinen Formeln zu entdecken.

Und tatsächlich: wenn die oben schon oft angesprochene Korrelation zwischen den einzeilnen Anlegen möglichst gering ist (also gegen 0 tendiert), so ist die Rendite(chance) höher, als bei einem isolierten Investment.

 

Die Berechnungen zeigen sogar eine interessante Folgerung, die einem auf dem ersten Blick als unlogisch erscheint: mischt man einem bestehendem Porfolie X noch eine weitere Anlage x zu, so kann das dabei neu entstandene Portfolie X' eine bessere Rendite(chance) als das Portfolio X haben.

Eine sehr interessante Sache, die einem auf der ersten Blick zunächst völlig paradox wirkt.

 

In deiner Kritik stimme ich dir nicht ganz zu wayne. Das liegt vielleicht daran, da ich 1. noch zu wenig Praxis-Erfahrung habe oder 2. noch zu idealisiert denke.

 

Des Weiteren denke ich, daß das ganze ein Problem hat. Du kannst die Korrelation immer nur auf vergangenen Daten errechnen, so daß auch diese nicht für die Zukunft vorhergesagt werden können...

 

Für mich wirkt deine Diversifikations- und Korrelations-Kritik etwas zu sehr Kapitalmarkt-Lastig und 'schaut mir zu sehr' auf die Börsenkurse. Ich denke es ist wichtig die Korrelation auf der richtigen Ebene zu suchen: nicht auf der Ebene der Börsenkurse, sondern auf der Ebene der angebotennen Produkte eines Unternehmens.

Z.B. würde ich dann nicht gleichzeitig ein Unternehmen aufnehmen welches zum einen Kaffebohnen herstellt und zum anderen ein Unternehmen aufnehmen, welches Kaffefolter herstellt. Ich denke ihr versteht was ich damit meine.

 

--> Die Korrelationen der Börsen in den Schwellenländern nähern sich denen der westlichen Börsen. Auch die Rohstoffe entwickeln sich aber aufgrund der Nachfrage in diese Richtung.

 

- durch die überschäumende Liquidität auf der Welt fließt das Geld in verschiedene Richtungen, so daß am Ende eigentlich alles steigt (siehe Performance Daten aus den Jahren 2005 und 2006)

 

- mein voerst letztes Argument ist auch, daß es wie eine Börsenstrategie ist, die sicheren Anlageerfolg verspricht. Wenn es jeder macht funktioniert es einfach nicht mehr.

 

Das denke ich eher nicht. Ich denke es geht eher darum eine Sache möglichst wissenschaltich zu erfassen und zu verstehen. Jedes mathematische Modell (und die 'Asset Allocation' kann als solche auch so formuliert werden) hat ihre gewissen Prämissen. Sind diese richtig,

 

... Korrelation von 0,94, 0,96 und 0,96 mit dem S&P500 ...

 

Ich denke mit der Zeit hat sich Fokus zu sehr in Richtung der Aktien verschoben. Bei der Asset Allocation geht es auch darum zwischen den verschiedenen Anlageklassen korrelationen zu finden. Der S&P500 beinhaltet nur Aktien, daher kannst du diesen für eine 'Asset Allocation'-Kritik nicht hernehmen.

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Posted · Edited by Grumel

- ergo: der Anleger scheint sich durch die Verteilung mehr Rendite zu versprechen

 

 

Also ich dachte ja bisher immer der Anleger erhofft sich mehr Sicherheit bei der selben Renditechance.

 

Amerikanische Nebenwerte, ausländische Aktien und Hedgefonds haben über die vergangenen 5 Jahre eine Korrelation von 0,94, 0,96 und 0,96 mit dem S&P500 aufgewiesen.

 

Ich denke mit der Zeit hat sich Fokus zu sehr in Richtung der Aktien verschoben. Bei der Asset Allocation geht es auch darum zwischen den verschiedenen Anlageklassen korrelationen zu finden. Der S&P500 beinhaltet nur Aktien, daher kannst du diesen für eine 'Asset Allocation'-Kritik nicht hernehmen.

 

Gerade die Hedgefonds werden derzeit wie saueres Bier wegen ihrer angeblich von der Aktienmarktentwiclung unabhängigen Rendite beworben. Besonders die Gruppe der "Finanzoptimierer" sprich Fondsverkäufer scheint derzeit großen Gefallen an ihnen zu finden mit diesem Verkaufsargument.

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Also ich dachte ja bisher immer der Anleger erhofft sich mehr Sicherheit bei der selben Renditechance.

 

Ich denke du hast mit deiner Formulierung recht. Die 'Portfolio Selection Theory' soll ja das Ziel haben, dass sich der Anleger nur für optimale Portfolios entscheided.

Diese kann man nun auf zwei Arten definieren:

1. es gibt kein anderes Portfolio, welches bei gleichem Risiko eine höhere Renditechance bietet.

2. es gibt kein anderes Portfolio, welches bei gleicher Renditechance ein geringeres Risiko bietet.

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Es geht weniger um mehr Rendite als um gleiche Rendite mit weniger Risiko. Ich gebe Wayne hier Recht, die Korrelationen aus der Vergangenheit sagen nichts.

 

Das Theorem sagt "Risiko das weg diversifiziert werden kann ohne den Gewinn zu beeinflussen sollte auch weg diversifiziert werden". Soweit die Theorie. Ob eine Diversifikation das Risiko wirklich mindert und den Gewinn wirklich nicht verkleinert kann wie fast alles andere auch nur geschätzt werden.

 

Als Beispiel wird oft die Eiscremefabrik und die Regenschirmfabrik herangezogen: in einem warmen Sommer wird die Eiscremefabrik gut laufen, in einem regnerischen Sommer die Regenschirmfabrik. Man soll jetzt also sein Geld auf die beiden verteilen, so hat man über längere Zeit den gleichen Gewinn, jedoch weniger Schwankungsbreite und damit weniger Risiko.

 

Noch extremer wird es, wenn man die Investments auf Grund des Risikos hebelt: Man kann davon ausgehen, dass wenn die Schirmfabrik ganz schlecht läuft die Eiscremefabrik sehr gute Gewinne bringt. Also kann man z.B. mit 200% des eingesetzten Kapitals arbeiten und hat im Prinzip doppelte Gewinnchance bei gleichem Risiko.

 

Soweit die Theorie. Aber Ihr wisst ja: Gott lacht über unsere langfristigen Pläne. In einem heissen Sommer machen vielleicht viele andere Eiscremefabriken auf, so dass die Preise verdorben werden und unser Investment den Verlust der Regenschirmfabrik nicht hereinholt.

 

Also mein Geheimtipp: legt alle Eure Eier (bitte nicht wörtlich) in einen oder sehr wenige Körbe und passt verdammt gut auf die Körbe auf!

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Posted · Edited by Mankra

.....die Korrelationen aus der Vergangenheit sagen nichts.....

In diesem Forum liest man immer wieder, daß Zahlen, KGVs, Bilanzen, etc. aus der Vergangenheit nichts für die Zukunft aussagen.

Es wird vieles immer schwarz oder weiß gesehen. Auch wenn die letzte Entscheidung auf Ja oder Nein gekürzt werden muß, der Weg zur Entscheidungsfindung besteht aus vielen Graubereichen (Wahrscheinlichkeiten).

So sind Daten aus der Vergangenheit auch ein Faktor, denn man in seine Überlegungen einbeziehen sollte. Es ist nicht der Einzige, es ist nicht der Wichtigste, aber auch nicht ganz zu vernachlässigen.

Sonst wären auch alle Charts ab absurdum.

OnTopic:

Für Leute, die sich mit der WP Anlage aufgrund Interresse, Spaß, Hobby, Depotgröße im Verhältniss zum Einkommen, etc. intensiver beschäftigen, wird aufgrund der Pflege des Depots die Wichtigkeit der Disverikation nicht so groß sein.

Für Leute, bei denen die WP Anlage weder Lebensinhalt noch Selbstzweck, sondern einfach nur eine Sparform ist, die nicht täglich oder wöchentlich überprüft wird, macht eine Aufteilung sehrwohl Sinn.

Natürlich macht es keinen Sinn, sich nur für die neg. Korrelation etwas zu kaufen, vondem man nicht überzeugt ist. Weiters hängt die sinnvolle Weite der Aufteilung von der Größe vom Depot und den pers. Vermögenssituation ab.

Beim Familienvater mit eigenem Haus, der monatlich 200,- wegspart, wird es keinen Sinn machen, sich über Immobilien, Aktien, Rohstoffe, etc. gleichzeitig aufzuteilen.

Wenn jemand eine größere Erbschaft anlegen möchte, wird es mehr Sinn machen, auch wenn evt. etwas Rendite liegengelassen wird.

Ist auch etwas in der Richtung, wie meine Situation sich derzeit darstellt:

Ich spare monatlich einen (für meine Verhältnisse) ordentlichen Betrag monatlich weg und das Depot ist inzwischen wieder so groß, daß es Sinn macht, sich damit zu beschäftigen.

Ich mit dem Kapital wesentlich mehr und sicherer außerhalb der Börse verdienen.

Nur ist die WP Anlage meine Diserfikation zum Hauptgeschäft, auch wenns weniger bringt.

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Der Beitrag wurde bearbeitet von Mankra am Gestern, 18:04 Uhr.
Bearbeite bitte den Beitrag weiter, ich verstehe nur Bahnhof. Was willst du uns genau sagen? :ask: :ask:

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Für die Langsamen:

Es gibt nicht nur Schwarz oder weiß, sondern viele Grautöne.

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Mankra, für die "Grautöne" brauchst Du keine Asset Allocation bzw. Diversifikation wie auch immer. Du tust das normalerweise in der falschen Annahme, so etwas würde Dich in Extremsituationen vor einem allzu grossen Verlust bewahren. Dafür nimmst du Einbussen beim Gewinn hin.

 

Jede Extremsituation ist anders. Und gerade in solchen Situationen, ich bleibe dabei, gibt es keinerlei Korrelation mit der Vergangenheit. Und nochmals: Gott lacht über unsere langfristigen Pläne.

 

Oel fällt, also steigen Aktien. Oel steigt also steigen Aktien. Oel fällt, also fallen Aktien. Oel steigt, also fallen Aktien. Und das waren jetzt erst einmal zwei Asset Klassen. Du verstehst worauf ich hinauswill?

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