Wertpapier Forum: Türkische Börse

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#21 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 24. Dezember 2004 - 12:22

Rekordjahr für die türkische Automobilindustrie

Herbsliche Abkühlung in der Automobilindustrie

- Nach Angaben des Verbandes der Automobilindustrie (OSD) nahm zwar die Automobilindustrie im November 04 gegenüber dem Vorjahresmonat um 42% zu,
aber im Monats vergleich stagnieren die Werte. Von Januar bis November kann
sogar ein Anstieg um 63% verzeichnet werden
- Bei den Absatzzahlen ist sogar ein Rückgang festzustellen. Bereits im Oktober
fielen die Verkaufszahlen im Monats vergleich um 4,8% Im November wurden
nur noch 52.202 Kraftfahrzeuge verkauft, im Oktober wurde eine Stückzahl
von 57.456 erreicht. Die Gegenüberstellung der Elfmonatszahlen allerdings
verdeutlicht die explosive Entwicklung in diesem Jahr. Der Absatz von
Kraftfahrzeugen hat sich mit 110% gegenüber den Vergleichszeitraum mehr als
Verdoppelt.
- Die aufgestaute Nachfrage hat in diesem Jahr zu einem enormen Anstieg der
Importzahlen geführt. Dabei werden die höchsten Zuwachsraten erreicht. Dennoch
Wurden in den erste elf Monaten des laufenden Jahres mehr Kraftfahrzeuge
Exportiert als Importiert. Der Export der Industrie, auch mit den
Automobilzulieferern, erzielte ein Volumen in Höhe von über 8 Mrd. USD. Das
Entspricht einem Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 45%

Ford und Renault führen Exportrangliste,
dicht gefolgt von Toyota

- Bis Ende Oktober 2004 konnten OYAK-Renault ( Joint Venture mit OYAK,
dem wirtschaftlichen Arm der militärische Streitkräfte ) und Ford Otosan
( Joint Venture mit dem familiengeführten Konglomerat Koc ) jeweils
Exportzahlen in Höhe von etwa 110.000 Kraftfahrzeugen vorweisen. Toyota
( ohne Joint Venture-Partner ) kommt hingegen auf etwa 96000 stück. Tofas
( Fiat und ebenfalls Koc ) exportierte im genannten Zeitraum 69.000 Fahrzeuge.
Ford Otosan und Tofas führen dabei vor allem leichte Nutzfahrzeugen aus.
- Im Inland kann zweifelsohne die Koc Gruppe den größten Marktanteil
Nachweisen. So kommen Fiat und Ford zusammen auf einen 27% Anteile
Am gesamten Inlandsabsatz. OYAK-Renault verfügt über einen Wert von
16%. Die Deutsche ( Konzern) Marke VW wird durch die Dogus Otomotiv
( Muttergesellschaft: Dogus gruppe mit Garanti Bankasi und Tansas )
vertreten. Das Unternehmen verdreifachte seinen Marktanteil 2004 auf fast
12%. Weitere Marken, die im türkischen markt aufholen, sind Opel, Hyundai,
Peugeot und insbesondere Toyota.

2005 Absatz fallend, Exporte steigend
- Die Anhebung der Sonderkonsumsteuer auf Automobile hat zu der erwarteten
Abkühlung in der Branche geführt. 2004 werden dennoch sowohl für den Absatz
Als auch für den Export neue Rekordwerte prognostiziert. So dürfte der Absatz
Und die Ausfuhr von Automobilen die Zahlen von 700000 bzw. 500.000 Stück
Übersteigen.
- Für 2005 erwaten die Analysten von HSBC Securities Türkei einen Rückgang
Bei den Verkaufszahlen um etwa 15% während der Export weiter auf 560.000
Stück ansteigen soll.

Quelle: TurkischEkonomist 23.12.2004

Dieser Beitrag wurde von ada bearbeitet: 24. Dezember 2004 - 12:36


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#22 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 01. Januar 2005 - 20:56

Neue Währung


Türkische Lira


Die Lira ist die Währung der Türkischen Republik. Eine Lira entspricht 100 Kuruş, ein Kuruş ist die kleinste Währungseinheit. Aufgrund der hohen Inflationsraten seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und der mit ihr einhergehenden Geldentwertung verschwand der Kuruş als reales Zahlungsmittel aus dem täglichen Zahlungsverkehr

Da es der Türkei in den Jahren 2003 und 2004 gelungen ist, die Inflationsrate erheblich zu senken und unter Kontrolle zu bringen, hat man dort beschlossen, von der Türkischen Lira sechs Nullen zu streichen. Ab dem 1. Januar 2005 wird es daher die "Yeni Türk Lirası" (Neue Türkische Lira) geben. Auch der Kuruş wird dann wieder eingeführt werden. Ein Jahr lang werden beide Währungen parallel als offizielles Zahlungsmittel existieren. Danach wird es nur noch die neue Türkische Lira geben. Sie wird in Zukunft den Zusatz "neu" verlieren und nur noch Türkische Lira heißen

Folgende Münzen wird es ab dem 1. Januar 2005 geben:


1 Yeni Kuruş
5 Yeni Kuruş
10 Yeni Kuruş
25 Yeni Kuruş
50 Yeni Kuruş
1 Yeni Türk Lirası

Folgende Banknoten sind vorgesehen:

1 Yeni Türk Lirası
5 Yeni Türk Lirası
10 Yeni Türk Lirası
20 Yeni Türk Lirası
50 Yeni Türk Lirası
100 Yeni Türk Lirası

Ihr Gegenwert zum Dollar betrug 1938 1:1,3 und blieb durch Jahrzehnte relativ stabil (1970 1:13,5). Ab 1991 jedoch stieg die Inflation auf durchschnittlich über 40% (in 33 Jahren 1:100.000), sodass mit 31. Dezember 2004 eine Währungsreform in Kraft trat:

Sechs Nullen wurden gestrichen, der bisher "größte" Geldschein der Welt (20 000 000 TL, 20 Mill.) wurde nun zu 20 YTL (11 €). Die Inflation liegt derzeit bei 9 Prozent.

Ob die Neue Türkische Lira (Yeni Türk Lirasi) bei der Abkürzung YTL bleibt oder später wieder auf TL geändert wird, ist derzeit offen

01.01.2005 währungkurs

1 Dollar = 1,35 YTL
1 Euro = 1,84 YTL

:thumbsup:

Dieser Beitrag wurde von ada bearbeitet: 01. Januar 2005 - 20:57


#23 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 16:24

Fitch stuft Türkei hoch

Türkische Devisenanleihen mit langen Laufzeiten wurden von der europäischen Ratingagentur Fitch von B+ auf BB- hoch gestuft. Die Annäherung an die EU und das neue Beistandsabkommen mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF), haben laut Analysten Nick Eisenger Fitch zu dieser Entscheidung veranlasst. Fitch hat damit mit Standard & Poors gleichgezogen. Nur Moody’s hält sich noch mit einer Neubewertung zurück. Schuldenlast und Leistungsbilanzdefizit werden immer noch als kritisch angesehen. Fitch betrachtet die Entwicklung in diesen Bereichen ebenfalls als Besorgnis erregend, aber merkt zugleich an, dass der ausländische Kapitaltransfer in die Türkei zu einer Entlastung führen wird. Auch der Anteil der staatlichen Schulden am Bruttoinlandsprodukt (BIP) wird sich von 74% auf 70% Ende 2005 reduzieren.
Unterdessen wird das Türkische Schatzamt eine 1-1,25 Mrd. USD-Anleihe mit einer Rendite von 7,6% emittieren. Die Laufzeit erstreckt sich auf 20 Jahre.




Quelle: TurkishEconomist vom 14.1.2005

#24 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 16:34

Türkische Zentralbank senkt Leitzins
Völlig überraschend hat die Türkische Zentralbank (TCMB) den so genannten Overnight-Rate um 100 Basispunkte auf nunmehr 17% herabgesetzt. Die Abkühlung der konjunkturellen Entwicklung und niedrigere Inflationserwartungen dürften den Ausschlag für die Senkung des Leitzinses gegeben haben.

Quelle: TurkishEconomist vom 11.1.2005

#25 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 16:44

Studie: EU würde von Türkei-Mitgliedschaft profitieren

BA-CA-Vorstand Hemetsberger: "EU kann sich Aufnahme der Türkei leisten" - Maastricht-Kriterien werden bald erreicht

Wien - Die Europäische Union würde von einer Mitgliedschaft der Türkei mehr profitieren als die Türkei selbst. Zu diesem eindeutigen Ergebnis kommt einer aktuelle Analyse der Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), die am Dienstag im Rahmen der Euromoney-Konferenz in Wien präsentiert wurde. Die EU könne sich die Aufnahme der Türkei nicht nur leisten, sondern würde davon sogar wirtschaftlich erheblich profitieren, betonte BA-CA-Vorstandsdirektor Willi Hemetsberger.

In den kommenden Jahren werde die Türkei eine der am stärksten wachsenden Volkswirtschaften der Region sein. Derzeit ist die Türkei der sechstgrößte Importeur von EU-Waren. Der Wert der Einfuhren belief sich im Jahr 2004 auf etwa 36 Mrd. Euro, das Außenhandelsdefizit der Türkei mit der EU auf rund 7 Mrd. Euro.

Bemerkenswertes Tempo

Die türkische Regierung habe in den vergangenen Jahren weitreichende Reformen im Hinblick auf einen EU-Beitritt vorgenommen, und das in einem bemerkenswerten Tempo, heißt es in der BA-CA-Studie. Dank der restriktiven Fiskalpolitik der türkischen Regierung sowie der vorsichtigen Geldpolitik der Notenbank dürfte die Verschuldungsrate in den nächsten vier Jahren auf die Maastricht-relevante Marke von 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) und die Inflationsrate auf rund 4 Prozent sinken. Jedenfalls würde die Türkei bis zu einem allfälligen Beitritt des Landes zur EU sämtliche Maastricht-Kriterien erfüllen, erklärte der Türkei-Experte der BA-CA, Simon Quijano-Evans. Die Beitrittsverhandlungen zwischen der EU und der Türkei sollen am 3. Oktober 2005 beginnen.

Bedenken, wonach die EU durch eine Aufnahme der Türkei finanziell überfordert werden könnte, wollten die BA-CA-Experten nicht gelten lassen: Nach Berechnungen der EU-Kommission und Schätzungen der BA-CA über die Entwicklung des türkischen BIP würden sich die jährlichen Netto-Kosten eines Türkei-Beitritts auf 0,07 bis 0,21 Prozent des EU-BIP belaufen, erklärte Quijano-Evans. Die jährlichen Gesamtkosten für die EU würden ab dem Jahr 2025 - nach der Übergangsfrist für die Agrarförderungen - jährlich zwischen 10,8 und 35,1 Mrd. Euro betragen, am wahrscheinlichsten aber rund 25 Mrd. Euro, so Quijano-Evans.

Zudem dürfe man nicht nur die Kosten der Erweiterung bedenken, sondern auch den Nutzen dieser Investition, unterstrich BA-CA-Vorstand Hemetsberger: Die Türkei verfüge über eine Bevölkerung von derzeit rund 71 Mio. Menschen bzw. Konsumenten. Sie wachse so stark, dass die Türkei im Jahr 2025 - in einer möglicherweise auf 29 Mitglieder erweiterten EU - der bevölkerungsreichste Mitgliedsstaat sein würde. Damit könne man auch dem demographischen Problem der EU begegnen, die sonst wegen der fortschreitenden Überalterung im wirtschaftlichen Wettbewerb mit den USA nicht mithalten könnte. "Die EU braucht Arbeitskräfte", betonte Hemetsberger.

Natürlich habe die Türkei aber noch mit beträchtlichen Problemen zu kämpfen - so sei etwa ein Drittel der Arbeitnehmer in der Landwirtschaft beschäftigt. Allerdings wäre dieser Anteil weit geringer, wenn es der Regierung gelänge, die Schwarzarbeit zurückzudrängen. Derzeit trage die Schattenwirtschaft 30 bis 40 Prozent zum türkischen BIP bei. (APA)

Quelle: Der Standard vom 11.1.2005

#26 Mitglied ist offline   AndyMcTwist 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 18:29

wachstum allein kann nicht die eintrittskarte in die eu sein.
bedingung für einen beitritt müsste erst mal der subventionsabbau in der eu sein, denn ansonsten würde ein erhelbicher teil dieser subventionen nur noch in die türkei fließen und die eu stark belasten.

meiner meinung nach (ich weiß ja auch net wirklich viel drüber) sind regionen wie istanbul, ankara sehr wohl bereit für die eu, aber nicht die vielen agrarisch geprägte regionen in der türkei.

und dann noch meine ganz subjektive meinung: Europa endet am bosporus.

@ada: wäre interessant zu hören, was du davon hältst. :thumbsup:

#27 Mitglied ist offline   andy 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 19:02

@McTwist: Dem kann ich nichts hinzufügen..genau meine Meinung! :thumbsup:
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#28 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 19:49

Erwachende Riesen ( 9 )

Türkisches Wirtschaftswunder

Von Rainer Hermann (FAZ.net)

06. Januar 2005 Die Koç-Holding ist die größte Unternehmensgruppe der Türkei. Nun will sie parallel zum EU-Beitrittsprozeß der Türkei zu den umsatzstärksten Unternehmen Europas vorstoßen. Dazu hat sie sich als Ziel gesetzt, ihren Umsatz in den nächsten sieben bis zehn Jahren zu verdreifachen.


Motoren des Wachstums sollen der Export und der Auslandsumsatz sein. Zum konsolidierten Umsatz der Holding von umgerechnet 14 Milliarden Dollar trugen sie 2004 ein Drittel bei. Ihr Anteil soll in den kommenden Jahren aber auf die Hälfte steigen, sagt Hasan Bengü, der Sprecher der Holding. Den Gewinn vor Steuern gibt er für 2004 mit 900 Millionen Dollar an.

80 Prozent der Anteile gehören der Familie Koç

Im nächsten Jahrzehnt peilt die Holding ein jährliches Wachstum von 14 Prozent an und eine Eigenkapitalrendite von mindestens 12 Prozent. In den zurückliegenden drei Jahren hat Koç beide Zielgrößen übertroffen. 2004 lag die Eigenkapitalrendite bei 15 Prozent. Das Umsatzziel von 14 Milliarden Dollar wurde zudem vier Jahre früher als geplant erreicht.

Ein Grund war das bemerkenswerte Wachstum der türkischen Wirtschaft. Als Daumenregel gelte, daß Koç mindestens doppelt so schnell wachse wie die türkische Wirtschaft, sagt Bengü, ein in Berlin ausgebildeter Wirtschaftsingenieur. 80 Prozent der Anteile gehören der Familie Koç, der Rest wird an der Börse Istanbul gehandelt.

Der Kfz-Export hat sich versiebenfacht

Ihr Wachstumsziel kann die Holding aber nur mit Erfolgen im Ausland erreichen. Der Export hatte bis Ende der neunziger Jahre gerade ein Zehntel zum Holdingumsatz beigesteuert. Als Folge der Zollunion zwischen der EU und der Türkei, die 1996 in Kraft trat, verbesserte sich die Wettbewerbsfähigkeit rasch. Allen Unkenrufen zum Trotz büßte Koç als Folge des schärferen Wettbewerbs kaum Marktanteile auf dem türkischen Markt ein. Die Unternehmen der Gruppe investierten vielmehr in die Steigerung von Produktivität und Effizienz. Außerdem entwickelten sie eigene Technologien und ein leistungsbezogenes Gehaltssystem. Allein das Flaggschiff Arcelik hat in den vergangenen fünf Jahren 150 Patente angemeldet.

Mit der Zollunion ist die Türkei in vielen Branchen ein Produktionsstandort internationaler Unternehmen geworden, unter anderem in der Automobilindustrie. Die Gemeinschaftsunternehmen von Koç mit Fiat und Ford sind damit Teil des globalen Netzwerks der Muttergesellschaften geworden. Allein in den letzten fünf Jahren versiebenfachte sich der Kfz- und Kfz-Teile-Export der Koç-Gesellschaften auf 2,6 Milliarden Dollar. Die in der Türkei hergestellten Modelle Fiat Doblo und Ford Transit Connect halten in der EU in ihren Marktsegmenten Marktanteile von 12 Prozent.

Beko fertigt Elektronik, Arcelik Haushaltsgeräte

Das zweite wichtige Standbein der Holding sind die Haushaltsgeräte. Arcelik, das Flaggschiff der Holding, stieg 2004 zum fünftgrößten Hersteller Europas von dauerhaften Konsumgütern auf. Zudem verdiente der Fernsehhersteller Beko mit dem Export von 6 Millionen Geräten 1,2 Milliarden Dollar Devisen. In Europa ist der Marktanteil von Beko bei Fernsehgeräten auf 19 Prozent gewachsen.

Juristisch sind Arcelik und Beko verschiedene Unternehmen mit verschiedenen Markennamen. Beko produziert Verbraucherelektronik, Arcelik stellt indessen in fünf verschiedenen Einheiten Kühlschränke, Geschirrspülmaschinen, Waschmaschinen, Herde und kleine Haushaltsgeräte her. Kühlschränke werden jedoch auch unter dem Markennamen Beko verkauft.

120 Millionen Dollar im Jahr für neue Supermärkte

Mit dem türkischen Marktführer Migros ist der Einzelhandel das dritte Standbein. Die Gespräche, die gegenwärtig zwischen Migros und Wal-Mart stattfinden, seien "normal", heißt es bei Koç. Einzelheiten werden nicht genannt. Ein Grund für das amerikanische Interesse könnte der Erfolg der Koç-Tochtergesellschaft Ramstore in Rußland sein. Sie betreibt im Ausland 49 Einzelhandelsgeschäfte, davon sieben Einkaufszentren.

Allein in Moskau unterhält Koç 25 Einzelhandelsgeschäfte, sechs davon als große Supermärkte. Ziel ist, den Auslandsumsatz in Rußland in fünf Jahren von 400 Millionen Dollar auf 1 Milliarde Dollar zu erhöhen. Dazu und um die Zahl der Geschäfte auf 100 zu vervierfachen, will Koç jedes Jahr in Rußland 120 Millionen Dollar in die Eröffnung neuer Supermärkte investieren.

157 Unternehmen und 63.000 Arbeitnehmer

Stärker werden soll das vierte Standbein. Während der türkischen Wirtschaftskrise von 2001 hatte die Koçbank als Partner die italienische Bank Unicredito gewonnen. Ziel ist nun, die Koçbank mit einer "aggressiven Expansion", die organisches Wachstum und Akquisitionen beinhaltet, unter die drei größten türkischen Banken zu führen.

Noch ist Koç in elf Geschäftsfeldern tätig, mit 157 Unternehmen und 63.000 Arbeitnehmern. Im Ausland sind 55 der Unternehmen angesiedelt und 10 Prozent der Beschäftigten. In den kommenden fünf Jahren wolle sich Koç auf nur noch fünf oder sechs Geschäftsfelder konzentrieren, sagt Bengü. Dazu werden Haushaltsgeräte und Automobile gehören, Einzelhandel und Finanzdienstleistungen sowie die Energie.

850.000 Waschmaschinen im Jahr

Stärker will Koç künftig unter eigenen Markennamen auftreten. In der Vergangenheit hatten Arcelik und Beko ihre Produkte häufig an andere Unternehmen verkauft, die darauf ihre Markennamen klebten. Den Wechsel hat Beko eingeleitet, das in der EU Fernseh- und Küchengeräte unter seinem Markennamen verkauft. Auf dem heimischen türkischen Markt ist Arcelik der bekannteste Markenname, gefolgt von Beko auf Platz zwei. Ein Grund für den Kauf von Grundig war, daß Koç nun auch im Ausland stärker auf Markennamen setzt. Vor Grundig hat Koç in England Blomberg und Leisure übernommen und in Österreich Elektra Bregenz.

Der größte Teil des Exports der beiden wichtigsten Geschäftsfelder Automobile und Haushaltsgeräte geht in die EU. Bei Automobilen erreicht der Export 2,8 Milliarden Dollar, bei den Haushaltsgeräten 2,2 Milliarden Dollar. In Rußland baut Koç für 65 Millionen Dollar eine Fabrik, um 850.000 Waschmaschinen im Jahr zu produzieren. Koç ist seit den frühen achtziger Jahren in Rußland aktiv, als Moskau und Ankara vereinbarten, daß die Türkei die Lieferung von russischem Gas mit türkischen Produkten zahlt.

Flüssiggas und Kraftstoff für den Irak

Im Fokus der Strategen von Koç liegen zudem Nordafrika, vor allem Ägypten und Algerien, sowie der Nahe Osten, wo sich die Holding in Syrien einen Markt verspricht und mit dem Irak einen umfangreichen Handel betreibt. Aygaz und Opet, zwei Unternehmen der Holding, tragen ein Drittel zum türkischen Export in den Irak bei. Sie liefern Flüssiggas und Kraftstoff.

In Zentralasien betreibt Koç Einzelhandelsgeschäfte, in Kasachstan und in Usbekistan ein Montagewerk für leichte Nutzfahrzeuge. In Bulgarien und Mazedonien steht der Einzelhandel im Vordergrund, in Rumänien hat Arcelik vor zwei Jahren eine Waschmaschinenfabrik übernommen mit einem eigenen Markennamen. Damit will sich Koç auch dem Handel mit den unmittelbaren Nachbarstaaten der Türkei zuwenden, nachdem deren Anteil am türkischen Außenhandel in den letzten zwei Jahrzehnten von einem Drittel auf unter ein Zehntel gefallen ist.

Quelle: FAZ.net vom 9.1.2005

#29 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 20:20

Börse Istanbul ( IMKB 100 ): 26813 Punkte
Seit Anfang diesem Jahres (2005) ist die türkische Börse mit +11,54% im Plus.

:thumbsup:

Dieser Beitrag wurde von ada bearbeitet: 18. Januar 2005 - 20:22


#30 Mitglied ist offline   AndyMcTwist 

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Geschrieben 18. Januar 2005 - 22:11

AndyMcTwist, 18.01.2005, 18:29:

@ada: wäre interessant zu hören, was du davon hältst. :thumbsup:

hätte jetzt eigentlich gerne deine meinung dazu gehört... :huh:

#31 Mitglied ist offline   smathek 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 03:25

Mein Senf:

Politisch mag ja vielleicht die Integration der Tuerkei gewuenscht sein, schliesslich bildet sie eine Bruecke zwischen Morgen- und Abendland.

Aber oekonomisch (und auch kulturell) bereitet mir der Gedanke Bauchschmerzen.
Wenn man die Tuerkei in die EU voll(!) integriert, dann gibt es weitere Interpretations-Moeglichkeiten fuer andere Laender, die ausserhalb Europas liegen. Dann verliert man den europaeischen Gedanken immer mehr aus den Augen und die EU wuerde niemals eine sinnvolle Handlungsfaehigkeit erlangen - und wer freut sich darueber am meisten? Natuerlich die USA!
Die USA haben sich immer fuer eine Aufnahme der Tuerkei stark gemacht und werden das auch in Zukunft tun - sie moechten (natuerlich) nicht, dass ein ebenbuertiger Konkurrent im Westen erwaechst.

Die Reformen, welche die Tuerkei jetzt bestreitet, kommen ihr auch zugute, wenn sie nicht Vollmitglied wird. Daher sind diese Reformen nicht umsonst!

Kuenftig wird eine besonders enge bilaterale Zusammenarbeit zwischen der EU und der Tuerkei wuenschenswert sein.

Die aktuell regierenden Politiker in den europaeischen Laendern sollten sich hueten, derzeit zu viele Versprechungen zu machen. Zeichnet sich naemlich in 10 Jahren ab, dass die Tuerkei doch nicht aufgenommen werden wuerde (und dann regieren die jetzigen Politiker gar nicht mehr), waere das Oel auf die Muehlen fundamentalistischer Kraefte in der Tuerkei a la "Seht Ihr, der Westen will Euch doch nicht" usw.

#32 Mitglied ist offline   smathek 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 03:30

Ich schrieb:

Zitat

Die USA haben sich immer fuer eine Aufnahme der Tuerkei stark gemacht und werden das auch in Zukunft tun - sie moechten (natuerlich) nicht, dass ein ebenbuertiger Konkurrent im Westen erwaechst.

Ich meine natuerlich im Osten!. Ich selber lebe westlich der USA, d.h. in Japan. Da kann man schon mal den Ueberblick verlieren... :D

#33 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 17:03

13 Investoren an Türk Telekom interessiert
Die geplante Privatisierung der nationalen Telekommunikationsgesellschaft Türk Telekom – 55% der Aktien sollen an einen strategischen Investor veräußerst werden – kommt langsam in Schwung. Bis zum 31. Mai 2005 müssen 13 Investoren ein Angebot abgeben. Unter den Firmen bzw. Konsortien befinden sich ausländische Konzerne wie Belgacom, Telecom Italia und die spanische Telefonica. Auch inländische Konglomerate wollen wie erwartet für die Türk Telekom mit bieten. So die Mediengruppe Dogan (Hürriyet u.a.), auch der Automobil- und Zementproduzent OYAK (Pensionsstiftung der militärischen Streitkräfte) sowie auch die größten Gruppen des Landes, Koc und Sabanci Holding, die sich jedoch zusammen an der Auktion beteiligen wollen. Hinzu kommt auch ein Konsortium unter der Führung von Turktell, einer Tochtergesellschaft von Turkcell, dem größten Mobilfunkanbieter der Türkei. Die Deutsche Telekom hat zuvor mitgeteilt, dass sie nicht für die Türk Telekom mit bieten wird.


Quelle: TurkishEconomist vom 19.1.2005

#34 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 17:12

Wachsender Außenhandel Thüringens mit der Türkei

In den ersten neun Monaten des Jahres 2004 exportierte Thüringen nach vorläufigen Ergebnissen Waren im Wert von 51,7 Millionen Euro in die Türkei. Das entsprach einem Zuwachs um wertmäßig 47,1 Prozent gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum 2003.

Dabei nahm der Export von Kraftfahrzeugen mit einem Anteil von 32,5 Prozent den Spitzenplatz unter den ausgeführten Waren ein. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum erhöhten diese Lieferungen wertmäßig um 42,2 Prozent.
Weitere nennenswerte Exporte betrafen Büro- und Datenverarbeitungsmaschinen (Anteil von 9,5 Prozent) und Fahrgestelle, Karosserieteile und Motoren (9,2 Prozent).
In der Rangliste der Thüringer Exportpartnerländer stand die Türkei mit einem Anteil von knapp 1 Prozent auf Platz 21 (Vorjahr: 25).

Der Wert der Einfuhr von Waren aus der Türkei erhöhte sich in den ersten drei Quartalen des Jahres 2004 wertmäßig um 32,8 Prozent auf 59,9 Millionen Euro.
Besonders gefragt, mit einem Anteil von 40,9 Prozent am Gesamtimport aus der Türkei, waren Bekleidung (ohne Schuhe) und andere Textilerzeugnisse. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum stieg die Einfuhr dieser Waren um 22,4 Prozent.
Sehr begehrt waren außerdem Schalen- und Trockenfrüchte. Während sie im vergangenen Jahr unter den eingeführten Waren keine erwähnenswerte Rolle spielten, betrug ihr Anteil am Gesamtimport aus der Türkei im betrachteten Zeitraum 15,3 Prozent.
Unter allen Importländern Thüringens hält das Land einen Importanteil von 1,6 Prozent und belegte damit in der Rangliste den Platz 17 (Vorjahr: 19).



Quelle: Regioweb.de vom 19.1.2005

#35 Mitglied ist offline   JohnnyNash 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 17:31

ada, du bist echt wie so ne kleine maschine :D


#36 Mitglied ist offline   eurofetischist 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 18:19

hallo erstmal,

die türkei wird irgendwann in der EU sein. vieleicht schon in 10 oder 15 jahren. ü´berlegt mal wieweit sich die türkei in dieser zeit entwickeln kann! oder der gedanke mal in die andere richting, wie weit kann deutschland und frankreich die EU in dieser zeit runterwirtschaften. politisch wie auch wirtschaftlich.

vieles spricht für den beitritt der türkei. natürlich muss sich die EU zuerst noch sein supfensionsunwesen abgewöhnen. das müssen wir mit und ohne türkei. der geldbeutel ist leer.
"Geld allein macht nicht glücklich. Es gehören auch noch Aktien, Gold und Grundstücke dazu." (Danny Kaye)

#37 Mitglied ist offline   ada 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 21:16

Ich bin deiner Meinung Eurofetischist

Mit den Kulturen ist das so eine Sache denn wie ist das mit den EU Ländern
Passt denn Deutschland mit Frankreich oder England mit Deutschland wie ist es mit Spanien ? Alle haben eine andere Kultur und deswegen gibt es ja die EU . EU ist eine multikulturelle Vereinigung und warum nicht auch Türkei ?
Einige Parteien nutzen diese Sache halt für ihren Wahlkampf .
Meine Meinung nach gehört Türkei zu Europa. Außerdem wirtschaftlich ist Türkei deutlich besser entwickelt als die Balkanländer.Ich kenne und war in diese Länder und ich kenne Türkei.
Wir sind nur kleine Bürger die Politiker entscheiden diese Sache selber.Die verhandlungen beginnen am 3.10.2005 das ist schon entschieden.

Gruß ada :w00t:

#38 Mitglied ist offline   andy 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 21:44

Wenn ich manchmal denke, die Türkei gehört in die EU, mache ich mir dann immer wieder klar, wie es außerhalb Ankara oder Istanbul aussieht....dann ändert sich meine Meinung wieder ganz schnell... <_<
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#39 Mitglied ist offline   Aktiencrash 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 22:03

andy, 19.01.2005, 21:44:

Wenn ich manchmal denke, die Türkei gehört in die EU, mache ich mir dann immer wieder klar, wie es außerhalb Ankara oder Istanbul aussieht....dann ändert sich meine Meinung wieder ganz schnell... <_<

Das sieht in Bulgarien und Rumänien außerhalb der Großstädte noch viel schlimmer aus, als in der Türkei auf dem Lande.

Warum haben den alle so Angst vor der Türkei. Die sind seit Jahren in der NATO und haben Europa in keinen Krieg verstrickt. In den Urlaub fahren viele hin, da ist es egal ob die foltern, oder gar einen anderen Glauben als die Europäer haben.

In Bulgarien sind sie vom Glauben ortodox, genauso wie die Serben. Muß man deshalb Angst haben, das sie auch einen Krieg wie im Jugoslavien anzetteln. Keinen hat es gejuckt, das die Bulgaren oder Rumänen aufgenommen werden, wo sie doch richtig arm dran sind in der Zivilbevölkerung.

Seit dem sie das WTC umgebeutelt haben, ist so eine richtige Antihasswelle gegen alles was mit Moslime zu tun hat ausgebrochen und die Medien kosten das aus, in dem sie Schwachsinn verbreiten und Unruhe im Volke schüren.

Wer hätte am 1. Mai 1945 gedacht, das deutsche jemals friedlich sein können ?
Hätte es damals die EU gegeben, dann hätten uns alle ausgelacht und sich an die Stirn getippt, wenn es um Beitritt gehen würde.
Unbekannt:
Deutschland ohne Ausländer ist wie ein Klavier ohne schwarze Tasten.

Elmar Brähler:
Ausländerfeindlichkeit ist die Einstiegsdroge zum Rechtsextremismus.

Isaak Asimow:
Gewalt ist die letzte Zuflucht der Unfähigen.

Thomas Gottschalk: Ausländerfeindlichkeit ist ein Zeichen von Dummheit.

Refugees welcome

#40 Mitglied ist offline   AndyMcTwist 

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Geschrieben 19. Januar 2005 - 22:59

Rumänien ist kein mitglied der eu, hat aber aspirationen für beitrittsverhandlungen.

der unterschied der türkei zu diesen ländern liegt wohl auch in der größe, bevölkerungstechnisch wie auch wirtschaftlich.da liegt der haken...

zur kultur: ja ich bin der meinung, dass spanien, england, frankreich deutschland und einige osteuropäische länder kulturell(werde hier jetzt nicht europäische geschichte der letzen 2000jahre wiederholen) zusammen passen und die türkei nur bedingt.

aber: ich finde das sollte für die eu kein problem sein, eher eine bereicherung.

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