Wertpapier Forum: Nachrichten, Kommentare, Prognosen

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#21 Mitglied ist offline   Hubert 

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Geschrieben 01. Juli 2005 - 10:34

Wen es interessiert... Es wird sicher noch einen ausführlicheren Text von Barron´s geben, doch hier mal ein Auszug aus dem Schweizer Tagesanzeiger.


Anlegen
24.06.2005
«Nach den Sommerferien Aktien verkaufen»

Zweimal im Jahr treffen sich die besten Geldmanager in New York und präsentieren ihre Anlagetipps. Mit dabei sind auch zwei Schweizer.

Von Marco Zanchi

Zweimal im Jahr lädt die Börsenzeitung «Barron’s» ausgewählte Investmentprofis zu ihrem Roundtable nach Manhattan ein. Der Zehnstundenmarathon hat Tradition. Wallstreet hört zu, wenn die «Gurus» ihre Tipps abgeben: «Barron’s» bringt die Gesprächsprotokolle jeweils als Titelgeschichte. Unter den Geladenen finden sich Namen wie Art Samberg, Chef von Pequot Capital, einem Hedge Fund. Oder Bill Gross, der viel beachtete Zinsstratege. Mit dabei ist auch Abby Cohen, Chefstrategin von Goldman Sachs. Mit von der Partie sind – als einzige Ausländer – auch zwei Schweizer.

Börsianer sind zu optimistisch
Der Asienschweizer Marc Faber gilt auf Grund seiner Medien-Omnipräsenz einem breiten Publikum als der «Börsenguru» überhaupt. Felix Zulauf (Spitzname: der Gnom) verkörpert das Gegenteil. Er scheut die Medien. Seine Erscheinung bedient das Klischee des Schweizer Bankers – unauffällig, korrekt, langweilig, durchschnittlich. Doch Mittelmass ist er nicht. Sein Fokus ist global. Er analysiert die Weltwirtschaft aus der Vogelperspektive. Meist geht er gegen den Trend. Mit Erfolg: Sein Flaggschiff-Fonds Zulauf Europe hat in knapp sieben Jahren 149 Prozent zugelegt. Beim Januar-Roundtable gab er dreizehn Tipps ab, die vom Kauf von Sojabohnen bis zu Technologieaktien reichten. Elfmal resultierten Gewinne.

Wie schätzt er die Aussichten für die Aktienmärkte ein? Die Börsianer seien viel zu optimistisch, sagt er. Im Sommer werden die Kurse zwar noch steigen; marginal in den USA und stärker in Europa, das von einem schwächeren Euro profitiere. Ab Herbst würden die Risiken an den Börsen aber zunehmen, aus drei Gründen.

Erstens wegen weiter steigender Ölpreise. Zweitens erwartet Zulauf, dass die Firmen weltweit ihre angehäuften Lagerbestände abbauen werden. Der Aufbauzyklus nähere sich dem Ende und wird in einen Abbau münden. Dies bremst das Wirtschaftswachstum. Zulauf sieht eine «schwache» Weltkonjunktur ab Ende dieses Jahres und 2006. Sorgen bereitet ihm vor allem eine stark rückläufige Ausdehnung der Liquidität. Dies sei ein schlechtes Omen für die Börsen: Im Herbst würden die Kurse einbrechen. Treffen werde es vor allem Finanzaktien. Anlegern rät er: «Verkaufen Sie nach den Sommerferien, spätestens im September, Ihre Aktien, oder gehen Sie short.» Einstiegschancen würden sich Mitte 2006 wieder bieten.

Dann werde die Geld- und Fiskalpolitik als Reaktion auf die Konjunkturschwäche wieder expansiver. Dies beflügle die Börsen. Aktien und vor allem Rohstoffe würden in den Jahren 2007 und 2008 zulegen, prognostiziert der Zuger. Überhaupt seien Rohstoffaktien die Langfrist-Gewinner: Anleger sollten die Kurskorrektur in diesem Sommer für Käufe nutzen.

Über die nächsten sechs Monate betrachtet seien unter Standardanlagen einzig lang laufende Staatsanleihen attraktiv. Die Kurse würden weiter steigen; die Zinsen spiegelbildlich dazu fallen. Zulauf hält an seiner Empfehlung vom Januar fest, in Agrargüter wie Soja, Weizen und Mais zu investieren: «Die Preise werden in der zweiten Jahreshälfte steigen.» Wird der Dollar seine Talfahrt fortsetzen? Er sieht weitere Verluste auf 1.15 Dollar je Euro bis im Herbst voraus. Der Geldmanager gehörte Anfang Jahr zu den wenigen, die eine Dollarabwertung vorhersahen. Er sollte Recht bekommen. Wie Marc Faber, der Anfang Jahr sagte: «Der einzige unterbewertete Vermögenswert ist der Dollar.»

Kaufen Sie Gold und Silber!
Faber wird seinem Ruf als Pessimist auch diesmal gerecht. Er sieht voraus, dass die Kurse am US-Aktienmarkt in vier oder fünf Jahren auf demselben Niveau sind wie heute. Im Vergleich zum Januar hätte sich an seiner pessimistischen Sicht wenig geändert. Ausser dass die Ungleichgewichte in den USA noch grösser geworden seien. Finanzanlagen seien nach wie vor überteuert.

Faber rät, Gold und Silber zu kaufen, und hält an seiner Empfehlung fest, US-Bauaktien leer zu verkaufen. Bisher lag er damit daneben: Je nach Aktie resultieren seit Januar Verluste bis zu 50 Prozent. Überhaupt lag er schlecht, wenn man unterstellt, dass ein Trader wie Faber seine Positionen nicht umgeschichtet hat.

© Tamedia AG

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#22 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 02. Juli 2005 - 23:14

doch interessiert natürlich, danke Hubert :thumbsup:

ein Österreicher, Johann A. Saiger, vertritt die Auffassung: "Es gibt keine Alternative zur Flucht ins Gold!"

Don`t fight the FED"

Der Spruch ist zwar allgemein bekannt, doch kaum jemand macht sich ernsthaft Gedanken darüber, warum man nicht gegen die Notenbanken "ankämpfen" soll. Deshalb wird auch kaum bedacht mit welch folgenschweren Konsequenzen meist zu rechnen ist, wenn man mit seiner Anlage- oder Spekulationsstrategie gegen die Interessen der Notenbanken agiert.

Dies betrifft nicht nur breite Anlegerkreise, sondern gilt auch für viele "Professionals" in der Branche. Zu den wohl wichtigsten Aufgaben der Notenbanken zählt, die Funktionsfähigkeit der Kapitalmärkte aufrecht zu erhalten und mögliche Zusammenbrüche an den Märkten rechtzeitig abzuwenden.

In den letzten Jahrzehnten wurden weltweit Schulden in Dimensionen angehäuft, welche in der gesamten Menschheitsgeschichte wohl einmalig sind. Staaten, Länder und Gemeinden haben Jahr um Jahr exorbitant hohe Defizite gebaut und auf die Köpfe der Bürger und die der kommenden Generationen atemberaubende Schuldenberge aufgetürmt. Gleichzeitig haben sich auch weite Βεvölkerungskreise und Unternehmen in einem vergleichbaren Ausmaß verschuldet.

Es steht absolut außer Zweifel, dass diese Schulden wohl niemals mehr regulär rückzahlbar sind. Wenn es schon nicht möglich war in den Jahrzehnten der Hochkonjunktur ausgeglichene Budgets zu erzielen, wie sollte es nunmehr möglich sein?

Ein Zusammenbruch der Anleihenmärkte und (oder) letztlich auch der Währungen mit einer weltweiten "echten Weltwährungsreform" wird absehbar. Doch bis dahin gilt: Das "Riesen-Schulden-Karussel" muss noch "aufrecht erhalten" werden. Es darf nicht vorzeitig einbrechen.

(Ich gehe davon aus, dass frühestens 2008 und spätestens 2012 mit dieser Weltwährungsreform zu rechnen sein wird. Bis dahin stehen uns aber noch "schlimme Jahre" bevor. Die erste Währungsreform im 20. Jahrhundert erfolgte nach dem 1. Weltkrieg, die zweite Währungsreform sodann nach dem 2. Weltkrieg).


Anleihen

Als Kapitalanleger sollte man beachten, dass die Notenbanken gewisse Anlagen der Privatanleger befürworten und wohlwollend sehen. Andererseits hat man bei bestimmten Anlagen und Spekulationen die Notenbanken absolut zum Gegner.

Kapitalanleger, welche mithelfen das Schulden-Karussell aufrecht zu erhalten, sind zweifellos gern gesehen. Sie dürfen nicht "vorzeitig vergrault werden". Als Anleihenbesitzer braucht man sich vor Interventionen der Notenbanken gegen diese Anlagen nicht zu fürchten. Dafür sollte man aber bedenken, dass das Bonitätsrisiko permanent ansteigt (wer hätte vor wenigen Jahren damit gerechnet, dass Konzerne wie etwa Karstadt/Quelle oder Opel usw. jemals in Schwierigkeiten geraten könnten?).

Doch nicht nur das Bonitätsrisiko, sondern auch das Währungsrisiko steigt beständig. Da in diesem Inflationsjahrzehnt - gleich wie in den 70er Jahren - die Zinsen kräftig anziehen werden, sind auch mittelfristige Kursverluste absolut sicher. Letztlich wird aber noch bei all diesen Geldwertanlagen das Totalverlustrisiko unvermeidbar. Spätestens bei der Hyperinflation bzw. Welt-Währungsreform wird es zu tragen kommen.

Wer jetzt noch mittel- oder längerfristig auf ANLEIHEN oder GELDWERTANLAGEN vertraut, legt ein unverantwortliches Maß an Naivität an den Tag.


Aktien

Veranlagungen in Aktien seitens der Privatanleger werden von den Notenbanken - grundsätzlich - befürwortet. Doch die Aktienmärkte und Anleihenmärkte stehen auch in einem Konkurrenzverhältnis. Wann immer an den Aktienbörsen über eine längere Zeitspanne hinweg kräftige Kursanstiege verzeichnet werden, geht den Bondmärkten die Luft aus. Wenn nämlich an den Aktienbörsen der Eindruck entsteht, dass ziemlich sicher Gewinne in Dimensionen von 15% bis 50% p.a. erzielt werden können, nimmt die Zahl jener Anleger ab, die sich mit Anleihenrenditen im unteren, einstelligen Prozentbereich begnügen.

Es wird beispielsweise kaum die Tatsache beachtet, dass bei einem Aktien-Crash (wenn dieser mit einem Kollaps der Rohstoffpreise einhergeht) abrupte panik- und fluchtartige Umschichtungen in Milliardenhöhe in die Anleihenmärkte erfolgen. Ein Aktiencrash wird daher oft zum Rettungsanker für die Anleihenmärkte. Ob daraus Rückschlüsse zu ziehen sind, ist nicht Gegenstand dieses Artikels.

Die privaten Baisse- und Crash- Spekulanten am Aktienmarkt müssen mit einer Gegnerschaft "Notenbanken" rechnen. Es liegt absolut nicht im Interesse der Notenbanken, dass Privatanleger vom Niedergang der Aktienmärkte profitieren. Sollte dieses Beispiel Schule machen, dann nimmt die Gefahr erheblich zu, dass die Märkte von den Privatanlegern "zugrunde spekuliert werden". Baisse- und Crash- Spekulanten müssen daher damit rechnen, dass die Notenbanken absolut ihre direkten Gegner sind. Unfair daran ist, dass die Privatanleger sich meist dieser Gegnerschaft nicht bewusst sind und natürlich auch nicht gewarnt werden.

Wie zufällig kommt es daher immer wieder zu Entspannungen an den Märkten, welche in Wirklichkeit aber auf handfeste Interventionen der Notenbanken zurückzuführen sind. Es ist daher kein Zufall, dass es kaum "private Baisse-Spekulanten" an den Aktienmärkten gab und gibt, welche von massiven Kurseinbrüchen oder Crash's profitieren konnten.

Derartige Spekulationen von Privatanlegern enden meist mit Extremverlusten. Und dies ist wahrlich kein Zufall. Wann immer es an den Aktienbörsen zu gewaltigen Finanzblasen mit extremen Überbewertungen gekommen ist, wurde ein Zusammenbruch absehbar. Obwohl diese gewaltigen Kurseinbrüche dann auch tatsächlich stattgefunden haben, sind kaum private Spekulanten bekannt, welche davon in großem Stil profitieren konnten. Der Grund dafür lag immer daran, dass die Baisse-Spekulanten vor dem erwarteten, großen Crash nochmals "ausgerottet" wurden. Dies ist in der Form erfolgt, dass nach den wilden Kursexzessen vorerst einmal "falscher Crash-Alarm" gegeben wurde.

Also vor dem Oktobercrash 1929 war im Frühjahr eine verdächtige, längere Kursschwäche feststellbar und ein unmittelbar bevorstehender Crash wurde angekündigt. Damit wurden die meisten der Realisten und Skeptiker, welche dem hysterischen Treiben an den Aktienmärkten schon lange misstraut hatten dazu verleitet, Baisse-Spekulationen zu tätigen. Urplötzlich hat sich nach einer längeren Unsicherheitsphase die Lage aber wieder aufgehellt und an Stelle eines Crash's kam es noch zu einer gewaltigen Sommerrallye an den Aktienbörsen. Der Crash stellte sich sodann erst im Oktober ein, als die meisten Baisse-Spekulanten zuvor noch "abkassiert und ausgerottet" wurden! Genau dieses Muster war auch vor dem Oktobercrash von 1987 feststellbar.

Und zum "Crash 2000" wäre anzumerken: Von Mitte Jänner 2000 ist der Dow Jones Index bis zum Oktober 2002 verkommen. (Andere Indizes sind allerdings in dieser Zeitspanne noch sehr viel stärker gefallen).
Im Herbst 1999 war von allen Seiten zu hören, dass erhebliche Gefahren bezüglich eines Crash's zur Jahrtausendwende bestünden. Wegen diesem angeblich bevorstehenden "Jahr 2000 (Y2K) - Crash" haben Millionen Anleger weltweit - welche dem verrückten Treiben an den Aktienbörsen schon die längste Zeit misstraut haben - noch kurzfristige Baisse-Spekulationen in einem ganz erheblichen Ausmaß getätigt.

(Dabei wurden meist folgende Überlegungen angestellt: Es macht doch keinen Sinn langfristige Puts zu kaufen, wenn der Crash zwischen dem 31. Dezember 1999 und dem 2. Jänner 2000 stattfinden wird).

Von Oktober 1999 bis Mitte Jänner 2000 wurde aber der Dow Jones noch von 9970 auf 11750 hochgezogen. Damit waren all diese kurzfristigen Put-Optionen wertlos. Nachdem die Baissiers "ausgeweidet und ausgeschaltet" waren, hat ab Mitte Jänner dann der "wahre" große, langfristige Kursverfall eingesetzt.

Übrigens: Die Abonnenten des Midas-Investment-Reports wurden im Jahr 1999 vor einer - etwa zur Jahrtausendwende einsetzenden - Extrembaisse gewarnt. Dabei wurde aber ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieser Crash etwa 2½ Jahre bis zum Oktober 2002 anhalten wird. Eine derart konkrete Warnung und einsame Prognose war einmalig in der gesamten Branche. Unsere Abonnenten wurden durch diese konkreten Warnungen vor großen finanziellen Verlusten bewahrt. Etliche Midas-Abonnenten konnten in diesen 2½ Jahren auch erhebliche Gewinne durch den Niedergang der Märkte erzielen.


Merke

Die breite Masse darf niemals vom Niedergang der Märkte Profite ziehen. Das Risiko, dass diese die Börsen durch massive Baisse-Spekulationen zum totalen Einsturz bringen könnten, ist viel zu groß. Aktien-Baisse-Spekulanten müssen daher von den Notenbanken immer wieder ausgerottet werden!

Der "Crash 2000" stellt eigentlich nur den Auftakt einer langfristigen Extrembaisse dar. Der Teil 2 des Aktiendesasters sollte uns im Jahr 2005 bevorstehen. Ohne mich darauf verbeissen zu wollen, ein neuerlicher Absturz des DAX in den Bereich 2000 ist dabei im nächsten Jahr nicht auszuschliessen! Diese Prognose ist ebenfalls wieder sehr einsam.


Inflations-Spekulanten: Gold- & Silber-Anlagen

Auch Inflations-Spekulanten dürfen niemals "Überhand gewinnen". Inflationsspekulanten erwarten steigende Zinsen und verdienen an fallenden Anleihenkursen. Sie verkaufen Anleihen und Aktien und kaufen Gold. Die Goldanleger heben sich von der breiten Masse ab. Ihre Handlungsweise lässt erkennen, dass sie entweder klar erkannt haben, oder aber zumindest intuitiv ahnen, dass - wegen der totalen Überschuldung - am Ende der gegenwärtigen Entwicklung, der Niedergang des Finanz- und Währungssystems stehen muss.

Sie haben aus den Erfahrungen der letzten Jahrtausende gelernt, dass mit Gold letztlich noch immer alle Kriege, Revolutionen, Inflationen, Hyperinflationen und Währungsreformen ohne finanzielle Verluste überstanden wurden. Oft sogar mit erheblichem Wertzuwachs.

Was diese Goldanleger aber sehr oft nicht bedenken ist der Umstand, dass diese Einstellung von den Notenbanken mit größtem Argwohn verfolgt wird. Sollte dieses "ketzerische Gedankengut" von breiten Bevölkerungskreisen übernommen werden, dann würden alle Geldwertanlagen (Anleihen, Sparkonten, …) aufgelöst werden und eine Massenflucht ins Gold einsetzen.

Das System wäre damit vom Zusammenbruch bedroht. Genau dies gilt es zu verhindern. Aus diesem Grund müssen Goldanleger auch immer wieder bestraft werden. Dieser Artikel wurde übrigens nicht deshalb geschrieben, um Anleger von Goldanlagen abzuhalten und in die Anleihenmärkte zu treiben.



Ganz im Gegenteil! Er soll vielmehr aufzeigen: Es gibt keine Alternative zur Flucht ins Gold!


Dabei ist aber größte Vorsicht geboten. Auf die möglichen Interventionen seitens der Notenbanken muss man immer vorbereitet sein. Dies setzt jedoch voraus, dass man derartige Interventionen kennt bzw rechtzeitig erkennen kann.


© Johann A. Saiger
Quelle: http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/...php?storyid=430
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#23 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 02. Juli 2005 - 23:20

und noch eine Meinung:

Am Geld-Unwesen wird Amerika genesen

Mit dem "Mythos Geld" ließen sich ganze Bibliotheken füllen. Kaum eine andere Thematik wird so inbrünstig aus allen Blickwinkeln des menschlichen Handelns und Fühlens betrachtet wie eben das Geld. Längst ist Geld als virtueller Kunstwert durch hemmungslose Vermehrung nicht mehr Sachgut oder Abbild einer realen Leistung, vielmehr sind Banknoten Geldersatz - Verbindlichkeiten einer Notenbank. Befassen wir uns mit dem zyklischen Muster des Geldwesens in der menschlichen Geschichte:


Wie sich Finanzgeschichten doch gleichen

Schon einmal im 17ten Jahrhundert gab es eine riesige Finanzkrise. Damals sollte der schottische Finanzakrobat Laws den maroden französischen Staatshaushalt sanieren. Dieser Spieler druckte und vermehrte für die Banque Royale Unmengen Papiergeld. Anfangs wuchs und gedieh tatsächlich die französische Wirtschaft. Laws verstand es durch geschickte Tricks die Liquidität der Bürger durch die legendär gewordene Mississippi-Company-Aktie abzuschöpfen. Dieser Wert stieg zwischen 1719 und 1720 um das 40fache. Am Pleitepunkt brach dann das Vertrauen in das inflationäre Papiergeld wie ein Kartenhaus zusammen. Am Hype-Gipfel hielt man die Bürger mit hohe Strafen davon ab, Gold zu horten, ja es wurde einfach konfisziert. Die Staatsbank selbst hielt nur 2% ihrer Vermögenswerte in Gold. Erkennen Sie gewisse Ähnlichkeiten zur heutigen Finanzsituation? Ein anderer Finanzjongleur, der die geplünderten Staatsfinanzen (Reparationszahlungen an die Alliierten) sanierte, war Hjalmar Schacht, den H***** 1933 bis 39 als Reichsbank-Präsident ernannte. Mit einem Finanzierungstrick, den so genannten Mefo-Wechseln (Metallurgische Forschungsanstalt), konnte 1936 die Aufrüstung finanziert werden.


Blicken wir hinter die Kulissen des heutigen dominierenden Dollarsystems, das mit einem aufoktroyierten Volumen von fast 80% an Währungsreserven die Weltfinanzmärkte beherrscht. Von Anbeginn (1913) war das Federal-Reserve-System der USA das Machtzentrum der US-Hochfinanz - ein privates Kartell unter der Führung der beiden Gruppen Rothschild und Rockefeller.


Wertvolle Rohstoffe für faule Dollar

Wie eine Pandemie breitete sich nach dem Zweiten Weltkrieg die Macht dieses Kartells über die ganze Welt zu einem riesigen legalisierten Betrugsmanöver aus: die von ihnen kontrollierten Rohstoffmärkte mußten ihre Sachwerte wie etwa das Öl in schwindsüchtige Dollar verkaufen. Mit anderen Worten: die Erzeugerländer bekommen de facto für ihre Rohstoffe immer weniger "Gegenwert". Ein erklärter Terrorist wie Saddam Hussein, der sein Öl in Euro fakturieren wollte, wurde kurzerhand entsorgt. Nicht genug damit, auch die Zentralbanken in aller Welt wurden gezwungen, den Dollar als Währungsreserve zu unterlegen. Eine der Konsequenz: der Unwert des Euro besteht zu 80% aus Dollar-Papierfetzen.


Die USA als Goldakku

In einem weiteren Schlag nötigte man den Nationalbanken ihre Goldvorräte gegen den maroden Dollar einzutauschen. Diese Aktion entlockte u.a. der Schweiz über 1.200 Tonnen und Österreich 30 Tonnen "belastendes" Gold. Unser vor 60 Jahren "verwahrtes" Staatsgold mit 3.433 Tonnen, fand bisher nicht den Rückweg in die Heimat. Nach wie vor lagert es zum größten Teil in New York. Strategisch gesehen, ist der Goldentzug der wichtigste Schlag gegen Nichtdollar-Währungen. Die USA akkumuliert weiter - wie vor der ersten Weltwirtschaftskrise - als Haupteigentümer das Weltgold mit 8.135 Tonnen. Selbst wenn in einigen Jahren die einzige Rettung aus dem Finanzchaos ein Goldstandard oder eine teils goldunterlegte Währung wäre, behalten die steuernden Oligarchen abermals die Oberhand. Greenspan, der Gralshüter der US-Finanzen, ist in tiefster Seele ein "Goldbug", und er selbst sah im Falle einer "Geld-Anomalie" den Goldpreis bei 6.000 US$/Unze.


Gläubiger und Schuldner im großen Monopoly

Warum es den USA gelingt, die ganze Rohstoffwelt zusammen zu klauben, ist mit der inflationären Vermehrung, also mit der unbegrenzten Liquidität des Dollar zu erklären. Mit der Dollarunterlegung als Devisenreserve sind die Zentralbanken in Japan, China und Europa gleichsam Helfershelfer und Sklaven der Verursacher. Sie forcierten die wundersamen Geldmengenvermehrung. Der Großschuldner USA hat es damit in der Hand, wie stark er durch Dollar-Abwertung seine Gläubiger entreichern und sich selbst entschulden will.


Geldscheine sind Hoffnungsträger - solange Vertrauen besteht

Trotz dieses Riesenschwindels haben die privaten Dollarbesitzer in der Welt nach wie vor ein naives Vertrauen in die Illusionsnummer "Dollarwert". Wäre das nicht der Fall, würde längst die Flucht in die Sachwerte einsetzen, die Geldumlaufgeschwindigkeit dramatisch steigen und damit die Inflation in die Gangart Galopp wechseln. Eine Währungsreform stünde unmittelbar bevor. Unter diesen Gesichtspunkten haben die wichtigsten Währungen Dollar, Yen, Yuan und Euro natürlich keine Wertaufbewahrungsfunktion. Wüßte der Bürger, dass der gedruckte Wert auf irgend einer Geldnote eine wahre Lüge ist, würde das Vertrauen in den Geldwert zusammenbrechen. Ein Geldschein ist nichts anderes als ein Hoffnungswert wie etwa ein Aktienpapier, das in vielen Fällen keinen Substanzwert darstellt.


Brandgefährliche Monopolbildungen

Welche Gefahr steckt hinter dem nachhaltigen Bestreben der Hochfinanz bestimmte Marktsegmente mit faulem Dollar aufzukaufen und diese zu ihren Marktmonopolen zu entwickeln? Überlegen wir, um welche Märkte es da geht. Das wären wichtige Rohstoffe wie Edelmetalle, Uran, dann die Medien, die Rüstungsindustrie, aber auch die weltweite Energieversorgung, ferner genmanipulierte Agrargüter wie Soja und Rohrzucker. Gefährlich wird das Spiel, wenn die Oligarchen bis in die Vorstandsränge deutscher Unternehmen eindringen und die Geschicke bestimmen. Ein Falke der Bush-Administration, nämlich Brzezinski, bekannte sich übrigens unverhohlen zur Begehrlichkeit, demnächst das Wasser der Erde zu monopolisieren.


Was ist das Ziel der Rothschild-Gruppe?

Die Geldmenge so lange ausweiten und entwerten, bis damit alle existentiellen Sachwerte der Welt aufgekauft und monopolisiert sind. Die US-Geldmenge M3 wuchs von 1980 bis 2005 von 2 auf 9,5 Bio. US$. Dabei soll die schleichende Inflation möglichst lange versteckt bleiben, damit das Vertrauen der Weltbürger nicht gestört wird. Der springende Punkt dabei: die US-Hochfinanz kann mit dem faulen Dollar in Ruhe in Sachwerte umschichten, ehe eine Weltwährungsreform losbricht. Die Rothschild-Gruppe hat bereits in vielen Marktsegmenten eine Weltmonopolstellung - z.B. bei Uran - ergaunert, sie kann mehr und mehr die Preise nach Belieben festsetzen und einen "Zins" darauf erheben, eine Art Welt-Mehrwertsteuer. Aber auch die Chinesen sichern sich ihre Öl-pfründe im Sudan, Venezuela und Kanada. Da könnte uns um die Jahrzehntwende ein Krieg um die Rohstoffe ins Haus stehen.


Greenspan hat den Euro-Dollar im Visier

Erstmals bei einer Notenbank-Konferenz 1999, später auch in Dubai bei der Arabischen Liga sprach Greenspan "von einer grundsätzlichen Dollarkorrektur bis 2007" und weiter von einer "Vereinigung Dollar Euro zum Euro-Dollar", einer neuen Welt-Währung. Vielleicht bekommt man dann für 100 alte Euro nur noch 10 neue Euro-Dollar. Das ist eine arglistige Methode, um die Währungsschulden der Staaten abzuwerten und damit den Bürgern ihr Altgeld "zu entsorgen". Hauptgewinner in diesem ungleichen Monopoly wäre der US-Staat; dieser könnte mit einem Schlag seine Auslandsschulden von etwa 8 Billionen Dollar drastisch reduzieren, mit dem obigen Abwertungsbeispiel von 8 auf 0,8 Bio. oder auf 800 Milliarden. Nicht nur der Weltbürger, sondern alle Zentralbanken mit Dollarreserven würden zu den Gelackmeierten zählen.


Aufgepaßt: schöne Worthülsen sind Bluffs

Nicht ob, sondern wann es zu einer Weltwährungsreform kommt, ist die 1-Million-Euro-Frage. Was für ein garstiges Wort! Sicherlich wird man den größten Finanzcrash aller Zeiten mit einem angenehmen Begriff belegen, z.B. mit einer "Weltwährungsharmonisierung", und er wird dann stattfinden, wenn es die Oligarchen beschließen. Sie als sensibilisierter Leser kennen mannigfaltige Beispiele aus Politik und Wirtschaft für weitere sinnentstellende Schönfärbereien. So suggerieren die Diäten eine magere Entschädigung der Abgeordneten, eine Bilanzkosmetik soll über eine krasse Fälschung hinweg täuschen. Oder: früher hieß sie Bundesschuldenverwaltung, heute nennt sie sich Bundeswertpapierverwaltung. Ein Genußschein, der Anspruch auf Unternehmeranteile, kann durch mitgetragene Verluste ungenießbar werden. Schließlich sind Bundesschatzbriefe eher "sichere" Staatsschulden, ebenso das Teufelszeug der US-Treasure Bonds (Schatzbriefe). Diese Danaergeschenke garantieren das spätere Unheil einer Null-Diät.


Neues Spiel mit gezinkten Karten

Der tiefere Sinn in diesem Monopoly wäre die Herrschaft über eine neue Euro-Dollar-Weltwährung: Von Anfang an würde das System durch die US-Hochfinanz mehrheitlich beherrscht, denn die infrage kommende BIZ - die Bank für internationalen Zahlungsausgleich - ist bereits von der US-Oligarchie z.T. heimlich aufgekauft worden. Der Wolf steckt also bereits im Schafspelz. So wurde auch der Falke Paul Wolfowitz, der umstrittene Vize-Chef des Pentagons, mit dem Chefposten der Weltbank beauftragt; ein ähnlicher Fall wie damals der ehemaligen US-Verteidigungsminister McNamara.

Im neuen Währungsspiel würde der alte Täterkreis agieren, dies nach den alten Regeln. Wieder würde ein Währungsmonopol zur eigenen Bedienung geschaffen. Verlierer wären alle Marktteilnehmer die zu vertrauensselig waren, da sie glaubten, Geld hätte mehr als eine Tauschfunktion, nämlich auch eine wertaufbewahrende Funktion. Ein neues, solides Geldsystem wäre aber nur mit einer unabhängigen Zentralbank erreichbar. Die Geldmenge dürfte nicht stärker wachsen als die Gütermenge. Eine edle Vision - allein mir fehlt der Glaube.

Wenn Sie langfristig Ihr Vermögen im Wert erhalten möchten, können Sie nicht in geldartigen Papierfetzen verweilen, also nicht in Bargeld, nicht in Lebensversicherungen, Langläufer-Anleihen und Renten, nicht in Industrieaktien: Sie müssen vielmehr genau das machen, was die US-Oligarchie vormacht: Gehen Sie in Sachwerte. Damit schützen Sie sich vor einem Totalverlust. Mit dieser Strategie können Sie bei einer "Neuorientierung" bestmöglich Ihre Chancen nutzen - auch zum Wohle Ihrer Familie.

Veröffentlicht von Hans Jörg Müllenmeister am 28.06.2005 um 8:38 Uhr, bei
http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/...hp?storyid=1300

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Geschrieben 02. Juli 2005 - 23:28

ob Mr. A:Greenspan´s Nachfolger dessen Visionen umsetzt :ask:


Themenwechsel, Aktuelles aus heimatlichen Gefielden :

Frankfurt schafft den Spread ab
Börsen locken Investoren mit Vergünstigungen - Bei 2000-Euro-Order lassen sich bis zu 21 Euro sparen
von Karsten Seibel und Holger Zschäpitz


Frankfurt/Main - Die Mitarbeiterin der Deutschen Börse auf der Galerie des Frankfurter Parketts rührte kräftig die Werbetrommel: "Heute feiern wir eine neue Ära: den spreadlosen Handel", sagte sie den Besuchern, die gestern im Stundentakt durch das Gebäude am Börsenplatz geführt wurden. Zur Feier des Tages gab es Kuchen und Gutscheine für einen Einkauf auf dem angrenzenden Wochenmarkt.


Schon lange hat sich der führende Börsenplatz in Deutschland nicht mehr so intensiv um Privatanleger bemüht. Noch vor fünf Jahren gab es Bestrebungen, das unliebsame Parkett ganz zu schließen und sich ganz auf den gerade von institutionellen Investoren genutzten elektronischen Handel zu konzentrieren. Doch die Zeiten haben sich geändert. Frankfurt hat den von Stuttgart und München initiierten Kampf um Privatanleger angenommen: "Bei uns gibt es von jetzt an in allen 160 Werten von Dax, MDax, TecDax und SDax keinen Spread mehr", sagte Rainer Riess, verantwortlich für den Aktienhandel in Frankfurt. Das gilt für die gesamte Handelszeit zwischen 9 bis 20 Uhr. Bislang gab es stets zwei unterschiedliche Kurse, einen Kauf- und einen Verkaufskurs (Brief und Geld). Üblicherweise kaufte der Anleger zum höheren Briefkurs und verkaufte zum niedrigeren Geldkurs. Die Spanne dazwischen gehörte zum Gewinn des Kursmaklers, auch Skontroführer genannt. Seit 1. Juli gibt es für Käufer und Verkäufer in Frankfurt nur noch einen Preis in der Mitte der Spanne.


Für Privatanleger werden Aktienorders günstiger. Wieviel es ausmacht, hängt jedoch von den einzelnen Werten ab. Faustregel: Je größer die Werte, desto kleiner die Ersparnis. Beim Dax ist der Nutzen kaum fühlbar. Im Durchschnitt lagen die Preisspannen am gestrigen Handelstag 0,03 Prozent auseinander. Das heißt, bei einer 2000-Euro-Order hätte der Anleger gerade einmal im Schnitt 30 Cent gespart. Lohnender war der MDax. Hier wurde der Aktienkauf um 1,80 Euro günstiger, im TecDax um drei Euro, im SDax blieben im Schnitt 8,40 Euro mehr in der Kasse - immer die Order von 2000 Euro angenommen. Bei einzelnen Titeln im Kleinwertesegment kann es sogar noch mehr sein. So hätten Anleger bei der Aktie des Herstellers von Unterhaltungselektronik Loewe gestern nachmittag dank der neuen Regel satte 21 Euro gespart. Generell fällt auf, daß sich das Deutsche-Börse-Angebot bei Werten mit einer niedrigen Anzahl frei verfügbarer Aktien (Streubesitz) besonders lohnt.


Stuttgart hat dieses Angebot schon seit längerer Zeit. Allerdings nur für die 30 Dax-Werte - was sich wie gesehen nur in Ausnahmefällen wirklich in Euro niederschlägt. Dafür verweist Andreas Willius, Vorstand der Börse Stuttgart, auf die Garantie, daß die Preise des Stuttgarter Parketts bei allen Werten der Auswahlindizes Dax, MDax, TecDax, SDax besser sind als die der elektronischen Handelsplattform Xetra. Frankfurt biete diese Garantie nicht, Xetra diene höchstens als Orientierungspunkt für die Kursmakler. Ob Stuttgart den spreadlosen Handel über die 30 Dax-Werte hinaus anbieten will, ließ Willius offen.


München lockt mit einem Best-Price-Prinzip. Das heißt, besser oder gleich gut wie andere Märkte - und das gilt für alle dort notierten Aktien.


Noch nicht recht in den Preiskampf um den Privatanleger eingestiegen sind die Handelsplätze in Düsseldorf, Berlin und Hamburg. Berlin setzt immerhin mit einem offenen Orderbuch auf Transparenz. Der Anleger kann sich im Internet die aktuelle Angebots- und Nachfragelage genau anschauen.

Dem Anleger kommt der Konkurrenzkampf zwischen den Börsen gerade recht. Denn die Anlageprofis in den Banken haben für das zweite Halbjahr steigende Kurse in Aussicht gestellt. Einige Optimisten halten beim Dax die 5000 Punkte in diesem Jahr noch für möglich. Im Durchschnitt sehen die Strategen den Index bis auf 4820 Punkte steigen. Für kleinere Werte, bei denen sich die neue Börsenofferte besonders lohnt, könnte es sogar noch stärker aufwärts gehen. Diese Titel würden von einer vorgezogenen Bundestagswahl profitieren, weil viele von ihnen im Vergleich zu den weltweit aufgestellten Blue Chips des Dax einen hohen Anteil inländischen Geschäfts haben. Sie sind Nutznießer einer Stimmungswende in Deutschland. Gleichzeitig könnte eine mit einer Neuwahl verbundene stärkere Flexibilisierung am Arbeitsmarkt besonders die kleinen Werte auf der Kostenseite entlasten, wodurch die Gewinne noch kräftiger steigen als bislang erwartet. Dieses Muster zeigte sich bereits beim Regierungswechsel 1982/83.


Artikel vom 2. Juli 2005
http://www.welt.de/d.../02/740074.html
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Geschrieben 03. Juli 2005 - 23:04

vom Frankfurter Parkett zurück in die große, weite, ratlose Welt :-"


Ratlose Zentralbanken

Von Gerald Braunberger


03. Juli 2005 "Nicht nur Privatpersonen, auch Zentralbanken besitzen nur ein begrenztes Wissen darüber, wie Wirtschaft wirklich funktioniert." Das ist ein bemerkenswertes Eingeständnis des Chef-Volkswirts der Deutschen Bundesbank, Hermann Remsperger. Denn gerade die Bundesbank galt jahrzehntelang vielen Deutschen als Hort ganz besonderer ökonomischer Weisheit. Das war schon früher übertrieben, und heute ist es nicht anders.


Daß führende Vertreter von Zentralbanken Zweifel und Unwissenheit öffentlich ungern eingestehen, besitzt eine leicht verständliche Ursache: Als Hüter der Währungen müssen sie Vertrauen und Sachkunde ausstrahlen, andernfalls könnten die Bürger um den Wert ihres Geldes fürchten. "Wer würde schon in ein Taxi steigen, wenn an der Qualifikation des Fahrers Zweifel bestünden?" präsentiert ein Beteiligter eine Analogie.

„Von einem Rätsel möchte ich nicht sprechen”


Sitz der EZB in Frankfurt
Deshalb paßt es in der Branche nicht jedem, daß ausgerechnet der Zentralbanker Nummer eins in der Welt, Alan Greenspan, während einer Anhörung vor dem amerikanischen Parlament offen die Schwierigkeiten ansprach, die historisch niedrigen Renditen am Kapitalmarkt zu erklären: "Im Moment stellt das weitgehend unerwartete Verhalten der Anleihemärkte in der Welt ein Rätsel dar. Bei den Bewegungen der Anleihekurse mag es sich um eine kurzfristige Übertreibung handeln, aber es wird einige Zeit dauern, bevor wir besser verstehen, welche Kräfte hier am Wirken sind." Kollegen Greenspans griffen danach das Wort "Rätsel" mehrfach auf.

Für den Chef-Volkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, fällt Greenspans Bemerkung zu drastisch aus: "Unser Wissen um die Welt und die Wirtschaft ist immer mit Unsicherheit behaftet, manchmal mehr, manchmal weniger. Von einem Rätsel möchte ich nicht sprechen." Auch andere europäische Zentralbanker beklagen, Greenspan habe durch die Betonung eines "Rätsels" die Öffentlichkeit erst richtig auf die Unsicherheit aufmerksam gemacht, in der sich Geldpolitik bewegt.

Mathematisch hochgezüchtete Modelle

Das kann den Zentralbanken nicht gefallen, deren Kommunikation, wie Remsperger feststellt, schwieriger geworden ist: "Die Medien sind allgegenwärtig, und die Bedeutung der Finanzmärkte hat erheblich zugenommen." Dort aber scheint man immer noch zu glauben, die Währungshüter verfügten qua Amt über höheres Wissen. "Mein Eindruck ist, daß viele Adressaten der Geldpolitik unterstellen, wir wüßten unmittelbar nach jeder Zinsentscheidung immer auch schon, wie die nächste ausfällt", hat Remsperger beobachtet. "Diese Annahme ist falsch."

Der Grund für die Schwierigkeiten der Zentralbanker ist einfach: Es existiert keine ökonomische Theorie, deren Anwendung in der Geldpolitik über eine längere Zeit gut funktioniert hat. Fachleute stellen den Zentralbanken zwar mathematisch hochgezüchtete Modelle zur Verfügung, deren Brauchbarkeit ist aber nur eingeschränkt.

Modethema Nummer eins der Zentralbanker

"Geldpolitische Entscheidungsträger benötigen Modelle, die Beziehungen zwischen dem Preisniveau, geldpolitischen Variablen und anderen Einflüssen wie Ölpreis- oder Wechselkursveränderungen herstellen. Diese Beziehungen sind aber von Unsicherheit geprägt. Daher sollten Zentralbanken mehrere Modelle benutzen", meint Remsperger vorsichtig. Die verwendeten Modelle kommen aber nicht immer zu identischen Schlußfolgerungen. Das gilt auch für das Modethema Nummer eins der Zentralbanker: In welchem Ausmaß die Geldpolitik Veränderungen an Finanzmärkten in ihren Entscheidungen berücksichtigen sollte, bleibt vorerst umstritten.

Fast alle bedeutenden Zentralbanken haben sich von simplistischen geldpolitischen Konzepten verabschiedet und schauen heute auf eine Vielzahl ökonomischer, sich gelegentlich widersprechender Indikatoren, ehe sie eine Zinsentscheidung treffen. "Daraus folgt eine Forderung nach einer vorsichtigen Geldpolitik, die auf Schnellschüsse verzichtet", schlußfolgert Remsperger.

„Intuition spielt eine Rolle”

So entsteht ein widersprüchlicher Befund. Einerseits studieren die Führungsmitglieder der EZB heute weitaus mehr ökonomische Analysen als ihre Vorgänger vor ein paar Jahrzehnten. Andererseits gilt aber nach wie vor die Feststellung des schweizerischen Ökonomen Jürg Niehans, wonach Geldpolitik weniger eine Wissenschaft, sondern vielmehr Kunst sei.

"Bei unseren Entscheidungen spielt auch Intuition eine Rolle", gesteht ein Geldpolitiker. Ein anderer widerspricht nur halb: "Das Wort Intuition gefällt mir nicht. Sagen wir lieber: durch Erfahrung gestützte Urteilskraft." Das ist freilich nichts Neues: Früher spielte die Intuition bei der geldpolitischen Entscheidungsfindung eine noch größere Rolle als heute.

Umfeld der Unsicherheit

Schwer tun sich nicht nur die Währungshüter. Auch der Rest der Fachwelt kommt nicht zu einer einheitlichen Beurteilung der Geldpolitik. So haben in jüngerer Vergangenheit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) zwei angesehene internationale Institutionen der EZB eine Senkung ihrer Leitzinsen nahegelegt. Im gleichen Sinn hat sich dieser Tage das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) geäußert. Dagegen hat die renommierte Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), die "Bank der Zentralbanken", die Notwendigkeit einer Erhöhung der Leitzinsen betont, weil die Geldmenge zu schnell wachse.

In diesem Umfeld der Unsicherheit und der Widersprüche trifft sich am kommenden Donnerstag der Zentralbankrat der EZB. Die Signale aus dem Eurotower waren zuletzt nicht ganz klar. Von einer Zinserhöhung, die Präsident Jean-Claude Trichet bis ins Frühjahr in den Raum gestellt hatte, ist seit einigen Wochen keine Rede mehr. Statt dessen kursieren Gerüchte, die EZB werde wegen der schlechten Wirtschaftslage in den kommenden Monaten vielleicht sogar noch einmal ihre Zinsen senken - und damit den Wünschen vieler Politiker entsprechen. Daraufhin versicherten mehrere Mitglieder des Zentralbankrats öffentlich, sie hielten das gegenwärtige Zinsniveau für angemessen.

EZB durchaus zu unerwarteten Handlungen fähig

Die Ökonomen, die von Berufs wegen die Geldpolitik eng verfolgen - sie tragen die nicht gerade wohlklingende Bezeichnung "EZB-watcher" -, sind in großer Mehrheit der Auffassung, die Zentralbank werde sich weiter passiv verhalten und ihre Leitzinsen erst zum Jahresende oder noch später verändern - und zwar eher erhöhen als senken.

Das klingt vernünftig, aber wahr ist auch: Die EZB ist durchaus zu schnellen und unerwarteten Handlungen in der Lage.
http://www.faz.net/s/Rub034D6E2A72C942018B...n~Scontent.html
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Geschrieben 06. Oktober 2005 - 00:10

Dr. Frankenstein warnt vor seinem Monster


Veröffentlicht von Claus Vogt am 17.09.2005 um 8:15 Uhr


"Nearer term, the housing boom will inevitably simmer down. As part of that process, house turnover will decline from currently historic levels, while home price increases will slow and prices could even decrease. As a consequence, home equity extraction will ease and with it some of the strength in personal consumption expenditures. The estimates of how much differ widely.", Alan Greenspan in einer Rede am 27. August 2005

(Übersetzung: Kürzerfristig wird sich der Immobilienboom unvermeidlicherweise beruhigen. Als Teil dieses Prozesses wird der zur Zeit historisch hohe Umsatz am Immobilienmarkt zurück gehen und die Preissteigerungen werden sich abschwächen und die Preise könnten sogar fallen. Als Konsequenz wird die zusätzliche Beleihung der im Preis gestiegenen Immobilien ebenso nachlassen wie die auf ihr basierenden hohen Konsumausgaben. Die Schätzungen bezüglich des Ausmaßes gehen weit auseinander.)

Müssen wir Dr. Frankenstein zu Dank verpflichtet sein, wenn er uns vor dem zerstörerischen Potenzial seiner neusten Kreatur in halbwegs deutlichen Worten warnt? Oder müssen wir nicht vielmehr den Schöpfer des Monsters für dessen Taten verantwortlich machen? Wir neigen ohne wenn und aber zu Letzterem. Aus diesem Grund haben wir die geldpolitisch kreierten Monster (Spekulationsblasen) in den vergangenen Jahren ausführlich analysiert und ihre Schöpfer in deutlichen Worten kritisiert. Wie üblich fehlt auch in dieser Rede Greenspans jeder Hinweis auf die Verantwortung der Notenbanker für die Entstehung dieser Situation. Wie immer wird versucht, den Eindruck zu vermitteln, die mit Spekulationsblasen entstehenden Probleme bestünden unabhängig von der Geldpolitik.

Dennoch ist in die Diskussion um die Verantwortung der Notenbanker beim Entstehen von Spekulationsblasen in den letzten Jahren etwas Bewegung gekommen. Die von uns als unhaltbare Schutzbehauptung bezeichnete und von Alan Greenspan einst vehement vertretene These, Spekulationsblasen seien ausschließlich nach ihrem Platzen zu erkennen, wird mittlerweile selbst von dem Meister höchstpersönlich in dieser apodiktischen Form nicht mehr öffentlich vorgebracht. Fand hier ein lobenswerter Lernprozess statt? Oder hat der diplomatische Geldpolitiker, der für seine Fähigkeit bekannt ist, trotz pompöser Reden nur äußerst selten eindeutig Farbe zu bekennen, lediglich an seinem zukünftigen Geschichtsbild gepinselt? Wollte er vielleicht nur eine zitierfähige Aussage nach dem Motto: "Ich habe euch doch gewarnt!" zu diesem brisanten Thema gemacht haben, das ihn in den kommenden Jahren auf ähnlich unangenehme Weise einholen wird, wie die "blühenden Landschaften" einen deutschen Ex-Kanzler? Warten wir es ab.


Lumpenball

Alle Jahre wieder treffen sich die US-Notenbanker zu einem Symposium in Jackson Hole, Wyoming. Bei dieser fröhlichen Nabelschau ergeben sich auch für kritische Beobachter der Szene interessante Einblicke in die Welt der Gelddrucker, Schönredner und Wichtigtuer. Insbesondere dank der von Alan Greenspan vorgetragenen "Reflections on central banking" (Betrachtungen über das Zentralbankwesen) und "Closing remarks" (Schlussbemerkungen) wurden wir auch in diesem Jahr nicht enttäuscht (siehe oben). Erinnern wir uns zunächst an einige Kernaussagen des mächtigsten Notenbankers der Welt zum Thema Spekulationsblasen.


"I think our expectation was that we would prick the bubble in the equity markets.", 22. März 1994
(Übersetzung: Ich glaube, dass wir die Erwartung hatten, die Blase an den Aktienmärkten anzustechen.)Offensichtlich glaubte Greenspan zu dieser Zeit daran, eine Spekulationsblase zu erkennen. Geplatzt war damals gar nichts, der S&P 500 Index erlebte eine unspektakuläre 10%-Korrektur.


"But bubbles generally are perceptible only after the fact.", 17. Juni 1999
(Übersetzung: Spekulationsblasen sind aber im Allgemeinen nur im Nachhinein als solche wahrnehmbar.)Mitte 1999 befanden sich die US-Aktienmärkte für jeden, der sehen wollte, eindeutig inmitten einer der größten Spekulationsblasen aller Zeiten. Jetzt vertrat der geldpolitische Verursacher dieser Missstände plötzlich diese abenteuerliche These.


"Identifying bubbles and their ultimate demise is exceptionally difficult.", 24. Mai 2001
(Übersetzung: Das Erkennen von Blasen und ihres ultimativen Endes ist außerordentlich schwierig.)

Was 2 Jahre zuvor noch unmöglich sein sollte, ist jetzt nur noch außerordentlich schwierig. Mit dieser 180°-Wende kam Greenspan der Wahrheit bereits sehr nah. Uns veranlasste dieser bedeutungsvolle Positionswechsel seinerzeit zu einer simplen Frage: "Müssen wir diese in Greenspans Augen außerordentlich schwierige Fähigkeit von Personen, die den verantwortungsvollen Posten eines Notenbankers bekleiden, nicht unbedingt verlangen?"

Dasselbe hier kurz nachgezeichnete Wendespielchen wiederholte Alan Greenspan dann im Hinblick auf die US-Immobilienblase, die sich im Anschluss an seine extrem expansive Geldpolitik der vergangenen Jahre entwickelte. In einer Rede vor dem amerikanischen Kongress behauptete er zunächst, die 4.1 Analogie zwischen Blasen am Aktienmarkt und einer Immobilienblase sei fehlerhaft, weil Immobilien hohe Transaktionskosten, auch emotionaler Art aufwiesen, der Verkäufer gewöhnlich ausziehen muss, weniger als 10% des Marktvolumens per annum umgesetzt werden und weniger Arbitrage-Möglichkeiten bestehen. Später dann hörte man Greenspan von "spekulativem Schaum an den Immobilienmärkten" fabulieren, offensichtlich bemüht, das Wort "Bubble" zu vermeiden. Und jetzt, in Jackson Hole, warnt unser Dr. Frankenstein, dessen Geldpolitik die notwendige Bedingung für das Entstehen auch dieser Monster-Blase geschaffen hat, vor den Folgen ihres unvermeidlichen Platzens.


Vermögenswerte und Geldpolitik

Ganz langsam und angesichts der bestehenden ökonomischen Ungleichgewichte viel zu spät scheint innerhalb der US-Notenbank ein gewichtiges Umdenken, fast möchten wir sagen ein Einlenken stattzufinden. Hinsichtlich des von uns immer wieder als überaus wichtig herausgestellten Zusammenhangs zwischen Preissteigerungen von Vermögenswerten (und damit natürlich auch von Spekulationsblasen) und Geldpolitik vertraten amerikanische Notenbanker bislang eine ganz erstaunliche These. Sie ließen ihr Publikum immer wieder wissen, dass Preissteigerungen von Vermögenswerten in ihren Entscheidungsfindungsprozessen keine Rolle spielen und wiesen jede Verantwortung für die Entstehung von Spekulationsblasen weit von sich. In Jackson Hole ließ Greenspan seine Peergroup plötzlich etwas ganz Anderes wissen: "Our forecasts and hence policy are becoming increasingly driven by asset price changes." (Übersetzung: Unsere Prognosen und folglich auch die darauf beruhende Geldpolitik werden in zunehmendem Maße von Veränderungen der Preise von Vermögenswerten bestimmt.) Mutiert der Vater der größten Spekulationsblase aller Zeiten kurz vor Torschluss noch vom Saulus zum Paulus?

Bereits der nächste Absatz seiner Rede lässt uns an dieser Möglichkeit zweifeln. Hier macht er nämlich erneut nicht seine expansive Geldpolitik für die inflationären Preissteigerungen von Aktien, Anleihen und Immobilien verantwortlich, sondern, man höre und staune, die lange Periode wirtschaftlicher Stabilität und die seiner Meinung nach höheren Produktivitätszuwächse.

In diesem Absatz seiner vermutlich letzten programmatischen Rede findet sich eine weitere durchaus erwähnenswerte Aussage: "Financial intermediaries, of course, routinely convert capital gains in stocks, bonds, and homes into cash for businesses and households to facilitate purchase transactions. The conversions have been markedly facilitated by financial innovation that has greatly reduced the cost of such transactions." (Übersetzung: Finanzintermediäre wandeln selbstverständlich routinemäßig Kursgewinne von Aktien, Anleihen und Häusern in Bargeld um und erleichtern damit Unternehmen und Haushalten geschäftliche Transaktionen. Diese Umwandlungen sind merklich erleichtert worden aufgrund von Finanzinnovationen, welche die Kosten solcher Transaktionen deutlich verringert haben.)

Was mag dieser Kauderwelsch bedeuten? Wir vermuten, dass diese Sätze auf äußerst umständliche Weise die Kreditvergabe beschreiben, der als Sicherheiten Aktien, Anleihen und Immobilien dienen. Mit der dieses Geschäft merklich erleichternden Finanzinnovation könnte die allerdings nicht mehr ganz taufrische Bündelung und Verbriefung von Krediten gemeint sein.

Oder umschreibt der mächtigste Notenbanker der Welt auf diese unverständliche Weise die mittlerweile extrem laxen Anforderungen zur Erlangung von Hypothekenkrediten? Laxe Kreditstandards sind ganz sicher keine Innovation, sondern eine typische Begleiterscheinung von expansiver Geldpolitik und der durch sie ermöglichten Spekulationsblasen. Dabei spielt es keine allzu große Rolle, ob die durch laxe Kreditstandards generierten und entsprechend riskanten Kredite anschließend gebündelt, verbrieft und an institutionelle Anleger verkauft werden. Es ist zwar durchaus wahrscheinlich, dass dieser Prozess die in den USA extrem gesunkenen Standards bei der Kreditvergabe erleichtert hat. Letztlich führt er aber lediglich dazu, dass die beim Platzen der Blase unweigerlich entstehenden Verluste aus notleidenden Krediten nicht bei den für ihre Vergabe verantwortlichen Banken entstehen, sondern in den Portfolios institutioneller Anleger. Wir sind schon jetzt überaus gespannt, wer am Ende dieses sehr heiß gelaufenen Kreditzyklus den Schwarzen Peter verlustreicher Kreditportfolios halten wird.


Ein Ketzer innerhalb der Notenbank?

Auf eine weitere interessante Veränderung der für die Finanzmärkte und die Realwirtschaft so überaus wichtigen US-Notenbank machte uns eine Analyse von Paul L. Kasriel, Chefökonom der Northern Trust Company, aufmerksam, der wir übrigens auch die Überschrift dieses Abschnitts entnommen haben. Kasriel weist auf folgenden instruktiven Satz im Protokoll des US-Offenmarktausschusses vom 9. August hin: "Another participant mentioned, however, that recent sluggish growth of the monetary aggregates suggested that the stance of policy was not overly accommodative." (Übersetzung: Ein anderer Teilnehmer der Sitzung erwähnte jedoch, dass das seit kurzem träge Geldmengenwachstum nahe lege, dass die geldpolitische Ausrichtung nicht übermäßig expansiv sei.)

Ebenso wie Kasriel sind auch wir von dieser Äußerung regelrecht elektrisiert. Denn die monetären Kerngrößen Geld- und Kreditmengenwachstum spielten in den Verlautbarungen der US-Notenbank seit Jahren keine Rolle mehr. Es war uns schon immer ein Rätsel, wie man auch nur den Anschein einer seriösen Geldpolitik erwecken zu können glaubt, ohne auf Geld- und Kreditmengen abzustellen. Schleicht sich da auf leisen Sohlen und nach jahrelanger Abstinenz, vielleicht aufgrund des baldigen Abgangs Alan Greenspans als Notenbankpräsident, die geldpolitische Vernunft in die ehrwürdigen Hallen der Fed zurück?


Konsequenzen für den Anleger

Was mögen diese teilweise sehr erstaunlichen Verlautbarungen aus den Kreisen der US-Notenbank für uns Anleger bedeuten? Zunächst scheint klar zu sein, dass die Notenbank eine Fortsetzung der US-Immobilienblase und womöglich auch der Echoblase am Aktienmarkt nicht wünscht. Weitere Zinserhöhungen und eine restriktivere Geldpolitik dürften damit vorprogrammiert sein. Damit bleiben die Ampeln an der US-Börse weiterhin eindeutig auf rot und das Risiko einer Rezession, die von den USA ausgehend den Rest der Welt ergreift, nimmt zu. Das geldpolitische Wunschkonzept aller politischer Wirtschaftslenker, das sogenannte "Soft Landing", klappt normalerweise nicht. Der vorsichtige Anleger sollte sich also darauf einstellen, dass auch in diesem Zyklus die üblichen Bremsspuren einer restriktiven Geldpolitik sichtbar werden, also eine Baisse an den Aktienmärkten und eine Rezession.

Erst dann, im Lauf des nächsten Abschwungs also, wird sich eine hier andeutungsweise möglich erscheinende Neuausrichtung der US-Geldpolitik zeigen können. In der Greenspan-Ära wurde jede echte oder eingebildete Krise mit einem weiten Öffnen der Geldhähne beantwortet. Sollte dieses Muster sich auch in Zukunft wiederholen, dann wissen wir, woran wir sind.


US-Arbeitslosigkeit zu niedrig ausgewiesen

Volkswirtschaftliche Statistiken sind bekanntlich kein Selbstzweck, sondern liefern Daten, die als Grundlage ökonomischer und politischer Entscheidungen dienen. Wenn sie kein realistisches Bild der Wirklichkeit wiedergeben, können die auf ihnen basierenden Entscheidungen natürlich nicht korrekt sein. Falsche volkswirtschaftliche Statistiken führen also zu falschen unternehmerischen und politischen Entscheidungen.

Wir haben uns an dieser Stelle bereits mehrfach mit unserer Meinung nach eindeutig falschen US-Statistiken befasst. Beispielsweise haben wir das Märchen vom Haushaltsüberschuss des US-Staats ebenso beschrieben wie das Märchen vom US-Produktivitätswunder; unser ganz besonderes Augenmerk galt bereits mehrfach der systematisch und deutlich zu niedrig ausgewiesenen US-Inflationsrate. Da letztere eine wichtige Größe bei der Berechnung des Bruttoinlandsprodukts ist, führt sie zu einer klaren Überzeichnung des US-Wirtschaftswachstums.

Jetzt liefert uns ausgerechnet die Federal Reserve Bank of Boston einen weiteren Beleg für die Fragwürdigkeit amerikanischer Wirtschaftsdaten. Im Juli 2005 veröffentlichte die Notenbank eine instruktive Studie mit dem Titel "Additional Slack in the Economy: The Poor Recovery in Labor Force Participation During This Business Cycle". (Übersetzung: Zusätzlicher Schlupf in der Wirtschaft: Die schwache Erholung des Arbeitskräftepotenzials im laufenden Wirtschaftszyklus).

Darin kommt die Autorin Katharine Bradbury, ihres Zeichens "Senior Economist and Policy Advisor" der genannten Institution, zu dem für kritische Beobachter der amerikanischen Wirtschaft durchaus nicht unerwarteten Ergebnis, dass die offiziell ausgewiesene US-Arbeitslosenquote von derzeit 5% zu niedrig angesetzt sei, und zwar um 1 bis 3%-Punkte. Das entspreche 1,6 bis 5,1 Millionen Menschen.

Hat der amerikanische Staat es denn wirklich nötig, ein viel zu rosiges Bild der Wirtschaftslage zu zeichnen? Welchen Interessen dient diese Schönfärberei? Und wohin führt diese Vorgehensweise? Muss ausgerechnet die noch immer bedeutendste Wirtschaftsmacht der Welt in diesem Bereich den Vorgaben ihrer einstigen Gegenspieler aus dem Ostblock folgen? Auch deren Statistiken zeichneten auf dem Weg in den Niedergang unbeeindruckt von der Realität das Bild einer dynamisch wachsenden Wirtschaft.


Nie wieder sparen

Im Juni 2005 fiel die US-Sparrate offiziellen Angaben zufolge auf 0%. Im Juli wurde sie dann mit minus 0,6% ausgewiesen. Das ist der niedrigste Wert seit der monatlichen Erhebung dieser Daten, die im Jahr 1959 begonnen wurde. Lediglich im Oktober 2001 wurde schon einmal eine leicht negative Sparquote verzeichnet. Für die Zeit vor 1959 existieren lediglich Quartalszahlen. Diese zeigten nur während der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre mehrere negative Werte. In den vergangenen 5 Jahren stieg die Verschuldung privater Haushalte doppelt so schnell wie die verfügbaren Einkommen.

Sowohl Alan Greenspan als auch der Präsidentenberater und ehemalige Notenbanker Ben Bernanke sprachen im Zusammenhang mit den sehr hohen asiatischen Sparquoten von einer problematischen Entwicklung. Die hohe Verschuldung Amerikas sei nicht das Problem, sondern ein begrüßenswerter Dienst für die Weltwirtschaft. Wir sind gespannt, wie sie die jetzt ausgewiesene Entsparung Amerikas als positive Entwicklung argumentativ verbiegen und als Erfolg ihrer Politik vermarkten werden.

Eine der grundlegenden volkswirtschaftlichen Identitäten besagt, dass die gesamtwirtschaftliche Ersparnis gleich der gesamtwirtschaftlichen Investition ist. Wer nicht spart, kann auch nicht investieren. Und wer nicht investiert, kann selbstverständlich seinen Wohlstand nicht vermehren.

Deshalb halten wir die Entwicklung des amerikanischen Sparverhaltens längerfristig für volkswirtschaftlich sehr bedenklich und sehen darin eine Nebenwirkung der amerikanischen Niedrigzinspolitik der Greenspan-Ära. Niedrige Zinsen führen einerseits ganz direkt zu einer geringeren Sparneigung, da der Anreiz zu sparen nicht vorhanden ist. Andererseits hat die seit vielen Jahren weltweit expansive Geldpolitik Spekulationsblasen entstehen lassen, insbesondere an den US-Aktien- und Immobilienmärkten. Diese wiederum gaukeln den von Preissteigerungen gesegneten Marktteilnehmern zunehmenden Wohlstand vor, der das Sparen scheinbar überflüssig macht - bis die Blase platzt und die Preise wieder fallen.

Es handelt sich bei diesem Prozess ausdrücklich um eine Wohlstandsillusion, die eigentlich einfach durchschaubar sein sollte: Wenn wir uns gegenseitig zu immer höheren Preisen unsere Häuser verkaufen, dann mag es dabei Gewinner und Verlierer geben. Wohlstand entsteht aber ganz offensichtlich nicht. Wohlstand entsteht vielmehr durch den Aufbau eines Kapitalstocks, durch die Ausweitung der Produktionskapazitäten, die wiederum die notwendige Voraussetzung für mehr Konsumgüter und das heißt natürlich mehr Wohlstand in der Zukunft sind. Genau an dieser Stelle schleicht sich regelmäßig ein gewichtiger Fehler in die Argumentation keynesianischer "Am Anfang war Konsum-Anhänger" ein. Sie verwechseln Geld mit Kapital.

In seiner krudesten Form lautet deshalb ein heutzutage leider gängiges Argument: "Zum Investieren brauchen wir keine Ersparnisse, sondern schlicht und einfach Geld." Spätestens in Zeiten einer Hyperinflation werden selbst die härtesten Verfechter dieser These den Fehler ihrer Argumentation erkennen.


Fundamentales

Alles fließt, die Zeiten ändern sich. Insbesondere dank technischer Innovationen unterscheidet sich die Welt von heute recht deutlich von der vor nur 10 Jahren und auf geradezu dramatische Weise von der Welt unserer Großväter. Trotz dieses dynamischen Wandels und der ihn begleitenden zyklischen Auf- und Abschwünge gibt es in der Welt der Finanzen einige überaus stabile Relationen langfristiger Natur, die für die Aktienanlage von großer Bedeutung sind.

Beispielsweise wuchsen die nominalen Unternehmensgewinne im Gleichschritt mit dem Bruttoinlandsprodukt um rund 6% per annum, wobei diese Zahl über beliebig gewählte, aber längerfristige Zeiträume überaus stabil war. Dennoch wird an den Finanzmärkten immer wieder so getan, als könnte das überdurchschnittliche Gewinnwachstum von 20, 30 oder mehr %, das Unternehmen im Anschluss an Rezessionen häufig ausweisen können, als Grundlage einer fundamentalen Unternehmensbewertung dienen. Das ist natürlich Unsinn.

Als Grundlage einer sinnvollen fundamentalen Analyse müssen mehrjährige Durchschnitte verwendet werden, um den Einflüssen des Wirtschaftszyklus zu begegnen. Alternativ dazu kann auch das von John P. Hussman vorgeschlagene und von uns im Januar 2002 besprochene Konzept der höchsten im jeweiligen Wirtschaftszyklus erreichten Unternehmensgewinne und die auf ihnen basierende Kennzahl "Kurs-Maximaler-Gewinn-des-Zyklus-Verhältnis" (KGmaxV) angewendet werden. Diese Kennzahl, die das aktuelle Kursniveau des Aktienmarktes zu dem Gewinnmaximum des laufenden Wirtschaftszyklus ins Verhältnis setzt, beläuft sich bezogen auf den S&P 500 Index gegenwärtig auf rund 20. An den Tiefpunkten großer Baissen der Nachkriegszeit betrug sie im Durchschnitt knapp 9. Am Tief des verheerenden Bärenmarkts des Jahres 1974 betrug sie 7,5; an den Börsentiefs der Jahre 1980 und 1982 jeweils 7 und 1991 immerhin 11,5.

Nun kann man aus dieser Zahl natürlich nicht den Schluss ziehen, dass die US-Aktienmärkte sich halbieren müssten. Allerdings stünde einer Kurshalbierung aus fundamentaler Sicht offensichtlich nichts im Wege. Nein, die Bedeutung dieser Kennzahl ist langfristiger Natur. Sie legt den Schluss nahe, dass Aktienkäufer auf dem aktuellen Niveau längerfristig eine deutlich unterdurchschnittliche Performance erwarten müssen. Wie der Weg zu diesem höchstwahrscheinlich enttäuschenden Ergebnis aussehen wird, bleibt dabei leider offen.


Vom Unsinn im denken über Katastrophen

Da waren sie also wieder, die ökonomischen Quacksalber, die sich für keinen Unsinn zu schade sind. Wie üblich im Anschluss an Katastrophen, verwiesen diese "Experten", von denen wir hier keinen Einzelnen besonders hervorheben möchten, auch im Falle der tragischen Sturmschäden in den USA auf den angeblich die Wirtschaft stimulierenden Effekt des notwendigen Wiederaufbaus der zerstörten Gebiete.

Natürlich werden Aufräumarbeiten ebenso unerlässlich sein wie die Reparatur oder der Neubau der zerstörten Infrastruktur. Das ist die für jedermann sichtbare ökonomische Folge einer Katastrophe. Nicht sichtbar, aber dennoch eigentlich offensichtlich ist die Tatsache, dass jeder Dollar nur einmal ausgegeben werden kann. Wer ein beschädigtes Haus repariert, eine zerstörte Straße ausbessert oder eine unbrauchbar gewordene Fabrik durch einen Neubau ersetzt, der kann die dafür aufgewendeten Mittel nicht mehr für jene Projekte ausgeben, die er andernfalls realisiert hätte. Der Wiederaufbau nach einer Katastrophe sorgt also lediglich für eine Veränderung in der Verwendung der Ausgaben, nicht aber für eine Erhöhung dieser Ausgaben.

Wenn beispielsweise die Versicherung einen Schadensfall begleicht, dann sinkt ihr Gewinn entsprechend, und das Unternehmen kann weniger Geld an die Aktionäre ausschütten oder es muss seine Investitionen zurückfahren. Wer den zahlreichen Spendenaufrufen folgt, wird das verschenkte Geld eben nicht mehr selbst verwenden können. Er stellt es stattdessen für den Wiederaufbau und die Linderung der größten Not besonders hart Getroffener zur Verfügung. Auch staatliche Zuwendungen unterliegen dieser prinzipiellen Restriktion. Der Staat muss entweder an anderer Stelle sparen oder den Steuerzahler entsprechend mehr belasten. Egal, woher das Geld für den Wiederaufbau kommt, es wird an irgendeiner, nicht leicht sichtbaren Stelle fehlen.

Die Zerstörungen sind eine ganz reale Vernichtung von Wohlstand. Wäre es anders, dann könnten wir durch die regelmäßige Zerstörung unsere Städte und Industrieanlagen für eine Vermehrung des gesellschaftlichen Wohlstands sorgen. Diese Vorstellung ist so offensichtlich absurd, dass selbst die zu fast jedem Unsinn geneigten und von Allmachtsphantasien beherrschten staatlichen "Wirtschaftslenker" ihn bisher zumindest nicht zur Ankurbelung der Wirtschaft vorgeschlagen haben - obwohl John Maynard Keynes ihr mit seinen wirtschaftspolitischen Vorschlägen schon recht nahe gekommen ist.
http://www.goldseiten.de/content/kolumnen/...hp?storyid=1648


passendes Fundstück:

Zitat

Und warum kündigen die Zentralbanker die großen Crashs eigentlich an?

Eigentlich widersinnig, durch irgendwelche Warnungen Leute auf einen nahenden Crash aufmerksam zu machen. Zum einen mindert man dadurch die eigenen Profite, zum anderen kann man diesen Crash eh nicht verhindern. Im Gegenteil, dadurch kommen sie umso eher. Warum also diese Warnungen?

Ganz einfach, ein Rothschild hat einmal in einem Brief auf die Frage geantwortet, ob denn nicht vom Volk Widerstand gegen das private Zentralbankensystem zu erwarten sei. Er antwortete sinngemäß:

Es sei kaum Widerstand zu erwarten, da die meisten das System ohnehin nicht verstehen würden, und diejenigen, die es verstehen, profitieren zu sehr davon, um Widerstand zu leisten!“

Genau deshalb diese Warnungen der Zentralbanker kurz vor den großen Zusammenbrüchen. Diejenigen, die das System durchschauen sollen auch weiterhin davon profitieren, sonst würden dem System mächtige Feinde erwachsen. Das muß vermieden werden. Das einfache Volk hingegen schnallt sowieso nichts, auch diese Warnungen nicht. Deshalb wird nicht deutlich gewarnt, sondern in Delphischen Orakelsprüchen. Es soll ja nicht jeder verstehen.

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#27 Mitglied ist offline   maximale 

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Geschrieben 06. Oktober 2005 - 07:33

@desesperado

Erfreulich, daß du hier immer wieder kritische Artikel reinstellst. :thumbsup:

mfg

#28 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 06. Oktober 2005 - 23:35

:china: freut mich, maximale

einen Artikel noch zum Thema, druckfrisch, obwohl hier lesen ja eh alle die FAZ ;)

Amerikanische Immobilenblase gefährdet auch Aktien und Anleihen
Von Amey Stone, Standard & Poor's

06. Oktober 2005 Bevor man sich in der Sicherheit wiegt, daß das eigene gut diversifizierte Anlageportfolio auch bei einem deutlichen Rückgang der Immobilienpreise in den Vereingten Staaten gut davonkommen wird, sollte man lieber einen zweiten Blick darauf werfen. In früheren Zyklen war die Annahme eines abgeschotteten Immobilienmarktes einmal stichhaltig.

Investmentstrategen zufolge aber haben sich die Marktverhältnisse im vergangenen Jahrzehnt deutlich verändert. Denn Aktien und Anleihen - ja, die Wirtschaft insgesamt - hängt inzwischen stärker vom Immobilienmarkt ab als früher. Obwohl die meisten Spezialisten davon ausgehen, daß die Hauspreise bei einem Platzen der viel beschworenen Blase in den kommenden Jahren um höchstens 20 bis 30 Prozent fallen dürften, könnte bereits ein leichter Preisrückgang ernsthafte negative Auswirkungen auf Aktien- und Rentenportfolios haben.

Streßtest für Banken

„Wenn sich der Immobilienmarkt deutlich abkühlt, dürfte sich die Wachstumsrate halbieren”, erläutert Barry Ritholtz, Chief Market Strategist bei Maxim Group. „Es besteht die Gefahr einer Rezession - und die Auswirkungen einer Rezession auf den Aktienmarkt sind ja bekannt.”

Was die Hoffnung betrifft, daß der Aktienmarkt bei einer Schwäche des Immobilienmarkts in die Bresche springen könnte, so sieht Barry Hyman, Aktienstratege bei Ehrenkrantz King Nußbaum in New York das anders: „So einfach ist das meines Erachtens nicht mehr.” Er weist darauf hin, daß ein ganz normaler Indexfonds auf Basis des S&P-500 inzwischen durch das Engagement in Finanzdienstleistern und im Konsumgütersektor durchaus in beträchtlichem Maße von Entwicklungen am Immobilienmarkt abhängt.

Der Finanzdienstleistungssektor macht 20 Prozent des S&P-500 aus und hat vom Boom bei der Hypothekenrefinanzierung profitiert, der durch die sinkenden Zinsen ausgelöst wurde. Die Unternehmen dieses Sektors sind daher für eine Trendwende anfällig. Kreditanalystin Victoria Wagner von S&P hat einen „Streßtest” für Banken durchgeführt, wobei sie von einem Rückgang der Eigenheimpreise um 20 Prozent innerhalb von zwei Jahren ausging (ein Szenario, das sie allerdings für unwahrscheinlich hält). Zu den zehn am stärksten in Mitleidenschaft gezogenen Banken gehörten Häuser wie Wachovia, Wells Fargo und JPMorgan Chase, die zahlreiche Anleger in ihren Portfolios halten.

Bisher keine Auswirkungen des Ölpreisanstiegs

Aktien aus dem Konsumsektor, z.B. von Einzelhandelsunternehmen oder Restaurantketten, machen 13 Prozent des S&P-Index aus und würden bei einem Immobilienpreisrückgang ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. „Die Befürchtung ist weit verbreitet, daß die Verbraucher bei sinkenden Immobilienpreisen und einem Ende des Refinanzierungsbooms ihre Ausgaben einschränken müssen. Und dies wäre in der gesamten Wirtschaft zu spüren”, erläutert Dan McNeela, Senior Analyst bei Morningstar.

Daß der Markt trotz des Energiepreisschocks robust geblieben ist, begründet Hyman unter anderem damit, daß die Verbraucher von höheren Immobilienpreisen profitieren (den jüngsten Daten der Regierung zufolge sind die Preise für Altbauten landesweit um knapp 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr angestiegen).

„Die Verbraucher haben das Gefühl, daß sie höhere Benzinpreise verkraften können, wenn der Preis ihres Hauses von derzeit 700.000 Dollar im nächsten Jahr um weitere 140.000 Dollar ansteigt”, sagt er. „Sobald aber diese Stütze wegbricht, dürfte sich das Konsumklima eintrüben und der Konsum - der zwei Drittel der gesamten Wirtschaftsleistung entspricht - zurückgehen.”

Schlimmes Ende für Rentenfonds?

Ritholtz schätzt, daß das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten zur Hälfte von der Entwicklung im Immobiliensektor abhängt. Dies gilt unter anderem für die Beschäftigung, den Bausektor und den Konsum. Damit hängt auch der gesamte Aktienmarkt vom Immobiliensektor ab. „Egal, ob man in Technologie- oder Energieaktien investiert hat - aus makroökonomischer Sicht ist bei einem Rückschlag im Immobiliensektor damit zu rechnen, so daß bei allen Investitionen Verluste zu verzeichnen sind”, kommentiert Ritholtz.

Selbst Rentenpapiere können versteckte, immobilienmarktabhängige Risiken bergen. Anleihefonds sind häufig die sichersten Papiere eines Portfolios. Die Hypothekenverschuldung ist jedoch in die Höhe geschnellt. Diese Kredite werden häufig verbrieft und dann an Rentenportfoliomanager verkauft. Viele von ihnen landen dann in Rentenfonds.

„Der einzelne Anleger weiß häufig gar nicht, in welchem Maße er Hypotheken mit hohen Risiken ausgesetzt ist”, sagt Didi Weinblatt, Portfoliomanagerin bei USAA GNMA. Wenn die Zinsen steigen und die Hauspreise gleichzeitig sinken, könnten die Zahlungen auf Hypothekenkredite ausfallen, da der Wert des Hauses geringer ist als die Verschuldung. „Ich fürchte, daß es ein schlimmes Ende nehmen könnte”, sagt Weinblatt.

Die hypothekenbedingten Risiken dürften bei einem gut gemanagten Investmentfonds gering sein. Bei einer Investition in Hedge Fonds könnte man jedoch gleich in doppelter Hinsicht anfällig sein. Häufig werden die Pools aus Hypothekenpapieren aufgeteilt und abhängig vom jeweiligen Risiko erneut verbrieft - und die Derivate mit der höchsten Rendite landen dann in Hedgefonds. „Die mit Hypothekenkrediten verbundenen Risiken sind auf mehr Ebenen zu finden als je zuvor, so daß keine Erfahrungswerte bestehen”, schrieb Victoria Wagner von S&P in ihrer Studie.

Anleger sollten sich informieren

Man sollte nicht einfach davon ausgehen, daß das eigene Aktienportfolio schon gut abgesichert sei, bloß weil man nicht in großem Umfang in REITs und Wohnungsbaugesellschaften investiert hat. Zusammen machen diese Papiere nur etwa ein Prozent des S&P 500 aus. Bei Immobilienfonds besteht nach Auffassung von Dan McNeela von Morningstar aufgrund der Investition in Gewerbe- und Industrieimmobilien sowie Mietshäuser keine enge Korrelation zum Wohnungsmarkt.

Wie kann man sich also vor den Auswirkungen eines Eigenheimpreisrückgangs auf das eigene Portfolio schützen? Zunächst sollte man sicherstellen, daß man den Konsum- und den Finanzdienstleistungssektor nicht zu stark gewichtet hat. Außerdem sollte man sich darüber informieren, ob die Rentenfonds im Portfolio möglicherweise riskante, hypothekenbesicherte Papiere beinhalten. Eine größere Liquiditätsreserve könnte durchaus sinnvoll sein, wenn man sein Gesamtrisiko verringern möchte.

Bisher sind am Immobilienmarkt nur Anzeichen für eine Plateaubildung, nicht jedoch für einen Rückgang der Preise zu erkennen. Man sollte jedoch immer im Auge behalten, daß bei einer Verschlechterung der Lage am Immobilienmarkt gerade die Aktien- und Anleihefonds, bei denen zunächst nicht unbedingt eine Verbindung zum Immobilienmarkt zu erkennen ist, die größten negativen Überraschungen bergen könnten.


Bildmaterial: Barrons
http://www.faz.net/s/Rub034D6E2A72C942018B...n~Sspezial.html
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#29 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 09. Oktober 2005 - 01:00

diese Nachricht ist auch vom 07.10.2005
und erscheint mir das Sahnehäubchen zu der vorangegangenen, odrrrrrr?


Zitat

Washington (ots/PRNewswire) - Fannie Mae (NYSE: FNM) gab heute bekannt, dass es eine Neuausgabe von Benchmark Notes® mit dreijähriger Laufzeit über ein Händler-Syndikat anbieten wird und 4,375% Benchmark Notes mit zehnjähriger Laufzeit (fällig 15. Oktober 2015) über eine Internet-basierte Auktion anbieten will. Diese Auktion für die Wiederaufnahme wird um 11:00 Uhr EDT am 13. Oktober 2005 abgehalten. Nach der Wiederaufnahme beträgt das Emissionsvolumen US$ 4,0 Milliarden.

3-Jahre (Neuausgabe) 10-Jahre (Wiederaufnahme) Preisfestsetzungstermin 13. Oktober 2005 13. Oktober 2005 Abrechnungstag 14. Oktober 2005 14. Oktober 2005 Fälligkeitstag 15. Oktober 2008 15. Oktober 2015 Emissionsvolumen/ Ausgabe US$ 3,0 Milliarden US$ 1,0 Milliarden/ US$ 4,0 Milliarden Bezugsschein TBD 4,375% Zahlungsdaten Jeweils am 15. Oktober Jeweils am 15. und 15. April, Beginn Oktober und 15. 15. Oktober 2005 April, Beginn 15. Oktober 2005 CUSIP 31359MZH9 31359MZC0 Notierung Die Notierung der Anleihen Die Notierung der auf dem EuroMTF-Markt der Anleihen auf dem Luxembourg Stock Exchange EuroMTF-Markt der wird beantragt Luxembourg Stock Exchange wird beantragt

Neuemission

Gemeinschaftliche Konsortialführer für die Neuemission sind HSBC Securities Inc., Morgan Stanley & Co. und J.P. Morgan Securities Inc. Zu den Co-Managern gehören Citigroup Global Markets Inc., Credit Suisse First Boston Corporation, FTN Financial Capital Markets, Goldman, Sachs & Co., Lehman Brothers Inc. und UBS Investment Bank. Zudem gibt es eine aus neun Händlern bestehende Platzierungsgruppe.

Fannie Mae ist ein an der New Yorker Börse registriertes Unternehmen und ist weltweit das grösste Finanz-Serviceunternehmen ausserhalb der Bankbranche. Das Unternehmen wird unter einem gesetzlichen Auftrag der amerikanischen Regierung betrieben und ist die grösste Finanzierungsquelle in den USA für die Hypothekenfinanzierung. Fannie Mae ist bestrebt, die "Lücke im Wohneigentum" durch ein US$ 2 Milliarden grosses Finanzierungsprogramm unter dem Namen "American Dream Commitment" zu schliessen, indem die Wohneigentumsrate erhöht und 18 Millionen amerikanische Familien bis zum Ende des laufenden Jahrzehnts gezielt angesprochen werden. Seit 1968 hat Fannie Mae bereits 58 Millionen Familien bei der Hypothekenfinanzierung mit US$ 5,7 Billionen unterstützt. Weitere Informationen über Fannie Mae können Sie im Internet unter http://www.fanniemae.com finden.

Benchmark Notes ist eine eingetragene Marke von Fannie Mae. Die nicht autorisierte Verwendung dieser Marke ist untersagt.

Wortgebrauch: Der Vorstand der Fannie Mae hat genehmigt, dass das Unternehmen unter dem Namen "Fannie Mae" betrieben wird. Seine Aktien sind jetzt an der NYSE unter "FNM" notiert. Im Sinne eines klaren Bezugs und zur Vermeidung von Unklarheiten werden alle Nachrichtenorganisationen gebeten, sich auf das Unternehmen ausschliesslich unter dem Namen "Fannie Mae" zu beziehen.

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#30 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 12. Oktober 2005 - 21:31

auch wenn man aufgrund des Titesl erst einmal ein anderes Thema erwartet,
jedoch wird die Immobilienblase hier nur anders beleuchted:


Bei einer Rally von Anfang an dabei sein!

von Jochen Steffens

Es ist unter anderem Aufgabe eines umsichtigen Investors, zu erahnen, was die Fed vorhat. Dazu eine These: Sie erinnern sich, Alan Greenspan hat vor kurzem eingeräumt, dass es im Immobiliensektor zu Übertreibungen kommt.

Die Fed hatte die Geldpolitik gelockert, das Geld ist teilweise in Aktien geflossen. Leider scheint aber seit einem Jahr ein vielleicht maßgeblicher Teil des Geldes auch in den Immobilienmarkt zu fließen, da hier höhere Renditen erwartet werden.

Hier könnte sich ein weiterer Grund verbergen, warum die amerikanischen Märkte eher seitwärts laufen und dies trotz stabiler Wirtschaftslage und hoffnungsfrohem Wirtschaftsausblick. Ein Teil des Geldes konzentriert sich auf Immobilien und fehlt damit dem Aktienmarkt.

Kurz: Wenn die Amis Häuser kaufen, um damit zu spekulieren, haben Sie kein Geld mehr für Aktien. Logisch!

Es geht um die Pensionen der Amerikaner!

Nun stellen Sie sich einmal vor, Sie wären Notenbank-Chef in den USA. Sie würden jeden Morgen ein Bad nehmen und darüber nachdenken, wie man denn den amerikanischen Aktienmarkt auf die Beine bringen kann. Sie wissen, Sie müssen den amerikanischen Aktienmarkt stützen, davon hängen unter anderem die Pensionen weiter Teile der Bevölkerung ab. Hinzu kommt vielleicht etwas Eitelkeit, beim Abschied keine Scherben zu hinterlassen.

Sie sehen, dass das Geld in den Immobilienmarkt fließt und erkennen dort erste Anzeichen einer Überdehnung. Ihr klares Ziel muss also sein, das Geld in den Aktienmarkt umzulenken. Da haben Sie einen genialen Einfall:

Sie müssten lediglich die Zinsen am kurzen und langen Ende hochziehen, damit Kredite und Darlehen zu teuer für Immobilienspekulationen sind. Das Problem: Das funktionierte in der Vergangenheit einfach nicht. Unter anderem aufgrund massiver Käufe der weltweiten Zentralbanken bleiben die Zinsen am langen Ende niedrig, obwohl der kurzfristige Zinssatz ansteigt. Darüber hat sich Old Greeny auch schon ganz offen mehrfach beklagt. Was tun?

Wie kann man die Zinsen am langen Ende beeinflussen

Was kann langfristige Zinsen anheben? Dazu ein Beispiel: Wenn Sie Geld zu 4 % auf 10 Jahre anlegen, dann müssen Sie davon ausgehen, dass die Inflationsrate unter diesen 4 % bleibt. Ansonsten machen Sie faktisch Verluste. Wenn Sie nun deutlich und eindringlich vor Inflation warnen, auch noch behaupten, dass die Gefahr einer "ausufernden Inflation" besteht, werden immer weniger Investoren bereit sein, Geld zu 4 % auf 10 Jahre anzulegen, respektive Bonds zu kaufen. Sie wollen dann höhere Renditen, damit Sie keine Verluste machen.

Kurz: Nur wenn Sie massiv vor Inflation warnen, können Sie die Zinsen am langen Ende hochkriegen. Und nur so können Sie im zweiten Schritt das spekulative Geld von dem Immobilienmarkt wegbringen. Steigen die Zinsen zu sehr, lohnen sich die notwendigen Kosten für die Kredite im Vergleich zu den erwarteten Renditen nicht mehr.

Das würde erklären, warum die Fed nun so einhellig und massiv bei jeder sich bietenden Gelegenheit auf "Inflation" hinweist und damit bewusst in Kauf nimmt, die Märkte nach unten zu drücken.

Und wie kommt dann das Geld in den Aktienmarkt?

Nehmen wir nun an, dass die Fed es schafft, die Zinsen am langen Ende hochzukriegen. Das bedeutet jedoch leider nicht, dass das spekulative Geld dann sofort in den Aktienmarkt fließt. Denn Geld fließt nur dann in den Aktienmarkt, wenn es sich dort Gewinne erhofft.

Der 0815 Anleger, schaut auf die jüngste Vergangenheit und stellt fest: Oh, im US-Aktienmarkt passiert nichts, da lege ich kein Geld an. Anders würde es sich verhalten, wenn der US-Aktienmarkt dieses Jahr deutlich gestiegen wäre, dann denkt der Anleger, oh hier passiert was, da muss ich investieren.

Also muss die Fed den Aktienmarkt interessant machen. Zumindest kurzfristig, denn die Fed weiß: Steigende Märkte machen bessere Nachrichten und führen zu mehr Käufen, so dass die Märkte noch weiter steigen.

Einige Wochen/Monate später:

Wir stellen uns nun vor, die Aussagen der Fed zur Inflation zeigen Wirkung und die langfristigen Zinsen wären bereits gestiegen, das Geld sieht keine Gewinnchancen mehr im Immobilienmarkt. Schon sinken die Häuserpreise, das wird dann auch schön in den Medien durchgespült.

Wenn daraufhin Alan Greenspan ankündigt, die straffe Zinspolitik zu lockern, werden die Aktienmärkte mit stärkeren Kursgewinnen reagieren. Das könnte dann auch der Auslöser sein, dass sich wieder mehr Amerikaner auf Aktien, statt auf Immobilien besinnen. Die Folge wäre eine fulminante Rally.

Für mich ist das eine mögliche These, die das Handeln der Fed zurzeit vernünftig zu erklären vermag. Aus diesem Grund halte ich auch, wie gesagt, das Thema Inflation aktuell für überbewertet.

Die Lizens zum Gelddrucken

Stimmt diese These, dann wäre das die Lizenz zum Gelddrucken, Sie könnten von Anfang an bei einer Mega Rallye dabei sein. Allerdings sollten Sie mit den ersten größeren Positionen warten, bis sich in den USA ein Aufwärtstrend ausbildet. Spätestens wenn die Fed ankündigt, die Zinspolitik zu lockern, können Sie immer weiter nachkaufen. In der gleichen Weise, wie ich das in den letzten beiden Jahren für den Dax empfohlen habe: Neues Hoch: Position erhöhen.

Das große "Aber": Es gibt einen entscheidenden Grund zur Vorsicht!

Was mich jedoch nach wie vor wundert und zunnehmend beunruhigt, ist, jeder Ansatz einer Erholungsrallye in den USA wurde in den letzten Tagen abverkauft. Das spricht dafür, dass hier auch Institutionelle massiv aussteigen.

Die einzige Erklärung neben Vogelgrippe, Terror (die immer noch als mögliche Ursachen im Raum stehen) oder einer anderen "Katastrophe", wäre, dass die Märkte noch einmal vor einer großen Rally in die Knie gedrückt werden "sollen". Das hatten wir oft genug. Deswegen meine Vermutung, dass eventuell der Dow noch einmal unter die 10.000 Punkte Marke gedrückt werden wird. Das werden wir sehen und abwarten.

Latente Crash-Gefahr!

Die Möglichkeit, dass der Markt auch etwas anderes ausbrütet, was wir noch nicht sehen, ist dabei immer gegeben, eine latente Crash-Gefahr, die Sie jedoch nicht überbewerten sollten, ist nicht ausgeschlossen. Das sollte man im Hinterkopf behalten! Vorsicht ist auf jeden Fall angesagt, Panik (noch) übertrieben! Das gilt besonders für den Dax.

Ein P.S. zum Schluss

Ein P.S. sei mir gestattet: Sie sehen also, dass ein Einbruch im Immobiliensektor keineswegs, wie gerne behauptet wird, zu einem Einbruch des Aktienmarktes führen muss (kann, aber nicht muss!), sondern sogar den Aktienmarkt beflügeln könnte, sofern er maßvoll vonstatten geht.
http://www.investor-verlag.de/

Dieser Beitrag wurde von desesperado bearbeitet: 12. Oktober 2005 - 21:31

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#31 Mitglied ist offline   cubanpete 

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Geschrieben 13. Oktober 2005 - 11:31

Solange die "Amis" zu so guten Konditionen Schulden machen können, solange es also genügend "Idioten" gibt, die ihnen das Geld pumpen....

Fordern die Chinesen ihr Geld zurück, crashen sämtliche US Märkte. Die USA rüstet sich für so einen Fall mit jahrtausendealten Mitteln: Gewalt.

Dieser Beitrag wurde von cubanpete bearbeitet: 13. Oktober 2005 - 13:51

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#32 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 13. Oktober 2005 - 14:43

@ cubanpete

da meine Englischkenntisse kaum besser sind als mein Spanisch, kann ich nicht auf anspruchsvolle Börsenkommentare oder Analysen der Amerikaner zugreifen :P

natürlich würde ich lieber dies hier "studieren" http://stockcharts.com/def/servlet/Favorit...t;s57332985>

die unkonventionelle Art des Jochen Steffens liest sich doch ganz gut,

er beschreibt doch nur mögliche Hintergründe für Mr. Greenies Vorgehensweise,
" die Luft aus der Immobilienblase raus lassen (deshalb die permanente Warnung vor Inflation und höheren Zinsen) um so das Geld wieder in die Aktienmärkte zurück zu führen..."

Therioen gibt es viele....

Dieser Beitrag wurde von desesperado bearbeitet: 13. Oktober 2005 - 14:44

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#33 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 20. November 2005 - 16:48

nichts Weltbewegendes aber laut Titel dieses threads können hier auch Prognosen vorgestellt werden ;) , außerdem dachte ich schon, die Bären seien in der vergangenen Woche ausgestorben , nun*erleichtert bin*



Strategen sagen Jahresendrallye ab
Kurse bereits zu weit gelaufen - Angekündigtes Zinssignal stimmt Börsianern skeptisch

Frankfurt/Main - Jetzt noch einmal schnell die PS auf die Straße bringen. Das werden sich viele Anleger denken. Schließlich ist nun die Zeit für die klassische Jahresendrallye. In den vergangenen zehn Jahren verzeichnete der Deutsche Aktienindex zwischen Mitte November und dem Jahresende ganze acht Mal zum Teil kräftige Kurszuwächse. Im Durchschnitt legte der Dax in diesem Zeitraum drei Prozent zu und damit nur geringfügig weniger, als aktuell zehnjährige Staatsanleihen in einem ganzen Jahr abwerfen.


Und tatsächlich sah es am Freitag ganz nach dem Startschuß für die Jahresendrallye aus. Der Dax kletterte vorübergehend auf 5162 Punke und damit den höchsten Stand seit April 2002. Doch Strategen warnen vor überzogenen Erwartungen.


"Sicher ist eine Jahresendrallye möglich. Wir halten sie aber für unwahrscheinlich", sagt Matthias Jörss, Stratege beim Bankhaus Sal. Oppenheim in Frankfurt. Das Risiko-Chancen-Verhältnis habe sich zuletzt zuungunsten von Dividendenpapieren verschoben. "Die unverblümte Ankündigung von EZB-Präsident Jean Claude Trichet, die Zinsen bereits auf der kommenden Sitzung im Dezember anzuheben, sollte eine Warnung sein", sagt Jörss, der den Dax am Jahresende bei 4900 Punkten erwartet. Er sieht neben steigenden Leitzinsen und einer damit verbundenen verringerten weltweiten Liquidität noch weitere kurzfristige Gefahren für die Kurse. So hält es Jörss für unvereinbar, daß die Marktteilnehmer zum einen auf einen Konkurs des größten Autobauer der Welt und andererseits auf weiter steigende Kurse generell spekulierten. Die Probleme bei General Motors könnten nicht als unternehmensspezifisch und damit irrelevant für den Gesamtmarkt abgetan werden. "GM ist der größte Emittent am Anleihemarkt. Sollte das Unternehmen wirklich zahlungsunfähig werden, betrifft dies Unternehmensbonds in Höhe eines dreistelligen Milliarden-Dollar-Betrags. Ein solcher Ausfall wäre eine Belastung für die Finanzmärkte generell", sagt Jörss.


Auch Andreas Hürkamp, Stratege der Landesbank Rheinland Pfalz in Mainz rät kurzfristig zur Vorsicht. "Sicher ist jetzt die Zeit für eine Jahresendrallye." Doch die Anleger hätten bereits vieles vorweggenommen. Skeptisch stimmt ihn die optimistische Stimmung der Privatanleger, die noch nie so hoch wie aktuell gewesen sei. "Einen vergleichbaren Optimismus findet man gewöhnlich Mitte Januar wieder - dann, wenn die Jahresendrallye bereits gelaufen ist. Sein Dax-Kursziel für Ende Dezember liegt bei 5100 Punkten und bietet keinerlei Spielraum nach oben.


Ins gleiche Horn stößt Ralf Kugelstadt von der UBS in Frankfurt. "Unser Dax-Ziel für Ende des kommenden Jahres liegt bei 5300 Punkten. Jedes Prozent, das der Dax jetzt noch steigt, geht in 2006 verloren." Kugelstadt hält im Vergleich zu den meisten Marktteilnehmern auch die Bewertungen nicht für extrem günstig. "Der Dax ist nur optisch billig." Die Gewinne lägen aber bereits über dem zyklisch normalen Niveau, was Risiken birgt. "Die Hauptfrage lautet: Was erwartet uns 2007?", so Kugelstadt.


Deshalb warnt er auch davor, die jetzt abgelaufene Quartalssaison über zu bewerten. Zwar hätten die meisten Unternehmen die hoch gesteckten Schätzungen der Analysten erfüllt oder sogar übertroffen. Ein Wermutstropfen seien aber die zurückhaltenden Erwartungen für den weiteren Geschäftsverlauf, sagen Analysten.

"Das war eine sehr gute Dax-Berichtssaison. Der Nettogewinn lag im Schnitt elf Prozent über den Analystenschätzungen", stellt auch Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank in Frankfurt angesichts der Tatsache fest, daß lediglich sechs der 29 Unternehmen, die bislang ihre Bücher geöffnet haben, enttäuschten. Die Prognosen der Konzerne wertet Kahler jedoch als sehr vorsichtig. "Die meisten Unternehmen haben ihre Ziele für 2005 nur bestätigt, dabei sind es ja nur noch sechs Wochen bis zum Jahresende", stellt der DZ-Bank-Stratege fest. "Sie haben sich nicht sehr weit aus dem Fenster gelehnt, da sie weiter die Sorge haben, daß sich das Wachstum der Weltwirtschaft etwas abkühlen wird." rtr

Artikel erschienen am Sa, 19. November 2005
http://www.welt.de/d.../19/805833.html
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#34 Mitglied ist offline   bruja 

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Geschrieben 09. Dezember 2005 - 22:04

Zitat

Märkte in Asien freundlich – Kritik an Mizuho wegen Misstrade

Mit 15.404 Punkten ging der Nikkei225 mit einem Wochengewinn von 274 Zählern aus dem Markt. Softbank Corp. (WKN 891624), der Highflyer der vergangenen Tage, büßten zehn Prozent im Verlauf dieser Woche ein. Am Freitag waren allerdings in Tokio die Käufer unterwegs und zogen den Wert wieder um neun Prozent auf 75,00 Euro nach oben. Banken- und Brokertitel kamen am Donnerstag ganz besonders unter Druck. Ein gewaltiger Misstrade eines zunächst nicht genannten japanischen Brokers löste einen Kursrutsch in den gesamten Finanztiteln aus. Bei einer Neuemission, bei welcher 2.800 Aktien ausgegeben wurden und es insgesamt nur 14.000 Stücke gibt, kam eine Verkaufsorder über 600.000 Stück mit einem Limit von einem Yen an den Markt. Ursprünglich sollte der Auftrag ein Stück mit Limit 600.000 Yen lauten. Natürlich fiel die Aktie innerhalb weniger Minuten dramatisch bis Limit Down. Der Broker, es war Mizuho Securities, ein Tochterunternehmen der Mizuho Financial Group (WKN 200455), bemerkte dann den Fehler und musste prompt die leerverkauften Aktien wieder zurückkaufen. Logischerweise stieg dann der Wert auf Limit up. Mizuho konnte so den Schaden zwar begrenzen, aber dieser ist mit geschätzten 250 Millionen Euro doch noch immens. Und das alles wegen eines falschen Tastendrucks. Am Freitag fand in der Neuemission kein Handel statt. Der Vorgang wird von der Tokioter Börse geprüft.
Während in Japan am Donnerstag der Banken- und Brokersektor wegen des Fehlers von Mizuho Securities unter Druck kam, stand der Bereich an anderen Börsen Asiens auf dem Kaufzettel der Investoren. Es wurden vor allem in Thailand verstärkt Bankentitel wie Bangkok Bank (WKN 883565) und Kasikornbank (WKN 878347) nachgefragt. Bangkok Bank stiegen um rund sieben Prozent auf 112 Baht oder umgerechnet 2,30 Euro. Kasikornbank konnten gar um fast neun Prozent auf umgerechnet 1,44 Euro zulegen.

Sogar über 30 Prozent konnte die indonesische Bank Permata (WKN A0B50S) an Wert gewinnen. Wurden die Aktien des Unternehmens am vergangenen Freitag noch bei 500 Rupien gehandelt, mussten am Donnerstag bereits 660 Rupien bzw. 0,057 Euro bezahlt werden.

Der Hang Seng versuchte zwei Tage die 15.000er Marke zu halten, doch am Donnerstag konnte er sich nicht mehr wehren und rutschte zum Wochenende auf 14.910 Punkte. Dies entspricht einem Wochenverlust von nicht ganz einem Prozent. Die Favoriten der letzten Woche waren diesmal die Verlierer. So verloren Hutchison (WKN 864287) drei Prozent auf 8,00 Euro und Cheung Kong (WKN 862398) ebenfalls rund drei Prozent auf 8,70 Euro.
Neu in Stuttgart notieren Dong Feng Motor (WKN A0HMV5). Das Unternehmen ist im Fahrzeugbau tätig und wurde am 06.12.2005 in Hongkong mit 1,60 HKD an die Börse gebracht. Mit einem Höchstkurs bei 1,81 HKD und einem aktuellen Kurs von 1,72 HKD oder 0,188 Euro kann man im derzeitigen Marktumfeld durchaus von einem gelungenen IPO sprechen.

Zu erheblichen Kursschwankungen kam es diese Woche bei der australischen Medec (WKN 726156). Die Aktien des Medizintechnikunternehmens notierten am Montag noch bei 0,35 Euro. Innerhalb von zwei Tagen kam es zu einem Kurseinbruch von rund einem Drittel auf 0,25 Euro. Der Wert konnte sich von seinem Tief wieder leicht erholen und wird aktuell mit 0,28 Euro gehandelt.

„Gold und Silber lieb ich sehr ...“ könnte der Leitspruch derjenigen Anleger lauten, die seit Jahresanfang in diesen Edelmetallen investiert sind. Silber, welches außer für die Schmuckherstellung in der Industrie wegen seiner sehr guten elektrischen Leitfähigkeit und vermehrt auch in der Medizintechnik wegen seiner antibakteriellen Eigenschaften Verwendung findet, legte seit Jahresanfang um beachtliche 38 Prozent zu und notiert aktuell bei 8.95 Dollar je Unze. Auch der Goldpreis setzte seine Rallye seit dem Überwinden der psychologisch wichtigen Marke von 500 Dollar weiterhin fort und notiert aktuell bei 523 Dollar. Das gelbe Metall kann somit vorläufig eine Jahresperformance von gut 22 Prozent vorweisen.

Die amerikanischen Finanzmärkte tendierten diese Woche im Sog des wieder anziehenden Ölpreises schwächer. Da auch der Goldpreis nahe dem 23-Jahres-Hoch notiert, waren Öl- und Goldaktien stark gefragt.
Im Technologiesektor fiel der Netzwerkausrüster Cisco Systems (WKN 878841) positiv auf, nachdem die Aktie nach einer Analystenkonferenz auf „Übergewichten“ hochgestuft wurde und somit im Wochenverlauf fast drei Prozent auf 15,10 Euro zulegen konnte.

http://www.boerse-stuttgart.de/pp_frameset...rt.de/main.html
Tugend ist wie ein kostbarer Stein - am besten in einfacher Fassung. (Francis Bacon)
„Der Wohlstand läßt uns unmenschlich werden” Benedikt XVI.

#35 Mitglied ist offline   JohnnyNash 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 01:28

@bruja
Interessanter Artikel :thumbsup:

Zitat

Mizuho konnte so den Schaden zwar begrenzen, aber dieser ist mit geschätzten 250 Millionen Euro doch noch immens. Und das alles wegen eines falschen Tastendrucks.

Hab irgendwo mal gelesen, dass in den asiatischen Märkten solche Fehltritte leider nicht wieder zurückgenommen werden können, das heißt dann wohl Pech gehabt.
Der Typ, der den Fehler begangen hat, tztztztz Ich möchte jetzt nicht in seiner Haut stecken :w00t:


#36 Mitglied ist offline   hannes 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 02:28

@ Deperado
Sehr interessante Beiträge von Dir hab mir die halbe Nacht damit um die Ohren gehauen. Was denkst du ,sollte es Wirklich zu einer Weltwährungsreform einhergehend mit einer massiven Geldentwertung kommen, was heißt das zb. für mich als kleinen Fondsparplaner? Ich mein ich Zahl Rentenbeiträge und hab auch ne Zusatzrentenversicherung aber wenn dann aus 1000€ 100 werden und ich hab da jahrelang Eingezahlt das Leben an sich wird aber nicht Billiger dann kann ich diese Grundform der Altersvorsorge schon mal Vergessen. (im vorraus berechnete Rente 3000€ Inflationsbereinigt eher etwas mehr dann 90 % weg bleibt 300 Ätsch davon kann 2035 kein Schwein leben und ich hab mein ganzes Leben Gespart also genau das was uns die Politiker die ganze Zeit Verklickern.Dann wären da noch meine Aktienfonds welche teils in € und teils in $ anlegen Allein das ich daran gedacht habe und dies kein Zufall ist zeigt dir ja das ich mir Grundsätzlich schon Gedanken mache. Wie die sich nun Entwickeln kann man ja nicht Vorwegsehen aber bei meinem Anlagehorizont von noch gut 30 Jahren mach ich mir da keinen Kopf aber auch hier gilt sagen wir ein Anteil kostet jetzt 5€ mit viel Glück in 20 Jahren 30€ ich hab ständig weiter Investiert auch mal Umgeschichtet und sagen wir nach 20 Jahre schon 200000€ im Depot in Fonds geparkt also viele 1000de € angelegt mein Durchschnittskurs liegt also sagen wir bei 7€ jetzt kommt diese Währungsreform und macht aus meinen 30 dann noch 3 Globodollar :w00t: oder aus meinem Ganzen Depot von 200000 runter auf 20000 davon kann man aber im Jahr 2200 grade mal ein Fahrrad kaufen kann es wirklich so kommen oder geht das nicht? Der Fonds legt doch in Aktien an die Firmen werden doch nicht weniger wert nur weil wir anderes Geld haben müsste der Fonds oder natürlich auch Einzelaktien ihren Wert nicht sofort verzehnfachen und nur das tatsächliche Papiergeld im Portmoinee und auf der Bank entwertet sich? Oder wie oder was ich steh hier völlig auf dem Schlauch :angry: Ich bin schon sehr auf deine Antwort gespannt du hast mich maximal Erschreckt mit diesen Weltuntergangszenarien!!!

#37 Mitglied ist offline   hannes 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 02:36

Noch was ich könnte ja auch Gold und Silberbarren kaufen und zu Hause horten. Dies wird ja sowieso von allen immer wieder Empfohlen nur genau das ist doch der Punkt wenn sich alle einig sind das Gold und Silber nur Steigen kann dann wird es fallen aber "Ausnahmen bestätigen ja bekanntlich die Regel" :err: :stupid: :dumb: :help: :shock:

#38 Mitglied ist offline   cubanpete 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 11:34

Zu Inflation, Aktien und Gold:

- Ich bin mir nicht sicher, ob wir mittelfristig überhaupt grosse Inflationsraten zu erwarten haben. Langfristig werden wir diese aber mit Sicherheit bekommen. Kurzfristig könnte auch eine Deflation (meine einsame Meinung) einsetzen und vieles wieder ins Lot bringen. Wenn "Helicopter Ben" Bernanke seinem Namen gerecht wird, so könnten wir allerdings schon früher die Mega-Inflation bekommen.

- Die Fonds legen zwar in Aktien an, aber der Finanzsektor ist bei den Aktien übervertreten. Bei einer Extreminflation mit Schulden- und Wertzerfall werden diese Aktien wertlos.

- Nur wer den Totalzusammenbruch der Märkte fürchtet sollte in physikalisches Gold investieren. Sonst tun's auch Goldaktien.

- Eine weiter Strategie gegen Mega-Inflation ist, sich Güter, z.B. Häuser, auf Kredit zu kaufen. Wenn dann aber eine Deflation einsetzt, so ist man ziemlich angeschmiert :(
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#39 Mitglied ist offline   desesperado 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 13:26

und vielleicht noch etwas Besinnliches zum Eingefügtes Bild


Der letzte Versuch
von Walter K. Eichelburg

Der jetzt exponentiell steigende Goldpreis zeigt langsam das sinkende Vertrauen in das Papiergeldsystem an. Bei den geringsten Anzeichen von Wirtschaftsschwäche werden die Zentralbanken noch intensiver inflationieren als heute. Erst ein noch wesentlich höherer Goldpreis wird sie zu signifikanten Zinserhöhungen zwingen, mit fatalen Folgen.

Die alternative Finanzwelt teilt sich derzeit in Deflationisten und Inflationisten, während der Mainstream immer noch glaubt, dass alles so weitergeht wie bisher.

Seit dem Jahr 2000 ist die Welt aber im sogenannten "Kondratieff-Winter" nach Ian Gordon. Das ist die Zeit im etwa 70-jährigen Kreditzyklus (benannt nach dem russischen Wirtschaftswissenschaftler), wo das System von der überschweren Kreditlast "gereinigt" wird. Das erfolgt im Normalfall durch Deflation. Die letzte Phase des Kondratieff-Winters dauerte von 1929 bis etwa 1949.

Die aktuelle Winterphase begann mit dem Einbruch der High Tech Börsen im Jahr 2000. Speziell ab 2001 waren wesentliche Auswirkungen mit den Zusammenbrüchen von Enron, Woldcom, usw. Zu sehen. Aber dann erfolgte mit den Afganistan und Iraq-Kriegen sowie massiven Steuersenkungen in den USA eine Periode der "Reflation", die bis jetzt anhält.

Inwischen beginnen diese Immobilien-Bubbles, die durch ultra-niedrige Zinsen aufgebaut wurden, zu platzen. Zuerst in Grossbritannien, jetzt auch in den USA. Über die Folge gibt es unterschiedliche Ansichten. Der "Housing-ATM" a.k.a. das eigene Haus als Geldautomat funktioniert nicht mehr richtig.


Inflationisten und Deflationisten

Die Deflationisten, darunter Robert Prechter und Rick Ackerman in den USA sowie Günter Hannich in Deutschland erwarten einen schnellen Zusammenbruch. Rick Ackerman geht sogar von einer "Instant-Depression" aus, wobei innerhalb eines Tages oder weniger Stunden das weltweite Finanzsystem kollabieren kann.

Die Inflationisten, darunter Jim Puplava gehen davon aus, dass zuerst eine massive Inflation von den Ausmassen einer Hyperinflation kommt, bevor das System dann noch deflationär kollabiert. Jim Puplava beschreibt in "The Day after Tomorrow, Part IV" ein Szenario, wo bei den ersten Anzeichen einer Deflation durch Greenspan’s Nachfolger Ben "Helicopter" Bernanke noch einmal ein inflationärer Boom kommt. Marc Faber stellt in "A Roadmap to Financial Ruin" sogar ein 4-stufiges Szenario auf, das (zumindest für die USA) eine "ordentliche" Hyperinflation und dann einen deflationären Kollaps vorsieht.

Wie gesagt, die meisten dieser Szenarien wurden für die USA erstellt. Was genau passieren wird ist natürlich etwas schwieriger vorzusagen, wenn überhaupt unmöglich. Faktum ist, dass die deflationären Szenarien bisher nicht eingetreten sind. Vielmehr explodieren weltweit die Geldmengen und die Banken fallen übereinander her, um Kredite zu verkaufen. Nicht nur an US-Hauskäufer, sondern etwa auch für Projekte in Osteuropa.


Ein Bild verfestigt sich

In der Zwischenzeit sind einige Ereignisse eingetreten, die eine etwas genauere Prognose ermöglichen:


a.) Ben "Helicopter" Bernanke wird ab 1. Februar 2006 der Nachfolger des "Maestro Sir Alan Greenspan an der Spitze der US Fed. In den Monaten zuvor wurde er bereits von George W. Bush als Chefberater im Weissen Haus unter die Lupe genommen. Vermutlich ob er wirklich in der Lage ist, Dubya’s Regentschaft auf der ökonomischen Front noch für einige Zeit sicherzustellen. Wie bekannt, hat er in seinen Reden damit gedroht, eine Deflation auch durch Abwurf von Dollar-Scheinen aus Helikoptern zu bekämpfen.

b.) Die asiatatischen Zentralbanken kaufen immer weniger US-Treasury-Bonds. Ein Ersatz für diese Käufer muss bald gefunden werden, sonst steigen die Zinsen.

c.) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Leitzinsen lange auf 2% belassen und erst am 1. Dezember 2005 auf 2.25% erhöht. Das Jammern und Wehklagen unter den Politikern und "Ökonomen" ging durch die ganze Eurozone. Alle fürchten um die Konjuktur. Dass die Inflation dabei schon über 2.5% ist, stört offenbar niemanden. Die Politik und die Öffentlichkeit halten "neutrale" Zinsen von etwa 5% sicher nicht aus. Zumindest Italien würde dabei sofort aus dem Euro aussteigen.

d.) Der Goldpreis ist inzwischen auf über 500 US/oz gestiegen. In Euro hat er seit Frühsommer 2005 einen rasanten Anstieg von etwa 350 € auf 430 € durchgemacht. Gleichzeitig ist der Euro gegenüber dem US-Dollar signifikant gesunken, primär wegen der Zinsdifferenz. Allein in der letzten Novemberwoche hat die EZB über 10 Tonnen Gold auf den Markt geworfen, um den Goldpreis zu dämpfen. Geholfen hat es nur wenige Tage. Idioten.

Eine Wiederholung der 70er Jahre?

In der Literatur wird die heutige Situation sehr oft mit den 70er Jahren verglichen, wo sehr hohe Inflation herrschte und Anfang 1980 der Goldpreis 850 US$ erreichte. Die Politik und die Zentralbanken versuchen im Wesentlichen das Gleiche: eine stagnierende Konjunktur durch Zinsen unterhalb der Inflationsrate anzukurbeln.

Einige Dinge sind aber heute sehr verschieden:


Es gibt eine globale Labor-Arbitrage, mit der Folge sehr hoher Arbeitlosenraten in der westlichen Welt, speziell Europa. Richtige Lohnerhöhungen sid dabei kaum möglich.

Der Verschuldungsgrad der Haushalte, Unternehmen und des Staates ist um ein x-faches höher. So gibt es heute nach dem Volumen etwa 50 mal soviele Bonds als damals

Es gibt einen gigantischen Berg von Derivaten mit einem Notional-Value von über 300 Billionen (Trillions) Dollar. Die meisten davon sind Zinsdrivate. Warren Buffet bezeichnet sie als finanzielle Massenvernichtigswaffen

Die Inflation geht heute wegen der Labor-Arbitrage primär in Finanzassets wie Bonds. Charakteristisch dafür ist der "Yield-Carry-Trade".

Die Flucht in das Gold hat begonnen

Wie damals sind die Zentralbanken heute hinter der Inflationsentwicklung. Durch verschiedene statistische Tricks wird die Inflationsrate zwar optisch geschönt, jedoch kann nicht verhindert werden, dass sich die Investoren über den Wert der verschiedenen Fiat-Währungen schön langsam Gedanken machen. Seit 2001 steigt inzwischen der Goldpreis. Zuerst nur gegenüber dem USD, jetzt auch gegenüber allen Papier-Währungen.

Am Anfang hat nur das sogenannte "Smart-Money" in Gold investiert, das war die 1. Phase des derzeitigen Gold-Bullmarkets. Inzwischen sind wir in die 2. Phase mit den grossen Preissteigerungen eingetreten. Da kaufen auch institutionelle Investoren (Big Money) und Zentralbanken Gold. Russland hat vor kurzer Zeit angekündigt, 500 Tonnen Gold zu kaufen, wo sie es immer finden. In der 3. Phase werden dann auch die Kleinanleger einsteigen, aber das dauert noch.

In der Literatur werden Maximal-Goldpreise zwischen 3000 und 15000 USD genannt. Richard Russel sagt, dass sich der Dow Jones Index und der USD-Goldpreis bei ca. 3000 kreuzen werden. Der Goldpreis nach oben, der Dow selbstverständlich nach unten.

Seit 1992 wird der Goldpreis nach unten manipuliert, teilweise durch direkte Goldverkäufe der westlichen Zentralbanken, teilweise durch Ausleihungen an Bullion-Banken. Darüber hinaus werden die Gold-Futures an der COMEX durch massive (naked?) Short-Verkäufe manipuliert. 1999 mussten nach einem Ausbruch auf $300 sogar 1700 Tonnen Gold auf den Markt geworfen werden, primär von den Briten. Dazu gibt es ausreichend Literatur (John Embry, GATA, etc.). Diese Manipulationen funktionieren immer weniger und werden bald ganz zusammenbrechen. Dann ist der Weg in wirkliche Höhen offen.


Die Flucht in das Gold wird die Zinsen hochzwingen

Jim Puplava schreibt, der nächste Inflationierungsversuch wird international koordiniert und massiv sein. Ben Bernanke ist der richtige Mann dafür in den USA. Ab 22. März 2006 wird in den USA die M3-Geldmenge nicht mehr veröffentlicht. Die Japaner inflationieren ohnehin schon seit Jahren massiv. Und jetzt zeigt sich auch in Europa, dass die EZB, auch wenn sie wollte, die Inflation wegen der Politik nicht einbremsen kann.

Diese Versuche werden zwar der Politik noch einige Monate oder ein Jahr wirkliche Einschnitte ersparen, aber sie werden das Ende nur hinauszögern und verschlimmern. Ja, und das chinesische Regime möchte unbedingt noch bis zu den olympischen Spielen 2008 überleben. Nachdem alle anderen Währungsregionen mit dem Dollar inflationiern, bleibt nur das Gold als Ausweich-Währung. Mit dem koordinierten Inflationieren treiben die Eliten das Kapital zu ihrem Feind - dem Gold. Damit monetisieren sie das Gold wieder - was sie eigentlich verhindern wollten. Der Anstieg des Goldpreises wird daher exponentiell immer stärker zunehmen. Ich halte 1.000 US$ in einem Jahr für konservativ.

Das Fatale für die Währungen und Papier-Werte an dieser Flucht ist, dass sie nur durch extrem hohe Zinsen wie 1980 (über 20%) umzukehren ist. Das halten die hochverschuldeten Ökonomien aber nicht aus. Am Ende werden auch die Staaten wie Argentinien in den Default (bankrott) gehen. Zur Not können die Zentralbanken Alles und Jedes monetisieren (auf selbsterzeugten Kredit aufkaufen), auch Einfamilienhäuser. Wie weit sie damit kommen werden, ist aber eine andere Sache.


Die politisch-militärische Situation

Der Irak-Krieg ist für die USA verloren. Jetzt geht es nur mehr darum, wann und wie die Truppen abgezogen werden sollen. Die Bush/Cheney-Clique wehrt sich natürlich noch. Gleichzeitig kommen in den USA massive politische Korruptionsaffären ans Tageslicht. Die Katrina-Hurrikan-Katastrophe an der US-Golfküste und die total verpfuschte FEMA-Hilfsaktion (FEMA-Chef Brown - "I am a fashion god") haben dem Vertrauen in die Politik das Rückgrat gebrochen.

In Europa zeigt die EU immer mehr Zerfallserscheinungen. Nicht nur wurde die EU-Verfassung in Referenden in Frankreich und den Niederlanden abgelehnt, der Maastricht-Vertrag (max. 3% Neuverschuldung) wird fast überall gebrochen. Es kommen auch kaum mehr Beschlüsse zu stande. Dafür liefert man sich ein idiotisches Schausspiel nach dem anderen um die Aufnahme der Türkei, die sicher nicht zu Europa gehört. Aber man kann ja nicht Nein sagen.

Kein Wunder, dass man sich monetär an das letzte Hilfsmittel klammert, das noch bleibt - die Inflationierung. Der steigende Goldpreis zeigt aber, dass es eine monetäre Alternative ohne Schulden dahinter gibt. Es kann ruhig gesagt werden, dass der steigende Goldpreis auch ein Misstrauensbeweis an die Politik ist. Der Euro wird mit dem Dollar zusammen in die Hölle fahren.

Wie es aussieht, wird auch der Schweizer Franken mit in die Hölle fahren. Trotz des signifikanten Wertverlusts des Euro gegenüber dem USD, ist der EUR/SFR-Kurs mit ca. 1.55 fast konstant geblieben. Man sieht, auch die Schweizer Regierung hält keine Deflation aus. Daher sollte der SFR nicht unbedingt als Krisenwährung gesehen werden.


Der Letzte Inflationsversuch wird im Derivatencrash enden

Sobald die Zinsen ruckartig nur um einige Prozent steigen, geht die weltweite Derivatenbombe hoch. Das ist auch der Grund, warum die Amerikaner ihre Zinsen nur langsam angehoben haben.

Wann das System kippt und bei diesem Crash weltweit die meisten Banken in den Abgrund reisst, ist schwer vorherzusagen. Die meisten Kredite, speziell in den USA und UK werden heute "securitized", d.h. die Banken verkaufen ihre Kredite als Anleihen weltweit weiter. Diese Papiere sind leicht auf den Markt zu werfen. Wer zuerst verkauft, hat die wenigsten Verluste zu erleiden, aber "devil takes the hindmost". Ob eine grosse Verkaufswelle wirklich von den Zentralbanken schnell genug monetisiert werden kann, ist zweifelhaft.

Der Euro wird sich spätestens dann in seine Einzelteile auflösen. Denn die Euroland-Staaten werden versuchen, wenn es wirklich kritisch wird, aus dem Euro in eine eigene, selbst inflationierbare Währung umzusteigen. Oder spätestens nach einem solchen Crash wird man versuchen, ein Währungssystem auf jeweils nationaler Ebene wieder aufzubauen. Es war ein kurzes Euro-Leben.


Zusammenfassung

Alle jene, die bisher auf den grossen Crash gewartet haben, sind leer ausgegangen. Aber der nun exponentiell steigende Goldpreis wird das Vertrauen in alle Fiat-Money Systeme so untergraben, dass irgendwann die grosse Verkaufswelle bei Finanz-Assets beginnt. Der Goldpreis wird aber erst dann, mit der Welle aus Kreditausfällen, wegen der Angst der Investoren seine wirklichen Höhen erklimmen - to the Moon!

Quelle: http://www.goldseiten.de/content/diverses/...hp?storyid=1957
© Walter K. Eichelburg
Herr Eichelburg ist unabhängiger Network-Consultant in Wien. Er beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit Investment- und Geldfragen. Er kann unter walter@eichelburg.com erreicht werden.
Wenn du weisst wohin die Kurse sich bewegen werden, dann erzähle es deinem Hund. Hast du keinen Hund, dann schreibe es auf ein Blatt Papier und wirf es in den Papierkorb. Joe Ross

#40 Mitglied ist offline   hannes 

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Geschrieben 10. Dezember 2005 - 14:44

Na denn ma Prost!
Also doch Physisches Gold und Silber kaufen.
Trotzdem noch mal zu meiner Frage weiter oben, was passiert mit meinen Fonds sie werden Wertloser aber sie werden doch hoffentlich auch mal wieder steigen und ich hätte dann den maximalen 'Cost .... Effekt oder wieder falsch verstanden?!

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