Wertpapier Forum: Factor Investing mit ETFs

Zum Inhalt wechseln

  • 15 Seiten +
  • 1
  • 2
  • 3
  • Letzte »
  • Du kannst kein neues Thema starten
  • Antworten nicht möglich

Factor Investing mit ETFs Thema bewerten: **--- 7 Stimmen

#1 Mitglied ist offline   Axibaxi 

  • noch neu hier
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 8
  • Registriert: 29. Juli 12

Geschrieben 13. November 2016 - 15:41

Liebes Forum,

ich finde das Thema Factor Investing mittels ETF´s sehr interessant und möchte deshalb folgendes Depot eröffnen:

Comstage MSCI Emerging Markets ETF127
dvx-trackers Stoxx Global Select Dividend 100 DBX1DG
iShares MSCI World Minimum Volatility A1J781
iShares World Momentum Factor A12ATF
iShares World Quality Factor A12ATE
iShares World Value Factor A12ATG
SPDR World Small Cap A1W56P.

Ich habe vor, die Fonds monatlich zu gleichen Teilen anzusparen und 2 x im Jahr ein Rebalancing durchzuführen.

Anmerkungen, Verbesserungsvorschläge?
Viele Grüße und Danke

Axibaxi

 Weiterführende Informationen:

#2 Mitglied ist offline   Mvp 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 381
  • Registriert: 28. Oktober 15

Geschrieben 13. November 2016 - 15:53

Was kommt wohl bei heraus wenn du alle Faktoren bunt mischst?

#3 Mitglied ist online   Ramstein 

  • When civilization ends, it ends fast.
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 9.187
  • Registriert: 19. Oktober 09

Geschrieben 13. November 2016 - 16:03

Frag doch jemanden, der ETF's schreibt, nicht so was.
We don't receive wisdom; we must discover it for ourselves after a journey that no one can take for us or spare us. Marcel Proust
Why waste time learning, when ignorance is instantaneous? Hobbes/Bill Watterson
Informationen für neue Nutzer - Anleihen für Dummies - ETF Depot aufbauen
mein Bonddepot - mein ETF Weltdepot - Depots und Performance


#4 Mitglied ist offline   magicw 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 308
  • Registriert: 12. Januar 16

Geschrieben 13. November 2016 - 19:53

Beitrag anzeigenMvp, 13. November 2016 - 15:53:

Was kommt wohl bei heraus wenn du alle Faktoren bunt mischst?

vermutlich die 1-ETF-Variante mit dem MSCI ACWI Eingefügtes Bild

Dieser Beitrag wurde von magicw bearbeitet: 13. November 2016 - 19:53


#5 Mitglied ist offline   Nord 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 816
  • Registriert: 18. August 09

Geschrieben 17. November 2016 - 08:45

Beitrag anzeigenmagicw, 13. November 2016 - 19:53:

vermutlich die 1-ETF-Variante mit dem MSCI ACWI Eingefügtes Bild

Denke ich nicht. Es handelt sich hierbei ja durchweg um linear unabhängige Risikoprämien, d.h. im Idealfall sollten die nicht miteinander korrelieren. Das Gegenteil von Value z.B. ist Growth, nicht eine Kombination aus Quality, Size, Momentum, etc.. Ich würde hier in Summe einfach nur ein etwas höheres Beta als der Markt erwarten (mehr Rendite, mehr Vola) mit einem sehr homöopathischen Rebalancing-Premium.

Allerdings investiert man hier nicht die reinen Faktoren (das ginge wohl nur über Derivate), sondern den Gesantmarkt mit einer Übergewichtung von Titeln, die einen Tilt in Richtung des jeweiligen Faktors aufweisen. Die ETFs scheinen sehr hoch miteinander korreliert zu sein. Das dürfte die höhere TER der Faktor-ETFs sicher nicht aufwiegen.

Fazit: Lohnt sich nicht. Ist eher ein Marketing-Gag der KAGs oder bzw. nutzloses Spielzeug für überambitionierte Honorarberater.

#6 Mitglied ist offline   donkey_63 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 95
  • Registriert: 17. Dezember 10

Geschrieben 30. November 2016 - 21:50

Beitrag anzeigenAxibaxi, 13. November 2016 - 15:41:

iShares MSCI World Minimum Volatility A1J781
iShares World Momentum Factor A12ATF
iShares World Quality Factor A12ATE
iShares World Value Factor A12ATG
SPDR World Small Cap A1W56P.



Das bringt so nichts.
Wenn z. B. ein Titel Momentum verliert fliegt er aus dem MOM ETF raus, wird aber vielleicht vom Value ETF gekauft.
D. h. du hast den gleichen Titel, aber bezahlst Trading-Kosten.

Besser sind ETF, die auf alle, oder mehrere Faktoren screenen, z. B.
IE00BZ0PKV06 iShares iShares Edge MSCI Europe Multifactor UCITS ETF EUR (Acc) [IFSE]
IE00BZ0PKS76 iShares iShares Edge MSCI USA Multifactor UCITS ETF USD (Acc) [IFSU]
IE00BZ0PKT83 iShares iShares Edge MSCI World Multifactor UCITS ETF USD (Acc) [IFSW]

Viel mehr gibt es in Europa/CH leider nicht, soweit ich sehe. In den USA sind sie da schon wieder Meilen weiter.


Knackpunkt bein Faktor-Investing ist, dass du eisern daran "glauben" musst.
Solch ein Portfolio kann über lange Zeit extrem von der Marktrendite abweichen. Wenn du dann den Glauben an die Theorie verlierst, und verkaufst....
Für Anfänger also absolut nicht geeignet.


Larry Swedroe hat gerade ein neues Buch zum Thema Faktor-Investing rausgebracht.
Hoffe, das hilft und gibt weitere Denkanstösse.


Gruss,
Donkey

#7 Mitglied ist offline   magicw 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 308
  • Registriert: 12. Januar 16

Geschrieben 30. November 2016 - 22:22

Und wie weit ist ein Multifaktor ETF noch vom gleichnamigen Index entfernt? Außer höherer TER - also Verdienst für den Emittenten - scheint mir da kein Vorteil zu sein:
Spoiler


#8 Mitglied ist offline   donkey_63 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 95
  • Registriert: 17. Dezember 10

Geschrieben 01. Dezember 2016 - 06:17

Beitrag anzeigenmagicw, 30. November 2016 - 22:22:

Und wie weit ist ein Multifaktor ETF noch vom gleichnamigen Index entfernt? Außer höherer TER - also Verdienst für den Emittenten - scheint mir da kein Vorteil zu sein:


Beim Faktor-Investing geht es nicht unbedingt um höhere Gewinne, sondern darum dass du breiter diversifizierst, nämlich nicht nur über den MARKT-Faktor, sondern eben auch noch über andere Faktoren, die nicht miteinander korrelieren.
Tatsächlich ist die Rendite ist bei geringerer Volatilität höher, als ein reines Markt-Portfolio.

Zudem muss du das über einen Anlagehorizont von 20-30 Jahren betrachten. Es kann vorkommen, dass manche Faktoren für ein Jahrzehnt oder länger nicht perfomen.
Das siehst du hier schon an Zweifeln am Value-Faktor, dessen Ende ja immer wieder mal (auch hier im Forum) herbeigerufen wird. Das gleiche gilt für den Size-Faktor (Small Cap).
Das ich ja einer der Gründe, warum man fest an die mathematischen Grundlagen/Theorie "glauben" muss.
Für die meisten Menschen ist ja bereits ein Jahr sehr lang und wenn man dann solch einen Tracking-Error nicht ertragen kann, steigt man mit Verlust aus...


Dein buntes Kürvchen sagt jetzt also was?


Donkey

#9 Mitglied ist offline   otto03 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 11.350
  • Registriert: 31. Oktober 07

Geschrieben 01. Dezember 2016 - 08:05

Beitrag anzeigendonkey_63, 01. Dezember 2016 - 06:17:

Das gleiche gilt für den Size-Faktor (Small Cap).



Zumindest für die MSCI Indizes ist dies falsch.

Mutter Index z.B. des MSCI World Size Factor ist der MSCI World und nicht der MSCI World IMI - es können also keine small Caps nach MSCI Standard enthalten sein.

Im entsprechenden MSCI Size Factor Index tummeln sich also keine small sondern mid caps und die auch noch in der EW-Form.

https://www.msci.com...62-dc2fcd8f2721

Dieser Beitrag wurde von otto03 bearbeitet: 01. Dezember 2016 - 08:13

Zielrendite p.a. 0% bis x,xx% nach Kosten, Steuern, Inflation

#10 Mitglied ist offline   Smartinvestor 

  • Scharlatan
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 372
  • Registriert: 22. Mai 16

Geschrieben 01. Dezember 2016 - 08:12

Mit Factor ETFs schlägt m.E. die Finanzindustrie brutal zurück, um all die an passive plain vanilla Index ETFs verlorengegangenen Investments wieder in kostenintensivere Produkte zurückzuholen. Man könnte es auch als sehr schlauen Ansatz bezeichnen, systematisch alles verfügbare dumb money vom Markt aufzusaugen und auszubeuten, und der "unbedarfte Anleger" nach Swensen merkt es nicht mal.
Schon Bogle hat in "Common Sense on Mutual Funds" Kap. "On Reversion to the Mean" vor über einem viertel Jahrhundert gut 15 Jahren (korr. 1.12.2016) aufgezeigt, dass entgegengesetzte Marktsegmente wie z.B. Growth/Value, high/low priced, LC/SC, US/international jahrelange Zyklen um einen KONSTANTEN Mittelwert ohne Premium aufweisen, wie hier im Thread auch schon erwähnt.

Mein Ansatz ist daher, "kostengünstige" Faktoren auszuwählen, d.h. solche ohne hohe Tradingkosten, wie z.B. LC/SC, DAX/MDAX oder US/international/EM, und mit jeweils ähnlichen Beträgen gleichzeitig in Faktor- UND Antifaktor-ETFs zu investieren und systematisch vom Rebalancing Premium zu profitieren, wie das auch in "The Agony of Investing in Small Cap Stocks" beschrieben wird. Wer sich‘s zutraut nimmt kostengünstigste Futures, um dann die isolierten Rebalancing Premiums max. effizient marktneutral auszubeuten, wie ich das im Thread "Eigene Handelssoftware schreiben" versuche.

Viele Grüße vom
Scharlatan

Dieser Beitrag wurde von Smartinvestor bearbeitet: 06. Dezember 2016 - 14:46

Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor

- Dipl.-Ing. - Germanistik-Student -

"Regression zum Durchschnitt, einer der mächtigsten Einflussfaktoren in der Finanzwelt, erklärt die Neigung zur Umkehrung von Erfolg und Misserfolg", Swensen.

Mein Diskussionsstil
155 k mit ETF und AR Fonds...
Eigene Handelssoftware...
Factor Investing...
Deutsche Bundesanleihen...

Souverän investieren Kommer.
Erfolgreich investieren. Swensen.
COMMON SENSE INVESTING. Bogle.
Pioneering Portfolio Management. Swensen.
MANAGING INVESTMENT PORTFOLIOS. Maginn...


#11 Mitglied ist offline   donkey_63 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 95
  • Registriert: 17. Dezember 10

Geschrieben 01. Dezember 2016 - 19:58

Otto,

dein Beitrag mag von den Fakten korrekt sein. (Das prüfe ich nicht nach).
Eine Verbindung zu meiner Aussage sehe ich aber nicht.

Zitat

Es kann vorkommen, dass manche Faktoren für ein Jahrzehnt oder länger nicht performen.
Das siehst du hier schon an Zweifeln am Value-Faktor, dessen Ende ja immer wieder mal (auch hier im Forum) herbeigerufen wird. Das gleiche gilt für den Size-Faktor (Small Cap).


Ich versuche, es mit anderen Worten ausdrücken:
Viele Forenteilnehmer befürchten, dass es schon für die bekannteren Faktoren Value und Small keine Risiko-Prämie mehr abzugreifen gibt, nur weil SmallCap oder Value gerade in den Keller fahren.

So klappt das mit dem Ausnutzen der Faktoren dann nicht.
Auch hier gilt: buy and hold. Und das schaffen eben die wenigsten, wenn es nicht nur nach unten geht, sondern es einen erheblichen Tracking-Error gibt.

#12 Mitglied ist offline   donkey_63 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 95
  • Registriert: 17. Dezember 10

Geschrieben 01. Dezember 2016 - 20:10

Scharlatan,

Beitrag anzeigenSmartinvestor, 01. Dezember 2016 - 08:12:

Schon Bogle hat in "Common Sense on Mutual Funds" Kap. "On Reversion to the Mean" vor über einem viertel Jahrhundert aufgezeigt, dass entgegengesetzte Marktsegmente wie z.B. Growth/Value, high/low priced, LC/SC, US/international jahrelange Zyklen um einen KONSTANTEN Mittelwert ohne Premium aufweisen, wie hier im Thread auch schon erwähnt.


1) Bogle hält auch immer noch (!) eine internationale Diversifikation für überflüssig.
2) In den letzten 25 Jahren deines erwähnten Vierteljahrhunderts hat es durchaus neue, wissenschaftlich untermauerte, Untersuchungen zum Thema gegeben.

Beitrag anzeigenSmartinvestor, 01. Dezember 2016 - 08:12:

Mein Ansatz ist, "kostengünstige" Faktoren, d.h. solche ohne hohe Tradingkosten, wie z.B. LC/SC, DAX/MDAX oder US/international/EM, zu jeweils gleichen Teilen zu allokieren und systematisch vom Rebalancing Premium zu profitieren, wie das auch in "The Agony of Investing in Small Cap Stocks" beschrieben wird. Wer sich‘s zutraut nimmt kostengünstigste Futures, um dann die reinen Rebalancing und Momentum Premiums max. effizient marktneutral auszubeuten, wie ich das im Thread "Eigene Handelssoftware schreiben" versuche.



Wir sprechen hier von langfristigem Vermögensaufbau aufgrund etablierter Faktoren, nicht von Hobby-Tradern mit eigener "Handelssoftware".
Aber interessant, sicherlich, ja.

#13 Mitglied ist offline   Smartinvestor 

  • Scharlatan
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 372
  • Registriert: 22. Mai 16

Geschrieben 02. Dezember 2016 - 00:43

Beitrag anzeigendonkey_63, 01. Dezember 2016 - 20:10:

1) Bogle hält auch immer noch (!) eine internationale Diversifikation für überflüssig.
2) In den letzten 25 Jahren deines erwähnten Vierteljahrhunderts hat es durchaus neue, wissenschaftlich untermauerte, Untersuchungen zum Thema gegeben.

1) Auf Meinungen gebe ich nichts auch wenn sie von Bogle kommen, auf wiss. Fakten aber schon.
2) Das ist die Crux mit weit verbreiteten wissenschaftlichen Untersuchungen in der Finanzwissenschaft: Sie WAREN gültig in der Zeit der Untersuchung, wo sie noch nicht weit verbreitet waren. Diese Erkenntnisse wirken aber auf den Markt zurück, indem alle versuchen, diese "etablierten Faktoren" auszubeuten. Damit fließt zuviel Geld hinein und man kann eher vom konträren Verhalten profitieren. Dann wird das ganze "schweinezyklisch", wie es nach Bogle wohl schon lange zu beobachten ist. Btw, Bogle hat auch 10 Jahre später in der "10th Anniversary Edition" (2010, die erste Ausgabe war nicht vor über einem Vierteljahrhindert sonder "erst" vor gut 15 Jahren in 2000, sorry für den Rechenfehler), die Fortsetzung dieses zyklischen Verhaltens der Faktoren aufgezeigt.

Beitrag anzeigendonkey_63, 01. Dezember 2016 - 20:10:

Beitrag anzeigenSmartinvestor, 01. Dezember 2016 - 08:12:

Mein Ansatz ist, "kostengünstige" Faktoren, d.h. solche ohne hohe Tradingkosten, wie z.B. LC/SC, DAX/MDAX oder US/international/EM, zu jeweils gleichen Teilen zu allokieren und systematisch vom Rebalancing Premium zu profitieren, wie das auch in "The Agony of Investing in Small Cap Stocks" beschrieben wird. Wer sich‘s zutraut nimmt kostengünstigste Futures, um dann die reinen Rebalancing und Momentum Premiums max. effizient marktneutral auszubeuten, wie ich das im Thread "Eigene Handelssoftware schreiben" versuche.

Wir sprechen hier von langfristigem Vermögensaufbau aufgrund etablierter Faktoren, nicht von Hobby-Tradern mit eigener "Handelssoftware".
Aber interessant, sicherlich, ja.

Aber das ist genau die Falle, die die Finanzindustrie dem unbedarften Anleger stellt. Ihm weiß machen, dass (einseitiges) Factor Investing etwas mit langfristigem Vermögensaufbau zu tun hat und ihn immer in diejenigen "etablierten" Faktoren zu schicken, die in den letzten Jahren gerade angesagt und "wissenschaftlich untermauert" waren, wobei die Frage ist, wer diese wiss. Untersuchungen finanziert hat. Das ist aber i.d.R. genau der Zeitpunkt, wenn der Wendepunkt nicht mehr weit ist und das konträre Invest besser sprich profitabler wäre. Wenn der Markt dann lange genug gedreht hat, schickt die Finanzindustrie die unbedarften Anleger dann wieder in die gegenteiligen Faktoren, kurz bevor die dann auch wieder drehen, u.s.w. u.s.f... Der kluge Buy & Hold Langfristinvestor, der kein aktives Market Timing machen will, allokiert also gleichzeitig beide Seiten mit separaten Faktor-ETFs - d.h. z.B. 50% LC und 50% SC, wie Kommer das empfiehlt - und profitiert systematisch und kostengünstig vom Rebalancing Premium, wenn man sich auf "kostengünstige" Faktor-ETFs beschränkt, wie z.B. LC/SC oder US/international/EM, nicht aber Growth/Value, hi/lo PE, ... weil letztere hohe Tradinggebühren verursachen. Nur so wird m.E. ein Schuh aus Factor Investing. Oder man folgt DEM legendären Small Value Investor Buffett, der seinen zukünftigen Erben schon jetzt sicher nicht grundlos empfiehlt, zukünftig via S&P500 Indexfonds nur noch in den breiten Markt zu investieren.

Mein Hinweis auf eigene Handelssoftware war klarerweise OT, sorry. Aber ich wollte weitere Profitpotenziale von "Faktoren" aufzeigen. Sie existieren mit Sicherheit, aber der Anleger profitiert nur davon, wenn er es anders macht als ihm die Finanzindustrie weißmachen will.

Dieser Beitrag wurde von Smartinvestor bearbeitet: 02. Dezember 2016 - 01:30

Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor

- Dipl.-Ing. - Germanistik-Student -

"Regression zum Durchschnitt, einer der mächtigsten Einflussfaktoren in der Finanzwelt, erklärt die Neigung zur Umkehrung von Erfolg und Misserfolg", Swensen.

Mein Diskussionsstil
155 k mit ETF und AR Fonds...
Eigene Handelssoftware...
Factor Investing...
Deutsche Bundesanleihen...

Souverän investieren Kommer.
Erfolgreich investieren. Swensen.
COMMON SENSE INVESTING. Bogle.
Pioneering Portfolio Management. Swensen.
MANAGING INVESTMENT PORTFOLIOS. Maginn...


#14 Mitglied ist offline   donkey_63 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 95
  • Registriert: 17. Dezember 10

Geschrieben 02. Dezember 2016 - 06:28

Beitrag anzeigenSmartinvestor, 02. Dezember 2016 - 00:43:

Beitrag anzeigendonkey_63, 01. Dezember 2016 - 20:10:

1) Bogle hält auch immer noch (!) eine internationale Diversifikation für überflüssig.
2) In den letzten 25 Jahren deines erwähnten Vierteljahrhunderts hat es durchaus neue, wissenschaftlich untermauerte, Untersuchungen zum Thema gegeben.

1) Auf Meinungen gebe ich nichts auch wenn sie von Bogle kommen, auf wiss. Fakten aber schon.
2) Das ist die Crux mit weit verbreiteten wissenschaftlichen Untersuchungen in der Finanzwissenschaft: Sie WAREN gültig in der Zeit der Untersuchung, wo sie noch nicht weit verbreitet waren. Diese Erkenntnisse wirken aber auf den Markt zurück, indem alle versuchen, diese "etablierten Faktoren" auszubeuten. Damit fließt zuviel Geld hinein und man kann eher vom konträren Verhalten profitieren. Dann wird das ganze "schweinezyklisch", wie es nach Bogle wohl schon lange zu beobachten ist. Btw, Bogle hat auch 10 Jahre später in der "10th Anniversary Edition" (2010, die erste Ausgabe war nicht vor über einem Vierteljahrhindert sonder "erst" vor gut 15 Jahren in 2000, sorry für den Rechenfehler), die Fortsetzung dieses zyklischen Verhaltens der Faktoren aufgezeigt.


Wissenschafliche Untersuchungen gelten wohl nur, wenn Sie dir passen?
Wenn Bogle also sagt, Faktor-Investing geht nicht, passt das. Wenn ich sage, dass es unzählige Untersuchungen gibt, die den Fortbestand von Faktoren über längere Zeiträume untermauern, gilt das nicht?

Und das Faktoren zyklisch sind bestreitet niemand!
Genau deshalb diversifiziert man über mehrere Faktoren, die negativ korrelieren.


Beitrag anzeigenSmartinvestor, 02. Dezember 2016 - 00:43:

Beitrag anzeigendonkey_63, 01. Dezember 2016 - 20:10:

Wir sprechen hier von langfristigem Vermögensaufbau aufgrund etablierter Faktoren, nicht von Hobby-Tradern mit eigener "Handelssoftware".
Aber interessant, sicherlich, ja.

Aber das ist genau die Falle, die die Finanzindustrie dem unbedarften Anleger stellt. Ihm weiß machen, dass (einseitiges) Factor Investing etwas mit langfristigem Vermögensaufbau zu tun hat und ihn immer in diejenigen "etablierten" Faktoren zu schicken, die in den letzten Jahren gerade angesagt und "wissenschaftlich untermauert" waren, wobei die Frage ist, wer diese wiss. Untersuchungen finanziert hat. Das ist aber i.d.R. genau der Zeitpunkt, wenn der Wendepunkt nicht mehr weit ist und das konträre Invest besser sprich profitabler wäre. Wenn der Markt dann lange genug gedreht hat, schickt die Finanzindustrie die unbedarften Anleger dann wieder in die gegenteiligen Faktoren, kurz bevor die dann auch wieder drehen, u.s.w. u.s.f... Der kluge Buy & Hold Langfristinvestor, der kein aktives Market Timing machen will, allokiert also gleichzeitig beide Seiten mit separaten Faktor-ETFs - d.h. z.B. 50% LC und 50% SC, wie Kommer das empfiehlt - und profitiert systematisch und kostengünstig vom Rebalancing Premium, wenn man sich auf "kostengünstige" Faktor-ETFs beschränkt, wie z.B. LC/SC oder US/international/EM, nicht aber Growth/Value, hi/lo PE, ... weil letztere hohe Tradinggebühren verursachen. Nur so wird m.E. ein Schuh aus Factor Investing. Oder man folgt DEM legendären Small Value Investor Buffett, der seinen zukünftigen Erben schon jetzt sicher nicht grundlos empfiehlt, zukünftig via S&P500 Indexfonds nur noch in den breiten Markt zu investieren.

Mein Hinweis auf eigene Handelssoftware war klarerweise OT, sorry. Aber ich wollte weitere Profitpotenziale von "Faktoren" aufzeigen. Sie existieren mit Sicherheit, aber der Anleger profitiert nur davon, wenn er es anders macht als ihm die Finanzindustrie weißmachen will.


Und das Faktoren zyklisch sind bestreitet niemand!
Genau deshalb diversifiziert man über mehrere Faktoren, die negativ korrelieren.
Oh, wiederhole ich mich?

Ich spreche nicht vom zeitweiligen Aufspringen auf einzelne Faktoren, wir du mir das fast wortwörtlich unterstellst.
Ich habe weiter oben ganz klar von einer Diversifikation über unterschiedliche Faktoren gesprochen. In sofern ist dein Beitrag völlig irrelevant.

(Und nebenbei: wie leitet Kommer 50%/50% SC/LC ab? Gar nicht! Eine Phantasie-Zahl aus dem Bauch raus, die dem unbedarften Leser hingeknallt und von dir hier wiederholt wird.
Damit wird dem Einsteiger das Tilting zu Small-Cap empfohlen, obwohl auch der Size-Faktor extrem zyklisch ist.

Zudem habe ich sogar diverse ETF genannt, die genau das tun - über mehrere Faktoren diversifizieren - und in Europe verfügbar sind.
In den USA gibt noch ganz andere, viel feiner getunte ETF dieser Art, die das noch viel viel besser machen.
Genau wie es dort zum Beispiel ETF gibt, die Small-Value sind (also wirklich small und value, nicht MSCI small), usw. usf.

Die Empfehlung, nur auf den Markt zu setzen ist für viele sicherlich richtig. Damit setzt du aber nur auf einen Faktor (Markt-Faktor), während du die anderen Faktoren ausser Acht lässt.
Da das einzige "Free-Lunch" erwiesenermassen die Diversifikation ist, verzichtest du also auf Rendite/geringere Volatilität, da du nur auf einen Faktor setzt.

Weiters sagte ich:
1) Die Kombination von einzelnen Faktor-ETF ist suboptimal.
2) Besser ist die Verwendung von Multifaktor-ETF, wo direkt auf Aktienebene gescreent wird (gibt es leider wenige davon in Europa).
3) Für Anfänger ist Faktor-Investing sicher nicht geeignet (ebenfalls oben gesagt). Da ist es besser, breit auf den Markt zu setzen und einfach zu warten (Bogle + Buffett).

Zusammengefasst: du redest komplett an meinen Aussagen vorbei und hast dich scheints mit dem Thema Faktor-Investing überhaupt nicht auseinander gesetzt.
Als hervorragenden Einstieg empfehle ich dir die Beiträge von Larry Swedroe auf etf.com. Dort wird auch immer wieder mit typischen Anleger-Fehlern (die von dir erwähnten, die auch niemand bestreitet), etc. aufgeräumt.
Ich klinke mich hier aus, da von meiner Seite aus alles gesagt ist.


Donkey

#15 Mitglied ist offline   Smartinvestor 

  • Scharlatan
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 372
  • Registriert: 22. Mai 16

Geschrieben 03. Dezember 2016 - 10:50

Hi Donkey,
vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Eingefügtes Bild

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

Wissenschafliche Untersuchungen gelten wohl nur, wenn Sie dir passen?

Wie kommst du denn da drauf? Schon mal was davon gehört, dass es zu JEDER wiss. Untersuchung ganz spezifische Annahmen und reale Randbedingungen existieren? Und damit gelten die entspr. Untersuchungsergebnisse AUSSCHLIESSLICH unter diesen Bedingungen und NIE VÖLLIG LOSGELÖST davon. Das berücksichtige ich und würde dir das auch sehr empfehlen, bevor du hier rumtönst und in jeder Beziehung falsche Schlüsse ziehst! Denn Emotion behindert meist klares Denken. Eingefügtes Bild

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

Wenn Bogle also sagt, Faktor-Investing geht nicht, passt das. Wenn ich sage, dass es unzählige Untersuchungen gibt, die den Fortbestand von Faktoren über längere Zeiträume untermauern, gilt das nicht?

Und das Faktoren zyklisch sind bestreitet niemand!

Hier stimmen wir m.E. ausnahmsweise zu 100% überein:

Denn wo bitteschön habe ich geschrieben, dass Faktoren NICHT über längere Zeiträume fortbestehen??? Ich fahre sogar sehr hohe Wetteinsätze bei meiner
Futures-Tradingstrategie (aktuell ca. >400 TEUR notional), die präzise auf diesen Untersuchungen, die JEDER kennt, UND auf die sich NICHT widersprechenden von Bogle aufbaut. Glaubst du ernsthaft, dass ich das ohne gutes Verständnis der aktuellsten wiss. Untersuchungen machen würde? Deren Interpretation macht dann allerdings den Unterschied zwischen profitabler und nicht profitabler Anwendung. Wenn dir das nicht liegt, lass es lieber. Denn du konkurrierst hier mit hochqualifizierten Playern, für die du und die übrige „Smart Beta“-Herde gefundenes Fressen bist. Eingefügtes Bild
Sorry für den OT-Ausflug zu meiner Tradingsstrategie. Aber sie hilft m.E: mir zur Ordnung der Gedanken genauso wie dieser hier etwas schwerfälligen Diskussion.

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

Genau deshalb diversifiziert man über mehrere Faktoren, die negativ korrelieren.

Aha. Ist das echt ernst gemeint, oder willst damit meine Aufmerksamkeit testen? Denn wie bitteschön kann man Unternehmen auswählen, die gleichzeitig Anfordereungen mehrerer negativ korrelierter Faktoren genügen müssen, denn echt negativ korreliert sind ausschließlich die jeweils entgegengesetzten Seiten einzelner Faktoren, also z.B. LC und SC beim Size-Faktor. Also wie kann EIN Unternehmen gleichzeitig LC UND SC oder Growth UND Value sein? Das musst DU jetzt erklären, nachdem ich’s gemerkt habe. Eingefügtes Bild

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

Ich spreche nicht vom zeitweiligen Aufspringen auf einzelne Faktoren, wir du mir das fast wortwörtlich unterstellst.

Wer unterstellt hier wem etwas? Bislang unterstellst nur DU mir, dass ich dir angeblich etwas „fast wortwörtlich“ unterstelle. Wie kommst du überhaupt drauf? M.E ein Missverständnis aufgrund deiner offensichtlich fehlenden Sachkenntnisse. Ich habe dir jedenfalls NICHTS UNTERSTELLT sondern wollte dir im Gegenteil freundschaftlich warnend aufzeigen, was mit dem unbedarften Anleger in Mode-ETFs passiert, dem gar nichts anderes übrigbleibt als immer schön brav mit der Herde des dumb money Eingefügtes Bild von Mode-ETF zu Mode-ETF mitzuwechseln, und als vermeintlicher Buy&Hold Langfristinvestor - wie du - dann auch noch besonders spät kurz vor der nächsten Trendwende, wenn diese Modefonds i.d.R. geschlossen werden. Wie willst das denn vermeiden?
VOR weiteren selbstbenebelnden Emotionsausbrüchen empfehle ich dir: 3 mal tief Luft holen, ruhig hinsetzen und folgenden realen Erfahrungsbericht zu lesen UND RICHTIG zu verstehen versuchen, auch wenn es dir erst mal schwerfällt, damit du wenigstens eine kleine Chance bekommst, nicht ALLES falsch zu machen (falsche Anlageentscheidungen, falsch argumentieren, falsche Leute aus den falschen Gründen anblöken, …):

Performance review February 2014 – Comment “Is small still beautiful ?”. Einige für dich sehr lehrreiche Zitate daraus:

Zitat


Comment: “Is small still beautiful ?”
2014 again showed the usual pattern in the past few years: Small and Midcaps outperform everything else by a wide margin. …

So European small caps seem to be THE hot asset class. A long time ago, when I went to university (early nineties), I still remember when the finance professor talked about efficient markets. He didn’t believe in them and one of the example quoted was the famous “small cap” effect, the “fact” that small caps over the long run perform better than large caps.

Back to the “old times”: When I started to work for a financial institution in the mid nineties, one of my job was to monitor and explain the performance of a German small/mid cap fund. Every Quarter or so, I had to explain why again the fund had underperformed the DAX by a wide margin and the fund was finally closed end of 1999. Just to give an indication how badly Midcaps performed in this period: From the end of 1994 until end of 1999, the DAX performed ~26,4% p.a. against the MDAX with 10,6%, an underperformance of -16,4% p.a., or in absolute terms +221,96% against 65,55%. No matter what academia would say, the decision makers were tired of looking stupid and pulled the plug.

Consensus at that time was that in the age of globalization, the big international companies would be the stars and the small companies would be crushed. We all know how this story ended.

Let’s look at some more recent numbers: Since the end of 2009, the MDAX has performed 21,5% p.a. vs. 12,4% p.a. for the Dax. The French Small&Mid Cap index has performed 13,9% p.a. vs. 5,95% for the CAC in the same period. So again, many “asset allocators” are faced with a situation, where the logical thing to do is to allocate as much as possible into the much better performing asset class.

However, this past performance is only one side of the medal.
Let’s again look back and look at something else this time: Valuation

When my employer at the end of the nineties decided to pull the plug of the small/midcap fund, the DAX was trading at a P/E of 32 vs. the MDAX at 16. Interstingly enough, the situation now is just the inverse: The MDAX now trades at 28 times earnings against the DAX at around 16 times.
The situation looks similar in other markets. The Russel 22000 for instance trades at ~50 times 2013 earnings against 17x for the S&P 500. Of course, profits in small and midcaps could continue to grow much faster than in large caps, but at current valuation levels they have to grow much faster than for large caps in order to justify their valuation.

There seems to be so much money flowing into small caps at the moment that even the weak companies enjoy their day in the sun. So what to do now ? Chase the few remaining “cheap” small caps and hope that they get pushed up by the momentum ? Or exit completely ? I don’t know, but for instance European small caps have almost completely disappeared in my BOSS score database from the “attractive” bucket. The few remaining ones are rather “deep value” cases.

In any case, one should be very careful with small caps going forward. Based on current valuations, profits at most small cap companies (Europe and US) would have to increase really strongly in order to be able to produce additional outperformance in the next few years. There might be a few remaining opportunities, but overall “the air is getting thinner”. We will see how this plays out, but experience shows that multiple expanions will stop at some level and then usually reverse quite drastically and for long time periods. So be careful with small caps. Maybe “big is beautiful” might come again….

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

Ich habe weiter oben ganz klar von einer Diversifikation über unterschiedliche Faktoren gesprochen. In sofern ist dein Beitrag völlig irrelevant.

Das klingt zwar unheimlich stark, ist aber wieder leider ein fataler Trugschluss: Dadurch, dass die gehaltenen Unternehmen durch x verschiedene Filter müssen, bleiben die meisten (75%) außen vor und du machst das Gegenteil von Diversifikation, nämlich Konzentration – z.B. beim MSCI WORLD DIVERSIFIED MULTIPLE-FACTOR INDEX von rund 1600 auf rund 4 0 0 Unternehmen W E L T W E I T ! Unter Diversifikation verstehe ich jedenfalls etwas GAAANZ ANDERES. Eingefügtes Bild

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

(Und nebenbei: wie leitet Kommer 50%/50% SC/LC ab? Gar nicht! Eine Phantasie-Zahl aus dem Bauch raus, die dem unbedarften Leser hingeknallt und von dir hier wiederholt wird.
Damit wird dem Einsteiger das Tilting zu Small-Cap empfohlen, obwohl auch der Size-Faktor extrem zyklisch ist.

Bevor du über irgend etwas in dieser Weise "kommentierst", wäre es für diese Diskussion und dich selber sehr vorteilhaft, das BITTE VORHER ZU LESEN, allein schon um nicht zu blöd dazustehen. Natürlich leitet Kommer das ab. Sein Buch ist schließlich auf Basis seiner offiziell anerkannten Diss. entstanden, die das nicht wäre, wenn darin blanke Behauptungen stünden! Eingefügtes Bild
Mit offensichtlich unsinnigen Unterstellungen scheinst du nicht zu geizen. Eingefügtes Bild Damit tust du deiner Glaubwürdigkeit leider kein Gefallen. Kann dir da nur gute Besserung wünschen.

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

Die Empfehlung, nur auf den Markt zu setzen ist für viele sicherlich richtig. Damit setzt du aber nur auf einen Faktor (Markt-Faktor), während du die anderen Faktoren ausser Acht lässt.
Da das einzige "Free-Lunch" erwiesenermassen die Diversifikation ist, verzichtest du also auf Rendite/geringere Volatilität, da du nur auf einen Faktor setzt.

Mittlerweile müsstest du den krassen Widersinn deines Beitrags erkennen, oder? Denn deine vermeintliche Diversifikation ist tatsächlich leider eine starke Konzentration um 75%, s.o. Somit sagst du es selber, dass DU (nicht ich) durch tatsächlich geringere Diversifikation auf Rendite/geringere Vola verzichtest. Hinzu kommt, dass die Tradingkosten bei diesem Multifaktor-Index vermutlich sehr hoch sind, da die wenigen Aktien, die den x verschiedenen Faktorfiltern genügen müssen, sehr häufig wechseln. Also türmst du mit diesen unnötig komplizierten Multifaktor ETF-Konstruktionen insgesamt 4 Rendite/Vola-Killer auf, die dir wahrscheinlich überhaupt keine Rendite übrig lassen wenn nicht gar Verluste bescheren dürften:
  • Höhere laufende Kosten durch viel mehr Trading als bei Markt- oder einfachen Faktor-ETFs, s.u.
  • Viel geringere Diversifikation
  • Underperformance ggü. Markt, da die meisten unbedarften Anleger in der Herde die Mode-ETFs DANN kaufen und halten, wenn deren Zenit lange überschritten ist – denn sonst hätte die KAG ja nichts, womit die deren angebliche „Outperformance“ nachweisen bzw. marktschreierisch propagieren könnte – und kurz vorm Tiefststand verkaufen bzw. verkaufen müssen, weil die ETFs geschlossen werden, nachdem die letzten vermeintlichen Buy&Hold "Langfristanleger" sie velassen haben , s.o.
  • Dto. höhere Wechselkosten
Dumb Money eben Eingefügtes Bild, das die Profis erfreut abgreifen ... Eingefügtes Bild
Wer könnt es ihnen übel nehmen, wenn es ihnen die Herde so wohlfeil auf die Straße legt?

Dahingegen hier nochmal mein Vorschlag für eine einfache tatsächlich renditesteigernde Nutzung von sinnvollen Faktor-ETFs, die alle o.a. Renditekiller konsequent vermeidet und tatsächlich ein extra Renditeplus systematisch UND nachhaltig erzielt; daher zur Nachahmung auch für entsprechend ambitionierte Einsteiger zwanglos und undogmatisch ohne Schaum vorm Mund empfohlen (vgl. Kommer):

  • Ausschließlich Faktor-ETFs investieren, die nicht gerade „etabliert“ oder sonstwie gerade in Mode sind, sondern die sich aus anderen und vor allem nachhaltigeren Klassifikationsgründen ergeben, die schon seit langem richtig etabliert sind, als da wären:
    • Markt
    • Region
    • Size
    • Branche

      Damit vermeidet man sicher unnötig hohe Trading- und Wechselkosten durch Schließung, denn diese Faktor-ETFs werden mit Sicherheit langfristig Bestand haben. Persönliche Auswahl dann gern nach eigenen Vorlieben UND Depotstand; außerdem sollte nach Swensen ein jeder investierte Einzel-ETF mindesten 5% am Gesamtdepot ausmachen, sonst wird deren Einfluss vernachlässigbar klein und der extra Aufwand lohnt nicht.
  • Immer beide bzw, alle Seiten der Faktoren zu ähnlich großen Teilen gleichzeitig investieren (d.h. z.B. gleichzeitig in LC + SC, siehe Kommer). Damit erschließt man sich nachhaltig Rebalancing Premium, womit man systematisch und kosteneffizient positive Mean Reversion-, Value- UND Momentum-Effekte gleichzeitig nutzt, und das ohne negative Einflüsse auf die Vola.

Wie man sieht erhält man damit eine sehr hoch diversifizierte Multifaktor-Gesamtanlage, die effizient und Rendite/Vola-optimiert ohne Zusatzkosten auch folgende 6 Faktoren abernten kann, aber jetzt richtig da EMH-konform, NACHHALTIG PROFITABEL, und damit mit nur 1 Faktor weniger, als vermeintlich durch die mit hoher Wahrscheinlichkeit grottenschlechte (s.o.) rein Marketing- und KAG-Gewinn-getriebene „Mulitfaktor“ Mode-ETFs:

  • Markt
  • Region
  • Size
  • Branche
  • Value
  • Momentum
Eingefügtes Bild

Beitrag anzeigendonkey_63, 02. Dezember 2016 - 06:28:

Weiters sagte ich:
1) Die Kombination von einzelnen Faktor-ETF ist suboptimal.
2) Besser ist die Verwendung von Multifaktor-ETF, wo direkt auf Aktienebene gescreent wird (gibt es leider wenige davon in Europa).
3) Für Anfänger ist Faktor-Investing sicher nicht geeignet (ebenfalls oben gesagt). Da ist es besser, breit auf den Markt zu setzen und einfach zu warten (Bogle + Buffett).

Zusammengefasst: du redest komplett an meinen Aussagen vorbei und hast dich scheints mit dem Thema Faktor-Investing überhaupt nicht auseinander gesetzt.
Als hervorragenden Einstieg empfehle ich dir die Beiträge von Larry Swedroe auf etf.com. Dort wird auch immer wieder mit typischen Anleger-Fehlern (die von dir erwähnten, die auch niemand bestreitet), etc. aufgeräumt.
Ich klinke mich hier aus, da von meiner Seite aus alles gesagt ist.

Vielleicht überlegst du dir jetzt nochmal in Ruhe nach dreimal tief Luft holen, wer hier an wem vorbeiredet, weil er sich mit den Thema „überhaupt nicht auseinander gesetzt“ hat, und schlaust dich deutlich mehr auf, sonst macht die Diskussion echt keinen Spaß mit dir.

Und noch ein Tipp: Werde etwas gelassener bei diesen Diskussionen und blockiere dein Gehirn nicht ständig mit destruktiven abstrusen Unterstellungstheorien, dann stellt sich der Durchblick vielleicht etwas schneller ein. Eingefügtes Bild

Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor

Eingefügtes Bild

Dieser Beitrag wurde von Smartinvestor bearbeitet: 03. Dezember 2016 - 11:29

Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor

- Dipl.-Ing. - Germanistik-Student -

"Regression zum Durchschnitt, einer der mächtigsten Einflussfaktoren in der Finanzwelt, erklärt die Neigung zur Umkehrung von Erfolg und Misserfolg", Swensen.

Mein Diskussionsstil
155 k mit ETF und AR Fonds...
Eigene Handelssoftware...
Factor Investing...
Deutsche Bundesanleihen...

Souverän investieren Kommer.
Erfolgreich investieren. Swensen.
COMMON SENSE INVESTING. Bogle.
Pioneering Portfolio Management. Swensen.
MANAGING INVESTMENT PORTFOLIOS. Maginn...


#16 Mitglied ist offline   marky2k 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 219
  • Registriert: 19. Juni 11

Geschrieben 03. Dezember 2016 - 13:58

Meine Meinung:

1) Es ist allgemein anerkannt, dass es mehrere Faktoren gibt, die Renditen zwischen verschiedenen Aktien erklären (bzw. auch in anderen Märkten als Equity, dann sind's meist andere Faktoren). Manche davon sind robuster (Momentum, Value), andere eher nicht so (SIze). Size korreliert auch recht hoch mit einem Liquiditätsfaktor; das ist es denke ich auch: kleinere Stocks sind illiquider, vor allem in turbulenten Zeiten, daher gibt's eine Liquiditätsprämie -- die aber in den letzten Jahrzehnten deutlich kleiner geworden ist. Diese Faktor Strategien haben in der Vergangenheit höhere risikoadjustierte Rendite abgeworfen.

2) Wenn man davon ausgeht, dass höhere Rendite auch höheres Risiko bedeuten (wovon ich ausgehe), dann bedeutet das, dass die Performance von Momentum, Value, etc. eine Risikoprämie ist. Und dass das Risiko entweder nicht realisiert wurde oder wir ein falsches Modell zur Risikoadjustierung benutzen. Aber wenn es eine Risikoprämie ist, dann heißt das auch, dass der Durchschnittsinvestor (der Markt), eine Kompensation für dieses eingegangen Risiko verlangt. Nehmen wir z.B. den Value Faktor: in normalen Zeiten gibt es eine höhere Rendite, aber wenn alles den Bach runtergeht, dann geht Value noch mehr den Bach runter. Der Durchschnittsinvestor will gerade wenn alles den Bach runtergeht Assets die hedgen. Value tut das gerade nicht, deswegen höhere Rendite in normalen Zeiten.

Wenn ich also Faktorinvesting betreiben will stellt sich für mich als Investor als erstes die Frage: warum bin ich unterschiedlich vom Durchschnittsinvestor? Die Risikoprämie gibt es ja nicht umsonst, da gehört ein Risiko mit dazu. Warum will ich dieses Risiko eingehen und kann ich es tragen?

3) Wenn man diese Fragen mit ja beantwortet hat (zB weil man ein langfristiger Investor ist), stellt sich immer noch die Frage der Implementation. Die meisten der Faktoren sind akademisch als long-short Portfolios konstruiert. ZB Value ist Value - Growth, Momentum ist Winners - Losers. Theoretisch sollten diese Portfolios ein Marktbeta von 0 haben und wirklich nur die Faktorprämie ernten. Die angebotenen ETFs sind aber alle long Portfolios und nicht long-short. Also potenziell könnten da schonmal direkt 50% (oder auch mehr) des Premiums weg sein und man hat noch erhebliches Marktrisiko mit drin. Wenn man Value ETFs zB auf den Markt, den Fama French Value und Size Faktor regressiert, würde man erwarten, dass Markt und Size beta nahe null sind und Value beta nahe 1. Das ist aber ganz und garnicht so und damit ist die Sache dann für mich gestorben. Momentum hat außerdem noch das Problem, dass die Transaktionskosten viel zu hoch sind.

Und dann stimme ich auch mit dem zu, was hier schon geschrieben wurde: Faktorinvesting ist die Einführung von aktiven Gebühren durch die Hintertür.


4) Wenn man das ganze von einem theoretischen Standpunkt aus betrachtet, dann ist Faktorinvesting eigentlich auch nur ein Marketing-gag. Das Optimierungsproblem für den klassischen mean-variance Investor ändert sich nicht dadurch, dass Renditen von mehreren Faktoren getrieben werden -- die Faktoren helfen evtl. nur dabei klar zu machen, welche Rendite man für welches Risiko bekommt.

Dieser Beitrag wurde von marky2k bearbeitet: 03. Dezember 2016 - 14:03


#17 Mitglied ist offline   MCThomas0215 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 571
  • Registriert: 02. November 12

Geschrieben 03. Dezember 2016 - 16:14

Beitrag anzeigenmarky2k, 03. Dezember 2016 - 13:58:

Die meisten der Faktoren sind akademisch als long-short Portfolios konstruiert.

Nein, sind sie eben nicht. Ein Faktor erkärt eine Überrendite gegenüber dem Markt und nicht nur gegenüber den "Anti"faktor.

Was soll den der "Anti"faktor bei Momentum sein?

#18 Mitglied ist offline   Smartinvestor 

  • Scharlatan
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 372
  • Registriert: 22. Mai 16

Geschrieben 03. Dezember 2016 - 18:11

Beitrag anzeigenMCThomas0215, 03. Dezember 2016 - 16:14:

Beitrag anzeigenmarky2k, 03. Dezember 2016 - 13:58:

Die meisten der Faktoren sind akademisch als long-short Portfolios konstruiert.

Nein, sind sie eben nicht. Ein Faktor erkärt eine Überrendite gegenüber dem Markt und nicht nur gegenüber den "Anti"faktor.

Was soll den der "Anti"faktor bei Momentum sein?


So gekonnt wie marky2k dieses Thema kommentiert hat - herzlichen Dank dafür
Eingefügtes Bild - tendiere ich dahin, ihm eher zu glauben als dir. Von daher sehe ich dich klar im Obligo, deine Behauptung anhand verlässlicher Quellen nachzuweisen, wenn du hier keinen Kindergarten aufziehen willst. Eingefügtes Bild

Und was soll deine Frage? Die Definition vom Momentum Faktor kannst einfach in marky2k Post nachlesen. Wer lesen kann ist wie immer klar im Vorteil... Eingefügtes Bild

Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor
Eingefügtes Bild

Dieser Beitrag wurde von Smartinvestor bearbeitet: 03. Dezember 2016 - 18:24

Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor

- Dipl.-Ing. - Germanistik-Student -

"Regression zum Durchschnitt, einer der mächtigsten Einflussfaktoren in der Finanzwelt, erklärt die Neigung zur Umkehrung von Erfolg und Misserfolg", Swensen.

Mein Diskussionsstil
155 k mit ETF und AR Fonds...
Eigene Handelssoftware...
Factor Investing...
Deutsche Bundesanleihen...

Souverän investieren Kommer.
Erfolgreich investieren. Swensen.
COMMON SENSE INVESTING. Bogle.
Pioneering Portfolio Management. Swensen.
MANAGING INVESTMENT PORTFOLIOS. Maginn...


#19 Mitglied ist offline   MCThomas0215 

  • Forenmitglied
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 571
  • Registriert: 02. November 12

Geschrieben 03. Dezember 2016 - 18:36

Beitrag anzeigenSmartinvestor, 03. Dezember 2016 - 18:11:

So gekonnt wie marky2k dieses Thema kommentiert hat - herzlichen Dank dafür Eingefügtes Bild - tendiere ich dahin, ihm eher zu glauben als dir. Von daher sehe ich dich klar im Obligo, deine Behauptung anhand verlässlicher Quellen nachzuweisen, wenn du hier keinen Kindergarten aufziehen willst. Eingefügtes Bild



Ich weiss zwar nicht was einen Scharlatan veranlasst sich als Richter aufzuspielen, aber Quantität ist nicht Qualität.
Meine Behauptung kannst du in jedem FF portfolio paper nachlesen.

Beitrag anzeigenSmartinvestor, 03. Dezember 2016 - 18:11:

Und was soll deine Frage? Die Definition vom Momentum Faktor kannst einfach in marky2k Post nachlesen. Wer lesen kann ist wie immer klar im Vorteil... Eingefügtes Bild


Ich frage mich, wer hier nicht lesen kann. Ich fragte nach dem "Anti"faktor von Momentum; und dann bekommt seine Faktorinterpretation in schwere Erklärungsnöte.

Dieser Beitrag wurde von MCThomas0215 bearbeitet: 03. Dezember 2016 - 19:10


#20 Mitglied ist offline   Smartinvestor 

  • Scharlatan
  • Gruppe: Benutzer
  • Beiträge: 372
  • Registriert: 22. Mai 16

Geschrieben 03. Dezember 2016 - 20:37

Beitrag anzeigenMCThomas0215, 03. Dezember 2016 - 18:36:

Beitrag anzeigenSmartinvestor, 03. Dezember 2016 - 18:11:

So gekonnt wie marky2k dieses Thema kommentiert hat - herzlichen Dank dafür Eingefügtes Bild - tendiere ich dahin, ihm eher zu glauben als dir. Von daher sehe ich dich klar im Obligo, deine Behauptung anhand verlässlicher Quellen nachzuweisen, wenn du hier keinen Kindergarten aufziehen willst. Eingefügtes Bild

Ich weiss zwar nicht was einen Scharlatan veranlasst sich als Richter aufzuspielen, aber Quantität ist nicht Qualität.
Meine Behauptung kannst du in jedem FF portfolio paper nachlesen.

Sag mal, wo lebst du eigentlich, dass deine Richter auf Glaubensbasis agieren, wie ich in diesem Fall? Eingefügtes Bild
Dein Hinweis entlastet dich leider nicht, ein gute "Quote" vielleicht schon. Eingefügtes Bild

Beitrag anzeigenMCThomas0215, 03. Dezember 2016 - 18:36:

Ich frage mich, wer hier nicht lesen kann. Ich fragte nach dem "Anti"faktor von Momentum; und dann bekommt seine Faktorinterpretation in schwere Erklärungsnöte.

Kann mir schwer vorstellen, wie marky2k bei seiner Sachkenntnis in Erklärungsnöte kommen sollte. Aber vielleicht ist er ja so nett, und erklärt es dir so, sodass du es auch irgendwann verstehst. Eingefügtes Bild


Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor

Eingefügtes Bild

Dieser Beitrag wurde von Smartinvestor bearbeitet: 03. Dezember 2016 - 20:40

Viele Grüße vom
Scharlatan Smartinvestor

- Dipl.-Ing. - Germanistik-Student -

"Regression zum Durchschnitt, einer der mächtigsten Einflussfaktoren in der Finanzwelt, erklärt die Neigung zur Umkehrung von Erfolg und Misserfolg", Swensen.

Mein Diskussionsstil
155 k mit ETF und AR Fonds...
Eigene Handelssoftware...
Factor Investing...
Deutsche Bundesanleihen...

Souverän investieren Kommer.
Erfolgreich investieren. Swensen.
COMMON SENSE INVESTING. Bogle.
Pioneering Portfolio Management. Swensen.
MANAGING INVESTMENT PORTFOLIOS. Maginn...


 Weiterführende Informationen:

Themenoptionen:


  • 15 Seiten +
  • 1
  • 2
  • 3
  • Letzte »
  • Du kannst kein neues Thema starten
  • Antworten nicht möglich