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EZB - Europäische Zentralbank, Euribor

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richtungsding
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vor 2 Stunden schrieb Maciej:

Könntest du das begründen? Die EZB hat meinem Verständnis nach die Anleihenkäufe doch überhaupt nur gestartet, um den Banken eine höhere Eigenkapitaldecke zu verschaffen. Damit hält sie künstlich die Banken am Leben, die sich selbst nicht mehr finanzieren können. Die Nebenwirkungen sind ein allgemein sinkendes Zinsniveau, was wiederum dazu führt, dass auch Unternehmen sich plötzlich mit weit geringeren Kosten verschulden können, als das unter normalen Marktumständen möglich gewesen wäre. Das Ergebnis sind eine unnatürlich hohe Anzahl an Zombi-Unternehmen, die Ressourcen binden, die andernfalls für sinnvollere Projekte genutzt weden könnten. Ich sehe diesen Punkt genau wie Kaffeetasse, hier wird eine notwendige Marktbereinigung künstlich hinausgeschoben, was sie am Ende aller Wahrscheinlichkeit nach nur noch extremer machen wird.

 

Ganz einfach: “normale” Banken verdienen im Kreditgeschäft die Zinsdifferenz zwischen Kreditfordungen und den Refinanzierungskostn der Bank. Extreme Niedrigzinsen drücken die Zinsmarge praktisch auf Null, schlecht für das traditionelle Geschäftsmodell einer Bank, und damit letztendlich auch das Eigenkapital.

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Genau darauf weist Ken Fisher immer wieder in seinen Kolumnen hin. Banken leihen sich zu (niedrigen) kurzfristigen Zinsen Geld und verleihen es zu (höheren) langfristigen Zinsen. Die Kreditspanne zwischen kurz- und langfristigen Zinsen ist maßgeblich für deren Ertrag im Kreditgeschäft. Die kurzfristigen Zinsen werden vor allem durch den Leitzins der Notenbanken beeinflusst, während langfristige Zinsen am Markt durch Angebot und Nachfrage zustande kommen. Durch die massiven Anleihekaufe haben die Notenbanken die langfristigen Zinsen allerdings derartig gedrückt, dass die Kreditspanne äußerst niedrig ist. Ken Fisher vertritt deshalb die These, dass es sich für Banken somit nicht lohnt, (verstärkt) Kredite zu vergeben (möglicherweise ist jedoch auch schlichtweg die Nachfrage seitens der Unternehmen nach Krediten nicht hoch genug). Zur Ankurbelung der Konjunktur sind die Anleihekäufe demnach kein geeignetes Mittel. Ob das den Notenbanken bewusst ist? Das Fed hat das Ende der ultralockeren Geldpolitik ja längst eingeleitet. Insofern könnte man die Frage stellen, ob es der EZB nicht doch darum geht, klammern Ländern Südeuropas unter die Arme zu greifen. 

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Marfir
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vor 2 Stunden schrieb Schildkröte:

 Das Fed hat das Ende der ultralockeren Geldpolitik ja längst eingeleitet. Insofern könnte man die Frage stellen, ob es der EZB nicht doch darum geht, klammern Ländern Südeuropas unter die Arme zu greifen. 

Klar geht es dabei primär um die Euro-Rettung. Eine EZB würde ohne Euro nicht gebraucht. Das ist auch Eigennutz. Die EZB hat mit der Aktion "Anleihekauf" den Politikern Zeit verschafft eine Lösung für die Ungleichheit in der Eurozone zu finden. Diese Zeit ist aber ohne Lösung verstrichen und nun sind 2,6 Bio. € an Anleihen im EZB Portfolio. Übrings nicht nur Staatsanleihen sondern auch Unternehmensanleihen. Vielleicht um sich dem Vorwurf einer Staatsfinanzierung zu entziehen.

 

Das sich die Banken zu Minizinsen Geld leihen können so viel sie nur wollen verhindert dass diese auch Pleite gehen. Zumindest für eine Weile. Es geht nur um spielen auf Zeit. Das dadurch Ressourcen fehlgeleitet werden, da sind wir uns wohl einig. Die Lösung der Brühe die man uns Europäern eingebrockt hat wird dafür umso schwieriger.

Das den Banken dafür das Kreditgeschäft weg bricht ist so nicht ganz richtig. Wir haben zumindest in D. einen großen Immobilien-Boom. Leute mit kaum EK oder zu geringem Einkommen kaufen zu absurden Preisen ihr "Betongold". Hier lässt sich und insb. bei der Anschlussfinanzierung noch Geld verdienen.

 

Am Ende werden die Schulden der Euroländer weiter vergemeinschaftet, Euro-Bonds werden der Normalzustand und die Zinsen bleiben im Keller.

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DrFaustus
Posted · Edited by DrFaustus
Am ‎15‎.‎12‎.‎2018 um 09:48 schrieb Schildkröte:

Genau darauf weist Ken Fisher immer wieder in seinen Kolumnen hin. Banken leihen sich zu (niedrigen) kurzfristigen Zinsen Geld und verleihen es zu (höheren) langfristigen Zinsen. Die Kreditspanne zwischen kurz- und langfristigen Zinsen ist maßgeblich für deren Ertrag im Kreditgeschäft. Die kurzfristigen Zinsen werden vor allem durch den Leitzins der Notenbanken beeinflusst, während langfristige Zinsen am Markt durch Angebot und Nachfrage zustande kommen. Durch die massiven Anleihekaufe haben die Notenbanken die langfristigen Zinsen allerdings derartig gedrückt, dass die Kreditspanne äußerst niedrig ist. Ken Fisher vertritt deshalb die These, dass es sich für Banken somit nicht lohnt, (verstärkt) Kredite zu vergeben (möglicherweise ist jedoch auch schlichtweg die Nachfrage seitens der Unternehmen nach Krediten nicht hoch genug). Zur Ankurbelung der Konjunktur sind die Anleihekäufe demnach kein geeignetes Mittel. Ob das den Notenbanken bewusst ist? Das Fed hat das Ende der ultralockeren Geldpolitik ja längst eingeleitet. Insofern könnte man die Frage stellen, ob es der EZB nicht doch darum geht, klammern Ländern Südeuropas unter die Arme zu greifen. 

So ist es. Hinzu kommt noch die (fehlende) Zinselastizität gerade im kurzfristigen Bereich.

Man kann ja hier gut nachlesen was für einen Terz die Kunden machen, wenn eine Bank es mal wagt die Negativzinsen dort weiterzugeben. Im Grunde macht jede Bank mit Sichteinlagen (Girokonto, Tagesgeld, Termingeld) negativen Deckungsbeitrag.

Am langen Ende ist auch nicht mehr das große Geschäft am Laufen, da der Markt sehr kompetitiv ist.

Kurz: Das was die Banken an Risikokosten sparen, zahlen sie doppelt bei der Zinsspanne.

Und: Das dicke Ende steht noch bevor. Steigen die Zinsen wieder, tut es aufgrund der immer stärker gewordenen Fristentransformation doppelt weh.

 

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Schildkröte
Posted · Edited by Schildkröte

Die EZB greift durch die niedrigen Zinsen aber auch Unternehmen unter die Arme, welche sich somit günstig Fremdkapital beschaffen können. Nach VWL-Denke könnte das freigewordene Geld für Investitionen eingesetzt werden. Dass die Unternehmen sich mit Investitionen zurückhalten, dürfte nicht nur an der niedrigen Kreditspanne für Banken (s. o.) liegen, sondern auch daran, dass die Konjunkturlage unsicher ist und Investitionen (zu einem ungünstigen Zeitpunkt) ein Risiko darstellen. Des Weiteren hält die EZB mit den niedrigen Zinsen auch sog. Zombies am Leben, welche unter normalen Bedingungen im Zuge einer Marktbereinigung über die Wupper gehen würden. Als Anleger achte ich beim Rentenanteil im Depot in Anbetracht steigender Zinsen (in den USA bereits der Fall, in Europa...?) auf eine möglichst nicht zu hohe Duration. 

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herbert_21
Posted · Edited by herbert_21

Heute hat Mario Draghi seine letzte Sitzung, bevor er nach 8 Jahren an Christine Lagarde übergibt.

https://www.pscp.tv/w/1rmxPXReOvLxN

 

Sein Frau freut sich...

 

Er gibt die Pickelhaube nicht zurück: "Geschenkt ist geschenkt." 

https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/jetzt-reichts-wir-wollen-unsere-pickelhaube-zurueck-herr-draghi-65553440.bild.html

 

 

https://tradingeconomics.com/euro-area/manufacturing-pmi PMI European Manufacturing Index

euro-area-manufacturing-pmi.png?s=euroar

 

Er hätte Ende 2017-Anfang 2018 einen Ausstieg aus der "Monetary Policy" geplant. Es kam anders und eine Rezession zu verhindern.

 

Mein Fazit: Die Zinsen werden wohl nicht so schnell steigen...

Industrial Sentiment: 

euro-area-industrial-sentiment.png?s=eur 

Capacity Utilization

euro-area-capacity-utilization.png?s=emu

 

Sind alles Gründe, warum das Zinsniveau erst mal so bleiben muss, wie es ist.

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domkapitular
Posted

Die EZB macht sich Sorgen :

"In diesem Jahr sind die Bewertungen sowohl von riskanten als auch von risikolosen Anlagen gestiegen. Die Notenbank verweist auf Berechnungen, wonach dies vor allem mit der Geldpolitik und weniger mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Euro-Raum in diesem Jahr zusammenhängt."

"Bei den Unternehmen sieht die EZB die Gefahr, dass die günstigen Finanzierungskonditionen dazu führen, dass sich Unternehmen mit schwächerer Kreditwürdigkeit stärker verschulden. So sei der Anteil von riskanteren Hochzinsanleihen zuletzt gestiegen."

"Auch die schwache Profitabilität der Banken bereitet der EZB Sorgen. Fallende Zinserträge und ineffiziente Strukturen würden den Instituten zusetzen."

"Ein weiteres Problem sieht die EZB darin, dass Investmentfonds bei der Suche nach Rendite verstärkt in sogenannte illiquide Vermögenswerte investiert hätten, die sich nicht schnell verkaufen lassen."

Quelle : Handelsblatt

 

Vielleicht könnte die EZB eine Kommission einrichten, die den Schuldigen für diese Risiken findet.

 

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Leeloo Dallas
Posted
vor einer Stunde von domkapitular:

 

Vielleicht könnte die EZB eine Kommission einrichten, die den Schuldigen für diese Risiken findet.

 

Das sind doch offensichtlich die Geringverdiener Schuld. Für die sollten Steuererhöhungen durchgeführt werden.

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Sascha.
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Währe ja mal spannend zu erfahren, was die EZB nun vorhat gegen ihr selbstkonstruiertes Problem zu tun :lol:.

Zinsen weiter Senken und die Blase weiter aufpumpen damit der Knall lauter wird, oder die Zinsen erhöhen und den Ballon jetzt platzen lassen. :rolleyes:

Die Möglichkeiten sind ja nicht allzu groß.

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BF19
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Christinchen hat doch klar den Kurs - weiter so wie Draghi - vorgegeben, mit marginalen Einschränkungen.

ich rechne mit einem Zinsniveau von -1% ... +1% für die nächsten 5 bis 10 Jahre.

Japan schau herunter.

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Schwachzocker
Posted
Am 20.11.2019 um 16:25 von Sascha.:

Währe ja mal spannend zu erfahren, was die EZB nun vorhat gegen ihr selbstkonstruiertes Problem zu tun :lol:.

Zinsen weiter Senken und die Blase weiter aufpumpen damit der Knall lauter wird, oder die Zinsen erhöhen und den Ballon jetzt platzen lassen. :rolleyes:

Die Möglichkeiten sind ja nicht allzu groß.

Vielleicht interessieren die sich auch nicht im geringsten für Blasen. Wäre ja möglich.

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DarkBasti
Posted
Am 20.11.2019 um 16:25 von Sascha.:

Währe ja mal spannend zu erfahren, was die EZB nun vorhat gegen ihr selbstkonstruiertes Problem zu tun :lol:.

Zinsen weiter Senken und die Blase weiter aufpumpen damit der Knall lauter wird, oder die Zinsen erhöhen und den Ballon jetzt platzen lassen. :rolleyes:

Die Möglichkeiten sind ja nicht allzu groß.

Also in den letzten 20ern ging das mit dem maßlosen Geld drucken ja nicht so gut aus. 

Es gibt schon jetzt Leute die davor warnen. Mal schauen ob es Reaktionen gibt. 

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