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wolffi79

Plusminus 13.11.07, Die Riester Falle!

Empfohlene Beiträge

Roger Wilco

Naja, das wurde auch schon hier (irgendwo) angesprochen:

 

Es gibt gute Sozialleistungen, aber es verführt auch einige leider dazu, diese als selbstverständlich entgegen zu nehmen. Ich rede von den Leuten, die nicht darauf angewiesen wären...

 

Auch wenn man pauschal sagt: "Päh! Ich spare erst garnicht fürs Alter damit ich ja nicht Gefahr laufe "umsonst" gespart zu haben!" (wegen Grundsicherung) finde ich nicht sehr löblich...

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tom1978
Im übrigen finde ich die im Thread geäußerte Kritik über "Sozialschmarotzer" unter aller Sau. Hier wird mit Strategie unser hart erkämpftes Sozialsystem schlecht gemacht, ohne dass jemand mal wirklich drüber nachdenkt!

 

Ganz im Gegenteil: Das Sozialsystem ist eine große Errungenschaft, die nicht leichtfertig auf's Spiel gesetzt werden darf! Gerade deswegen kotzen mich Leute an, die sagen "ich habe keine Lust, arbeiten zu gehen - es gibt ja Hartz 4". Keine Frage: Wer Hilfe wirklich braucht, muss sie auch bekommen - wer aber nur zu faul zum arbeiten ist, muss nicht auf meine Kosten durchgezogen werden.

 

Die ganzen "Riestersparer" sollten in diesem Zusammenhang sowieso still sein, vor allem, wenn sie staatliche "Fördergelder" für das Sparen beziehen. Schließlich kommen diese Fördergelder auch bloß aus dem Steuertopf, und der wird zufällig durch das gleiche Solidarsystem finanziert, dass hier unentwegt schlecht gemacht wird!

 

Du hast scheinbar das Prinzip von Riester noch nicht durchschaut: Es gibt zwar staatliche Zuschüsse - die sind aber auf der einen Seite nicht als "Geschenk" gedacht, sondern als Ausgleich für sinkende Renten, auf der anderen Seite ist dafür die Rente später voll zu versteuern, so dass man später die gewährten Zuschüsse über die Steuern zurückzahlt.

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StockJunky

Denkt doch einmal nach. Wer würde denn sagen "dass er nicht spart, weil es sich nicht lohnt"? Das sind diejenigen, die mit ihren angesparten Rentenansprüchen kaum über das Sozialhilfe-Niveau herauskommen und nur so wenig für Riester beiseite legen können, dass der "Gewinn" von Riester sich praktisch nicht auswirkt!

Jeder, der es sich "Leisten" kann, wird gern und freiwillig zusätzlich privat Sparen, aber was machen die 70% der deutschen Haushalte, die ihr Vermögen regelmäßig ausgeben müssen, um überhaupt noch "morgen" erleben zu können? Die können nunmal nicht Sparen, und wenn, dann wirkt sich das so gering aus, dass sie es lieber gleich lassen! Da hilft auch keine staatliche Förderung was!

 

Und dass es nunmal immer Leute geben wird, die das soziale System ausnutzen, damit muss man leben. Das ist nicht erst seit gestern so, sondern seit 1000enden von Jahren. Und die letzten 50 Jahre wurde das vom System gut weggesteckt. Erst auf einmal, wo die Schere zwischen Arm und Reich immer schneller immer größer wird, bekommen die 70% der Normalverdiener eingeredet, dass die 3% "Sozialschmarotzer" unser System zerstören, damit die 25% Besserverdiener einen Grund mehr haben, um die Sozialausgaben zurückzufahren. Durchschaut das denn wirklich niemand?

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wolffi79
· bearbeitet von wolffi79

Ich denke hier sind jetzt einige Aussagen zusammengekommen, die zum Nachdenken anregen.

Daher möchte ich mich nochmals davon distanzieren hier auf jeden hasserfüllt zu sein, der auf die

Grundsicherung angewiesen ist oder sich wirklich keine Vorsorge leisten kann. Das wäre auf naive Weise

alle über einen Kamm gescherrt.

Mich ärgern nur wie gesagt Leute die es bewußt ausnutzen, d.h. nicht sparen obwohl sie es könnten.

Ob es nun fair ist, daß diejenigen die über die Grundsicherung kommen nichts mehr angerechnet bekommen?

Diese haben ja auch bereits mehr Steuern und sonstige Abgaben in das System geleistet um über die Grenze zu

kommen. Ein Aspekt den ich tatsächlich noch nicht berücksichtigt habe.

 

Auch sorge ich bereits per Riester vor. Da Riester allerdings (noch) eine freiwillige Sache ist darf ich mir

also Gedanken machen, ob es nicht vielleicht eine bessere Alternative gibt, als den Maximalbetrag in Riester zu

stecken. Da wäre es fair, wenn derjenige der seine Riester Verträge an den Mann bringen möchte, einen auch

darauf hinweist, "hier pass mal auf, es kann passieren, daß dir das später angerechnet wird."

Dann habe ich immer noch die Möglichkeit diesen möglichen Nachteil mit den Vorteilen abzugleichen und meine

Entscheidung abzuwägen, ob und wann ich mit Riester beginne. Dumm das man sowas erst bei Plusminus erfährt.

 

als Vorteile sehe ich zzt. an:

- Hartz4 sicher

- Förderquote durch Zuschuss bei bereits 4% vom Bruttoeinkommen + mögliche Steuerrückerstattung während

der Ansparphase, die man reinvestieren kann

 

hierzu ein paar Fragen:

mich würde interessieren ob diese Förderquote nicht letztlich dafür sorgt, in Verbindung mit einem

Fondsparplan genauso hohe Rendite einzufahren, als würde man z.b. alternativ mit einem Passiven Indexportfolio

vorsorgen. Die Förderquote würde ja einen Teil der höheren Kosten (TER der verwendeten aktiven Fonds) für den aktiven Riester Fondsparplan (z.b. den hier oft präferierten DWS Riester) decken.

 

Ferner weiß ich nicht inwiefern das eigene Vermögen, welches ich durch ein passives Portfolio bis zur Rente

erwirtschafte in Zukunft ebenfalls auf die staatliche Rente angerechnet wird. Wäre dies der Fall ist es fast egal

ob ich nun Riester oder etwas anderes nehme, Hauptsache Altersvorsorge.

Ausserdem wird dieses privat aufgebaute Vermögen ja ebenso besteuert werden (zumindest das ab 2009 investierte), allerdings weiß ich nicht ob die

Abgeltungssteuer niedriger sein wird, als die Besteuerung des Vermögens den ich per Riester Vertrag erwirtschaftet habe.

 

Ich habe auch vor weiter zu riestern, nur evtl. nicht mehr mit Maximalbetrag, d.h. zweigleisig fahren mit gleichzeitigem Aufbau

eines passiven Indexportfolio. Auch steht der Wechsel von einer kapitalgedeckten Riester Versicherung zum DWS Fondsparplan auf dem Plan.

(da ich noch mehr als 30 Jahre zur Rente hab, "der Regression zum Mittel vertraue" und ich mit der jetzigen Wüstenrot wohl eher inflationsbereinigt Kapitalvernichtung betreibe;

auch versucht mir gerade ein Bekannter der bei Debeka umschult deren Riester aufzudrücken, da sie in vielen Berichten als Beste abgeschnitten hat)

 

Ich hoffe es gibt hier und da noch paar Antworten zu diesen Fragen.

Gruß

Wulff

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Elvis77

Wirklich interessantes Thema. Gute Beiträge.

Ist es fair, das derjenige der spart, dasselbe erhält wie derjenige der nicht spart?

Aus Sicht des Individuums sicher nicht.

 

Ist es aber fair das jemand der seine Grundsicherung nicht selber erreicht hat, aber trotzdem sparte, mehr bekommt, aber seine Grundsicherung von der Gemeinschaft finanziert wird?

Aus Sicht der Solidargemeinschaft vermutlich nicht.

 

Ich würde zu einer salomonischen Lösung tendieren, das im Falle das die Grundsicherung nicht aus eigener Kraft erreicht werden kann, lediglich die Hälfte der privaten Vorsorge angerechnet wird.

Somit verfällt die Sparleistung aus Sicht des Individuums nicht in die absolute Sinnlosigkeit in seiner individuellen Betrachtung und die Solidargemeinschaft fühlt sich nicht ohne Gegenleistung voll zur Kasse gebeten.

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Stichling
Ferner weiß ich nicht inwiefern das eigene Vermögen, welches ich durch ein passives Portfolio bis zur Rente

erwirtschafte in Zukunft ebenfalls auf die staatliche Rente angerechnet wird. Wäre dies der Fall ist es fast egal

ob ich nun Riester oder etwas anderes nehme, Hauptsache Altersvorsorge.

 

Fast alle Einkommen werden angerechnet und so lange Du noch eigenes Vermögen über 2600 EUR hast, bekommst Du in der Regel auch keine Grundsicherung. Natürlich gibt es zahlreiche Ausnahmen, nachzulesen auf Wikipedia. Wer also auf die Grundsicherung bauen will, muss entweder sehr genügsam sein oder (so befürchte ich) das System austricksen können.

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obx
Ich würde zu einer salomonischen Lösung tendieren, das im Falle das die Grundsicherung nicht aus eigener Kraft erreicht werden kann, lediglich die Hälfte der privaten Vorsorge angerechnet wird.

Somit verfällt die Sparleistung aus Sicht des Individuums nicht in die absolute Sinnlosigkeit in seiner individuellen Betrachtung und die Solidargemeinschaft fühlt sich nicht ohne Gegenleistung voll zur Kasse gebeten.

Sehr gute und weise Lösung Elvis, die gefällt mir.

Problem ist natürlich nur die praktische Umsetzung, daran scheitert es dann wieder. Ich stelle mir nur mal den Verwaltungsapparat vor der hier die Berechnungen anstellen soll, und vor allem die Vergangenheit eines jeden Einzelnen durchleuchten soll, wo er wie hätte sparen und vorsorgen können... Praktisch Unmöglich, obwohl es ne schöne Lösung wäre.

 

Als einzige Lösung bleibt daher die, die wir momentan haben. Wir leben eben in einem Sozialstaat mit Prinzipien, und wenn jemand auf Hilfe für seinen Lebensunterhalt angewiesen ist, dann bekommt er sie, ganz egal wie er sich in der Vergangenheit verhalten hat. Das ist ein Ausdruck des Sozialstaatsprinzips und der Menschenwürde.

 

Am Ende bleibt für die, die finanziell vorgesorgt haben und daher wegen fehlender Hilfsbedürftigkeit keine staatlichen Sozialleistungen in Anspruch nehmen müssen eben das ungute Gefühl, am Ende die Verlierer zu sein, da sie zu ihrer Sparzeit im Gegensatz zu Anderen auf vieles verzichtet haben.

 

Das Gefühl kann ich denen aber nicht nehmen, sondern sogar nur sagen, dass ich mich genauso fühlen würde, es auch als Ungerechtigkeit empfinden würde, und dieses absolut nachvollziehen kann.

 

Einzige Lösung ist für mich daher, dass die Zuschüsse zu Riester erhöht werden. Und zwar so erhöht werden, dass gesichert ist, dass auch Geringverdiener mit ihren Riester-Beiträgen am Ende eine höhere Sparleistung aufweisen können als die Grundsicherung. Das kostet zwar Geld, in erster Linie eine menge Steuergelder, aber es macht Riestern gleichwohl interessanter, verschafft den Riester-Sparplänen einen weit höheren Zulauf und am Ende den Steuerzahler eine menge an Einsparungen wenn diese Leute in Rente gehen. Denn dann zehren diese von ihren Riesterverträgen und nicht von der Grundsicherung.

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Crasher

Dazu müsste der Staat aber erstmal öffentlich sagen das die Dummies nur für ihr gutes Gewissen riestern. Und das wird wohl kaum passieren. Wovon ist denn die Grundsicherung im Alter abhängig? Muss man sich da genau so nackig machen wie bei Hartz4 ? Denn ich denke Vermögen, Immobilien etc. werden doch sicherlich berücksichtigt bei der Entscheidung ob jemand die Grundsicherung erhält.

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Roger Wilco
Ich würde zu einer salomonischen Lösung tendieren, das im Falle das die Grundsicherung nicht aus eigener Kraft erreicht werden kann, lediglich die Hälfte der privaten Vorsorge angerechnet wird.

Somit verfällt die Sparleistung aus Sicht des Individuums nicht in die absolute Sinnlosigkeit in seiner individuellen Betrachtung und die Solidargemeinschaft fühlt sich nicht ohne Gegenleistung voll zur Kasse gebeten.

 

Damit wird das Problem nicht wirklich gelöst:

 

Wenn jemand aus eigener Kraft z.B. 900EUR Rente sich erspart dann wird dieser wieder nach "Böse" wenn er erfährt, dass jemand, der nur 400EUR sich erspart hat nun aber 200 EUR auf die Grundsicherung von 800EUR erhält und somit 1000EUR Rente bekommt...

 

Ich finde man solte einfach weg von dem Denken, dass die Hilfe von Vater Staat eine zwangsläufige und selbstverständliche Leistung ist. Es geht darum denen zu helfen, die es nicht geschafft haben. Nacher wollen die Leute alle auch noch ALGII haben zusätzlich zu Ihrem Einkommen, weil es sonst ja unfäir wäre...

 

Dann sollten leiber diejenigen die nachweislich etwas für die Altersvorsorge gemacht haben ein Bonus bekommen und die die nichts getan haben eben nicht. Das muss allerdings definiert werden und es muss kontrolliert werden --> Verwaltungsaufwand.

 

Dann also doch lieber: Jeder bemüht sich so gut er kann für seine Altersvorsorge zu sorgen und wenn er es nicht schafft ein gewisses Minimum zu erreichen, bekommt er dieses Minimum "geschenkt"! Und alle hören mal auf zu jammern, wie unfair das ist, wenn die Gemeinschaft Ärmeren unter die Arme greift...

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Urmel
· bearbeitet von Urmel
Nacher wollen die Leute alle auch noch ALGII haben zusätzlich zu Ihrem Einkommen, weil es sonst ja unfäir wäre...

 

 

so abwegig ist das nicht. Es wird ja auch über das Modell eines bedingungslosen Grundeinkommens für alle diskutiert, welches ich persönlich für am gerechtesten halten würde, ohne das jetzt hier diskutieren zu wollen.

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Roger Wilco

Ja stimme dir zur Urmel.

 

Aber das wäre ein vollständiger Systemwechsel. Jetzt haben wir eben dieses System und dann muss man auch mit der entsprechenden Einstellung ran gehen.

 

Es gibt eine Grundsicherung und jeder sollte sein bestes geben dieses Niveau (mind.) zu erreichen. Wer es nicht schafft erhält Unterstützung von der Gemeinschaft. Wer aber sagt, er bekommt ja eh diese Hilfe und meint er müsste dann nichts tun ist ein "Sozialschmarotzer".

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Urmel
· bearbeitet von Urmel

Meines Erachtens sollte JEDEM ab dem Rentenalter die selbe Grundsicherung zustehen, unabhängig vom langjährigen Durchschnittsgehalt. Alles, was jemand darüber hinaus selbst angespart hat, sollte ihm für Luxus und zum Vererben an Kinder und Kindeskinder zur Verfügung stehen. Das würde Menschen dazu anhalten, zu sparen und wirkliche Armut und die Angst davor verhindern. Der Staat hat genug Geld, um seinen Bürgern das zu ermöglichen. Es fehlt nur der Wille und die Kompetenz der Politiker.

 

Den Charakter eines ganzen Volkes kann man daran erkennen, wie es mit seinen Alten, Kranken, Schwachen und den Tieren umgeht. Da könnte man viel diskutieren, aber das hier ist ja kein Politik- oder Ethikforum ;)

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Roger Wilco

Tja, da wären wir beim Demographie-Problem: Woher soll bitte das Geld kommen?

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Urmel
Tja, da wären wir beim Demographie-Problem: Woher soll bitte das Geld kommen?

 

 

Alles eine Sache der Verteilung und der Prioritäten.....

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StockJunky
Meines Erachtens sollte JEDEM ab dem Rentenalter die selbe Grundsicherung zustehen, unabhängig vom langjährigen Durchschnittsgehalt. Alles, was jemand darüber hinaus selbst angespart hat, sollte ihm für Luxus und zum Vererben an Kinder und Kindeskinder zur Verfügung stehen. Das würde Menschen dazu anhalten, zu sparen und wirkliche Armut und die Angst davor verhindern. Der Staat hat genug Geld, um seinen Bürgern das zu ermöglichen. Es fehlt nur der Wille und die Kompetenz der Politiker.

 

Damit begünstigst du ein weiteres Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich. Gerade diejenigen, die schon viel Geld haben, können leichter Geld weglegen und sparen, während die ärmeren gezwungen sind, alles zu verkonsumieren und nur wenig sparen können. Folge: Die Reichen leben im Saus und Braus und verdienen an den Zinsen mehr als ein Armer im gleichen Atemzug im ganzen Jahr verdienen kann. Bitte beachte Seiten, bevor du naive Wünsche äußerst :)

 

Den Charakter eines ganzen Volkes kann man daran erkennen, wie es mit seinen Alten, Kranken, Schwachen und den Tieren umgeht. Da könnte man viel diskutieren, aber das hier ist ja kein Politik- oder Ethikforum ;)

 

Da stimme ich dir gern und aufrichtig zu. Verträgt sich aber nicht unbedingt mit deinem vorigen Absatz.

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Urmel
· bearbeitet von Urmel
Damit begünstigst du ein weiteres Aufgehen der Schere zwischen Arm und Reich. Gerade diejenigen, die schon viel Geld haben, können leichter Geld weglegen und sparen, während die ärmeren gezwungen sind, alles zu verkonsumieren und nur wenig sparen können. Folge: Die Reichen leben im Saus und Braus und verdienen an den Zinsen mehr als ein Armer im gleichen Atemzug im ganzen Jahr verdienen kann. Bitte beachte Seiten, bevor du naive Wünsche äußerst :)

 

 

 

Da stimme ich dir gern und aufrichtig zu. Verträgt sich aber nicht unbedingt mit deinem vorigen Absatz.

 

 

Im Moment ist es ja so, daß jemand, der in seinem Leben viel verdient, sich also auch viel weglegen kann, zusätzlich noch eine hohe gesetzliche Rente "erwirtschaftet". Das finde ich falsch. Sojemand soll genau so wenig Rente bekommen, nämlich eine Grundsicherung, wie der, der sein ganzes Leben lang trotz Vollzeitarbeit einen Rentenanspruch "erwirtschaftet", der mit einem Existenzminimum vergleichbar ist. Jemand, der in seinem Leben viel verdient, braucht hinterher nicht auch noch eine höhere Rente als der, der sein ganzes Leben wenig verdient. Das meinte ich damit. Und für eine Grundsicherung für alle, zumindest im Alter, reicht der Generationenvertrag trotz demographischen Wandels, mit Zuschüssen aus Steuergeldern, aus.

Das Problem ist doch nur, daß man nicht die hohen Renten der Vielverdiener aufrechterhalten kann. Daß die sich dann etwas zurücklegen sollten, um ihren bisherigen Lebensstandard aufrechtzuerhalten, ist einzusehen. Aber daß die breite Bevölkerung in Altersarmut leben soll, nicht.

 

Und jetzt soll zukünftig ein Geringverdiener mit Rentenanspruch unter dem Existenzminimum, der eh nicht viel sparen kann, dies aber trotzdem mühsam tut (z.B. Riester), das Ersparte von seiner Grundsicherung abgezogen bekommen. Derjenige, der viel verdient, wird niemals das Problem haben, daß sein gesetzlicher Rentenanspruch in die Nähe der Grundsicherung gerät, er bekommt eine hohe gesetzliche Rente und obendrauf noch seine Riesterersparnisse. Fairerweise müsste dann derjenige, der einen hohen gesetzlichen Rentenanspruch hat, seine Riesterersparnisse von seiner gesetzlichen Rente genau so abgezogen bekommen.

 

Oder aber man zahlt allen eine reine Grundsicherung, lässt dann aber auch allen ihre Ersparnisse. Die hohen Renten"ansprüche" der Reichen können nicht finanziert werden durch die Riesterersparnisse der Armen.

 

Umgekehrt könnte aber eine Kürzung von gesetzlichen Rentenansprüchen, die über einer Grundsicherung liegen die Renten aufstocken, die unter einer Grundsicherung liegen. Das wäre mal eine echte, gerechte Umverteilung nach meiner Auffassung.

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harryguenter
Jemand, der in seinem Leben viel verdient, braucht hinterher nicht auch noch eine höhere Rente als der, der sein ganzes Leben wenig verdient. Das meinte ich damit. Und für eine Grundsicherung für alle, zumindest im Alter, reicht der Generationenvertrag trotz demographischen Wandels, mit Zuschüssen aus Steuergeldern, aus.

Sorry, aber ich kann mit so viel rotem Gleichmachergewäsch nix anfangen.

Prinzipiell sollte derjenige der viel leistet auch erstmal viel erhalten - nur so können Leistungsanreize gesetzt werden.

Nich zu vergessen - der Gutverdiener hat doch auch schon viele Steuern bezahlt (daher bin ich neben der Kapital-Flatfee auch für eine generelle Einkommenssteuer Flatfee).

Ansonsten ist die von Dir geforderte Grundsicherung doch heute schon da! Jeder der nicht genug beiseite legen konnte oder in die Rentenversicherung eingezahlt hat bekommt im Alter eine Aufstockung auf Hartz4 Niveau.

Die Frage ist nur: Welchen Umfang muß die "soziale Grundsicherung" haben? Ist der 3er BMW wirklich soziale Grundausstattung? Mir kommt das vom Anspruchsdenken manchmal so vor...

 

Die Politik sollte sich allerdings um die Rahmenbedingungen kümmern, wenn der Markt nicht funktioniert.

Natürlich sollte ein Vollzeitarbeitnehmer von seiner Arbeit leben können (ohne weitere Sozialleistung). Andererseits muß man sich auch mal Gedanken darüber machen, wie man dem 7 Euro Mindestlohn Fließbandarbeiter seinen Job erhalten will, wenn in China ein Arbeiter dafür eine Woche lang arbeitet.

Und Riesige Managergehälter sind sicherlich auch nicht OK. Obwohl: wir sind hier im WP Forum. Welche Aktionär hat auf der letzten HV die Entlastung des Vorstands verweigert, und über die hohen Managergehälter seines Unternehmens geschimpft?

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StockJunky
Prinzipiell sollte derjenige der viel leistet auch erstmal viel erhalten - nur so können Leistungsanreize gesetzt werden.

Nich zu vergessen - der Gutverdiener hat doch auch schon viele Steuern bezahlt (daher bin ich neben der Kapital-Flatfee auch für eine generelle Einkommenssteuer Flatfee).

 

Es geht nicht darum, dass jemand, der viel leistet, weniger bekommen soll. Es geht darum, dass diejenigen, die schon viel "haben", noch viel mehr bekommen, ohne überhaupt etwas zu leisten (das ganze nennt sich dann Zins). Gegen Arbeitseinkommen hat doch niemand etwas.

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BarGain
diejenigen, die schon viel "haben", noch viel mehr bekommen, ohne überhaupt etwas zu leisten (das ganze nennt sich dann Zins)

dir ist aber schon bewußt, daß du hier in einem wertpapierforum bist, dessen teilnehmer überwiegend anleger sind, die genau das im sinn haben, oder?

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StockJunky

Natürlich. Scheinbar denkst du in falschen Dimensionen. Die Leute spielen Lotto, um 30 Millionen zu gewinnen. Das verdient ein normaler Manager in 2 Jahren. Meinetwegen kann er auch 60 Millionen verdienen. Aber auf 60 Millionen dann nochmal 6 Millionen für "nichts" zu bekommen, ist doch sinnbefreit. Dafür gibts eine "Reichensteuer", die von diesem Leistungslosen einkommen etwas an die Gesellschaft zurück gibt. Schließlich erwirtschaftet sie auch diesen Zins. Aber das gehört hier nicht her. Wenn du da weiter diskutieren möchtest, darfst du gern einen entsprechenden Thread aufmachen :)

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harryguenter
Natürlich. Scheinbar denkst du in falschen Dimensionen. Die Leute spielen Lotto, um 30 Millionen zu gewinnen.

jetzt 38 Millionen!!!

Aber strengt Euch nicht an - das sind meine :D

 

Das verdient ein normaler Manager in 2 Jahren. Meinetwegen kann er auch 60 Millionen verdienen.

Da bin ich wieder nur bedingt bei Dir. Die 60 Millionen sollte er nicht unbedingt dafür bekommen x Tausend Arbeitsplätze vernichtet zu haben, den Tariflohn zu unterwandern und damit praktisch das eingesparte Gehalt der Kollegen einzuheimsen...

 

Aber auf 60 Millionen dann nochmal 6 Millionen für "nichts" zu bekommen, ist doch sinnbefreit. Dafür gibts eine "Reichensteuer", die von diesem Leistungslosen einkommen etwas an die Gesellschaft zurück gibt. Schließlich erwirtschaftet sie auch diesen Zins.

10 % Durchschnittsrendite p.a. - Respekt

Aber bedenke auch mal diese Dimension: von den 6 Millionen "darf" er ab 2009 etwa 1,7 Mio an Steuern bezahlen.

Ich glaube das schaffe ich in meinem Leben fast nicht was der davon jährlich abdrückt. So gesehen hat er fürs Nichtstun doch schon einiges an die Gesellschaft gegeben.

 

Aber das gehört hier nicht her. Wenn du da weiter diskutieren möchtest, darfst du gern einen entsprechenden Thread aufmdaachen :)

Sorry, zu spät gesehen - hast recht und ich halte mich jetzt zurück

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Los_Andros
Die Leute spielen Lotto, um 30 Millionen zu gewinnen. Das verdient ein normaler Manager in 2 Jahren.

 

Was für ein Schwachsinn ...... wer ist denn der normale "gemeine" Manager?

Bei einem mittelständigen Unternehmen verdient wohl kaum ein "Manager" mehr als 200.000 und trägt das persönliche Risiko für seine Unternehmung.

 

Dass ein Herr Wiedeking soviel verdient .... darüber läßt sich zwar streiten, aber er hat Arbeit geschaffen (Stichwort Cayenne) und macht einen tollen Job, andere nicht.

Ansonsten gibt es Ausreißer, aber allgemein zu verurteilen ist einfach typisch linkes Gewäsch. Unser Problem sind nicht die Manager, sondern eine Gesamtgesellschaftliche Mentalität. NEID.

 

Wir sollten mal den Begriff "Arm" definieren, was heißt denn "Arm in Deutschland". Was kann ein "Armer" Deutscher nicht, was man sich leisten sollte.

 

Arm ist relativ.

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culo
· bearbeitet von culo
Was für ein Schwachsinn ...... wer ist denn der normale "gemeine" Manager?

Bei einem mittelständigen Unternehmen verdient wohl kaum ein "Manager" mehr als 200.000 und trägt das persönliche Risiko für seine Unternehmung.

 

Dass ein Herr Wiedeking soviel verdient .... darüber läßt sich zwar streiten, aber er hat Arbeit geschaffen (Stichwort Cayenne) und macht einen tollen Job, andere nicht.

Ansonsten gibt es Ausreißer, aber allgemein zu verurteilen ist einfach typisch linkes Gewäsch. Unser Problem sind nicht die Manager, sondern eine Gesamtgesellschaftliche Mentalität. NEID.

 

Wir sollten mal den Begriff "Arm" definieren, was heißt denn "Arm in Deutschland". Was kann ein "Armer" Deutscher nicht, was man sich leisten sollte.

 

Arm ist relativ.

 

 

da lachen ja die hühner. der cayenne wurde von vw entwickelt, wird in der slowakei gebaut und bei leipzig klebt porsche in abzeichen drauf.

 

und der gesamte vertrieb von vw in osteuropa wird über porsche abgewickelt.

 

das hat herr pich alles schön eingefädelt und vw dann mit dem geld von vw gekauft.

 

er war jahrelang vorstandsvorsitzender und jetzt aufsichtsratsvorsitzender und macht milliardengeschäfte mit vw-optionen.

 

früher nannte man das insidergeschäfte. und irgendwelche flachdenker meinen jetzt, der wiedeking hat da was besonderes geleistet.

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Los_Andros

Ich bevorzuge Zahlen, gerade in einem Wertpapier-forum..........

 

Gewinn vor Steuern:

 

2001/2002: 828 Mio. Euro

2002/2003: 933 Mio. Euro

2003/2004: 1,088 Mrd. Euro

2004/2005: 1,238 Mrd. Euro

2005/2006: 2,110 Mrd. Euro

2006/2007: 5,857 Mrd. Euro

 

Umsatz:

 

2001/2002: 4,857 Mrd. Euro

2002/2003: 5,582 Mrd. Euro

2003/2004: 6,148 Mrd. Euro

2004/2005: 6,574 Mrd. Euro

2005/2006: 7,273 Mrd. Euro

 

Gesamtabsatz:

 

2001/2002: 54.234 Fahrzeuge

2002/2003: 66.803 Fahrzeuge

2003/2004: 76.827 Fahrzeuge

2004/2005: 88.379 Fahrzeuge

2005/2006: 96.794 Fahrzeuge

 

Gesamtproduktion:

 

2000/2001: 55.782 Fahrzeuge

2001/2002: 55.050 Fahrzeuge

2002/2003: 73.284 Fahrzeuge

2003/2004: 81.539 Fahrzeuge

2004/2005: 90.954 Fahrzeuge

2005/2006: 102.602 Fahrzeuge

 

und wenn man die Nachrichten verfolgt, sieht man auch, wie grausam dieser gemeine Vorstandsvorsitzende ist:

 

...

Stuttgart (ddp). Der Sportwagenhersteller Porsche zahlt auch in diesem Jahr eine Erfolgsbeteiligung an seine Beschäftigten. Wie Porsche am Freitag mitteilte, erhält jeder vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter, der vor dem 1. August 2006 in das Unternehmen eingetreten ist, zusätzlich zu seinen Jahresbezügen eine Sonderzahlung in Höhe von 5200 Euro für das am 31. Juli beendete Geschäftsjahr 2006/2007.

 

Im vergangenen Jahr hatte Porsche 3500 Euro plus 300 Euro für die betriebliche Altersvorsorge gezahlt.

...

 

Also auch der Mitarbeiter profitiert von einer guten Führung des Unternehmens, da finde ich Riesenbezüge von einem Vorstandsvorsitzenden ok ....

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culo
Stuttgart (ddp). Der Sportwagenhersteller Porsche zahlt auch in diesem Jahr eine Erfolgsbeteiligung an seine Beschäftigten. Wie Porsche am Freitag mitteilte, erhält jeder vollzeitbeschäftigte Mitarbeiter, der vor dem 1. August 2006 in das Unternehmen eingetreten ist, zusätzlich zu seinen Jahresbezügen eine Sonderzahlung in Höhe von 5200 Euro für das am 31. Juli beendete Geschäftsjahr 2006/2007.

 

Im vergangenen Jahr hatte Porsche 3500 Euro plus 300 Euro für die betriebliche Altersvorsorge gezahlt.

...

 

Also auch der Mitarbeiter profitiert von einer guten Führung des Unternehmens, da finde ich Riesenbezüge von einem Vorstandsvorsitzenden ok ....

 

 

allerdings hätte das geld den vw-mitarbeitern zugestanden.

 

der grosse vorsitzende hat das geld von vw an porsche umgeleitet.

 

genau deswegen musste porsche vw ja auch kaufen, damit diese dinge unter einem anderen eigentümer nicht auf den prüfstand kommen.

 

bevor herr p vorstandsvorsitzender bei audi und vw wurde, war porsche fast pleite.

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