Doomer 15. Januar · bearbeitet 15. Januar von Doomer vor 4 Stunden von LongtermInvestor: Rein bewertungstechnisch sieht es schon ziemlich interessant aus Dachte ich mir kürzlich auch, aber sind deine angesetzten EPS-Growth-Rates nicht zu optimistisch? Wenn ich Finviz vertrauen kann (habe es nicht geprüft), dann stehen in den letzten 5 Jahren 9 % EPS-Wachstum p.a. - und die nächsten 5 Jahre werden für Adobe nicht einfacher als die letzten 5 werden. Hatte auch schon überlegt mal den Fuß reinzuhalten, aber da ich selbständig im Marketing bin (nicht als Designer) hat mich das bisher von abgehalten, da bei meinen Kunden und Partnern Adobe entweder schon keine Rolle mehr spielt oder gerade zur Tür hin geführt wird - natürlich super anekdotisch. So ist das für mich aktuell ein ähnliches Ding wie PayPal: Sehe nicht wie die jemals wieder dahin kommen (in Wert und Stellung) wo sie mal waren, beides klassische Opfer der fortlaufenden digitalen Innovation. Beide würden wahrscheinlich profitieren, wenn sie fortan wie Tabak-Konzerne geführt und maximal auf Shareholder-Value ausgerichtet werden Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Wishmueller 13. März Zitat Adobe-CEO tritt zurück, Aktie nachbörslich tiefrot trotz robuster Zahlen Adobe überrascht mit einem Chefwechsel: CEO Shantanu Narayen will nach der Suche nach einem Nachfolger abtreten. Trotz starker Zahlen fällt die Aktie nachbörslich deutlich. Anleger reagieren nervös. Beim Softwarekonzern Adobe steht ein Führungswechsel an – und Anleger reagieren nervös. Der langjährige Vorstandschef Shantanu Narayen kündigte an, seinen Posten abzugeben, sobald ein Nachfolger gefunden ist. Nach der Meldung geriet die Aktie im nachbörslichen Handel unter Druck und verlor rund 7 Prozent. Operativ präsentierte sich das Unternehmen dennoch robust. Im abgelaufenen Quartal übertraf Adobe die Erwartungen der Analysten: Der bereinigte Gewinn je Aktie lag bei 6,06 US-Dollar (erwartet wurden 5,87 US-Dollar) und der Umsatz bei 6,40 Milliarden US-Dollar (erwartet wurden 6,28 Milliarden US-Dollar). Für das laufende Quartal stellte das Unternehmen ebenfalls Ergebnisse über den Marktschätzungen in Aussicht. .... Aktie bleibt im Depot..... und sei es nur als "Reminder", warum ich von Einzelaktien in Zukunft vielleicht dann doch lieber die Finger lassen sollte...... Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
german skeptic 13. März vor einer Stunde von SvenDom: Ich glaube, da hast du sehr selektiv/ verzerrend gelesen oder mich schlicht falsch verstanden, oder ich habe mich schlecht ausgedrückt. Die Aussage ist keine Feststellung/ Annahme über die Zukunft von Adobe meinerseits, die auf Fakten basieren könnte. Es geht schlicht darum, dass für mich die Bepreisung von Adobe durch den Markt aktuell so extrem ist, im Sinne von viel zu billig bei den Aussichten und aktuellen Zahlen, dass der Preis mMn nur dadruch gerechtfertig ist/ zustande kommt unter der Annahme, dass Adobe bald nicht mehr relevant ist bzw. der Markt davon ausgeht. Was ich persönlich nicht glaube... Ok, dann waren die 6-18 Monate wohl eine Überspitzung :-) Ich packe meine Antwort mal in den Adobe-Thread. Erstmal Danke für eure Beiträge. Ein P/E von 11 halte ich pauschal nicht für günstig. Eine Firma sollte dann noch viele Jahre Geld verdienen und im Idealfall mindestens mit der Inflation wachsen. Bei einer stark wachsenden Firma mit Burggraben ist ein P/E von 11 natürlich günstig. Adobe bewertet man zunächst aufgrund der historischen Bewertung mit höheren Multiples. Die Frage ist, ob das auch zukünftig gerechtfertigt ist. Ich habe Adobe aufgrund des Preisverfalls der letzten Jahre auf der Watchlist, traue mir die finale Einschätzung der Zukunft aber aktuell nicht zu. ChatGPT wurde vor etwa 3.5 Jahren der Öffentlichkeit vorgestellt. Seither hat sich auf dem Gebiet KI einiges getan. Dabei meine ich gar nicht mal den technischen Fortschritt, sondern die Adaption der Menschen im Alltag. Es gibt jeden Monat weniger Menschen, die nicht regelmäßig mit KI-Tools arbeiten. Die Adaption ist noch lange nicht abgeschlossen und der Umgang mit der KI wird sich weiterentwickeln. Dazu bekommen KI-Tools sehr wahrscheinlich kontinuierlich neue Fähigkeiten und Schnittstellen, die den ständigen Umgang noch weiter forcieren werden. Diese Entwicklung wird viele Jobs, Firmen und Branchen verändern. Ob Adobe in diesem Umfeld in 3-5 Jahren mehr oder weniger verdienen wird als heute, kann ich nicht einschätzen. Die gleiche Problematik besteht derzeit natürlich für diverse Branchen und Firmen - es ist die Herausforderung unserer Zeit. Adobe ist dabei besonders im Fokus, da sich die bisherigen KI-Tools besonders im kreativen Bereich als stark erwiesen haben. Ich selbst nutze den KI-Assistenten bei Acrobat. Er hilft bei Zusammenfassung und gezielter Suche in pdfs und erspart mir relevante Zeit. Das Pricing von Adobe finde ich OK. Ob solche Einnahmen reichen werden, um potentielle Rückgänge bei kreativen Tools (Rückgang Anzahl Lizenzen, Preisdruck durch alternative Tools, ..) auszugleichen, wird man sehen. Aktuell ist Adobe auf dem kreativen Gebiet Marktführer, und damit besonders exponiert für die anstehenden Veränderungen. Daher gibt es Adobe aktuell günstiger als vor zwei Jahren. Für ein Schnäppchen halte ich Adobe aber deswegen noch nicht. Ich beobachte das weiter. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Jeremy Siegel 17. März Adobe ist als Unternehmen im Moment schwer einzuschätzen: Der Umsatz ist im abgelaufenen Quartal auf 6,40 Mrd. US-Dollar gestiegen. Ein Plus von 12% auf Jahressicht. Wobei ein Blick auf die Mehrjahresübersicht zeigt: Die Wachstumsraten beim Umsatz schwanken stark. Offenbar gibt es dort Jahre wo der Konzern seine Preise neu strukturieren und nach oben anpassen konnte. Die Umsatzsteigerung ist also mit Vorsicht zu werten. Ebenso die Zahl der MAU (Monthly Active User) von 850 Millionen Personen. Da stellt sich schon die Frage, woher da noch weiteres Wachstum herkommen soll. Ebenso bei der Zahl der Abonnementen: Diese Zahl gibt Adobe erst gar nicht mehr an. Sie kann nur noch indirekt durch den Wert für die wiederkehrenden Umsätze geschätzt werden. Analysten gehen von 41 Millionen zahlender Kunden aus. Wobei auch hier auffällt: am stärksten wächst die Zahl der Nutzer bei den kostenlosen Angeboten auf zuletzt 80 Millionen MAU (+50%) Was ganz besonders negativ auffällt ist die Lücke zwischen dem Non-GAAP und dem GAAP EPS. Liegt der Non-GAAP Wert für das EPS bei etwa 24 US-Dollar, so ergibt sich für das GAAP EPS eine Wert von etwa 16 US-Dollar. Hierbei entfällt der größte Teil der Differenz, etwa 6 US-Dollar, auf aktienbasierte Vergütungen. Und das ist ein Umstand der insgesamt schon sehr bitter aufstößt. Denn aktienbasierte Vergütungen machen einen großen Teil der Gewinne aus. Oder besser sie radieren sie wieder aus. Und aktienbasierte Vergütungen sind Kosten. Der wahre Gewinn liegt dann eben doch bei 16 US-Dollar, wie er sich aus den GAAP-Zahlen ergibt. Damit errechnet sich ein KGV von etwa 14 für das Geschäftsjahr 06/2026. Also ein Wert der zwar niedrige ist als im vergangenen Jahrzehnt, aber immer noch ein sehr ordentlicher Wert ist. Wenn man bedenkt, dass das historische Markt-KGV in den USA irgendwo so zwischen 15-16 liegen wird. Der Blick in den Rückspiegel ist auch kein guter Maßstab. Im Vergleich zu historischen Bewertungen mag Adobe "günstig" bewertet sein. Doch es stellt sich eben die Frage, inwieweit können sie ihre Dienste noch zu Geld machen? Denn es sieht eher so aus, dass man versucht die Zahl der ausgewiesenen Nutzer möglichst hoch zu halten. Während auf der anderen Seite die Zahl der zahlenden Nutzer stagniert. Und die Nutzer nicht mehr bereit sind, so hohe Gebühren wie in der Vergangenheit zu bezahlen. Die Preissetzungsmacht von Adobe hat sich also offenbar verringert. Aber auch das sagen die Zahlen: Zwar wird der Konzern schwächer was seine Preismacht betrifft, aber es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass er alsbald disruptiert wird. Bereits heue kauft Adobe ja massiv Aktien zurück. Es wurde ja bereits hier vorgeschlagen, Adobe wie ein Tabak-Konzern zu bewerten. Das dürfte ein brauchbarer Maßstab sein. Ein faires KGV läge dann aber irgendwo im Bereich von 8-15. Also viel niedriger als die heutigen Bewertungen. Und hierfür müsste der Konzern dann auch noch was tun. Vor allem müssten die massiven aktienbasierten Vergütungen für den Vorstand ersatzlos gestrichen werden. Der Vorstand plündert das Unternehmen regelrecht aus. Dies wurde lange durch das starke Wachstum beim Gewinn verdeckt. Nun wird diese Schwachstelle umso deutlicher. Adobe muss also was tun, um als Investment wieder attraktiv zu sein. Und sie müssen mehr tun, also sie bislang getan haben. Sie haben ernsthafte Probleme. Gesundbeten ist da keine Strategie. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag