reko Montag um 16:03 · bearbeitet Montag um 16:07 von reko Ich nehme gerne Wetten entgegen, dass Deutschland 2045 nicht völlig fossilfrei ist. Ich gehe sogar davon aus, dass dann immer noch Braunkohle verbrannt wird. Ganz sicher werden wir aber immer noch mit hohen Verlusten LNG verbrennen. Bis 2833 kann ich leider nicht warten. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Montag um 16:24 · bearbeitet Montag um 16:49 von Holgerli vor 45 Minuten von reko: Ich nehme gerne Wetten entgegen, dass Deutschland 2045 nicht völlig fossilfrei ist. Ich würde nicht dagegen wetten. Denn der Vorteil bei der Wette für Dich ist, dass selbst bei 99,99% fossilfrei Deutschland nicht völlig fossilfrei ist. Da aber auch schon 90% oder 95% ein großer Erfolg fürs Klima sind, ist es gut die Messlatte so hoch zu legen. vor 45 Minuten von reko: Ich gehe sogar davon aus, dass dann immer noch Braunkohle verbrannt wird. Ich auch. Du brauchst nur ähnlich der "Ich lasse mir von der EU meine Glühbirnen nicht verbieten!"-Honks, nur einen haben der Braukohle-Brickets aus dem Baumarkt hortet und noch 2045 verbrennt. Das Gute für Dich: Nur ein paar Honks und Du hättest die nötigen 0,01% die "völlig fossilfrei" verhindern. Wenn es Dir aber um die Stromerzeugung aus Braunkohle geht: Da halte ich dagegen und sage, dass das deutlich vor 2045 gegessen ist. vor 45 Minuten von reko: Ganz sicher werden wir aber immer noch mit hohen Verlusten LNG verbrennen. Jetzt lass mich mal etwas irritiert fragen: Warum LNG und warum nicht Wasserstoff? Und da wäre ich bei meiner Prognose für 2045: Mit der "Wasserstoff-Wirtschaft" und selbst nur mit dem "Wasserstoff-Kernnetz" wird das nichts werden und Wasserstoff wird weiterhin ein Nischendasein fristen. vor 45 Minuten von reko: Bis 2833 kann ich leider nicht warten. Ich drücke die Daumen, dass wenigstens 2045 klappt, damit Du die großartigen Fortschritte der Dekarbonisierung durch Strom aber ohne signifikant Wasserstoff miterleben kannst. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Montag um 16:59 Stell Dir vor, Du hast einen riesigen Parkplatz und brauchst Strom: WiWo: Hier überdachen das Disneyland und deutsche Firmen ihre Parkplätze mit Solarmodulen Zitat Auf einer Fläche von 109.000 Quadratmetern, also etwa 15 Fußballfeldern, errichtet Mosolf aktuell eine der größten Solaranlagen Europas, die einen Parkplatz überdacht. 54.000 Solarmodule sollen bis Ende des Jahres über dem Parkplatz installiert sein – mit einer Leistung von insgesamt 24 Megawattpeak. Das Kraftwerk soll so viel Strom liefern, wie 6500 Haushalte verbrauchen. Solarparkplätze wie in Kippenheim erfahren einen Boom. Zuletzt bauten etwa Bosch am Standort Renningen, die Messe Essen oder der Schokoladenhersteller Storck in Halle ähnliche Anlagen. Wie wenige andere Flächen eignen sie sich zur doppelten Nutzung als Stellfläche und Kraftwerk. Unter den Bildern ist ein Slider: Den schieben und man sieht das riesige Potential von Parkplätzen. Und da das Konzept funktioniert, wird es von der deutschen Politik direkt torpediert. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Montag um 19:08 · bearbeitet Montag um 19:15 von reko Veronika Grimm: ´"Die Klimapolitik in Deutschland und Europa basiert auf Annahmen, die unter den neuen geopolitischen, ökonomischen und technologischen Rahmenbedingungen nicht mehr tragfähig sind. .. Die zu erwartenden Kosten der Transformation dürften allerdings deutlich höher ausfallen als noch vor einigen Jahren angenommen. .. Fossile Abhängigkeiten bleiben noch lange Realität" Energiewende unter neuen Realitäten: zwischen Resilienz, Kosten und Wettbewerb, Wirtschaftsdienst, 2026 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Montag um 19:38 vor 22 Minuten von reko: Veronika Grimm: ´"Die Klimapolitik in Deutschland und Europa basiert auf Annahmen, die unter den neuen geopolitischen, ökonomischen und technologischen Rahmenbedingungen nicht mehr tragfähig sind. .. Die zu erwartenden Kosten der Transformation dürften allerdings deutlich höher ausfallen als noch vor einigen Jahren angenommen. .. Fossile Abhängigkeiten bleiben noch lange Realität" Zuerst einmal: Die Grimm ist Wasserstoff-Lobbyistin und muss deswegen die bitteren Wahrheiten zum Wasserstoff schön reden und verkaufen. Aus dem Paper: Zitat 3. Wasserstoff realistisch einordnen Der erwartete Hochlauf von Wasserstoff und darauf basie-renden Energieträgern, ohne den die Klimaneutralität nicht erreichbar ist, verläuft aufgrund der veränderten Rahmenbedingungen deutlich langsamer als bisher angenommen (EEM, 2025). Vor diesem Hintergrund ist es notwendig, alternative Entwicklungspfade mitzudenken und sich auf mögliche Zielverfehlungen vorzubereiten. Eine Verzögerung des Wasserstoff-Hochlaufs würde für Deutschland aufgrund der fehlenden Alternativen – sowohl als Flexibilität im Stromsystem, als auch als Grundstoff in der Indus- trie und für Teile der Mobilität – eine längere Nutzung von fossilen Energieträgern bedeuten. Eine Strategie, die aus- schließlich auf optimistischen Szenarien des Wasserstoffhochlaufs basiert, birgt daher erhebliche Risiken. Zudem ist absehbar, dass die Importabhängigkeit aufgrund der benötigten Mengen auch beim Umstieg auf kli- mafreundliche Gase bestehen bleiben wird. Deutschland wird einen erheblichen Teil auch seines zukünftigen Ener- giebedarfs über Importe decken müssen, unabhängig davon, ob es sich um fossiles Gas oder Wasserstoff handelt (EEM, 2025; Albuscheit et al., 2025). Übersetzt: Mit dem Wasserstoff wird das nichts, zumindest nicht so schnell wie wir uns das erträumt und euch erzählt haben. Stromspeicher und BEVs ignoriere ich, weil ich mir sonst eingestehen müsste, dass die von uns erträumte Wasserstoffzukunft überhaupt nicht realisierbar ist. Und auch ja: Wir bleiben wie bei Öl und Gas auch bei Wasserstoff von Importen aus anderen (meist undemokratischen) Ländern abhängig. Aber freut Euch: Diese Abhängigkeit könnte (wenn wir ganz viel Glück haben) nicht ganz so drastisch wie bei Öl und Gas werden. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Montag um 19:42 · bearbeitet Montag um 19:48 von reko vor 8 Minuten von Holgerli: Mit dem Wasserstoff wird das nichts und deshalb wird es auch nichts mit fossilfrei. Grimm ist alles andere als eine Wasserstoff-Lobbyistin. Im Gegenteil sagt sie, dass wir ihn nicht selbst herstellen und höchstens importieren können. Im Gegensatz zu anderen will sie keine Subventionen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Montag um 19:48 vor 4 Minuten von reko: rimm ist alles andere als eine Wasserstoff-Lobbyistin. Ja, nee Du. Iss klar. Besten Dank für die Klarstellung. Ein kurzer Blick auf: https://h2.bayern/ Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Montag um 19:56 · bearbeitet Montag um 19:58 von reko Wenn ein Gewerkschafter im Vorstand eines Industrieunternehmens sitzt, ist er Kapitalist? Wenn jemand zu Wasserstoff forscht, ist er automatisch disqualifiziert, zu Wasserstoff Stellung zu nehmen? Das Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) ist eine staatliche Einrichtung des Freistaats Bayern, kein Wirtschaftsverband. Grimm eine staatlich beauftragte Beraterin und Koordinatorin, keine Lobbyistin für die Privatwirtschaft. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Montag um 20:00 · bearbeitet Montag um 20:04 von Holgerli Ich habe nur gesagt: Die Grimm ist Wasserstoff-Lobbyistin und muss deswegen die bitteren Wahrheiten zum Wasserstoff schön reden und verkaufen. Ich verbiete ihr nichts. Aber wenn schon eine Lobbyistin die Wahrheit nicht mehr verbergen kann, sondern schönreden muss, dann sagt das viel über die Situation des Wasserstoffs in Deutschland, Europa und der Welt. vor 7 Minuten von reko: Das Zentrum Wasserstoff.Bayern (H2.B) ist eine staatliche Einrichtung des Freistaats Bayern, kein Wirtschaftsverband. Ja, stimmt, mit Wirtschaft hat dieser Verband praktisch garnichts zu tun: Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Montag um 20:11 · bearbeitet Montag um 20:14 von reko vor 12 Minuten von Holgerli: mit Wirtschaft hat dieser Verband praktisch garnichts zu tun: Wenn man Deutschland deindustrialisieren will ist es natürlich nicht angebracht, dass der Staat seine Wirtschaft stärken will. Bayern ist noch nicht so weit und will bessere Rahmenbedingungen für seine Industrie. Deshalb hat man H2.B gegründet. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Montag um 20:16 vor 2 Minuten von reko: Wenn man Deutschland deindustrialisieren will ist es natürlich nicht angebracht, dass der Staat seine Wirtschaft stärken will. Bayern ist noch nicht so weit. Du, es hat keiner behauptet, dass man das nicht sollte. Ich habe nur gesagt: Die Grimm ist Wasserstoff-Lobbyistin und muss deswegen die bitteren Wahrheiten zum Wasserstoff schön reden und verkaufen. Und jetzt hast Du mal wieder eines Deiner typischen Rückzugsgefechte, weil Du nicht zugeben willst, dass Du Unrecht hattest. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Montag um 20:23 vor 5 Minuten von Holgerli: Grimm ist Wasserstoff-Lobbyistin Das ist falsch Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
missionE Montag um 20:41 vor 21 Stunden von wpf-leser: Die "Kfz-Rechnung" hatte ich früher für mich schon angestellt - Danke aber für die (richtige und sinnvolle) Anregung. Mein Punkt war ja mehr, dass auf der Primärenergieseite Einsparungen erzielt werden können, die wiederum zu (ggf. legitimen) höheren spezifischen Emissionen in der Stromerzeugung führen können / dürfen. Selbst mit dem Verstromen von Öl (einen "Raffineriebesuch" würde ich für die Verstromung auch im Sinne der Effizienz nicht voraussetzen) hätte man auch hier wieder Möglichkeiten, Abwärme sinnstiftend zu nutzen und damit Verbesserungspotenzial. Grundsätzlich lässt sich Abwärme meist nicht so sinnstiftend nutzen. Der Anteil an der Stromerzeugung von KWK Anlagen liegt bei recht stabil 20%. Es ist ja logisch, dass niemand freiwillig 60% als Wärme verloren gibt und das funktioniert bei fossilen ja eh besser also (früher besser als heute). In der Praxis unterscheidet man zwischen "wärmegeführter" und "stromgeführter" Koppelung und die "wärmgeführte" ist nicht so EE freundlich, weil Wärme bereitgestellt werden muss, wenn sie gebraucht wird und sie dann zwingend EEs verdrängt, da die Anlage wegen des Wärmebedarfs nicht abgeschaltet werden kann. Sprich: Man hätte ein kaltes, windiges Novemberwetter und muss die Windräder abschalten, da man die Wärmeanlage nicht abschalten kann. EE-freundlich wären "stromgeführte" Anlagen, denn diese verbrennen nur, wenn z.B. EEs wenig vorhanden sind, aber das ist selten der Fall, weil "Wärme" meist ein "Must-Have" ist (bei -10 Grad oder Prozesswärme), kann man nicht mal kurz verzichten. Daher hat sich die Koppelung als recht inkompatibel mit den EEs erwiesen und Klein- und Mikro-Anlagen (BHKW): Im privaten Bereich, in Gewerbebetrieben oder Wohngebäuden arbeiten schätzungsweise weit über 90 % der Anlagen rein wärmegeführt. Sie springen an, wenn Heiz- oder Warmwasserbedarf besteht. Große, kommunale Heizkraftwerke (Fernwärme): Große Anlagen wurden in der Vergangenheit ebenfalls fast vollständig wärmegeführt betrieben. Jetzt versucht man sie etwas EE kompatibler zu machen und stromzuführen, aber das ist schwierig, sonst hätte man das früher schon gemacht. Wer verzichtet schon freiwillig auf 60% der Energie? In der Praxis würde man sich hier mehr wünschen, aber es scheitert an den widrigen Umständen. vor 22 Stunden von wpf-leser: (Nebst, dass herangezogene Verbrenner-Angaben "nur" Tank-to-wheel sind und damit etwas anderes, als das bei der berechneten Verstromung der Fall ist.) Die Vorkette ist übrigens in etwa gleich beim Dieselverbrenner und beim Ölverstromer, weil man in Dtl. (und eigentlich überall) Diesel / Heizöl EL aus Umweltschutzgründen raffinieren muss und kein Schweröl verbrennt. Man kann nicht einfach Öl so verfeuern und auf die Raffinerie verzichten, sondern braucht die Raffinierie genauso, um leichtes Heizöl EL (Diesel) zu gewinnen. Daher ist der Vergleich sehr exakt. Es entfällt der Transport zur Tankstelle, aber dafür muss das Öl von der Raffinerie ins Kraftwerk, was auch wieder etwas Energie kostet. Es würden gerade mal 2% Transport entfallen, aber natürlich liefe so ein Ölkraftwerk nicht wie von mir vereinfacht angenommen stets mit maximalem Wirkungsgrad von 40%, sondern auch mal mit (35% ,26 % oder 38%), wenn man gerade wegen des allseits verbrämten "Flatterstrom" regeln muss. https://e-move.at/news/von-der-oelquelle-bis-zum-tank/?cn-reloaded=1 vor 22 Stunden von wpf-leser: Eine eher philosophische Frage ist natürlich auch, ob entsprechende Produktionsverlagerungen ohne eine Energiewende nicht ebenfalls oder sogar in noch größerem Umfang stattgefunden hätten. Da der Einbruch um rund 20% bekanntlich energieintensive Branchen betrifft ( sonst hätten wir schon -20% BIP, wenn alle Sektoren so schrumpfen würden) und Dtl. hier einzigartig ist in Europa und die höchsten Strompreise hat und die Produktionsverlagerung rundweg in CO2 Schleuderländer stattfindet und nur bei uns die Stromsystemsubventionen mittlerweile bei rund 8 -10 cent/kwH betragen oder 45 Mrd. EUR im Jahr, liegt es schon etwas kühn anzunehmen, dass mit günstigerem Strom noch mehr energieintensive Industrie abgewandert wär, aber manche zweifeln auch am Klimaproblem an sich. Es droht jedenfalls auch immer noch latent, dass die Steuerfinanzierung irgendwann ausfällt und dann wäre die energieintensive Industrie K.O, wenngleich aus der Industrie zahlreche Unternehmenslenker energieintensiver Unternehmens auf die verfehlte (teuer, nutzlos und es wird mehr CO2 emittiert wegen der Verlagerungseffekte als ohne) EE Politik hinweist. https://www.merkur.de/wirtschaft/abb-chef-warnt-vor-massenarbeitslosigkeit-und-kritisiert-atomausstieg-zr-94568505.html vor 22 Stunden von wpf-leser: . Zumindest zum Thema "Verlagerung nach Polen" kann man (weil EU-Mitglied) allerdings sagen, dass das qua Emissionshandel und dortigem Energiemix noch ein spannendes Thema wird. Diese Frage stellt sich eigentlich seit ein paar Jahren niemand mehr, der das Thema etwas länger verfolgt und mittlerweile zeigen die Zahlen auch, dass es empirisch genauso läuft. Es erfolgt eine Verlagerung energieintensiver Produktion in durch den EU-ETS begünstigte CO2 Schleudern. Alles was in Land A z.B. Deutschland an CO2 vermindert wird, kann Land B dafür günstiger in die Luft blasen und eine Verlagerung wird attraktiver. Das deutsche Verhalten hat als insgesamt größer Emittent einen massiven Einfluss auf den EU-weiten CO₂-Preis, zumal viele Länder ohnehin kaum Industrie haben oder schon Dank KKWs weitgehend CO2 frei sind. Diese beeinflussen den EU-ETS damit wenig. KI gibt folgendes dazu sinngemäß folgendes wieder: Polen profitiert wegen seiner schmutzigen Industrie am meisten und zwar doppelt. A) wird es unmittelbar günstiger, da Zertifikate günstiger werden und B) hat man mehr Zeit, da der Anpassungsdruck sinkt und günstige Technologie (z.b. Batterie, Solar ggf. auch KKW) immer günstiger werden, so dass es Sinn macht etwas abzuwarten. 1. Sinkender Preisdruck auf CO₂-Zertifikate Das EU-ETS funktioniert nach dem „Cap-and-Trade“-Prinzip. Es gibt eine EU-weite Obergrenze an Zertifikaten. Vorteil für Polen: Da Polens Energiemix stark von Kohle geprägt ist, entlastet ein moderaterer CO₂-Preis die polnischen Kohlekraftwerke und die dortige Industrie finanziell, da diese weniger Geld für Verschmutzungsrechte ausgeben müssen. 2. Bei den aktuellen Verhandlungen zur ETS-Reform fordern Polen und osteuropäische Partnerstaaten gezielt, dass mehr freie Zertifikate und finanzielle Mittel an Länder mit hohem Modernisierungsbedarf, aber geringerem Kapital fließen. Wenn große Länder wie Deutschland schneller Emissionen abbauen, entschärft dies den gesamteuropäischen Druck auf das ETS-Budget. Das erhöht Polens Chancen, in Brüssel längere Übergangsfristen oder zusätzliche kostenlose Zuteilungen für seine eigene Industrie durchzusetzen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Montag um 20:55 · bearbeitet Montag um 20:56 von reko vor 14 Minuten von missionE: Wenn große Länder wie Deutschland schneller Emissionen abbauen, entschärft dies den gesamteuropäischen Druck auf das ETS-Budget. Das erhöht Polens Chancen, in Brüssel längere Übergangsfristen oder zusätzliche kostenlose Zuteilungen für seine eigene Industrie durchzusetzen. Im Prinzip gebe ich dir Recht. Wir können aber froh sein, wenn die Produktion nur in europäische Nachbarländer abwandert und nicht wie die Mehrzahl gleich in Länder ohne EU-Regeln. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
HHanseat Dienstag um 06:27 Am 1.11.2026 um 22:42 von wpf-leser: Zumindest zu dem "viel[en] Geld" kann man (wie oben in anderem Zusammenhang beschrieben) sagen, dass man damit zwar nur geringe CO2-Einsparungen erzielt haben möge, aber zugleich die Erzeugung der Energiemenge sämtlicher abgeschalteter Kernkraftwerke kompensiert hat. Man mag über die Verteilung der Erzeugung streiten können; Fakt ist aber auch: Dieser Vorgang ist inzwischen abgeschlossen. Diese Kompensation gelingt leider nur übers Jahr gemittelt, für die Versorgungssicherheit muss aber in jedem Moment soviel Leistung bereitgestellt wie nachgefrgat werden. Gerade in der dunklen Jahreszeit würde uns da CO2-freie Grundlast helfen. Schaut euch mal die letzten Tage an, von Wind und Sonne kam da nicht viel und unsere E-Autos und Wärmepumpen laufen mit knapp 50% Kohlestrom: Quelle Zum Vergleich die gleiche KW44 2010 (als letztes Jahr vor der Abschaltung der ersten KKW) mit gut 20 GW CO2-freier Grundlast, davon 15 GW aus Kernkraft: Dem Klima wäre mehr geholfen, wenn endlich die dreckige Kohleverstromung unnötig würde. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Bolanger Dienstag um 07:11 · bearbeitet Dienstag um 07:15 von Bolanger Am 1.11.2026 um 08:16 von HHanseat: Am 1.11.2026 um 00:52 von wpf-leser: Kann es in diesem Sinne sein, dass insbesondere durch PV- und Speicherzubau private(r) Stromerzeugung/-Verbrauch "grüner" geworden ist, also der Abruf CO2-intensiver kWh geringer ausfällt, als er sein könnte? Ein wenig wird das beitragen, allerdings haben wir bei sonnigem Wetter inzwischen meist eh einen PV-Überschuss. Leider laufen unsere Kohlekraftwerke dann oft trotzdem, da sie in der Nacht gebraucht werden und nur langsam geregelt werden können Dieser Zusammenhang erschließt sich mir nicht. Wenn es viele PV-Besitzer mit Selbstverbrauch gibt, die zusätzlich noch einen Akku haben, dann können diese bei sonnigem Wetter die Nacht meist aus dem Akku bedienen, bis die Sonne wieder scheint. Zumindest glaube ich, dass man einen Akku etwa so auslegen sollte. Das sollte dann aber ausreichend Zeit geben, um auch Großkraftwerke herunterzufahren. Gerade bei weiter Verbreitung von PV mit Speicher werden kurzfristige Einbußen aus dem Speicher ausgeglichen und müssen eben nicht durch Nachregeln von Großkraftwerken ausgeglichen werden. In der obigen Graphik würden die PV-Werte sogar vollständig verschwinden, wenn jede PV mit einem Speicher versehen wäre, der den Solarstrom eben zur eigenen Nutzung einspeichert anstatt ihn der öffentlichen Nettostromversorung zur Verfügung zu stellen. Vor allem in der Übergangszeit könnte dieser Effekt zukünftig deutlich zunehmen, da die Speicher gerade so noch geladen werden können bzw. gar nicht mehr voll werden. Unterm Strich: Wen interessiert es denn, ob wir letztens einen dunklen, windlosen Tag mit CO2-intensiver Stromerzeugung hatten, wenn über weite Teile des Jahres die Stromerzeugung immer grüner wird?! Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
missionE Dienstag um 07:17 vor 30 Minuten von HHanseat: Dem Klima wäre mehr geholfen, wenn endlich die dreckige Kohleverstromung unnötig würde. Darum geht es bei der EE-Wende nicht, weil selbst das nicht helfen würde aufgrund der Vertreibungs / Deindustrialisierungseffekte. Die EEs sind und bleiben CO2 Schleudern bzw. Klimabrandbeschleuniger in einem Setting, das nationalfokussiert ist und nicht die CO2 Intensität der Produktion im Blick hat. Die CO2 Einspareffekte gehen kaum auf EEs zurück, da sie nur KKWs mäßig ersetzt haben (+10%). Der Hauptteil der CO2 Einsparung kommt durch Effizienz (unabhängig von EEs), Strukturwandel und Deindustrialisierung, die wir im energieintensiven Bereich in dtl. sehen und zwar nur in Dtl. Daher sind wir Wachstumsschlusslicht seit 5 Jahren in Europa. In Finnland, Schweden, Frankreich....eigentlich überall gelingt eine echte Dekarbonisierung mit stabiler oder leicht wachsender Industrieproduktion (siehe Schweden), das außer im Corona Dip zumeist im positiven Bereich liegt. Das ist echte Decarbonisierung, wenn die Güterproduktion steigt und der CO2 Ausstoß zurückgeht oder stabil bleibt. Die Gründe (ob die Abwanderung bei uns nur an EEs liegt oder andere hat) bei uns sind auch egal für die Denindustrialsierung. Es ist jedenfalls kein weltweiter CO2 Senkungsbeitrag, wenn die Produktion aus welchen Gründen auch immer bei uns zurückgeht, die Produktion aber weltweit steigt und das in CO2 Schleuderländern. Selbst wenn die Verlagerung z.B. aus Lohnkostengründen stattfinden würde, hätte man einen negativen CO2 Effekt, wenn in den Ländern die CO2 Intensität in der Produktions bis zu 3 mal so hoch ist wie bei uns. Hier die Industrieproduktion in Schweden: Wie es geht, zeigen Finnland, Schweden, Frankreich. So gut wie keine Gas-Verstromung (1-2%), hohe KKW Grundlast und keine Deindustrialisierungseffekte. Es ist eigentlich überall das gleiche Muster und die EE Verfechter wissen es doch privat auch selbst. Sie sehen die hohen Strompreise (aktuell um die 35 cent /kWh) und die sind als Strompreiskosten derzeit mit rund 10 cent/kWh subventioniert und lägen bei 45 cent /kW wegen Netzentgeltentlastung + EEG-Umlage + Industriestrompreis und und und. Die Verlagerung der Stromsystemkosten auf die Steuern war da Eingeständnis des Scheiterns. Auf europäischer Ebene wächst der Widerstand das sinnvolle Verbundnetz weiter auszubauen, weil Dtl. den EE Mangel damit in andere Länder exportiert und dort die Strompreise verteuert und seine damit senkt. Im E-Auto Thread sprechen viele immer von verursachungsgerechter Kostentragung (demnach müsste der Stromverbraucher auch die Stromkosten zahlen). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Dienstag um 07:18 vor 2 Minuten von Bolanger: Zumindest glaube ich, dass man einen Akku etwa so auslegen sollte. Das sollte dann aber ausreichend Zeit geben, um auch Großkraftwerke herunterzufahren. Die private PVs mit Akku reduzieren den öffentlichen Backupbedarf kaum. Insbesondere müssen die Kohlekraftwerke trotzdem auf 50% Mindestlast gehalten werden. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
missionE Dienstag um 07:22 · bearbeitet Dienstag um 07:23 von missionE vor 10 Minuten von Bolanger: Unterm Strich: Wen interessiert es denn, ob wir letztens einen dunklen, windlosen Tag mit CO2-intensiver Stromerzeugung hatten, wenn über weite Teile des Jahres die Stromerzeugung immer grüner wird?! Das Ding ist....es geht nicht um uns, sondern die Welt also den CO2 Ausstoß in der Welt. Wir werden real nur minimal "grüner", da unsere CO2 freie Stromproduktion gerade mal 15% in den letzten 10 Jahren (von 250 TWh auf 280 TWH) gestiegen ist und der Verbrauch stark gesunken ist, auch weil wir die Produktion nicht im Land halten können. Sie ist um rund 20% eingebrochen und wird nun woanders produziert, aber mit bis zu 3 fach höherer CO2 Intensität. Dann steigt weltweit dadurch der CO2- Ausstoß. Beispiel: Rohstahlproduktion ist bei uns von 42 Mio. t auf 34 Mio. T um 20% gesunken und in Indien von 106 auf 162 Tonnen gestiegen mit rund 70% Kohlestrom. Netto steigen dadurch die CO2 Werte (unabhängig davon, was der Grund für Produktionsverlagerungen ist). Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
HHanseat Dienstag um 07:25 vor 9 Minuten von Bolanger: Wenn es viele PV-Besitzer mit Selbstverbrauch gibt, die zusätzlich noch einen Akku haben, dann können diese bei sonnigem Wetter die Nacht meist aus dem Akku bedienen, bis die Sonne wieder scheint. Prinzipiell schon, aber setzt halt sonniges Wetter voraus, und insgesamt ist die Speicherkapazität halt relativ überschaubar. Aktuell installiert sind etwa 34 GWh Speicher, das reicht für etwa 30 min des deutschen Bedarfs. Die Privathaushalte machen halt auch nur eine kleinen Teil des Bedarfs aus. vor 12 Minuten von Bolanger: Unterm Strich: Wen interessiert es denn, ob wir letztens einen dunklen, windlosen Tag mit CO2-intensiver Stromerzeugung hatten, wenn über weite Teile des Jahres die Stromerzeugung immer grüner wird?! Das interessiert, weil auch bei ungünstigen Wetter der Strom irgendwo her kommen muss, und dafür ein konventioneller Kraftswerkspark vorgehalten und bezahlt werden muss. vor 5 Minuten von missionE: Das Ding ist....es geht nicht um uns, sondern die Welt also den CO2 Ausstoß in der Welt. Wir werden real nur minimal "grüner", da unsere CO2 freie Stromproduktion gerade mal 15% in den letzten 10 Jahren (von 250 TWh auf 280 TWH) gestiegen ist und der Verbrauch stark gesunken ist, auch weil wir die Produktion nicht im Land halten können. Das sieht ja auch das Ausland, und mittlerweile gibt es wohl kaum noch ein Land, welches die deutsche Umsetzung der Energiewende als Vorbild begreift. Eher wird über "world's dumbest energy policy" gespottet. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Dienstag um 19:29 vor 12 Stunden von HHanseat: Eher wird über "world's dumbest energy policy" gespottet. 1. Erscheindungsdatum dieses dieses Artikels: Anfang 2019. Also vor 8 Jahren. 2. Es ist ein Meinungsartikel, kein Journalismus. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Dienstag um 20:17 · bearbeitet Dienstag um 20:43 von reko vor einer Stunde von Holgerli: 1. Erscheindungsdatum dieses dieses Artikels: Anfang 2019. Also vor 8 Jahren. 2. Es ist ein Meinungsartikel, kein Journalismus. Diese Einschätzung hat sich seitdem verfestigt. Aber die Welt lernt daraus, wie es nicht geht. wsj 2025/04 When the Wind Didn’t Blow in Germany .. There’s a lesson for the U.S. here. Insbesondere sind unsere europäischen Nachbarn nicht erfreut über unseren Sonderweg. the-european 2026/02 What Germany’s Energiewende teaches Europe about power, risk and reality .. Germany once claimed the Energiewende as a model for others to follow. Instead, it offers a warning to the rest of Europe. Selbst unter den Befürwortern der deutschen Ziele gibt es Kritik am Weg. Er ist ineffizient, teuer und handwerklich fehlerhaft. Es gibt dazu auch wissenschaftliche Arbeiten. The German Energiewende and the role of the EU: are misfits an Achilles heel of the energy transition in Germany?, Energy, Sustainability and Society 2026 Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
chirlu Dienstag um 20:25 vor 18 Minuten von Holgerli: Es ist ein Meinungsartikel, kein Journalismus. Nicht nur Nachrichten sind journalistische Formen, sondern auch Kommentare oder subjektiv gefärbte Texte wie Reportagen. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
Holgerli Dienstag um 21:02 vor 13 Minuten von reko: Insbesondere sind unsere europäischen Nachbarn nicht erfreut über unseren Sonderweg. the-european 2026/02 What Germany’s Energiewende teaches Europe about power, risk and reality Und wieder nur ein Meinungsartikel einer einzelnen Person. vor 17 Minuten von reko: Diese Einschätzung hat sich seitdem verfestigt. wsj 2025/04 When the Wind Didn’t Blow in Germany .. There’s a lesson for the U.S. here. Beim WSJ. Hier eine fachlich und journalistisch gute Analyse des subjektiven Meinungsartikel der WSJ: https://www.cleanthinking.de/wsj-energiedurcheinander-kritik-uebertrieben/ Vermutlich wird 2026 auch kein WSJ-Artikel mit so einer subjektiv eingefärbten Meinung mehr kommen, denn im März titelte das WSJ dann, diesmal aber nicht als Meinungsartikel: Iran War Hits Europe With an Energy Shock It Can’t Afford to Absorb Hier mal eine Umfrage von 2025: Außerhalb der EU 90% (teilweise) Zustimmung zur Energiewende. Innerhalb der EU 70%. https://www.weltenergierat.de/wp-content/uploads/2025/06/2025-Global-Perspectives_Survey_Full-Report.pdf 2013: sagten noch 76% der Experten, dass sie der Energiewende Spektisch gegenüber stehen: https://www.worldenergy.org/news-views/entry/energy-transition-needs-to-be-affordable-wec-germany-survey-finds Von 76% Ablehnung zu 90% (teilweiser) Zustimmung in 12 Jahren. Und diese positive Stimmung spiegelt sich auch in solchen Meinungsartikel wieder: https://www.euronews.com/2026/04/07/germany-has-become-a-leader-in-plug-in-solar-whats-taking-other-european-countries-so-long https://www.euronews.com/2026/07/08/solar-mad-germans-turn-to-battery-storage-to-shield-themselves-against-fossil-fuel-price-s vor 24 Minuten von reko: Selbst unter den Befürwortern der deutschen Ziele gibt es Kritik am Weg. Er ist ineffizient, teuer und handwerklich fehlerhaft. Es gibt dazu auch wissenschaftliche Arbeiten. The German Energiewende and the role of the EU: are misfits an Achilles heel of the energy transition in Germany?, Energy, Sustainability and Society 2026 Ist schon wieder ein typischer reko: Schnell die Überschrift durchgelesen und gedacht "Klingt negativ, muss gut sein" und direkt negativ geframt. Zum Lesen des Abstracts hat es dann nicht mehr gereicht. Dabei zeigt dieses, dass der der Artikel überhaupt keine Wertung übernimmt, sondern das für und wider diskutiert. Der letzte Satz des Abstracts: Zitat Conclusions: Whereas European adaptation pressure caused a shift in the German renewable energy support policy, resulting in a slowdown in the expansion of renewable energies, EU pressure to end coal subsidies helped accelerate the phase-out of coal in Germany. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag
reko Mittwoch um 07:05 · bearbeitet Mittwoch um 07:35 von reko @Holgerli Ich habe geschrieben, dass ich bewusst einen Befürworter der Klimaziele zitiert habe. Diese Klimaziele teile auch ich weitgehend. Zitat Conclusions: Whereas European adaptation pressure caused a shift in the German renewable energy support policy, resulting in a slowdown in the expansion of renewable energies, EU pressure to end coal subsidies helped accelerate the phase-out of coal in Germany. Beim besten Willen kann ich „European adaptation pressure“ und „pressure to end coal subsidies“ nicht als Erfolg deutscher Klimapolitik werten. Es war ein Politikversagen, gut funktionierende Kernkraftwerke zugunsten dreckiger Kohlekraftwerke abzuschalten. Die EU hat uns daran erinnert, dass wir eine Lösung brauchen. Als Lösung wurden bereits von Habeck Gaskraftwerke genannt. Diese werden weiter bekämpft, mit der Folge, dass die Kohlekraftwerke noch länger laufen müssen. Abgesehen von der Conclusion steht dort aber auch etwas über: Zitat evolving points of friction between EU and German energy transition policies and the consequences for the specific German Energiewende policy approach Es gibt Konflikte mit der EU bei den deutschen Subventionen, die konträr zum EU-Emissionshandel stehen. Zudem bestehen Konflikte beim fehlenden Backup und der faktischen Förderung der Kohleverstromung. Die Bundesregierung ist mit dem StromVKG nun den Schritt hin zu einem Kapazitätsmarkt gegangen. Gegen dessen konkrete Ausgestaltung hat sich die Solar- und Wind-Lobby lange gewehrt. Ihre Konzepte zielten darauf ab, die Versorgung lediglich über Stunden zu sichern, wo faktisch eine Absicherung über Wochen benötigt wird. Die Optimierung des weiteren fossilen Brennstoffeinsatzes hat seine Berechtigung, ist aber keine Lösung des akuten Backup-Problems. Zusätzliche Batteriespeicher können die benötigte Leistung von Gaskraftwerken nicht reduzieren. Es gibt also keinen Grund, deren Bau zu verzögern. Leider kann ich die kürzlich erfolgte Ausschreibung von Backup-Kapazitäten nicht als Erfolg werten. Die Ausschreibung war technologieneutral. Es konnten sich auch Batteriespeicher beteiligen – sie hätten nur 10 Stunden am Stück 80 % ihrer Leistung liefern müssen. Das würde gerade einmal reichen, um die Nacht zu überbrücken. Diesen Beitrag teilen Link zum Beitrag